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Adam und Evelyn

Roman

(4)
Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Adam liebt schöne Frauen. Wenn sie erst seine Kleider tragen, begehrt er sie alle, und abgesehen davon liebt er Evelyn. Die ertappt ihn eines heißen Augusttages 1989 in flagranti mit einem seiner Geschöpfe. Statt mit Adam fährt Evelyn gemeinsam mit einer Freundin und deren Westcousin nach Ungarn an den Balaton. Adam setzt sich mit seinem alten Wartburg dem roten Passat auf die Spur. Für Evelyn würde er bis ans Ende der Welt fahren - und vielleicht muss er das auch, denn Ungarn will die Grenze gen Westen öffnen. Plötzlich ist die verbotene Frucht greifbar, und alle müssen sich entscheiden.
In der Ausnahmesituation jenes Spätsommers 1989, dem Schwebezustand plötzlicher Wahlfreiheit, entdeckt Ingo Schulze die menschliche Urgeschichte von Verbot und Verlockung, Liebe und Erkenntnis und nicht zuletzt der Sehnsucht nach dem Paradies. Doch wo ist das zu finden? In der Verheißung des Westens, der Ungebundenheit eines endlosen Feriensommers am Plattensee oder doch im vertrauten Amtsstubenduft einer frisch geöffneten Brotkapsel und dem eigenen Garten? Im Spiel mit dem biblischen Mythos von Adam und Eva gelingt Ingo Schulze eine grandiose Tragikomödie. Mit seinem ironisch gebrochenen Begriff vom Sündenfall findet er eine Chiffre für den Eintritt in unsere heutige Welt.
Portrait
Ingo Schulze wurde 1962 in Dresden geboren. Von 1983 bis 1988 studierte er Klassische Philologie in Jena und arbeitete anschließend als Dramaturg am Landestheater in Altenburg. Im Herbst 1989 verließ Ingo Schulze das Theater, um als politischer Journalist zu arbeiten. 1993 lebte er für ein halbes Jahr in St. Petersburg, wo er half, ein Anzeigenblatt redaktionell aufzubauen. Für sein Debüt »33 Augenblicke des Glücks« erhielt Ingo Schulze 1995 u. a. den Förderpreis des Alfred-Döblin-Wettbewerbs sowie den aspekte-Literaturpreis. Der New Yorker druckte 1997 drei Erzählungen aus dem Band ab - eine Ehre, die unter den deutschsprachigen Autoren zuletzt Max Frisch zukam - und ließ ihn im April 1998 als einen der »Five Best European Young Novelists« von Richard Avedon porträtieren. Für seinen zweiten Erzählband »Simple Storys« erhielt er 1998 den Berliner Literaturpreis. 2001 wurde Ingo Schulze, zu gleichen Teilen mit Thomas Hürlimann und Dieter Wellershoff, der Joseph-Breitenbach-Preis verliehen. In dem Briefroman »Neue Leben«, in dem er ästhetisch neue Wege geht, erwartet den Leser ein breit angelegtes Panorama des Jahres 1989 und seiner Folgen. »Neue Leben« wurde in die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2006 gewählt. Kulturstaatsminister Bernd Neumann vergab im Juni 2006 an Ingo Schulze das Massimo-Stipendium 2007, das für einen einjährigen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom steht. Im März 2007 erhielt Schulze für seinen Erzählungsband »Handy« den Preis der Leipziger Buchmesse. Mit »Adam und Evelyn« stand er 2008 auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Ingo Schulze ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seine Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 313
Erscheinungsdatum 09.08.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-0810-7
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 222/145/30 mm
Gewicht 506
Auflage 5. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
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„Adam und Evelyn“

Kerstin Köppel-Farber, Thalia-Buchhandlung Ahrensfelde

Der Berlin Verlag hat es wieder einmal geschafft, ein tolles Buch von Ingo Schulze zu verlegen.
Wir schreiben den heißen Sommer 1989, nicht nur in politischer Hinsicht, sondern auch in Liebesdingen. Und wie der Titel schon vermuten lässt, sind Irrungen und Wirrungen vorprogrammiert. Es ist eine wundervolle Lektüre, die zum einen Erinnerungen
Der Berlin Verlag hat es wieder einmal geschafft, ein tolles Buch von Ingo Schulze zu verlegen.
Wir schreiben den heißen Sommer 1989, nicht nur in politischer Hinsicht, sondern auch in Liebesdingen. Und wie der Titel schon vermuten lässt, sind Irrungen und Wirrungen vorprogrammiert. Es ist eine wundervolle Lektüre, die zum einen Erinnerungen wach werden lässt, aber auch zum Schmunzeln und Nachdenken anregt.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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Adam und Evelyn
von einer Kundin/einem Kunden am 17.09.2009

