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Die Attentäter

(42)
Obwohl sie aus grundverschiedenen Verhältnissen stammen, sind Cliff und Alain fasziniert voneinander. Zwischen ihnen steht Margarete, die beide von klein auf kennen. Dann konvertiert Cliff zum Islam und verschwindet. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen „Tag des Blutes“ planen. Alain will seinen Freund retten – doch wie lange kann er noch zu ihm halten?Mit "Die Attentäter" liefert Antonia Michaelis einen beklemmenden Blick in die Abgründe des Terrorismus.
Portrait
Antonia Michaelis wurde in Kiel geboren und ist in Augsburg aufgewachsen. Sie hat in Greifswald Medizin studiert und unter anderem in Indien, Nepal und Peru gearbeitet. Heute lebt sie mit Mann und drei Töchtern gegenüber der Insel Usedom im Nichts, wo sie zwischen Seeadlern, Reet und Brennnesseln in einem alten Haus lauter abstruse Geschichten schreibt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 448
Altersempfehlung 16 - 99
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7891-0456-5
Verlag Verlag Friedrich Oetinger
Maße (L/B/H) 215/157/43 mm
Gewicht 767
Auflage 1
Illustratoren Kathrin Schüler
Verkaufsrang 6.477
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„erschreckend realistisch“

Verena Kuhn, Thalia-Buchhandlung Pirna

Cliff, Alain und Margarete stammen aus grundverschiedenen Verhältnissen und kennen sich von klein auf. Cliff konvertiert zum Islam und ist dann spurlos verschwunden. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen " Tag des Blutes " planen. Alain will seinem Freund retten, doch wie lange kann er noch zu ihm halten. Cliff, Alain und Margarete stammen aus grundverschiedenen Verhältnissen und kennen sich von klein auf. Cliff konvertiert zum Islam und ist dann spurlos verschwunden. Als er zurückkehrt, wird klar: Er soll für den IS einen " Tag des Blutes " planen. Alain will seinem Freund retten, doch wie lange kann er noch zu ihm halten.

„Beängstigend gut!“

Katharina Kaufmann, Thalia-Buchhandlung Marburg

Inspiriert zu dem Buch wurde Antonia Michaelis von den Anschlägen in Paris im vergangenen Jahr, wie sie im Vorwort berichtet. Die Geschichte beschreibt wie ein deutscher Junge aus einfachen Verhältnissen, der nie wirklich dazugehörte und schon immer einen Hang zur Gewalt und dem Bösen hatte, zu einem Terrorist des IS wird. Seine beiden Inspiriert zu dem Buch wurde Antonia Michaelis von den Anschlägen in Paris im vergangenen Jahr, wie sie im Vorwort berichtet. Die Geschichte beschreibt wie ein deutscher Junge aus einfachen Verhältnissen, der nie wirklich dazugehörte und schon immer einen Hang zur Gewalt und dem Bösen hatte, zu einem Terrorist des IS wird. Seine beiden besten Freunde Margarete und Alain durchleben die Veränderungen ihres Freundes und ahnen das Schlimmste, doch verhindern können sie es auch nicht.
Eine sehr realistische und hochgradig spannende Geschichte, die einen auch nach dem Beenden des Buches nicht loslässt. Denn was Antonia Michaelis beschreibt, ist keinesfalls undenkbar. Es rüttelt wach und räumt mit Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen auf.
Ab 16 Jahren, da es gewaltsame und brutale Szenen gibt!

A. Deutschmann-Canjé, Thalia-Buchhandlung Langenfeld

Aktuelles Thema, spannende Erzählweise, schöne Sprache. Wir immer ein tolles Buch, auch wenn manches etwas konstruiert ist. Definitiv lesenswert! Aktuelles Thema, spannende Erzählweise, schöne Sprache. Wir immer ein tolles Buch, auch wenn manches etwas konstruiert ist. Definitiv lesenswert!

Kundenbewertungen


Durchschnitt
42 Bewertungen
Übersicht
21
11
4
6
0

Engel ohne Flügel
von Estelle am 11.11.2016

Seit frühester Kindheit kennen sich Cliff, Alain und Margarete, denn sie wachsen in demselben Mietshaus auf. Alain fühlt sich bereits als Vierjähriger zu Cliff hingezogen, den eine Aura der Dunkelheit umgibt. Er ist mehr und mehr fasziniert von dem Jungen, der mit seinem Vater zusammenlebt, und in dessen Haushalt... Seit frühester Kindheit kennen sich Cliff, Alain und Margarete, denn sie wachsen in demselben Mietshaus auf. Alain fühlt sich bereits als Vierjähriger zu Cliff hingezogen, den eine Aura der Dunkelheit umgibt. Er ist mehr und mehr fasziniert von dem Jungen, der mit seinem Vater zusammenlebt, und in dessen Haushalt es keine Liebe und Zuneigung zu geben scheint. Dagegen verläuft Margaretes und Alains Leben ganz anders. Sie haben intakte Familien und retten eines Tages Cliff, der zitternd im Schuppen hinter dem Haus liegt. Ab diesem Zeitpunkt kreuzen sich die Wege der drei immer wieder. Alain kann nicht aufhören, an Cliff zu denken, und versucht, in seine Seele zu schauen, sollte er nach seiner Meinung wohl eine haben. Und Cliff sieht in Alain jemanden, der ihn bekehren will, der etwas so Positives ausstrahlt, das seiner finsteren Welt mehr als gefährlich werden kann. Margarete steht zwischen den beiden und versucht, zu vermitteln, da zu sein und die Wogen zu glätten. Doch Cliff geht seinen eigenen, harten Weg, ohne Rücksicht auf Verluste. Das neue Buch von Antonia Michaelis besticht wieder durch ihren typischen, ganz eigenen, bild- und wortgewaltigen Schreibstil. Diese Geschichte ist keine leichte Kost. Es geht um Rechtsextremismus, den IS, die Ausbildung zum Gotteskrieger und eine ungewöhnliche Freundschaft, die eigentlich keine ist. Zu schlimm sind die Narben, mit denen Cliff Alain zeichnet, doch dieser glaubt weiterhin an das Gute. Und was ist er? Ist Alain der Lichtbringer? Und wenn ja, muss er nicht auch ausgemerzt werden? Hier schwebt man auf Flügeln zwischen Hell und Dunkel, zwischen Gut und Böse. Eindringlich geht man mit Cliff seinen Weg, der sich unbeirrbar vor ihm auftut und der ihn zu verschlingen droht. Gibt es doch noch einen Fünkchen Hoffnung, dass Cliff nicht seinen Plan durchzieht, einen Anschlag in Berlin zu verüben? Kann er gerettet werden? Margarete hingegen blieb für mich etwas blass, ein Spielball zwischen den beiden, den sie benutzen konnten, wie es schien. Aber hier lag der Fokus auf der ungewöhnlichen Beziehung, die Cliff und Alain zueinander hatten. Margarete war einfach da. Auch in dieser Geschichte geht es ein wenig fantastisch zu, diese Anleihen haben ja die Bücher von Antonia Michaelis, ohne in diese Kategorie zu fallen. Aber man hat das Gefühl, dass es übersinnlich zugeht. Oder es sind einfach nur die verqueren Gedanken eines Jungen, der nach Liebe und einem Halt im Leben sucht. Und wer wollte tatsächlich schon mal seinem Schutzengel die Flügel stutzen? Nur der, der glaubt, dass er auf der anderen, düsteren Seite besser aufgehoben ist. "Die Attentäter" erzählt von der Zerrissenheit des Hauptcharakters Cliff, seinem Weg in den möglichen Tod, und davon, in welcher Welt wir nun leben. Trotz der durchaus spannenden Handlung waren mir einige Passagen etwas zu langatmig, das tat aber insgesamt der trostlosen Grundstimmung keinen Abbruch. Denn diese herrscht hier vor, kein Wunder bei dem Thema. Einige Szenen waren nur schwer zu ertragen, minderten aber nicht die Wirklichkeit, in der sie so sicher schon passiert sind. Mitreißend und intensiv. Realistisch und aktuell. 4 Sterne.

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Erschreckend realistische Erzählung
von Jennifer aus Stadtroda am 16.10.2016

INHALT Die Berliner Jugendlichen Cliff, Alain und Margarete stammen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und sind doch Freunde. Als Cliff eines Tages das Dreigestirn für eine längere Reise verlässt, haben Alain und Margarete kein gutes Gefühl... MEINUNG Antonia Michaelis erzählt in ihrem Jugendroman "Die Attentäter" eine erschreckend realistische Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft.... INHALT Die Berliner Jugendlichen Cliff, Alain und Margarete stammen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und sind doch Freunde. Als Cliff eines Tages das Dreigestirn für eine längere Reise verlässt, haben Alain und Margarete kein gutes Gefühl... MEINUNG Antonia Michaelis erzählt in ihrem Jugendroman "Die Attentäter" eine erschreckend realistische Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft. Die drei Freunde Alain, Margarete und Cliff werden in Berlin erwachsen und sind dabei oft sich selbst überlassen. Vor allem Cliff umgibt eine dunkle Aura. Sein Vater trinkt und seine Mutter lebt in Hamburg, um zu studieren. Emotionale Zuwendung erfährt er eher von seinen Freunden als von seinen Eltern. Damit ist er leichte Beute für radikale Gruppierungen, wie Rechte bzw. den IS, bei denen er nach dem Halt sucht, den er in seinem Elternhaus nicht findet. Der ruhige Alain ist wie Cliff ein Zeichentalent und stammt aus einem Künstlerhaushalt. Seine große Liebe ist Cliff. Die kluge Margarete erdet beide Freunde, wenn immer sie Kummer oder Sorgen haben. Margaretes Eltern sind im Gegensatz zu den Eltern der beiden Jungs ständig um ihre Tochter besorgt. Alle drei Figuren teilen sich die Rolle des Erzählers, was mich anfangs etwas aus dem Konzept gebracht hat, aber mit der Zeit die Spannung innerhalb des Plots steigerte. Die Innensicht der Drei ist geprägt von Zerrissenheit und Unsicherheit. Man funktioniert nur als Einheit. Erst Cliffs schleichende Radikalisierung sowie sein Übertritt zum Islam stellen eine harte Zäsur innerhalb der Freundschaft dar. Nur Alain, der in Cliff seinen dunklen Widerpart entdeckt zu haben scheint, kann Cliff nicht wegstoßen. Er verfolgt ihn bis zum Schluss, mit durchaus tragischem Ende. Michaelis hat eine durchweg spannende Coming-of-Age-Geschichte geschrieben, die in der heutigen Zeit spielt. Brisante politische Themen, wie Flüchtlingeskrise, IS und Rechtsradikalismus, werden realistisch, ohne die bekannten Vorurteile dargeboten; was die spezielle Wirkung der Story noch verstärkt. Der Leser kann die Hilflosigkeit der einzelnen Charaktere bei Cliffs Abrutschen in dunkle Kreise nachspüren. Immer tiefer gerät der intelligente Junge in die Fänge des IS und erkennt dessen perfide Methoden bzw. gestörte Lebensauffassung viel zu spät. Als Leser fragt man sich dabei, wie es eigentlich dazu kommen konnte und wer schuld daran trägt. Es ist eine teuflische Mischung aus verschiedenen Gründen mit fatalen Folgen für alle handelnden Figuren (s. Titel). Die emotionale sowie spannende Erzählweise entfacht beim Lesen eine gewisse Sogwirkung. Wie Cliff wird man als Leser immer stärker in die Geschichte hineingezogen und kann sich nur schwer seiner zerstörerischen Magie entziehen. Das dunkle Cover ist ein wahrer Eyecatcher. Es vereint mehrere Bereiche der Story miteinander und wirkt gleichermaßen bedrohlich und anziehend. Die Verbindung aus Feuer (Majuskeln) und Engelsflügeln könnte kontrastreicher und bezeichnender nicht sein. FAZIT Ein sehr gut aufbereiteter Jugendroman, der das derzeitige angespannte Sozialklima in Deutschland authentisch widerspiegelt und dadurch beim Leser lange nachwirkt. Nicht nur für Jugendliche eine lohnenswerte Lektüre.

