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Der Turm der Welt

Roman

(9)
Die ganze Welt schaut auf Paris.
Oktober 1889: Die Pariser Weltausstellung geht dem Ende zu. Millionen von Menschen strömen in die Lichterstadt, um Zeuge des Spektakels zu werden. Die brisante internationale Lage scheint für einen Augenblick vergessen. Und doch würde gerade hier, im bunten Gewimmel der Nationen und Interessen, ein Funke genügen, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen. Ausgerechnet da werden zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes tot aufgefunden - sie waren einer Verschwörung auf der Spur.
Was niemand weiß: Die Zukunft Europas ist mit dem Schicksal einiger Besucher der Ausstellung eng verknüpft: Eine französische Adelige - Königin der Pariser Salons - fürchtet um ihr Geheimnis: dessen Enttarnung würde weit mehr als nur einen gesellschaftlichen Skandal bedeuten. Ein deutscher Offizier, unterwegs in einer sehr persönlichen Agenda, wird zum Spielball der Großmächte. Ein junger Fotograf schließt einen folgenschweren Pakt, um das Herz seiner großen Liebe zu gewinnen. Ist die bildschöne Kurtisane in Wahrheit eine Spionin?
Schließlich versammelt sich alles, was Rang und Namen hat, an der Spitze des Eiffelturms, um das Abschlussfeuerwerk zu bestaunen. Wann wäre der Zeitpunkt für einen Anschlag besser gewählt, um die Welt im Chaos versinken zu lassen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt: zu Lande, zu Wasser – und in der Luft ...
Rezension
"Eine Mischung aus Ken Follett, John Le Carré, Downton Abbey. Ein Schmöker für fast jedes Familienmitglied." (ARD, Karla Paul)
Portrait
Benjamin Monferat ist ein Pseudonym, hinter dem sich der deutsche Autor Stephan M. Rother verbirgt. Als Schriftsteller und Historiker hat er sich ganz der Geschichte verschrieben – in all ihren Bedeutungen. Neben einem Kleinbahnhof an der innerdeutschen Grenze aufgewachsen, gehört das Schnaufen historischer Dampflokomotiven zu seinen ältesten Erinnerungen. Die Lebensgeschichte seines Großvaters, der im Dritten Reich am Bau luxuriöser Salonwagen beteiligt war und gleichzeitig tätigen Widerstand gegen das Regime übte, war einer der Impulse, aus denen heraus «Welt in Flammen» entstand.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 704
Erscheinungsdatum 26.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8052-5093-1
Verlag Wunderlich
Maße (L/B/H) 221/148/43 mm
Gewicht 836
Auflage 1
Verkaufsrang 6.958
Buch (gebundene Ausgabe)
22,95
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Buchhändler-Empfehlungen

Sarah Engels, Thalia-Buchhandlung Wuppertal

Einfach grandios! Die Geschichte ist superspannend erzählt, erinnert immer wieder an Sherlock Holmes und Watson! Eine Handlung mit mehreren Strängen, die am Ende zusammenlaufen! Einfach grandios! Die Geschichte ist superspannend erzählt, erinnert immer wieder an Sherlock Holmes und Watson! Eine Handlung mit mehreren Strängen, die am Ende zusammenlaufen!

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Hier wird die Faszination der Weltausstellung und des Eiffelturms lebendig. Hier wird die Faszination der Weltausstellung und des Eiffelturms lebendig.

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Spannender Trip zur Einweihung des Eiffelturms. Eine packende Mischung aus Verschwörungsthriller, Krimi und historischem Roman. Eine echte Empfehlung für Ken-Follett-Fans! Spannender Trip zur Einweihung des Eiffelturms. Eine packende Mischung aus Verschwörungsthriller, Krimi und historischem Roman. Eine echte Empfehlung für Ken-Follett-Fans!

Kundenbewertungen


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Gute Arbeit, die mich leider nicht erreicht hat
von Bookaloo aus Gelsenkirchen am 08.10.2016

