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Apostoloff

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Bellestristik 2009

(5)
Zwei Schwestern, unterwegs im heutigen Bulgarien. Auf der ersten Hälfte ihrer Reise waren sie Teil eines prächtigen Limousinenkonvois, der die Leichen von 19 Exilbulgaren – in den Vierzigern von Sofia nach Stuttgart ausgewandert – in ihre alte Heimat überführte. Darunter der frühverstorbene Vater der Schwestern. Jetzt sind sie Touristinnen, chauffiert vom langmütigen Rumen Apostoloff. Er möchte den beiden die Schätze seines Landes zeigen, aber für seine Vermittlungsversuche zwischen Sofia und Stuttgart zeigen die Schwestern wenig Sinn.
Zwei Schwestern, ein Fahrer: Ihre Reise durch Bulgarien wird zur rabenschwarzen, erzkomischen Abrechnung mit dem Vater und seinem Land.
Preis der Leipziger Buchmesse 2009
Rezension
"Mit grosser Genauigkeit und einem sprachlichen Furor, der in der deutschen Literatur einzigartig ist, macht Sibylle Lewitscharoff den Zusammenhang zwischen Schmerz und Hass deutlich."
Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung
Portrait

Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie, nach längeren Aufenthalten in Buenos Aires und Paris, heute lebt. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Buchhalterin in einer Werbeagentur. Sie veröffentlichte Radiofeatures, Hörspiele und Essays. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es folgten die Romane Der Höfliche Harald (1999), Montgomery (2003) und Consummatus (2006). Der Roman Apostoloff wurde 2009 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2013 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Blumenberg (2011) stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien der Band Vom Guten, Wahren und Schönen, der die 2011 in Frankfurt und in Zürich gehaltenen Poetikvorlesungen versammelt. 2009 gestaltete Sibylle Lewitscharoff eine Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv Marbach zum Thema »Der Dichter als Kind«; in ihren Papiertheater-Arbeiten befaßt sie sich mit Clemens Brentano, Johann Wolfgang Goethe, Gottfried Keller, Karl Philipp Moritz und Friedrich Schiller.

Sibylle Lewitscharoff ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Berliner Akademie der Künste. 2013/14 verbrachte sie ein Jahr als Stipendiatin in der Villa Massimo in Rom, danach war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 248
Erscheinungsdatum 19.07.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46180-8
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 208/108/27 mm
Gewicht 266
Auflage 7. Auflage
Verkaufsrang 55.240
Buch (Taschenbuch)
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„Ein bissiger Roman voller Wortspiele“

Andreas Hack, Thalia-Buchhandlung Bonn

Sibylle Lewitscharoffs „Apostoloff” ist gleichzeitig Reisebuch und Familienroman. Erzählt wird von zwei Schwestern mittleren Alters, die sich durch Bulgarien, das Heimatland ihres früh verstorbenen Vaters, chauffieren lassen. Ihr Fahrer Rumen Apostoloff ist bemüht, ihnen die Schönheit Bulgariens nahe zu bringen. Doch die jüngere Schwester, Sibylle Lewitscharoffs „Apostoloff” ist gleichzeitig Reisebuch und Familienroman. Erzählt wird von zwei Schwestern mittleren Alters, die sich durch Bulgarien, das Heimatland ihres früh verstorbenen Vaters, chauffieren lassen. Ihr Fahrer Rumen Apostoloff ist bemüht, ihnen die Schönheit Bulgariens nahe zu bringen. Doch die jüngere Schwester, die Ich-Erzählerin des Romans, findet an Bulgarien nichts sehenswert. Mit Schwung gießt sie scharfe, giftige Bemerkungen über Land, Leute und die eigene Familie aus. Manchmal lässt sich ahnen, dass sie sich dadurch bittere Gefühle vom Leibe halten will, meist aber überwiegt die pure Lust an Spott, Schlagfertigkeit und kreativen Wortspielen.
Dieser bissige Sprachwitz bereitet höchstes Lesevergnügen. Ich mußte beim Lesen von "Apostoloff" mehrmals laut lachen .

Kundenbewertungen


Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
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Sprachfeuerwerk
von einer Kundin/einem Kunden am 10.10.2011

"Apostoloff" von Sibylle Lewitscharoff ist die skurrile Geschichte zweier Schwestern auf ihrer Reise durch Bulgarien. Roadmovie, Reisebericht, Liebesgeschichte, Auseinandersetzung, vielleicht sogar Abrechnung mit dem Vater - all' das findet man in diesem Buch und geschrieben ist es in einer märchenhaft schönen Sprache. Ein Lesevergnügen erster Güte.

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Erfrischende, schwarzhumorige Reise!
von einer Kundin/einem Kunden am 12.10.2010

Sibylle Lewitscharoff schreibt aus der Sicht einer jungen kampfeslustigen, wortfeinen, jungen Frau die mit ihrer Schwester in einem Leichenkonvoi, der auch deren Vater umfasst, unterwegs nach Bulgarien ist. Von dort kam der Vater vor vierzig Jahren nach Schwaben, wo auch die Schwestern aufwuchsen. Nun versucht Limousinenfahrer Rumen Apostoloff den... Sibylle Lewitscharoff schreibt aus der Sicht einer jungen kampfeslustigen, wortfeinen, jungen Frau die mit ihrer Schwester in einem Leichenkonvoi, der auch deren Vater umfasst, unterwegs nach Bulgarien ist. Von dort kam der Vater vor vierzig Jahren nach Schwaben, wo auch die Schwestern aufwuchsen. Nun versucht Limousinenfahrer Rumen Apostoloff den Frauen „sein“ und des am Leben gescheiterten Vaters Land den jungen Frauen näherzubringen. Rückblickend erfährt man nicht nur schöne Dinge über den Vater, auch Bulgarien erscheint nicht in dem Glanz den Rumen Apostoloff erzeugen möchte, um Versöhnung zwischen Land, Vater und Töchtern zu erreichen. Der schwarze Sprachwitz lässt skurril-witzige Situationen entstehen, die diesem Buch die richtige Würze verleihen.