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Bemerkenswert!
von einer Kundin/einem Kunden aus Essen am 07.10.2016

Cliff, Alain und Margarete sind auf eine besondere, innige und liebevolle Weise seit sie vier Jahre alt sind verbunden. Damals schon war der zierliche blonde Alain von dem dunkelhaarigen und so andersartigen Cliff fasziniert. Margarete steht als die Bodenständige und Vernünftige zwischen den beiden und hält sie in der... Cliff, Alain und Margarete sind auf eine besondere, innige und liebevolle Weise seit sie vier Jahre alt sind verbunden. Damals schon war der zierliche blonde Alain von dem dunkelhaarigen und so andersartigen Cliff fasziniert. Margarete steht als die Bodenständige und Vernünftige zwischen den beiden und hält sie in der ihnen merkwürdig fremden Welt fest. Beide drohen fortzufliegen, Cliff mit seinen schwarzen und Alain mit seinen weißen Flügeln. Während Cliff, in einer zerüttelten und aus den Fugen geratenen Familie lebend, immerzu auf der Suche nach Orientierung und Halt in gewalttätige Gruppen abdriftet, versuchen Alain und Margarete ihn wieder zu retten. Mal um Mal. Oft reicht ihm ein Blick in Alains morgenhimmelblaue Augen, deren Reinheit ihn etwas zu besänftigen vermögen, seine Wut manchmal jedoch noch schüren. Oft reicht Alain ein Blick in Cliffs nachthimmelblauen Augen, um das Dunkle in ihm und sich zu spüren und zu merken, dass er ihm nicht böse sein kann, sondern ihm verzeihen muss. Die beiden älter werdenden Jungen sind sich zudem durch eine gemeinsame Leidenschaft sehr nahe, denn beide sind überragende Zeichner. Alain gibt dem ihm gerade Umgebenden eine Gestalt auf Papier, Cliff verbannt Erinnerungen detailgenau auf Blätter, Wände und Böden. Und wird sie trotzdem nie los. Gesichter, Situationen, die sich vor seinen Augen abermals abspielen und nicht löschen lassen. Irgendwo zwischen vollkommener Gegensätzlichkeit und Verschmelzung zu einem Wesen bewegen sie sich mal aufeinander zu, mal voneinander weg. Letzteres immer besonders schmerzhaft. Doch auch die rechten Gruppen, welchen sich Cliff anschließt, sind nicht das, wonach er sucht. Dies findet er später, in einer Moschee. Alain und Margarete hegen bereits Hoffnungen, dass nun alles gut würde und ihr Freund endlich seinen Frieden gefunden und friedlich geworden ist. Doch was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen - oder wissen wollen - ist, dass sich Cliff von der ruhigen Gemeinde abgewandt hat und stattdessen in radikalen Kreisen verkehrt. Als sie versuchen, ihn zurückzugewinnen, ist es bereits zu spät und Cliff hat sich für eine gefährliche Reise entschieden. Ein Jahr des Bangens, des Trauerns und der Verzweiflung scheint für die beiden in Deutschland zurückgebliebenen Freunde nicht zu vergehen. Zu der selben Zeit hat man mit Cliff im Nahen Osten Großes vor. Er ist zu nützlich, um als Kanonenfutter zu enden. Als er zurückkehrt, scheint er sich verändert und verbessert zu haben. Aber wie oft hat sein Umfeld schon daran geglaubt und wurde enttäuscht. Und so sind Margarete und besonders Alain, der Cliff doch schließlich ein Schutzendel sein muss, auf der Hut. Egal wie verlockend seine Beteuerungen, er habe mit dem IS nichts mehr zu tun, auch sein mögen, Misstrauen ist gefragt. Irgendetwas hat er vor. Alains und Margaretes Fragen häufen sich und werden - wenn überhaupt - nur sehr gemach beantwortet; ob sie die Antworten hören wollen, ist eine andere Frage. Doch bald ist die Ahnung greifbar, dass die Berliner Plastikglitzerwelt des Westens gefährdet ist. Es ist Weihnachten. Zeit der Wunder, des Konsums, der Engel und vielleicht auch der Vergebung. Wieder einmal ist es Antonia Michaelis gelungen, ein schwieriges und überaus ernstes Thema aufzugreifen und viele Handlungsstränge zu einem großen Gebilde zu verweben. Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht Alains, Cliffs und Margaretes geschrieben, wobei man meistens erst nach und nach bemerkt, wen man gerade begleitet. Dies ist aber keineswegs verwirrend oder störend, sondern macht einem vielmehr bewusst, wie eng die Protagonisten doch mit einander verbunden sind und wie sehr sie sich ähneln. Häufig wird einem dies auch dadurch bewusst, dass zwischendurch die gleichen Begebenheiten von verschiedenen Charakteren beschrieben werden und es dann einige Überschneidungen in der Sichtweise gibt, die nahe gehen. Überhaupt sind die Charaktere - wie bereits in jedem Buch, welches ich von Antonia Michaelis gelesen habe - etwas ganz Besonderes. Da man sie von ihrer ersten Begegnung im Kinderalter an begleitet, bei wichtigen Ereignissen dabei ist und so Zusammenhange besser nachvollziehen kann, wirken sie auf erschreckende aber auch beeindruckende Weise real. Wie sonst auch ist es der Autorin gelungen, Figuren zu zeichnen, bei denen die Frage nach gut und böse nicht wirklich beantwortet werden kann. Die Lebensgeschichten von Alain, Cliff und Margarete sind so eng miteinander verknüpft, dass es mich beeindruckt hat. Manchmal erschaudert man vor den Charakteren, manchmal kann man sie nicht mögen, manchmal muss man es aber. Antonia Michaelis versteht es auf einmalige Weise auf diese Art den Leser zu verwirren und ihn dazu anzuregen, auch lange nachdem das Buch ausgelesen ist, noch über das Gelesene - über die Figuren und ihre Taten - nachzudenken. Darüber hinaus zog mich der poetische Schreibstil schon von dem Beginn des Buches in seinen Bann und die Geschichte hinein. Diese Erzählweise lässt einen erahnen, was die Charaktere bereits durchgemacht haben, erweckt sie zum Leben, haucht den Augen von der Farbe Wassers, welches zu tief ist um ungefährlich zu sein, ihr dunkles Leuchten und Leben ein und lässt einen nicht los. Durch das ganze 488 Seiten umfassende Werk schlängeln sich Symbole und stellen weitere Verbindungen her, was zu dem Gefühl beiträgt, dass dieses Werk aufs Genauste geplant und ausgearbeitet worden ist. Ein schönes Detail, welches ich noch erwähnen möchte ist das Cover. Auch, wenn ich noch immer der Auffassung bin, dass dieses kaum in eine Rezension gehört, lohnt es sich wie schon bei "Niemand liebt November" einen Blick unter den Schutzumschlag zu wagen. Meiner Meinung nach ist "Die Attentäter" ein erschütterndes aber bezauberndes Werk. Mit poetischer und packender Sprache entführt es einen in eine einzigartige Geschichte, welche so verschlungen und verwoben ist, dass sie erschreckend echt wirkt und den Leser lange nicht mehr loslässt. Auch wenn das Ende in einigen Aspekten schon abzusehen war, ist es doch äußerst gelungen und stellt einen weiteren explosionsartigen Höhepunkt des Buches dar. Antonia Michaelis gelingt es in diesem Werk die Erfahrungen eines Attentäters, seine Gedanken greifbar zu machen und den Leser zum Nachdenken zu bewegen. Dennoch sollten einem, wie schon bei den vorangegangenen Büchern, Gewaltszenen - wie bereits der Titel erahnen lässt - nicht allzusehr mitnehmen.