Ich habe mich unglaublich gefreut als ich Der Turm der Welt von Benjamin Monferat schon vorab dem Erscheinen am 25. August 2016 in den Händen halten durfte. Und bevor ich mich dem widme, warum das Buch mich nicht überzeugen konnte, möchte ich den ganzen positiven Dingen den Vortritt lassen. Denn... Ich habe mich unglaublich gefreut als ich Der Turm der Welt von Benjamin Monferat schon vorab dem Erscheinen am 25. August 2016 in den Händen halten durfte. Und bevor ich mich dem widme, warum das Buch mich nicht überzeugen konnte, möchte ich den ganzen positiven Dingen den Vortritt lassen. Denn ich weiß, dass dieses Buch sicher zu einem anderen Zeitpunkt viel mehr Begeisterung in mir hervorgerufen hätte. Ich glaube an den richtigen Moment für ein Buch. Der war bei mir diesmal nicht getroffen. Nichtsdestotrotz möchte ich dem Buch das wohlverdiente Lob aussprechen. So widersprüchlich das in meinem Kopf und vielleicht als Leser klingen mag. Allem voran hat mich die Sprache in dem Buch von Beginn an einfach nur beeindruckt. Zugegeben kann ich rein historischen Romanen oft wenig abgewinnen. Aber bei Geschichten ab ca. 1880 wird’s dann doch schon etwas besser und das interessiert mich auch. Viele Bücher, die ab diesem Zeitraum spielen, haben mich schon positiv überrascht. Warum kann ich nicht sagen. Das ist eine merkwürdige Anziehung, die sich mir noch nicht wirklich erschlossen hat. Zurück zum Thema. Die Sprache und vor allem der Ton der Dialoge haben mich insofern stark beeindruckt, weil sie unglaublich authentisch wirken. Ich habe diese sehr konventionelle und etwas steife Art der Sprache selten so gelesen. Heutzutage machen es uns Autoren schon leicht, was die „alte Sprache“ angeht. Was den Lesefluss natürlich ungemein unterstützt. Keine Frage. Aber dadurch muss man natürlich ein wenig bei der Atmosphäre nachjustieren. In Der Turm der Welt muss das nicht gemacht werden. Die Stimmung, die Sprache, das Setting. All das zusammen ist ein wohl recherchiertes und gut umgesetztes Gerüst, um der Handlung eine besondere und stimmige Atmosphäre zu schaffen. In dieses Gefäß wird die Geschichte letztendlich gebettet. Und das verschafft Monferat die nötige Stabilität, um die vielen Figuren und Handlungsstränge reinzupacken, nach und nach die Verbindungen zwischen dem Erwähnten zu stricken und einen Spannungsbogen mit Sorgfalt zu kreieren. Und ich darf diese detailverliebten Beschreibungen zu Örtlichkeiten oder Gestiken nicht vergessen! Denn zum Aspekt Authentizität passt das wieder perfekt. Doch genau an dieser Stelle muss ich auch ansetzen, um zu erklären, warum mir persönlich das Buch nicht so gut gefallen hat. In der Regel mag ich solche Ausschweifungen oder detailverliebte Beschreibungen. In dem Fall habe ich dennoch sehr schnell gemerkt, dass es zu viel des Guten ist. Ich hatte sehr bald Schwierigkeiten bei der Masse an Charakteren, Schauplätzen und Beschreibungen die Übersicht zu behalten. Es hat sich für mich einfach zu massiv angefühlt. Nach einem langen Tag konnte ich mich kaum aufraffen, dass Buch noch zur Hand zu nehmen. Denn obwohl die Kapitel oftmals recht kurz und knackig sind, habe ich gerade dadurch immer wieder schlecht in die Geschichte gefunden. Den Bezug zu den Figuren verloren. Dass der Anfang mit einem gewissen Tempo erzählt werden wollte, konnte ich noch nachvollziehen. Aber als sich das im weiteren Verlauf von Der Turm der Welt fortsetzte, empfand ich es als anstrengend. Das Problem war unter anderem auch, dass nach jedem Kapitel ein Perspektivwechsel vollzogen wurde, was bei der Anzahl der verschiedenen Figuren auch nicht einfach zu verdauen ist. Dazu kommt manche Ähnlichkeit der Namen von weiblichen Figuren. Wenn man dann erst 60 Seiten weiter wieder von diesen hört, ist das etwas verwirrend und auch deplatziert. Ich muss gestehen, dass Monferat mich immer wieder entschädigt hat. Denn wenn ich es mal schaffte knapp 60 Seiten am Stück zu lesen – denn das Buch hat schon viele Seiten und die Schriftgröße war auch nicht die riesig – wurde ich nach ausschweifenden Abschnitten mit einem Cliffhanger belohnt. Und die Szenen dazu und unmittelbar davor, waren ausnahmslos spannend. Trotzdem war es ein stetiges Auf und Ab. Und nach etwas mehr als der Hälfte des Buches, war mir dann klar, dass ich hierfür Ausdauer brauchte. Ich war von den einzelnen Inseln der Cliffhanger und der Spannung und der Sympathie zu einigen Protagonisten getrieben, das Buch weiterzulesen. Aber so ermattet und erschlagen von der Reichhaltigkeit und Massivität an Wort und Text. Oftmals fehlte mir einfach die Konzentration oder Motivation, mich durch diese auch sehr komplexe Art zu Schreiben zu lesen. Dabei möchte ich aber betonen, wie schön ich diesen Schwierigkeitsgrad in einem Schreibstil, dazu zählt auch der von Benjamin Monferat, finde und diesen bewundere. Schlussendlich habe ich nie komplett ins Buch gefunden. Und ich weiß, dass ich damit zur Minderheit gehöre. Aber manche Passagen fand ich einfach für die Geschichte zu stark in die Länge gezogen. Fast schon zu informativ, wie etwas zu dem Zeitpunkt gemacht oder verarbeitet wurde. Zu mächtig, zu groß. Wie gesagt, ich war irgendwann einfach nur noch erschlagen. Ich kann und mag diesmal auch nicht genauer auf die einzelnen Figuren im Buch eingehen. Es war einfach so viele. Und letztendlich führen alle Wege zusammen, weswegen ich kaum jemanden da außen vor halten könnte. Die Handlung selbst ist mit Sicherheit spannend, vielseitig und passt auf erschreckende Art und Weise auch in die heutige Zeit. Im übertragenen Sinne natürlich. Kein Wunder also, dass der Autor zu den Anschlägen in Paris im November 2015 kurz Stellung bezieht. Fazit Der Funke wollte nicht so wirklich überspringen. Der Turm der Welt von Benjamin Monferat ist ein Massivgestein, welches man nicht einfach so erklimmt. Man braucht Konzentration, Ausdauer und definitiv ein Faible für Schreibstile, die Spannung und Ausschweifungen vereinen. Dennoch komme ich nicht umhin, die Arbeit des Autors, diese Komplexität und die Wortgewalt zu bewundern und mit Respekt zu honorieren.

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Die Weltausstellung
von Eliza am 11.09.2016

