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Bleib bei mir

Roman

(1)
In einer Kleinstadt im einsamen Norden der USA hat Pastor Tyler Caskey nach dem tragischen Tod seiner Frau das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Er hadert nicht nur mit sich und der Welt, sondern zweifelt auch an Gott und seinem Glauben. Und in der Gemeinde, in der er bis dahin geliebt und geachtet war, fragen sich immer mehr Leute, ob Tyler sich nicht zu sehr gehenlässt in seinem Schmerz … Mit unnachahmlicher Leichtigkeit und großer Menschenkenntnis zeichnet Elizabeth Strout das Porträt einer ganz gewöhnlichen Kleinstadt. Und sie schreibt von Menschen wie du und ich, von ihren Stärken und Schwächen, von ihrer Warmherzigkeit und Freundlichkeit, aber auch von ihrem Misstrauen und ihrer Engstirnigkeit.


In West Annett, einer Kleinstadt in Maine, stürzt der Pastor Tyler Caskey in eine tiefe Lebenskrise: Vor kurzem ist seine Frau Lauren nach einer schweren Krankheit gestorben, und Kummer und Verzweiflung drohen ihn zu überwältigen. Seine fünfjährige Tochter Katherine hat seither kein Wort gesprochen und fällt stattdessen durch agressives Verhalten im Kindergarten auf. Seine zweite Tochter, die kleine Jeannie, lebt in einem anderen Ort bei Tylers dominanter Mutter.


Während Tyler unter großen Mühen versucht, seinen Glauben an Gott und seine Berufung wiederzufinden, erblühen in der kleinen Gemeinde Klatsch und Tratsch. Wo jeder jeden kennt, steht auch jeder unter Beobachtung, vor allem ein verwitweter, noch junger Pastor, der einst mit seinen Predigten und seiner ruhigen, bescheidenen Art die ganze Gemeinde begeistert hat. Plötzlich mehren sich die misstrauischen, argwöhnischen Stimmen, immer mehr Leute finden, dass Tyler sich in seinem Schmerz zu sehr gehenlässt, und bezweifeln allmählich seine Eignung als Seelsorger und Vater …


Rezension
"Das ist spannend zu lesen. Ich habe das Buch sehr, sehr gerne gelesen!"
Portrait
Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren und wuchs in Kleinstädten in Maine und New Hampshire auf. Nach dem Jurastudium begann sie zu schreiben. Ihr erster Roman „Amy & Isabelle“ (1998) wurde für die Shortlist des Orange Prize und den PEN/Faulkner Award nominiert. „Bleib bei mir“ war ihr zweiter Roman (2006) und wurde hoch gelobt. Für „Mit Blick aufs Meer“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. Alle ihre Romane, auch „Das Leben, natürlich“, waren Bestseller. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kopiergeschützt i
Seitenzahl 336, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 28.07.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783641139773
Verlag Luchterhand Literaturverlag
Verkaufsrang 15.310
eBook (ePUB)
8,99
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Der neue Roman von Elizabeth Strout ist, wie schon der Vorgänger, ein sehr stilles, und doch so eindringliches Buch. Sie beschreibt die ganz normale Tragik kleiner Leben. Und gerade die Ruhe ihres Erzählstils macht die Story umso eindringlicher. Ein wirklich intelligent geschriebener Roman mit Tiefgang. Lohnt sich.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Münster

Strouts Figuren sind so lebensnah und warmherzig beschrieben, dass Sie Romane von Elizabeth Strout nicht mehr aus der Hand legen wollen. Echt, bodenständig, kauzig und liebevoll. Strouts Figuren sind so lebensnah und warmherzig beschrieben, dass Sie Romane von Elizabeth Strout nicht mehr aus der Hand legen wollen. Echt, bodenständig, kauzig und liebevoll.

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Lars Wellhöner, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein junger Pastor in eigenen Seelen-Nöten. Durch den Verlust seiner Frau verliert Pastor Tyler Caskey das Gefühl für seine Gemeinde, die er mit einer ruhigen Art einst begeisterte. Ein junger Pastor in eigenen Seelen-Nöten. Durch den Verlust seiner Frau verliert Pastor Tyler Caskey das Gefühl für seine Gemeinde, die er mit einer ruhigen Art einst begeisterte.

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Kundenbewertungen


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Trostlos
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülheim am 13.02.2015
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