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Licht und Dunkelheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Beselich am 30.09.2016

Eigentlich erahnt der Leser das unaufhaltbare Ende von Anfang an. Zu sehr assoziiert der Titel die Ereignisse von New York, Paris, Brüssel, Ansbach und kürzlich Dresden- terroristische Anschläge mit dem Ziel möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen. So zeitlich nah schafft es wohl kaum ein Schriftsteller, gesellschaftspolitische... Eigentlich erahnt der Leser das unaufhaltbare Ende von Anfang an. Zu sehr assoziiert der Titel die Ereignisse von New York, Paris, Brüssel, Ansbach und kürzlich Dresden- terroristische Anschläge mit dem Ziel möglichst viele Menschen in den Tod zu reißen. So zeitlich nah schafft es wohl kaum ein Schriftsteller, gesellschaftspolitische Ereignisse in sein Werk einzuarbeiten, wie es Antonia Michaelis in ihrem Buch gelungen ist. Gerade erst erschienen, führt sie ihre Leser sehr zeitnah nach Berlin. Hier lernen wir drei junge Menschen kennen, die von klein auf miteinander ihren Weg gehen- Cliff, Alain und Margarete. Cliff und Alain, die immer wieder als Antagonisten auftreten und doch tief miteinander verbunden sind. Margarete, die zwischen beiden steht, ihr stetes Bindeglied ist und als die Vernünftige gilt. Es ist eine Geschichte von tiefer Verletzung, Enttäuschung, Hilflosigkeit, aber auch von Liebe und Hoffnung. So wünscht der Leser für Cliff, der sich so ungeliebt von seinen Eltern fühlt, dass er seinen Platz in dieser Welt findet, dass er den eingeschlagenen Weg der eigenen Radikalisierung verlässt. Immer wieder versuchen Alain und Margarete ihn davon abzubringen- vertrauen auf ihre Liebe zueinander. Leider gelingt es ihnen nicht. Cliff bezeichnet Alain als seinen Schutzengel, den er zerstören muss, um selbst zu überleben. Beide stehen sich gegenüber wie das Licht und die Dunkelheit. Die Geschichte wird getragen von einer unwahrscheinlichen Spannung ohne jemals reißerisch zu sein. Eher ist es eine Geschichte der leisen Töne, trotz der drohenden Gewalt. Durch Rückblicke erfahren wir von der Kindheit und frühen Jugend der Drei. Gesellschaftspolitische Entwicklungen werden in die fiktive Handlung eingewebt und man glaubt als Leser mittendrin zu sein. Alain fragt zum Schluss, ob jemand von Anfang an so ist, wer und was alles so kaputt gemacht hat. Der Leser bleibt zurück mit einer tiefen Betroffenheit, mit dem beklemmenden Gefühl, dass hier die Fiktion der Realität schon sehr nahe gekommen ist, ohne jedoch dokumentarisch zu werden. Im Gegenteil- zeichnet doch die Autorin Charaktere in ihrer ganzen Spannbreite der Gefühle, Lebenserfahrungen sowie Hoffnungen und Träume für das eigene Leben. Das Buch wird dem Leser ab 16 Jahren empfohlen. Dieser sollte dann aber in meinen Augen schon sehr erfahren sein im Lesen komplexer Bücher. Es ist nicht immer einfach, den roten Faden während der Lektüre zu behalten, da die Autorin oft die Zeitebenen wechselt, aber auch die Perspektive des Erzählers.

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Ménage-à-trois
von D. Brown aus München am 28.09.2016

Die Attentäter beschreibt die Lebensgeschichte dreier Nachbarskinder die im gleichen Haus in Berlin aufwachsen. Zwar sind die äußeren Umstände der drei ähnlich, doch die inneren familiären Zustände sind sehr different. Alain, der Jüngste zieht im Alter von fünf Jahren mit seine Eltern von Frankreich nach Berlin und trifft dort... Die Attentäter beschreibt die Lebensgeschichte dreier Nachbarskinder die im gleichen Haus in Berlin aufwachsen. Zwar sind die äußeren Umstände der drei ähnlich, doch die inneren familiären Zustände sind sehr different. Alain, der Jüngste zieht im Alter von fünf Jahren mit seine Eltern von Frankreich nach Berlin und trifft dort auf Clifford und Margarete. Alle noch im Vorschulalter erleben unbeschwerte Kindheitstage, die ihre Freundschaft besiegeln. Doch Cliff der Älteste leidet sehr unter dem abweisenden Verhalten seiner Mutter, die sich seelisch nie wirklich zu ihrem Sohn bekannt noch je hin gewendet hat. Cliffs Vater Ritchi versucht dem Sohn Halt zu geben, was ihm jedoch misslingt, da seine eigene Existenz unsicher ist. Alkohol und Drogen begleiten Cliffs Kindheit und Jugend, und seine Mutter verläßt ihn und seinen Vater um ihre Pläne einer akademischen Karriere zu verwirklichen. Alain ist ein hochbegabter Zeichner, der von seinen Eltern jede erdenkliche Förderung und Liebe erhält um glücklich aufzuwachsen. Die Dritte im Bunde ist Margarete, die in einer eher gutbürgerlichen Umgebung mit festen Regeln gedeihen darf. Alle drei empfinden tiefe Zuneigung zueinander, die im fortgeschritten Alter zu Irritationen der beiden Jungen, später jungen Männer führen wird. Antonia Michaelis beschreibt hier in wunderbarer Weise die „coming of age“ Geschichte dreier Menschen, die ihren Empfindungen misstrauen und doch ihren starken Gefühlen füreinander Ausdruck verleihen. Sehr klug beschreibt sie auch wie ein junger Mensch durch Vernachlässigung seiner Seele und seiner außerordentlichen Begabung in die Fänge einer islamistischen Organisation gerät, und trotz seiner Orientierung versucht seine Freunde zu schützen. Ein außerordentlich gelungener Roman, den ich sowohl jungen Menschen als auch Erwachsenen dringend zu lesen empfehlen möchte.

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Tiefgründig und fesselnd
von Lilli33 am 24.09.2016

Inhalt: Alain, Cliff und Margarete sind vier Jahre alt, als sie sich kennenlernen. Sie wohnen in demselben Haus in Berlin. Besonders Alain und Cliff sind wie auf magische Weise miteinander verbunden. Margarete ist eher diejenige, die die beiden Jungs erdet. Alain ist der Gute, seine Eltern sind liberale Künstler,... Inhalt: Alain, Cliff und Margarete sind vier Jahre alt, als sie sich kennenlernen. Sie wohnen in demselben Haus in Berlin. Besonders Alain und Cliff sind wie auf magische Weise miteinander verbunden. Margarete ist eher diejenige, die die beiden Jungs erdet. Alain ist der Gute, seine Eltern sind liberale Künstler, die ihren Sohn über alles lieben und ihn zu einem hilfsbereiten und freundlichen jungen Mann erziehen. Cliff dagegen ist schon als Kind von etwas Dunklem umgeben. Seine Mutter hat die Familie verlassen, sein Vater tröstet sich mit Alkohol. Zeit seines Lebens ist Cliff auf der Suche nach seinem Platz in der Welt, nach einer Gemeinschaft, in der er gebraucht wird. So landet er schließlich im Dschihad. Alain und Margarete halten trotz allem zu ihm und wollen ihn retten. Kann es ihre starke Freundschaft mit Cliffs innerer Zerrissenheit und Verzweiflung aufnehmen? Meine Meinung: In „Die Attentäter“ behandelt Antonia Michaelis ein brandaktuelles Thema: islamistischer Terror und die Flüchtlingskrise in Europa. Im Gegensatz zu ihren früheren Romanen gibt es hier kein Verwirrspiel mit den Realitäten, wenn man von einigen Szenen mit Schatten und Flügeln mal absieht. Und obwohl mir gerade dieses Verschwimmen von Wirklichkeit und Fantasie immer sehr gut gefällt, habe ich es hier nicht vermisst. Denn dieser Roman wirkt einfach realistischer als seine Vorgänger. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es sich genau so abspielen kann. Genau das macht die Geschichte so erschreckend und ergreifend. Die Autorin beobachtet ihre Protagonisten sehr genau und setzt diese Beobachtungen in feinsinnige Beschreibungen um. Man begleitet die Kinder/Jugendlichen fast ihr ganzes Leben lang bis zum Alter von 19 Jahren in der Gegenwart. Dadurch lernt man sie extrem gut kennen. Es sind sehr faszinierende junge Menschen, jeder auf seine Art. Sehr interessant ist auch das Geflecht ihrer Beziehungen untereinander und zu anderen Personen. Alain, Cliff und Margarete verbindet eine so starke Freundschaft bzw. Liebe, dass man sich vorstellen kann, dass nichts ihr etwas anhaben kann. Und doch scheint es für Cliff nicht genug zu sein. Auch wenn man es vielleicht nicht will, weckt Michaelis doch ein gewisses Verständnis für Cliffs Verhalten und das seiner Mitkämpfer im Heiligen Krieg. Sie zeigt auf, wie man in diese Abwärtsspirale geraten kann, aus der es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Mich hat diese Charakterstudie sehr beeindruckt. Und natürlich hat mich auch der bildhafte, fesselnde Schreibstil von Antonia Michaelis wieder begeistert. Ich liebe ihre poetisch angehauchten Beschreibungen einfach. Anfangs war ich zwar etwas verwirrt, weil die Erzählform immer wieder wechselt. Aber daran gewöhnte ich mich schnell. Es gibt Passagen in der Gegenwart, die in der Ich-Form aus Alains oder Cliffs Perspektive erzählt werden, sowie kurze Einschübe aus Margaretes Sicht, die sich an einen der beiden jungen Männer richten. Wird über die Vergangenheit, also die Kindheit, erzählt, so geschieht dies in der 3. Person. Durch das Hin- und Herspringen in den Zeiten mit verschiedenen prägenden Ereignissen ergibt sich schließlich ein vollständiges Bild der Charaktere. Fazit: „Die Attentäter“ ist meines Erachtens kein für Antonia Michaelis typisches Buch, da es doch sehr realistisch wirkt. Doch der wunderschöne Schreibstil und die tiefgründige Ausarbeitung der Figuren, die man von ihr gewohnt ist, fehlen auch hier nicht. Das aktuelle Thema geht uns alle an und unter die Haut. Ein absolut lesenswerter Roman für LeserInnen ab ca. 16 Jahren.

