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Das glücklichste Volk

Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas

(2)
Vom Missionar zum Bekehrten


Als Daniel Everett 1977 mit Frau und Kindern in den brasilianischen Urwald reiste, wollte er als Missionar den Stamm der Pirahã, der ohne Errungenschaften der modernen Zivilisation an einem Nebenfluss des Amazonas lebt, zum christlichen Glauben bekehren. Er begann die Sprache zu lernen und stellte schnell fest, dass sie allen Erwartungen zuwiderläuft. Die Pirahã kennen weder Farbbezeichnungen wie rot und gelb noch Zahlen, und folglich können sie auch nicht rechnen. Sie sprechen nicht über Dinge, die sie nicht selbst erlebt haben – die ferne Vergangenheit also, Fantasieereignisse oder die Zukunft. Persönlicher Besitz bedeutet ihnen nichts.


Everett verbrachte insgesamt sieben Jahre bei den Pirahã, fasziniert von ihrer Sprache, ihrer Sicht auf die Welt und ihrer Lebensweise. Sein Buch ist eine gelungene Mischung aus Abenteuererzählung und der Schilderung spannender anthropologischer und linguistischer Erkenntnisse. Und das Zeugnis einer Erfahrung, die das Leben Everetts gründlich veränderte.



Portrait
Daniel Everett, geboren 1951 in Kalifornien, ist Professor für Linguistik an der Illinois State University. 1977 reiste er zum ersten Mal als Missionar zu den Pirahã in das brasilianische Amazonasgebiet, widmete sich jedoch bald nur noch der Erforschung ihrer Sprache und Kultur.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 414
Erscheinungsdatum 21.05.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-570-55167-7
Verlag Pantheon
Maße (L/B/H) 202/127/37 mm
Gewicht 500
Originaltitel Don't Sleep, There Are Snakes. Life and Language in the Amazonian Jungle
Abbildungen mit schwarzweissen Fotos im Text, Farbfotoss auf Taf.
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 22.284
Buch (Paperback)
16,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Don't sleep, there are snakes“

Ulrike Brügger, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Daniel Everett, ein amerikanischer Linguist, lebte lange mit seiner Familie bei den Piraha, einem Volk im Amazonasgebiet. Ursprünglich gekommen, um die Bibel in ihre Sprache zu übersetzen und sie zum Christentum zu bekehren, wurde er schließlich selbst abtrünnig, weil ihm das unmittelbare Erleben dieser Menschen auch plausibler erschien. Daniel Everett, ein amerikanischer Linguist, lebte lange mit seiner Familie bei den Piraha, einem Volk im Amazonasgebiet. Ursprünglich gekommen, um die Bibel in ihre Sprache zu übersetzen und sie zum Christentum zu bekehren, wurde er schließlich selbst abtrünnig, weil ihm das unmittelbare Erleben dieser Menschen auch plausibler erschien. Interessant sind vor allem die sprachlichen Besonderheiten. Sie haben z.B. keine Zahlwörter, da sie sowieso nicht zählen. Wenn dieser bekehrte Missionar zwei Stöcke statt nur einem hochhielt, umschrieben sie es mit "eine geringfügige Menge mehr". Auch nach mehrmonatigem Rechenunterricht gelang es keinem von ihnen, bis zehn zu zählen. Sie schlafen nachts nicht, jedenfalls nicht lange am Stück, sondern über den ganzen Tag verteilt immer mal wieder. Dazwischen quatschen sie die ganze Zeit laut aus ihren Hütten heraus, auch nachts.
Ihr Gutenachtgruß an Everett lautete dementsprechend: "Don't sleep, there are snakes" (das ist auch der Titel des amerikanischen Originals). Alles wird sofort gemacht. Wenn nachts um drei Fische gefangen werden, stehen alle auf, essen ihn und legen sich wieder hin. Zudem leben sie in fröhlichster Promiskuität, sodass Everett erst gar keinen Versuch unternahm, sie zu ehelicher Treue anzuhalten. Das hat mich schon sehr erheitert, zumal der Autor seine früheren Ambitionen selbst recht ironisch darstellt und sich ohnehin hauptsächlich mit Sprache und Vorstellungswelt dieser Glücklichen beschäftigte. Tatsächlich lachen sie den ganzen Tag oder lächeln doch. Ein Faszinosum ohne Ende für die überzivilisierten und oft auch griesgrämigen westlichen Leser. Als Everett sie einmal fragte, ob sie wüssten, warum er bei ihnen sei, antworteten sie: "Weil es hier schön ist. Der Dschungel ist schön, der Fluss ist schön. Und du bekommst Fische von uns."

Kundenbewertungen


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Ein besonderes Volk-eine besondere Sprache
von Dorothee Jaschke aus Reutlingen am 18.06.2012

Daniel Everett gibt uns in diesem Buch interessante Einblicke in das Leben der Piraha-Indianer, die im brasilianischen Urwald leben. Sieben Jahre hat er dort verbracht und eigentlich wollte er missionieren, doch am Ende verlor er seinen Glauben. Sehr interessant fand ich die Beschreibung wie die Piraha denken und leben,... Daniel Everett gibt uns in diesem Buch interessante Einblicke in das Leben der Piraha-Indianer, die im brasilianischen Urwald leben. Sieben Jahre hat er dort verbracht und eigentlich wollte er missionieren, doch am Ende verlor er seinen Glauben. Sehr interessant fand ich die Beschreibung wie die Piraha denken und leben, natürlich schlägt sich dies auch in ihrer Sprache nieder.Da ich kein Sprachwissenschaftler bin, fand ich die Details zur Sprache jedoch sehr langatmig, deshalb nur 4 Sterne für dieses sonst sehr fesselnde Buch!

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