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Das späte Geständnis des Tristan Sadler

(1)
London, September 1919: Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug. Er fährt nach Norwich, um sich dort mit Marian Bancroft, der Schwester seines toten Kameraden Will, zu treffen, mit dem er Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Als Gepäck trägt Tristan ein Bündel Briefe mit sich - und seine Erinnerung.
In Norwich trifft sich Tristan mit Marian in einem Café. Er erzählt ihr von seiner ersten Begegnung mit Will im Ausbildungslager Aldershot; von der Schiffspassage nach Nordfrankreich, vom Leben und Sterben im Grabenkampf, aber auch von der Freundschaft und dem Vertrauen, das sich die beiden jungen Männer schenken. Und er legt Zeugnis darüber ab, wie Will sein Leben einsetzt, um sich unter unmenschlichen Bedingungen einen Rest von Menschlichkeit zu bewahren.
Tristans erschütternder Bericht ist ebenso schonungslos wie ungeheuerlich, und doch bleibt er Marian die schrecklichste Wahrheit schuldig - vorerst.
Portrait
Die Bücher von John Boyne, geboren 1971, wurden bisher in mehr als 40 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem Roman "Der Junge im gestreiften Pyjama", der in vielen Ländern auf den Bestsellerlisten stand, für das Kino verfilmt und von der Kritik als "ein kleines Wunder" (The Guardian) gefeiert wurde. In Deutschland erschien im Arche Verlag von John Boyne zuletzt "Das Haus zur besonderen Verwendung". Er lebt in Dublin.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 360, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 27.02.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783037900253
Verlag Arche Literatur Verlag
eBook (ePUB)
9,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Absolut lesenswert“

Kathrin Regel, Thalia-Buchhandlung Wetzlar

In ganz schlichter Verpackung kommt mit "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" ein kleines Meisterwerk daher. Literarisch gefeilte Sätze, Umschreibungen die treffen und über allem dieses angedeutete, nie richtig aufgedeckte Geheimnis von Tristan, dass die Spannung bis zum Schluß aufrecht hält. Absolut beeindruckend, absolut lesenswert In ganz schlichter Verpackung kommt mit "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" ein kleines Meisterwerk daher. Literarisch gefeilte Sätze, Umschreibungen die treffen und über allem dieses angedeutete, nie richtig aufgedeckte Geheimnis von Tristan, dass die Spannung bis zum Schluß aufrecht hält. Absolut beeindruckend, absolut lesenswert - absolut fantastisch!

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein sehr lesenswerter Roman über Freundschaft und Liebe in schweren Zeiten. Boyne ist ein Meister darin, Charaktere zu entwickeln und uns an deren Geschichte teihaben zu lassen! Ein sehr lesenswerter Roman über Freundschaft und Liebe in schweren Zeiten. Boyne ist ein Meister darin, Charaktere zu entwickeln und uns an deren Geschichte teihaben zu lassen!

Petra Worm, Thalia-Buchhandlung Kleve

Tragische Erzählung! Der Autor versteht es immer wieder sehr gut, um das eigentliche Thema einen spannenden Roman zu schreiben. Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite! Tragische Erzählung! Der Autor versteht es immer wieder sehr gut, um das eigentliche Thema einen spannenden Roman zu schreiben. Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite!

„Die Geschichte von Tristan Sadler“

I. Schneider, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Als Sohn eines Metzgers aufgewachsen, zieht der siebzehnjährige Tristan Sadler den Zorn und den Hass seines Vaters auf sich und muß das Elternhaus verlassen. Als einziger Ausweg bleibt ihm die Aufnahme ins Ausbildungslager Aldershot, bei der er und seine Kameraden auf den Ersten Weltkrieg vorbereitet werden zum Kampf gegen die Deutschen Als Sohn eines Metzgers aufgewachsen, zieht der siebzehnjährige Tristan Sadler den Zorn und den Hass seines Vaters auf sich und muß das Elternhaus verlassen. Als einziger Ausweg bleibt ihm die Aufnahme ins Ausbildungslager Aldershot, bei der er und seine Kameraden auf den Ersten Weltkrieg vorbereitet werden zum Kampf gegen die Deutschen in Frankreich. In Aldershot schließt er Freundschaft mit Will Bancroft, der mit ihm direkt an der Front eingesetzt wird, den Ersten Weltkrieg allerdings nicht überlebt. Tristan kommt unbeschadet wieder nach England und entschließt sich nach einiger Zeit Kontakt mit Wills Schwester Marian aufzunehmen, dafür reist er nach Norwich, um sie in einem Cafe zu treffen und ihr ihre Briefe, die sie an Will schrieb, wieder zurückzugeben. Dieses Treffen wird für Tristan zu einer Reise in die Vergangenheit, die er mit Marian teilt und gleichzeitig um Vergebung bittet. Eine aufwühlende und emotionale Geschichte um einen jungen Mann zu Anfang des 20. Jahrhunderts, der es sehr schwer hat sein Leben zu meistern und zu dieser Zeit nicht zu seinen Gefühlen und zu seiner Homosexualität öffentlich stehen kann. John Boyne hat es, wie schon in seinen vorherigen Werken, geschafft den Leser in seinen Bann zu ziehen und so emotional zu berühren, dass man nicht mehr aufhören kann zu lesen!

„Bewegend“

D. Blank, Thalia-Buchhandlung Köln

Wieder einmal ist es John Boyne gelungen mich mit seiner Geschichte in seinen Bann zu ziehen! Ein bewegendes Buch mit viel Tiefgang, das einen auch nach dem Lesen noch lange nachdenklich stimmt und berührt. Unbedingt lesen! Wieder einmal ist es John Boyne gelungen mich mit seiner Geschichte in seinen Bann zu ziehen! Ein bewegendes Buch mit viel Tiefgang, das einen auch nach dem Lesen noch lange nachdenklich stimmt und berührt. Unbedingt lesen!

Herbert Konkel, Thalia-Buchhandlung Münster

Die Brutalität und Tristesse der Schützengräben im I. Weltkrieg und darin gefangen junge Männner, die an dieser Welt zerbrechen oder ihr ganzes Leben gezeichnet sind. Ein Muss. Die Brutalität und Tristesse der Schützengräben im I. Weltkrieg und darin gefangen junge Männner, die an dieser Welt zerbrechen oder ihr ganzes Leben gezeichnet sind. Ein Muss.

Stephanie Bilke, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein großartiges, bewegendes Buch, das man nicht verpassen sollte! Ein großartiges, bewegendes Buch, das man nicht verpassen sollte!

„Eine schwierige Beziehung“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Der irische Autor John Boyne ist schon eine Wundertüte. Es ist immer wieder spannend, was man bei einem neuen Buch für eine Art von Geschichte erwischt. Jetzt ist wieder etwas von ihm im Taschenbuch erschienen – eigentlich ein halbes Jahr zu früh, denn es ist ein Roman, der sich mit dem 1.Weltkrieg beschäftigt, und der hat nächstes Der irische Autor John Boyne ist schon eine Wundertüte. Es ist immer wieder spannend, was man bei einem neuen Buch für eine Art von Geschichte erwischt. Jetzt ist wieder etwas von ihm im Taschenbuch erschienen – eigentlich ein halbes Jahr zu früh, denn es ist ein Roman, der sich mit dem 1.Weltkrieg beschäftigt, und der hat nächstes Jahr sein trauriges Jubiläum.