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Dreiecksgeschichte mit hochaktuellem Thema
von Tracy am 24.09.2016

Cliff, Margarete und Alain sind Nachbarn und kennen sich seit klein auf. Alle kommen aus grundverschieden Verhältnissen. Als Cliff wieder und wieder verschwindet und auf die schiefe Bahn gerät, können Margarete und Alain jedes Mal nur hoffen, dass er wiederkommt. Und er kommt wieder. Doch nun ist er zum... Cliff, Margarete und Alain sind Nachbarn und kennen sich seit klein auf. Alle kommen aus grundverschieden Verhältnissen. Als Cliff wieder und wieder verschwindet und auf die schiefe Bahn gerät, können Margarete und Alain jedes Mal nur hoffen, dass er wiederkommt. Und er kommt wieder. Doch nun ist er zum Islam konvertiert, und möchte in Berlin einen „Tag des Blutes“ verrichten. Können seine Freunde das verhindern oder ist Cliff schon zu tief gefallen? Schreibstil: Die Ausdrucksweise von Frau Michaelis ist wieder sehr beeindruckend. Die Sätze die sie auf dem Papier entstehen lässt, haben eine ungeheure wortgewaltige emotionale und sogar künstlichere Ausdruckskraft. So herausragend kann auf jeden Fall nicht jeder Autor mit Wörtern umgehen. Dennoch ist der Einstieg in dieses Buch nicht leicht, da es meist abwechselnd aus den Perspektiven von Cliff und Alain geschrieben wird. Am Ende jedes Kapitels folgt dann so etwas wie ein Brief bzw. Tagebucheintrag von Margarete an Alain oder Cliff. Gerade anfangs, wenn man die Akteure noch nicht gut kennt ist dieser Umstand sehr verwirrend. Da ist dann Konzentration beim Lesen gefragt. Aber auch insgesamt ist dieses Buch nicht für ein paar Minuten freie Lesezeit geeignet, sondern benötigt Zeit und volle Aufmerksamkeit um das Buch bewusst wahrnehmen zu können. Charaktere: Die Hauptcharaktere des Romans sind Cliff und Alain. Diese begleitet der Leser ab dem zarten Alter von 4 Jahren bis zum jungen Erwachsenenalter. Man leidet mit Cliff, wenn man merkt in welchen unklaren familiären Strukturen er aufwächst. Anfangs ist es die gemeinsame Liebe zum Malen, die Alain und Cliff verbindet. Beide hängen im Laufe der Zeit immer mehr aneinander und fühlen sich stark zueinander hingezogen. Cliff möchte das nicht wahrhaben und projiziert seine Emotionen auf Alain ins Negative. Dann gibt es auch noch Margarete, sie ist die Schlüsselperson zwischen den beiden. Sie versteht beide sehr gut und vermittelt zwischen Ihnen. So entsteht eine verwobene Dreiecksgeschichte. Mich konnten die Agierenden sehr überzeugen. Ihr Handeln und die dabei entstehenden Emotionen waren meist nachvollziehbar für mich. Auch die Nebencharaktere wirkten authentisch auf mich. Meine Meinung: Irritiert hat mich vor allem der Titel, denn erst einmal erweckt das Lesen des Buches bei mir den Eindruck, dass es sich um einen Attentäter handelt, und nicht um mehrere. Denn ich verknüpfe dieses Buch tatsächlich nur mit drei Hauptcharakteren und einigen Nebencharakteren, die aber für die Geschichte nicht weiter von Belang sind. Zunächst muss man darauf hinweisen, dass der Titel des Buches zwar genau auf ein Attentat zusteuert, aber der Weg dahin ist lang, oft sogar zu lang. Was nicht heißt, dass die Dreiecksbeziehung, die hier eindeutig im Vordergrund steht nicht genauso interessant und wichtig ist, um den Werdegang zum Attentäter zu verstehen, aber eben nicht die Haupthandlung des Buches ist, was für den ein oder anderen eventuell enttäuschend ist. Bisher las ich von Antonia Michaelis bereits „Niemand liebt November“, welches mich sehr mitriss. Überraschenderweise sind beide Bücher völlig anders, was mir die Befürchtung nahm, dass ich zu viele Ähnlichkeiten und Parallelen entdecken würde, wie es doch manchmal bei denselben Autoren der Fall ist. Und wenn ich es nicht wüsste, würde ich hier nicht auf denselben Autor tippen. Toll finde ich, dass das Buch hauptsächlich in Berlin spielt, da ich auch aus der Nähe komme, und mir alle „Spielorte“ besser vorstellen kann. Das Thema Islam und seine grotesken Züge wenn es um die Gotteskrieger und Märtyrer geht, ist, so denke ich ein sehr aktuelles, gerade wenn man die momentanen Flüchtlingswellen beachtet. Der Leser erhält hier stets die nötigen Hintergrundinformationen. Frau Michaelis zeigt gut auf, wie schnell der Strudel aus schlechter Kindheit und das Sich-nicht-Zugehörigkeitsgefühl einen Jugendlichen in der Findungsphase in einem Sog aus Verzweiflung und Wut mitziehen kann. Die Stimmung beim Lesen ist daher nahezu immer dunkel und die Verzweiflung der Protagonisten zum Greifen nahe. Ich glaube, dass es in diesem Buch hauptsächlich um Selbstfindung geht. Jeder versucht seinen Platz im Leben zu finden, doch Cliff ist sich nie sicher, ob er auf dem richtigen Weg ist. Als er zum Koran konvertiert fühlt er sich das erste Mal aufgenommen und dazugehörig. Der Koran gibt ihm klare Strukturen und Regeln vor die er so nie kannte, an die er sich nun halten muss und auch festhalten kann. Das Genre des Buches würde ich schon beinahe als Literatur bezeichnen statt als Jugendroman, weil die Autorin wirklich sehr viel wert auf Sprache legt. Die Altersangabe von 14 Jahren ist völlig korrekt und bestätigt sich schon erstens beim Thema im Allgemeinen und zweitens im Geschriebenen im Besonderen. Natürlich ist so ein Buch nicht frei von Gewaltdarstellungen. Mir sind so drei, vier Szenen in Erinnerung geblieben, die entweder durch Brutalität oder Misshandlungen auffielen. Leider kann ich nur drei von fünf Sternen vergeben, da mir beim Lesen einfach die Spannung fehlte, der Höhepunkt zog sich einfach zu lange hin. Ich hatte wohl etwas anderes erwartet. Das Ende ist dann doch wieder ganz anders als gedacht, aber auch schlüssig und passt in das Gesamtbild. Insgesamt ist es kein schlechtes Buch und für sich genommen lesenswert, nur eben nicht jedermanns Sache! Dieses Rezensionsexemplar bekam ich freundlicherweise von vorablesen zur Verfügung gestellt.

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Sprachlos
von buecherfreund am 19.09.2016

Dieses Buch ist so wunderschön geschrieben, dass es trotz des ernsten Themas einfach nur schön zu lesen ist. Die Autorin hat einen ganz speziellen Schreibstil, sehr künstlerisch mit viel Symbolik und einfach sehr angenehm zu lesen. In dem Buch begleiten... Dieses Buch ist so wunderschön geschrieben, dass es trotz des ernsten Themas einfach nur schön zu lesen ist. Die Autorin hat einen ganz speziellen Schreibstil, sehr künstlerisch mit viel Symbolik und einfach sehr angenehm zu lesen. In dem Buch begleiten wir drei Jugendliche um die 20. Alain, Cliff und Margarethe kennen sich, seit sie vier Jahre alt sind. Alain und Cliff sind zwei komplett gegensätzliche Menschen. Sie wirken auch dank der malerischen Sprache wie zwei Engel - Alain, der helle, der immer nur das positive in einem Menschen sieht und Cliff, der dunkle, gefallene Engel. Doch obwohl sie so unterschiedlich sind, oder vielleicht genau deshalb, kommen sie nicht voneinander los. Auch als sich ihre Wege in der Schulzeit trennen und Cliff sich extremen Gruppierungen anschließt, steht Alain weiterhin hinter ihm, obwohl ihn das selber in Gefahr bringt. Margarethe ist die Bodenständige der drei, die die beiden immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringt. Das Buch greift ein sehr aktuelles Thema auf, ohne es zu romantisieren. Ich war sogar überrascht darüber, wie aktuell. Ich fand es sehr interessant, Cliffs Entwicklung mitzuverfolgen. Wie wird ein Mensch zu einem Attentäter und wird er es wirklich bis zum Ende durchziehen, oder steht er eigentlich doch auf der guten Seite? Sind alle Attentäter extreme Islamisten, oder gibt es auch Zweifel? Das Buch öffnet Augen und klärt auf. Es scheint sehr gut recherchiert zu sein, was mir sehr wichtig ist. Ich konnte viel aus dem Buch mitnehmen und würde es uneingeschränkt jedem weiterempfehlen. Nach dem Lesen hat es mich eine ganze Weile sprachlos zurückgelassen. Dies ist ein Thema, mit dem sich jeder einmal auseinandersetzen sollte.

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Zwei kleine grüne Vögel
von Ju am 16.09.2016

„Die Attentäter“ haben mich nachhaltig beeindruckt. Antonia Michaelis zeichnet ein sehr genaues Bild der Protagonisten Alain, Cliff und Margarete. Sensibel dringen wir schon zu Beginn in die Gedankenwelt der drei Kinder bzw. jungen Erwachsenen ein. Ich finde die Thematik sehr aktuell, interessant und spannend. Man erhält Einblick in die... „Die Attentäter“ haben mich nachhaltig beeindruckt. Antonia Michaelis zeichnet ein sehr genaues Bild der Protagonisten Alain, Cliff und Margarete. Sensibel dringen wir schon zu Beginn in die Gedankenwelt der drei Kinder bzw. jungen Erwachsenen ein. Ich finde die Thematik sehr aktuell, interessant und spannend. Man erhält Einblick in die Gedankenwelt eines Jungen, der wohl begründet durch mangelnde Liebe, Geborgenheit und Anerkennung im Kindesalter, sich in eine andere Welt flüchtet. Eine Welt, in der man ihn beachtet, im Anerkennung schenkt und in der eine Gemeinschaft für ihn da ist. Bereits auf den ersten Seiten ist der Inhalt sehr bewegend, es wechseln sich Abschnitte aus dem Kindesalter und aus der Gegenwart ab. Die geschilderten Kindheitserlebnisse hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack, vermitteln Unbehagen und Mitgefühl für die jeweils leidende Person. Sei es Cliff, der unter sehr erschwerten Bedingungen aufwachsen muss, oder sei es Alain, der aus Zuneigung zu Cliff Erniedrigung und Schmerz über sich ergehen lässt. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, Cliffs, Margartes und Alains Sichtweise der Ereignisse wird geschildert. Die Kindheit und Jugend der drei wird bis zur jetzigen Zeit aufgerollt. Cliffs Zerrissenheit, sein Ausflug zur rechten Szene, das Konvertieren zum Islam und das Hineinschlittern in die Fänge des IS. Sein Jahr im Grenzgebiet zu Syrien wird in einigen Szenen deutlich und brutal beschrieben. Dann schließlich die Wiederkehr nach Berlin, das erneute Aufeinandertreffen der drei Protagonisten und das zu erwartende Ende. Bleibt eine Frage offen: Ist der Plot zu „schwer“ für ein Jugendbuch? Ja, das empfohlene Lesealter liegt bei 16 Jahren. Im Laufe des Buches ist jedoch die ein und andere psychologisch schwierige Situation zu meistern, es gibt Passagen, die beeindrucken und verarbeitet werden müssen, wir tauchen tief in die Gefühls- und Gedankenwelt und Beziehung der Protagonisten ein und kulturell und religiös motivierte Systeme und Vorgänge müssen verstanden werden.

