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Das Fest des Ziegenbocks

Roman

(3)
Als Urania Cabral nach langen New Yorker Exiljahren nach Santo Domingo zurückkehrt, auf die Insel, die sie nie wieder betreten wollte, findet sie ihren Vater stumm und im Rollstuhl vor. Der einstige Senatspräsident und Günstling des Diktators blickt sie auf ihre schweren Vorwürfe nur starr an, und Urania bleibt allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der Willkür – und an ein ungeheuerliches Geschehen.Mit ihr kehren wir zurück ins Jahr 1961, als die dominikanische Hauptstadt noch Ciudad Trujillo heißt. Dort herrscht ein Mann, der nie schwitzt, mit absoluter Macht über drei Millionen Untertanen, nackte Gewalt ausübend, wo sie ihm nutzt, Charme und intellektuelle überlegenheit ausspielend, wo er die Gebildeten und die Oberschicht ins Kalkül zieht. Uranias Vater ist da nur eine Schachfigur im perfiden Spiel des Diktators.Während der »Große Wohltäter«, der fast das ganze Land in seinen persönlichen Besitz gebracht hat, Militär, Kirche, amerikanische Botschaft im Schach zu halten vermeint, sind seine Attentäter längst unterwegs – ohne ihrerseits zu ahnen, daß in ihrem Rücken ein machiavellistischer Machtwechsel im Gange ist.Im eisigen Zentrum von Vargas Llosas Roman steht die nur allzu reale Gestalt des General Leónidas Trujillo, genannt »Der Ziegenbock«. Doch der Blick des Schriftstellers dringt unter die historische Haut, macht uns zu Zeitgenossen, zu Mitwissern. Den Verschwörern mit ihrer brennenden Begierde, ihren Demütiger zu beseitigen, den intelligenten Politschranzen und den Opfern gibt der Erzähler seine eindringliche Stimme. Und er schürzt den dramatischen Knoten so gekonnt, daß diese Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.
Portrait
Mario Vargas Llosa wurde am 28. März 1936 in Arequipa (Peru) geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Bolivien, Piura (Nordperu) und Lima. Im Alter von 18 Jahren heiratete er Julia Urquidi, mit der er neun Jahre zusammenlebte. Diese Beziehung verarbeitete er später in seinem Roman Tante Julia und der Kunstschreiber . Bereits während seines Studiums der Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid (Promotion über Gabriel García Márquez) schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen. 1963 erschien sein erster Roman La ciudad y los perros (dt. Die Stadt und die Hunde ), der auf eigenen Erfahrungen in der Kadettenanstalt Leoncio Prado in Lima beruht. Der Roman wurde in Spanien mehrfach ausgezeichnet und in über 20 Sprachen übersetzt. Vargas Llosa war als Gastprofessor in Washington, Puerto Rico, London, New York und Cambridge tätig. 1989 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático für die peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag 1990 im zweiten Wahlgang. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück. Mario Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard (1992), Princeton (1993) und Oxford (2004). 2010 erhält er den Nobelpreis für Literatur "für seine Kartografie von Machtstrukturen und seine energischen Bilder des individuellen Widerstands, der Rebellion und Niederlage". Heute lebt Mario Vargas Llosa mit seiner Frau Patricia in Madrid und Lima.
Er gehört zu den bekannten lateinamerikanischen Autoren. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfasst neben Romanen auch Erzählungen, politische Betrachtungen, Theaterstücke und Essays. 1977 gewählt zum Präsidenten des Internationalen P.E.N.-Clubs. 1996 ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2008 mit dem Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung. 2010 erhielt Mario Vargas Llosa den Nobelpreis für Literatur.
Elke Wehr, 1946 in Bautzen geboren, studierte Französisch und Italienisch in Paris und Heidelberg und ist literarische Übersetzerin Spanisch schreibender Autoren wie Manuel Rivas, Javier Marias oder des Nobelpreisträgers Octavio Paz. 2006 erhielt sie den Paul-Celan-Preis für ihr Gesamtwerk.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 538
Erscheinungsdatum 28.10.2002
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-39927-9
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 190/118/35 mm
Gewicht 498
Originaltitel La Fiesta del Chivo
Auflage 9. Auflage
Verkaufsrang 85.390
Buch (Taschenbuch)
12,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Wenn Wohltäter zu Tätern werden“

Jan-Hendrik Kopf, Thalia-Buchhandlung Bremen

Es sind große politische Themen, die Mario Vargas Llosa in seinem Roman „Das Fest des Ziegenbocks“ behandelt: Macht, Unterdrückung, Devotismus und Widerstand. Die Handlung dieses großartigen Romans dreht sich um die historisch verbriefte Figur des dominikanischen Diktators Trujillo, der sein Land bis in die 60er Jahre hinein mittels Es sind große politische Themen, die Mario Vargas Llosa in seinem Roman „Das Fest des Ziegenbocks“ behandelt: Macht, Unterdrückung, Devotismus und Widerstand. Die Handlung dieses großartigen Romans dreht sich um die historisch verbriefte Figur des dominikanischen Diktators Trujillo, der sein Land bis in die 60er Jahre hinein mittels Gewalt, Überwachung, Terror und Folter regierte. Geschickt erzählt Vargas Llosa die Geschichten der Täter und Opfer dieses despotischen Systems aus verschiedensten Erzählperspektiven.