„Das späte Geständnis des Tristan Sadler“ ist diesmal eindeutig kein Kinderbuch. John Boyne erzählt in diesem Buch die Geschichte von Tristan und Will während des 1.Weltkriegs. Die Handlung wechselt zwischen 1919 und 1916. 1919 macht sich Tristan Sadler von London aus auf den Weg nach Norwich, wo die Schwester und die Eltern seines Freundes Will leben. Er will ihnen die Briefe des Verstorbenen geben und erzählen, was 1916 in Frankreich wirklich passiert ist. Dann geht die Geschichte zurück ins Jahr 1916, wo sich Tristan und Will im Ausbildungslager kennenlernen.

John Boyne erzählt seine Geschichte wieder einmal sehr sensibel und mitfühlend. Er kann sich wunderbar in die Zeit, aus der er erzählt, und in die Gefühle der Menschen hineinsetzen. Tristan hat sich als 17jähriger freiwillig gemeldet. Er hat sich extra ein Jahr älter gemacht, damit er in den Krieg ziehen kann. Er ist von der Sache vollkommen überzeugt. Hinzu kommt allerdings, dass der Sohn eines Londoner Metzgers nach einem Vorfall, der erst im Laufe der Geschichte erzählt wird, sowohl von der Schule fliegt als auch von seinen Eltern verstoßen wird. Tristan ist anders als die anderen Jungs und findet deshalb schwer Freunde. Im Ausbildungslager schließt er sich ganz eng an den 18jährigen Will, dem Sohn eines Priesters, an. Will sieht die ganze Kriegseuphorie anders, er ist gespalten. Für ihn ist die Teilnahme durchaus eine Pflicht, aber er kann auch die Verweigerer verstehen, die das Gros der Menschen damals für Feiglinge der schlimmsten Sorte hielt. Während der Ausbildung kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall, der die Freundschaft zwischen Will und Tristan auf eine schwere Probe stellt. Sie gehen zusammen nach Frankreich. Und nach einem weiteren Zwischenfall trifft Will eine tapfere Entscheidung, mit der Tristan nicht umgehen kann. Die Situation eskaliert.

John Boyne beschreibt die unterschiedlichen Typen und Denkweisen des 1. Weltkriegs sehr anschaulich. Da sind das Ehrgefühl, der Mut, die Verzweiflung, die Erschöpfung, der Irrsinn, die Brutalität, der Gehorsam, die Prinzipientreue, die Gleichgültigkeit, die Feigheit und der Idealismus. Das Schöne an diesem Autor ist aber, dass seine Personen nicht nur Gut oder Böse sind. Er zeigt auf, dass ein Mensch nie nur eins ist und in solchen Krisensituationen teilweise völlig unerwartet reagiert.

Tristan hat den 1. Weltkrieg überlebt, sein Freund Will nicht und dies wird Tristan sein Leben lang verfolgen. Er will Marian alles erzählen, aber fast bringt er es nicht über sich, ihr von dem bitteren Ende von Wills Tod zu erzählen.

Ein großartiges und ergreifendes Buch – eine Anklage gegen den Krieg und die damit einhergehende Ungerechtigkeit und ein Plädoyer für die Menschlichkeit. Und damit bleibt dieses Buch immer aktuell!

„keine Inhaltsangabe“

Astrid Fröhlich, Thalia-Buchhandlung Passau

1919 reist der junge Tristan Sadler nach Norwich, um mit der Schwester eines gefallenen Kameraden zu reden. Über die Grundausbildung des Regiments in Aldershot und vor allem über die Erfahrungen in den Schützengräben Frankreichs.
Das späte Geständnis des Tristan Sadler gehört meiner Meinung nach zu den Romanen, über die man vor Lesebeginn
1919 reist der junge Tristan Sadler nach Norwich, um mit der Schwester eines gefallenen Kameraden zu reden. Über die Grundausbildung des Regiments in Aldershot und vor allem über die Erfahrungen in den Schützengräben Frankreichs.
Das späte Geständnis des Tristan Sadler gehört meiner Meinung nach zu den Romanen, über die man vor Lesebeginn so wenig wie möglich wissen sollte. Der Autor lässt den Leser gezielt über bestimmte Teile der Vergangenheit seiner Protagonisten im Unklaren und das logische Gesamtbild ergibt sich mehr und mehr im Laufe des Romans mit seinen Rückblenden ins Kriegsjahr 1916.

Einfach loslesen...

„Großartig...!!!“

Lina Rehschuh, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Kurz nach dem ersten Weltkrieg steigt der junge Tristan Sadler mit Briefen als Erinnerung in einen Zug, um die Schwester seines umgekommenen Kameraden Will zu treffen. In einem Café erzählt er Marian von der ersten Begegnung mit Will bis hin zu den Kämpfen zwischen Leben und Tod und einer dicken Freundschaft trotz unmenschlichster Bedingungen. Kurz nach dem ersten Weltkrieg steigt der junge Tristan Sadler mit Briefen als Erinnerung in einen Zug, um die Schwester seines umgekommenen Kameraden Will zu treffen. In einem Café erzählt er Marian von der ersten Begegnung mit Will bis hin zu den Kämpfen zwischen Leben und Tod und einer dicken Freundschaft trotz unmenschlichster Bedingungen. John Boyne schafft mit Tristan einen Charakter, der den Leser in das Innerste seiner Vergangenheit, seiner Gegenwart, seiner Gedanken und seiner damit verbundenen Gefühle teilhaben lässt. Schockierend, fesselnd und mitfühlend tauchen wir ein in die Welt eines jungen Mannes, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit Liebe und Homosexualität auseinandersetzen muss. Im Wechsel zwischen dem erlebten Erzählten und der verarbeitenden Gegenwart erzählt die Geschichte Tristans Persönlichkeit und seine verborgenen Geheimnisse, die sich am Ende zu einem Ganzen fügen. Berührt, fasziniert und mitgerissen von einem solchen Tiefgang ist dieses Buch in jeder Hinsicht absolut empfehlenswert.

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Kundenbewertungen


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Das späte Geständnis des Tristan Sadler
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 14.08.2012
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Ich habe "Den Jungen im gestreiften Pyjama" gelesen, und dieses Buch verfolgt mich immer noch. Mit dem neuen Buch von John Boyne ergeht es mir ebenso. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, und auch dieses Buch wird mir unvergeßlich bleiben. 5 Sterne, die ich nur selten... Ich habe "Den Jungen im gestreiften Pyjama" gelesen, und dieses Buch verfolgt mich immer noch. Mit dem neuen Buch von John Boyne ergeht es mir ebenso. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, und auch dieses Buch wird mir unvergeßlich bleiben. 5 Sterne, die ich nur selten vergebe, für ein außergewöhnliches Buch. John Boyne zeigt die Begeisterung junger Männer auf, die teilweise auch noch freiwillig ihr Alter heraufsetzen, um in den Krieg ziehen zu dürfen, ohne zu wissen, was für ein Grauen auf sie zukommen wird. Viele von ihnen werden den Krieg nicht überleben oder schwerverwundet zurückkommen. Das Grauen und Entsetzen des Krieges wird die Überlebenden aber nie mehr loslassen. Dies alles erzählt John Boyne in seiner ihm eigenen Erzählweise so eindringlich, daß man sich selbst an den Kriegsschauplatz versetzt fühlt und mit jedem Einzelnen hofft, daß er überleben möge. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen jedoch Tristan Sadler und Will Bancroft, die sich im Ausbildungslager kennenlernen und sich zueinander hingezogen fühlen und sich im Laufe der Zeit auch näher kommen. Mit dieser Art Zuneigung können sie aber nicht umgehen, was oft auch zu Schwierigkeiten im Umgang miteinander führt. Während ihres Kriegseinsatzes in Nordfrankreich kommt es nach einem tödlichen Zwischenfall zu einem ernsthaften Zerwürfnis der beiden, was letztendlich eine Katastrophe nach sich zieht. Tristan Sadler wird sein Leben lang darunter leiden. Natürlich könnte ich noch viel mehr schreiben über das Buch, aber die Empfehlung kann nur heißen, viele sollen dieses Buch lesen und sich selber ein Urteil bilden.Und aus diesem Grund will ich vom Inhalt nicht allzuviel vorwegnehmen.

