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Der Doppelgänger

Nachw. v. Angela Martini-Wonde

(1)

Eines Morgens nimmt am Schreibpult des Titularrats Jakow Petrowitsch Goljadkin, ihm gegenüber, ein Beamter gleichen Namens und Aussehens Platz, sein Doppelgänger und anderes Ich. Zwischen beiden entspinnt sich ein grotesker Kampf, der für Jakow Petrowitsch im Wahnsinn endet. Goljadkin ist die erste einer Reihe von »gespaltenen«, um die Identität ihrer Persönlichkeit ringenden Gestalten im Werk Dostojewskijs: Stawrogin (»Die Dämonen«), Wersilow (»DerJüngling«), Iwan Karamasow.

Portrait
Fjodor M. Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. 1849 wurde er wegen angeblich staatsfeindlicher Aktivität im Petraschewski-Kreis zum Tode verurteilt, dann zu vier Jahren Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt. 1859 kehrte er nach St. Petersburg zurück.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 215
Erscheinungsdatum 1986
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-008423-6
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 147/95/12 mm
Gewicht 107
Buch (Taschenbuch)
5,80
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Der Doppelgänger - ein kanonisches Motiv
von Zitronenblau am 13.10.2011

Dostojewskis Petersburger Dichtung gehört zwingend in sein Gesamtwerk. Denn das Motiv des Doppelgängers ist so alt wie diese Gattunsgart selbst. Es hängt stark zusammen mit unserem Identitätsdenken sowie unserer individellen Stellung im Kosmos. Der Hebel der Erklärung ist zumeist der Zwilling. Somit aber der Reiz des Motivs ad acta.... Dostojewskis Petersburger Dichtung gehört zwingend in sein Gesamtwerk. Denn das Motiv des Doppelgängers ist so alt wie diese Gattunsgart selbst. Es hängt stark zusammen mit unserem Identitätsdenken sowie unserer individellen Stellung im Kosmos. Der Hebel der Erklärung ist zumeist der Zwilling. Somit aber der Reiz des Motivs ad acta. Dass Dostojewksi dieses Motiv "zwillingsfrei" verwendet, verwundert daher nicht; noch weniger, dass es negativ konnotiert wird - wo bliebe der epische Fundus? Der biedere Titularrat Goljädkin wird als ein schreckhafter, sehr konzentrierter und allzu gedankenverlorener Mensch beschrieben, dessen Charakteristik der Autor eingehend in den ersten Kapiteln ausdekliniert - ich glaube mit einem ersten Kulminationspunkt: der Besuch bei dem Arzt. Da liegt etwas im Busch, erkennt der Leser. Es folgt der Haupthandlungsstrang, in dem der "Held", obschon der Dichter seine Ironie nicht verbirgt, sich selbst begegnet. Ich werde mir die Mühe sparen die Einzelheiten darzulegen. Im Wesentlichen greift dieser "jüngere Goljädkin" in das Leben des Protagonisten - im Job, in der Gesellschaft, in dessen Kopf und Herz. So fühlt sich der Held schikaniert, verlacht, kompromittiert. In einem zweiten Parallelstrang - auch den Protagonisten betreffend (und vor allem durch das Moment des literarischen Briefes in die Handlung verflochten; übrigens vielverwendet im Gesamtwerk des Schriftstellers) - wird seine Liebe zu Olsuf'evna nicht erwiedert. So kulminiert dessen geistige Dekadenz und es geht schließlich ab in die Anstalt. Das Buch ist sehr schmal (etwa 200 Seiten). Also wenig Raum für eine minutiöse Handlung. Wichtiger ist vielmehr die Form der Epik. Dostojewski wechselt zwischen der auktorialen Erzählweise (in der er sich selbst auch immer dem Leser als aktiver Erzähler zu erkennen gibt) sowie jener des Protagonisten, welcher wiederum in der deskriptiven Handlung in der 3. Person, im Gang der Gedanken in der 1. Person pendelt. Schwierig ist nun wie wir das literarische Werk beurteilen wollen. Man spürt den anfänglichen Witz von Dostojewski (Ironie z.B.). Noch war er nicht im Lager... Enthalten im Verhalten des Helden ist dennoch eine scharfe Kritik am gesellschaftlichen System. Hinter dem paranoiden Gehabe steckt eine umfassende Furcht bzw. das Gefühl einer sozialen Determination. Der Prozess der Umnachtung ist m. E. der Vorfall, den wir uns besonders anschauen müssen. Hierin sollte nun die Kunst stecken, alogische und akausale Linien innerhalb einer chonologischen Abfolge von Ereignissen zu zeichnen. Ich denke, dass ist Dostojewski gelungen. Begegnungen mit dem Doppelgänger tragen diese "Unnatur" genau so wie die Gespräche mit den Beamtenkollegen oder seinem Diener. Der dramaturgische Schlüssel ist insofern nicht ganz glücklich gewählt, als dass das Schloss zur höchsten Spannung durch das des Arzt-am-Anfang-Arzt-am-Ende-Bogens, der den Rahmen vorgibt, ein wenig durch Antizipation der Handlung ersetzt wird. Und auch sonst überzeugt Dostojewski zwar mit Süffisanz (ich mag diesen Stil ungemein), an eleganten Tropen und Stilmitteln fehlt es aber hier und da. Der Roman ist somit kein großer Wurf. Es wäre aber auch wieder recht verwunderlich gewesen, hätte der große russische Dichter dieses Motiv nie verarbeitet...

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