"Tyler nickte. … »Erzählen Sie mir, was sie quält.« Er versuchte es freundlich zu sagen, aber er war unendlich müde. »Ich bin so bedrückt.« »Ach, das tut mir leid, Doris.« Eine Pause, dann fragte er: »Und was bedrückt Sie – wissen Sie das?« »Alles«, antwortete sie. »Verstehe. Ach ja«, sagte Tyler und tippte... "Tyler nickte. … »Erzählen Sie mir, was sie quält.« Er versuchte es freundlich zu sagen, aber er war unendlich müde. »Ich bin so bedrückt.« »Ach, das tut mir leid, Doris.« Eine Pause, dann fragte er: »Und was bedrückt Sie – wissen Sie das?« »Alles«, antwortete sie. »Verstehe. Ach ja«, sagte Tyler und tippte sich mit den Fingerspitzen an die Lippen. »Das tut mir leid.« »Auf der ganzen Welt«, fügte sie hinzu. Und ohne jede Vorwarnung – nur ihre Augen röteten sich etwas – brach sie in Tränen aus. Er wandte den Blick ab. »Doris. Wissen Sie …« Er dachte: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Er wusste nicht, was er sagen sollte. Er fühlte sich ausgelaugt vor Müdigkeit; wie oft war er in den vergangenen Monaten an dem Autohaus in Hollywell vorbeigefahren und hatte Neid auf die Verkäufer dort verspürt, deren Verantwortung für die Seelen ihrer Mitmenschen so viel weniger unmittelbar oder direkt war." 1959 in einer Kleinstadt in Maine. Der Tod seiner Frau vor einem Jahr hat Reverend Tyler Caskey völlig aus der Bahn geworfen. Nur wenige Jahre zuvor war er mit ihr (zu dieser Zeit schwanger mit dem ersten Kind) dort angekommen. Die Bewohner waren begeistert gewesen von dem jungen, sympathischen Geistlichen und er selbst brannte vor Eifer. Viel Zeit investierte er in seine Predigten, die er grundsätzlich auswendig lernte, damit er sie frei vortragen und dabei den Augenkontakt zu seiner Gemeinde halten konnte. Doch nun… »Tyler nickte und stand auf, obwohl die Predigt in Wirklichkeit schon »vorbereitet« war. … Der Titel lautete nun doch nicht »Über die Fallstricke der Eitelkeit«. Katherines Magenverstimmung, der Besuch von Doris, das Gespräch mit Mrs. Ingersoll – all das hatte seinen Tribut von Tyler gefordert; die Predigt über die Eitelkeit war darüber auf der Strecke geblieben. Stattdessen würde er eine alte Predigt über die Prophezeiungen Jesajas halten, die noch aus seinen Ausbildungstagen stammte, auch wenn er sich … eingestehen musste, dass ihm nichts von dem damals Geschriebenen mit irgendetwas Gegenwärtigem zu tun zu haben schien.« Tyler weiß, was er tun müsste und ist doch nicht in der Lage dazu. Außerdem sorgt er sich um seine fünfjährige Tochter Katherine. Schon mehrfach wurde er von der Schule angesprochen, weil sie „verhaltensauffällig“ wäre, weil sie entweder schweigt oder schreit, weil sie verstörende Bilder malt. Tyler fühlt sich hilflos und allein, einzig von seiner Haushaltshilfe fühlt er sich verstanden. Aber auch die hat gewaltige Probleme… Meine Güte! Vom Lesen dieses Buches kann man selbst depressiv werden! Natürlich ist mir völlig klar, dass ein junger Mann, dessen Frau an (vermutlich) Krebs stirbt und ihn mit zwei kleinen Kindern zurücklässt, am Leben verzweifelt. Und ja – natürlich auch, wenn er Pastor ist, denn auch ein Pastor ist in erster Linie ein Mensch. Natürlich hat der Tod der Mutter die kleine Katherine verstört! Wie soll eine Vierjährige auch verstehen, was selbst Erwachsene verzweifeln lässt? Und natürlich ist sie demzufolge und weil ihr niemand hilft „verhaltensauffällig“! Hilfe ist auch nicht in Sicht, weder für sie noch für ihren Vater, denn (gefühlt) die Hälfte der Gemeindemitglieder ist ebenfalls depressiv. Es findet sich die ganze Bandbreite an möglichen Ursachen dafür: Der Tod enger Familienangehöriger, im Krieg erlittene Traumata, ungewollte Kinderlosigkeit, fehlende Anerkennung, Eheprobleme… Die andere Hälfte der Gemeinde könnte helfen? Sicher – aber die hat keine Zeit, weil sie fortwährend tratschen muss. Puh, das Lesen kostete mich ordentlich Nerven. Ich könnte hier endlos trostlose Passagen zitieren, aber das spare ich mir lieber. Auch dem Laien erschließt sich, dass Tyler alle Symptome einer klassischen Depression zeigt. In dieser Verfassung ist er natürlich auch nicht in der Lage Katherine zu helfen, deren gesamtes Verhalten ein einziger Hilfeschrei ist. Bezeichnend für die traurige Gesamtsituation ist, dass die Klassenlehrerin (ebenfalls problembehaftet) sich immer nur über Katherines Verhalten beschwert und ihre Auffälligkeiten betont. Und dabei gibt es sogar eine Psychologin an der Schule, aber was die von sich gibt, schlägt alles. (Ich schlage gerade noch mal in Gedanken die Hände über dem Kopf zusammen.) Ich hatte von Elizabeth Strout „Mit Blick aufs Meer“ gelesen. Auch dieser Roman spielt in einer amerikanischen Kleinstadt und gefiel mir sehr! Aber der hier… Natürlich gehören Klatsch und Tratsch zum Bild einer typischen Kleinstadt und natürlich haben Menschen Probleme, nicht selten auch ernsthafte. Gut, von einem Pastor, der an seinem Glauben zweifelt, liest man nicht so häufig und das hat der Handlung schon ein bisschen was Besonderes gegeben. Aber in der Summe war es für mich einfach ein wenig zu viel. Was will das Buch aussagen? Nun, zum einen wohl, dass Geistliche auch Menschen sind. (Wer hätte das gedacht!) Zum anderen, dass man nicht ständig über „auffällige“ Mitmenschen lästern soll, sondern mal überlegen sollte, wieso diese so sind, wie sie sind und was man tun könnte, um ihnen zu helfen. Ach ja, und dass ein Mann es irgendwann schaffen sollte, sich gegen seine Mutter durchzusetzen. Beides sind wirklich überraschende Botschaften ;-) Fazit: Nur zu empfehlen für Menschen, die sich gerne mit den Formen und Auswirkungen von Depressionen befassen. Wer selber gerade eher traurig ist, sollte die Finger von dem Buch lassen.

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