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1 0
Die Liebe in Zeiten des Krieges
von S. Jannusch aus Velbert am 13.02.2012
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Ich gebe zu: ich war anfangs skeptisch. Und noch ein Buch über den Krieg, dachte ich insgeheim; brauchte es das wirklich? Doch dann stieg ich mit dem Erzähler, dem 21jährigen Tristan Sadler, mitten in das Jahr 1919 ein, und merkte, dass mich die gänzlich unverstellte Schreibweise schnell in den... Ich gebe zu: ich war anfangs skeptisch. Und noch ein Buch über den Krieg, dachte ich insgeheim; brauchte es das wirklich? Doch dann stieg ich mit dem Erzähler, dem 21jährigen Tristan Sadler, mitten in das Jahr 1919 ein, und merkte, dass mich die gänzlich unverstellte Schreibweise schnell in den Bann zog. Sicher, es geht um Dinge zu Kriegszeiten. Aber es geht im Grunde um viel mehr; es geht um die Befindlichkeit eines ganzen Landes. Es geht um die Grundthemen Freundschaft und Liebe. Und vor allem geht es um das Rätsel Tristan Sadler. Warum hasst er den Namen Clayton? Warum hat er keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern? Warum zuckt er so oft zusammen? Und vor allem: warum zittert seine rechte Hand…? Alle diese Fragen werden ganz behutsam im Laufe der verschachtelten Erzählung beantwortet. Diese wird verteilt auf zwei Erzählstränge: einen im Jetzt, im Jahre 1919 in Norwich, und einen zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Zusätzlich gibt es einen Epilog, der 60 Jahre später stattfindet, und der zwar nicht zwingend notwendig war, aber dennoch der Sache den letzten Schliff verleiht. Ich würde es fast als eine Art „Schnitzeljagd“ bezeichnen, was dem Leser hier geboten wird. Im Jahr 1919 trifft sich Tristan mit der Schwester seines toten Kameraden Will, und tastet sich durch viele mühsame Gespräche bis hin zu dem Punkt, an dem er ihr die Wahrheit über den Tod ihres Bruders mitteilt. Im Jahr 1916 sind wir live und in Farbe dabei, als sich die Beziehung zwischen Tristan und Will langsam entwickelt, verdichtet, verwirrt, und auch wieder löst. Von Kapitel zu Kapitel lüftet sich der Schleier ein wenig. Zwar ahnt man als Leser schon lange vor der Schwester, wie der Hase gelaufen ist – dennoch ist es erschütternd, wie sich Tristan vor allem sich selbst gegenüber seiner größten seelischen Wunde nähert. „Brokeback Mountain im Ersten Weltkrieg“, so würde ich es nennen. Man gerät nur allzu leicht in die Gefahr, schnell über dieses Buch hinweg zu lesen, doch davor möchte ich ausdrücklich warnen! Die Sprache mag zwar einfach sein, doch - fast wie bei Hemingway – der weitaus größere Teil spielt sich unter der Oberfläche ab. Der Anteil der Dialoge am Geschehen ist, zugegeben, immens, doch darf man hierbei nicht die mitschwingenden Emotionen und logischen Anschlüsse aus dem Auge verlieren. Sehr trickreich gemacht ist auch die Tatsache, dass die Abschnitte im „Jetzt“, im Jahre 1919, in der Vergangenheitsform, und die Abschnitte aus dem Jahr 1916 im Präsens (!) erzählt werden. Das hat einen ganz eigenen Effekt, der uns vor allem verdeutlicht, dass für Tristan die Vergangenheit lebendig und die Gegenwart eigentlich unwichtig ist. Nein, es ist doch nicht „wieder eines von diesen Kriegsbüchern“. Es ist ein menschliches Drama, eine Spirale aus Liebe, Gewalt, und enttäuschten Hoffnungen. Es ist das niederschmetternde Porträt eines jungen Mannes, der uns mit diesen fiktiven Memoiren ein Dokument hinterlässt, das letzten Endes wirklich keinen ungerührt lassen kann. Ich bin mir nicht gänzlich sicher – aber verdammt nahe am Status eines Klassikers der Weltliteratur ist dieses Buch doch.

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1 0
Das spätes Geständnis des Tristan Sadler
von einer Kundin/einem Kunden am 11.02.2013
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Ein unglaublich ergreifendes Buch. Es ging mir extremst unter die Haut und so hatte ich noch lange nach dem Ende des Buches daran zu knabbern. Tristan berichtet Wills Schwester von den Erlebnissen während der Ausbildung zum Soldaten und späteren Kriegseinsatz. Es ist so gestochen scharf beschrieben, dass man als Leser... Ein unglaublich ergreifendes Buch. Es ging mir extremst unter die Haut und so hatte ich noch lange nach dem Ende des Buches daran zu knabbern. Tristan berichtet Wills Schwester von den Erlebnissen während der Ausbildung zum Soldaten und späteren Kriegseinsatz. Es ist so gestochen scharf beschrieben, dass man als Leser sich zugegen fühlt und das Leid mit eigenen Augen sehen kann. Die Ungerechtigkeit und die Gedanken, wie weit man bereit ist zu gehen beziehungsweise es rechtfertigen kann. Das Wort Feigheit nimmt einen hohen Stellenwert ein. Soll man so mutig sein, bis zum Ende zu kämpfen. Oder so mutig, zu gehen und die Konsequenzen zu tragen. Aus diesem Disaster sticht die Freundschaft von Tristan und Will hinaus. Es ist mehr als ein Festhalten. Die Beiden verbindet ein Band und gemeinsam tragen sie die Last und die Angst des Krieges. Es ist erschütternd und beeindruckend zu gleich. Die Geschichte zog mich am ganzen Körper. Es war eindeutig etwas Besonderes. Erstaunt war ich von der perfekten Schreibart. Boyne arbeitet ganz anders, als andere Autoren. Ich werde gewiss noch mehr von ihm lesen.

