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Corpus Delicti

Ein Prozess

(7)
Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht dies aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. Juli Zeh entwirft in Corpus Delicti das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur irgendwann im 21. Jahrhundert, in der Gesundheit zur höchsten Bürgerpflicht geworden ist.



Portrait
Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Ihr Roman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg und ist mittlerweile in 24 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem "Deutschen Bücherpreis" (2002), dem "Rauriser Literaturpreis" (2002), dem "Hölderlin-Förderpreis" (2003), dem "Ernst-Toller-Preis" (2003), dem "Carl-Amery-Literaturpreis" (2009) und dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (2009). 2013 wurde sie mit dem"Thomas Mann Preis" für ihr "vielfälgiges Prosawerk" geehrt, 2014 mit dem "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis" für zeitkritische Literatur. Juli Zeh lebt in Leipzig.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 263
Erscheinungsdatum 09.08.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74066-6
Verlag btb
Maße (L/B/H) 189/118/25 mm
Gewicht 254
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 1.433
Buch (Taschenbuch)
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„Die totale Gesundheit“

Marcus Lehmann, Thalia-Buchhandlung Röhrsdorf

Juli Zehs Allegorie auf einen totalen Überwachungsstaat, der auf das Wohl seiner Bürger zu bauen meint, ist gleichzeitig ein Krimi und Plädoyer für die Menschlichkeit. Bis zum Schluss fiebert man mit der Hauptperson Mia mit, ja, sie wächst einem ans Herz. Umso überraschender das Ende, das ich an dieser Stelle aber leider nicht verraten Juli Zehs Allegorie auf einen totalen Überwachungsstaat, der auf das Wohl seiner Bürger zu bauen meint, ist gleichzeitig ein Krimi und Plädoyer für die Menschlichkeit. Bis zum Schluss fiebert man mit der Hauptperson Mia mit, ja, sie wächst einem ans Herz. Umso überraschender das Ende, das ich an dieser Stelle aber leider nicht verraten kann. Pflichtkauf für Fans von Orwells „1984“ oder Murakamis „1Q84“.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Bremen

Ein starker Roman, der zum Nachdenken anregt! Juli Zeh beschreibt hier gesellschaftskritisch, wie die Welt von morgen mit Gesundheitsdiktatur aussehen könnte. Anspruchsvoll! Ein starker Roman, der zum Nachdenken anregt! Juli Zeh beschreibt hier gesellschaftskritisch, wie die Welt von morgen mit Gesundheitsdiktatur aussehen könnte. Anspruchsvoll!

Sibylle Steinhauer, Thalia-Buchhandlung Darmstadt

Ein Plädoyer für unabhängiges Denken und eine Erinnerung daran, dass kein System perfekt sein kann. Verpackt in eine spannende Geschichte. Ein Plädoyer für unabhängiges Denken und eine Erinnerung daran, dass kein System perfekt sein kann. Verpackt in eine spannende Geschichte.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Weimar

In diesem Buch erleben Sie, wie Ihre Freiheit und Ihr Leben in einer fitkiven Gesundheitsdiktatur eingeschränkt werden würde. In diesem Buch erleben Sie, wie Ihre Freiheit und Ihr Leben in einer fitkiven Gesundheitsdiktatur eingeschränkt werden würde.

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Kühl und präzise entwirft Juli Zeh das Bild einer beklemmend nah erscheinenden Zukunft: niemand ist gnadenloser als der, der weiß, was am besten für alle ist! Kühl und präzise entwirft Juli Zeh das Bild einer beklemmend nah erscheinenden Zukunft: niemand ist gnadenloser als der, der weiß, was am besten für alle ist!

