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Athen, Paradiesstraße

Roman

(10)

Jetzt im Taschenbuch
Athen, 2008: Nach über sechzig Jahren kreuzen sich die Lebenswege der beiden verfeindeten Schwestern Antigone und Alexandra erneut. Der Anlass ist traurig: Antigones Sohn, ein Journalist, ist tödlich verunglückt. Ihre englische Schwiegertochter Maud, die von den familiären Verwerfungen nichts weiß, vermutet einen Zusammenhang mit seinen jüngsten Recherchen, und ahnt nicht, dass der Schlüssel zur Wahrheit im Familienhaus in der Paradiesstraße liegt. Inmitten der turbulenten Ereignisse jenes Winters wird eine alte Familienfehde wieder lebendig, die bis in die Tage des griechischen Bürgerkriegs zurückreicht.

Rezension
"Die Engländerin Sofka Zinovieff hat mit 'Athen, Paradiesstraße' einen spannenden Roman über die unbewältigte Vergangenheit Griechenlands geschrieben. "
Marko Martin, DeutschlandRadio Kultur 19.08.2013
Portrait

Sofka Zinovieff, 1961 in London geboren, studierte Anthropologie in Cambridge. Sie arbeitet als Bildhauerin, Malerin, freie Journalistin (u.a. für ›The Independent Magazine‹) und Autorin. In ihrem ersten Buch, ›Eurydice Street: A Place in Athens‹ (2004), das von der Kritik hymnisch gefeiert wurde, hat sie festgehalten, was sie nach ihrem Umzug nach Athen erlebte. 2008 erschien auf Deutsch ›Die rote Prinzessin. Ein revolutionäres Leben‹, in dem sie die wechselvolle Lebensgeschichte ihrer Großmutter Sofka Dolgorukij (1907-1994) erzählt. Sofka Zinovieff hat viele Jahre in Griechenland verbracht und lebt seit Kurzem mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Großbritannien.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 424
Erscheinungsdatum 19.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14420-9
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 190/121/27 mm
Gewicht 351
Originaltitel The House on Paradise Street
Verkaufsrang 31.964
Buch (Taschenbuch)
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Sofka Zinovieff ist eine englische Autorin, die aber russische Wurzeln hat und mit einem Griechen verheiratet ist .Auf Deutsch gibt es von ihr schon eine Biografie über ihre Großmutter „Die rote Prinzessin“ (Zsolnay Verlag).

Athen, Paradiesstraße ist die Adresse, wo die Familie Perifanis bis heute lebt. Die Autorin erzählt eine
Sofka Zinovieff ist eine englische Autorin, die aber russische Wurzeln hat und mit einem Griechen verheiratet ist .Auf Deutsch gibt es von ihr schon eine Biografie über ihre Großmutter „Die rote Prinzessin“ (Zsolnay Verlag).

Athen, Paradiesstraße ist die Adresse, wo die Familie Perifanis bis heute lebt. Die Autorin erzählt eine tragische Familiengeschichte aus der Zeit von 1922 bis in die Gegenwart. Sie erzählt aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Da ist zum einen Maud. Maud ist eine Engländerin Anfang Vierzig, die mit dem zwanzig Jahre älteren Nikitas Perifanis verheiratet ist. Sie haben eine gemeinsame Tochter namens Tig. In der Geschichte von Maud wird erzählt, wie sie in Griechenland angekommen ist, wie sie und ihr späterer Ehemann sich kennengelernt haben und wie schwierig es für sie als kühle Britin in Griechenland ist. Ihre Geschichte beginnt damit, dass ihr Mann tödlich verunglückt ist. In ihrer Trauer sichtet sie auch die Papiere im Büro ihres Mannes, der ein anerkannter Journalist war. Und dabei stößt sie auf Briefe von einem Engländer an die Mutter ihres Mannes. Sie beginnt weiter zu recherchieren und ihr eigener Mann erscheint ihr plötzlich fremd zu werden. Der zweite Erzählstrang wird von Antigone erzählt. Antigone ist die Mutter von Nikitas, hat ihn aber als dreijährigen bei ihrer Mutter und ihrer Schwester Alexandra zurückgelassen, um als Kommunistin in die Sowjetunion zu gehen. Von ihr erfahren wir viel über die Familie Perifanis während der Zeit der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg als auch des Bürgerkriegs, der sich fast unmittelbar danach anschloss. Und sie erzählt, warum sie und ihre ältere Schwester sich bis heute hassen.

