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Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen

Roman

(1)

Risiken abzusichern ist ihr Geschäft. Doch sie verstrickt sich in Unsicherheiten, trügerische Phantasien und Ängste. Brillant, packend und raffiniert erzählt Thomas von Steinaeckers großer Zeitroman von unserer Welt, in der alle Sicherheiten endgültig abhanden gekommen sind und unsere Sehnsüchte in die Irre führen. Ein schlau-präzises und gespenstisch-surreales Porträt unserer Gegenwart.

Renate Meißner wird versetzt, befördert und gewinnt für ihre Versicherungsgesellschaft einen großen Auftrag. Doch eine interne Evaluierung ergibt, dass in ihrer Abteilung Stellen gestrichen werden. Vielleicht war die Versetzung ein abgekarterter Spiel, um sie loszuwerden? Der große Auftrag ein Test? Sie reist nach Russland, um die Grande Dame hinter dem Projekt kennenzulernen, die Herrin über ein generationenaltes Vergnügungspark-Imperium. Die Greisin scheint erstaunliche Ähnlichkeiten mit Renates verschwundener Großmutter zu haben. In einer Welt futuristischer Jahrmarktsattraktionen verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Phantasie. Welcher Wirklichkeit ist noch zu trauen?
Thomas von Steinaeckers Roman entwirft ein großes Panorama, das mit Fotos, Zeichnungen und Tabellen die Möglichkeiten realistischen Erzählens auslotet und ein phantastisches Paranoia-Spiel in Gang setzt.

Portrait

Thomas von Steinaecker, geboren 1977 in Traunstein, wohnt in Augsburg. Er schreibt vielfach ausgezeichnete Romane – unter anderem ›Wallner beginnt zu fliegen‹ und ›Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen‹ – sowie Hörspiele. Außerdem dreht er Dokumentarfilme, für die er unter anderem den ECHO Klassik erhielt. Für S. Fischer Hundertvierzehn initiierte er das »Mosaik-Roman«-Projekt ›Zwei Mädchen im Krieg‹ und veröffentlichte ab Oktober 2015 zusammen mit der Zeichnerin Barbara Yelin den Fortsetzungs-Webcomic ›Der Sommer ihres Lebens‹. Im Frühjahr 2016 erschien sein Roman ›Die Verteidigung des Paradieses‹, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war.

Literaturpreise:

International Classical Music Award und ECHO Klassik 2015
Nominierung für den Alfred-Döblin-Preis 2013
Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012
Kunstförderpreis der Stadt Augsburg 2011
Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt
Preis der Autoren 2010 (für das Hörspiel ›Herzrhythmusgeräusche‹
New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2010
2. Platz beim Hörspielpreis der Kriegsblinden 2008
Literaturförderpreis der Deutschen Wirtschaft 2008
Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2007
Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin 2007
Bayerischen Kunstförderpreis 2007
Shortlist Deutscher Buchpreis 2007
Aspekte-Literaturpreis 2007
Autorenwerkstatt-Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin 2003/04
10. Klagenfurter Literaturkurs 2006
Einladung zum 11. Open Mike 2003
Publikumspreis beim Hattinger Förderpreis für junge Literatur 1996

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 24.07.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-18943-4
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/125/27 mm
Gewicht 304
Abbildungen schwarzweisse Fotos, Abbildungen
Auflage 1
Buch (Taschenbuch)
10,99
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Unsympathische Figuren in der kalten Wirtschaftswelt
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 03.09.2014