„A votre santé“

M. Dupré, Thalia-Buchhandlung Limburg

Irgendwann in der Mitte unseres Jahrhunderts: Die METHODE hat den veralteten, ineffektiven Staatsapparat abgelöst. Oberste Maxime der METHODE ist es, die Gesundheit ihrer Bürger nicht nur zu erhalten, sondern einen perfekten Gesundheitszustand zur Normalität zu erheben. Ergebnis: die Welt hat sich in eine Fitnessdiktatur verwandelt, Irgendwann in der Mitte unseres Jahrhunderts: Die METHODE hat den veralteten, ineffektiven Staatsapparat abgelöst. Oberste Maxime der METHODE ist es, die Gesundheit ihrer Bürger nicht nur zu erhalten, sondern einen perfekten Gesundheitszustand zur Normalität zu erheben. Ergebnis: die Welt hat sich in eine Fitnessdiktatur verwandelt, in der Bürger im Namen der Gesundheit gegängelt werden und in der obligatorisch abzuleistende Heimtrainer-Kilometer und Laborwert-Messgeräte in der Toilettenschüssel noch die angenehmsten Schikanen darstellen.
In dieser Welt des Hygiene- und Gesundheitswahns ist Mia Holl, eine dreißigjährige Biologin, eine völlig linientreue und Bürgerin. Als jedoch ihr lebensfroher und nonkonformistischer Bruder Moritz von der METHODE der Vergewaltigung bezichtigt wird und sich umbringt, gerät ihr starres Weltbild ins Wanken. Mit Folgen für sie selbst und mit noch weitreichenderen Folgen für die METHODE...
Juli Zehs Roman kann seine Herkunft (er entstand aus einem Theaterstück der Autorin, das unter anderem bei der Ruhrtriennale 2007 aufgeführt wurde) nicht verleugnen. Das Buch ist sehr dialoglastig und lebt von den Konstellationen zwischen seinen wenigen Figuren Das ist die Atmosphäre des Romans kühl, beinahe frostig, außer in den wenigen Szenen zwischen Mia und Moritz.
"Corpus delicti" ist vieles - Dystopie, gesellschaftlicher Kommentar, Satire, Geschichte einer Geschwisterbeziehung, philosophische Novelle. "Corpus delicti" ist aber vor allem eines: ein intelligenter Roman, der den Leser zum Nachdenken anstiftet. Und solche Bücher kann es gar nicht genug geben.

„Streben nach Gesundheit“

Maike Hiltmann, Thalia-Buchhandlung Jena

Ein erschreckend realitätsnahes Buch, dem es im Zeitalter der Gentechnik besondere Bedeutung zuzuschreiben gilt. Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit, doch wie weit darf der Staat eingreifen, um den Körper zu schützen? Die auf den ersten Blick absurde Idee einer Gesundheitsdiktatur ist doch nicht ganz so abwegig. Ein erschreckend realitätsnahes Buch, dem es im Zeitalter der Gentechnik besondere Bedeutung zuzuschreiben gilt. Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit, doch wie weit darf der Staat eingreifen, um den Körper zu schützen? Die auf den ersten Blick absurde Idee einer Gesundheitsdiktatur ist doch nicht ganz so abwegig. Das zumindest zeigt Juli Zeh in ihrem Roman ziemlich deutlich. Ich war bei der Lektüre zunächst fasziniert, dann erschreckt, bedrückt und schließlich äußerst überrascht. Mein Fazit: Ein rundum geglücktes Buch, das mit den großen dystopischen Romanen „1984“ oder „Der Report der Magd“ durchaus mithalten kann.

„Spannend und sehr aktuell“

Monika Bauer, Thalia-Buchhandlung Nürnberg

Wir haben das Szenario eines diktatorischen Gesundheitsstaates. Alle gesundheitlichen Aspekte eines Menschen werden staatlich, elektronisch überwacht. Geschildert wird ein Prozess: Angeklagt ist eine junge Frau des Widerstands gegen die "Methode". Mir hat sehr gut gefallen die Sprache der Autorin, die gut ausgetüftelte, spannende und Wir haben das Szenario eines diktatorischen Gesundheitsstaates. Alle gesundheitlichen Aspekte eines Menschen werden staatlich, elektronisch überwacht. Geschildert wird ein Prozess: Angeklagt ist eine junge Frau des Widerstands gegen die "Methode". Mir hat sehr gut gefallen die Sprache der Autorin, die gut ausgetüftelte, spannende und sehr aktuelle Geschichte und vor allem die Kompromißlosigkeit, mit der sie ihren Roman "durchzieht".

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ist schon so lange her das ich nicht mehr weiss um was es geht. Was ich aber noch gut weiss ist das mir das Buch sehr gut gefallen hat wie alles bislang von Frau Zeh... Ist schon so lange her das ich nicht mehr weiss um was es geht. Was ich aber noch gut weiss ist das mir das Buch sehr gut gefallen hat wie alles bislang von Frau Zeh...

Dirk Bluhm, Thalia-Buchhandlung Lünen

Das Juli Zeh zu den besten deutschsprachigen Gegenwartsautoren en gehört, beweist sie auch mit diesem Buch. Das Juli Zeh zu den besten deutschsprachigen Gegenwartsautoren en gehört, beweist sie auch mit diesem Buch.