Meine Meinung: Welch ein grandioses Buch, so spannend und doch brauchte ich einige Zeit bis ich mich mit ihm angefreundet hatte. Nach „Welt in Flammen“ legt Benjamin Monferat nach und auch diesmal konnte er mich überzeugen. Als ich das Buch in der Verlagsvorschau gesehen hatte, wanderte es sofort auf meinen Merkzettel,... Meine Meinung: Welch ein grandioses Buch, so spannend und doch brauchte ich einige Zeit bis ich mich mit ihm angefreundet hatte. Nach „Welt in Flammen“ legt Benjamin Monferat nach und auch diesmal konnte er mich überzeugen. Als ich das Buch in der Verlagsvorschau gesehen hatte, wanderte es sofort auf meinen Merkzettel, als ich dann auch noch freundlicher Weise vom Verlag ein Rezensionsexemplar bekam, jubelte ich innerlich, denn dieses Buch verprach so unglaublich viel Gutes. Allein schon das wunderschöne Cover lässt einen ins Schwärmen kommen. Es fängt meiner Meinung nach den Zauber dieser Stadt wundervoll ein und zeichnet eine gewisse Eleganz aus. Ein Stadtplan auf den Klappeninnenseiten mit den wichtigsten Schauplätzen ermöglicht es dem Leser sich besser in Paris zurecht zu finden und die Entfernungen der verschieden Örtlichkeiten einzuschätzen. Nach der ausführlichen Inhaltsbeschreibung möchte ich zum Inhalt nichts mehr sagen, sondern nur meinen Eindruck von diesem Pageturner kundtun. Am Anfang hatte ich ein klein wenig Schwierigkeiten mit dem Schreibstil des Autors. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es nicht so richtig „flutschte“, dass ich für eine Seite wesentlich länger zum Lesen brauchte als normal üblich. Jedes Wort war irgendwie so wichtig, jeder Satz so kunstvoll, dass ich ihn mir förmlich auf der Zunge zergehen lassen musste. Hier liest man ganz genau um nichts, aber auch gar nichts zu verpassen. Dies mag sicherlich nicht jedem liegen. Was mich an diesem Buch so fasziniert hat waren die Figuren, die der Autor zum Leben erweckt hat. Protagonisten, die ich so schnell nicht vergessen werde, da sie ziemlich einzigartig sind. Zu Beginn ist einem als Leser nicht klar, wie das alles im Entferntesten zusammenhängen könnte. So viele unterschiedliche Männer und Frauen, an verschiedenen Orten in der Stadt, in unterschiedlichen Positionen, mit einer anderen Stellung in der Gesellschaft und doch scheinen sie alle mit dem finalen Höhepunkt etwas zu tun zu haben, denn sonst würde der Autor ihnen kaum gestatten in dem Roman aufzutauchen, oder? Die Geschichte ist so fein verwoben, wie ich es selten bei einem Roman erlebt habe. Zu Beginn eines jeden neuen Kapitels erfährt der Leser den Ort, den Tag und die Uhrzeit, sowie den Countdown bis zur Zündung beim großen finalen Abschlussfeuerwerk. Dies hat es mir erleichtert mich auf die jeweiligen Protagonisten einzulassen und sie besser einzuordnen bzw. auseinanderzuhalte. Denn bei diesem Verwirrspiel von Intrigen, Machtspielen und Ränken, zwischen Geheimdienst, Polizei, Gesandten und anderen politischen Akteuren, sowie unterschiedlichen Nationen mit verschiedenen Interessen, muss man als Leser schon den Überblick behalten, um nichts durcheinander zuwerfen. Denn nichts ist in diesem Buch so wie es scheint, keiner der Akteure spielt mit offenen Karten, auf nichts kann man sich verlassen, ungeahnte Wendungen lassen den Roman immer weiter an Fahrt aufnehmen. Aber am Ende schafft es der Autor alle Fäden zusammenzuführen, dies tut er ohne Hast und lässt seinen Figuren noch ein wenig Raum und dem Leser Zeit sich von den Protagonisten zu verabschieden. Alles wird logisch aufgeklärt und wie gesagt, man erlebt die eine oder andere Überraschung. Mir hat das Buch richtig gut gefallen, ich mag es wenn eine Geschichte besonders dicht ist und es nicht von vorne herein klar ist, wie die Story enden wird. Dennoch kann ich die Kritik einiger Leser und Leserinnen nachvollziehen, die mit dem Schreibstil des Autors nicht klar gekommen sind. Deshalb empfehle ich auf jeden Fall die Leseprobe auf der Seite des Verlages zu lesen. Ich wünsche diesem Buch viele Leser, denn die Story ist einfach außergewöhnlich und sehr spannend.

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Furios, spannend, humorvoll und wunderbar erzählt
von Sursulapitschi am 08.09.2016

„Zündung in 59 Stunden, 51 Minuten“, so fängt es an. Der Countdown läuft. Was dann passiert, weiß man nicht genau, aber eins steht fest: Über der sagenhaften Weltausstellung in Paris 1889 liegt ein bedrohlicher Schatten. Zwei Agenten des Deuxième Bureau wurden brutal ermordet aufgefunden, während die Berneau´sche Uhr in... „Zündung in 59 Stunden, 51 Minuten“, so fängt es an. Der Countdown läuft. Was dann passiert, weiß man nicht genau, aber eins steht fest: Über der sagenhaften Weltausstellung in Paris 1889 liegt ein bedrohlicher Schatten. Zwei Agenten des Deuxième Bureau wurden brutal ermordet aufgefunden, während die Berneau´sche Uhr in der Galerie des Machines fünf vor Zwölf anzeigt. In 59 Stunden und 51 Minuten endet die Exposition Universelle. Und wenn man auch auf den ersten Seiten des Buches meint, einen historischen Thriller der finsteren Sorte zu lesen, findet man sich schon bald auf dem Landsitz der Vicomtesse de Rocquefort, die Tee schlürft, Intrigen spinnt und das Töchterlein verschachert. In London ist ein tapferer Polizist dem Ripper auf den Fersen, in Paris bemüht sich ein talentierter Fotograf um die Gunst einer berühmten Kurtisane und am Montmartre holt man eine Legende aus dem Absinthrausch. Man ist verwirrt, fasziniert und hat fast das Gefühl, drei-vier Bücher gleichzeitig zu lesen. In kurzen Kapiteln wechseln hier Handlungsstränge quer durch die gesellschaftlichen Schichten, wobei jede Figur liebevoll eingeführt wird und ganz eigene Sorgen hat. Ob es um das Zimmermädchen Charlotte oder Eddy, den englischen Vize-Thronfolger geht, jeder trägt hier ein Stückchen bei und man verfolgt sein Schicksal gebannt. Und obwohl man sich zunächst kaum vorstellen kann, was diese Geschichten wohl miteinander zu tun haben könnten, sieht man nach und nach Verbindungslinien, von denen jede absolut unerwartet kommt. Mit viel Humor und einem wunderbar eigenen Schreibstil legt Benjamin Monferat hier ein Werk vor, was man nicht einordnen kann. Er verknüpft kunstvoll Historie und Fiktion zu einem glaubhaften und atmosphärischen Setting. Man sieht sie vor sich, diese vielfältige pariser Gesellschaft, erlebt staunend das Ende der großen Ausstellung und zweifelt nicht an der Existenz des Königreichs Carpathien. Gleichzeitig schlittert man knapp am vorzeitigen ersten Weltkrieg vorbei. Engländer, Deutsche und Franzosen misstrauen sich zutiefst. Und dann ist da noch der Mordfall, der immer mysteriöser wird und zu einer globalen Katastrophe ausufern könnte. Unglaublich spannend. Eigentlich hat er ein neues Genre erfunden, nur der Name fehlt noch. Historien-Thriller? Spionage-Landhaus-Agenten-Gesellschaftsroman mit Familiengeheimnis und Hochspannung? Egal, wie wir es nennen. Es ist ein großartiges Buch, das man lesen muss, furios, spannend, humorvoll und wunderbar erzählt.

