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Deutschstunde

Roman

(1)
Siggi Jepsen, Insasse einer Anstalt für schwererziehbare Jugendliche, soll einen Aufsatz über das Thema "Die Freuden der Pflicht" schreiben. Nicht daß ihm nichts dazu einfiele - das Thema ist ihm vertraut wie keinem sonst: Sein Vater, der "nördlichste Polizeiposten Deutschlands", war den Pflichten seines Amtes so rückhaltlos ergeben, daß er nicht zögerte, seinem Jugendfreund, dem international bekannten Maler Nansen, das von den Nazis über ihn verhängte Malverbot eigenhändig zu überbringen und seine Einhaltung persönlich zu überwachen. Siggi, zu dieser Zeit noch ein Kind, wird Zeuge eines stillen, aber erbitterten Kampfes. Sein Vater ist nun einmal sein Vater, aber seine Zuneigung gehört dem Maler und seinen farbglühenden Bildern. In der Erinnerung wird sein Deutschaufsatz zum Lebensbericht, zum Versuch, sich selbst zu begreifen. "Ein Meisterwerk, dessen Ernst voller Trauer ist - wie es nur bei einem Beobachter sein mag, der Humor hat." (Die Zeit) Diese E-Book-Ausgabe von "Deutschstunde" wird durch zusätzliches Material zu Leben und Werk Siegfried Lenz’ ergänzt.
Portrait
Siegfried Lenz (1926–2014) zählt zu den bedeutenden und meistgelesenen Schriftstellern der deutschen Literatur. Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009. Seit 1951 veröffentlichte er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Erscheinungsdatum 04.10.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783455810813
Verlag Hoffmann und Campe Verlag GmbH
Verkaufsrang 11.519
eBook (ePUB)
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Buchhändler-Empfehlungen

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Beeindruckendes Werk über die Grenzen der Pflichterfüllung. Wann entsteht Mitläufertum? Wann Schuld? Und wie wird das Handeln vor sich selbst gerechtfertigt? Literarisch wertvoll. Beeindruckendes Werk über die Grenzen der Pflichterfüllung. Wann entsteht Mitläufertum? Wann Schuld? Und wie wird das Handeln vor sich selbst gerechtfertigt? Literarisch wertvoll.

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim

Zu Recht wird dieser Roman als das "Hauptwerk" von Lenz bezeichnet. Das, was der Krieg mit den "kleinen" Menschen macht, kann man beispielhaft lesen. Zu Recht wird dieser Roman als das "Hauptwerk" von Lenz bezeichnet. Das, was der Krieg mit den "kleinen" Menschen macht, kann man beispielhaft lesen.

Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Eines meiner Lieblingsbücher, bei dem ich während des Lesens immer flaches Land und Deiche vor meinem inneren Auge sehe. Hochklassige deutsche Literatur. Eines meiner Lieblingsbücher, bei dem ich während des Lesens immer flaches Land und Deiche vor meinem inneren Auge sehe. Hochklassige deutsche Literatur.

Martin Knebel, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein Klassiker !! Ein Klassiker !!

„"Die Freuden der Pflicht"“

Dr. Andreas Schmidt, Thalia-Buchhandlung Gießen

"Die Freuden der Pflicht" so lautet das Thema eines Deutschaufsatzes, den Siggi Jepsen verweigert hat. Als Insasse einer Besserungsanstalt wird er daraufhin in eine Arrestzelle gesperrt und muss den Aufsatz nachschreiben - natürlich zum gleichen Thema. Nach einigem Nachdenken fängt er an zu schreiben und berichtet von seinem Vater, "Die Freuden der Pflicht" so lautet das Thema eines Deutschaufsatzes, den Siggi Jepsen verweigert hat. Als Insasse einer Besserungsanstalt wird er daraufhin in eine Arrestzelle gesperrt und muss den Aufsatz nachschreiben - natürlich zum gleichen Thema. Nach einigem Nachdenken fängt er an zu schreiben und berichtet von seinem Vater, Jens Ole Jepsen, dem "nördlichsten Polizeiposten Deutschlands". Dessen ganzes Leben war eine einzige Pflichterfüllung. Auch dann noch als er im "Dritten Reich" den hoch politischen Befehl bekam, das Malverbot gegen einen weltberühmten Maler durchzusetzen. Siegfried Lenz ist mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. Seine Schilderungen der Charaktere sind absolut glaubwürdig, sein Blick auf die deutsche Vergangenheit ist unbestechlich. Ein ernstes und ein ganz wichtiges Buch. Unbedingt lesenswert.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Deutschstunde von Siegfried Lenz,
von einer Kundin/einem Kunden aus Havixbeck am 02.01.2015

ist ein tolles Buch spannend bis zur letzten Seite. Allen Lesern empfehle ich auch das Buch Heimatmuseum , vom gleichen Autor

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
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Geschichtsbuch der Extraklasse
von Leni Pawelczynski aus Wiesbaden am 07.05.2012
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

Ein Junge ringt in einer Besserungsanstalt mit dem Thema Pflicht, wochenlang schreibt er über die Freuden der Pflicht und was dieser sehr deutsche Begriff anrichten kann. Siegfrid Lenz hat mir mit diesem modernen Klassiker die Augen geöffnet über das Lebensgefühl der Kinder des ... Ein Junge ringt in einer Besserungsanstalt mit dem Thema Pflicht, wochenlang schreibt er über die Freuden der Pflicht und was dieser sehr deutsche Begriff anrichten kann. Siegfrid Lenz hat mir mit diesem modernen Klassiker die Augen geöffnet über das Lebensgefühl der Kinder des NS-Regimes. Dieses Regime fand nicht im Geschichtsbuch statt, die Familie, Freunde und jeder Mensch den man kennt, sogar man selbst war Teil dieses Regimes. Ja dieses Regime scheint kaum wirklich Vergangenheit zu sein. Ein wirklich gutes und ein wirklich wichtiges Buch.

