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Deutsche Gedichte

Hrsg. v. Volker Meid

Reclam Universal-Bibliothek

Rezension
Als ausgewiesener Kenner der deutschen Barockliteratur hat der Herausgeber Volker Meid seine Auswahl auf die frühen Fleming-Ausgaben des 17. Jahrhunderts gestützt. Beim Neusatz der Gedichte wurden deshalb Lautstand und typographische Eigenheiten der Zeit bewusst großzügig beibehalten. Damit die Lektüre trotzdem nicht zu einem mühsamen Unternehmen geraten muss, sind ein kurzes Glossar sowie Wort- und Sacherklärungen beigegeben, in denen Meid den modernen Leser kundig führt. Ein Verzeichnis der wichtigsten Forschungsliteratur zu Flemings Dichtungen, eine Vita sowie ein konzises Nachwort des Herausgebers runden diesen handlichen Band ab. Man wird mich nennen hören, prophezeite sich Fleming noch auff seinem Todtbette - die vorliegende Auswahl gibt dem Dichter sicher recht. Dass seine oft so spannungsreichen Verse auch heute noch ihre Leser finden und finden mögen, hängt freilich nicht allein von der editorischen Sorgfalt ab. Fleming spricht an; sein Blick nach vorn wird zum vertretbaren Standpunkt. Was du noch hoffen kanst / das wird noch stets gebohren. Luzerner Neueste Nachrichten
Portrait
Paul Fleming, 5.10.1609 Hartenstein (Vogtland) - 2.4.1640 Hamburg. Der aus einem lutherischen Pfarrhaus stammende F. besuchte von 1622 an die Thomasschule und von 1628-33 die Universität in Leipzig, wo er sich nach der üblichen gelehrt-philologischen Ausbildung der Medizin zuwandte und sein Studium vorläufig mit dem Magistergrad abschloss (2.5.1633). Durch die Vermittlung von A. Olearius erhielt F. die Möglichkeit, an der holsteinischen Gesandtschaft nach Russland und Persien teilzunehmen (1633-39). Berühmt wurde das Unternehmen durch die Reisebeschreibung von Olearius, in der auch Gedichte F.s enthalten sind. Die Reise wurde durch lange Zwischenaufenthalte unterbrochen, wobei die in Reval 1636 und 1639 biographisch und dichterisch durch die Bekanntschaft mit der Familie des Kaufmanns Heinrich Niehusen besonders bedeutsam wurden. Auf der Rückreise 1639 verlobte sich F. mit Anna Niehusen, einer der drei Töchter der Familie, die anagrammatisch verschlüsselt eine wesentliche Rolle in seiner Dichtung spielen. Er reiste dann nach Leiden, wo er am 23.2.1640 auf Grund einer Disputation über Geschlechtskrankheiten zum Dr. med. promoviert wurde. Er starb auf der Rückreise nach Reval; von Klagen über Erkältungsbeschwerden wird berichtet. F. trat seit 1630 mit religiösen, patriotischen und erotischen Gedichten in dt. und lat. Sprache hervor. Mit der Ausnahmesituation der Reise verlor die patriotische Thematik allmählich an Bedeutung; die Reise und die Reisegesellschaft wurden selbst zum Gegenstand der Dichtung. Zugleich thematisiert er die Sehnsucht des halb-verlorenen Sohns nach seiner idealisierten Heimat und hält die Verbindung zu der/den fernen Geliebten durch eine Fülle von Gedichten aufrecht.
Volker Meid, geboren 1940, lehrte von 1970 bis 1982 als Professor für deutsche Literatur an der University of Massachusetts in Amherst/USA. Seither arbeitet er als freier wissenschaftlicher Schriftsteller; er ist Autor zahlreicher Studien und Monografien zur Literatur der frühen Neuzeit.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Volker Meid
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 01.01.1986
Serie Reclam Universal-Bibliothek 2455
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-002455-3
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 150/95/11 mm
Gewicht 98
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