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Der Turm der Welt
von dorli am 08.09.2016

Paris im Jahr 1889. Es ist Oktober, die Weltausstellung neigt sich ihrem Ende zu. Nur noch wenige Stunden bis zum großen Abschlussfeuerwerk und der Präsentation der letzten Schöpfung des genialen Erfinders Berneau. Als zwei Agenten, die einer Verschwörung auf der Spur waren, in der Galerie des Machines ermordet aufgefunden werden,... Paris im Jahr 1889. Es ist Oktober, die Weltausstellung neigt sich ihrem Ende zu. Nur noch wenige Stunden bis zum großen Abschlussfeuerwerk und der Präsentation der letzten Schöpfung des genialen Erfinders Berneau. Als zwei Agenten, die einer Verschwörung auf der Spur waren, in der Galerie des Machines ermordet aufgefunden werden, befürchtet man einen Anschlag größeren Ausmaßes – ein Wettlauf mit der Zeit beginnt… In seinem historischen Roman „Der Turm der Welt“ nimmt Benjamin Monferat den Leser mit auf eine Reise in das ausgehende 19. Jahrhundert nach Paris zur Exposition Universelle und hat die Besonderheiten rund um diese eindrucksvolle Ausstellung mit einer facettenreichen fiktiven Handlung zu einer spannenden Geschichte verknüpft. Benjamin Monferat zeichnet ein sehr umfassendes und authentisches Bild der damaligen Zeit - neben der politischen Situation in Europa und den damaligen gesellschaftlichen Gepflogenheiten werden auch die Magie der Stadt sowie die Faszination für die technischen Neuheiten und die kulturellen Attraktionen aus aller Welt sehr anschaulich beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und von der vorherrschenden Atmosphäre schnell eingefangen wird. Die Figuren bilden eine bunte Mischung. Benjamin Monferat schickt eine Vielzahl interessanter Akteure ins Rennen, als da zum Beispiel wären: Vicomtesse Albertine de Rocquefort, ungekrönte Königin der Pariser Salons, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Friedrich-Wilhelm von Straten, ein junger Offizier, der Teil einer deutschen Gesandtschaft ist und sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begibt. Celeste Marêchal, Inhaberin des Hôtel Vernet, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt und auf Unterstützung des britischen Thronfolgers hofft. Lucien Dantez, ein Fotograf, der seiner großen Liebe etwas bieten möchte und deshalb absonderliche Aufträge annimmt. Madeleine Royal, eine Prostituierte, die von einem Unbekannten zu einem riskanten Diebstahl gezwungen wird. Alain Marais und Pierre Trebut, Agenten des Deuxième Bureau, die dem Täter in Sherlock-Holmes-Manier auf der Spur sind. Constable Basil Fitz-Edwards, der als Aufpasser des Sohns des britischen Thronfolgers in Paris ist, unversehens in die vertrackten Geschehnisse hineingezogen wird und das größte Abenteuer seines bisherigen Lebens erlebt. Sie alle und viele weitere Personen werden vielschichtig dargestellt, wirken echt und handeln glaubwürdig. Selbst Nebenfiguren spielen die ihnen zugedachte Rolle überzeugend und beleben mit ihren Eigenarten die Szenerie. Jeder einzelne in diesem Buch scheint mindestens ein Geheimnis zu haben. Irgendwie hat jeder etwas zu verbergen, ist in einer geheimen Mission unterwegs oder in dunkle Machenschaften verstrickt. Sehr spannend! Das gesamte Geschehen ist lebhaft und verzwickt. Es gibt zahlreiche, zunächst weitestgehend voneinander unabhängige Handlungsstränge, manche durch winzige Fäden miteinander verbunden. Man kann ganz wunderbar über mögliche Verbindungen grübeln und über das alles umgebende Geflecht aus Heimlichkeiten und Ungereimtheiten spekulieren. Nach und nach werden dann Hintergründe und Zusammenhänge immer deutlicher, doch wie wirklich alles verschnürt und verflochten ist und wie geplant hier von Anfang an agiert wurde, wird erst am Ende des Buches deutlich, als alles in ein spektakuläres Finale mündet. Bis dahin ziehen Antworten weitere Fragen nach sich und geben Lösungen neue Rätsel auf. Für diesen Roman sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um die vielfältigen Verwicklungen und Verstrickungen zu entdecken und die detailreiche Handlung voll und ganz genießen zu können. „Der Turm der Welt“ hat mich durchweg begeistert. Eine großartige Zeitreise in das 19. Jahrhundert – ereignisreich, spannend, voller Abenteuer und Geheimnisse. Ein tolles, intensives Leseerlebnis.

