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Der Komet

Roman

(6)
»I bin doch ned deppat, i fohr wieder z’haus.«
Der Erste Weltkrieg hat nicht stattgefunden, Amerika ist Kontinent der Hinterwäldler: In diesem Roman gibt es keine Anglizismen, keine amerikanischen Erfindungen und keinen Krieg. Dafür ein Europa voller Juden, den Mond als deutsche Kolonie und Wien als Zentrum der Welt.
»I bin doch ned deppat, i fohr wieder z’haus« lautet der Schlüsselsatz dieses Buches – denn damit fällt in Hannes Steins Roman Der Komet der Erste Weltkrieg aus. Gesprochen wird der Satz vom österreichischen Thronfolger am 28. Juni 1914 in Sarajewo, wo gerade jemand versucht hat, eine Bombe auf Franz Ferdinand zu werfen.
Das hat natürlich Folgen: denn ohne den Ersten Weltkrieg gibt es auch keinen Zweiten und keinen Kalten Krieg, keine Entkolonialisierung und keine Kollision mit dem Islam. Die europäischen Staaten versuchen ihre komplizierte Machtbalance zu erhalten – augusteischer Frieden herrscht auf der Welt.
Amerika ist ein zurückgebliebener Kontinent voller Cowboys, Goldgräber und Hinterwäldler; Europa bleibt das vorherrschend von Monarchen regierte Maß aller Dinge. Vor allem: Das liebenswerte, etwas bräsige k.u.k.-Reich mit seiner Hauptstadt Wien ist und bleibt der Nabel der Welt.
Hier, in der Hauptstadt des Vielvölkerreichs, dieser Stadt voller Juden, Psychoanalytiker und Wiener Schmäh, spielt Hannes Steins erster Roman. In dieser Szenerie lässt er seinen jungen und etwas tumben Protagonisten eine Liaison mit einer Gesellschaftsdame eingehen, deren Mann gerade auf dem Mond weilt (eine deutsche Kolonie, wo der Österreicher in seiner Eigenschaft als k.u.k.-Hofastronom aber arbeiten darf ). Die Nachrichten allerdings, die er von dort sendet, sind dramatisch. Ein Komet rast auf Kollisionskurs auf die Erde zu und soll in wenigen Monaten dort einschlagen.
Portrait
Hannes Stein, geboren 1965 in München, aber aufgewachsen und belehrt im österreichischen Salzburg. Seit Abschluss seines Studiums der Anglistik, Amerikanistik und Philosophie verdingt er sich als Publizist, zunächst für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und beim Spiegel, dann für die Literarische Welt in Berlin. Hannes Stein ist im Sommer 2007 nach New York ausgewandert, wo er als Journalist und Autor lebt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 14.02.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86971-067-9
Verlag Galiani Verlag
Maße (L/B/H) 212/125/28 mm
Gewicht 390
Auflage 3. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
18,99
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Violetta Hofmann, Thalia-Buchhandlung Dresden

Hannes Stein hängt seinen ganzen Roman an ein großes „Was wäre wenn nicht …?“
Was wäre geschehen, wenn der österreichische Erzherzog 1914 nicht in Sarajevo erschossen worden wäre? Wie würde Europa und der Rest der Welt heute aussehen, wenn aufgrund dieser Tatsache die zwei Weltkriege einfach nicht stattgefunden hätten? Nun in seinem
Hannes Stein hängt seinen ganzen Roman an ein großes „Was wäre wenn nicht …?“
Was wäre geschehen, wenn der österreichische Erzherzog 1914 nicht in Sarajevo erschossen worden wäre? Wie würde Europa und der Rest der Welt heute aussehen, wenn aufgrund dieser Tatsache die zwei Weltkriege einfach nicht stattgefunden hätten? Nun in seinem Roman gibt es dann im Jahre 2000 unter anderem ein riesiges K.u.K.-Reich, eine deutsche Kolonie auf dem Mond und Anne Frank wäre gerade 71 Jahre alt. Doch auch seine friedliche Welt wird bedroht und zwar durch einen Kometen aus dem All.
Eine heitere Utopie, welche den Leser schmunzeln lässt. Durch ein angehängtes Glossar werden die historischen Tatsachen erklärt, sodass „Der Komet“ auch Geschichtskunde aus einem völlig neue Blickwinkel ist.
Lesenswert!

