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Alles, was ich bin

Roman

(2)

Ein Meisterwerk über Mut und Menschlichkeit

Das Deutschland der wilden Zwanziger und die politisch zerrissenen Jahre danach: Drei Menschen, drei Schicksale, die Flucht vor der Gestapo nach London, der leidenschaftliche Kampf um Freiheit und Leben: Basierend auf einer wahren Geschichte beleuchtet Anna Funder in ihrem Roman packend und mitreißend eine Liebesgeschichte in Zeiten großen Aufruhrs.

Rezension
Abenteuerlich, herzzerreißend, kaufen.
Portrait
Anna Funder lernte vor Jahren in Melbourne Ruth Blatt kennen, die eng mit Dora Fabian befreundet war, der Sekretärin des Schriftstellers und Revolutionärs Ernst Toller. In langen Gesprächen vertraute sie Funder die Geschichte ihres Lebens an, die zur Grundlage dieses Romans wurde. ›Alles, was ich bin‹ ist ein internationaler Bestseller, der allein in Australien mit sieben Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Anna Funder, 1966 geboren, studierte in Melbourne und Berlin. Sie ist Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Für ihr erstes Buch ›Stasiland‹ erhielt sie den Samuel Johnson Award. Ihr Werk ist in 25 Sprachen übersetzt. Sie lebt in Brooklyn.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 432, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 20.02.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783104020037
Verlag Fischer E-Books
Verkaufsrang 25.493
eBook (ePUB)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Schauplätze einer aufwühlenden Zeit....“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln


Anna Funder ist ein spannender Roman gelungen, der auf wahren Hintergründen basiert.Sie hatte die außerordentliche Gelegenheit eine letzte Überlebende des Freundeskreises um Ernst Toller kurz vor ihrem Tode zu interviewen und war so in der Lage ein Kapitel deutsche Widerstandsgeschichte aufleben zu lassen. Erzählt wird in Rückblenden,

Anna Funder ist ein spannender Roman gelungen, der auf wahren Hintergründen basiert.Sie hatte die außerordentliche Gelegenheit eine letzte Überlebende des Freundeskreises um Ernst Toller kurz vor ihrem Tode zu interviewen und war so in der Lage ein Kapitel deutsche Widerstandsgeschichte aufleben zu lassen. Erzählt wird in Rückblenden, die Schauplätze sind Berlin, London und New York, man muss schon dabei bleiben um alle Fäden zusammenzuhalten,das fällt einem allerdings nicht schwer, da die Geschichte so eindrucksvoll mehrere Ebenen anspricht: politisch, kulturell und realitätsnah ist das Porträt dieser Jahre - Verrat und Untreue sind allerdings das traurige Ende...trotz Kampf und Widerstand !

„Was ist wirklich 1935 in London passiert?“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Anna Funder ist eine 1966 geborene australische Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Ihr Erstling „Stasiland“ (Fischer Taschenbuch), eine Reisereportage in die ehemalige DDR, erhielt den Johnson Award. Durch ihre ungewöhnliche Freundschaft mit der zuletzt in Australien lebenden Deutschen Ruth Blatt (vormals Wesemann, 1906 - 2001) Anna Funder ist eine 1966 geborene australische Autorin, Anwältin und Dokumentarfilmerin. Ihr Erstling „Stasiland“ (Fischer Taschenbuch), eine Reisereportage in die ehemalige DDR, erhielt den Johnson Award. Durch ihre ungewöhnliche Freundschaft mit der zuletzt in Australien lebenden Deutschen Ruth Blatt (vormals Wesemann, 1906 - 2001) ist ihr die Idee zu diesem Roman gekommen.

Sie erzählt darin die Geschichte von Deutschen, die aus politischen Gründen Deutschland verlassen mussten und in England Zuflucht gefunden haben. Hauptsächlich ist es die Geschichte von Dora Fabian und Ernst Toller. Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Da ist zum einen Ruth und zum anderen Ernst Toller. Nach einem kurzen Kapitel, der vom Abend der Machtergreifung Hitlers erzählt, beginnt der Roman 2001 in Australien. Die 95jährige Ruth erhält überraschenderweise einen Brief von einem Hotel aus New York. Dieser Brief enthält Notizen und das überarbeitete Manuskript von Ernst Toller. Während sie darin liest, erinnert sie sich zurück an die Zeit vom 1. Weltkrieg bis 1935. Sie erzählt von ihrem Leben als junge, politische Frau, die immer zu ihrer etwas älteren Cousine Dora Fabian aufschaut. Beide Frauen sind Pazifistinnen und gehören der USPD an. Dadurch lernen sie auch den Autor Ernst Toller kennen. Dora arbeitet für ihn als Sekretärin und ist auch gleichzeitig seine Geliebte. Als Hitler an die Macht kommt, müssen sie fliehen. Sie alle landen in London, wo ihnen politische Agitation verboten ist, was sie aber nicht daran hindert, diese weiter zu betreiben. Gerade Dora Fabian ist hierbei sehr aktiv und steht dadurch sehr weit oben auf der Liste der Nationalsozialisten, die auch ihre Agenten in London haben. An Hand des Klappentextes wissen wir, dass sie angeblich 1935 mit ihrer Parteigenossin Mathilde Wurm Selbstmord begangen haben soll. Aber stimmt dies wirklich? Ruth Blatt hat dazu ihre berechtigen Zweifel.

Der zweite Erzählstrang spielt in einem Hotelzimmer in New York, wo Ernst Toller mit seiner Sekretärin Clara versucht, seine Erinnerungen „Eine Jugend in Deutschland“ zu überarbeiten. Er möchte darin die Rolle, die Dora Fabian in seinem Leben und in der Politik gehabt hat, stärker herausarbeiten. Und dadurch erfahren wir viel über das Leben von den beiden. Dieser Erzählstrang endet mit dem Selbstmord von Ernst Toller.