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Fantastische Kombination aus Krimi, Verschwörung und historischem Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 06.09.2016

"Es geht etwas vor in dieser Stadt, copain. Noch weiß ich nicht, was es ist, aber es gefällt mir nicht." (S. 367) Paris 1889: Die zehnte Weltausstellung, für welche eigens der umstrittene Eiffelturm errichtet wurde, nähert sich dem Ende. Alles, was Rang und Namen hat, wird sich zum großen Finale... "Es geht etwas vor in dieser Stadt, copain. Noch weiß ich nicht, was es ist, aber es gefällt mir nicht." (S. 367) Paris 1889: Die zehnte Weltausstellung, für welche eigens der umstrittene Eiffelturm errichtet wurde, nähert sich dem Ende. Alles, was Rang und Namen hat, wird sich zum großen Finale auf der Aussichtsplattform des derzeit größten Bauwerks der Welt einfinden, um die letzte, geheime Erfindung des verunglückten Erfinders Berneau bestaunen zu dürfen. Doch Gefahr überschattet das Ereignis: Zwei Ermittler des französischen Geheimdienstes werden ermordet auf dem Ausstellungsgelände aufgefunden. Droht der Veranstaltung ein brutaler Anschlag? Einzig die Legende aller Ermittler könnte jetzt noch helfen, doch der Agent verschwand vor 10 Jahren. Und auch die Schicksale einiger weiterer Menschen sind mit dem Finale der Ausstellung verknüpft, werden in den nächsten Tagen entscheidende Wendungen nehmen... "Nichts war, wie es schien; überall verbarg sich ein Hintergedanke, eine Täuschung." (S.490) "Der Turm der Welt" ist eine den Leser verzaubernde Reise in die Vergangenheit. Gekonnt spielt der Autor mit Worten und lässt dadurch bezaubernde Bilder in der Fantasie des Lesenden entstehen. So lässt er die Menschen der damaligen Zeit über neue Erfindungen und Eindrücke fremder Kolonien staunen, während zugleich Ermittler und Offiziere aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland in der Stadt unterwegs sind, Geheimnissen auf der Spur, welche für das Schicksal Einzelner sowie Europas entscheidend sein könnten. Im Laufe des Romans hatte ich mehrfach das Gefühl, ich wäre selbst vor Ort gewesen, hätte die Straßen und Gassen Paris' durchstreift, die Vorführungen der Weltausstellung miterlebt. Neben diesem unterhaltsamen Einblick in die damalige Zeit umreißt der Roman leichtverständlich die damalige Situation der europäischen Großmächte, der Machtverhältnisse und des internationalen Misstrauens, welche eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Nach seinem Roman "Welt in Flammen" ist es dem unter dem Pseudonym Benjamin Monferat veröffentlichenden Autor Stephan M. Rother erneut gelungen, einen fantastisch anmutenden Krimi geschickt in einem historischen Roman zu verpacken. Neben hervorragend ausgearbeiteten Charakteren punktet "Der Turm der Welt" vor allem auch mit einer faszinierenden Liebe zum Detail. So hat der Autor verraten, die im Roman vorkommenden Strecken eigens zu Fuß abgegangen zu sein, um zeitliche Abfolgen so realistisch wie möglich zu gestalten. Und auch die ein oder andere historische Persönlichkeit findet sich im Roman wieder. Nicht zu vergessen die Beschreibung der Weltausstellung, auf der nicht nur die Wild West Show mit Buffalo Bill regen Zustrom fand. Abgerundet wird das Buch mit einem Pariser Stadtplan der damaligen Zeit, in welchem die wichtigsten Schauplätze markiert sind. Stephan M. Rother alias Benjamin Monferat hat es wieder einmal geschafft, die Buchstaben des Alphabets so gelungen in eine Reihenfolge zu bringen, dass ich die rund 700 Seiten am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte!

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Ein funkelnder, brillanter und Facettenreicher Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 24.08.2016

