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Der Traum von Olympia

Die Geschichte von Samia Yusuf Omar. Ausgezeichnet mit dem Luchs des Jahres 2015, dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2016 und dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2016. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016, Kategorie Sachbuc

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Dass Reinhard Kleist in der Lage ist, schwierigste historische Themen in einer Graphic Novel umzusetzen, hat er mit "Der Boxer" bewiesen. Jetzt nimmt er ein aktuelles Thema anhand einer wahren Geschichte auf:
Die Sprinterin Samia Yusuf Omar vertrat Somalia bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In ihrer Heimat wurde sie jedoch von islamistischen Extremisten bedroht, die ablehnen, dass Frauen Sport treiben. In der Hoffnung, an der Olympiade in London teilnehmen zu können, versuchte sie die Flucht nach Europa. Samia Yusuf Omar ertrank 2012 im Alter von 21 Jahren vor der Küste Maltas im Mittelmeer.
Rezension
"Ein atemloses Abenteuer.", stern, Matthias Schmidt, 05.02.2015 20151104
Portrait

Reinhard Kleist, geboren 1970 in Hürth bei Köln, studierte Grafik und Design in Münster und lebt und arbeitet seit 1996 in Berlin, wo er sich heute mit den Comic-Zeichnern Fil, Mawil, Andreas Michalke und Naomi Fearn ein Atelier teilt. Er veröffentlichte zahlreiche Comics, unter anderem bei den Verlagen Ehapa, Landpresse, Reprodukt, Edition 52 und Carlsen. Neben seinen Comicarbeiten schuf Reinhard Kleist Illustrationen für Bücher und Plattencover. Darüber hinaus war er als Artdirector für Trickfilme tätig. Reinhard Kleist wurde für seine Comics bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Max und Moritz-Preis für »Lovecraft« (Ehapa) und für »Cash - I see a darkness«. Für »Cash« erhielt er zudem den PENG!-Preis sowie den Sondermann-Preis und war mit dem Band sowohl für den »Eisner-Award« als auch für den »Harvey-Award« nominiert. Mit »Der Boxer« gewann der Berliner Künstler den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie »Sachbuch«. Vor der Biografie des jüdischen Boxers schuf Reinhard Kleist die Comic-Biografie »Castro« und brachte im Vorfeld dazu das Reisetagebuch »Havanna - eine kubanische Reise« heraus.

Mit seinem aktuellen Werk „Der Traum von Olympia" wendet sich Reinhard Kleist erneut einem biografischen und zugleich hoch-politischem Thema zu.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 152
Altersempfehlung 14 - 17
Erscheinungsdatum 27.01.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-551-73639-0
Verlag Carlsen
Maße (L/B/H) 246/172/22 mm
Gewicht 498
Abbildungen schwarzweisse Abbildungen
Verkaufsrang 83.927
Buch (gebundene Ausgabe)
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Empfehlenswert!
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 17.08.2016

