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Der Duft von Erde und Zitronen

Ungekürzte Lesung, MP3-CD inkl. DAISY-Format

Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr. Als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen suchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennenlernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Portrait
Margherita Oggero, geboren und wohnhaft in Turin, ist pensionierte Lehrerin und Romanautorin.
Sprecherin Merete Brettschneider wurde 1974 in Hamburg geboren. Zu sehen u.a. in Fernsehserien wie Unter Uns, St. Angela oder der norddeutschen Comedy Serie DeichTV, agiert sie nun als vielseitige Synchronsprecherin sowie als Sprecherin für Hörspiel und Hörbuch.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Merete Brettschneider
Anzahl 5
Erscheinungsdatum 15.05.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783836806428
Verlag Radioropa Hörbuch-Divisio
Originaltitel L'ora di pietra
Auflage 1. Auflage
Spieldauer 373 Minuten
Verkaufsrang 8.924
Hörbuch (CD)
23,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Sehr berührend und zugleich auch spannend“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Manche von Ihnen können die Autorin Margherita Oggero bereits durch ihre Krimis kennen. „Der Duft von Erde und Zitronen“ ist allerdings kein Krimi, obwohl er sich sehr spannend liest.

Margherita Oggero erzählt die Geschichte der knapp 14jährigen Imma. Der Roman wird gegengleich in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen erzählt
Manche von Ihnen können die Autorin Margherita Oggero bereits durch ihre Krimis kennen. „Der Duft von Erde und Zitronen“ ist allerdings kein Krimi, obwohl er sich sehr spannend liest.

Margherita Oggero erzählt die Geschichte der knapp 14jährigen Imma. Der Roman wird gegengleich in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen erzählt uns Imma ihre eigene Geschichte. Sie beginnt in der Gegenwart, wo sie bei ihrer Ex-Tante eingesperrt in einer Wohnung lebt und nicht wirklich Abwechslung hat. Während ihre Tante arbeitet, schließt sie das Mädchen ein und nimmt die Schlüssel und die Fernbedienung für den Fernseher mit. Imma bleibt nichts anderes übrig, als sich mit ihren Schulbüchern zu beschäftigen, die Hausarbeit für die Ex-Tante zu erledigen und aus dem Fenster zu schauen. Als sie sich eines Tages einmal genauer in der Wohnung umschaut, entdeckt sie einen zweiten Satz Schlüssel. Für sie der Beginn von Freiheit. Sie geht jeden Tag ein wenig spazieren und lernt hierbei den jungen Studenten Paolo kennen, der auf einem Markt in der Nähe gebrauchte Bücher verkauft. Die Besuche bei ihm werden zu einem Highlight in ihrem Leben. Und die Bücher, die er ihr empfiehlt, helfen ihr weiter mit ihrer eigenen Situation umzugehen und sich zurückzuerinnern, was eigentlich geschehen ist. Zeitgleich dazu erzählt die Autorin die Geschichte von drei Familien aus dem Dorf, aus dem Imma stammt. Sie erzählt die Geschichte von Immas Großeltern Assunta und Saverio, ihrer drei Kinder Antonio, Salvatore und der Nachzüglerin Melina. Sie erzählt die Geschichte der armen Rosaria und die Geschichte der ehemals reichen und vornehmen Familie Manconi, die nur noch aus dem schwachen Ubaldo und seiner verbitterten Schwester Matilde besteht. Und dann gibt es da noch Don Raffaele und seine Söhne, vor denen alle Angst haben. Was ist damals in dem Dorf in der Nähe von Neapel wirklich vorgefallen. Wer ist die Ex-Tante? Wie gehört alles zusammen?

Die Geschichte bezieht ihre Spannung daraus, dass Immas Geschichte rückwärts und die Geschichte der Familien aus der Vergangenheit vorwärts erzählt wird. Somit läuft alles auf den Höhepunkt zu. Schade, dass der Verlag einen Teil der Spannung bereits durch den Klappentext vorweggenommen hat. Margherita Oggero erzählt die Geschichte von Imma sehr sensibel. Schön sind die eingebundenen Bücher, die Imma während ihrer „Gefangenschaft“ liest und mit denen sie sich immer mehr identifiziert. Erschreckt hat mich, wie viel Macht das organisierte Verbrechen immer noch hat. Allerdings wissen wir das ja spätestens seit dem schockierenden Insiderbericht des Italieners Roberto Saviano „Gomorrha“.

Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und berührt. Auch wenn es ganz anders ist als die Bücher von Fabio Geda („Im Meer schwimmen keine Krokodile“ und „ Emils wundersame Reise“), kann ich mir dieses Buch sehr gut für Leser dieses Autoren vorstellen. Denn beide Autoren berichten sehr einfühlsam von den schweren Schicksalen von Kindern, und welche Kraft sie haben, diese zu bewältigen.