Meine Meinung zum Inhalt: Es ist mein 2. Historischer Roman von Benjamin Monferat , ich habe ihn mit sehr großer Begeisterung gelesen und finde er hat sich selbst damit übertroffen ! Mit toller Recherche und Hintergrundwissen. Sehr spannend erzählt er von der berühmten Pariser Weltausstellung im Oktober 1889 „ Die Exposition... Meine Meinung zum Inhalt: Es ist mein 2. Historischer Roman von Benjamin Monferat , ich habe ihn mit sehr großer Begeisterung gelesen und finde er hat sich selbst damit übertroffen ! Mit toller Recherche und Hintergrundwissen. Sehr spannend erzählt er von der berühmten Pariser Weltausstellung im Oktober 1889 „ Die Exposition Universelle „ man hat das Gefühl mit ihm und den anderen Besucher über die Ausstellung zu spazieren, und bewundert mit großen Augen die technischen Erneuerungen und die Darbietungen der Fremden Länder dieser Welt. Mit leuchteten Blick bewundert man den gigantischen Eiffelturm. Die Aufregung und Erwartungen sind spür- und greifbar. Die Menschen sind aufgeregt und wie in einem Rausch. Aber auch etwas dunkles und böses ist im Spiel, das den Weltfrieden zerstören könnte. Die Großen Mächte dieser Welt sind bedroht , aber auch diese spielen ein Spiel, in das man den jungen Offizier Friedrich von Straten hineinzieht. Es wird nicht mit offen Karten gespielt. Ein dunkles Geheimnis seiner Herkunft umgibt ihn. England, Frankreich und Deutschland sind sich nicht grün und man beäugt sich Misstrauisch. Das ganze beginnt mit der Bernauischen Uhr auf den 2 Agenten auf den Zeigern aufgespießt sind , und das auf der Ausstellung, aber sie werden Gott sei Dank früh genug entdeckt, so das es keiner der Gäste mit bekommt. Ist das eine Warnung, ein hinwies auf das geplante Attentat, wer steckt dahinter? Hier nimmt die Geschichte an Fahrt auf, es knistert und Sprüht nur so vor Spannung. Da ist die Bildhübsche und Liebenswerte Kurtisane Madeline, die sich geheimnisvoll verhält, die man erpresst, ist sie eine Spionin ? Aber auch sie wird mit dem Tod bedroht wenn sie ihre Aufgabe nicht erfüllt, wer ist dieser Geheimnisvolle unbekannte Mann. Da ist Lucien Dantez der Fotograf , ein Freund von ihr, auch er scheint in etwas verstrickt zu sein. Es begegnen uns viele Personen die wir liebgewinnen und die eine Aufgabe zu erfüllen haben. Zum Beispiel Celeste die Hotelchefin vom Vernet, deren Hotel vor dem aus steht. Die Adelige Albertine Rocquefort, die auch etwas zu verbergen hat, eine Schillernde Figur in der Pariser Gesellschaft, die keinen Skandal gebrauchen kann. Der Agent Marais, ein alter Hase im Geschäft, der mit seinem jungen Partner Pierre Trebut sich auf die Jagd des Attentäters macht, über und unter der Erde. Es ist fünf vor zwölf, sprichwörtlich und jedem Moment kann die Bombe platzen, jeder verdächtigt jeden. Der Schluss ist ein packendes und grandioses Finale, ein Feuerwerk voller überraschender Wendungen Meine Meinung zum Autor: Benjamin Monferat, versteht es einem mit seinem packenden, Brillanten, funkensprühenden Schreibstil in den Bann der Geschichte zu ziehen, es ist wie Magie , die einem nicht mehr los lässt, wenn man einmal angefangen hat zu lesen. Von Seite zu Seite steigert sich die Spannung. Es knisterte nur so an allen Ecken und Kanten. Eine historische Geschichte mit geschichtlichem Hintergrund und Tiefgang. Ein Facettenreiches und farbenfrohes Historisches Epos, mit Krimi Charakter. Ich fand das Buch super spannend und mitreißend, es ist wie ein Sog, ein Strudel der einem mitreißt. Sei Erzählstil ist sehr Bildhaft, flüssig , spannend und Kraftvoll. Man hatte das Gefühl Teil der Geschichte zu sein. Die Protagonisten und ihre Charaktere, Emotionen, Gefühle sind sehr gut heraus kristallisiert. Er gewährt uns Einblicke hinter die wahre Maske der Menschen, den nicht alles ist wie es scheint, mancher entpuppt sich zum Gegenteil, man ist überrascht. Ein außergewöhnlicher und intensiver Roman der süchtig macht. „ Ein funkelnder, brillanter und Facettenreicher Roman“