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Brandaktuelles Thema sensibel verarbeitet
von Dora am 12.09.2016

Da dieses Buch ein Thema aufgreift, das aktueller nicht sein könnte und ich mich intensiv damit beschäftige, wollte ich „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis unbedingt lesen und herausfinden, wie die Autorin mit solch einem sensiblen Thema umgeht und es verarbeitet. Bisher habe ich leider noch nichts von Antonia Michaelis... Da dieses Buch ein Thema aufgreift, das aktueller nicht sein könnte und ich mich intensiv damit beschäftige, wollte ich „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis unbedingt lesen und herausfinden, wie die Autorin mit solch einem sensiblen Thema umgeht und es verarbeitet. Bisher habe ich leider noch nichts von Antonia Michaelis gelesen, obwohl ich zwei weitere Bücher von ihr auf meinem SuB habe. Ich habe jedoch sehr viel Gutes über die Autorin und ihrem Schreibstil gehört, sodass ich wahnsinnig gespannt war, wie man solch ein heikles Thema in einem Jugendbuch behandelt. Nach der Lektüre dieses Buches kann ich sagen, dass ich nicht enttäuscht worden bin und das Buch eines meiner Highlights aus 2016 sein wird. In der Geschichte geht es um die drei Freunde Alain, Cliff und Magarete, die sich mit 4 Jahren kennenlernen, als Alain mit seinen Eltern von Frankreich nach Deutschland in das gleiche Haus zieht in dem auch Cliff und Magarete wohnen. Sie freunden sich an, doch besonders Alain und Cliff haben eine Freundschaft, die irgendwie tiefer geht und manchmal schwer verständlich ist. Alain und Magarete wachsen in behüteten Verhältnissen auf, während Cliff bei seinem Vater wohnt, nachdem seine Mutter weggegangen ist und ihn verlassen hat. Cliff kommt sein Leben lang nicht darüber hinweg, dass seine Mutter lieber Karriere machen wollte anstatt bei ihrem Sohn zu bleiben. Dadurch bilden sich auch erste Konflikte zwischen den drei Freunden. Cliff, der von Michaelis immer als das Dunkle oder der Schatten beschrieben wird, gerät als Jugendlicher auf die schiefe Bahn und Alain, das Licht oder der Engel, versucht, Cliff vor der dunklen Seite zu retten. Cliff ist auf der Suche nach sich selbst, schließt sich erst einer Gruppe von Nazis an, konvertiert später zum Islam und sympathisiert letztendlich mit dem radikalen Islam. Als Cliff dann mit 19 für ein Jahr verschwindet und plötzlich wieder in Berlin auftaucht, ahnen seine Freunde wo er gewesen ist und versuchen nun alles um Cliff von seinen Plänen abzubringen. Oder war Cliff tatsächlich nur in Neuseeland und sie bilden sich alles nur ein? Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, dass so unter die Haut geht wie dieses hier. Antonia Michaelis hat einen einfühlsamen, bildgewaltigen und poetischen Schreibstil. Es gibt grausame Szenen und welche, die mich tief berührt haben. Die Charaktere haben allesamt Tiefe und man kann sich in jeden hineinversetzen. Die eindringliche Sprache lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen obwohl ich bei manchen Szenen die Geschichte doch erst mal weglegen und durchatmen musste. Das Buch ist sicherlich ziemlich starker Tobak und kein leichter Lesestoff für zwischendurch, trotzdem möchte ich es jedem empfehlen, schon allein aufgrund der aktuellen Lage in der ganzen Welt.

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Erschütternd!
von LizzyCurse am 12.09.2016

Drei Junge Menschen, die miteinander aufgewachsen sind, durchleben die Zeit der Flüchtlingsströme in Berlin. Die einen verteilen Decken, die anderen ziehen in den Krieg. Unwissend schlug ich dieses Buch auf, unwissend, was mich erwarten würde oder was ich davon erwarten sollte. Ich habe es mir hauptsächlich wegen der Autorin... Drei Junge Menschen, die miteinander aufgewachsen sind, durchleben die Zeit der Flüchtlingsströme in Berlin. Die einen verteilen Decken, die anderen ziehen in den Krieg. Unwissend schlug ich dieses Buch auf, unwissend, was mich erwarten würde oder was ich davon erwarten sollte. Ich habe es mir hauptsächlich wegen der Autorin angeschafft. Einen bildgewaltigen Schreibstil soll sie haben, ernste Themen behandeln. Das ist so manches Mal genau mein Beuteschema. Schon nach wenigen Seiten verschlang mich der Roman, ohne das ich etwas dagegen tun konnte. Ich hätte vieles erwartet, aber nicht das, was mich in den Seiten erwartete. Wer hofft, auf jeder Seite Granaten und Maschinenpistolen zu finden, der sollte zu einem anderen Buch greifen. Doch jene, die ein glaubhaftes, tiefgreifendes Beziehungsgeflecht erwarten, dass sie mitreißt und mitleiden lässt, dem rate ich, mir zu folgen und das Buch aufzuschlagen. Denn genau darum geht es. Um die Beziehung zwischen Alain, dem Freigeist, dem Künstler; Cliff, der sich das Malen und das Lieben verbietet und krampfhaft nach Regeln sucht, nach denen er leben kann und Margereth, die die beiden erdet und am Boden hält. Dieses Dreigestirn geleitet uns durch das gesamte Buch, und ihre Freundschaft und ihre Liebe zueinander bildet die Säulen, auf der die Geschichte ruht. Ich sage gleich, man muss diese Beziehung zueinander mögen. Sie weder einfach, noch klar definiert. Doch ich mag solche komplizierten Beziehungskonstrukte, die weit über die üblichen Dreiecksgeschichten hinausgehen. Antonia Michaelis hat hier etwas abgeliefert, das einer Milieustudie nahe kommt, so tief dringt sie in die erschütterten Seelen von Cliff, Alain und Margereth ein. Cliff sieht Alain und sich selbst immer als das Licht und das Dunkel an. Er ist das Dunkel, derjenige, der versucht Anschluss und ein Ziel im Leben zu finden, und immer wieder scheitert. Auch in dem Versuch, von Alain loszukommen, weil er sich seine eigenen Gefühle verbietet. Er hat nie gelernt, dass es viele Arten von Liebe gibt, nie wirklich Liebe erfahren. Und so sucht er Zuflucht in den Regeln und Gesetzen des IS. Seinen Charakter durchdringt man nicht so leicht. Am Ende dieses aufrüttelnden Buches wird sich der Leser immer noch fragen, ob Cliff oder Alain nun aus diesem oder jenem Grund gehandelt haben. Die Charaktere sind so vielschichtig. Keinen ich als blass oder unscharf wahrgenommen. Das Buch ist voller Metaphern, die man nur am Rande wahrnimmt und erst später begreift. Wie zum Beispiel das immer wiederkehrende Motiv der Flügel. Ehrlich, das Buch ist schwierig und hart, nicht zuletzt durch die Gewaltdarstellungen, die immer wieder auftauchen und durch seine Aktualität. Jedoch entwickelt es genauso eine Sogwirkung, der man sich nicht so einfach entziehen kann. Ich konnte es jedenfalls nicht. Antonia Michaelis hat wirklich einen außergewöhnlichen Schreibstil, dem man mögen muss, um das Buch wirklich zu mögen. Für mich persönlich war weder der Aufbau des Buches wirr, noch der Stil an sich. Es wird wiederholt aus verschiedenen Perspektiven geschildert, in die Margereths Berichte miteinfließen. „Die Attentäter“ haben mich erschüttert und tief berührt zurückgelassen. Und genau das sollte ein gutes Buch vollbringen. Aus diesem Grund vergebe ich fünf Sterne.

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Eindringliche Atmosphäre - schwieriges und aktuelles Thema
von einer Kundin/einem Kunden aus Brake am 11.09.2016