Die Autorin setzt das Leben dieser Menschen wie eine Kollage zusammen. Nach und nach erfährt man immer mehr über sie und das Leben in Deutschland von 1918 bis 1933. Mir war bis dahin z.B. nicht bewusst, dass die Deutschen in England nicht politisch aktiv sein durften und damit den Widerstand in Deutschland nicht unterstützen konnten. Und ich wusste auch nicht, dass Deutschland ins vermeintlich sichere Ausland geflohene Regimegegner dort hat umbringen lassen oder zurück ins Reich entführt hat. Da die Umstände um den Tod von Dora Fabian und Mathilde Wurm bis heute nicht eindeutig geklärt sind, hat sich die Autorin bewusst für die Romanform entschieden. Interessanterweise findet man im deutschsprachigen Internet kaum etwas über dieses Thema, wohl aber im englischsprachigen.

Ein sehr interessanter, spannender Roman, mit dem man einmal wieder Geschichtslücken auf angenehme Weise schließen kann.

„Geschichte wieder ins Gedächtnis gerufen...“

Melina Nußhag, Thalia-Buchhandlung Marburg

Anna Funder hat nicht nur einen Roman geschrieben.
Sie erinnert auch an deutsche Geschichte, die sonst kaum erzählt wird.
Die Leben der Protagonisten beruhen auf echten Biographien.
Sie haben für die Freiheit vieler Menschen gekämpft - und wurden doch geschlagen.
Funder rekonstruiert Geschichte, hinterfragt vermeintliche Fakten.
Ein
Anna Funder hat nicht nur einen Roman geschrieben.
Sie erinnert auch an deutsche Geschichte, die sonst kaum erzählt wird.
Die Leben der Protagonisten beruhen auf echten Biographien.
Sie haben für die Freiheit vieler Menschen gekämpft - und wurden doch geschlagen.
Funder rekonstruiert Geschichte, hinterfragt vermeintliche Fakten.
Ein beeindruckendes Buch!

„Alles was ich bin“

I. Schneider, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Als Hitler 1933 an die Macht kommt müssen Dora Fabian, ihre Cousine Ruth Wesemann, deren Mann Hans Wesemann und Ernst Toller ins Exil nach London fliehen. Ernst Toller, ein erfolgreicher jüdischer Schriftsteller, der mit Dora immer mal wieder liiert ist, sowie Ruth, Fotografin, und ihr Mann Hans, ein Journalist, der gegen Hitler und Als Hitler 1933 an die Macht kommt müssen Dora Fabian, ihre Cousine Ruth Wesemann, deren Mann Hans Wesemann und Ernst Toller ins Exil nach London fliehen. Ernst Toller, ein erfolgreicher jüdischer Schriftsteller, der mit Dora immer mal wieder liiert ist, sowie Ruth, Fotografin, und ihr Mann Hans, ein Journalist, der gegen Hitler und Goebbels wettert, sind durch ihre Mitgliedschaft in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands gesucht und in Lebensgefahr. Aber auch von London aus schlagen die jungen Leute, ganz besonders Dora, die geheime Quellen und Informanten in Deutschland sitzen hat, gegen Hitler und seine Schergen.
1935 werden Dora und ihre Freundin Mathilde Wurm tot in Ruths und Hans Londoner Wohnung aufgefunden, es wird von Selbstmord gesprochen, wobei offensichtlich ist, dass die beiden Frauen von der Gestapo umgebracht worden sind.
Aus der Sicht der überlebenden, schon weit über 90 Jahre alten Ruth, als auch von Ernst Toller, der durch Doras Tod ein gebrochener Mann war, wird der Roman packend und bewegend erzählt.
Die Autorin Anna Funder hat Bekanntschaft mit der überlebenden Ruth gemacht, die ihr aus ihrem Leben und von ihrem bewegenden Schicksal erzählte. Nach dieser Vorlage ist der Roman entstanden und schenkt uns viele Jahre danach ein Stück Geschichte aus der Sicht von tapferen Widerstandskämpfern.

„Spannend!“

Andrea Schwarz, Thalia-Buchhandlung Pirmasens



Eine Gruppe von Freunden verlässt nach Hitlers Machtergreifung Deutschland und flieht nach London. Dort kämpfen sie um ihre Existenz und gegen die Widrigkeiten des Exilanten- Daseins.
Sie versuchen der Welt die Augen zu öffnen, über die Realität in Hitlers Deutschland. Trotz des Verbots für Deutsche, sich politisch zu betätigen,


Eine Gruppe von Freunden verlässt nach Hitlers Machtergreifung Deutschland und flieht nach London. Dort kämpfen sie um ihre Existenz und gegen die Widrigkeiten des Exilanten- Daseins.
Sie versuchen der Welt die Augen zu öffnen, über die Realität in Hitlers Deutschland. Trotz des Verbots für Deutsche, sich politisch zu betätigen, organisieren sie den Widerstand gegen die Nazis.
Das ist gefährlich, denn einerseits sind sie ständig von Abschiebung bedroht, andererseits reicht der Arm der Gestapo weit.
Der Mut der Männer und Frauen, mit dem sie für ihr Ideal einer friedlichen und gerechten Welt einstehen, nahm mich Seite um Seite mehr gefangen.
Es entwickelt sich ein packender Thriller um Liebe, Freundschaft und Verrat. Spannend, dramatisch und bis zum Schluss atemberaubend.
Anna Funder`s Roman basiert auf wahren Begebenheiten und hat völlig zu recht mehrere Preise gewonnen.