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Nicht ist, wie es scheint - aber alles, wie es soll?
von SiCollier aus Bad Hersfeld am 23.08.2016

So wenige Dinge sind sicher im Leben. (S. 125) Nichts war, wie es schien; überall verbarg sich ein Hintergedanke, eine Täuschung. (Seite 490) Meine Meinung Mit der Prophezeiung der Erda „Alles was ist endet“ aus Wagners „Rheingold“ begann ich meine Rezension zur „Welt in Flammen“. Aber was ist wohl schlimmer: wenn etwas... So wenige Dinge sind sicher im Leben. (S. 125) Nichts war, wie es schien; überall verbarg sich ein Hintergedanke, eine Täuschung. (Seite 490) Meine Meinung Mit der Prophezeiung der Erda „Alles was ist endet“ aus Wagners „Rheingold“ begann ich meine Rezension zur „Welt in Flammen“. Aber was ist wohl schlimmer: wenn etwas endet - oder wenn es nicht endet, sondern in immerwährendem Wandel ist, wenn ein altes Gleichgewicht erschüttert und ein neues nicht in Sicht ist, ja, wenn man nicht mal weiß, wie ein neues aussehen sollte? Der Zeitraum, den die Handlung dieses Buches umfaßt, ist kurz - gerade mal knappe sechzig Stunden. Und doch sind es sechzig Stunden, die die (Buch-)Welt verändern, und die vielleicht auch manchen Leser verändern könnten. "Denn es ist nicht vorbei. Es fängt gerade erst an." Es ist bewundernswert, wie es dem Autor wiederum gelingt, über einige hundert Seiten hinweg ein Szenario zu entwerfen, in dem scheinbar alles parallel läuft und doch irgendwie miteinander verwoben ist, was über weite Strecken weder die Figuren noch die Leser erkennen können. Wobei letztere den Vorteil haben zu ahnen, daß das irgendwie zusammengehören muß, weshalb sonst hätte der Autor das in sein Buch aufgenommen? Wie schon in der „Welt in Flammen“ vermischt der Autor Fakt und Fiktion auf geradezu beängstigend reale Weise, so daß ich nicht immer sicher war, wo denn die Grenze zwischen beidem verläuft und, es sei zugegeben, Namen gegoogelt habe, zu denen die Suchmaschine kein Ergebnis liefern konnte, weil es sie schlicht nicht gab. Hier zeigt sich eines der wenigen Mankos des Buches, nämlich das fehlende Personenverzeichnis. Erst im Nachwort erfährt man, daß nur zwei auftauchende Personen historische Vorbilder haben. Verteilt über die ganze Stadt ereignen sich Geschehnisse, treffen Menschen aufeinander, die für sich betrachtet eher unauffällig sind, im Gesamtbild jedoch anscheinend einem Plan gehorchen, der ein bestimmtes Ziel verfolgt. Dieses ist jedoch sowohl den Figuren wie dem Leser nicht ersichtlich; mit jedem anscheinend gelösten Geheimnis tun sich zwei neue auf, so daß ich es irgendwann völlig aufgegeben habe zu vermuten, wohin denn alles führen und wie das enden sollte. Ein besonderes Bonmot für seine Stammleser - wenn man bei zwei Büchern schon von solchen sprechen kann - ist das Auftauchen eines guten alten Bekannten aus der „Welt in Flammen“, der natürlich hier in seinen jungen Jahren ist und, da er auf jeden Fall überleben mußte, eine gewisse Sicherheit ins Buch brachte. Der Roman ist eine Mischung verschiedener Genres, der sich in keine Schublade legen läßt. Abenteuer, Agenten, etwas Gefühl, Historie, Fiktion - all das geht eine vollkommene Symbiose ein, so daß ich mich immer wieder daran erinnern mußte, daß das eben genau das ist: ein Roman und kein historisches Sachbuch. Sätze, die ich zur „Welt in Flammen“ geschrieben haben und die auch hier unbedingte Gültigkeit beanspruchen. Dabei ist es dem Autor gelungen, die Stimmung der Zeit dermaßen gut einzufangen, so daß ich beim Lesen in der Tat das Gefühl hatte, mich eher im Jahre 1889 denn 2016 zu befinden. Genau so, wie es beschrieben wurde, haben die Menschen seinerzeit vermutlich gedacht und gehandelt, konnten auf Grund der sie umgebenden Zwänge gar nicht anders, wie im Buch zu lesen ist. Daß, wie ebenfalls im Nachwort erläutert wird, die eine oder andere technische Erfindung erst ein paar Jahre später erfolgte, tut dem keinen Abbruch. Schließlich - ich erwähnte es - ist das ein Roman, kein Sachbuch. Wie sich das für einen guten Roman gehört, waren die Figuren so weit ausgeführt, daß ich von allen ein recht gutes Bild vor Augen hatte; nicht nur vom Äußeren, auch von deren Innerem. Was nicht bedeutet, daß nicht die eine oder andere von Ihnen mehr oder weniger große Geheimnisse hatte, die uns Leser nichts angehen und für das Verständnis nicht unbedingt gelöst werden müssen. Die Weltausstellung wurde in meinem Kopf lebendig, daß ich es durchaus bedaure, diese nicht persönlich besucht haben zu können. Aber neben der glitzernden Welt der „oberen Zehntausend“ scheint auch die Kehrseite, das andere Paris mit all seinen häßlichen und erschreckenden Seiten durch. Wo viel Licht, ist auch viel Schatten. Und es gab, wie wohl zu jeder Zeit, viel Licht. Was das Buch für mich noch zu etwas Besonderem machte war, daß mir nie so deutlich wie hier der Begriff einer komplexen Welt vor Augen geführt wurde. Man hört oder liest immer wieder, alles sei komplex, aber niemand macht sich die Mühe, diese Komplexität näher zu erläutern. Das ist jedoch etwas, was der Autor hier quasi nebenbei vermittelt, denn so unterschiedlich die einzelnen Handlungsstränge und Figuren sein mögen, immer mehr wird auf teil erschreckende Weise deutlich, wie sehr sie miteinander verwoben sind, wie eines vom anderen abhängt und es bedingt - wie komplex das zugrundeliegende Muster ist, auch wenn es weder die Beteiligten noch die Leser immer gleich verstehen können. Nach rund siebenhundert Seiten klingt das Buch dann langsam aus. Und genau das, dieses langsame Ausklingen, möchte ich ausdrücklich und sehr positiv erwähnen. Oft ist es heute so, daß die Auflösung kommt und schwupps, ist das Buch aus. Nicht so hier. Als Leser hat man ausreichend Seiten Zeit, das Ende und die Auflösung zu verdauen und sich von den Figuren zu verabschieden. Bei der Gelegenheit auch ein Lob an den Verlag, denn die herstellerische Verarbeitung des Buches ist mustergültig. Das Buch liegt gut in der Hand, ließ sich vom Satzspiegel her gut lesen und ist nach dem Ende überhaupt nicht schief - perfekt! Schließlich habe ich das Buch aber nicht ganz so ruhig geschlossen, wie ich dachte; auf der vorletzten Seite erwartet den Leser das, was ich eine Schlüsselszene bezeichnen würde. Zwar nicht das, aber doch die letzten Worte hat der Général Auberlon. Und die sind damals so wahr wie heute und in der Zukunft vermutlich ebenso. Ich würde mir wünschen, daß möglichst viele eben jene Ansprache lesen - und im Kopf behalten würden: "Denn dies ist nicht das Ende. (...) Es fängt gerade erst an." Mein Fazit Ein grandioses Buch über eine grandiose Ausstellung und das, was hätte passieren können. Und vielleicht irgendwann passiert ist.

