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1. Preis:

Eine Reise für 2 Personen zur Lesung von Daniel Glattauer auf der LitCologne am 13.03.2009

2. Preis:

Ein E-Book Reader PRS-505 von Sony mit dem E-Book "Gut gegen Nordwind" und einer Leseprobe von "Alle sieben Wellen". Der Gewinn wird zum Erscheinungstag des Readers ab dem 11.3. versandt.

3. Preis:

Ein IPod Shuffle mit dem Hörbuch "Alle sieben Wellen"
Preston

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Daniel Glattauer

, geboren 1960 in Wien, ist seit 1985 als Journalist und Autor tätig und schreibt für die Tageszeitung Der Standard.

Alle sieben Wellen

Titel

Erstens: Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also "Gut gegen Nordwind" gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie's! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.


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Interview mit Daniel Glattauer



Hatten Sie (wenn auch nicht der Leser) beim Schreiben von „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ ein genaues Bild vom Aussehen Ihrer Romanhelden? Und haben Sie, je länger Leo und Emmi miteinander kommunizierten, festgestellt, dass sich es sich verändert hat?

Ich hatte nie und habe noch immer keine Ahnung, wie Leo Leike aussieht. Vermutlich groß und schlank, eher bleiches, kantiges Gesicht. Bei Emmi Rothner habe ich im „Nordwind“ drei Aussehens-Varianten, die ziemlich genau beschrieben sind, zur Auswahl gestellt. Beim Schreiben bin ich immer hin- und hergeschwankt – bis zu dem Zeitpunkt in „Alle Sieben Wellen“, da ich mich für eine Emmi entscheiden musste. Seltsamerweise habe ich Emmi, obwohl ich sie in- und auswendig kenne, optisch noch immer nicht vor mir. Für das Theaterstück „Gut gegen Nordwind“ an den Wiener Kammerspielen (ab 7. Mai) wurden mir jetzt immer wieder mögliche Emmi- und Leo-Darsteller gezeigt. Da erst habe ich bemerkt, wie klar es für mich ist, wer Emmi und Leo sein kann, und wer nicht.

Bei einem Email-Roman muss man auf wortgewaltige Beschreibungen von Schauplätzen oder Äußerlichkeiten verzichten. Liegt die Herausforderung darin, den Leser auf eine andere Art zu fesseln? Mussten Sie sich als Autor dafür einen neuen Schreibstil zulegen?

Ich bin ein Minimalist. Mir liegt es, wenige Mittel zur Verfügung zu haben und daraus möglichst viel zu machen. Nach diesem Schreibstil, dem Email-Dialog, bin ich geradezu süchtig geworden. Er hat mich angetrieben, hat mich in Spannung versetzt, hat Tempo gemacht, hat mir keine Ausuferungen und Abschweifungen gestattet, hat mich gezwungen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Er hat mich als Schreiber diszipliniert und gefesselt. Und er fesselt hoffentlich auch die Lesenden.

Hat sich die Geschichte zwischen Leo und Emmi irgendwann verselbständigt? Kamen beim Schreiben manchmal Email-Dialoge und Antworten zustande, die Sie so vorher nicht geplant hatten?

Das war schon nach wenigen Seiten vom ersten Teil der Fall. Die beiden sind mir so bald so eigenständig vorgekommen, dass ich sie nur noch dabei beobachten und beschreiben musste, wie sie das alles miteinander machen. Ich selbst musste weder den Animator noch den Schiedsrichter spielen. Ich habe ihnen freilich immer wieder Hindernisse in den Weg gelegt und habe sie vor schwere Aufgaben und Entscheidungen gestellt. Aber wie sie das alles über insgesamt 450 Seiten bewältigt haben – das war sozusagen ihre Eigenleistung, Ausdruck ihrer Persönlichkeiten.

Wie nähert man sich als Mann der Sprach- und Sichtweisen einer Frau? Haben Sie vorher mit Frauen über deren Email-Kommunikation gesprochen, um dann Emmi sprechen lassen zu können? Oder ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern letztlich gar nicht so groß?

Ich habe daraus keine Wissenschaft gemacht. Ich habe mich, um Emmi gewachsen zu sein, auch nicht eigens vorbereitet. Ich erachte es als kein großes Kunststück, eher als Hobby oder Leidenschaft, mich als Mann in eine Frau hineinzuversetzen. Es ist mir einfach ein Bedürfnis, ich mache es gerne, mich interessiert brennend, wie andere Menschen, ja vor allem andere Frauen ticken. Emmi und Leo - das ist ein ständiges Aufeinandereingehen, Sich-in-den-anderen-Versetzen. Ich habe mich zurückgelehnt und ihnen dabei zugesehen. Spannend war es, und sehr erkenntnisreich.

Nach der Fertigstellung von „Alle sieben Wellen“ war die Geschichte rund um Emmi und Leo auch für Sie beendet oder konnten Sie die Figuren nicht so schnell abschütteln?

Abschütteln konnte und musste ich meine Figuren nicht. Bei „Gut gegen Nordwind“ hatte ich sie aber ziemlich brutal im Regen stehen gelassen. (Das haben mir viele Leser und Leserinnen übel genommen. Und das wiederum war der Hauptgrund, warum ich die Fortsetzung überhaupt probiert hatte.) Nun, mit dem Ende von „Alle sieben Wellen“ haben sich meine beiden Protagonisten verabschiedet. Ich wünsche ihnen viel Glück für die Zukunft, ob gemeinsam oder getrennt. Die Öffentlichkeit wird davon nichts mehr erfahren. (Zumindest nicht von mir.)

Sind Sie jemals der Email-Sucht verfallen? Warten Sie manchmal auf Antworten?

Nein, nein, ich warte nicht auf Antworten, sondern ich fürchte mich vor Fragen. Ich habe in den vergangenen Wochen einfach zu viele Emails bekommen. Ich schätze im Schnitt waren es 80 pro Tag, mit hunderten Fragen, die ich eigentlich auch beantworten sollte. Das schaffe ich nicht mehr, denn ich sitze bereits täglich mehrere Stunden vor dem Computer, allein um meiner E-Post Herr zu werden. Da muss (s)ich etwas ändern. Vielleicht sollte ich einfach einmal – abschalten. So wie jetzt. Gute Nacht! Danke für die Plauderstunde!