Sofka Zinovieff erzählt eine spannende und tragische Familiengeschichte, die sie eng mit der griechischen Geschichte der jüngeren Vergangenheit verknüpft hat und die bis in die Gegenwart der Unruhen um den Tod des 15-jährigen Schülers Alexandros Grigoropoulos reicht. Durch ihren eigenen Ehemann und dessen Familie und Freunde hat sie viel von der griechischen Mentalität mitbekommen, die noch heute deutlich in der aktuellen Situation Griechenlands zu erkennen ist. Durch dieses Buch lernt man die griechische Seele ein wenig besser zu verstehen. Es ist aber auch eine ungemein fesselnde Geschichte, die mal wieder geschichtliche Zusammenhänge aufzeigt, die mir persönlich in dieser Form noch nicht bekannt waren. So wusste ich, dass die Deutschen Griechenland während des 2. Weltkrieges besetzt hatten und viele Griechen mit ihnen zusammengearbeitet hatten, aber die unrühmliche Rolle der Briten während des griechischen Bürgerkriegs war mir neu. Ich liebe solche gut geschriebenen, spannenden Familiengeschichten, die einem auch noch viel Wissenswertes über die Geschichte eines Landes vermitteln.

Tolle, gut recherchierte Unterhaltung für Fans von Judith Lennox und Victoria Hislop!

„Familie Perifanis...“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln


Maud, eine etwas unterkühlte Engländerin heiratet Nikitas Perifanis einen charismatischen Journalisten mit bewegter Vergangenheit ! Die gemeinsame Tochter nennnen sie Antigone, - gerufen wird sie Tig - nach der unbekannten Großmutter ....ins Rollen kommt diese spannende, dramatische und tragische Familiengeschichte, als Nikitas

Maud, eine etwas unterkühlte Engländerin heiratet Nikitas Perifanis einen charismatischen Journalisten mit bewegter Vergangenheit ! Die gemeinsame Tochter nennnen sie Antigone, - gerufen wird sie Tig - nach der unbekannten Großmutter ....ins Rollen kommt diese spannende, dramatische und tragische Familiengeschichte, als Nikitas tödlich verunglückt und viele ungelöste Fragen hinterlässt. Bei der Recherche, die Maud beginnt um ihren Kummer und Zorn in den Griff zu kriegen, trifft sie auf den tiefen Riss und den Hass , der durch die ganze Familie geht und eigentlich auch durch ganz Griechenland bis in die heutige Zeit ! Der Bürgerkrieg mit schrecklichsten Verbrechen, die unrühmliche Rolle der Engländer und die entsetzlichen Konsequenzen für die Bevölkerung Griechenlands werden mit der Biographie der Familie Perifanis eng verknüpft und anschaulich verdeutlicht ! Antigone und Alexandra , die beiden Schwestern bleiben bis ins hohe Alter verfeindet, der Bruder wurde jung getötet und blieb eine tiefe klaffende Wunde im Gedächtnis der Familie , eine Annäherung der Beteiligten bleibt schwierig ... Auch die junge Generation, die von Tig und Oreste kämpfen um ihr Land und ihre Zukunft ! Gut gemacht ist der jewilige Perspektivwechsel, die Geschichte wird abwechselnd aus Mauds und Antigones Sicht

„Packender Geschichtsunterricht“

Brigitta Jahn, Thalia-Buchhandlung Darmstadt

Dieser Roman verbindet hervorragend unterhaltende Literatur mit informativen Fakten über die griechische Geschichte.
Eigentlich dachte ich,ich wüsste über dessen Abschnitt im 20.Jahrhundert recht gut Bescheid,aber im Laufe des Romans habe ich so viel neues erfahren (z.B.die Rolle der Engländer während des griech.Bürgerkriegs),daß ich
Dieser Roman verbindet hervorragend unterhaltende Literatur mit informativen Fakten über die griechische Geschichte.
Eigentlich dachte ich,ich wüsste über dessen Abschnitt im 20.Jahrhundert recht gut Bescheid,aber im Laufe des Romans habe ich so viel neues erfahren (z.B.die Rolle der Engländer während des griech.Bürgerkriegs),daß ich am liebsten noch mehr zu diesem Thema lesen möchte.Der Roman erzählt von der Vertreibung aus Kleinasien,vom Bürgerkrieg ,der Griechenland bis heute in zwei Lager spaltet bis hin zu den gewaltsamen Ausschreitungen im Jahre 2008.
Und alles verpackt in eine fesselnde Familiengeschichte!