„Wieder eine gute Juli Zeh“

Ursula Grützner, Thalia-Buchhandlung Radebeul

Das Szenario vom gläsernen Menschen begegnet uns als reale Gefahr immer öfter. Dieses Buch zeigt ein Gesundheitswesen in ungefähr 50 Jahren auf, das der Persönlichkeit jede Individualität nimmt. Die Handlung fasziniert und nahm mich total gefangen. Für die Hauptfigur Mia Holl gibt es ein "gutes" Ende, welches einen frieren lässt.
Mich
Das Szenario vom gläsernen Menschen begegnet uns als reale Gefahr immer öfter. Dieses Buch zeigt ein Gesundheitswesen in ungefähr 50 Jahren auf, das der Persönlichkeit jede Individualität nimmt. Die Handlung fasziniert und nahm mich total gefangen. Für die Hauptfigur Mia Holl gibt es ein "gutes" Ende, welches einen frieren lässt.
Mich haben bisher alle Bücher Juli Zehs beeindruckt. Sie hat einen ganz faszinierenden Stil, eine klare, durchdachte, schnörkellose Sprache. Den 1. Absatz von "Schilf" zu lesen war zum Beispiel für mich ein Fest! Oft sind ihre Bücher verstörend, z.B. "Spieltrieb" und doch fesselte auch dieses Buch mich bis zum Ende.

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Zwar ist das Thema der wichtig und richtig gewählt, aber diesmal liest sich Juli Zeh leider recht sperrig. Trotzdem sind die Fragen, die das Buch aufwirft, wichtig und lesenswert. Zwar ist das Thema der wichtig und richtig gewählt, aber diesmal liest sich Juli Zeh leider recht sperrig. Trotzdem sind die Fragen, die das Buch aufwirft, wichtig und lesenswert.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
6
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Super Buch
von denise s aus Beverungen am 17.09.2015

Wir lesen das Buch zur Zeit im Deutschunterricht und in den letzten 3 jahren haben wir jedes Jahr eine Lektüre/einen Roman gelesen und kein Buch war, meiner Meinung nach, so interessant wie dieses.Top +++++

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Die Zaunreiterin kämpft um ihren Bruder...
von Klaudia Szabo am 19.08.2015