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Kundenbewertungen


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Bewegende Geschichte
von Uwe Taechl aus Bremen am 05.08.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Anna Funder hat als 19jährige Ruth Blatt kennengelernt und ihre Lebensgeschichte erzählt bekommen, die sie als Grundlage für diesen Roman nutzte. Eine Geschichte über Hitlers Machtergreifung aus der Sicht dreier Menschen, die vertrieben werden und versuchen, alles in ihren Möglichkeiten steckende zu tun, um zu verhindern, was nicht zu... Anna Funder hat als 19jährige Ruth Blatt kennengelernt und ihre Lebensgeschichte erzählt bekommen, die sie als Grundlage für diesen Roman nutzte. Eine Geschichte über Hitlers Machtergreifung aus der Sicht dreier Menschen, die vertrieben werden und versuchen, alles in ihren Möglichkeiten steckende zu tun, um zu verhindern, was nicht zu verhindern war. Inhalt: Drei Menschen, deren Schicksale miteinander verwoben sind. Ernst Toller, Revolutionär und Schriftsteller, der dank seinem Bekanntheitsgrades einiges an Freiheiten genießt, Dora Fabian, seine Sekretärin und ihre Freundin Ruth. Es beginnt in den 20er Jahren, die die politische Ausrichtung der drei prägten und die Wurzeln des Nationalsozialismus zeigen, bis hin zu Hitlers Machtergreifung und der erzwungenen Flucht nach England. Von da aus organisieren sie den Widerstand, um weiter Einfluss auf ihr Heimatland zu haben, doch Hitlers Arm reicht selbst bis in ihr Exil. Setting und Stil: Über die Zeit der zwischen den Weltkriegen wissen wir ja hoffentlich dank des einen oder anderen Geschichtsunterrichts ziemlich viel. Beeindruckend ist, dass diesmal die Geschichte aus Sicht Vertriebener gezeigt wird. Völlig andere Perspektiven öffnen sich und man erfährt auch einiges über die englischen Ansichten der damaligen Zeit. Die Szenen, Begebenheiten und der umgebende historische Kontext sind authentisch und real beschrieben. Viele kleine Details zeigen die gute Recherche. Das Buch ist in Ich-Perspektive geschrieben, wobei sich Toller und Ruth abwechseln. So kriegt man direkten Einblick in die Gedanken des Revolutionärs und den einer Frau, die zu seinem erweiterten Kreis gehört. Manchmal gerät die Geschichte dabei etwas in den Hintergrund, während sich Fakten an historische Momente reihen, zu denen dann nur erzählt wird, was die Charaktere währenddessen machten. Charaktere: Eine schwierige Zeit fordert starke Charaktere, die sich durchaus von den anderen abheben. So ist es auch hier, durchweg sind es Menschen, die sich berufen fühlen und mit Intellekt und Hoffnung an die Sache herangehen. Trotzdem haben sie auch alltägliche Probleme, die Liebe spielt eine nicht zu kleine Rolle und es bleibt nicht aus, dass sie immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Es ist interessant, mehr über sie zu erfahren und den Abschnitt ihres Lebens mit ihnen zu durchleben. Geschichte: Einer der intensivsten Abschnitte der deutschen Geschichte wird uns kompakt aus der Sicht damals lebender Personen gezeigt. Manchmal passiert so viel, dass das normale Leben in den Hintergrund tritt und man von den historischen Fakten fast überrollt wird. Vieles ist bekannt, etliche Details waren mir nicht so geläufig, so dass ich froh über die Auffrischung bin. Im Gegensatz zum Geschichtsunterricht merkt man hier noch, dass hinter allem Menschen stecken, mit allen ihren Sehnsüchten, Ängsten und Schicksalen. Fazit: Ein Buch, dass ich jedem, der sich schon mit der Nazizeit beschäftigen durfte, ans Herz lege. Geschichte wird greifbar und anhand von Menschen erzählt und ich bin froh, dass es damals solche Menschen gab, die nicht aufgaben. Ein Buch zum Nachdenken, Weiterrecherchieren und ins Herz schließen. Der sehr hohe E-Book-Preis lässt einem leider kaum eine Wahl und man muss zum Hardcover greifen, oder hoffen, dass es demnächst als Taschenbuch herauskommt. Für alle, die der englischen Sprache mächtig sind, empfehle ich natürlich die Originalausgabe.

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Ein starkes Stück Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 10.06.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