Wer sich ein bisschen im Bereich der Graphic Novels auskennt, wird sicherlich schon einmal über Reinhard Kleist gestolpert sein. Mit „Castro“ und „Der Boxer“ hat er gezeigt, dass er sich auch schwierigen Themen annehmen kann und dabei sehr gut die historischen Fakten recherchiert. Eine Kombination aus Alltagswissen und historischem... Wer sich ein bisschen im Bereich der Graphic Novels auskennt, wird sicherlich schon einmal über Reinhard Kleist gestolpert sein. Mit „Castro“ und „Der Boxer“ hat er gezeigt, dass er sich auch schwierigen Themen annehmen kann und dabei sehr gut die historischen Fakten recherchiert. Eine Kombination aus Alltagswissen und historischem Wissen zeigt er in „Berliner Mythen“. Aber auch Plakate und DVD-Cover gestaltet er wundervoll. Wer sich dann noch Reiseskizzen aus seiner Feder anschaut, kann einfach nur begeistert sein. Bereits im letzten Jahr erschien im Carlsen Verlag das Buch „Ein Traum von Olympia“. In diesem Buch erzählt Kleist die wahre Geschichte von Samia Yusuf Omar, die vielleicht einigen Sportfreunden noch im Gedächtnis sein wird, da sie bei den Olympischen Spielen in Peking als ein heimliche Heldin gefeiert wurde. Sie kam beim 200m-Lauf fast zehn Sekunden später in das Ziel, wurde aber frenetisch bejubelt. Doch warum wurde sie überhaupt für Olympia ausgewählt, wenn sie gar nicht die entsprechende Zeit laufen kann? Wer sich die Situation in den afrikanischen Staaten ein wenig genauer anschaut und sein Augenmerk auf Somalia legt, verliert sich schnell in diversen Konfliktherden, unterschiedlichen politischen sowie religiösen Gruppen und wird erkennen, dass diverse Bereiche des öffentlichen Lebens weit von unseren Strukturen entfernt liegen. Dies betrifft natürlich auch den Sportbereich. So gab es für Samia keine vernünftigen Trainingsmöglichkeiten, nur wenige Unterstützungen und keine eigentliche Sportförderung. Da aber jedes Land zwei Teilnehmer ohne Qualifikation zu den Olympischen Spielen schicken kann, hatte Samoa vielleicht einfach Glück, weil sie von Sportfunktionären ausgewählt wurde. Sie ist schlecht ernährt, wurde kaum trainiert und kommt fast zehn Sekunden später ins Ziel. Aber das ist ihr egal. Sie hat ihr Land bei den Olympischen Spielen vertreten! Der Stolz, die Aufmerksamkeit der Presse und die Zusprache von anderen Sportlern wecken in ihr einen enormen Ehrgeiz. Sie möchte hart trainieren und 2012 in London erneut an den Olympischen Spielen teilnehmen. Doch in ihrer Heimat wird ihr Erfolg nicht so positiv aufgenommen. Sie wird von Fundamentalisten bedroht und am Trainieren gehindert. Daraufhin flieht sie nach Äthiopien. Aber dort scheitert sie nicht nur an den Beamten, sondern auch an den Trainingsergebnissen, die den Funktionären nicht ausreichen. Da sie ihren Traum aber nicht aufgeben will, nimmt sie alles Geld, welches sie irgendwie auftreiben kann, in die Hand und bezahlt einen Schmuggler, der sie nach Europa bringen soll. Dort wird sie leider nie ankommen. Reinhard Kleist erzählt Samias Geschichte von 2008 bis 2012. Dabei stützt er sich ich auf Facebook-Einträge der Sportlerin, Gespräche mit ihrer Schwester sowie Weggefährten, ergänzt aber auch Informationen, die man nachträglich nicht mehr erhalten konnte mit Wissen anderer Flüchtlinge. Die Bilder sind in Grautönen gehalten und wirken dadurch besonders eindringlich. Die Anzahl der Panels variiert zwar, aber Kleist konzentriert sich eher auf kleine und sehr klare Panels mit sehr verständlichen Aussagen. Seine Stärke, mit wenigen Strichen Stimmungen einfangen zu können, kommt auch in diesem Buch zum Tragen. Erstaunlicherweise hat man aber den Eindruck, dass trotzdem eine gewisse Distanz gewahrt wird. Kleist dringt nicht so nah in Samias Seelenleben ein, dass es unangenehm wird. Gleichzeitig erzählt er aber schonungslos die Geschichte der Flucht und ermöglicht es dem Leser dadurch ein sehr umfängliches und berührendes Bild zu erhalten, welches Raum für eigene Interpretationen beinhaltet. Dies sorgt wiederum dafür, dass man sich sofort in der Geschichte befindet und mit dem Lesen nicht mehr aufhören möchte. Viel eindringlicher als irgendwelche Fotos oder Nachrichtensendungen haben mir Kleists Bilder noch einmal das Schicksal der Menschen in Afrika vor Augen geführt und den Hintergrund der Flüchtlingswellen, aber auch die enormen Strapazen deutlich gemacht. Das gesamte Fluchtsystem hat zahlreiche Profiteure unter denen nur selten die eigentlichen Flüchtlinge zu finden sind. In dem Buch wird zwar nur in Ansätzen auf die diversen Ursachen der Flucht eingegangen, aber nach dem Lesen setzt man sich noch einmal mit der Thematik auseinander und erkennt eventuell auch die eigene (europäische) Rolle an der Problematik. Fazit: Ein wunderbares Buch, das man auch Lesern ans Herz legen kann, die bisher noch nicht Interesse an Graphic Novels hatten. Die Geschichte wird sehr eindringlich und persönlich, aber trotzdem überwiegend objektiv erzählt. Die Bilder sind klar, aber ebenso tiefgründig. Es passt einfach alles zusammen!

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