Inhalt In einer Gesellschaft, als deren höchstes Gut die Gesundheit der Bewohner gilt, versinkt die Biologin Mia Holl in Depressionen. Seit ihr Bruder Moritz Selbstmord begangen hat, um einer langen Zeit in Kryostase, einer Form der Bestrafung von Verbrechen zu entgehen, kann sie ihre Pflichten nicht mehr wahrnehmen, weil sie... Inhalt In einer Gesellschaft, als deren höchstes Gut die Gesundheit der Bewohner gilt, versinkt die Biologin Mia Holl in Depressionen. Seit ihr Bruder Moritz Selbstmord begangen hat, um einer langen Zeit in Kryostase, einer Form der Bestrafung von Verbrechen zu entgehen, kann sie ihre Pflichten nicht mehr wahrnehmen, weil sie ihm hinterhertrauert. Durch die ständige Überwachung des Staates fällt ihr Verhalten aber auf, und führt dazu, dass sie sich vor Gericht verantworten muss. Dabei kommt ihre Beziehung zu ihrem Bruder ins Spiel, wird genau unter die Lupe genommen: Der lebensfrohe, rebellische Moritz soll angeblich einer Widerstandszelle, den “Schnecken”, angehört haben. Obwohl Mia ihn bewundert, ist sie doch zwiegespalten und versinkt damit in der Rolle der “Zaunreiterin”. Früher war sie diejenige, die immer die Regeln befolgt hat, um nicht aufzufallen, die ihre Gesundheit in den Fokus gestellt hat, nun fühlt sie sich in der Pflicht, Moritz’ Unschuld zu beweisen. Kann er denn wirklich eine junge Frau umgebracht haben? Seine DNA wurde am Tatort gefunden, und die Wissenschaft lügt nicht – aber gibt es wirklich keine Fehler im System? Im Kampf mit sich selbst versucht Mia verzweifelt, die Wahrheit zu finden, und löst dabei eine Lawine an Ereignissen aus, die sie für immer verändert – und viel zu schnell überrollt… Meine Bewertung Wo fange ich an? “Corpus Delicti” gehört zu meinen liebsten Büchern, meinen absoluten Favoriten. Wenn ich nur ein Buch besitzen dürfte, würde “Corpus Delicti” definitiv in der engeren Auswahl dazu sein. Konkurrenz macht diesem Meisterwerk nicht viel. Juli Zeh hat einfach einen ganz eigenen Stil, der mich bei jedem Lesen wieder in den Bann zieht. Mia Holl ist der fiktive Charakter, mit dem ich mich am meisten identifiziere. Noch nie habe ich über jemanden gelesen, der mir so nahe zu stehen schien, ich konnte jede ihrer Handlungen nachvollziehen, vollkommen verstehen, warum sie die Kontrolle verliert und in dem ganzen Strang der Ereignisse mitgerissen wird. Aber fangen wir am Beginn an: Mia ist ein Kind der Rationalität, der Wissenschaft, und damit charakterlich das Gegenteil ihres Bruders Moritz. Sein Freigeist macht ihr oft zu schaffen, was uns Lesern in eingeschobenen Flashbacks präsentiert wird. Mia genießt die Stunden mit ihrem Bruder, der in seiner Kindheit eine schwere Krankheit hatte und beinahe gestorben wäre, und seitdem seine Freiheit über alles stellt. Das System, in dem sie leben, kann er deshalb nicht gutheißen. Er fühlt sich eingeengt, überwacht, und bricht daher regelmäßig die Gesetze, worin er auch Mia verstrickt. Als er eines Tages festgenommen und des Mordes bezichtigt wird, ist es ihm lieber, Selbstmord zu begehen, als vom Staat eingefroren zu werden. Ausgerechnet Mia, die ihn über alles liebt, weil er ihr einziger Vertrauter ist, gibt ihm dabei das Werkzeug in die Hand. Doch nach seinem Tod versinkt sie in Depressionen, die Juli Zeh so gut beschreibt, dass es bei mir jedes Mal eine Gänsehaut auslöst. Mias innerer Konflikt, ob sie an Moritz Unschuld und einen Fehler im System, oder an die Möglichkeit, dass ihr Bruder ein Mörder ist, glauben soll, lässt ihr keine Ruhe, und tritt durch eine weitere tragende Rolle besonders stark auf: Die ideale Geliebte. Ihren Namen erfährt man nie – sie ein Erbstück, eine Freundin, die Mia von Moritz bekommen hat, und existiert nur in Mias Vorstellung, wo sie ihr mit sarkastischen Kommentaren zu helfen versucht, an Moritz’ Unschuld zu glauben. Weitere Nebencharaktere, wie Mias Anwalt Rosentreter, oder der Reporter Kramer, der gegen sie arbeitet und trotzdem immer versucht, ihr Vertrauen zu gewinnen, sind wahnsinnig gut gezeichnet, haben ihre eigene Persönlichkeit und interagieren mit Mia auf einem Niveau, das den Leser erschaudern lässt. Mias Unglück, ihr Kampf um Gerechtigkeit und die Wahrheit, reißt ihr gesamtes Umfeld mit sich – die Richterin Sophie, ihre Mitbewohner im Haus, ihren Anwalt, und die gesamte Gesellschaft, die davon durch die Medien erfährt. Der Spannungsaufbau des Buchs ist beeindruckend, vor Allem, weil Juli Zeh ihre Welt so meisterhaft aufbaut. Alles ist genau durchdacht, das System, das “Methode” genannt wird, agiert immer mehr mit gefährlichen und menschenrechtsverletzenden Mitteln, und stürzt dabei Mia immer tiefer in ihr Unglück. Der Überwachungsstaat, in dem alle Menschen auf ihre Gesundheit reduziert werden, in dem sie bestimmte Gebiete nicht betreten dürfen, in dem der ideale Partner nach wissenschaftlichen Maßstäben vorgeschlagen und ein Abweichen davon strafbar ist, und in dem auch Folter angewandt wird, wenn die Menschen nicht gehorchen – genau das ist die “Methode”, die teilweise erschreckend an heutige Maßnahmen erinnert, vor Allem in der Überwachung. Auch philosophische Ansätze lassen sich hier finden, etwa in Moritz mit seinem Freiheitsstreben, und dieses Buch eignet sich sehr gut für ethische Diskussionen. Wer ein fröhliches Buch haben möchte, sollte nicht zu “Corpus Delicti” greifen. Aber wenn ihr nachdenken möchtet, wirklich herausgefordert werden möchtet und auch nicht vor einigen rechtlichen Stellen zurückschreckt, ist Juli Zehs Meisterwerk definitiv geeignet. Ich werde wohl nie genug von diesem Buch kriegen – und wenn ihr darauf steht, eine Gänsehaut zu kriegen und noch wochenlang darüber nachzudenken, wie ihr in solch einem Staat handeln und leben würdet, ist Mia Holls Fall genau das Richtige für euch.