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Das späte Geständnis Trista Sadler
von karlchenao am 01.04.2012
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Der Autor setzt schon durch das hervorragend gewählte Cover eine gewisse Dramatik. Ein Mann schaut mit einem von Traurigkeit und Leere gezeichneten Blick aus dem Fenster eines Zugabteils. Es war zu erahnen, dass dieser Roman mit seinem Inhalt tiefgründig an die Gefühle appelliert. Nachdem es zu Hause zu unüberwindbaren Konflikten... Der Autor setzt schon durch das hervorragend gewählte Cover eine gewisse Dramatik. Ein Mann schaut mit einem von Traurigkeit und Leere gezeichneten Blick aus dem Fenster eines Zugabteils. Es war zu erahnen, dass dieser Roman mit seinem Inhalt tiefgründig an die Gefühle appelliert. Nachdem es zu Hause zu unüberwindbaren Konflikten gekommen war und Tristan von seiner sexuellen Ausrichtung mit ihren Folgen irritiert ist, zieht er 1916 als englischer Soldat in den ersten Weltkrieg. Zunächst beginnt es als Abenteuer mit der Grundausbildung in Aldershot, bevor es an die Front geht. Hier unter dem Drill von Sergeant Clayton, wird schon früh klar, dass es eine eigene Art von „Ordnung“ neben den Gesetzen gibt. Mit Will Bancroft entsteht eine tiefe Freundschaft. Kurz darauf beginnt ein schier endlos grausamer und schockierender Überlebenskampf der 40 jungen engl. Soldaten in den Schützengräben Frankreichs geg. die Deutschen. Johne Bohne gelingt es emotional hautnah und visuell, die ganze Verzweiflung der Männer mit ihren Ängsten und vielfältigen individuellen Gedanken in jeglicher Stimmungslage zu spiegeln. Durch die tödlich bedrohliche Daueranspannung, die sie fast in den Wahnsinn treibt, ändern einige unberechenbar ihre Grundeinstellung und ihr Handeln. Teilweise verlieren sich die Grundcharaktere und die Bedeutungen von Moral, Feigheit und Vaterlandspflicht. Das Schicksal Wolfs, die wankende „Freundschaft“ zw. dem eigentlich eher sensibel wirkenden Tristan und Will in all ihren Facetten und Folge schweren Entscheidungen zogen mich noch lange in den Bann. Ca. ein Jahr nach Kriegsende sucht Tristan wie fern gesteuert Marian, die Schwester Wills in Norwich auf, um ihr scheinbar nur die Briefe ihres Bruders zu geben. Aber es kommt anders!! Sechzig Jahre später schließt Tristan dieses Kapitel auf seine Weise ab. Zu jeder Zeit kritisch, authentisch und durchgehend spannend!

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Das späte Geständnis des Tristan Sadler
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 25.03.2012
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Ich habe den "Jungen im gestreiften Pyjama" gelesen, und dieses Buch verfolgt mich immer noch. Mit dem neuen Buch von John Boyne ergeht es mir ebenso. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, und auch dieses Buch wird mir unvergeßlich bleiben. 5 Sterne, die ich nur selten... Ich habe den "Jungen im gestreiften Pyjama" gelesen, und dieses Buch verfolgt mich immer noch. Mit dem neuen Buch von John Boyne ergeht es mir ebenso. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, und auch dieses Buch wird mir unvergeßlich bleiben. 5 Sterne, die ich nur selten vergebe, für ein außergewönliches Buch. John Boyne zeigt die Begeisterung junger Männer,auf die teilweise auch noch freiwillig ihr Alter heraufsetzen, um in den Krieg ziehen zu können, ohne zu wissen, was für ein Grauen auf sie zukommen wird. Viele von ihnen werden den Krieg nicht überleben oder schwer verwundet zurückkommen. Das Grauen und Entsetzen des Krieges wird die Überlebenden aber nie mehr loslassen. Dies alles erzählt John Boyne in seiner ihm eigenen Erzählweise so eindringlich, daß man sich selbst an den Kriegsschauplatz versetzt fühlt und mit jedem Einzelnen hofft, daß er überleben möge. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen jedoch Tristan Sadler und Will Bbancroft, die sich im Ausbildungslager kennenlernen und sich zueinander hingezogen fühlen und sich im Laufe der Zeit auch näherkommen. Mit dieser Art Zuneigung können sie aber nicht umgehen, was oft auch zu Schwierigkeiten im Umgang miteinander führt. Während ihres Kriegseinsatzes in Nordfrankreich kommt es nach einem tödlichen Zwischenfall zu einem ernsthaften Zerwürfnis der beiden, was letztendlich eine Katastrophe nach sich zieht. Tristan Sadler wird sein Leben lang darunter leiden. Natürlich könnte ich noch viel mehr schreiben über das Buch, aber die Empfehlung kann nur heißen, viele sollen dieses Buch lesen und sich selber ein Urteil bilden. Und aus diesem Grund will ich vom Inhalt nicht allzuviel vorwegnehmen.

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Ein Bündel Briefe im Gepäck
von allegra am 16.03.2012
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Das Buch ist in sieben größere Abschnitte unterteilt, die abwechslungsweise im Kriegsgeschehen 1916 beziehungsweise in Norwich anlässlich des Treffens von Tristan und Marian im September 1919 spielen. Obwohl man schon recht früh Vermutungen hat, in welche Richtung der Roman führen könnte und durch Vor- und Rückblenden einzelne Aspekte aufgegriffen... Das Buch ist in sieben größere Abschnitte unterteilt, die abwechslungsweise im Kriegsgeschehen 1916 beziehungsweise in Norwich anlässlich des Treffens von Tristan und Marian im September 1919 spielen. Obwohl man schon recht früh Vermutungen hat, in welche Richtung der Roman führen könnte und durch Vor- und Rückblenden einzelne Aspekte aufgegriffen werden, so führt John Boyne dennoch in einem sehr ruhigen Erzählrhythmus durch das Leben der beiden Freunde von der Kindheit bis zu den letzten Wochen an der Front. Die Bilder, die der Autor vor dem inneren Auge des Lesers heraufbeschwört, sind sehr eindringlich und nicht immer sehr angenehm. Ohne Effekthascherei wird auch die blutige und schmutzige Seite des Kämpfens im Schützengraben schonungslos dargestellt. Der Schwerpunkt liegt weniger auf der Spannung der Kampfhandlungen als auf der Stimmung, die herrscht, bestimmt unter anderem auch durch die täglichen Probleme mit Ernährung, Gesundheit Müdigkeit und Angst. Hautnah erlebt man mit, wie Kameraden und Vorgesetzte sterben oder den Verstand verlieren. Die Charaktere der beiden Hauptfiguren Tristan und Will sind meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Boyne zeichnet sowohl ihre Gefühlsschwankungen als auch ihre Enttäuschungen sehr sensibel auf. Genau so haben mir die anderen Charaktere unter den Soldaten sehr gut gefallen. Mit der Figur der Marian hatte ich etwas Mühe. Ich empfand sie anfangs, als sie Tristan im Café trifft und gegen Ende, als sie ihn ihren Eltern vorstellt, recht zickig und unreif. Dazwischen war sie mir sympathischer aber irgendwie doch konturlos. Sehr gut hat sie mir aber ganz am Ende gefallen, als sie Tristan nach 60 Jahren noch mal trifft. Das war auch für mich als Leser irgendwie versöhnend. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es bringt dem Leser auf sehr sensible Art das Leben von Soldaten im 1. Weltkrieg nahe und zeigt auch, wie die Daheimgebliebenen mit den Verlusten fertig werden müssen. Allerdings sehe ich das Buch weniger als typischen historischen Roman, da er nur wenige Informationen über politische und strategische Hintergründe des Krieges beinhaltet. Der Schwerpunkt ist auf der Beschreibung des Lebens an der Front aus der Perspektive eines 17jährigen Soldaten, der sich nicht so intensiv mit den politischen Ränkespielen und dem strategischen Kriegsverlauf auseinandersetzen konnte. Wer eine ausführliche historische Aufarbeitung des Krieges erwartet, wird womöglich enttäuscht sein. Ein Roman über Freundschaft, enttäuschte Liebe, Mut, Feigheit, Schuld, das viel Raum für eigene Gedanken lässt und kein Urteil über die Beteiligten Personen fällt.