„Furcht ist das psychologische Fundament der Diktatur. Der Diktator weiß, dass nur der Mensch, der die Furcht überwindet, jenseits seiner Macht lebt, sein einziger gefährlicher Feind ist. Denn wer die Furcht überwindet, hat den Tod überwunden.“ „Drei Menschen, drei Schicksale, ein leidenschaftlicher Kampf für die Freiheit. 1935 werden in einem... „Furcht ist das psychologische Fundament der Diktatur. Der Diktator weiß, dass nur der Mensch, der die Furcht überwindet, jenseits seiner Macht lebt, sein einziger gefährlicher Feind ist. Denn wer die Furcht überwindet, hat den Tod überwunden.“ „Drei Menschen, drei Schicksale, ein leidenschaftlicher Kampf für die Freiheit. 1935 werden in einem Londoner Hotelzimmer die bekannten deutschen Widerstandskämpferinnen Dora Fabian und Mathilde Wurm tot aufgefunden. Die Gestapo spricht von Selbstmord der beiden Frauen, die engstens mit dem charismatischen Revolutionär und Schriftsteller Ernst Toller bekannt waren. Von Hitlers Machtergreifung in Berlin an begleitet Anna Funder in ihrem großen Roman die Gruppe von Freunden, die über Nacht zu einer Bande Verfolgter wird. Sie fliehen nach London, wo sie neue Verbündete finden und große Gefahren auf sich nehmen, um den Widerstand gegen die Nazis zu organisieren. Aber sie sind dort nicht sicher – ein einziger Verrat wird die Freunde auseinandersprengen und in alle Winde zerstreuen. Packend und tief bewegend bringt Anna Funder Licht in eine der mysteriösesten Geschichten des Exils. Sie erzählt von der Verbindung dreier außergewöhnlicher Menschen, die in Zeiten größten Aufruhrs alles riskieren – für die Freiheit und die Liebe.“ (Klappentext) „Als Hitler an die Macht kam, lag ich in der Badewanne.“ Mit diesem Satz beginnt eine überaus beeindruckende Erzählung über das Leben einer jungen Frau, die, gemeinsam mit ihren Freunden versuchte, den sich ankündigenden Wahnsinn eines neuen Krieges und der Gewaltherrschaft Hitlers zu verhindern – unter Einsatz des eigenen Lebens. In Rückblenden erleben wir die gesamte Geschichte mit. Es gibt zwei Erzähler: Zum einen die Jüdin Ruth, die als einzige überlebt hat und nun, mit 95 Jahren, sich zurückerinnert. Der zweite Erzähler ist der Autor Ernst Toller – auch er einer der Widerstandskämpfer. Sein Leben jedoch endete schon früh, durch seinen niedergeschriebenen Nachlass – den Ruth liest – spricht er zum Leser. Beide Erzähler schildern fesselnd und mitreißend. Vor allem Ruths Berichte sind von so einer ungeheuren Intensität, dass es mich beim Lesen gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Ganz deutlich nimmt man als Leser Anteil an den Gefühlen, Ängsten und Sorgen der Charaktere, die wechselnden Erzählperspektiven erlauben verschiedene Betrachtungsweisen – und kommen doch am Ende zum gleichen Ergebnis. Ein starkes Stück Geschichte! Der zeitliche Rahmen beginnt früh, noch zu Zeiten des 1. Weltkriegs. Alles beginnt mit dem Wunsch nach Frieden, mit dem Wunsch, einen weiteren Krieg dauerhaft zu verhindern. Von der Gründung der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) und ersten politischen Aktivitäten geht es weiter und endet im Exil und auf Todeslisten. Mehr als einmal hab ich mich gefragt, was ich wohl getan hätte… Schwer vorstellbar, ich hoffe, ich würde in einer vergleichbaren Situation richtig handeln. Aber weiß man es? Auf jeden Fall macht es für mich Sinn, mich immer mal wieder mit diesem Stück deutscher Geschichte auseinanderzusetzen.

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Alles, was ich bin
von einer Kundin/einem Kunden am 25.05.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Ein sehr beeindruckendes Buch! Zu viel von damals kann man nicht mehr richtig rekonstruieren. Und so ist es auch hier. Doch Funder geht sehr taktisch vor, versucht so dicht wie nur möglich an den wahren Gegebenheiten zu bleiben. Die Geschichte basiert zum einen um Ruth und zum anderen um... Ein sehr beeindruckendes Buch! Zu viel von damals kann man nicht mehr richtig rekonstruieren. Und so ist es auch hier. Doch Funder geht sehr taktisch vor, versucht so dicht wie nur möglich an den wahren Gegebenheiten zu bleiben. Die Geschichte basiert zum einen um Ruth und zum anderen um Ernst. Ich war umgehend drin in den Geschehnissen und habe die Seiten nur so fliegen lassen. Der Schreibstil ist beeindruckend gut. Einziges Hindernis war, dass ich nach manchen Kapiteln nicht wußte, in welcher Zeit wir uns denn nun befinden. Doch auch das kommt schnell mit der Handlung und die Geschichten beginnen rasant zu fließen. Auch wenn nicht alles bis ins kleinste i-Tüpfelchen korrekt wiedergegeben sein kann, so bleibt eine aufschlussreiche und lehrreiche Einstellung der Widerstandskämpfer und ihren dramatischen Kampf. Ich war sowohl von ihnen, als auch von der Autorin beeindruckt.

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Empfehlenswert
von vielleser18 aus Hessen am 22.03.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Ruth, ihre Cousine Dora, der Schriftsteller Ernst Toller und einige andere, gehören einer Gruppe an, die sich aktiv an der Widerstandsbewegung gegen Hitler und gegen die drohende Kriegsgefahr beteiligt. Sie alle müssen nach der Machtergreifung von 1933 ins Exil - aber sie kämpfen von dort aus weiter. Der Tod... Ruth, ihre Cousine Dora, der Schriftsteller Ernst Toller und einige andere, gehören einer Gruppe an, die sich aktiv an der Widerstandsbewegung gegen Hitler und gegen die drohende Kriegsgefahr beteiligt. Sie alle müssen nach der Machtergreifung von 1933 ins Exil - aber sie kämpfen von dort aus weiter. Der Tod von Dora, 1935 in London, war er wirklich Selbsmord ? Rückblickend bekommen wir die Geschichte aus Sicht von Ruth Becker und Ernst Toller erzählt. Dieses Buch baut auf real existierende Menschen auf. Auch wenn Anna Funder, wie sie selbst schreibt: " aus fossilen Bruchstücken rekonstruiert" hat, ist ihr dennoch ein sehr authentisches Werk gelungen, dass eine düstere Zeit in unserem Land wieder in den MIttelpunkt stellt und den Mut und die Energie dagegen zu kämpfen. Dabei springt die Erzählerin vom hier und heute und von der letzten Zeit Tollers immer wieder zurück um die Geschichte aufzurollen und (fiktiv) nachzuerzählen. Durch die abwechselnde Erzählung bekommen wir ein vielschichtiges Bild von den damaligen Akteuren. Langsam, aber stetig, wird eine Entwicklung, eine Ausrichtung, ein Widerstand nachgezeichnet, angefangen mit den traumatischen Erlebnissen des 1. Weltkrieges. Anna Funder hat ein Buch geschrieben von hohem Niveau, dass nicht einfach zu lesen ist, dass einen innehalten lässt, dadurch, dass diese Menschen wirklich alle existierten, dass dies keine erfundene Geschichte ist, Wenn ich es mit Adjektiven beschreiben sollte, kann ich nur sagen: fesselnd, ergreifend, beängstigend, nachdenklich, einfühlsam, gehaltvoll, schrecklich (die Erlebnisse) und informativ.

