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Der Menschenfeind

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Molières Komödie Der Menschenfeind wurde am 4. Juni 1666 uraufgeführt. Es ist das Drama des Idealisten und strengen Sittenrichters Alceste, der für sich und andere den Anspruch erhebt, ganz ohne Heuchelei und nach den Regeln der Aufrichtigkeit und unbedingten Wahrhaftigkeit zu leben, und der damit in einer Welt der Höflinge und geschmeidigen Schmeichler nicht anders als scheitern kann.
Das Stück hat zu vielfältigen übersetzungen und Bearbeitungen herausgefordert. Eine der besten Nachdichtungen ist die von Hans Magnus Enzensberger aus dem Jahr 1979. In einer unglaublichen Aneignungsleistung, mit brillantem Wortwitz und szenischem Einfallsreichtum, dabei aber in genauer Einhaltung der traditionellen Versform, überführt Enzensberger den Klassiker in die Seichtigkeiten unserer oberflächlichen Vergnügungsgesellschaft und bringt seine nach weit über 300 Jahren etwas matt gewordenen Oberflächen wieder auf Hochglanz.
"Je genauer ich meinen Molière studierte, desto mehr Echos stellten sich ein. Auf Schritt und Tritt begegneten mir Mechanismen, Verkehrsformen, die denen der Komödie bis ins Detail glichen. Ich entdeckte, daß die Party, die am Abend des 4. Juni 1666 auf der Bühne des Theaters vom Palais-Royal begann, immer noch andauert..." Hans Magnus Enzensberger
Portrait

Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren und verbrachte seine Kindheit in Nürnberg. Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und Paris und wurde anschließend promoviert. Heute lebt Enzensberger in München.

Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren und verbrachte seine Kindheit in Nürnberg. Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und Paris und wurde anschließend promoviert. Heute lebt Enzensberger in München.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 116
Erscheinungsdatum 03.11.1979
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-32101-9
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 221/135/12 mm
Gewicht 103
Originaltitel Le Misanthrope
Auflage 17
Verkaufsrang 56.029
Buch (Taschenbuch)
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der Misanthrop
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 04.01.2006

Molières der Menschenfeind ist ein Theaterstück dessen tragisch poetische Darstellung eines Misanthropen sich mit der menschlichen Gesellschaft, der Höflichkeit und unseren Umgangsformen beschäftigt. Dieser Menschenfeind tritt für die totale Ehrlichkeit ein, nämlich jedem zu sagen was man denkt, auch verzichtet er auf jegliche Unehrlichkeit, Heuchelei und Schmeichelei. Sein Tun und... Molières der Menschenfeind ist ein Theaterstück dessen tragisch poetische Darstellung eines Misanthropen sich mit der menschlichen Gesellschaft, der Höflichkeit und unseren Umgangsformen beschäftigt. Dieser Menschenfeind tritt für die totale Ehrlichkeit ein, nämlich jedem zu sagen was man denkt, auch verzichtet er auf jegliche Unehrlichkeit, Heuchelei und Schmeichelei. Sein Tun und wirken mag im einen Moment lächerlich, im anderen wiederum überzeugend und wahr wirken. So läuft es auf das Eine hinaus, nämlich das niemand immer Unrecht und niemand immer Recht haben kann. Vor dem Hintergrund eines für Theater typischen Beziehungsdramas wird hier eine Situation in Szene die gesetzt, deren Wirkung verwirrend, humorvoll, einleuchtend und betrüblich zugleich ist. Der Stil dieses Werkes ist sicherlich nicht für jedermann geeignet, da dieses Stück klassischer Literatur bzw. Theaterkunst mit einem älteren sprachlichen Stil und einer vor allem sehr komplizierten Machart und Handlung aufwartet. Trotz allem ist die Gesellschaftskritik selbst nach Jahrhunderten noch genauso überzeugend, zumal es betreffende Gesellschaftskreise noch immer gibt und sicher noch für weitere Jahrhunderte geben wird, falls die menschliche Gesellschaft solange noch Bestand hat. Molière schildert neben der besonderen Beziehung zwischen dem Protagonisten und seiner Geliebten, noch den Kampf für Ehrlichkeit um jeden Preis, der den Menschenfeind im Streit mit seinen Rivalen bis vor Gericht führt. Wer klassisches Theater bevorzugt ist hier willkommen und jeder Interessierte kann ohne Weiteres mal hinein schnuppern. PS: Einsteigern in diese Literatur empfehle ich jedoch zunächst ein anderes Werk Molières, „Der eingebildete Kranke", welches noch eine Spur verständlicher geschrieben ist und vor einem weniger komplexen Hintergrund steht.