"Es ist immer vernünftig zu tanzen, wenn die Welt untergeht, denn zum Weinen ist die restliche Zeit zu schade." (Seite 166) Cliff, Alain und Margarete. Alle drei sind im gleichen Berliner Haus aufgewachsen und alle drei verbindet ein unsichtbares Band miteinander. Sie können nicht mit, aber auch nicht ohne... "Es ist immer vernünftig zu tanzen, wenn die Welt untergeht, denn zum Weinen ist die restliche Zeit zu schade." (Seite 166) Cliff, Alain und Margarete. Alle drei sind im gleichen Berliner Haus aufgewachsen und alle drei verbindet ein unsichtbares Band miteinander. Sie können nicht mit, aber auch nicht ohne die anderen. Während Alain und Margarete in behüteten Familien aufwachsen, hadert Cliff mit der Trennung seiner Eltern und allen voran mit der Ablehnung seiner Mutter. Cliff konvertiert zum Islam und radikalisiert sich. Als Cliff wieder zurück nach Berlin kommt und scheinbar etwas plant, versuchen Cliff und Margarete ihn aufzuhalten. Ich war so gespannt auf das neue Jugendbuch von Antonia Michaelis. Haben mir doch "Niemand liebt November" und "Der Märchenerzähler" unglaublich gut gefallen. Und aktueller kann das Thema nicht sein. Es geht um Anschläge, um den IS, um Paris und um drei Jugendliche die alles richtig machen wollen. Im Vordergrund stehen eindeutig die Charaktere und deren Beziehungen zueinander. Cliff und Alain, schon seit Kindertagen eng miteinander verbunden, haben eins gemeinsam. Nämlich das Zeichnen und die Kunst. Beide sind Ausnahmetalente. Alain ist immer das Helle, die Gute Seite, so zumindest sieht Cliff das, während er sich mehr zur dunklen Seite hingezogen fühlt. Und dazwischen Margarete, die für beide eine Art Anker ist um auf dem Boden zu bleiben. Man merkt schon recht früh das alle drei mehr als nur Freundschaft verbindet. Diese Beziehung hat die Autorin wunderbar und sehr einfühlsam beschrieben. Dieses Abstoßen und doch wieder zueinander hingezogen fühlen wurde einfach klasse ungesetzt. Man wusste nicht genau ob man den Protagonist jetzt für sein Handeln verurteilen oder bemitleiden soll, irgendwie hat man sich auf besondere Weise zu den Protas hingezogen gefühlt. "Es war das Jahr, in dem man sich einbilden konnte, gebraucht zu werden. Das Jahr, in dem man zu viele Geschichten hörte und in dem man den Fernseher nicht anzumachen wagte, wie irgendwer immer aus dem Bildschirm heraus Parolen schrie. Weil fünf Minuten später der Krieg aus dem Fernseher quoll und sich wie eine Pfütze auf dem Küchenboden ausbreitete." (Seite 107) Aktueller hätte das Thema nicht sein können. Es geht um ein Attentat auf Berlin, welches vom IS geplant wird. Besser und spektakulärer noch als Paris. An dieses Thema ran zugehen muss unglaublich schwer sein und doch hat die Autorin es geschafft uns den islamischen Staat und die Beweggründe, die Menschen haben sich denen anzuschließen, näher zu bringen. Ich hatte nicht nur einmal Gänsehaut beim Lesen und hätte den ein oder anderen gerne zur Vernunft gebracht. Cliff braucht einen Sinn im Leben und den hat er ausgerechnet beim IS gefunden. Da stellt man sich selbst die Frage: "Wie vielen geht es genau so?" und wie kann man diese wieder zur Vernunft bringen. Der Schreibstil der Autorin ist mal wieder einmalig und nimmt einen sofort gefangen. Ich bin immer wieder begeistert wie poetisch sie schreibt und wie viel doch auch zwischen den Zeilen zu lesen ist. Es gibt so viele tolle Stellen in diesem Buch, die einen beim Lesen gefangen nehmen und nicht mehr los lassen. Die Bedeutung des Covers (auch unter dem Schutzumschlag) wird einem erst ganz zum Schluss bewusst und lässt einen wehmütig zurück. Fazit: Wunderbar, brutal, poetisch, abstoßend und traurig. So würde ich dieses Buch beschreiben. Die Charaktere sind kein Standard und bleiben einen, durch ihre Tiefe, lange im Gedächtnis. Ein tolles und doch auch erschreckendes Buch, das einen nachdenklich zurück lässt. Dieses Buch wird einen besonderen Platz in meinem Regal finden und wenn die Zeit dafür da ist, nochmal gelesen. "Aber es war nicht genug, Menschen zu mögen, die das Gleiche taten wie man selbst. Und die Nähte der Welt klafften zu weit auseinander, um sie heil zu machen." (Seite 111)

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Authentisch, erschreckend und beeindruckend
von einer Kundin/einem Kunden aus Heidenheim am 10.09.2016

Inhalt:  3 Kinder deren Leben unwiderruflich miteinander verbunden ist.  Alain, Cliff und Margarete, drei junge Erwachsene in Berlin, 3 Menschen im Ausnahmezustand, einer der drei konvertiert zum Islam und schließt sich dem IS an, einer der drei plant den "Tag des Blutes ", der Tag der Berlin verändern soll.  Einer der drei... Inhalt:  3 Kinder deren Leben unwiderruflich miteinander verbunden ist.  Alain, Cliff und Margarete, drei junge Erwachsene in Berlin, 3 Menschen im Ausnahmezustand, einer der drei konvertiert zum Islam und schließt sich dem IS an, einer der drei plant den "Tag des Blutes ", der Tag der Berlin verändern soll.  Einer der drei vollführt einen mörderischen Plan, doch alle drei setzen ihr Leben aufs Spiel, alles drei sind gefangen in einem Spiel aus Fanatismus, Liebe und Kontrollverlust.  Ihnen rennt die Zeit davon, ihnen und ganz Berlin. ... vor dem Tag des Blutes, denn dieser rückt immer näher!  Meinung :  Antonia Michaelis greift in ihrem neuen Jugendbuch "die Attentäter" eines der brisantesten Themen der heutigen Zeit auf.  Doch auch innerhalb dieser sich schwer anzunähernden Thematik bleibt sich die Autorin sich und ihrem Stil treu, ein wundervoller, poetischer und höchst emotionaler und besonderer Schreibstil führt den Leser durch die Grausamkeit und Zerrissenheit der Geschichte.  In drei abwechselnden Erzählsträngen, bringt uns die Autorin unsere drei Protagonisten näher, währenddessen, wird dem Leser immer mehr die Zerrissenheit und die Absurdität der Personen bewusst und gleichzeitig macht es diese Absurdität so glaubhaft. Antonia Michaelis schafft es auf beeindruckende Weise, in die Psyche eines IS Kämpfers einzudringen, bedrückend und absolut glaubwürdig schafft sie es, dem Leser zu vermitteln, wie suspekt, psychotisch und verwirrt die Psyche eines solchen Menschen ist.  Fazit:  Ein hoch aktuelles Thema, welches authentisch und absolut erschreckend wiedergegeben wird. Eine Geschichte über Terrorakte, die sich nicht nur an das junge Publikum richtet, sondern wohl für jedes Alter an Wichtigkeit gewinnt.  Spannend, zu tiefst erschütternd und authentisch.  Ein Buch das minutiös über den psychischen Verlauf eines Kindes bis zum Attentäter berichtet, sodass dem Leser der Atem stockt.  Anspruchsvoller und klasse Stil, trifft auf aktuelles und schwer verdauliches höchst authentisch dargestelltes Thema.  Lesenswert!!!! 

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Am Ende wartet das Paradies
von einer Kundin/einem Kunden aus Oberursel am 06.09.2016

Das ist es womit junge Leute vom IS geködert werden. Ein gottesfürchtiger Staat ohne Unrecht und alles Frieden. Der Weg dorthin wird in diesem Buch eindrucksvoll beschrieben. Alain zieht mit 5 Jahren mit seinen Künstler-Eltern in ein Mehrfamilienhaus im Prenzlauer Berg in Berlin. Dort wohnt schon Cliff mit seinem alleinerziehenden... Das ist es womit junge Leute vom IS geködert werden. Ein gottesfürchtiger Staat ohne Unrecht und alles Frieden. Der Weg dorthin wird in diesem Buch eindrucksvoll beschrieben. Alain zieht mit 5 Jahren mit seinen Künstler-Eltern in ein Mehrfamilienhaus im Prenzlauer Berg in Berlin. Dort wohnt schon Cliff mit seinem alleinerziehenden Vater und chronischen Säufer, die Mutter mit Studium und Karriere zu beschäftigt und Margarete, die bodenständige in einem heilen Elternhaus. Gemeinsam erleben sie die Kindheit im Hinterhof des Hauses und dem Mauerpark. Später trennen sich die Wege der inzwischen Jugendlichen. Alain macht Abitur und hilft gelegentlich seinen Eltern in der Flüchtlingshilfe. Margarete macht eine Schreinerlehre. Cliff hat keine Perspektive und schließt sich rechten Gruppen an bis er zum Muslim konvertiert und eine Ausbildung ganz anderer Art in Syrien erlebt. Künstlerisch begabt erhält er Aufträge an Orten zu zeichnen wo keine Kamera hinkommt. Gemeinsam mit jungen Glaubensbrüdern bereiten sie sich auf einen Tag des Bluts in Berlin hin. Alain der seinen Freund Cliff verfolgt wird Zeuge von den Plänen und versucht das Blutbad zu verhindern. Schafft er es rechtzeitig damit Berlin ein ähnliches Schicksal wie Paris Ende 2015 erspart bleibt ? Aus unterschiedliche Sichtweise erzählt Antonia Michaelis die Kindheit und Jugend der drei. Der Schreibstil wechselt von Ich-Form zu Erzählform und Briefform. Dabei fiel es mir nicht immer leicht zu erkennen aus welcher Sicht gerade geschrieben ist. Mittendrin hat das Buch ein paar Längen aber zum Ende hin konnte ich es kaum aus der Hand legen und vom Ende war ich echt erschüttert. Ein eindrucksvoller sehr aktueller Roman den ich nur weiterempfehlen kann.

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beeindruckend, spannend und aktuell
von geheimerEichkater aus Essen am 29.08.2016

Antonia Michaelis beschreibt drei junge Menschen, deren Leben untrennbar verwoben sind. Cliff, Alain und Margarete wohnen im selben Haus, seit sie ungefähr vier Jahre alt sind. Magisch voneinander angezogen, lieben sie sich und können es doch nicht wirklich zugeben, sind auch immer wieder von einander abgestoßen und kommen doch... Antonia Michaelis beschreibt drei junge Menschen, deren Leben untrennbar verwoben sind. Cliff, Alain und Margarete wohnen im selben Haus, seit sie ungefähr vier Jahre alt sind. Magisch voneinander angezogen, lieben sie sich und können es doch nicht wirklich zugeben, sind auch immer wieder von einander abgestoßen und kommen doch nicht voneinander los. In manchem sind sie sich zu ähnlich und in anderem völlig verschieden. Margarete und Alain wachsen in intakten Familien auf, eher wohlbehütet. Alain und Cliff sind beide begnadete Maler und Zeichner, wobei Cliff über ein fotografisches Gedächnis verfügt. Mararete ist die Bodenständige, Vernünftige der Drei und gibt den beiden anderen immer wieder Halt und Erdung. Cliff leidet sehr darunter, dass seine Mutter sich von ihm und seinem Vater getrennt hatte um Karriere zu machen, vielleicht auch gerade wegen ihrer türkischen Wurzeln etwas zu zielgerichtet und ehrgeizig; außerdem konnte sie die Wutausbrüche und Kontrollverlust ihres Sohnes einfach nicht mehr ertragen. Cliff ist völlig zerrissen, immer auf der Suche, nach ihr, nach Anerkennung, einem Sinn, versteht sich selber als „formbare Masse auf der Suche nach Form“ ( S.145), provoziert, sucht Ärger und immer wieder die Nähe „dunkler“ Gruppierungen; zwischendurch lebt er in einer Psychatrie oder ist im Ausland verschwunden. Alain und Margarete stellen dann mit Wehmut fest: „ Er ist schon wieder aus unserer Welt gefallen“ und, sobald Cliff zurückkommt haben sie ein Auge auf ihn, hoffen „alles würde in Ordnung kommen“. Immer wieder tauchen die Bilder von Flügeln und Engeln, bzw. einem gefallenen Engel auf, auch als Unterscheidung zwischen Hell und Dunkel, Gut und Böse, so wie Cliff Alain und sich selber sieht. Cliff konvertiert zum Islam, radikalisiert sich. Gerade sein fotografisches Gedächnis sowie seine Fähigkeit zu zeichnen, machen ihn für den IS so interessant und er wird damit beauftragt, in Berlin „den Tag des Blutes“ zu organisieren... Antonia Michaelis versteht es meisterhaft zu beschreiben, welche Entwicklung die Drei durchmachten, die Kämpfe und Zerrissenheit, dieses Schwanken und Hoffen und doch keinen anderen Ausweg mehr zu sehen um gerettet zu werden. Die ersten Seiten fand ich etwas anstrengend zu lesen und dann, plötzlich, war ich gefangen von der Sprache und der Geschichte, die ganz authentisch wirkt, bis zum Ende fesselt und dann noch nachwirkt.