„Ist Weltgeschichte Zufall?“

Henrik Nobis, Thalia-Buchhandlung Dresden

Sarajevo im Jahre 1914: der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand gerät auf seiner Reise durch Bosnien in das Visier von serbischen Nationalisten. Doch ein Attentat auf ihn schlägt fehl. Er lässt daraufhin umdrehen und fährt wieder nach Hause. Zwei Jahre später wird er Kaiser des Habsburgerreiches...

Wien um das Jahr 2000:
Sarajevo im Jahre 1914: der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand gerät auf seiner Reise durch Bosnien in das Visier von serbischen Nationalisten. Doch ein Attentat auf ihn schlägt fehl. Er lässt daraufhin umdrehen und fährt wieder nach Hause. Zwei Jahre später wird er Kaiser des Habsburgerreiches...

Wien um das Jahr 2000: in der Hauptstadt des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn pulsiert wie bereits vor über einhundert Jahren das kulturelle und geistige Leben. Bis auf einige wenige militärische Konflikte war das vergangene 20. Jahrhundert ein ruhiges und friedliches. In den Kaffeehäusern und Salons spricht man über Politik, über die weltweit berühmten Wiener Filmstudios, über Malerei, Musik und Literatur und für die Vereinigten Staaten von Amerika, diese zurückgebliebene Cowboy-Republik, hat man nicht mehr als ein müdes Lächeln übrig. Und obwohl der Kaiser auf seine preußische Konkurrentin, die bei den Deutschen sehr beliebt und obendrein auch noch gutaussehend ist, etwas grantig und eifersüchtig reagiert, haben sich die europäischen Monarchen arrangiert und leben gemütlich nebeneinander. Doch etwas stört die heile Welt: da gibt es zum einen den vermeintlichen Geistesgestörten, der fortwährend von Flugzeugbomben, Raupenkolossen und einem Antichrist mit kleinem Bart träumt, was dem behandelnden Psychoanalytiker Kopfzerbrechen bereitet; zum anderen gibt es da diesen Kometen, der Kurs auf die Erde nimmt...

Mit seinem Debütroman gelingt Hannes Stein ein beachtliches und überaus intelligentes Gedankenexperiment! Auf keiner einzigen Buchseite wirkt der veränderte Geschichtsverlauf unrealistisch oder weithergeholt. Die faszinierende Frage nach dem Was-wäre-wenn lässt der Autor nicht in der Schwebe stehen, sondern er stellt immer wieder bemerkenswerte Bezüge zu tatsächlich stattgefundenen Ereignissen her, lässt bekannte Personen wie zum Beispiel Stefan Zweig oder Anne Frank auftreten, deren Lebensläufe bei Hannes Stein ganz anders verlaufen; nicht zuletzt enthält das Buch sogar religiöse und philosophische Fragestellungen: Wenn es einen Gott gibt, wieso spielt er so willkürlich mit den Geschehnissen auf der Erde und lässt jenes geschehen oder nicht geschehen? Oder ist die ganze Weltgeschichte nichts anderes als purer Zufall?

„Was wäre wenn…?“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Laut einem Klappentext zu einem anderen Buch von Hannes Stein („Tschüss Deutschland“) ist der Autor „einer der klügsten und komischsten Essayisten Deutschlands“. Er wurde in München geboren, ist in Österreich aufgewachsen und lebt seitdem er eine Greencard gewonnen hat in den USA. Nach einigen Sachbüchern ist „Der Komet“ sein erster Laut einem Klappentext zu einem anderen Buch von Hannes Stein („Tschüss Deutschland“) ist der Autor „einer der klügsten und komischsten Essayisten Deutschlands“. Er wurde in München geboren, ist in Österreich aufgewachsen und lebt seitdem er eine Greencard gewonnen hat in den USA. Nach einigen Sachbüchern ist „Der Komet“ sein erster Roman.