Vor ein paar Jahren las ich mit großer Begeisterung den Roman Schutzgebiet von diesem Autor. Dieses Werk ist jedoch eine große Enttäuschung. Die Geschichte einer Frau um die vierzig, die bei einer Versicherung arbeitet und in die Münchener Filiale versetzt wird um später einen speziellen Auftrag in Russland zu... Vor ein paar Jahren las ich mit großer Begeisterung den Roman Schutzgebiet von diesem Autor. Dieses Werk ist jedoch eine große Enttäuschung. Die Geschichte einer Frau um die vierzig, die bei einer Versicherung arbeitet und in die Münchener Filiale versetzt wird um später einen speziellen Auftrag in Russland zu bekommen, wo sie einen großen Vergnügungspark versichern soll, der einer rätselhaften alten Dame gehört- das hört sich vielversprechend an. Interessant sind auch die Beschreibungen der Strukturen in der Versicherung; der Leiter lässt besonders wichtige Kunden von einer sehr attraktiven Mitarbeiterin betreuen... und die zwischenmenschlichen Beziehungen im Unternehmen. Trotzdem ist der Text irgendwie kalt und emotionslos, vielleicht spiegelbildlich mit der Welt, in der die Geschichte spielt. Die Figuren wirken angetrieben und ferngesteuert und tun alles für ihre Karriere. Auch die vielen Grafiken, Bilder, Notizzettel im Text fand ich eher störend. Wer eine solche Zustandsbeschreibung der heutigen Unternehmenskultur mit ihren Mitarbeitern und deren Neurosen, Ängsten usw. lesen möchte, könnte vielleicht Gefallen an dem Roman finden, der sprachlich durchaus raffiniert geschrieben ist, aber ich fand das alles zu unsympathisch, um Spaß an dem Werk zu haben. Ich habe es nicht zu ende gelesen, es ist einfach nicht mein Fall.

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Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen... EBook Variante
von einer Kundin/einem Kunden am 06.05.2013
Bewertetes Format: eBook (ePUB)

Renate Meißner musste den Tod ihrer Mutter und das Ende ihrer Affäre verkraften, weshalb sie ihre Versetzung nach München als große Chance empfindet. Und anfangs läuft auch alles bestens: Renate gewinnt einen wichtigen Premium Kunden und kann private Beziehungen wieder vertiefen. Doch dann taucht ein interner Prüfer auf und Renate... Renate Meißner musste den Tod ihrer Mutter und das Ende ihrer Affäre verkraften, weshalb sie ihre Versetzung nach München als große Chance empfindet. Und anfangs läuft auch alles bestens: Renate gewinnt einen wichtigen Premium Kunden und kann private Beziehungen wieder vertiefen. Doch dann taucht ein interner Prüfer auf und Renate verstrickt sich immer mehr in Ängsten und Wahnvorstellungen. Ungewöhnliche Erzählung, perfekt ergänzt durch zahlreiche Fotografien, Bilder und Statistiken. Lesenswert!