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Ein guter Klassiker
von J.G. aus Berlin am 25.03.2009
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

Das Werk „Der Menschenfeind“ handelt von Alceste, der anderen Mitbürgern ehrlich seine Meinung kund tut, d.h. ohne jegliche Heuchelei oder Schmeichelei. Besonders problematisch ist dabei auch sein Verhältnis zu Célimène, die eigentlich das genaue Gegenteil zu Alceste darstellt. Ein sehr gelungenes Stück über Ehrlichkeit oder auch Direktheit zueinander. Meiner... Das Werk „Der Menschenfeind“ handelt von Alceste, der anderen Mitbürgern ehrlich seine Meinung kund tut, d.h. ohne jegliche Heuchelei oder Schmeichelei. Besonders problematisch ist dabei auch sein Verhältnis zu Célimène, die eigentlich das genaue Gegenteil zu Alceste darstellt. Ein sehr gelungenes Stück über Ehrlichkeit oder auch Direktheit zueinander. Meiner Meinung nach immer noch mit aktuellem Bezug. Mir persönlich hat allerdings die Übersetzung an einigen Stellen nicht gefallen. Ansonsten für alle, die Lust an einem klassischen Stück haben: Empfehlenswert!!!

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Sehr empfehlenswert!
von Zitronenblau am 04.03.2008
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

Was Moliére dort anprangert, ist zeitlos und aktueller denn je. Eine Hand hält stets die andere, sofern sich die Möglichkeit bietet bzw. bieten könnte, den Ring vom jeweils anderen Finger abzuziehen, um sich damit zu beschmücken. Sich dagegen wehren, indem das wahre Gefallen oder eben Nicht-Gefallen geäußert, ja zu... Was Moliére dort anprangert, ist zeitlos und aktueller denn je. Eine Hand hält stets die andere, sofern sich die Möglichkeit bietet bzw. bieten könnte, den Ring vom jeweils anderen Finger abzuziehen, um sich damit zu beschmücken. Sich dagegen wehren, indem das wahre Gefallen oder eben Nicht-Gefallen geäußert, ja zu Tage gebracht wird, führt unweigerlich zur eigenen Unzufriedenheit. Netze sind Verflechtungen, die helfen können, aber eben auch, in denen man hängt und sich nur schwer lösen kann. Verhält man sich nun atypisch zum übrigen Geflecht und wittert hinter jedem "Strang" ein Böses, etwas Intrigantes, dann ist das per se nicht unmittelbar gefährlich. Erst wenn diese Gedanken ans Licht kommen, ist die Belohnung einer Wahrheit, die keiner wissen will, eine Sanktion gegen sich selbst und sein Leben. Sehr kluges Stück. Sogar sehr lustig an einigen Stellen. Aber auch mit einem brisanten Inhalt, der wie immer kaum an Aktualität zu übertreffen ist. Warum? Weil Molière das Individuum unter bestimmten Konstellationen reflektiert, wie sie immer wieder in gesellschaftlichen Systemen auf uns treffen werden. So sind die Komödien Moléres eigentlich immer wieder auch tragisch...

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