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Bernhard für Boshafte

mit Bernhard durch den Tag

(1)

In dem vor kurzem veröffentlichten Interview mit Peter Hamm antwortet Thomas Bernhard auf die Frage »Sind Sie gerne böse?« sinngemäß: Ja, aber häufig könne er nicht so böse sein, wie er wirklich wolle. Dabei besteht er auf einer feinen Unterscheidung: Bösartig dürfe man sein, da dies ja ein Aspekt der menschlichen Art sei, boshafte Personen dagegen seien, wenn sie ihr Anliegen geschickt genug betrieben, Künstlern gleichzusetzen. Der vorliegende Band versammelt nach Sachgruppen geordnet (von Ärzten bis Zeugnisse), Städten und Personen (von Augsburg über Heidegger bis Stifter) die Boshaftigkeitskunst des Thomas Bernhard.

Rezension
"Richtig amüsant aber wird es, wenn Bernhard sich über Städte oder Landstriche äußert: Hier kann sich der Misanthrop einmal so richtig in Stimmungen hineinsteigern und aus dem Vollen schöpfen"
Inge Wünnenberg, E-Magazin Sonntag
Portrait

1931

geboren am 9. Februar in Heerlen (Niederlande) als unehelicher Sohn von Herta Bernhard, der Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler; den Vater Alois Zuckerstätter lernt Bernhard nie kennen



1931-35

zusammen mit der Mutter und deren Eltern in Wien; schwierige ökonomische Situation; enge Beziehung zum Großvater mütterlicherseits



1935

Übersiedlung mit Mutter und Großeltern nach Seekirchen am Wallersee (Land Salzburg)



1938

Übersiedlung nach Traunstein (Bayern); Bernhards Mutter hat mit ihrem Ehemann Emil Fabjan zwei weitere Kinder; Peter (geb. 1938), Susanne (geb. 1940)



1943

ab Herbst im NS-Schülerheim in Salzburg; Gymnasium; in den folgenden Jahren u.a. Geigen- und Gesangsunterricht



1945

katholisches Schülerheim Johanneum



1946

Übersiedlung der gesamten Familie nach Salzburg (Radetzkystraße )



1947

Abbruch des Gymnasiums; Kaufmannslehre (Scherzhauserfeldsiedlung)



1949-51

in der Folge Lungentuberkulose; Aufenthalte im Krankenhaus, in Sanatorien und Heilstätten (u.a. in der Lungenheilstätte Grafenhof bei St. Veit im Pongau, Land Salzburg)

1949

Tod des Großvaters



1956

lernt Hedwig Stavianicek - seinen >Lebensmenschen< - kennen; Tod der Mutter



1952-55

freie Mitarbeit beim Salzburger >Demokratischen Volksblatt<; Gerichtssaalberichte, Buch-, Theater- und Filmkritiken; erste literarische Veröffentlichungen: Gedichte, Erzählungen 1955 erste von zahlreichen Jugoslawienreisen mit Hedwig Stavianicek



1955-57

Hochschule für Musik und darstellende Kunst >Mozarteum< in Salzburg: Musikunterricht, Regie- und Schauspielstudium



1956

erste Venedigreise mit Hedwig Stavianicek



1957-60

Freundschaft mit dem Komponisten Gerhard Lampersberg; längere Aufenthalte auf dessen Tonhof (Maria Saal, Kärnten)



1957

erster Gedichtband: Auf der Erde und in der Hölle



1958

In hora mortis; Unter dem Eisen des Mondes (Gedichtbände)



1959

die rosen der einöde. fünf sätze für ballett, stimmen und orchester



1960

Aufführung der Kurzoper Köpfe und einiger Kurzschauspiele im Theater am Tonhof; erste große Italienreise mit Hedwig Stavianicek (u.a. Sizilien), Reise nach England (kurzer Aufenthalt in London)