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Ein brandaktuelles Thema
von leseratte1310 am 29.08.2016

Nachdem der 4jährige Alain mit seinen Eltern nach Berlin zieht, lernt er Cliff kennen, der im gleichen Haus wohnt. Die beiden freunden ich an, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die ungefähr gleichaltrige Margarete, die auch in dem Haus wohnt, steht zwischen den Jungen. Wir lernen als Leser die... Nachdem der 4jährige Alain mit seinen Eltern nach Berlin zieht, lernt er Cliff kennen, der im gleichen Haus wohnt. Die beiden freunden ich an, obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die ungefähr gleichaltrige Margarete, die auch in dem Haus wohnt, steht zwischen den Jungen. Wir lernen als Leser die drei gut kennen, denn wir begleiten sie während des Aufwachsens. Alain ist ein netter Junge, der behütet aufwächst und keine Schwierigkeiten macht. Cliff hat immer das Gefühl, als wäre er lästig. Er weiß nicht recht, wer er wirklich ist und kann mit Problemen nicht gut umgehen. Dann muss die Trennung seiner Eltern miterleben und gerät daher aus der Bahn. Aber die Freunde stehen immer zusammen und helfen sich. Auch auf die pragmatische Margarete können die beiden Jungen bauen. Dann konvertiert Cliff zum Islam und geht in ein IS-Camp. Als er zurück nach Berlin kommt, ist er verändert. Ein terroristischer Anschlag soll in Berlin stattfinden. Sehr eindringlich werden uns hier die Jugendlichen geschildert in ihrem Denken, ihren Gefühlen und ihrem Handeln. Es kommt einem so vor, als würde man sie sehr gut kennen. Obwohl ihre Wege unterschiedlichen verlaufen, kommt es immer wieder zu Treffen und trotz aller Kontroversen bleibt die Freundschaft bestehen. Etwas bedrückend war für mich, dass Cliffs Werdegang eigentlich vorprogrammiert war. Er begibt sich in die Fänge des IS und wir bekommen einen Einblick in seine Ausbildung und in das Kriegsgeschehen. Wir erleben mit, wie die Pläne für den Anschlag geschmiedet werden und in Anbetracht dessen, was in letzter Zeit alles geschehen ist, ist das ziemlich bedrohlich. Doch bei alledem stehen die Personen im Vordergrund. Das Buch ist für Jugendliche geschrieben, aber es spricht garantiert auch Erwachsene an. Es ist eine packende und spannende Geschichte, die noch eine ganze Weile nachhallt. Ein sehr empfehlenswertes Buch mit authentischen Charakteren.

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Großartig, mit ungalublicher Tiefe erzählt
von Aennie am 29.08.2016

Die Attentäter ist für mich viel mehr, als es auf den ersten Blick schien oder als der Klappentext erwarten ließ. Was habe ich erwartet? Ein spannendes Jugendbuch um drei Freunde in Berlin, von denen einer „auf die schiefe Bahn gerät“, erst zum Islam konvertiert, dann an den IS gerät und... Die Attentäter ist für mich viel mehr, als es auf den ersten Blick schien oder als der Klappentext erwarten ließ. Was habe ich erwartet? Ein spannendes Jugendbuch um drei Freunde in Berlin, von denen einer „auf die schiefe Bahn gerät“, erst zum Islam konvertiert, dann an den IS gerät und nach einer Zeit im Nahen Osten nach Berlin zurückkehrt mit den schrecklichsten Plänen im Gepäck, die man sich nur vorstellen kann. Er kehrt zurück, trifft vielleicht auf sein altes Umfeld oder auch nicht, er setzt seine Pläne mit furchtbarem Ausgang in die Tat um, oder wird daran gehindert. All das bekommt man, und noch viel mehr. Die Attentäter ist die Geschichte eines jungen Mannes, der einen Terroranschlag in der deutschen Hauptstadt durchführen soll, aber es ist auch eine unglaublich tiefe, emotionale Schilderung eines Beziehungsgeflechts, ein Psychogramm dreier junger Menschen, die sich seit ihrer frühen Kindheit kennen und lieben. Alle drei sind fest miteinander verwoben und man ist auch sehr lange versucht, eine Dualität (nicht Rivalität) herauszustellen, die zweifelsohne wichtig ist, aber letztendlich ist klar, dass es immer eine Troika war. Es geht um Alain, Cliff und Margarete. Jeder ist das, was der andere nicht ist. Insbesondere trifft dies auf die beiden Jungen zu, aber auch Margarete fügt sich komplett logisch und passgenau in das Szenario ein: Alain, verkörpert vor allem in den Augen Cliffs, das ewig Gute, das Reine, Helle, Strahlende, der Engel. Cliff sieht sich selbst als das Dunkle, das Böse, den gefallenen Engel. Die beiden sind wie die ewig streitenden Gegenpole, Tag und Nacht, Schwarz und Weiß, Christ und Antichrist – über alle Zeiten und Grenzen hinweg, wie es seit Jahrtausenden in der Kunst oder der Religion verarbeitet wird, oder einfacher zwei Seiten einer Medaille, Gegensätze, die sich anziehen. Margarete, die „Vernünftige,“ das Regulativ, die Stütze, das Gerüst, das die beiden widerstreitenden Pole in der Waage hält. Auch die Familienherkunft der drei ist Teil des Gesamtbildes, Margarete, deren ganzes Familienumfeld von Stabilität und Bürgerlichkeit zeugt, Alain aus einer liberalen Künstlerfamilie, in der liebevolle Förderung der musischen Talente, Liebe und Gemeinsamkeit wichtig sind, Cliff aus einer zerbrochenen Familie, die Mutter stammt aus der Türkei, hat ihre Heimat verlassen, ihr ganzes Leben eine Rebellion gegen ihre Eltern, bekommt ein Kind mit einem Deutschen, der mindestens zu viel trinkt und zu Gewalt neigt und verlässt beide, um sich zu verwirklichen, zu studieren und Karriere in der Forschung zu machen. Cliff ist wie das logische Ergebnis dieser rebellierenden Mutter: sein ganzes Leben ein Aufbegehren, voller Zorn, Jähzorn und doch eigentlich nur der Wunsch nach Aufmerksamkeit, Liebe und Halt, erst die seiner Mutter, dann eine andere. Alain und Cliff sind sozusagen vom ersten Tag an ineinander verliebt. Sie kollidieren mit kosmischer Gravitation und kleben aneinander und werden sich niemals voneinander lösen. Tatsächlich ist es auch so, dass beide mindestens eine bisexueller Neigung entwickeln, wobei ich denke, dass eigentlich beide homosexuell sind. Die Tatsache, dass beide auch mit Margarete schlafen, hat andere Gründe, die mit reiner Sexualität wenig zu tun haben. Alain hat keine Probleme damit, sich selbst seine Vorliebe für das eigene Geschlecht einzugestehen, Cliff hingegen schon. Auf dieser gigantischen emotionalen Beziehungsplattform entspinnt sich die Geschichte der drei. Das Buch erzählt in drei verschiedenen Erzählebenen die markanten Eckpunkte in ihrer jeweiligen Geschichte miteinander und ohne einander. Erst am Ende wird klar, dass die Teile aus Margaretes Sicht eine etwas andere Zeitstellung aufweisen, sie sind jeweils an einen der beiden Jungen gerichtet. Alains und Cliffs Erzählungen setzen ein, an dem Tag, an dem Alain Cliff das erste Mal wiedersieht, nach dem dieser fast ein Jahr verschwunden war. Vor allem diese Teile schildern die Vergangenheit seit ihrem Kennenlernen vor 15 Jahren, ihren „Werdegang“ und die aktuellen Geschehnisse im Winter 2015. Sie berichten von ihrer Freundschaft, ihren Talenten, Cliffs Suche nach Halt, nach Regeln, die er schließlich im Islam zu finden glaubt, schließlich von seinen Erlebnissen in Syrien und im Irak, seine Rückkehr nach Berlin und Alains Bemühungen, herauszufinden, was mit Cliff los ist, was er plant. Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Die Erzählatmosphäre ist so leise, so emotional (so weit weg von kitschig wie es nur sein kann, nicht den Hauch) und berührend, gleichzeitig ist es natürlich auch spannend, erschreckend und beängstigend, ohne ein Thriller zu sein, einfach aus der Natur der Sache heraus. Es hat für mich eine Oberflächen- und eine Tiefengeschichte, und das hat mir unglaublich gut gefallen, es ist sicher eines der drei besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, auch eines das einem „nachhängt“. Viele haben sich in ihren Rezensionen auch gefragt, ob es ein Buch für Jugendliche ist. Ich finde es nicht zu drastisch für das empfohlene Lesealter ab 16. Ich glaube allerdings auch, dass Menschen dieses Alters vielleicht nicht in Gänze das emotionale Ausmaß, die emotionale Großartigkeit der Erzählung erfassen können, im Großen wie im Kleinen. Also wäre der Rat vielleicht: lies das Buch, wenn du 16, 17 oder 18 bist. Lies es nochmal in 10 Jahren oder in 15 Jahren und du wirst eine ganz andere Tiefe erkennen.