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Unsere Freiheit - was sie gekostet hat. Ein Erinnern.
von Brilli aus Hagen am 08.03.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Es war im Januar 1933 in ihrer Berliner Wohnung am Schiffbauerdamm, als Ruth Becker und Hans Wesemann durch die Übertragung im Radio und die Rufe des Volkes, die in die geöffneten Fenster drangen, Zeuge einer tiefgreifenden Schicksalswende für ihr Vaterland wurden. Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Die Volksbegeisterung brandete... Es war im Januar 1933 in ihrer Berliner Wohnung am Schiffbauerdamm, als Ruth Becker und Hans Wesemann durch die Übertragung im Radio und die Rufe des Volkes, die in die geöffneten Fenster drangen, Zeuge einer tiefgreifenden Schicksalswende für ihr Vaterland wurden. Adolf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler. Die Volksbegeisterung brandete auf, ein pausenloser Redefluss von Göring und Goebbels hämmerte aus dem alten Radioempfänger auf die Hörer ein und der Kommentator bekräftigte die Aussage der Jubelnden, dass "Deutschland niemals in der Anarchie des Kommunismus untergehen wird". " Nein, das wird es sicherlich nicht", bestätigt Ruth in diesem Moment, "der Untergangs wird uns in Reih' und Glied, mit einem gesunden Volksempfinden vorfinden." Diese Szene, in der bereits soviel Wissen und unterschwellig vorhandene Ahnung liegt, ist der Auftakt zu Anna Funders Buch über eine Widerstandsbewegung gegen den Terrorismus des Dritten Reiches. Es handelt von geschichtlich dokumentierten Personen, die sich verbunden durch ihre gleiche Gesinnung in der Bekämpfung von Unrecht, der Verteidigung ethischer und moralischer Menschenwürde und der Bewahrung der Freiheit von Körper und Geist zusammengefunden hatten. Die jüdische Ärztin Dr. Ruth Becker mit ihrem Ehemann, dem Journalisten Hans Wesemann, die Frauenrechtlerin und ehemalige Reichstagsangestellte Mathilde Wurm sowie der Schriftsteller und Revolutionär Ernst Toller und dessen Geliebte, Dora Fabian, eine Freundin Mathilde Wurms und eine Cousine von Ruth Becker, bildeten eine Freundesgruppe, deren Auffassung und Ziele die Basis für einen erbitterten Widerstand gegen das Regime der Nationalsozialisten bildeten. Die Aufgabe für die im Untergrund arbeitenden Freunde wurde jedoch so gefährlich und lebensbedrohlich, dass eine Flucht nach Großbritannien nicht zu vermeiden war. Allerdings waren die Grenzen kein Schutz vor Verrat, boten keine Sicherheit gegen die todbringenden Verknüpfungen eines Regimes, das totalitär und menschenverachtend arbeitete. Als Dora Fabian und Mathilde Wurm 1935 tot in einem Londoner Hotelzimmer aufgefunden wurden, verbreitete man den Suizid-Verdacht und duldete keinerlei schuldhafte Verbindung zur Gestapo. Die verschiedenen Perspektiven des Romans werden dem Leser durch Rückblicke nahe gebracht, die einerseits verstörend und beklemmend, andererseits hoffnungsvoll und bewunderungswürdig wirken und Fragen nach eigenen Verhaltensweisen aufkommen lassen. So erlebt man die schweren Jahre der Nazi-Zeit in den Aufzeichnungen, die Ernst Toller seiner Sekretärin Clara diktierte, bevor er 1939 Selbstmord beging und Ruth Becker, die in einer Klinik in Sydney lebte, erinnert sich an diesen gewaltigen Lebensabschnitt, bevor ihre Alzheimersche Erkrankung vielleicht einmal alles mit ihren Schatten überziehen wird. Anna Funder hat ein gut recherchiertes, eindringliches Buch geschrieben. Der Zeitabschnitt, der dies aufwühlende Geschehen in sich birgt, ist einer der bedeutendsten, grausamsten und bewegendsten Abschnitte deutscher Geschichte, zu dem - zumindest zum heutigen Zeitpunkt - noch gedankliche Bindungen bestehen, die zum Teil aus mündlichen Überlieferungen stammen. Es wird aber eine Zukunft geben, in der alle Münder schweigen müssen, weil der Tod sie verschlossen hat und dann wird die Wichtigkeit eines solchen Romans ins Unermessliche steigen. Er soll und er muss am Vergessen hindern, denn nur dann besteht die Möglichkeit, dass dieser Teil der Geschichte sich nie wiederholt. Sehr empfehlenswertes, tiefgreifendes Buch, das auf eindringliche, ungeschriebene Fragen Antworten erwartet.