1963

literarischer Durchbruch mit dem Roman Frost; erste Polenreise



1964

Amras; Julius Campe-Preis



1965

Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen; Kauf eines Vierkanthofs in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich; vermittelt durch den Immobilienmakler Karl Ignaz Hennetmair), jahrelange Restaurierung des Gebäudes; später Kauf zweier weiterer Häuser bei Reindlmühl und Ottnang; daneben immer wieder Aufenthalte in Wien (Wohnung Hedwig Stavianiceks in der Döblinger Obkirchergasse) und Reisen vor allem in den mediterranen Süden (Jugoslawien etc.), wo auch einige Werke entstehen



1967

Verstörung; Prosa; Operation im Pulmologischen Krankenhaus der Stadt Wien auf der Baumgartner Höhe



1968

Ungenach; Kleiner Österreichischer Staatspreis 1967; Anton Wildgans-Preis



1969

Watten; Ereignisse (entstanden 1957); An der Baumgrenze



1970

Das Kalkwerk; Ein Fest für Boris (uraufgeführt in Hamburg unter der Regie von Claus Peymann, der auch einen Großteil der weiteren Stücke erstinszeniert), Fernsehfilm Drei Tage (Regie: Ferry Radax); Vortragsreise durch Jugoslawien und Italien



1971

Gehen; Midland in Stilfs; Der Italiener (verfilmt von Ferry Radax)



1972

Der Ignorant und der Wahnsinnige (Uraufführung bei den Salzburger Festspielen); Franz Theodor Csokor-Preis, Adolf Grimme-Preis, Grillparzer-Preis



1974

Die Jagdgesellschaft (Uraufführung am Wiener Burgtheater); Die Macht der Gewohnheit; Der Kulterer (verfilmt von Vojtech Jasny); erste Portugalreise



1975

Die Ursache (erster Band der autobiographischen Pentalogie; wie die übrigen Bände erschienen im von Wolfgang Schaftier geleiteten Salzburger Residenz-Verlag; Ehrenbeleidigungsklage des Salzburger Stadtpfarrers Franz Wesenauer); Korrektur; Der Präsident



1976

Der Keller; Die Berühmten



1977

Minetti; größere Reisen nach Italien (u.a. Rom, Sizilien), in den Iran, nach Ägypten und Israel



1978

Der Atem; Ja; Der Stimmenimitator; Immanuel Kant; erste Reise nach Mallorca



1979

Der Weltverbesserer, Vor dem Ruhestand; Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Reise in die USA (New York)



1980

Die Billigesser



1981

Die Kälte; Ober allen Gipfeln ist Ruh; Am Ziel; Ave Vergil Ende der fünfziger Jahre entstandenen Gedichten); Reise in die Türkei



1982

Ein Kind; Beton; Wittgensteins Neffe; Premio Prato



1983

Der Untergeher; Der Schein trügt; Premio Mondello; erste Reise nach Spanien



1984

Tod Hedwig Stavianiceks

Holzfällen (vorübergehende Beschlagnahmung des Romans auf Antrag Gerhard Lampersbergs); Der Theatermacher; Ritter, Dene, Voss



1985

Alte Meister



1986

Auslöschung; Einfach kompliziert



1987

Elisabeth II



1988

Heldenplatz (große öffentliche Auseinandersetzung um Bernhards am Wiener Burgtheater uraufgeführtes Theaterstück zum >Bedenkjahr< 50 Jahre Anschluß Osterreichs an NS-Deutschland); Prix Medicis; letzte Reise nach Spanien (Torremolinos)

1989

gestorben nach jahrelanger schwerer Krankheit am 12. Februar in Gmunden (Oberösterreich); beigesetzt im Grab Hedwig Stavianiceks auf dem Grinzinger Friedhof in Wien

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 73
Erscheinungsdatum 20.01.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-35853-4
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 190/116/10 mm
Gewicht 91
Auflage 3
Buch (Taschenbuch)
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Gekonnt boshaft
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 09.05.2014

Eine kleine Auswahl seiner bissigen,tiefsinnigen,störenden Texte findet sich hier.Er würd im Grabe rotieren und bös werden,würd jemand sagen "Bernhard to go".Und genau das ist es,was so fehlt.Jemand,der den Mund aufmacht,laut anklagt und den Finger samt Salz in die Wunden legt.Damit wir endlich wach und klar werden.

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