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Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden am 18.02.2012

Wie gewohnt erhält man von Juli Zeh einen spannenden und verstrickten Roman. Wir befinden uns in einem totalitären Staat, welcher durch die "Methode" kontrolliert wird. Darin ist jede Kritik untersagt und es bezeichnet sich selbst als unfehlbar. Daran beginnt die Protagonistin, Mia Holl, aber zu zweifeln, als ihr Bruder... Wie gewohnt erhält man von Juli Zeh einen spannenden und verstrickten Roman. Wir befinden uns in einem totalitären Staat, welcher durch die "Methode" kontrolliert wird. Darin ist jede Kritik untersagt und es bezeichnet sich selbst als unfehlbar. Daran beginnt die Protagonistin, Mia Holl, aber zu zweifeln, als ihr Bruder im Gefängnis stirbt. Durch ihre Aussagen erzürnt sie das System und muss sich vor Gericht verantworten. Dabei spürt man wieder das Sachwissen der Autorin, welche Jura studierte. Diese dystopische Geschichte hat mir sehr gut gefallen und brachte mich zum Nachdenken. Es ist allen Lesern, die an möglichen Zukunftsszenarien interessiert sind. Es kann aber auf jeden Fall auch als Kritik an aktuellen Themen aufgefasst werden.

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Individuelle Zukunftsbestimmung
von einer Kundin/einem Kunden am 31.01.2011

Juli Zeh, Juristin von Beruf, entwirft hier ein zukünftiges Bild unserer Gesellschaft. Der Staat kontrolliert seine Bürger. Gesundheit hat Priorität, d.h. die "Methode" verlangt ein bestimmtes Sportpensum, Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten werden genauest geprüft. Die junge Mia Holl, eine Frau von 30 Jahren, widersetzt sich diesem System.Sie zeigt zu viel an... Juli Zeh, Juristin von Beruf, entwirft hier ein zukünftiges Bild unserer Gesellschaft. Der Staat kontrolliert seine Bürger. Gesundheit hat Priorität, d.h. die "Methode" verlangt ein bestimmtes Sportpensum, Schlaf- und Ernährungsgewohnheiten werden genauest geprüft. Die junge Mia Holl, eine Frau von 30 Jahren, widersetzt sich diesem System.Sie zeigt zu viel an Liebe(Bruder), denkt zu intensiv nach und will unabhängig sein.Dadurch wird sie zu einem gefährlichen Subjekt der Gesellschaft. In einem Prozess muss sie sich daher verantworten.Sie will beweisen, dass ihr Bruder, wegen angeblicher Vergewaltigung verurteilt, unschuldig ist.Sie lehnt sich gegen das System auf, auch aus Liebe zu ihrem Bruder, der sich das Leben genommen hat. In Juli Zeh`s Roman kommen viele aktuelle Themen zur Sprache: wie weit darf der Staat den einzelnen kontrollieren und seine Freiheit einschränken; gibt es noch ein Recht auf Widerstand gegen diese "Methode"; wie weit kann der einzelne Bürger sein Tun noch selbst bestimmen; All diese Fragen stellen wir uns ja heute auch.Was wird die Zukunft diesbezüglich wirklich bringen?Wie weit wird es Realität werden, dass der einzelene mensch kein freier Bürger mehr sein darf?

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Beklemmende Zukunftsvision
von Sabrina Wallant aus Erlangen am 03.09.2010

In diesem Buch ist 1984 schon lange Realität. Der Mensch definiert sich nur noch über die Gesundheit seines Körpers, Krankheit (auch geistige) ist verpönt, wird als subversive Kraft angesehen bzw darf nicht exsistieren. Dieses Buch geht einem wirklich nahe und die Kritik an den aktuellen Verhältnissen ist nicht zu... In diesem Buch ist 1984 schon lange Realität. Der Mensch definiert sich nur noch über die Gesundheit seines Körpers, Krankheit (auch geistige) ist verpönt, wird als subversive Kraft angesehen bzw darf nicht exsistieren. Dieses Buch geht einem wirklich nahe und die Kritik an den aktuellen Verhältnissen ist nicht zu überhören. Hat das Zeug zu einem modernen Klassiker!