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Beeindruckende Romanbiografie
von Karthause aus Duisburg am 03.03.2014
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„Alles was ich bin“ ist ein äußerst authentischer Roman. Anna Funder hat darin die Gespräche mit ihrer an Demenz erkrankten Freundin Ruth verarbeitet. Die Krankheit hat die Geschehnisse in Ruths jüngerer Vergangenheit verblassen lassen, dafür erscheinen ihr die wesentlich weiter zurückliegenden Ereignisse deutlich und klar wie nie. Ruth hat... „Alles was ich bin“ ist ein äußerst authentischer Roman. Anna Funder hat darin die Gespräche mit ihrer an Demenz erkrankten Freundin Ruth verarbeitet. Die Krankheit hat die Geschehnisse in Ruths jüngerer Vergangenheit verblassen lassen, dafür erscheinen ihr die wesentlich weiter zurückliegenden Ereignisse deutlich und klar wie nie. Ruth hat die aufregende Zeit nach dem 1. Weltkrieg selbst miterlebt. Ernst Toller, Dora Fabian, Hans Wesemann, Berthold Jacob und eben Ruth Blatt bildeten eine Gruppe junger Widerstandskämpfer gegen die immer mehr an Einfluss gewinnenden Nazis. Abwechselnd wird die Geschichte dieser im wesentlichen fünf Personen aus der Sicht von Ruth und Ernst Toller erzählt. Dadurch ist der Leser scheinbar unmittelbar in das Geschehen involviert, erfährt alles sozusagen aus erster Hand. Es wird von den wilden zwanziger Jahren, dem entstehenden Nationalsozialismus und dem sich formierenden Widerstand dagegen, von Repressalien, Flucht und geglaubter Sicherheit berichtet. Die Geschichtskundigen wissen, welchem Irrtum die Gruppe oblag, sich in ihrem Exil in England sicher zu fühlen. „Alles, was ich bin“ habe ich sehr gern und mit ebenso viel Interesse gelesen. Der Stil mit dem die Autorin ihren Lesern Geschichte nahe bringt, ist beeindruckend. Die Realitätstreue Anna Funders lässt mich diesen Roman als Zeitdokument bezeichnen, trotzdem sie zu den historisch verbürgten Personen fiktive gesellte. Dieser auf Tatsachen fußende Roman ist hochinteressant und obwohl die Geschehnisse fast hundert Jahre zurückliegen, ist seine Aktualität kaum übersehbar. Er bekommt meine uneingeschränkte Leseempfehlung. Durch diesen Roman, der meine erste literarische Begegnung mit Anna Funder war, bin ich auf ein weiteres Werk aus ihrer Feder aufmerksam geworden. „Stasiland“ steht bereits weit oben auf meiner Wunschliste.

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Alles, was ich bin
von einer Kundin/einem Kunden aus Leer (Ostfriesland) am 25.04.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich... Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich nach dem Krieg nach Australien auszuwandern. Dort traf sie auf Anna Funder, welcher sie ihre Lebensgeschichte anvertraute, die Grundlage dieses Romans wurde. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Ruth und Ernst Toller, dem Geliebten von Ruths Cousine Dora Fabian, geschildert. Dabei spielen Ruths Erzählungen zum einen in der Vergangenheit, zum anderen in der Gegenwart, in der sie sich mit dem Alter und einem allmählichen Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses konfrontiert sieht. Doch schnell wird klar, dass Ruth zunehmend in der Vergangenheit lebt, ihre Erinnerungen an die Geschehnisse vor ihrer Auswanderung nach Australien scheinen umso klarer zu werden, je weniger sie sich an die aktuellen Vorkommnisse erinnern kann. Ruth erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Beziehung zu ihrer Cousine Dora Fabian, welche sie wie eine große Schwester bewundert, und ihren anfänglichen politischen Aktivitäten, bei denen sie ihren Mann Hans Wesemann kennenlernte. Toller berichtet von seinem Hotelzimmer in New York aus von seiner Liebe zu Dora Fabian. Er versucht seine Biographie weiterzuführen, welche er mit Doras Hilfe zu schreiben begonnen hatte, und Doras Rolle in dieser gerecht zu werden. Die Gemeinsamkeit dieser beiden Menschen ist immer wieder Dora Fabian, welche so entschieden für ihre Ansichten eintritt und sich scheinbar vor nichts fürchtet. Ruth schildert ihre Flucht nach London, wo sie mit einigen anderen deutschen Widerstandskämpfern, unter anderem auch Dora Fabian und Mathilde Wurm, den Kampf gegen die Nationalsozialisten aufrechterhält. Doch sie müssen in ständiger Angst vor der Abschiebung nach Deutschland aufgrund ihrer politischen Aktivitäten leben. Schließlich ereignet sich ein schrecklicher Verrat und Ruths Welt wird in ihren Grundfesten erschüttert... Dieser Roman hat mich sehr bewegt, es ist eine der Geschichten, die in Vergessenheit geraten, weil ihre Akteure, wie hier Ruth Blatt, nur eine unbedeutende Rolle in der Geschichte spielen. Auch Ruth ist offenbar der Meinung nicht genug für den Widerstand getan zu haben und fragt sich in ihrem hohen Alter, warum ausgerechnet sie überlebt hat. Gerade deshalb finde ich es schön, dass Anna Funder diese Biographie in ihrem Roman niedergeschrieben hat, um zu zeigen, dass Ruth zwar nicht so viel erreichen konnte wie ihre Cousine Dora, dass ihre Geschichte es aber dennoch wert ist, erzählt zu werden. Trotz der Brisanz der beschriebenen Ereignisse hatte der Roman meiner Meinung nach einige Längen. Dies lässt sich vielleicht damit erklären, dass Anna Funder nur Bruchstücke der Geschehnisse von Ruth Blatt erfahren hat und um diese Bruchstücke eine Handlung konstruieren musste. Dies ist ihr meiner Meinung nach gut gelungen, alle Fakten scheinen gut recherchiert und ihre Quellen legt Anna Funder außerdem am Ende des Romans vor. Allerdings denke ich, dass es einen Unterschied macht, eine solche Geschichte von dem Menschen, der sie erlebt hat, erzählt zu bekommen oder sie in einem Roman nachzulesen. Die Informationen, welche Anna Funder für diesen Roman eingeholt hat, wirken meiner Meinung nach nicht so lebendig, wie andere und scheinen zum Teil als notwendiges „Füllmaterial“ für den Roman zu dienen. Demgegenüber zeichnet Anna Funder ein sehr lebendiges Bild von Ruth Blatt, die immer eine Metapher zur Beschreibung ihrer Umwelt und eine Weisheit auf Lager zu haben scheint, sodass man manche Schroffheit gegenüber ihren Mitmenschen leicht übersieht. Man lernt diese Frau zu mögen und bewundern, obwohl sie in der Vergangenheit machtlos gegenüber der Übermacht der Nationalsozialisten blieb. Abschließend möchte ich dieses Buch insbesondere denjenigen weiterempfehlen, die sich für Geschichte interessieren, aber auch allen anderen, da dieser Roman über eine bloße Erzählung der deutschen Geschichte hinausgeht.