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Geschmackssache
von J.G. aus Berlin am 01.11.2010

Nur kurz zur Handlung: Zwei Schwestern befinden sich auf einer Reise durch Bulgarien, deren Anlass ungewöhnlich ist. Sie begleiten einen Leichenzug, bestehend aus verstorbenen Exilbulgaren, darunter ihr Vater, und deren Angehörigen. Ziel ist es, die teilweise schon vor Jahrzehnten Verstorbenen in ihrem Geburtsland zur letzten Ruhe zu betten. Initiiert... Nur kurz zur Handlung: Zwei Schwestern befinden sich auf einer Reise durch Bulgarien, deren Anlass ungewöhnlich ist. Sie begleiten einen Leichenzug, bestehend aus verstorbenen Exilbulgaren, darunter ihr Vater, und deren Angehörigen. Ziel ist es, die teilweise schon vor Jahrzehnten Verstorbenen in ihrem Geburtsland zur letzten Ruhe zu betten. Initiiert wird dieses Vorhaben von einem Exilbulgaren, der neben dem Seelenheil der Verstorbenen auch sein eigenes - noch ganz irdisches - Heil im Sinne hat. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Reise fahren die Schwestern, chauffiert von Rumen Apostoloff, der der Namensgeber des Romans ist, noch eine weitere Woche quer durch Bulgarien. Die Handlung ist demnach ein bisschen makaber. Erzählperspektive ist die der einen Schwestern, welche auf der Rückbank sitzt und über ein ihr fremd bleibendes Land reflektiert. Sie kann den Aufenthalt in Bulgarien kaum aushalten und schon gar nicht genießen. Parallel zu den Reiseeindrücken schildert sie die Geschichte ihrer Familie und ausgewählte Kindheitserinnerungen eines früheren Bulgarien-Aufenthaltes bei den Großeltern. Dabei geht sie nicht chronologisch vor. Ich empfand dieses Buch anstrengend zu lesen und es erforderte meine volle Konzentration. Die Gedanken der monologisierenden Ich-Erzählerin kreisen unaufhörlich und wechseln manchmal sprunghaft das Thema. Die erzählende Schwester beschreibt lediglich ohne jegliche Wertung und nutzt dabei eine Vielfalt sprachlicher Mittel. Das ist vor allem zu Beginn des Buches gewöhnungsbedürftig und nicht immer einfach. Fazit: Sprachlich ab und an sehr interessant zu lesen, inhaltlich hat es nicht meinen Geschmack getroffen.

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Typisch deutsche Intellektuellen-Literatur
von einer Kundin/einem Kunden aus Göppingen (BaWü) am 07.09.2014

Mit diesem Roman, der auf der Nominierungsliste für den Deutschen Buchpreis stand, konnte ich rein gar nichts anfangen. Weder Inhalt, Sprache noch Stil sprach mich an. Das war mir alles zu hochtrabend und gekünstelt. Warum muss deutsche Literatur, die anspruchsvoll sein will, eigentlich immer so furchtbar ernst, intellektuell oder... Mit diesem Roman, der auf der Nominierungsliste für den Deutschen Buchpreis stand, konnte ich rein gar nichts anfangen. Weder Inhalt, Sprache noch Stil sprach mich an. Das war mir alles zu hochtrabend und gekünstelt. Warum muss deutsche Literatur, die anspruchsvoll sein will, eigentlich immer so furchtbar ernst, intellektuell oder eben total gekünstelt sein? Wieso kann man es nicht den englischsprachigen Autoren gleich tun, die Anspruch und Unterhaltung so spielend leicht ineinander fließen lassen?

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Apostoloff
von Dorothea Rose aus Frankfurt am 03.09.2009
Bewertetes Format: Medium: Hörbuch (CD)

Sehr vorsichtig nähert sich die Autorin, hier auch als Sprecherin(!), in einer Reise mit skurilem Beginn dem Mutterland ihres Vaters: Bulgarien. Ein ums andere Mal prüft sie, ob sich nicht doch noch etwas Gutes an dem im Vorfeld verurteilten Land fände. Wer nun als Rumen Apostoloff als echter Bulgare,... Sehr vorsichtig nähert sich die Autorin, hier auch als Sprecherin(!), in einer Reise mit skurilem Beginn dem Mutterland ihres Vaters: Bulgarien. Ein ums andere Mal prüft sie, ob sich nicht doch noch etwas Gutes an dem im Vorfeld verurteilten Land fände. Wer nun als Rumen Apostoloff als echter Bulgare, scheint besser geeignet ihr und der älteren Schwester das Land und die Bewohner zu zeigen? Wer Spaß hat an bissigen Bemerkungen, wer die flinke spitze Zunge liebt, wer geistreiche Kommentare schätzt und "überbordenden Anmerkungstrieb" (Zitat) hat hier das richtige Hörbuch vorliegen!

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