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Hochaktuell
von Oma57 am 28.08.2016

Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin ein großer Fan von ihr. Natürlich musste ich auch ihr neustes Werk lesen. Das Cover fiel mir sofort auf, es passt super zur Story und wirkt etwas beängstigend. So ist auch der Inhalt des Buches.Cliff, Alain und Margarete sind... Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und bin ein großer Fan von ihr. Natürlich musste ich auch ihr neustes Werk lesen. Das Cover fiel mir sofort auf, es passt super zur Story und wirkt etwas beängstigend. So ist auch der Inhalt des Buches.Cliff, Alain und Margarete sind sein Kindertagen eng befreundet. Doch schon früh stellt sich heraus, dass Cliff nicht ganz der ist, der er zu sein vorgibt. Durch den Liebesentzug seiner Mutter entwickelt er langsam einen Hass, einen Hass, sich und der Gesellschaft gegenüber. Nach vielen Jahren der Selbstfindung konvertiert Cliff zum Islam. Alain und Margarete verlieren ihn, aber geben ihn dennoch niemals ganz auf. Doch schon bald sollen schreckliche Ereignisse ihre Heimatstadt heimsuchen und Cliff mittendrin. Wird er zum Selbstmordattentäter? Oder bekommt er doch noch Gewissensbisse? Was werden die Freunde versuchen zu unternehmen, um ihn daran zu hindern? Wie wird das Ganze enden? Mit "Die Attentäter" liefert Antonia Michaelis einen beklemmenden Blick in die Abgründe des Terrorismus.

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Authentisch Beklemmend
von Melanie Enns aus L. am 28.08.2016

"Die Attentäter" hat mich ab der ersten Seite in seinen Sog ziehen können. Obwohl es auch die eine oder andere Seite gab, die sich etwas mühsamer lesen ließ, hat dieses Buch einen Hintergrund inne, der mich sehr beängstigt hat. Ich fand es für mich wichtig, mehr über die IS... "Die Attentäter" hat mich ab der ersten Seite in seinen Sog ziehen können. Obwohl es auch die eine oder andere Seite gab, die sich etwas mühsamer lesen ließ, hat dieses Buch einen Hintergrund inne, der mich sehr beängstigt hat. Ich fand es für mich wichtig, mehr über die IS und den Islam zu erfahren und bekam nicht nur eine spannende Story geboten, sondern auch jede Menge Hintergrundwissen geliefert. Da der Klappentext eine deutliche Sprache spricht, wusste ich worauf ich mich einlasse. Manchmal kreisen die Gedanken und durch die vielen Nachrichten in den Medien, bei denen sich selbst Kinder in die Luft sprengen, ist ein Attentat hochaktuell. Hier bekam ich nun einen sehr guten Eindruck in die Gedanken einiger Menschen und es wirkte sehr authentisch auf mich. Ein beklemmendes Gefühl ab der ersten Seite, denn Cliff ist auf der Suche. Auf der Suche nach Liebe und scheint sie nicht finden zu können, In den Bann der IS gezogen, bekommt er Einblicke in eine völlig andere Religion. Eine, die durch Blut geschrieben wird, um zu befreien. Barbarisch und meiner Meinung nach auch Menschenverachtend, denn die Andersgläubigen werden regelrecht dahin gemetzelt. Etwas, was uns auch täglich in den Medien begegnet. Egal, ob Kind oder Frau, alles wird entfernt, regelrecht gereinigt. Den Buchumschlag entfernt, erscheint ein regelrechtes Feuerwerk auf dem Buch und ebenso ist auch die Story. Ein Feuerwerk der Emotionen. Erzählt wird die Freundschaft von Margarete, Alain und Cliff. Drei völlig unterschiedliche Menschen, die dennoch sehr stark miteinander verbunden sind und sich selbst einige ihrer Gedanken teilen. Hochkarätig und absolut authentisch erzählt Antonia Michaelis von Veränderungen innerhalb dieser Freundschaft, die im Kindesalter begann. Ich ahnte worauf es hinausläuft und dennoch hegte ich die Hoffnung, dass sich das Blatt wenden kann. Für Cliff scheint der Tod unabdingbar, aber warum ist sein Ziel so viele Menschen wie möglich mit in den Tod zu nehmen? Er ist ruhelos und zeigt dies ganz deutlich. Vielleicht ist daher die Atmosphäre des Buches unruhig und oft düster, da dieses mit Cliffs Gedanken und Emotionen verbunden wurde? Fazit: Ein auf mich sehr authentisch wirkender Jugendthriller, der mich nachträglich berührt. Ein brandaktuelles Thema in einer wunderschönen, dramatischen Sprache erzählt, dessen Inhalt nicht fiktiv, sondern wahr erscheint und mich deshalb auch erschüttert. "Die Attentäter" ist ein echter Hochkaräter, dessen Sog man sich nicht entziehen sollte. Leseempfehlung!

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Kunstvoll gezeichnete Charaktere und brisantes (leider) brandaktuelles Thema
von einer Kundin/einem Kunden aus Worpswede am 17.08.2016

Das Buch „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis begeistert durch kunstvoll gezeichnete, absolut authentische Charaktere und eine packende und mitreißende Geschichte. Es ist ein Jugendbuch – aber definitiv nicht nur für Jugendliche. Zum Inhalt: Alain zieht im Alter von 4 Jahren mit seinen Eltern aus Frankreich nach Berlin, wo er im... Das Buch „Die Attentäter“ von Antonia Michaelis begeistert durch kunstvoll gezeichnete, absolut authentische Charaktere und eine packende und mitreißende Geschichte. Es ist ein Jugendbuch – aber definitiv nicht nur für Jugendliche. Zum Inhalt: Alain zieht im Alter von 4 Jahren mit seinen Eltern aus Frankreich nach Berlin, wo er im gleichen Haus Cliff kennenlernt und beide Freunde werden. Die beiden können unterschiedlicher nicht sein. Wie Tag und Nacht, hell und dunkel oder Engel und Teufel. Zwischen ihnen steht die nur ein paar Monate ältere Margarethe. Sie wohnt ebenfalls in dem gleichen Haus. Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise durch die Jahre des Aufwachsens und lernt die beiden Jungen mit ihren Gefühlen und Emotionen intensiv kennen. Beide verbindet die Gabe hervorragen zeichnen zu können. Während Alain stets der „Gute“ ist, hat Cliff begründet u.a. durch die schwierige Trennung seiner Eltern immer wieder Schwierigkeiten und gerät in seinen Jugendjahren ein wenig auf die schiefe Bahn. Im Laufe der Jahre kommt es immer wieder zu Situationen und Begegnungen, in denen der eine dem anderen aus der Patsche hilf. Sie stehen auf unterschiedliche Art und Weise stets füreinander ein. Dazwischen – vielleicht auch darüber – steht Margarethe, die immer die Vernünftige und Bodenständige ist, die beide Jungen versteht und die immer für beide da ist. Cliff konvertiert zum Islam und lässt sich hier radikalisieren. Schließlich schließt er sich den Kämpfern der IS an und kehrt nach Berlin zurück, um genau dort einen terroristischen Anschlag zu planen. Mein Eindruck: Antonia Michaelis gelingt es durch die verschiedenen Situationen und Ereignisse in der Jugend die Hauptfiguren exzellent zu beschreiben bzw. zum Leben, Denken und Fühlen zu erwecken. Unter anderem verwendet sie alle drei Charaktere die sehr eindringliche Ich-Perspektive und erlaubt dem Leser nicht nur einen tiefen Einblick in ihre so unterschiedlichen Wesen und Gedanken, sondern zwingt den Leser zu glauben, er wäre Teil dieser Geschichte und direkt – wie die Personen der Geschichte selbst – mit ihnen verbunden. Auch Margarethe begeistert, weil gerade sie es ist, die (fast) immer vernünftig und ist und die Bodenhaftung nicht verliert. Fast schwebt sie etwas über den beiden Jungen. Die Beziehung der Charaktere ist faszinierend. Obwohl sie so unterschiedlich sind, verbinden magische Fäden von Beginn die noch kleinen Jungen miteinander und nichts wird diese Fäden über die Jahre zerreißen können. Immer wieder ziehen sie wie durch Magneten gesteuert an und es kommt wieder zu Situationen, an denen sie sich treffen und oft auch aneinander reiben. Auch über Zeit und Entfernungen sind sie immer verbunden. Die Handlung rund um die Planung eines Attentates ist absolut realistisch beschrieben. Aber nicht nur das. Der Leser wird durch die Kenntnis des Lebenslaufes sofort klar, wie es möglich sein kann, dass Cliff vom IS überhaupt für ihre Sache gewonnen werden konnte. Darüber hinaus erfährt der Leser auch die Vorgehensweise des IS bei der Ausbildung und einen Einblick in ihrem Krieg. Die Attentatspläne werden noch realistischer, weil z.B. das Paris – Attentat als Beispiel oder Vorbild genannt wird und reale politische Hintergründe aus 2015 beschrieben werden. Umso mehr wird bei diesen fiktiven Plänen mitgefürchtet. Im Mittelpunkt stehen aber definitiv die Charaktere, ihre Gedanken und Gefühle, ihre Beziehungen untereinander und ihren Problemen. Das Buch ist als Jugendbuch herausgekommen mit einer Altersempfehlung ab 16 Jahre, die auch vollkommen in Ordnung geht. Ich muss aber ganz klar sagen, dass nicht nur Jugendliche etwas mit diesem Buch anfangen können. Mich persönlich hat die Geschichte absolut erreicht und begeistert, obwohl ich ein Alter habe, das den Zenit von Jugendlichkeit schon sehr weit überschritten hat. Fazit: Eine geniale und genial geschriebene Geschichte mit absolut glaubwürdigen und authentischen Charakteren, an die man auch nach dem Zuklappen des Buches noch häufiger denken wird. Es verdient durchaus einen Ehrenplatz im Bücherregal und natürlich eine bestmögliche Bewertung.

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