„Der Duft von Erde und Zitronen“

I. Schneider, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Imma muß bei ihre Tante im kalten Norden von Italien leben, obwohl sie noch nicht mal ihre richtige Tante ist. Sie ist erst dreizehn und wurde von ihrer Familie, die bei Neapel lebt, in einer Nacht-und Nebelaktion in den Norden verfrachtet, weil man Angst um ihr Leben hat. Der Sohn von Don Raffele, dem Paten des Städtchens, hat versucht Imma muß bei ihre Tante im kalten Norden von Italien leben, obwohl sie noch nicht mal ihre richtige Tante ist. Sie ist erst dreizehn und wurde von ihrer Familie, die bei Neapel lebt, in einer Nacht-und Nebelaktion in den Norden verfrachtet, weil man Angst um ihr Leben hat. Der Sohn von Don Raffele, dem Paten des Städtchens, hat versucht Imma zu vergewaltigen und diese hat sich erfolgreich gewehrt, indem sie Enzino einen Stein auf den Kopf schlug und dachte, er sei tot. Die Familie handelte schnell und jetzt sitzt Imma in der kleinen Wohnung ihrer Tante Rosaria fest, darf nicht hinaus, kein Telefongespräch führen und fühlt sich schrecklich alleine. Nur ihre Schulbücher sind ihr ein Trost und als sie sich endlich traut aus dem Hause zu gehen, trifft sie auf dem Markt einen jungen Buchhändler, Paolo, von dem sie Bücher kauft, die sie dann in der Wohnung verschlingt. Mit der Zeit gewöhnen sich Tante Rosaria und Imma aneinander und Rosaria erzählt ihr ihre ganze Lebensgeschichte.

Ein wunderschöner Roman über die Lebensgeschichten und Schicksale von Frauen aus einer Familieim italienischen Süden. Angefangen mit Oma Assunta, die noch ganz spät und nach zwei fast erwachsenen Söhnen eine Tochter, Melina, bekommen hat. Weiter geht es mit Melina, die schöne, dunkeläugige, etwas seltsame junge Frau, die sich in einen 'Frauenversteher' verliebt, von ihm schwanger wird und Imma bekommt. Und auch Immas Geschichte wird hier sehr gefühlvoll und sensibel erzählt, genau wie das Leben von Rosaria. Man taucht ein in die Geschichte und fühlt sich zu allen hingezogen, als wären es eigene, enge Freundinnen.

„Der Duft von Erde und Zitronen“

Katja Wünsche, Thalia-Buchhandlung Bayreuth

Imma hat in ihrem jungen Leben schon viel Unglück erlebt. Die Mutter starb, als sie noch ein kleines Kind war. Der Vater interessierte sich nie besonders für sie. Als 11-jährige muss sie mit ansehen, wie der Sohn Don Rafaelles ein junges Mädchen vergewaltigt und tötet. Nun ist sie dreizehn. Sie ist eine Träumerin, erkundet ihr Heimatdorf Imma hat in ihrem jungen Leben schon viel Unglück erlebt. Die Mutter starb, als sie noch ein kleines Kind war. Der Vater interessierte sich nie besonders für sie. Als 11-jährige muss sie mit ansehen, wie der Sohn Don Rafaelles ein junges Mädchen vergewaltigt und tötet. Nun ist sie dreizehn. Sie ist eine Träumerin, erkundet ihr Heimatdorf auf stundenlangen Spaziergängen. Auf einem davon widerfährt ihr das Undenkbare: Sie begegnet Enzino, dem Sohn des Dons, der sie vergewaltigen will. Doch sie wehrt sich und schlägt mit einem Stein auf ihn ein, bis er sich nicht mehr regt. Als Konsequenz ihrer Tat muss sie die Heimat verlassen, um bei einer Tante zu leben. Doch wie kann jemand, der die Freiheit und lange Spaziergänge liebt, in Gefangenschaft leben? Noch dazu bei jemandem, der ihre Gesellschaft nicht will?

Margherita Oggero ist mit ihrem Roman ein kluges und spannendes Buch gelungen. Gekonnt erzählt sie aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten und verschafft dem Leser damit ein umfassendes Bild von Immas Leben vor und nach der Tat. Sie beschreibt ihre Charaktere liebevoll. Sie zeigt das Leben in einem kleinen italienischen Dorf auf, in dem der Don das Sagen hat und eine Hand die andere wäscht. Oggero schreibt über Liebe, verletzte Gefühle und zerbrochene Hoffnungen. Mit Imma ist ihr ein sehr intelligenter und sympathischer Charakter gelungen, deren Gedanken und Aufgewecktheit zeigen, dass sie durchaus erwachsener ist, als viele ihrer Altersgenossen. Ein Buch, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen konnte.