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Schicksal im 3. Reich
von Ostsee_71 am 05.04.2015
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Erzählt wird in diesem Buch das Schicksal von 5 befreundeten Exildeutschen in Großbritannien in den 30er Jahren. Das Geschehen wird aus zwei Perspektiven beschrieben, aus der von Ruth Becker und Ernst Toller, einem Schriftsteller. Ruth ist mittlerweile 95 Jahre alt und an Alzheimer erkrankt. Ihr wird ein Manuskript von... Erzählt wird in diesem Buch das Schicksal von 5 befreundeten Exildeutschen in Großbritannien in den 30er Jahren. Das Geschehen wird aus zwei Perspektiven beschrieben, aus der von Ruth Becker und Ernst Toller, einem Schriftsteller. Ruth ist mittlerweile 95 Jahre alt und an Alzheimer erkrankt. Ihr wird ein Manuskript von Ernst Toller zugeschickt, das in einem Hoteltresor aufgetaucht ist. Dieses Manuskript regt ihre Erinnerung an die Zeit an. Der zweite Strang sind die Erinnerungen von Ernst Toller, wie sie in dem Manuskript erzählt werden. Wir tauchen in das bedrückende Leben dieser Exildeutschen in Großbritannien ein. Der Kampf um das tägliche Leben, die erneute Arbeit im Untergrund, denn natürlich können diese Freunde auch hier nicht darauf verzichten, die Welt über die Ereignisse in Deutschland aufzuklären. Politische Arbeit von Exilanten ist jedoch verboten und kann die sofortige Ausweisung nach Deutschland und damit in die sichere Gefangenschaft bedeuten. Sie versuchen Freunden in Tschechien und Paris zu helfen, die ebenfalls für die USPD arbeiten, zu unterstützen und von diesen Informationen nach Großbritannien zu schmuggeln. Schlimm ist das Schicksal von Ruth, deren Mann Hans die Seiten wechselt und einen Freund an die Gestapo ausliefert. Er ist von der in England von dort agierenden Gestapokräften umgedreht worden und arbeitet jetzt für die Deutschen. Erschreckend ist, und das war mir so auch nicht bekannt, dass die Gestapo in anderen Ländern aktiv war, Leute entführen konnte und diese nach Deutschland verschleppen konnte. Auch dass Großbritannien so massiv jede Berichterstattung über das Geschehen in Deutschland unterbunden hat, war mir neu. Wie wir am Ende erfahren, war die Gestapo auch an dem Tod von Mathilde und Dora schuld, deren Tod wurde zwar auch von den Briten als Selbstmord dargestellt, wir erfahren aber aus späteren Untersuchungen, dass sie ermordet wurden. Eine wirklich erschreckende Geschichte. Leider macht es uns die Autorin nicht wirklich leicht, die Geschichte zu lesen, da die Zeitsprünge und die verwirrende Vermischung der Handlungsstränge das Lesen doch sehr mühsam machen. Die Stärke der Geschichte macht das Buch aber trotzdem sehr lesenswert. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und die Atmosphäre ist sehr dicht. Man kann die bedrückende Stimmung in dieser Freundesgruppe sehr gut nachvollziehen, aber auch die Ohnmacht, das Wissen über das Geschehen in Deutschland nicht publik machen zu könne und die Welt zu warnen. Das Buch ist absolut lesenswert, aber nicht ganz einfache Kost.

