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Die dunklen Mauern von Willard State

Roman

(9)
Zehn Jahre ist es her, dass eine schicksalhafte Nacht für Izzy Stone alles veränderte: Ihre Mutter erschoss ihren Vater während er schlief. Seitdem lebt die nun 17-Jährige bei Pflegefamilien. Als sie für ein Museum Gegenstände ehemaliger Insassen der alten und berüchtigten psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum katalogisiert, stößt sie auf einen Stapel ungeöffneter Briefe und das alte Tagebuch einer gewissen Clara Cartwright. Je mehr sie über Claras Leben in Erfahrung bringt, desto mehr klären sich auch die Rätsel ihres eigenen Lebens …
Rezension
"eine spannende und teilweise auch beklemmende Geschichte", Münsterland Zeitung, 11.05.2016
Portrait
Ellen Marie Wiseman wurde in Three Mile Bay, einer kleinen Ortschaft im Bundesstaat New York, geboren. Sie besucht häufig ihre Verwandten in Deutschland und interessiert sich sehr für deutsche Geschichte und Kultur. »Die schwarzen Hügel von Coal River« ist der zweite Roman der Autorin. Wiseman lebt zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und drei Hunden am Ufer des Lake Ontario.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 464
Erscheinungsdatum 09.11.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30758-1
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 185/135/32 mm
Gewicht 327
Originaltitel What She Left Behind
Verkaufsrang 21.271
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Zwei Frauen, zwei Schicksale und ein Ort, der sie verbindet.“

Bianca Heß, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Vor gut zehn Jahren änderte sich alles im Leben der jungen Izzy Stone: Ihre Mutter erschoss eines Nachts den schlafenden Vater und seither lebte Izzy in verschiedenen Pflegefamilien. Bei ihren derzeitigen Pflegeeltern hilft sie, Gegenstände von Willard State Asylum, einer ehemaligen Psychiatrie-Anstalt, zu katalogisieren. Dabei stößt Vor gut zehn Jahren änderte sich alles im Leben der jungen Izzy Stone: Ihre Mutter erschoss eines Nachts den schlafenden Vater und seither lebte Izzy in verschiedenen Pflegefamilien. Bei ihren derzeitigen Pflegeeltern hilft sie, Gegenstände von Willard State Asylum, einer ehemaligen Psychiatrie-Anstalt, zu katalogisieren. Dabei stößt sie auf einen alten Schrankkoffer mit ungeöffneten Briefen und einem Tagebuch.
Etwas vorsichtig und doch neugierig beginnt Izzy, in dem Tagebuch zu lesen und erfährt von einer damaligen Insassin namens Clara Cartwright. Doch je mehr sie von Claras Schicksal erfährt, desto mehr erkennt sie, dass nicht alles im Leben zu ist, wie es scheint…
Super spannend und dramatisch. Es gab Momente, die mir die Gänsehaut entfahren ließen - aber auch Momente, die mich zutiefst berührten. Ein sehr empfehlenswerter Roman, passend für die gemütliche Winterzeit.

„Welche Geheimnisse verbergen diese Mauern?“

Eva-Regina Richter, Thalia-Buchhandlung Cottbus

Eine unerwünschte Liebe führt dazu, dass Clara in die Psychatrie eingewiesen wird. Als ihr gefühlskalter Vater sie dann nach Willard State bringen lässt, beginnt ein unglaublicher Leidensweg für sie. Nur der Glaube, den Liebsten und die gemeinsame Tochter wiederzusehen, gibt ihr Hoffnung und Mut, das alles zu ertragen. Dieses Buch ist Eine unerwünschte Liebe führt dazu, dass Clara in die Psychatrie eingewiesen wird. Als ihr gefühlskalter Vater sie dann nach Willard State bringen lässt, beginnt ein unglaublicher Leidensweg für sie. Nur der Glaube, den Liebsten und die gemeinsame Tochter wiederzusehen, gibt ihr Hoffnung und Mut, das alles zu ertragen. Dieses Buch ist fesselnd und erschütternd zugleich.