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Ein großartiges Buch
von Nicole am 23.08.2016

Die Exposition Universelle nähert sich dem Ende... Paris im Oktober 1889: Die große Weltausstellung neigt sich in diesen Tagen langsam dem Ende zu. Zum großen Abschlussfeuerwerk in wenigen Tagen werden noch einmal viele tausend Menschen in die Stadt strömen, die Vorbereitungen für das große Finale der Exposition Universelle am Fuße... Die Exposition Universelle nähert sich dem Ende... Paris im Oktober 1889: Die große Weltausstellung neigt sich in diesen Tagen langsam dem Ende zu. Zum großen Abschlussfeuerwerk in wenigen Tagen werden noch einmal viele tausend Menschen in die Stadt strömen, die Vorbereitungen für das große Finale der Exposition Universelle am Fuße des Eiffelturms sind in vollem Gange. Doch gerade jetzt ist die internationale Lage brisant wie nie: Zwei Agenten des französischen Geheimdienstes werden mitten in der Galerie des Machines -dem Herzstück der Ausstellung- tot aufgefunden - offenbar eine Warnung an das Land. Waren die beiden einer Verschwörung auf der Spur? Auch für andere Besucher der Hauptstadt stehen in diesen Tagen große Veränderungen bevor: Eine Adlige, die in Paris auch als "Königin der Salons" bekannt ist, fürchtet um ihr lang gehütetes Geheimnis. Eine Kurtisane wird von einem großen Unbekannten mit etwas erpresst, das tief in ihrer Vergangenheit liegt und ein Fotograf setzt für die Liebe zu einer Frau sein Leben aufs Spiel. Und dann ist da noch ein englischer Constable, den eine zufällige Verkettung von Ereignissen nach Paris führt, an der Seite einer sehr wichtigen Person... Während die so unterschiedlichen Personen versuchen, ihrem Schicksal Herr zu werden, schwebt über Paris die Angst. Sind die Abschlussfeierlichkeiten wirklich sicher oder kann das Undenkbare doch zu einer schrecklichen Wirklichkeit werden? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und ein besonderes Ermittlerduo nimmt die Herausforderung an... "Die Kälte in ihrem Inneren hatte sich um keine Winzigkeit vermindert. Vor ihr stand der unheimlichste Mensch, dem sie in ihrem Leben begegnet war, und doch: Leben - oder sterben. Gleich auf der Stelle, falls sie es wagte, sein Angebot abzulehnen." - Seite 126 Dieses ist nur ein kleiner Einblick in den neuen großen Roman von Benjamin Monferat, dem Pseudonym des bekannten Autors Stephan M. Rother. Der Turm der Welt hat einiges zu bieten: Interessante Charaktere, die durch die besondere Schreibweise des Autors lebendig werden. Man bekommt einen detaillierten Einblick in deren so unterschiedliche Leben, die aber so manches Mal auf ungeahnte Weise miteinander verknüpft sind. Trotz der vielen Protagonisten ist alles überschaubar, man kann die einzelnen Personen gut auseinanderhalten. Neben den einzelnen Schicksalen der Personen gibt es auch noch einen großen Mittelpunkt der Geschichte, um den sich schließlich alles dreht: Die große Weltausstellung im Jahr 1889 in Paris, die sich nun dem Finale nähert. Einem Finale, bei dem Schreckliches Wirklichkeit werden könnte... Auch die einzelnen Schauplätze in Paris, die Umgebung der Weltausstellung und natürlich der damals gerade errichtete Eiffelturm werden sehr detailreich beschrieben. Ein tolles Extra ist auch die abgebildete Karte vorn im Buch, die das Paris des Jahres 1889 zeigt, in der auch alle wichtigen Schauplätze eingezeichnet sind. Sehr schön ist auch das Cover, das perfekt zu diesem bildgewaltigen Roman passt. "Onze heurs et quart. Basil vergrub die Hände in den Taschen der Anzughose, während er noch etwas schneller ausschritt. Viertel nach elf. Eindeutig, dachte er. Er hatte sich getäuscht. Paris war anders, als er erwartet hatte." - Seite 307 Mein Fazit: Dieses Buch ist großartig. Ein beeindruckender historischer Schmöker, der den Leser sofort mitnimmt in das schildernde Paris des 19. Jahrhunderts. Schnell wird klar das neben all dem Glanz der Weltausstellung auch viele Schatten lauern: Neben Freud und Leid, Liebe und Intrigen schwebt über allem auch eine unbekannte Gefahr, die die gesamte Stadt bedroht. Die Handlung bleibt auf den gesamten 704 Seiten durchweg spannend, nach und nach fügen sich die einzelnen Fäden zusammen - doch oft ganz anders als man zuerst vermutet. Kurz gesagt: Ein unheimlich gut geschriebener Roman mit einem sehr packendem Finale und vielen Überraschungen. Sehr lesenswert! Noch kurz zum Schluss: Auch im Nachwort findet der Autor richtige und wichtige Worte zu den noch nicht lange zurückliegenden, schrecklichen Geschehnissen in Paris.

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Der Turm der Welt
von miss.mesmerized am 21.08.2016

Paris will sein Ansehen zurück und mit der großen Weltausstellung 1889 wird dies auch gelingen. Nur noch wenige Tage sind die Tore der großen Exposition geöffnet, zu deren Ehren Gustav Eiffel seinen Stahlturm konstruierte. Albertine de Rocquefort wird mit ihrer Tochter Mélanie in die Stadt zurückkehren, das Mädchen soll... Paris will sein Ansehen zurück und mit der großen Weltausstellung 1889 wird dies auch gelingen. Nur noch wenige Tage sind die Tore der großen Exposition geöffnet, zu deren Ehren Gustav Eiffel seinen Stahlturm konstruierte. Albertine de Rocquefort wird mit ihrer Tochter Mélanie in die Stadt zurückkehren, das Mädchen soll zwar Stress meiden, ist aber inzwischen alt genug, um in die Gesellschaft eingeführt zu werden. Nummer zwei der britischen Thronfolge, der etwas unstete Eddie, muss ebenfalls die Reise in die französische Metropole antreten, um in der Heimat einen Skandal zu verhindern, sehr zum Leidwesen seiner Bewacher ändert der Ortswechsel jedoch nichts an seinem Verhalten. Auch das Deutsche Reich hat eine Gesandtschaft geschickt, unter ihnen der junge und noch unerfahrene Friedrich von Straten, der jedoch auch in ganz persönlicher Mission unterwegs ist. Während die Welt auf den krönenden Abschluss wartet, sind allerdings Mächte am Werk, die den Zauber des Moments für ihre Zwecke nutzen möchten, um Rache zu nehmen und sich ein Denkmal zu setzen. 700 Seiten komplexe Handlung in wenigen Sätze zusammenzufassen ist schlichtweg unmöglich. Benjamin Monferat hat unzählige Handlungsstränge, die sich in rascher Abfolge abwechseln, geschickt miteinander verwoben und einen nicht ganz typischen historischen Roman geschaffen. Das historische Ereignis der Pariser Weltausstellung bietet den Rahmen und wird immer wieder Schauplatz der Handlung, deren Figuren jedoch weitgehend fiktiv sind und sich so frei von historischem Ballast entfalten können. Die einzelnen Erzählstränge bieten alles, was man als Leser von historischen Romanen, aber auch Krimis, erwarten könnte: geheime Schwärmereien, Intrigen, Komplotte, Vertuschung, lange gehütete Familiengeheimnisse – und dazu die wundersamen Erfindungen, die das 20. Jahrhundert eingeläutet haben. Die Anzahl der Seiten könnten abschrecken, doch durch die kurzen Kapitel und das dadurch entstehende hohe Tempo fliegen sie nur so dahin. Die zunächst nur lose verbundenen Handlungsstränge werden zunehmend miteinander verwoben und am Ende sauber und logisch aufgelöst – Chapeau! Bei der Menge an Figuren, Schauplätzen und Nebenerzählungen zu einem überzeugenden Abschluss zu kommen, gelingt nicht jedem Autor. Auch die einzelnen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Hintergründen und Motiven bieten viel Abwechslung und sie sind allesamt überzeugend konstruiert. Fazit: ich fühlte mich bestens unterhalten im Paris des Jahre 1889.

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