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Corpus Delicti
von einer Kundin/einem Kunden am 06.09.2010

Mia Holl eine junge Naturwissenschaftlerin muß sich vor einem Schwurgericht verantworten, da sie nicht der Norm entsprechend lebt. Sie trauert um ihren Bruder, der in Haft Selbstmord begannen hat, er wurde wegen Vergewaltigung verurteilt, rein auf Grund von Indizien , und nun stellt sie das System in Frage. Gesundheit ist zur... Mia Holl eine junge Naturwissenschaftlerin muß sich vor einem Schwurgericht verantworten, da sie nicht der Norm entsprechend lebt. Sie trauert um ihren Bruder, der in Haft Selbstmord begannen hat, er wurde wegen Vergewaltigung verurteilt, rein auf Grund von Indizien , und nun stellt sie das System in Frage. Gesundheit ist zur höchsten Bürgerpflicht geworden und deswegen kontrolliert das System jeden Schritt seiner Bürger, die verpflichtet sind zur Abgabe von täglichen Schlaf.-und Ernährungsberichrten. In einer Zeit wo der Staat die komplette Kontrolle über die Menschen des Landes übernommen hat , sind Personen die das System in Frage stellen als Staatsfeinde zu sehen und zu verfolgen. Da genügt es schon, wenn man die Reinlichkeitsvorschriften nicht befolgt, die von System auferlegte Ernährung nicht beachtet und das täglich festgelegte Programm auf dem Hometrainer ausfallen läßt. In diesem als Science-Fiction dargestellten Roman werden höchst aktuelle Themen aufgeworfen: wo beginnen die individuellen Rechte und wie weit kann der Staat diese einschränken, welches Recht hat der Staat auf das Leben des einzelnen Bürgers Einfluß zu nehmen. Ein 1984 der nahen Zukunft, visionär, spannend und politisch, ein sehr wichtiges Buch, da es aufwühlt.

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Corpus delicti
von Theresa Graner am 21.12.2009
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Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Mia Holl, eine junge, kluge und unabhängige Frau, die ihre Umwelt bewusst wahrnimmt und hinterfragt, lebt in einer Gesundheitsdiktatur. Das oberste Prinzip des Staates und der Gesellschaft ist es, dass alle Menschen körperlich gesund sind. Denn das Gesetz sagt: nur wer körperlich... Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Mia Holl, eine junge, kluge und unabhängige Frau, die ihre Umwelt bewusst wahrnimmt und hinterfragt, lebt in einer Gesundheitsdiktatur. Das oberste Prinzip des Staates und der Gesellschaft ist es, dass alle Menschen körperlich gesund sind. Denn das Gesetz sagt: nur wer körperlich gesund ist, kann es auch seelisch sein und damit zu einem wertvollen Teil der Gesellschaft werden. Diese oberste Maßgabe wird mit allumfassender gesundheitlicher Überwachung der Menschen erreicht. Die Protagonistin kommt mit diesem Prinzip, genannt die Methode, in Konflikt. Haben wir ein Recht auf Krankheit? Haben wir ein Recht auf Unvollkommenheit? Haben wir ein Recht auf Nicht-Funktionieren? Mia Holl nimmt den Leser mit in den Kampf gegen die Methode und bezieht ihn auf unterschwellige, aber bestechende Weise in die Beantwortung der Daseinsfragen ein. Mein Fazit: Kein Buch, das sich zur leichten Sonntagslektüre eignet! Brutal und zärtlich, kreischend und lieblich singend, scharfkantig und weich. Absolut beeindruckend!