„Bella Italia?“

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Ma che bella...oder doch nicht? Oggero lässt in ihrer Geschichte um die junge Imma keine Zweifel aufkommen, wie wunderschön das Land in all seiner Zerissenheit ist, das Licht, die Wärme und eben der Duft von Erde und Zitronen - aber eben auch diese Diskrepanz zwischen dem grauen modernen kalten Norden und dem in seinem Frauenbild beinah Ma che bella...oder doch nicht? Oggero lässt in ihrer Geschichte um die junge Imma keine Zweifel aufkommen, wie wunderschön das Land in all seiner Zerissenheit ist, das Licht, die Wärme und eben der Duft von Erde und Zitronen - aber eben auch diese Diskrepanz zwischen dem grauen modernen kalten Norden und dem in seinem Frauenbild beinah arabisch anmutenden Süden mit dem langen Arm des Kraken. Die Geschichte ist spannend erzählt, schade, dass nicht nur der Verlag, sondern auch etliche Rezensionen schon so viel verraten.

Einen Stern ziehe ich ab, weil die Erzählstimme tatsächlich einem etwas älteren Mädchen zu gehören scheint...und der sehr abrupte Schluss hat mich einen Moment hin und her klicken lassen, weil ich dachte, die ebook-Datei sei fehlerhaft. Trotzdem, ein tolles Buch!

Andrea Becker, Thalia-Buchhandlung Fulda

Interessante Geschichte, die zwar etwas düster daherkommt, aber auf jeden Fall fesselnd ist! Interessante Geschichte, die zwar etwas düster daherkommt, aber auf jeden Fall fesselnd ist!

„Der Duft von Erde und Zitronen“

Sandra Herrmann, Thalia-Buchhandlung Regensburg

... erinnert Imma an ihre schöne, traurige Mutter, die bei einem Unfall ums Leben kam. Und dieser Duft ist es, der ihr selbst zum Verhängnis wird, als sie – verborgen vor sämtlichen Blicken – Zeugin einer Vergewaltigung mit Todesfolge wird. Sie wollte doch nur ihrer Mutter näher sein und sieht stattdessen, wie der jüngste Spross des ... erinnert Imma an ihre schöne, traurige Mutter, die bei einem Unfall ums Leben kam. Und dieser Duft ist es, der ihr selbst zum Verhängnis wird, als sie – verborgen vor sämtlichen Blicken – Zeugin einer Vergewaltigung mit Todesfolge wird. Sie wollte doch nur ihrer Mutter näher sein und sieht stattdessen, wie der jüngste Spross des Camorra Bosses – versehentlich - ein minderjähriges Mädchen tötet. Imma traut sich nicht, etwas davon zu erzählen, bis sie selbst zwei Jahre später Opfer seiner Gewalt wird. Sie wehrt sich jedoch und schlägt ihrem einiger den Schädel ein. Nun befindet sich auch Imma hautnah in einem Strudel aus Gewalt und Schuld, der ihre Familie bereits seit Generationen im Griff hat.

Sie wird zu ihre Schutz in den Norden gebracht und fristet so weitab von Neapel ein Leben als „Gefangene“ zu ihrem eigenen Schutz. Ihr fehlt ihre Familie, die Natur, ihre Freiheit. Solange, bis sie stundenweise ausbricht und durch den jungen Buchhändler Paolo und seine Buchempfehlungen (Anne Frank, Tom Sawyer,...) den Mut findet auszubrechen.

Oggero gelingt es, durch Rückblenden und kurze Passagen aus Immos gegenwärtigem Leben, eine ganze Familie über vier Generationen hinweg zu begleiten. Mit Sinn für (gebrochene) Charaktere fördert sie immer wieder das große Thema immaterieller Schuld zu Tage. Vetternwirtschaft, nicht ganz freiwillige Gefälligkeiten, Familienehre und -schuld; all das findet sich in diesem Ausmaß wohl nur in Süditalien.

Die Autorin kommt aus dem Krimifach was man auch ihrem Roman anmerkt. Sie versteht es, Spannung aufzubauen und behutsam Puzzlesteine einer Geschichte zu streuen, die schließlich ein stimmiges, harmonisches Bild ergeben. Und doch fehlt etwas, um den letzten Funken überspringen zu lassen.

Ein netter Sommerschmöker mit viel süditalienischem Flair, der für mich aber zu holprig beginnt, um direkt einen Sog zu entwickeln. Sprachlich jedoch wirklich gelungen, und deshalb auch auf jeden Fall lesenswert – auch wenn die Lässigkeit der Krimis fehlt.

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