Schönes Buch - vor allem, wenn man sich gern mal wieder an den Spätsommer 1989 und die Zeit der Wende zurückerinnern möchte. Es gelingt Ingo Schulze sehr gut die politische Situation, aber auch zwischenmenschliche Sommergefühle und die jeweils damit verbundenen Versuchungen darzustellen. Auf der einen Seite die Versuchung in... Schönes Buch - vor allem, wenn man sich gern mal wieder an den Spätsommer 1989 und die Zeit der Wende zurückerinnern möchte. Es gelingt Ingo Schulze sehr gut die politische Situation, aber auch zwischenmenschliche Sommergefühle und die jeweils damit verbundenen Versuchungen darzustellen. Auf der einen Seite die Versuchung in den Westen zu gehen und dort das langersehnte "Paradies" zu erleben und auf der anderen Seite die Versuchung ein aufregendes Liebeserlebnis außerhalb der eigenen Beziehung zu haben. Die vom Autor gewählten Namen der beiden Protagonisten "Adam und Evenlyn" sollen natürlich an das biblische Paar erinnern. Mir hat es besonders gut gefallen, noch einmal in die Zeit der Wende abzutauchen und aber auch über amüsante und zum Teil auch nachdenkliche Verwicklungen im Bezug auf die Liebe zu lesen. Empfehlenswert vor allem für Menschen, die 1989 schon bewusst erlebt haben.

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Der "Westen" - das Paradies???
von J.G. aus Berlin am 29.06.2010
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Der Roman „Adam und Evelyn“ spielt im Sommer 1989. Adam ist Damenmaßschneider, er besitzt ein kleines Haus mit Garten und hat einen „Oldtimer“-Wartburg, Jahrgang 1961. Seine Freundin Evelyn ist Kellnerin, mit großem Wunsch Kunstgeschichte zu studieren. An einem Sommertag erwischt Evelyn Adam „in flagranti“ und flüchtet mit ihrer Freundin... Der Roman „Adam und Evelyn“ spielt im Sommer 1989. Adam ist Damenmaßschneider, er besitzt ein kleines Haus mit Garten und hat einen „Oldtimer“-Wartburg, Jahrgang 1961. Seine Freundin Evelyn ist Kellnerin, mit großem Wunsch Kunstgeschichte zu studieren. An einem Sommertag erwischt Evelyn Adam „in flagranti“ und flüchtet mit ihrer Freundin und deren West-Cousin an den Plattensee. Es ist jener heiße Sommer, wo große Teile der DDR nach Ungarn reisen, in der stillen Hoffnung, dass sich die Grenze öffnet Adam reist ihnen voller Schuldgefühle mit dem Wartburg hinterher. Die Ungarn öffnen die Grenzen. Es kommt der Tag der Entscheidung, Die genervte Evelyn will raus aus der DDR, will in den Westen, will leben, sich nicht weiter einschränken müssen. Adam, dem es eigentlich ganz gut geht mit seinem Schneiderberuf, seinem Haus, seinem Garten, den gefälligen Kundinnen, der möchte eigentlich in der DDR bleiben. Da greift Ingo Schulze in die Metapherkiste, eine Verknüpfung zwischen Mythos und Zeitgeschichte muss her, Eva vertreibt Adam aus dem Paradies. Evelyn geht in den Westen und Adam folgt ihr. Die Sprache strahlt eine Leichtigkeit aus im Gegensatz zum schweren Thema des Buches. Die Geschichte liest sich schnell und besteht hauptsächlich aus Dialogen. Die besonderen Probleme und Sehnsüchte, die mit dem Aufeinanderprallen der beiden Lebenswelten in Ost und West verbunden sind, kommen sehr gut zur Geltung und sind auch als Zeitgeschichte interessant zu lesen. Die Verknüpfung mit der Bibel durchzieht den gesamten Roman. Sehr interessant und zu empfehlen…