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Völlig zerfließendes Seelenleben
von Michael Lehmann-Pape am 16.03.2012
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Man braucht schon einen langen Atem, um die Protagonisten des Buches, Renate Meißner, Versicherungsvermittlerin bei einem (fiktiven) Versicherungsunternehmen auf ihrer ständig assoziierenden, analysierenden, sich selbst motivierenden inneren Reise zu begleiten, von der man bereits auf den ersten Seiten ahnt, dass ein (innerer) Absturz der Person in absehbarer Zeit fast... Man braucht schon einen langen Atem, um die Protagonisten des Buches, Renate Meißner, Versicherungsvermittlerin bei einem (fiktiven) Versicherungsunternehmen auf ihrer ständig assoziierenden, analysierenden, sich selbst motivierenden inneren Reise zu begleiten, von der man bereits auf den ersten Seiten ahnt, dass ein (innerer) Absturz der Person in absehbarer Zeit fast zwangsläufig folgen muss. Aufgrund einer Liaison mit ihrem ehemaligen Vorgesetzten in Frankfurt wird Renate Meißner intern nach München, ihre alte Heimat, versetzt. Und trifft auf Kollegen, eine ganze Büroetage, die unter einer drohenden Restrukturierung steht. Sieht es zu Anfang noch so aus, als wäre Renate Meißner ungefährdet und eher noch aktiver Teil dieser Restrukturierung, stellt sich langsam, Schritt für Schritt heraus, dass auch sie gefährdet sein wird. Trotz durchaus anfänglich guter und erfolgreicher Arbeit. In einem Umfeld, das sich mit „Desaster Monopoly“ vergnügt und interne Wetten auf zukünftige Katastrophen abschließt. Aber ganz bei sich ist diese Renate Meißner an sich ja von der ersten Seite an nicht mehr. Mülltüten stapeln sich an der Wand der neuen Wohnung, die voller Kartons steht, bei weitem nicht eingerichtet ist. Jeden Abend zählt Renate neben ihrer speckigen Matratze die Pillen für die Nacht ab. Jene Pillen, die Träume verhindern, die einfache Schwärze wohltuend in die Nacht setzen. Auch an deren sich allmählich erhöhender Anzahl spürt der Leser den fortschreitenden inneren Zerfall der Frau. Begleitet von einer ständigen, teils fast penetranten, Sicht alleine aus der Innenperspektive der Protagonisten her. Einer Innensicht, die ständig den Radar in die Umgebung wirft um vor zu erahnen, was denn nun an Verhalten angebracht, erfolgreich, zielführend wäre. Ein mäanderndes Denken, dass durchaus in bester Weise die vollständige Unsicherheit, das „Wegdriften“ des Kerns der Persönlichkeit darstellt. Nebenbei steht auf diversen To-Do Zetteln der Protagonisten immer wieder die Suche nach der Großmutter, eine Suche, die nach dem Tod der Mutter vor kurzer Zeit wichtig wäre. Zu der Renate Meißner aus eigener Kraft aber einfach keinen Ansatz findet. Bis der Zufall zuschlägt und über die Arbeit in Russland ein Kontakt zustande kommt, der die Grenzen zwischen Realität und Wahn, Fakten und Traum endgültig zerfließen lässt. Bei aller Sprachkunst des Autors, ein gemischtes Gefühl nach diesem Leseerlebnis verbleibt dennoch. Einerseits quält sich Renate Meißner seitenweise (und mit ihr der Leser) durch die Betrachtung und umgehende Analysierung von tatsächlich einfach Banalitäten, andererseits führt natürlich gerade diese ausufernde Darlegung der inneren Vorgänge den Leser bis in den fast letzten Winkel mit hinein in die Innenschau einer vereinsamenden Welt in der modernen Berufs- und Lebenswelt, in der Image alles zu sein scheint und menschliches Miteinander selbst als Sehnsucht kaum mehr spürbar ist. Somit könnte man sagen, dass die Mühe des sich „Durchwühlens“ durch seitenlange Assoziationen, Momentimpulse, die auch als Bilder im Buch mit festgehalten werden, sich am Ende des Buches durchaus gelohnt hat. Auf einer etwas abstrakten Ebene. Keine leichte Kost ist dieses Buch und in Form und Stil nicht einfach, durchzuhalten. Aber letztlich einer der besten Spiegel des Lebens in der modernen (Berufs)- Welt mit all den Folgen auch für die „eigentliche“ Existenz,.

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Paranoia ist heilbar
von einer Kundin/einem Kunden am 21.02.2012
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Frau Renate Meißner ist sehr ehrgeizig. Da macht man auch schneller Karriere. Sie verschafft der Versicherung in deren Diensten sie steht ein satten Auftrag. Na ja, und dann fangen die Zores an. Inklusive russischem Vergnügungspark-Imperium, samt seiner Besitzerin, einer geheimnisvollen alten Dame. Dürrenmatt lässt grüßen. Außerdem hat der Titel... Frau Renate Meißner ist sehr ehrgeizig. Da macht man auch schneller Karriere. Sie verschafft der Versicherung in deren Diensten sie steht ein satten Auftrag. Na ja, und dann fangen die Zores an. Inklusive russischem Vergnügungspark-Imperium, samt seiner Besitzerin, einer geheimnisvollen alten Dame. Dürrenmatt lässt grüßen. Außerdem hat der Titel gute Chancen als längster und originellster in die Annalen des Buchfrühlings 2012 einzugehen.

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