Trujillo selbst ist ein schonungs- und mitleidloser Autokrat, der, im Glauben stets im Sinne und für das Wohl seines Volkes zu handeln, vor keinem noch so perfiden Mittel zurückschreckt, sich seiner politischen Gegner zu entledigen. Dazu bedient er sich eines ausgeklügelten Machtapparates aus Militärs und Politikern, deren Brutalität nur noch von ihrer Hingabe zum großen „Wohltäter“ der Nation überragt wird.

Doch gleichsam regt sich Widerstand gegen die untragbaren Verhältnisse, unter denen täglich Menschen auf mysteriöse Weise verschwinden und nie wieder auftauchen. Ein eingeschworener Kreis von Eingeweihten – jeder von ihnen aus ganz eigenen und persönlichen Beweggründen – plant ein Attentat auf den Diktator, dessen Gelingen alles andere als sicher ist.

Nicht zuletzt sind es vor allem aber auch die persönlichen Einzelschicksale, die einen bei der Lektüre dieses aufwühlenden Buches bewegen. So wie bei der Exil-Dominikanerin Urania, die nach drei Jahrzehnten in ihre Heimat zurückkehrt, um sich den Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen.

All diese unterschiedlichen Charaktere und Handlungsstränge verknüpft Mario Vargas Llosa auf meisterliche Weise zu einem mitreißenden literarischen Kosmos aus Gewalt, Intrige, Aufbegehren und Hoffnung. Dabei erweist er sich stets als grandioser Erzähler und Beobachter: Seine Figuren sind facettenreich, vielschichtig, im besten Sinne ambivalenter Natur und dadurch vor allem eines, lebendig. Es ist der großen Schreibkunst des Autors zu verdanken, dass seine Protagonisten weder schablonenhaft noch holzschnittartig, weder grundsätzlich gut noch böse wirken, sondern im höchsten Maße glaubwürdig und menschlich daherkommen. „Das Fest des Ziegenbocks“ ist ein bewegendes, schonungsloses, unglaublich spannendes und nicht zuletzt hochpolitisches und humanitäres Buch, das Mario Vargas Llosa einmal mehr als großartigen Kenner der lateinamerikanischen Geschichte und Seele ausweist.

Kundenbewertungen


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grausam, fesselnd, großartig
von einer Kundin/einem Kunden am 05.03.2013

"Der Ziegenbock" wurde der absolut über die dominikanische Republik herrschende Diktator Trujillo genannt,eine der blutigsten, bizarrsten und ambivalentesten Verkörperungen des lateinamerikanischen Diktators. Mario Vargas Llosa erzählt die Geschichte, das Leben und Leiden der Urania Cabral und das ihrer Familie,Freunde, Bekannten und Landsleute verwoben mit dem Leben der historischen Gestalt des... "Der Ziegenbock" wurde der absolut über die dominikanische Republik herrschende Diktator Trujillo genannt,eine der blutigsten, bizarrsten und ambivalentesten Verkörperungen des lateinamerikanischen Diktators. Mario Vargas Llosa erzählt die Geschichte, das Leben und Leiden der Urania Cabral und das ihrer Familie,Freunde, Bekannten und Landsleute verwoben mit dem Leben der historischen Gestalt des Alleinherrschers Trujillo Er hat dafür 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen bekommen.

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spannend und schockierend zugleich
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 27.10.2010

Das Buch beschreibt die Lage der Dominikanischen Republik im 2. Weltkrieg unter dem Diktator Trujillo und die damit verbundenen Schikanen der Diktatur. Es ist spannend und zugleich erschreckend, da sehr bildhaft geschildert wird, was sich hinter den Kulissen alles abgespielt hat. Insgesamt ein außerordentlich fesselnder Eindruck untermalt von der... Das Buch beschreibt die Lage der Dominikanischen Republik im 2. Weltkrieg unter dem Diktator Trujillo und die damit verbundenen Schikanen der Diktatur. Es ist spannend und zugleich erschreckend, da sehr bildhaft geschildert wird, was sich hinter den Kulissen alles abgespielt hat. Insgesamt ein außerordentlich fesselnder Eindruck untermalt von der Geschichte einer Frau, die von New York zurück in ihre Heimatstadt kommt und nun alles mit anderen Augen sieht.

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