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Beklemmend!
von Katharina Pfeiffer aus Wuppertal am 28.09.2009
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Corpus Delicti – Ein Prozess Man stelle sich eine Welt vor, die völlig frei von Keimen ist. In der Küssen wegen der Gefahr der Krankheitsübertragung verboten ist und die sich in septische und antiseptische Zonen teilt. Diese Welt verurteilt Mia Holl, eine 33jährige attraktive, und vor allem vom System der... Corpus Delicti – Ein Prozess Man stelle sich eine Welt vor, die völlig frei von Keimen ist. In der Küssen wegen der Gefahr der Krankheitsübertragung verboten ist und die sich in septische und antiseptische Zonen teilt. Diese Welt verurteilt Mia Holl, eine 33jährige attraktive, und vor allem vom System der absoluten gesundheitlichen Kontrolle überzeugte Frau dazu, auf unbestimmte Zeit eingefroren zu werden. Grund: Illegale systemfeindliche Machenschaften in Zusammenarbeit mit der R.A.K. (Recht auf Krankheit). Indizien: Massive Vernachlässigung ihrer körperlichen Hygiene. Der Untertitel „Ein Prozess“ ist sicherlich nicht zufällig gewählt, denn die Story kommt zunächst doch recht kafkaesk daher, denn Mia, die an die Unfehlbarkeit der Methode, wie das System sich nennt, und an deren Sinn und Zweck für das Wohl der Menschheit glaubt, weiß gar nicht wie ihr geschieht, als sie plötzlich abgeführt und ihr Terrorismus vorgeworfen wird. Im folgenden jedoch erklärt sich hierzu einiges. Ihr Bruder Moritz, beging nämlich Selbstmord im Gefängnis der Methode, in dem er seine Zeit bis zu seiner Einfrierung fristen sollte, zu der er wiederum verurteilt worden war, weil seine Schuld an einem Mord ihm scheinbar zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Schließlich sind alle biologischen Daten eines jeden Bürgers zweifelsfrei erfasst und DNA kann man nun mal nicht fälschen. Doch Moritz besteht auf seiner Unschuld und Mia glaubt ihm. Nach Moritz Selbstmord ist sie tief erschüttert und versucht ihren Verlust dadurch zu mindern, dass sie Orte aufsucht, die sie an ihn erinnern und Dinge tut, die er gemacht hat. Aber Moritz war zu Lebzeiten alles andere als ein Fan der Methode. Er liebte Schnecken, er liebte Dreck, er liebte die Natur. Es zog ihn in die antiseptischen Zonen und mehr als einmal versäumte er, seinen täglichen gesundheitlichen Status durch Abgabe regelmäßiger Urin- und Blutproben zu Protokoll zu geben. Und so sucht sie eben die Gegenden außerhalb der Zone auf, die Moritz besonders mochte, ohne zu wissen dass die Methode hier schon seit längerem heimliche Treffen der als Terrorgruppe eingestuften R.A.K. vermutet, von denen Mia freilich nicht den blassesten Schimmer hat. Die Methode schafft es, alles was sie tut, zu ihren Lasten auszulegen und sammelt somit einen Beweis nach dem anderen für ihre staatsfeindlichen Machenschaften. Aufgrund der Anschuldigungen und wegen Moritz’ Verurteilung beginnt Mia tatsächlich langsam an der Methode und deren Unfehlbarkeit zu zweifeln und versucht mit aller Kraft, die Unschuld ihres Bruders nachzuweisen. Kommt sie gegen das System an? Das total ist und keinen Zweifel duldet? Das alle Krankheiten ausgerottet hat, zum Preis der absoluten Kontrolle jedes Einzelnen? Juli Zeh hat einen spannenden utopischen Roman geschrieben, der aktueller kaum sein könnte, in einer Zeit, in der täglich Debatten zum Thema genetischer Fingerabdruck oder Zensur im Internet geführt werden. Zeh verbindet ihr juristisches Wissen gekonnt mit ihrem sprachlichen Talent und Einfallsreichtum. Ein fantastisches Buch, das durch seinen nüchternen Blick auf die Tatsachen der Welt und durch absolut treffsichere Formulierungen besticht. Alle Juli Zeh - Fans werden sich freuen. Ansonsten spricht es wohl den eher anspruchsvollen Leser an, der das Originelle einer Idee und die Kunst des Formulierens liebt.