„Stille in einem lauten Land“

Maja Günther, Thalia-Buchhandlung Berlin

Nach dem Unfalltod ihres Mannes macht sich Maud auf, die Geheimnisse der Familie zu lüften - und über die kämpferische Antigone (Mutter), die konservative Alexandra (Stiefmutter)und die leidgeprüfte Chrissey erfährt der Leser bruchstückhaft die Historie Griechenlands im 2.Weltkrieg & danach. Exemplarisch an der Familie Nikitas zeigt Nach dem Unfalltod ihres Mannes macht sich Maud auf, die Geheimnisse der Familie zu lüften - und über die kämpferische Antigone (Mutter), die konservative Alexandra (Stiefmutter)und die leidgeprüfte Chrissey erfährt der Leser bruchstückhaft die Historie Griechenlands im 2.Weltkrieg & danach. Exemplarisch an der Familie Nikitas zeigt sich die griechische Seele in all ihren Facetten - und eröffnet eine leise Einsamkeit hinter der lauten extrovertierten Fassade.
Durch das Stochern in Familiengeheimnissen muss sich Maud auch den Geistern ihrer Vergangenheit stellen - und zum Schluss bleibt die Frage: kennt man seinen Gegenüber jemals wirklich?

Eine kantige Familiengeschichte, reizvoll durch die Vielschichtigkeit der Personen.
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Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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Man muss die Geschichte kennen...
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 25.08.2013
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

wenn man ein Land verstehen will. Was wissen wir hierzulande über Griechenland? Wir hören jeden Tag von den Schulden, den vielen Problemen dieses Landes und haben doch eigentlich keine Ahnung von den historischen Hintergründen. Der Roman von Sofka Zinovieff erzählt die jüngere Geschichte Griechenlands anhand einer Familiengeschichte, die bis... wenn man ein Land verstehen will. Was wissen wir hierzulande über Griechenland? Wir hören jeden Tag von den Schulden, den vielen Problemen dieses Landes und haben doch eigentlich keine Ahnung von den historischen Hintergründen. Der Roman von Sofka Zinovieff erzählt die jüngere Geschichte Griechenlands anhand einer Familiengeschichte, die bis in die dreissiger Jahre zurückreicht. Die beiden Schwestern Antigone und Alexandra wachsen in einer bürgerlichen Familie auf. Während Alexandra angepasst und konservativ ist, schließt sich Antigone während des Krieges dem kommunistischen Wiederstand an. Sie kämpft in den Bergen gegen die deutschen Besatzer und wird nach dem Krieg wegen ihrer kommunistischen Gesinnung verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Dort bekommt sie einen Sohn, Nikitas, den sie verlassen muss, als der drei Jahre ist. Antigone geht nach Moskau ins Exil und wird erst sechzig Jahre später in die Heimat zurückkehren, denn ihr Sohn starb bei einem Autounfall. Neben Antigone gibt es in dem Roman noch eine Stimme, nämlich die von Nikitas dritter Frau Maud, einer Engländerin, die das Geschehen aus der Gegenwart heraus beobachtet und versucht, ihren Platz in der Familie zu finden. Anhand der Familie wird deutlich, welcher Riss durch die griechische Gesellschaft geht. Die beiden Schwestern spiegeln die Feindschaft zwischem dem rechten und dem linken Lager in Griechenland wieder. Wir erfahren viele Details der Geschichte, die vielen bisher nicht bekannt gewesen sein dürften, z.B. die unrühmliche Rolle Englands, dass im Bürgerkrieg von 1946 bis 1949 die Rechte unterstützte und billigend Folter und Verbrechen an politischen Gegnern in Kauf nahmen. Der Roman ist also sehr lehrreich aber auch sehr spannend geschrieben. Die Autorin kann perspektivisch erzählen, mit Sprache umgehen aber sie verzichtet auf einen experimentellen Stil, es ist einfach sehr gute Unterhaltung.

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Alexis Sorbas würde seufzen
von einer Kundin/einem Kunden am 22.08.2013
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Nikitas Perifanis ist ein unbequemer Journalist. Auf einer hoch gelegenen Athener Strasse verunglückt er tödlich. Und hinterlässt seiner Familie vor allem eines: Fragen. Eigentlich ist es ein Roman über Griechenland, der da in Form einer Familiengeschichte dargeboten wird. Es ist ein Roman, der uns die Augen öffnet über ein... Nikitas Perifanis ist ein unbequemer Journalist. Auf einer hoch gelegenen Athener Strasse verunglückt er tödlich. Und hinterlässt seiner Familie vor allem eines: Fragen. Eigentlich ist es ein Roman über Griechenland, der da in Form einer Familiengeschichte dargeboten wird. Es ist ein Roman, der uns die Augen öffnet über ein Land, dass zur Zeit nur negativ betrachtet wird. Es ist ein Roman, der nicht nur Alexis Sorbas zum Seufzen bringt.

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