Diesmal erspare ich mir an dieser Stelle eine Inhaltsangabe, denn der Text, der dem Buch hinterlegt ist, gibt dies bestens wieder. Also sollten Sie, lieber e-book-Leser, sich die Inhaltsangabe einfach beim Buch anschauen!

Was wäre wenn der Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich in Sarajewo nicht ermordet worden wäre? Dies hat der Autor als Ausgangssituation für seinen Roman genommen. Der Roman spielt aber nicht Anfang des 20. Jahrhunderts, sondern in der Gegenwart. Es hat nur die beiden großen Kriege nicht gegeben und dadurch auch all das andere Leid nicht, das aus diesen Kriegen hervorgegangen ist. Hauptsächlich halten wir uns in Wien auf, teilweise allerdings auch auf dem Mond, der eine deutsche Kolonie ist. Herausgekommen ist ein sehr ungewöhnlicher, aber intelligenter und humorvoller Roman. Er spielt mit den nationalen Eigenschaften und hält uns damit einen Spiegel vor. Es gibt wunderbare philosophische und theologische Abhandlungen, eine charmante, kleine Liebesgeschichte und im dem wunderbaren, gut 30 seitigen Glossar eine kleine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Das alles wird sehr launisch erzählt. Ich liebe die kleinen Geschichten von Menschen, die entweder in der Realität eine wichtige Rolle gespielt haben, aber in dem Roman nur eine Nebenrolle als Au0enseiter innehatten (wie z.B. Lenin), oder Personen, die in der Wirklichkeit viel zu früh gestorben sind, in dem Roman aber wichtige Persönlichkeiten geworden sind (wie z. B. Anne Frank).

Dies ist kein Roman, über den man lauthals lacht, aber ich habe mich köstlich amüsiert und hatte meistens ein Schmunzeln im Gesicht. Wenn Sie also einmal etwas Ungewöhnliches lesen möchten, dann empfehle ich Ihnen dieses Buch!

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Die Österreicher waren schon immer ein merkwürdiges Völkchen. Dieser Roman beweist es sehr anschaulich. Völlig ohne Anglizismen ist die Sprache schon sehr skurril. Die Österreicher waren schon immer ein merkwürdiges Völkchen. Dieser Roman beweist es sehr anschaulich. Völlig ohne Anglizismen ist die Sprache schon sehr skurril.

„Eines der schönsten Bücher der letzten Jahre - definitiv! “

Axel Korinth, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Zu beschreiben wie bezaubernd dieses Buch ist und wie reizvoll der Gedanke, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts hätte es nie gegeben, fehlen mir die Worte. Daher will ich es auch gar nicht versuchen. Gerade hat es angenehme 21 Grad, heute morgen hatte ich einen Kaffee und meine Haare benötigen dringend einen Schnitt. Allerdings muss Zu beschreiben wie bezaubernd dieses Buch ist und wie reizvoll der Gedanke, die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts hätte es nie gegeben, fehlen mir die Worte. Daher will ich es auch gar nicht versuchen. Gerade hat es angenehme 21 Grad, heute morgen hatte ich einen Kaffee und meine Haare benötigen dringend einen Schnitt. Allerdings muss ich bis 20 Uhr arbeiten und so muss der Friseurbesuch wohl noch ein wenig warten. Sie aber, geneigte Leserin, geneigter Leser, sollten auf keinen Fall mit dem Erwerb dieses unvergesslichen, dieses wunderbaren, dieses heiteren, dieses kontrafaktisch historischen und doch das unbegreifliche Jahrhundert begreiflich machenden Buches zaudern.