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Der mutigste aller Feiglinge
von Carolin am 16.03.2012
Bewertetes Format: Einband: Kunststoff-Einband

Die Schrecken des ersten Weltkrieges, jugendliche Blindheit, tiefe Gefühle, eine große Liebe, die Beziehungen zwischen jungen Männern in einer Extremsituation, Mut, Feigheit, Wut, Reue, Verzweiflung und Schuld - das sind die Hauptthemen dieses Romans, ineinander verwoben durch eine unheimlich poetische, das Innerste berührende Sprache. Tristan ist eigentlich zu jung für... Die Schrecken des ersten Weltkrieges, jugendliche Blindheit, tiefe Gefühle, eine große Liebe, die Beziehungen zwischen jungen Männern in einer Extremsituation, Mut, Feigheit, Wut, Reue, Verzweiflung und Schuld - das sind die Hauptthemen dieses Romans, ineinander verwoben durch eine unheimlich poetische, das Innerste berührende Sprache. Tristan ist eigentlich zu jung für den Krieg, schummelt aber, was sein Alter betrifft, da er es kaum erwarten kann, seine bösen Erinnerungen in London zurückzulassen. Im Ausbildungslager in Aldershot angekommen, werden die jungen Männer sogleich von einem wahnsinnigen Sergeant drangsaliert - das erste Opfer ist zu verzeichnen. In dieser Zeit kommen sich Tristan und Will näher, eine innige Freundschaft verbindet sie, die am Abend vor ihrer Verschiffung nach Frankreich eine Wende erfährt. An der Front ist die Hölle los, ein Soldat nach dem anderen fällt, die Leichen stapeln sich im Schlamm und der Wahnsinn greift um sich. Tristan und Will verbindet immernoch ein Gefühl, das zwar tief, aber genauso zerbrechlich ist. Sie nähern sich an, stoßen sich weg und all das Verletzen gipfelt in einer Entscheidung Wills und einer Handlung Tristans... Dieser Roman hat mich von Anfang bis Ende gefangen genommen. Die Geschichte ist, obwohl äußerst brutal, doch sehr zart. Boynes Schreibstil ist wundervoll, die Charaktere wirken realer als real, ihre Verzweiflung greifbar. Ein ungemein berührendes Buch, das tief in der Erinnerung haften bleibt.

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Das tragische Leben des Tristan Sadler
von Angela.Bücherwurm aus Wülfrath am 14.03.2012
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Der junge Tristan Sadler - noch keine 18 Jahre alt - wird von seinen Eltern vor die Tür gesetzt. Er meldet sich daher freiwillig bei der Armee - hierfür gibt er sich älter aus als er ist - und zieht als Soldat in den 1. Weltkrieg. Hier erlebt er unvorstellbare... Der junge Tristan Sadler - noch keine 18 Jahre alt - wird von seinen Eltern vor die Tür gesetzt. Er meldet sich daher freiwillig bei der Armee - hierfür gibt er sich älter aus als er ist - und zieht als Soldat in den 1. Weltkrieg. Hier erlebt er unvorstellbare Schrecken und Gräuel. Doch inmitten all der Unmenschlichkeit freundet er sich mit Will Bancroft an. Will überlebt den Krieg im Gegensatz zu Tristan nicht. Und so macht sich der nunmehr 21jährige Tristan - eine geraume Zeit nach dem Kriegsende - im September 1919 auf den Weg nach Norwich, um sich dort mit Will´s Schwester Marian zu treffen. Er möchte ihr ihre an Will gerichteten Briefe zurückgeben und mit ihr über den Freund bzw. Bruder und seinen Tod sprechen . Aber der eigentliche Grund für seinen Besuch reicht viel tiefer . Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht vom Inhalt erzählen, um nicht vorwegzunehmen, was geschehen ist. Obwohl man bei aufmerksamer Lektüre recht schnell eine Ahnung davon bekommt, was Tristan so stark belastet und große Schuldgefühle in ihn weckt. Der Autor beschreibt abwechselnd die Geschehnisse während des Krieges und die Begebenheiten in Norwich aus der Sicht des Tristan Sadler. Er bedient sich dabei eher leiser Töne, ohne großartige Dramatik. Manchmal wirkt es schon fast wie eine nüchterne Berichterstattung. Dabei ist die Erzählweise trotzdem anschaulich und wirkt stellenweise sehr detailverliebt . Am liebsten möchte man dann den Autor dazu drängen, endlich zur " Sache " zu kommen. Und trotz dieser gewissen Nüchternheit und manchmal auch Langatmigkeit - oder gerade deswegen - ist die Geschichte unglaublich ergreifend und bewegend. Auch wenn hier natürlich viele Kriegsereignisse geschildert werden, geht es in diesem einfühlsam erzählten Roman thematisch hauptsächlich um die Auseinandersetzung mit der Frage " Was ist Tapferkeit ? " bzw. " Was ist Feigheit ? " , um die Frage nach Schuld und Sühne, um Freundschaft und Liebe und nicht zuletzt um Verrat und Vergebung. Das Ganze wird ohne erhobenen Zeigefinger dargestellt und am Ende bleibt es dem Leser selbst überlassen, darüber zu " urteilen " , was richtig ist und was falsch. Mich hat dieses - vordergründig leicht zu lesende- Buch auf jeden Fall nachdenklich zurückgelassen und ich musste das Gelesene erstmal " verarbeiten " und ich werde sicher noch eine Weile darüber nachsinnen. Das tragische Leben des Tristan Sadler hat mich sehr bewegt.