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Liebe zu Zeiten der Wende
von Michael Lehmann-Pape am 11.05.2010
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Nicht nur die Temperaturen sorgen für Hitze im August 1989, auch die erhitzten Gemüter lassen die Atmosphäre brodeln. Zu tausenden suchen die Bürger der DDR Möglichkeiten, ihr Land zu verlassen. Ungarn ist im August 1989 hier die erste Wahl. Geschichten machen die Runde, dass die Ungarn an den Grenzen... Nicht nur die Temperaturen sorgen für Hitze im August 1989, auch die erhitzten Gemüter lassen die Atmosphäre brodeln. Zu tausenden suchen die Bürger der DDR Möglichkeiten, ihr Land zu verlassen. Ungarn ist im August 1989 hier die erste Wahl. Geschichten machen die Runde, dass die Ungarn an den Grenzen öfter in die andere Richtung schauen, wenn einzelne oder eine kleine Gruppe von Ostdeutschen den Weg Richtung Österreich suchen. Für Adam ist dies alles noch nicht von großer Bedeutung. Er wäre bereits zufrieden mit seinem Leben in seinem Land, wenn der neu bestellte Lada geliefert werden würde und ihm eine zweite Garage möglich wäre. Es kann ansonsten gerne so bleiben wie es ist. Ansonsten liebt der Schneider Adam seinen Beruf und seine Kundinnen lieben ihn. Und er liebt Evelyn. Leider aber kann Adam den weiblichen Formen seinen Kundinnen, wenn Sie zur Anprobe seine geschneiderten Kleider tragen, nicht widerstehen. Evelyn ahnt durchaus, dass es für Adam nicht immer nur beim Hantieren mit seinem Maßband bleibt. Als sie ihn aber in flagranti erwischt, sagt sie umgehend den gemeinsam geplanten Urlaub in Ungarn mit Adam ab und fährt mit Ihrer Freundin und deren Cousin aus dem Westen auf eigene Faust. Adam aber liebt Evelyn, für sie würde er bis ans Ende der Welt fahren. So steigt er in seinen 1961er Wartburg, liebevoll "Heinrich" genannt, und folgt den dreien nach Ungarn. Mitten hinein in die Masse der Fluchtwilligen. Mehr und mehr verstrickt sich Adam ungewollt in die politischen Dimensionen jener Wochen, bringt eine Frau in seinem Kofferraum nach Ungarn, muss erleben, wie Evelyn sich dem Cousin aus dem Westen zuwendet und betrachtet betrübt sein auseinanderbrechendes, kleines Lebens-Paradies. Als ob das nicht ausreichen würde, diese Idylle und seine Liebe. Ob es doch ausreicht? Das wird erst am Ende des Buches deutlich. Ingo Schulz, vielfach ausgezeichneter Autor, 1961 in Dresden geboren, erzählt eine, durch die vielen kurzen Kapitel und vielen kurzen Sätze temporeiche und doch tiefgehende Geschichte. Unaufgeregt, ohne Pathos, beschreibt er (nicht nur) die Zeit kurz vor dem Zusammenbruch der DDR aus der Innensicht. Seine Figuren sind lebendig und künden von der Spannung zwischen dem gemeinsamen, schönen Leben in einem überschaubaren, allerdings von außen eigeengtem Rahmen und den Versuchungen nach Freiheit und Abenteuer "da draußen". Adam und Evelyn hätten, wie Adam und Eva, durchaus ihr kleines Paradies. Wenn nicht Adam die Weiblichkeit und Evelyn die Freiheit beständig locken würde. Und beide erliegen durchaus den Versuchungen hier und da. Auch dies ist ein "da draußen" im Buch, nicht nur die Gedanken an Flucht in ein anderes Land. Deutlich wird von Seite zu Seite mehr, dass, einmal von der Frucht der Freiheit gekostet, ein einfaches zurück nicht mehr möglich sein wird. Von besonderer Güte ist die Gestaltung der Dialoge. Ingo Schulz braucht seine Figuren gar nicht über Seiten hinweg erzählend zu beschreiben, in den wunderbar alltäglichen Dialogen treten die Figuren Satz für Satz mehr ins Leben:

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