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein wunderbar verspielter Roman, der sich in einem alternativen Wien spielt! Sprachlich wunderbar und herrlich schräg und ironisch geschrieben. Mal etwas anderes Ein wunderbar verspielter Roman, der sich in einem alternativen Wien spielt! Sprachlich wunderbar und herrlich schräg und ironisch geschrieben. Mal etwas anderes

Kundenbewertungen


Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Perfekt!
von Athanasius Pernath am 16.03.2013

Wer je in seinem Leben schon einmal über den Verlauf der Geschichte spekuliert hat, ist sicher bei der Frage hängen geblieben: Was wäre, wenn der erste Weltkrieg nicht gewesen wäre... Hier nun ist die großartige Antwort! Österreich-Ungarn als wunderbar-demokratischer Vielvölkerstaat, die ganze Welt behäbig und sympathisch. Dazu überall lebendiges... Wer je in seinem Leben schon einmal über den Verlauf der Geschichte spekuliert hat, ist sicher bei der Frage hängen geblieben: Was wäre, wenn der erste Weltkrieg nicht gewesen wäre... Hier nun ist die großartige Antwort! Österreich-Ungarn als wunderbar-demokratischer Vielvölkerstaat, die ganze Welt behäbig und sympathisch. Dazu überall lebendiges jüdisches Geistes- und überhaupt Leben. Man muß nur die Trauer runterschlucken, daß es eben nicht so gekommen ist. Das ist ziemlich genial. Und alles mit Verve, Witz und Tiefsinn erzählt. "Der Komet" ist das Lieblingsbuch dieses Buch-Frühlings. Und natürlich auch ein Schmankerl für die Nicht-Spekulierer!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
0 0
Ein facettenreicher Roman, welcher Fakten und Fiktion geschickt miteinander kombiniert
von einer Kundin/einem Kunden am 14.07.2013

„Der Komet“ ist kein Roman der geläufigen Art. Dies liegt nicht nur in den 30 Seiten Glossar begründet, sondern auch in der Vielzahl an Einschüben diverser Fachgebiete. So wird der Handlungsstrang immer wieder durch längere Absätze religiöser und psychoanalytischer Konzepte und Theorien unterbrochen. Die Idee, die Weltgeschichte des 20.... „Der Komet“ ist kein Roman der geläufigen Art. Dies liegt nicht nur in den 30 Seiten Glossar begründet, sondern auch in der Vielzahl an Einschüben diverser Fachgebiete. So wird der Handlungsstrang immer wieder durch längere Absätze religiöser und psychoanalytischer Konzepte und Theorien unterbrochen. Die Idee, die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts umzuschreiben und dramaturgisch auf den Weltuntergang durch eine Kollision mit einem Kometen hinzuarbeiten, ist spannend und wird intelligent gelöst. Ein großes Lob an den Autor für seine detaillierte Recherchearbeit und Phantasie!

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0 0
Geschichte reloaded
von einer Kundin/einem Kunden am 21.03.2013

Franz Ferdinand wurde nicht ermordet, er fuhr zurück nach Wien. Es gab keinen ersten Weltkrieg, es gab daher auch keinen Zweiten. Es gab einen Ansichtskartenmaler namesn Hüttler, der Anschluss fand zwar statt, aber Deutschland schloss sich der Donaumonarchie an. Ach ja, jeden Dienstag trafen sich der Kardinal, der Psychoanalytiker... Franz Ferdinand wurde nicht ermordet, er fuhr zurück nach Wien. Es gab keinen ersten Weltkrieg, es gab daher auch keinen Zweiten. Es gab einen Ansichtskartenmaler namesn Hüttler, der Anschluss fand zwar statt, aber Deutschland schloss sich der Donaumonarchie an. Ach ja, jeden Dienstag trafen sich der Kardinal, der Psychoanalytiker und der Oberrabbiner zum Tarockieren im Cafe. Und dann, dann gab´s den Kometen...

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0 0
mjb
von einer Kundin/einem Kunden aus Zwingenberg am 08.04.2014
Bewertetes Format: Buch (Taschenbuch)

Das Buch ist gut lesbar und schön geschrieben - faszinierend eigenartig und dadurch ziemlich fesselnd. Die "was, wenn"-Situationen sind nicht immer sehr wahrscheinlich, werden allerdings überzeugend erläutet.

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0 0

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