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Vater und Sohn
von Polar aus Aachen am 20.06.2008
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

In einer Besserungsanstalt einen Aufsatz über die Pflicht zu schreiben, ist schon ein Anachronismus in sich. Kein Wunder, dass Siggi Jepsen angesichts seiner Kindheit daran scheitert. Er muss sich einer Vergangenheit stellen, in der die Pflicht eine deutsche Tugend, in der das Land dem Nationalsozialismus verfallen war. Ausgerechnet sein... In einer Besserungsanstalt einen Aufsatz über die Pflicht zu schreiben, ist schon ein Anachronismus in sich. Kein Wunder, dass Siggi Jepsen angesichts seiner Kindheit daran scheitert. Er muss sich einer Vergangenheit stellen, in der die Pflicht eine deutsche Tugend, in der das Land dem Nationalsozialismus verfallen war. Ausgerechnet sein Vater ist Ausdruck dieses Pflichtgefühls schlechthin, in dem er das Malverbot für einen expressionistischen Maler überwacht. Wie die Nationalsozialisten ein Land abseits ihrer Parteigänger hat überwachen können, wird in dieser eindringlichen Geschichte geschildert. Die Menschen funktionieren über Freundschaftsgrenzen hinweg, fühlen sich berufen, Anordnungen durchzusetzen, zu gehorchen. Doch Siegfried Lenz erschafft auch ein Stück Widerstand in der Figur des Jungen, der sich dem Vater in seiner blinden Pflichterfüllung widersetzt, indem er dem Maler hilft, seine Bilder zu verstecken. Dass Verblendung häufig in Starrsinn übergeht, zeigt Lenz in dem Verhalten des Vaters nach dem Krieg, indem er keinen Zweifel zulässt, weiterhin glaubt, seine Pflicht erfüllen zu müssen, indem er die versteckten Bilder in Brand setzt. Siegfried Lenz ist mit der Deutschstunde sowohl gelungen, seine Leser einen Einblick in den nationalsozialistischen Alltag zu geben, als auch die Frage aufzuwerfen, wie hätte man selbst reagiert, neigt man nicht selber dazu, sich hinter dem aufgetragenen Notwendigen zu verstecken. Dass ausgerechnet Siggi Jepsen, der zu helfen versucht hat, in der Besserungsanstalt landet, ist an Hohn kaum zu überbieten. Siegfried Lenz kennt sein Land, die Menschen darin. Ihnen beim Leben zuzusehen, kann manchmal erschrecken. Nach dem Fall des Dritten Reiches haben viele behauptet, sie hätten nichts von Gräueln gewusst. Sie hätten nur Befehle ausgeführt. Wie ein solches Leben im Kleinen, in der Nachstellung, in der Unterdrückung aussieht, das alles formt der Autor zu einer mitreißenden Geschichte.

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1 1
Tolle Sprache
von einer Kundin/einem Kunden aus Euerbach am 21.08.2013
Bewertetes Format: Einband: Taschenbuch

Ich würde Lenzens Deutschstunde als gutes, aber nicht sehr gutes Buch bezeichnen. Für "gut" spricht der interessante Plot: Der Vater nimmt seine Pflichten als Polizeiposten, auch nach Kriegsende, noch wahr, sodass er sein soziales Umfeld, in immer engeren Kreisen, damit verstört, letztendlich sogar seine eigenen Kinder verstößt. Auch während... Ich würde Lenzens Deutschstunde als gutes, aber nicht sehr gutes Buch bezeichnen. Für "gut" spricht der interessante Plot: Der Vater nimmt seine Pflichten als Polizeiposten, auch nach Kriegsende, noch wahr, sodass er sein soziales Umfeld, in immer engeren Kreisen, damit verstört, letztendlich sogar seine eigenen Kinder verstößt. Auch während des Krieges nimmt er durch die Überwachung des Malers Nansen Einfluss auf das Zusammenleben im Dorf Rugbüll. Gut auch, da verschiedene Zeitabschnitte im Verlauf der Erzählung verwoben werden, ohne die das Buch nicht halb so interessant wäre. Warum nicht "sehr gut"? Das Ende ist wirklich recht lose zusammenerzählt. Zuvor wurden einzelne Episoden detailgenau erzählt (siehe Geburtstagstisch), das Leben zu Hause ebenso. Gegen Ende sind die Geschwister irgendwo in Hamburg verstreut, wo Siggi derweil vor seiner Haft ist, war für mich nicht ersichtlich: Harrte er zu Hause aus oder war er doch öfter bei Hilke? Schade finde ich, dass, obwohl der Roman ich Ich-Form erzählt wird, nichts Genaueres über Siggis Innenleben geschildert wird. Alles ist relativ gleichgültig und neutral bei ihm, so wie die dahinfließende Elbe und wogende Meer, auch das Ende zeigt keinen richtigen Höhepunkt, wie auch die Geschichte mit dem Psychologen Wolfgang. Warum fand ich's dennoch gut? Das lag wohl an der verwendeten Sprache und der detailgetreuen Schilderung verschiedener Situationen. Und Siggis feiner Ironie. An Hilkes stämmigen Beine weniger.

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