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Alles, was ich bin
von einer Kundin/einem Kunden am 18.08.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich... Dieser Roman handelt von der bewegenden Lebensgeschichte der Ruth Blatt, welche im Roman als Protagonistin Ruth Wesemann in Erscheinung tritt. Bei Ruth Blatt handelt es sich um eine deutsche Widerstandskämpferin, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers nach London floh, um dort alles, was sie liebte zu verlieren und schließlich nach dem Krieg nach Australien auszuwandern. Dort traf sie auf Anna Funder, welcher sie ihre Lebensgeschichte anvertraute, die Grundlage dieses Romans wurde. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Ruth und Ernst Toller, dem Geliebten von Ruths Cousine Dora Fabian, geschildert. Dabei spielen Ruths Erzählungen zum einen Teil in der Vergangenheit, zum anderen in der Gegenwart, in der sie sich mit dem Alter und einem allmählichen Verlust ihres Kurzzeitgedächtnisses konfrontiert sieht. Doch schnell wird klar, dass Ruth zunehmend in der Vergangenheit lebt, ihre Erinnerungen an die Geschehnisse vor ihrer Auswanderung nach Australien scheinen umso klarer zu werden, je weniger sie sich an die aktuellen Vorkommnisse erinnern kann. Ruth erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Beziehung zu ihrer Cousine Dora Fabian, welche sie wie eine große Schwester bewundert, und ihren anfänglichen politischen Aktivitäten, bei denen sie ihren Mann Hans Wesemann kennenlernte. Toller berichtet von seinem Hotelzimmer in New York aus von seiner Liebe zu Dora Fabian. Er versucht seine Biographie weiterzuführen, welche er mit Doras Hilfe zu schreiben begonnen hatte, und Doras Rolle in dieser gerecht zu werden. Die Gemeinsamkeit dieser beiden Menschen ist immer wieder Dora Fabian, welche so entschieden für ihre Ansichten eintritt und sich scheinbar vor nichts fürchtet. Ruth schildert ihre Flucht nach London, wo sie mit einigen anderen deutschen Widerstandskämpfern, unter anderem auch Dora Fabian und Mathilde Wurm, den Kampf gegen die Nationalsozialisten aufrecht erhält. Doch sie müssen in ständiger Angst vor der Abschiebung nach Deutschland aufgrund ihrer politischen Aktivitäten leben. Schließlich ereignet sich ein schrecklicher Verrat und Ruths Welt wird in ihren Grundfesten erschüttert... Dieser Roman hat mich sehr bewegt, es ist eine der Geschichten, die in Vergessenheit geraten, weil ihre Akteure, wie hier Ruth Blatt, nur eine unbedeutende Rolle in der Geschichte spielen. Auch Ruth ist offenbar der Meinung nicht genug für den Widerstand getan zu haben und fragt sich in ihrem hohen Alter, warum ausgerechnet sie überlebt hat. Gerade deshalb finde ich es schön, dass Anna Funder diese Biographie in ihrem Roman niedergeschrieben hat, um zu zeigen, dass Ruth zwar nicht so viel erreichen konnte wie ihre Cousine Dora, dass ihre Geschichte es aber dennoch wert ist, erzählt zu werden. Trotz der Brisanz der beschriebenen Ereignisse hatte der Roman meiner Meinung nach einige Längen. Dies lässt sich vielleicht damit erklären, dass Anna Funder nur Bruchstücke der Geschehnisse von Ruth Blatt erfahren hat und um diese Bruchstücke eine Handlung konstruieren musste. Dies ist ihr meiner Meinung nach gut gelungen, alle Fakten scheinen gut recherchiert und ihre Quellen legt Anna Funder außerdem am Ende des Romans vor. Allerdings denke ich, dass es einen Unterschied macht, eine solche Geschichte von dem Menschen, der sie erlebt hat, erzählt zu bekommen oder sie in einem Roman nachzulesen. Die Informationen, welche Anna Funder für diesen Roman eingeholt hat, wirken meiner Meinung nach nicht so lebendig, wie andere und scheinen zum Teil als notwendiges „Füllmaterial“ für den Roman zu dienen. Demgegenüber zeichnet Anna Funder ein sehr lebendiges Bild von Ruth Blatt, die immer eine Metapher zur Beschreibung ihrer Umwelt und eine Weisheit auf Lager zu haben scheint, sodass man manche Schroffheit gegenüber ihren Mitmenschen leicht übersieht. Man lernt diese Frau zu mögen und bewundern, obwohl sie in der Vergangenheit machtlos gegenüber der Übermacht der Nationalsozialisten blieb. Abschließend möchte ich dieses Buch insbesondere denjenigen weiterempfehlen, die sich für Geschichte interessieren, aber auch allen anderen, da dieser Roman über eine bloße Erzählung der deutschen Geschichte hinausgeht.

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Alles, was ich bin
von raschke64 aus Dresden am 12.11.2014
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Laut Klappentext geht es in dem Buch um die Widerstandskämpferinnen Dora Fabian und Mathilde Wurm, die 1935 in London tot aufgefunden wurden. Und um die Aufdeckung der Hintergründe dieses Todes. Im Prinzip stimmt es schon. Doch eigentlich ist das der allerkleinste Teil des Buches, welches in drei Teile geteilt... Laut Klappentext geht es in dem Buch um die Widerstandskämpferinnen Dora Fabian und Mathilde Wurm, die 1935 in London tot aufgefunden wurden. Und um die Aufdeckung der Hintergründe dieses Todes. Im Prinzip stimmt es schon. Doch eigentlich ist das der allerkleinste Teil des Buches, welches in drei Teile geteilt ist. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Ruth und Ernst Toller, dem bekannten Schriftsteller. Im ersten Teil geht es um die Anfänge der 1930er Jahre in Deutschland. Die Nazis arbeiten sich an die Macht. Wir lernen Ruth, ihren Mann Hans und ihre Cousine Dora kennen, die Widerstand leisten- in erster Linie mit Demonstrationen, später mit dem Drucken von Flugblättern u. ä. Sie stammen aber nicht aus der Arbeiterklasse, sondern sind Journalisten, Schriftsteller und leben in eher gehobenen Schichten. Sie haben genug Geld und können sich noch vieles leisten. Diese ersten rund 160 Seiten waren für mich sehr schwer zu lesen. In erster Linie, weil hier viele, in meinen Augen auch oft unwichtige Details bis ins Kleinste ausführlich beschrieben wurden. Dora kam eher am Rande vor. Mathilde fast gar nicht. Ich habe mich immer gefragt, warum hier so eine Ausführlichkeit – obwohl gut geschrieben – gewählt wurde. Am liebsten hätte ich der Schriftstellerin zugerufen: Geh vorwärts, komm auf den Punkt! Das war so gar nicht mein Buch. Erst mit dem zweiten Teil – den Erlebnissen in London, dem weiteren Kampf gegen die Nazis, den Schwierigkeiten durch die englische Regierung, dem Exil und der Hilfe für andere Untergetauchten – fand ich das Buch wirklich gut, wenn auch hier wieder Mathilde nicht wirklich oft erwähnt wurde. Der dritte kurze Teil ist dann eine kurze Zusammenfassung des weiteren Lebens nach dem Tod von Mathilde und Dora. Mir fällt eine generelle Beurteilung des Buches schwer. Die Geschichte ist interessant und in großen Teilen auch nach wahren Begebenheiten erzählt. Die Umsetzung allerdings ist im ersten Teil für mich nicht gelungen und viel zu weitschweifig. Danach allerdings sehr gut und wichtig, um die Geschehnisse der damaligen Zeit besser zu verstehen.

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