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"Wir sind anders, glaube ich"
von einer Kundin/einem Kunden aus Kiel am 12.03.2012
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"Warum war ich hergekommen?, fragte ich mich. Was dachte ich mir eigentlich? Falls ich Erlösung suchte: Die würde es hier nicht geben. Verständnis? Das konnte hier niemand haben. Und Vergebung verdiente ich nicht. " Tristan Sadler ist 21, seit drei Jahren aus dem ersten Weltkrieg zurück und zu Besuch in... "Warum war ich hergekommen?, fragte ich mich. Was dachte ich mir eigentlich? Falls ich Erlösung suchte: Die würde es hier nicht geben. Verständnis? Das konnte hier niemand haben. Und Vergebung verdiente ich nicht. " Tristan Sadler ist 21, seit drei Jahren aus dem ersten Weltkrieg zurück und zu Besuch in Norwich, der Heimatstadt seines toten Kameraden Will. Im Gepäck hat er einen Stapel Briefe von Wills Schwester Marian an ihren Bruder, belastende Erinnerungen und eine quälende Schuld. Autor John Boyne lässt Tristan Sadler auf 333 Seiten seine Geschichte erzählen, in einem ruhigen, klaren Stil, der oft so gar nicht zu den geschilderten Ereignissen passen mag. In Rückblenden zwischen den Geschehnissen in Norwich erfährt der Leser aus Tristans Erinnerungen nicht nur die Schrecken des Krieges, sondern auch das Leid seiner ersten Liebe und die Erfahrungen, welche er aus seinem Elternhaus mit nach Frankreich nahm. Anfangs ist man als Leser durchaus geneigt, Tristan und seine Geschichte zu unterschätzen. Doch je weiter man vordringt, in die Schützengräben Frankreichs, in Tristans Gedanken und Gefühle, desto stärker wird das mulmige Gefühl im Bauch, die böse Vorahnung, die einen weiter durch die Seiten treibt, möchte man sie doch entweder bestätigt finden oder verwerfen können, um der Ungewissheit über Tristans Schicksal zu entfliehen, die einen bis zum Ende gefangen hält. Mit teilweise sehr drastischen Schilderungen zeichnet John Boyne ein Bild des Krieges und des Leids, aber auch der tiefen Gefühle und vor allem eins der Gesellschaft nach dem ersten Weltkrieg, denn auch diese ist nicht ohne Schuld. Faszinierend ist, wie er es dabei schafft, den Leser mit einzubinden, ihn mitleiden zu lassen bei den Geschehnissen und vor allem einen so plastischen Eindruck jeder Szene generiert, dass man genauso gut daneben stehen könnte - wohlgemerkt als Beobachter, denn für eine Identifikation sind sowohl Tristan als auch John Boynes Erzählstil etwas zu kühl. Ich empfehle "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" für: aufgeschlossene, kritische Leser, denen ein Eintauchen in die Seele eines Menschen mindestens so wichtig ist wie der Unterhaltungswert eines Buches. "Das späte Geständnis des Tristan Sadler" ist nichts für: das Lesevergnügen zwischendurch, zur Unterhaltung und Leser, die beim Aufschlagen eines Buches der Wirklichkeit entfliehen möchten.

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aufwühlendes Geständnis
von Sternschnuppentänzerin am 02.03.2012
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Inhalt: „(…) und die Welt wird endlich erkennen, dass ich der größte Feigling von allen war.“ (Tristan-S.333) Nach dem der 16-Jährige Tristan Sadler von zu Hause rausgeworfen wurde, trat er mit 17 der Armee bei. Er schmuggelte sich hinein und startete, gleichzeitig mit seinem späteren besten Freund Will Bancroft, die... Inhalt: „(…) und die Welt wird endlich erkennen, dass ich der größte Feigling von allen war.“ (Tristan-S.333) Nach dem der 16-Jährige Tristan Sadler von zu Hause rausgeworfen wurde, trat er mit 17 der Armee bei. Er schmuggelte sich hinein und startete, gleichzeitig mit seinem späteren besten Freund Will Bancroft, die Ausbildung. Eine aufwühlende Geschichte nimmt seinen Lauf, die Tristan 4 Jahre später Wills Schwester Marian beichtet. Das größte Geheimnis blieb er ihr aber bis zuletzt schuldig. Eigene Meinung: Als ich dieses Buch fertig gelesen hatte, brauchte ich zuerst ein wenig Zeit um mich wieder zu sammeln. Dieser Roman konnte mich emotional sehr mitreißen und berühren. Das Ende ist wirklich gut und traurig, wie man es aber schon vom Klapptext erwarten konnte. Mit der schrecklichen Wahrheit wurde im Kurzbeschrieb nicht zu viel versprochen und ich war (bin es immer noch) erstaunt, wie authentisch und nachvollziehbar John Boyle die Idee der Geschichte umschreiben konnte. Das grosse Geheimnis zieht sich über das ganze Buch hinweg, was die Spannung oben hält. Einzig was die Freundschaft von Seitens Will angeht, bin ich ein bisschen skeptisch. Hatte er wirklich alles ernst gemeint, was er vor seinem Tod gesagt hatte, oder konnte er nur nicht damit umgehen? Auf mich machte es eher den Eindruck, dass das Zweite zutreffen würde, vorallem auf die vorhergehenden Geschehnisse bezogen… Der Text ist sehr abwechslungsreich geschrieben. Manchmal hat es kurze und zackige Sätze, manchmal lange und schön detaillierte. Alles in allem aber sehr kurzatmig und leider viel zu schnell gelesen. Obwohl es, wie schon gesagt, ein wenig länger her ist, dass ich diesen Roman gelesen habe, kehren meine Gedanken immer wieder zurück. Fazit: Ein glaubwürdiger (Nach-) Kriegs-Roman, der mich emotional sehr aufwühlen konnte und zum Nachdenken anregte.

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Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 29.02.2012
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Tristan Sadler ging mit siebzehn Jahren zur Armee und kämpfte mit seinen Kameraden in Frankreich. Er hat viel Leid gesehen und am eigenen Leib gespürt. Für Menschen, die dem Krieg nachtrauern, hat er kein Verständnis. Er würde sich glücklich schätzen, wenn er die Zeit zurückdrehen und seine eigene Teilnahme,... Tristan Sadler ging mit siebzehn Jahren zur Armee und kämpfte mit seinen Kameraden in Frankreich. Er hat viel Leid gesehen und am eigenen Leib gespürt. Für Menschen, die dem Krieg nachtrauern, hat er kein Verständnis. Er würde sich glücklich schätzen, wenn er die Zeit zurückdrehen und seine eigene Teilnahme, und vor allen Dingen bestimmte Taten, rückgängig machen könnte. In den schrecklichen Tagen des Krieges stand ihm einige Zeit ein guter Freund namens Will zur Seite. Dieser schrieb häufig Briefe an seine Schwester und erhielt auch umfangreiche Antworten. Leider ist er auf "unrühmliche" Art umgekommen. Dieses Ereignis verfolgt Tristan jede Minute des Tages und er hofft, dass sich dieses Gefühl ändert, wenn er Wills Schwester die gesammelten Briefe, die sie an ihren Bruder schrieb, zukommen lässt. Er fährt nach Norwich um das Päckchen persönlich zu übergeben. Doch mit diesem Treffen, und den Erzählungen und Fragen der jungen Frau, kehren Erinnerungen und Gefühle zurück, die Tristan aufwühlen und ihn auffordern sich seiner Vergangenheit und seiner eigenen Schuld zu stellen. Die Geschichte von Tristan Sadler ist spannend, realistisch und auch traurig. Sie orientiert sich an historischen Gegebenheiten, die den meisten Menschen nicht bekannt sind. Gleichzeitig können alle Ereignisse ebenso auf andere Kriege übertragen werden. Boyne schafft es den Leser immer wieder zum Nachdenken anzuregen und dafür zu sorgen, dass man die eigenen Gefühle und sogar die eigene Position reflektieren muss. Der jungen Tristan könnte genauso ein junger Soldat im Kosovo oder Afghanistan sein. Seine Gedanken, die aus bestimmten Weltvorstellungen resultieren, die Erlebnisse, die er während seiner Militärzeit macht und seine Entwicklung sind universell. Damit diese Geschichte aber eine Reflexion beim Leser auslöst, stellt der Autor dem Protagonisten eine Familie und Freunde zur Seite, die ihn immer wieder anstupsen und selbst zum Nachdenken bringen. Und so entwickelt man sich praktisch während des Lesens mit Tristan Sadler. Dies passiert nicht durch Zwang, sondern durch Spannung. Boyne hat einen Lebenslauf geschrieben, der immer wieder Wendungen enthält, die völlig nachvollziehbar und realistisch sind. Gleichzeitig erzeugen sie aber einen Spannungsbogen, der dazu führt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Zudem entwickelt er zwei verschiedene Erzählstränge, die auf ein gemeinsames zeitliches Ziel zusteuern. Sicherlich kann man anbringen, dass diesen handkniff jeder zweite Autor anwendet. Aber Boyne wäre nicht Boyne und hätte keine Entwicklung durchgemacht, wenn er an diesem Punkt aufhören würde. Nein, er fügt nach und nach weitere Handlungsstränge ein, die ein wunderbares Zeit- und Handlungsgeflecht ergeben. Sprachlich schafft er es, dieses Geflecht mit sanften Worten zu unterfüttern, die an wenigen Stellen von einer derben Sprache unterstützt werden. An diesen Punkten soll nichts beschönigt werden, sondern die nackte Wahrheit und Dramatik der Situation sollen aufgezeigt werden. Obwohl sich das Werk vornehmlich an Jugendliche richtet, ist die Wortwahl nicht zu lax. Aus meiner Sicht hat er ein gutes Mittelmaß zwischen anspruchsvoller, sehr bildlicher und zeitgemäßer Sprache gefunden. Hier muss ich auch ein ausdrückliches Lob an den Übersetzer Werner Löcher-Lawrence aussprechen.

