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Das ZickZack-Prinzip

Alfred Hilsberg - ein Leben für den Underground

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Was sie schon immer über den deutschen Underground wissen wollten
Lexika nennen ihn »Punk-Papst« und »Begründer der NDW« (Neue Deutsche Welle): Alfred Hilsberg brachte Punk nach Deutschland und gründete eine unabhängige Plattenfirma, für die er u. a. die Einstürzenden Neubauten und Blumfeld entdeckte und förderte – die einflussreichsten deutschen Bands der Neuzeit. Und als Filmexperte und Journalist prägt Hilsberg seit den späten Sechzigern die Subkultur. Der Journalist und Wegbegleiter Christof Meueler erzählt aus Hilsbergs bewegtem Leben und lässt viele bekannte Protagonisten des deutschen Undergrounds zu Wort kommen.
Rezension
Eine Geschichte des erst lustvollen, später auch traurigen Scheiterns - und eine des unbeirrten Immerweitermachens, bis in die Gegenwart. Konsequenz, dein Name sei Alfred Hilsberg." Gerrit Bartels, Tagesspiegel
Portrait
Christof Meueler, geboren 1968, Journalist und Soziologe, lebt in Berlin. Gab in den 80er-Jahren das Noisepopfanzine Rat Race heraus, schrieb in den 90er-Jahren unter anderem für das Hardcore-Magazin Zap und legte im Rhein-Main-Gebiet Platten auf. Seit 2001 Ressortleiter für Feuilleton & Sport bei der Tageszeitung junge Welt. Meueler und Hilsberg kennen sich seit Mitte der 80er Jahre.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 28.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-16803-9
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 233/154/38 mm
Gewicht 717
Abbildungen mit schwarzweissen Abbildungen
Verkaufsrang 70.369
Buch (gebundene Ausgabe)
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DAS ZICKZACK-PRINZIP - Eine Spurensuche in Sachen Alfred Hilsberg und des musikalischen Undergrounds in Deutschland
von j.h. aus Berlin am 25.04.2016

"Xao Seffcheque: In Düsseldorf gab es diesen Dorfbrunnen, diese Tränke, wo alle Szenen zusammenkamen, wo die Zebras tranken und die Löwen und die Flamingos: der Ratinger Hof. In Hamburg dagegen hatte jeder sein eigenes Wasserloch, und in Berlin gab es ganz komische Tiere, von Wasserstellen einmal abgesehen." (S. 172) Dieses... "Xao Seffcheque: In Düsseldorf gab es diesen Dorfbrunnen, diese Tränke, wo alle Szenen zusammenkamen, wo die Zebras tranken und die Löwen und die Flamingos: der Ratinger Hof. In Hamburg dagegen hatte jeder sein eigenes Wasserloch, und in Berlin gab es ganz komische Tiere, von Wasserstellen einmal abgesehen." (S. 172) Dieses ebenso treffende wie originelle Zeitzeugen-Zitat verdeutlicht sehr gut, wie wenig homogen die alternative Musikszene im Deutschland der 1980-er Jahre war. Doch Alfred Hilsberg (*1947) stand unzweifelhaft in ihrem Mittelpunkt. Als Sohn einer Arbeiterfamilie in Wolfsburg geboren, hatte er schon in frühester Jugend das Ziel, die als "Stadt des KdF-Wagens" gegründete Ansiedlung so bald als möglich hinter sich zu lassen. Die Arbeit in einer Film-AG brachte die große weite Welt schon etwas näher und führte ihn bald in die alternative Filmszene Hamburgs, wo im Umfeld der Revolte von 1968 Filme für den Klassenkampf mit viel Herzblut und etwas weniger Talent produziert wurden. Die von der RAF nicht weit entfernte linke Szene der frühen 1970-er versuchte auch, so etwas wie eine linke BILD-Zeitung auf die Beine zu stellen und war mit den vielen Drogen ansonsten ganz gut beschäftigt. Im Herbst 1976 hatte Alfred Hilsberg dann in London sein "Ur-Punk-Erlebnis". Nachdem britische Musik-Magazine seit dem Sommer immer wieder über Punk berichteten, musste er sich endlich sein eigenes Bild machen. "Ästhetischer Widerstand gegen die bürgerliche Gesellschaft. Für die angeblich intakte Kleinbürgerwelt in England war das ein Kulturschock. Es passierte ständig etwas Neues. Die Bands, die Labels, die selbst gemachten Magazine - die Fanzines - schossen wie Pilze aus dem Boden; es waren lauter kleine Explosionen." (S. 96) Zunächst wurden Schallplatten (damals wirklich heiße Ware) direkt nach Deutschland importiert und schon im Februar 1977 gab es die ersten drei Konzerte der Vibrators in Westberlin, Hamburg und Hannover. Die Organisation weiterer Konzerte und musikjournalistische Arbeit für SOUNDS führte 1980 zur Gründung des legendären eigenen Plattenlabels ZickZack, mit der Hilsberg als "Begründer der Neuen Deutschen Welle" Musikgeschichte schrieb. Und im ZickZack verläuft auch Hilsbergs weiteres Leben und Wirken im Bereich der musikalischen Underground-Subkultur in Deutschland, der nach der Jahrtausendwende merklich die Luft ausging. Christof Meueler (*1968) hat das Leben Alfred Hilsbergs nach Selbstaussagen und Quellenstudium in einem ironischen und sehr gut lesbaren Stil aufgeschrieben. Als unterbrechender Kommentar erscheinen im Text die Aussagen von über 60 Zeitzeugen (Blixa Bargeld, Timo Blunck, Diedrich Diederichsen, Jochen Distelmeyer, Ronald Galenza, Kai-Uwe Kohlschmidt, Rocko Schamoni, Günter Zint ...), die für lebendiges Zeitkolorit sorgen und den ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen eines ungewöhnlichen Lebens hervorragend illustrieren. Eingeleitet wird das Buch von einem launigen Vorwort des Sängers Kristof Schreuf. Kurzbiografien der mitwirkenden Zeitzeugen/Weggefährten und ein 10-seitiges Register beschließen den Band. Das in der HARDCORE-Reihe des HEYNE-Verlags erschienene Buch ist eine außergewöhnliche Biografie, die für Kenner der deutschen Gegenkultur ein spannendes Leseerlebnis bildet. Mit einer gewissen Wehmut wird dem Leser dabei deutlich, wieviel Kreativität und Vielfalt in diesem mittlerweile überreglementierten und (nicht nur durch die Auswirkungen des Internets) vollständig durchkommerzialisierten Land einst möglich war.

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