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Anti-Ödipus

Kapitalismus und Schizophrenie I

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Deleuze und Guattari begreifen den Ödipus-Komplex als ein kulturspezifisches, nämlich abendländisch-bürgerliches Phänomen. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist die Wunschproduktion »normaler« und »schizophrener« Menschen in der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft, wobei insbesondere die Analyse des »Schizo« die Mechanismen der Gesellschaft erhellt, die ihn ausstößt. In einem umfangreichen Exkurs zeigen Deleuze und Guattari verschiedene Formen von Vergesellschaftung und Schizophrenie auf und gewinnen dabei erste Kategorien für eine »Schizo-Analyse«, die im Kern eine Sozio-Analyse ist.

Portrait

Gilles Deleuze wurde am 18. Januar 1925 in Paris geboren und starb am 4. November 1995 ebenda. Er verbrachte fast die gesamte Zeit seines Lebens in Paris. Während des Zweiten Weltkriegs besuchte er das Lycée Carnot sowie für ein Jahr die Eliteschule Henri IV. Deleuze studierte von 1944 bis 1948 Philosophie an der Sorbonne. Während der 1950er Jahre lehrte Deleuze an verschiedenen Gymnasien. 1957 trat er eine Stelle an der Sorbonne an. Er hatte bereits sein erstes Buch über David Hume veröffentlicht. Deleuze beschäftigte sich insbesondere mit der Kritik am Rationalismus und der Wesenslehre. Von 1960 bis 1964 hatte Deleuze eine Anstellung am Centre national de la recherche scientifique. Während dieser Zeit beschäftigte er sich mit Nietzsche und Henri Bergson und veröffentlichte Nietzsche und die Philosophie. Er schloss eine enge Freundschaft mit Michel Foucault und gab mit ihm zusammen die kritische Gesamtausgabe von Friedrich Nietzsche heraus. Von 1964 bis 1969 war er Professor an der Universität von Lyon. Im Jahr des Pariser Mai 1968 reichte er seine Dissertation Differenz und Wiederholung und seine Zweitthese Spinoza und das Problem des Ausdrucks in der Philosophie ein. Nachträglich wurden diese Arbeiten als erste und fruchtbarste Versuche erkannt, die Studentenrevolte philosophisch zu begreifen. Von 1969 bis 1987 war er Dozent an der Reformuniversität Paris VIII. Wegen einer schweren Atemwegserkrankung, an der Deleuze seit Jahrzehnten gelitten hatte, beging er am 4. November 1995 Selbstmord.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 528
Erscheinungsdatum 06.01.1977
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-27824-6
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 177/108/28 mm
Gewicht 311
Originaltitel L'anti OEdipe
Auflage 15. Auflage
Buch (Taschenbuch)
20,00
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Kundenbewertungen


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Kongenial oder Bullshit?
von Zitronenblau am 10.02.2010

Wie der Titel suggeriert, ist dies hier eine Polemik, die mit dem Mythos des Ödipus-KOMPLEXES aufräumen will. Sie stellt sich gegen Lacan, Freud und sonstige Psychoanalytiker, und plädiert für eine kühne Korrelation von Kapitalismus und Schizophrenie (so wird aus der Psychoanalyse eine Schizo-Analyse). Klingt aufregend? Ist es sicher auch,... Wie der Titel suggeriert, ist dies hier eine Polemik, die mit dem Mythos des Ödipus-KOMPLEXES aufräumen will. Sie stellt sich gegen Lacan, Freud und sonstige Psychoanalytiker, und plädiert für eine kühne Korrelation von Kapitalismus und Schizophrenie (so wird aus der Psychoanalyse eine Schizo-Analyse). Klingt aufregend? Ist es sicher auch, aus einem wissenschaftlichen Ansatz heraus. Aber Deleuze und Guattari treiben hier Philosophie, führen sie ad absurdum! Das Buch liest sich wie eine Groteske, ein Pamphlet, das nicht gelesen werden will. Die Schizophrenie wird als deterritoriale Wunschmaschine - bar aller Metaphorik (körperlose Organe, Eier, Ströme etc.) - inauguriert, dann wird das kranke Unbewusste aus dem Schlamm der Familie gezogen (siehe hierfür auch Bateson) und als wahrhaftiges Feuer unter den Repressialien eines Kapitalismus entfacht (siehe hierfür auch Foucault). Es wird eine "Sozialisation des Irrsinns" proklamiert und es gibt sicher keine vehementen Einwände gegen eine solche "Theorie der Geisteskrankheit" - es ist albern, zu glauben, dass die Familie allein Ursache für solche Entwicklungen ist - keine Frage. Nur wird jeder Psychoanalytiker und auch Biologie dieses Buch hier allenfalls als unzureichend in seiner Fundierung zurückweisen. An intellektueller Beredsamkeit mangelt es nicht, dafür aber an Linie und Transparenz - ehrlich gesagt, könnte man sogar annehmen, dass zwei Schizos dieses Buch geschrieben haben. Dennoch gibt es hier und da einige Lichtblicke. Die Begegnungen mit Joyce, Beckett oder Proust führten punktuell zu einem wahren interpretativen Genuss der Lektüre. Im Ganzen aber: für mich Bullshit mit allerhand Potenzial! Trotz aller Befürwortung der Thesen wird Ödipus hier m. E. dermaßen ausgeschlachtet, dass in mir die Tragödie eines weindenden Sophokles heraufbeschwört wurde...

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überhitzt
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 22.06.2013

Irgendwie ein geistig überhitzter Erguss der beiden Autoren (Philosoph und Psychiater), der zu umständlich und spekulativ daherkommt. Bereits Jahre danach musste er revidiert werden. Also was solls? Geisteswissenschaft scheint oft eher theoretischer Zeitvertrieb zu sein, der zu oft an der Praxis zerschellt. Auch Sigmund Freud konnte ich nicht mehr... Irgendwie ein geistig überhitzter Erguss der beiden Autoren (Philosoph und Psychiater), der zu umständlich und spekulativ daherkommt. Bereits Jahre danach musste er revidiert werden. Also was solls? Geisteswissenschaft scheint oft eher theoretischer Zeitvertrieb zu sein, der zu oft an der Praxis zerschellt. Auch Sigmund Freud konnte ich nicht mehr viel abgewinnen. Solche Texte wecken höchstens noch historisches Interesse. Aber was sollen wir mit all der subjektiven Historie heute noch anfangen? Andere Entwicklungen als gedacht, überholen stets alte Ansichten. Wenn schon französische Phil. oder Soz., dann doch lieber Foucault und besonders Bourdieu, die leider auch nicht mehr unter uns weilen.

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