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Wer tatsächlich ein Feigling ist...
von Janine2610 am 22.02.2012
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Das Buch hat mich noch länger, nachdem ich es beendet habe, in Gedanken beschäftigt. Einige Szenen im Buch haben mich derart gefesselt, da hab ich für einen Moment lang alles um mich herum vergessen können und war voll und ganz aufs Lesen fixiert. - Vor allem die Kriegspassagen sind doch sehr eindrucksvoll geschrieben und „geistern“... Das Buch hat mich noch länger, nachdem ich es beendet habe, in Gedanken beschäftigt. Einige Szenen im Buch haben mich derart gefesselt, da hab ich für einen Moment lang alles um mich herum vergessen können und war voll und ganz aufs Lesen fixiert. - Vor allem die Kriegspassagen sind doch sehr eindrucksvoll geschrieben und „geistern“ jetzt noch immer in meinem Kopf herum. Im Buch wird abwechselnd, aus der Sicht Tristans, aus dem Kriegsjahr 1916 und aus dem Jahr 1919, in dem er sich mit Marian, der Schwester seines Freundes, trifft, erzählt. Tristan trifft sich mit der Schwester seines Freundes Will, den er im Ausbildungslager Aldershot kennen gelernt hat, 3 Jahre nach dessen Tod, um ihr Briefe zurück zu geben und ihr von Will zu erzählen, vor allem aber, um ihr etwas zu gestehen, etwas dass ihn seit Jahren innerlich zerfrisst… Ich muss zugeben, bis ich es tatsächlich erst gelesen habe, hatte ich absolut keine Ahnung, was Tristan Will’s Schwester gestehen muss, und ich muss ehrlich sagen, ich habe auch alles erwartet, aber an so ein Geschehnis hätte ich nie gedacht. - Also die Spannung war für mich präsent bis zum Schluss. Deswegen gebe ich dem Buch hiermit 5 Sterne, weil die hat es sich, meiner Meinung nach, auf jeden Fall verdient!

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Freundschaft und Liebe im I. Weltkrieg
von Xirxe aus Hannover am 13.02.2012
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15. September 1919. Tristan Sadler ist auf dem Weg von London nach Norwich, um dort Marian, die Schwester seines besten Freundes zu besuchen. Dieser kam aus dem Krieg nicht zurück und Tristan will ihr nun die Briefe, die sie ihrem Bruder Will geschrieben hat, zurückgeben. Bei ihrem Treffen erzählt... 15. September 1919. Tristan Sadler ist auf dem Weg von London nach Norwich, um dort Marian, die Schwester seines besten Freundes zu besuchen. Dieser kam aus dem Krieg nicht zurück und Tristan will ihr nun die Briefe, die sie ihrem Bruder Will geschrieben hat, zurückgeben. Bei ihrem Treffen erzählt er ihr von seiner ersten Begegnung mit Will im Ausbildungslager, dem Übersetzen nach Nordfrankreich und den anschließenden grausamen Kämpfen dort, wo es nur noch ums nackte Überleben ging. Sadler berichtet abwechselnd in jeweils ca. 50seitigen Kapiteln vom Zusammentreffen mit Marian und seinen Erlebnissen im Krieg. Es ist die Geschichte zweier junger Männer, die in anderen Zeiten vermutlich wesentlich glücklicher verlaufen wäre. Doch in jenen Zeiten ging es nur noch um vermeintliches Heldentum und Mannsein, über die man damals eine deutlich andere Vorstellung hatte als heute. Es ist ein Buch voll unerwiderter Gefühle und über die Brutalität des Krieges, die letztendlich zu einem entsetzlichen Ende führen. Boyd schreibt aus der Sicht Tristans voller Emfindsamkeit, jedoch ohne rührselig oder kitschig zu werden. Man leidet und fühlt mit ihm und selbst während des tragischen Endes empfindet man mit dem Erzähler. Ein Buch das berührt und die Schrecken des Krieges aus einer anderen Sichtweise aufzeigt.

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Wann vergibt man sich selbst die Schuld?
von piubellas-lesezeichen am 04.02.2012
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John Boyne gelingt hier meines Erachtens ein Meisterwerk, dass mit leisen melachonischen Untertönen von den Schrecken des Krieges erzählt, sanft verwebt mit den zarten ersten Gefühlen eines 17 jährigen Jungen zu einem Kriegkameraden. Wann verjährt Schuld? Wann vergisst man und was, wenn man nie vergisst? Wo liegt der Unterschied zwischen Moral... John Boyne gelingt hier meines Erachtens ein Meisterwerk, dass mit leisen melachonischen Untertönen von den Schrecken des Krieges erzählt, sanft verwebt mit den zarten ersten Gefühlen eines 17 jährigen Jungen zu einem Kriegkameraden. Wann verjährt Schuld? Wann vergisst man und was, wenn man nie vergisst? Wo liegt der Unterschied zwischen Moral und Feigheit und wann ist man ein Feigling? Zwei Tabuthemen der damaligen Zeit, werden hier schonungslos und doch mit so viel Feingefühl und Sensibilität erzählt. Dabei greift der Autor auf einen Erzählstil zurück, welcher sich an die Zeit des ersten Weltkrieges anpasst. Die Art, wie John Boyne schreibt, gefällt mir sehr gut. Die zeitlichen Rückblicke gestalten sich für mich wie Einblendungen in einem Schwarz-Weiß Film. Erinnerungen setzten so nach und nach das vollständige Bild zusammen und am Ende ist man schockiert und bleibt nachdenkend zurück. Es gelingt wunderbar, den moralischen Graben zwischen Tristan und Will darzustellen, eingebettet in eine Freundschaft, die sich am Ende die große Frage stellen muss, wie weit man aus Moral, aus Liebe oder aus dem bloßen Überlebenswillen heraus gehen darf und kann. Mein Fazit Solch ein Buch hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Diese Geschichte ist so leicht erzählt, so leicht gelesen, aber der Eindruck, der zurückbleibt, der hallt nach, lässt nachdenken und erst nach einiger Zeit begreift man den vollen Umfang, die volle Tragödie, das volle Leid. Und die Erkenntnis, dass Schuld, wenn auch nicht von anderen auferlegt, einen selbst nie loslässt. Für mich eine absolute Leseempfehlung!

