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Der Sünderchor

Roman

(1)
Sie denken oft dasselbe – und können doch mit allen Sinnen streiten. Ohne die jeweils andere, davon sind die Zwillingsschwestern Claudia und Nadja Beinert überzeugt, wären ihre Romane nicht halb so gut. Und der Erfolg gibt ihnen recht: Mit "Der Sünderchor" erscheint der abschließende Teil ihrer Trilogie um Uta von Naumburg, eine der geheimnisumwobensten Frauen des Mittelalters. Die traumatisierte Hortensia, Tochter eines Schreibers, hilft dem "Naumburger Meister", sein bedeutendstes Werk zu vollenden: die Stifterfigur Utas für den Domchor. Denn schon um 1248 gibt es kaum Informationen über Utas Leben – wie also soll der Künstler sie darstellen? Den "Naumburger Meister", über den nichts weiter überliefert ist, lassen die Schwestern als Matizo von Mainz lebendig werden. Mit viel Einfühlungsvermögen und Recherchearbeit bis in die kleinsten Details öffnen sie uns ein Fenster ins 13. Jahrhundert. Und das fühlt sich an, als wäre man selbst dabei gewesen bei den Querelen um die außergewöhnlichen, weil so gar nicht heiligen Skulpturen im Naumburger Dom, der möglicherweise schon bald zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Rezension
"Ein spannendes Thema und eine mit Schwung erzählte Geschichte." Histo-couch.de, 01.12.2016
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 560
Erscheinungsdatum 01.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-51651-5
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 188/125/32 mm
Gewicht 369
Verkaufsrang 9.200
Buch (Paperback)
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Starke Frauen und sakrale Bauten
von hasirasi2 aus Dresden am 24.12.2016

„Der Sünderchor“ ist der abschließend Band einer Trilogie, die sich um den Bau der Naumburger Kathedrale dreht, wobei die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden können. Ich habe die Vorgängerbände nicht gelesen und hatte keine Probleme, in die Geschichte einzusteigen. Im Winter 1248 wird die Burg, auf welcher die 17jährige Hortensia... „Der Sünderchor“ ist der abschließend Band einer Trilogie, die sich um den Bau der Naumburger Kathedrale dreht, wobei die Bücher unabhängig voneinander gelesen werden können. Ich habe die Vorgängerbände nicht gelesen und hatte keine Probleme, in die Geschichte einzusteigen. Im Winter 1248 wird die Burg, auf welcher die 17jährige Hortensia mit ihrer Familie lebt, mittels Brandbomben dem Erdboden gleich gemacht – nur sie überlebt. Hortensia weiß nicht wohin, also flieht sie durch den Schnee, bis sie halberfroren liegen bleibt. Gerettet wird sie ausgerecht vom Meißner Markgrafen Heinrich. Als dieser merkt, dass Hortensias Vater Schreiber war und sie unterrichtet hat, „überredet“ er sie, seinen Halbbruder Dietrich (den Erzbischof von Naumburg) und vor allem dessen Baumeister Matizo von Mainz bzgl. deren Baupläne für den Westchor des Naumburger Doms auszuspionieren. Doch Hortensia fühlt sich bald zu Matizo hingezogen und außerdem muss sie erfahren, dass Heinrich sie in einer wichtigen Sache belogen hat. Aber auch Matizo hat ein Geheimnis, welches alles ändern könnte ... Die Geschichte lebt vor allem von den starken Frauen und ihrem Zusammenspiel mit den schier übermächtigen Männern. Hortensia ist von Heinrich beeindruckt und fühlt sich ihm verpflichtet. Sie spioniert gern für ihn, bis sie an seiner Redlichkeit zu zweifeln beginnt. Zudem bindet Matizo sie immer mehr in seine Arbeit ein und aus Vertrauen wird Zuneigung. Auch Matizos Magd Line ist eine starke Frau. Schon lange verwitwet, macht sie Matizo und Hortensia zu ihrer neuen Familie. Ihre eigene hat sie vor Jahren durch den Freiberger Silberbergbau (und damit Heinrich) verloren. Diese 3 Protagonisten müssen sich ihren Ängsten und der Vergangenheit stellen, um in ihrem neuen Lebensabschnitt glücklich zu werden. Heinrichs Frau Agnes ist ebenfalls eine starke Persönlichkeit. Sie versucht alles, damit er ihr entgegen der damaligen Gepflogenheiten treu bleibt und setzt dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Ein weiterer sehr spannender Charakter ist Erzbischof Dietrich, Heinrichs Halbbruder. Der Makel als Bastard hängt ihm trotz päpstlichem Dispens immer noch an. Mit dem Bau des Westchores will er diesen endlich überwinden, sich selbst ein Denkmal setzen. Und er hat Humor, denn es wird vermutet, dass die 10 Stifter (Standbilder des Chores) zu Lebzeiten Sünder waren - daher auch der Buchtitel „Sünderchor“. Das Schicksal der Protagonisten ist sehr eng mit der Handlung verwoben. Dadurch ist das Buch ungemein fesselnd – eine Mischung aus historischem Roman und Krimi vor realem geschichtlichem Hintergrund. Die damaligen Gegebenheiten werden sehr anschaulich dargestellt. Einzig den letzten Abschnitt mit der für mich etwas zu detailgetreuen Beschreibung der Zeichnungen des Chores fand ich etwas langatmig. Man sieht sie dadurch zwar förmlich vor sich, aber das war für die Handlung m. E. nicht ausschlaggebend. Ergänzt wird das Buch u.a. durch ein Vorwort der Autorinnen zur Geschichte der Uta von Ballenstedt und des Naumburger Doms, außerdem einem Personenverzeichnis, einem Glossar und einem interessanten Kapitel über Dichtung und Wahrheit. Auch das Cover hat Knaur wieder wunderschön passend gestaltet. Der Prägedruck und die Karte im Inneren des Umschlages machen es sehr hochwertig. 4,5 von 5 Sternen

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