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Die „gesunde“ Diktatur
von J.G. aus Berlin am 20.08.2009
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Mia Holl wird der „methodenfeindlichen Umtriebe und der Führung einer methodenfeindlichen Vereinigung“ angeklagt. Was ist die Methode? Der Roman spielt im Jahre 2057, in der die Staatsform „Die Methode“ herrscht. Dabei steht die Gesundheit auf oberster Staatpflicht. Dazu gehört, dass jeder Mensch Ernährungs- und Schlafberichte abgeben muss, jeder muss... Mia Holl wird der „methodenfeindlichen Umtriebe und der Führung einer methodenfeindlichen Vereinigung“ angeklagt. Was ist die Methode? Der Roman spielt im Jahre 2057, in der die Staatsform „Die Methode“ herrscht. Dabei steht die Gesundheit auf oberster Staatpflicht. Dazu gehört, dass jeder Mensch Ernährungs- und Schlafberichte abgeben muss, jeder muss Sport treiben und dabei ein bestimmtes Soll an Kilometern trainieren. Die Sollvorgaben werden vom Staat kontrolliert und aufgezeichnet und bei Nichteinhaltung strafrechtlich verfolgt. So sind einfache Dinge des Lebens wie z.B. das Rauchen, sich Küssen, Halten frischer Blumen, barfuss laufen verboten. Mia Holl trauert um den Tod ihres Bruders Moritz, der sich im Gefängnis das Leben genommen hat. Er war der Vergewaltigung und des Mordes an seiner großen Liebe angeklagt. Moritz hat sich nicht immer an alle Regeln der Methode gehalten, weil er erkannt hat, dass die Methode ihn nicht glücklich macht. Mia gerät innerhalb ihrer Trauer immer tiefer in Schwierigkeiten ohne viel eigenes Selbsttun. Ihre Aussagen werden manipuliert, ihr Verteidiger verteidigt sie nicht wirklich, sondern geht einem Selbstzweck nach. Die innere Zerrissenheit zwischen innerer Emigration und offener Rebellion wird in den Figuren von Moritz und Mia außerordentlich deutlich. Die Gedankengänge und Dialoge innerhalb des Romans regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Und das sollten sie auch! Der Aufbau von „Corpus Delicti“ erinnert an ein Theaterstück. Die nüchterne, klare und schnörkellose Schreibweise von Juli Zeh ist sehr beeindruckend und passt wundervoll zu den Leitgedanken der „Methode“. Auch die Figuren wirken oftmals leer und emotionslos, was aber durch die Story einer rein auf das Erhalten biologischer Funktion fixierten Gesellschaft sinnvoll erscheint. Die Ausdrücke oder auch Ausrufe („Hol mich der Virus“), die Zeh für die „Methode“ geschaffen hat, sind sehr eindrucksvoll, wenn auch beängstigend. Ein Buch, welches zum Nachdenken anregen soll!!!

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Beklemmend kaltes Zukunftsszenario
von Mirjam Berle aus Hagen am 22.07.2010
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Wir schreiben das Jahr 2057 – Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sind das höchste Gut der Menschheit, Krankheiten nahezu ausgerottet. In dieser Gesellschaft werden Paarbeziehungen auf Basis des jeweiligen Immunsystems geschlossen, körperliche Ertüchtigung überwacht der Staat über einen implantierten Chip... Der Selbstmord ihres Bruders Moritz entzieht der Protagonistin Mia Holl... Wir schreiben das Jahr 2057 – Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sind das höchste Gut der Menschheit, Krankheiten nahezu ausgerottet. In dieser Gesellschaft werden Paarbeziehungen auf Basis des jeweiligen Immunsystems geschlossen, körperliche Ertüchtigung überwacht der Staat über einen implantierten Chip... Der Selbstmord ihres Bruders Moritz entzieht der Protagonistin Mia Holl die Lebensgrundlage. Sie versinkt in tiefe Trauer und zieht damit den Argwohn des Staats auf sich. Zuviel Liebe, versäumte Sporteinheiten, Ausflüge in die Natur (welche, weil nicht steril, ein Tabu darstellt), machen in diesem Staat terrorverdächtig. Juli Zeh zeichnet eine Utopie, die erschreckend realistisch ist. So kalt und unmenschlich diese Gesellschaft, so kalt auch die Sprache, welche die Autorin für dieses Buch wählt. Beklemmend, abschreckend, lesenswert.

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Zielsicher - Juli Zeh ist, was wir suchen!
von Sandra am 28.12.2009
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Juli Zeh verdient ihre Preise mit Recht - die Geschichte von Mia ist bis zum Ende gut durchdacht, lässt nie nach, bleibt also spannend, und steuert schnurstracks das Ende an.

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erschütternde Utopie
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 21.04.2009
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

ich nenne diese Geschichte eine Utopie, denn genauso wie Platons Staats-Utopie ihren lauten Widerhall im Dritten Reich erfuhr, so finde ich Echos dieser Geschichte in der Jetztzeit, und das finde ich sehr bedenklich. Knapp, ohne Schnörkel, alles Geschriebene hat seinen Platz (keine Füllwörter). Empfehlenswert, gibt einem Einiges zu denken.

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Interessante Auseinandersetzung
von einer Kundin/einem Kunden am 16.04.2015
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

Stil und Ausdruck sind sehr gut, allerdings gerät die Geschichte etwas kurz. Somit kann nicht allzusehr in Tiefe dieser Welt/Gesellschaft eingegangen werden. Grundsätzlich wäre das Thema schon sehr interessant. Wesentlich höherwertig und detailreicher kann hier 1984 und/oder auch Eine schöne neue Welt genannt werden.

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