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Von Freundschaft, Prinzipientreue und Feigheit
von Nefret am 02.10.2012
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England, 1919: Tristan Sadler reist nach Norwich, wo er die Schwester seines verstorbenen Freundes Will trifft und von ihrer gemeinsamen Zeit an der Front während des Krieges zu berichten. Doch Tristan hat ein Geheimnis, das er erst spät enthüllt. Auch wenn es eine Weile gedauert hatte, bis mich das Buch... England, 1919: Tristan Sadler reist nach Norwich, wo er die Schwester seines verstorbenen Freundes Will trifft und von ihrer gemeinsamen Zeit an der Front während des Krieges zu berichten. Doch Tristan hat ein Geheimnis, das er erst spät enthüllt. Auch wenn es eine Weile gedauert hatte, bis mich das Buch so richtig gepackt hatte, war es vor allem der leichte und elegante Schreibstil John Boynes, der mich eifrig weiter lesen ließ. Zuerst hatte ich den Eindruck, dass die Handlung einer gewissen vorhersehbaren Routine entsprach, in der es um Ideale, Zurückweisung und Einsamkeit ging. Doch im letzten Drittel wurde ich eines Besseren belehrt. Spätestens da hatte mich das Buch endgültig gepackt. Vorher hatten mich schon die Schilderungen des Krieges sehr berührt. Hier treten die unterschiedlichsten menschlichen Eigenschaften wie Prinzipientreue, Idealismus, Mut, Feigheit oder einfach nur blinder Gehorsam zutage. John Boyne zeigt, dass es nicht einfach nur Schwarz oder Weiß gibt. Manche Taten und Handlungen haben Hintergründe, die diese zwar nicht entschuldigen, aber verständlicher machen.

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Krieg, Liebe und innere Zerstörung
von Michael Lehmann-Pape am 04.04.2012
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Tristan Sandler trägt ein Geheimnis in sich, zumindest für die gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen seiner Zeit. Eine Disposition, die ihn bereits, sozusagen, das Elternhaus gekostet hat. Seine Vater hat ihn bereits mit 16 Jahren vor die Tür gesetzt und, deutliche Worte für Tristan gefunden: „Die Wahrheit ist, Tristan, dass es... Tristan Sandler trägt ein Geheimnis in sich, zumindest für die gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen seiner Zeit. Eine Disposition, die ihn bereits, sozusagen, das Elternhaus gekostet hat. Seine Vater hat ihn bereits mit 16 Jahren vor die Tür gesetzt und, deutliche Worte für Tristan gefunden: „Die Wahrheit ist, Tristan, dass es das Beste für uns alle wäre, wenn dich die Deutschen gleich erwischten“. Was diese „Besonderheit“ aber sein mag, die einen Vater zu solchen Sätzen verleiten, wird im Buch in aller Offenheit erst später deutlich werden. Andeutungsweise allerdings schwingt die besondere Disposition des Protagonisten durchaus schon früh in der Geschichte mit. 1919. England arbeitet sich nach den verheerenden Kriegsjahren wieder in das normale Leben zurück, doch die Erinnerungen sind noch frisch, werden durch die vielen Kriegsopfer, die Krüppel hier und da auf den Strassen und in den Gedanken der überlebenden Soldaten noch frisch gehalten. Auch Tristan Sandler hat den Krieg nicht unbeschadet überstanden. Äußerlich mit Narben gekennzeichnet, innerlich mit kaum stabiler Nervenkraft. An einem Tag fährt er von London nach Norwich, um der Schwester seines Kameraden (und besten Freundes), der gefallen ist, deren gesammelte Briefe wieder zu geben und auch zu berichten von ihrem Bruder, der gemeinsamen Zeit in der Ausbildung und an der Front. Doch noch mehr liegt ihm auf dem Herzen, denn für Tristan war das Verhältnis zu Will Bancroft weitaus mehr als nur eine enge Kameradschaft. Jener Will, der außerordentlichen Mut bewies und zu einer starken Persönlichkeit reifte. Weniger als reiner Soldat, viel mehr noch als Mensch. Während Tristan im entscheidenden Augenblick, zumindest in seinen eigenen Augen, versagte und nicht zu seiner Freundschaft und seinen wahren Gefühlen gestanden hat. Ein Versagen, das ihn seitdem innerlich verfolgt. Ruhig, die Atmosphäre der Zeit und im besonderen jene in England präzise mit vielen detaillierten Schilderungen treffend, nimmt John Boyne den Leser mit in eine hoch emotionale Geschichte voller Dramatik, Liebe, Verlust und Trauer. Eine Geschichte, in der die Schrecken des Krieges von ihm ebenso unprätentiös (und gerade durch diesen Stil innerlich mitnehmend) geschildert werden, wie er seinem eigentlichen Thema nachgeht. Der inneren Verbundenheit zweier Menschen, die im äußeren Leben gerade in jener Zeit so schwer nur darstellbar und offen lebbar war. Schon die Ankunft Tristans in seiner Pension in Norwich in der Gegenwart des Jahre 1919, bei der das Zimmer „Desinfiziert“ werden muss ob einer „unmoralischen Begegnung“ zeigt die Linie, die Boyne im Buch weiter verfolgt. Hier das Erleben der Personen, dort die unnachgiebigen „Standards“ des öffentlichen Lebens. Standards, die im soldatischen Umgang noch wesentlich stärker akzentuiert vorliegen und zu einem beständigen Druck auf das innere Erleben zumindest Tristans führen. Der sich im entscheidenden Moment als feige erweisen wird und daran innerlich zerbricht. John Boyne legt eine hoch emotionale Geschichte vor, in der er mit seinem ruhigen Stil nuancenreich sowohl die Härten des ersten Weltkrieges als auch die inneren Kämpfe seiner Protagonisten Seite für Seite intensiv offen legt. Trotz einiger Längen in der Darstellung und einer manchmal zu ruhigen Erzählweise ist dies ein sprachlich und inhaltlich berührendes Buch.

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Ein spätes Geständnis
von Bücherwurm78 am 01.03.2012
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Ein ergreifendes Buch. Obwohl es nicht unbedingt mein Lieblingsgenre ist, war ich doch neugierig und wurde nicht enttäuscht. John Boyle beschreibt die Konflikte in Tristans Leben sehr anschaulich und auch seine Zeit im Krieg ist sehr bewegend beschrieben. Der Schreibstil ist sehr flüssig und für mich gab es keine... Ein ergreifendes Buch. Obwohl es nicht unbedingt mein Lieblingsgenre ist, war ich doch neugierig und wurde nicht enttäuscht. John Boyle beschreibt die Konflikte in Tristans Leben sehr anschaulich und auch seine Zeit im Krieg ist sehr bewegend beschrieben. Der Schreibstil ist sehr flüssig und für mich gab es keine „faden“ Stellen im Buch. Die Spannung war immer gehalten, da wirklich erst am Ende das „späte Geständnis“ von Tristan erfolgt. Auch das Cover des Buches fand ich zum Inhalt sehr gut und passend. Ein sehr schöner Roman, den man weiterempfehlen kann.

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