Kundenbewertungen


Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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großartige Spannung mit nichtvorhersehbaren Wendungen
von einer Kundin/einem Kunden am 27.12.2016

Ellen Marie Wisemans Roman ist nicht einfach ein Einfall über Nacht gewesen. Es basiert auf einer Einrichtung, die tatsächlich existierte bzw. seit 1995 geschlossen ist und nun langsam, aber sicher verrottet. Es gibt eine Ausstellung, in der Koffer und deren Inhalte ehemaliger Insassen des Willard State Asylums gezeigt wurden.... Ellen Marie Wisemans Roman ist nicht einfach ein Einfall über Nacht gewesen. Es basiert auf einer Einrichtung, die tatsächlich existierte bzw. seit 1995 geschlossen ist und nun langsam, aber sicher verrottet. Es gibt eine Ausstellung, in der Koffer und deren Inhalte ehemaliger Insassen des Willard State Asylums gezeigt wurden. Dadurch kam die Autorin auf die Idee, die Geschichte einer fiktiven Insassin zu erzählen: Clara, die im Jahr 1929 mit 18 Jahren nach Willard kam. Ergänzt wird die Geschichte durch die 17 jährige Izzy, die 1995 mit ihrer Pflegemutter die Koffer ehemaliger Insassen für ein Museum inspiziert. Dabei stößt sie auf Claras Tagebuch und ist wie magisch angezogen von ihrer Geschichte. Denn Izzys Mutter war ebenfalls in einer Psychiatrie, bevor sie wegen des Mords an Izzys Vater ins Gefängnis musste. Die Kapitel wechseln sich zwischen den beiden ab und bringen dadurch Abwechslung in die Geschichte. Oder auch Ablenkung, denn Claras Geschichte ist teilweise ziemlich bedrückend. Ziemlich schnell wird klar, dass Clara nicht in Willard sein sollte ? sie ist geistig gesund und wurde bloß von ihrem Vater dort eingewiesen, weil sie einen anderen Mann liebt, als für sie vorgesehen ist. Somit begleitet man Clara über Jahre hinweg dabei, wie sie alles versucht, um aus Willard wegzukommen. Was kein Wunder ist, da die damaligen Behandlungsmethoden schon fast mit Folter verglichen werden können. Die Autorin schreckt auch nicht davor zurück, diese Methoden genau zu beschreiben und schafft es, beim Lesen das Gefühl zu vermitteln, das Clara wohl in diesen Momenten spüren muss. Izzys Geschichte ähnelt zeitweise eher einem Jugendbuch, da es sehr viel darum geht, wie sie an ihrer neuen Schule nicht so richtig Anschluss findet und sich dann auch noch verliebt. Allerdings versucht sie auch mehr über Clara herauszufinden und gerät dabei sogar in Gefahr ? an dieser Stelle hat die Autorin auch wieder so viele Emotionen hervorgeholt, dass man nur mit klopfendem Herzen dasitzen kann und mitfiebert. Nicht selten saß ich nach einem Kapitel da und musste erst einmal verarbeiten, was ich da eben noch gelesen hatte. Es ist leicht zu lesen und trotzdem hat die Geschichte eine Sogwirkung. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht und wie es wohl zuende geht ? was letztendlich mit Clara passiert ist. Und ich finde es toll gelöst und habe am Ende wirklich geweint ? und das passiert mir beim Lesen gar nicht so häufig. Ich habe einerseits geweint, weil es traurige Momente im Buch gab, aber gerade gegen Ende kamen noch Dinge ans Tageslicht, mit denen man gar nicht mehr gerechnet hätte. Was auch daran liegt, dass grade Claras Kapitel mit einem fiesem Cliffhanger enden und das nächste Kapitel dann von Izzy handelt Ich glaube, ich habe mein Jahreshighlight schon im Januar gelesen. Es gehört definitiv in meine Hall of Fame der besten Bücher. So viele Emotionen mit doch sehr einfacher wortwahl und eine packende und mitreißende Geschichte haben mich überzeugt. Dazu kommen noch glaubhafte Charaktere und eine großartige Geschichte ist geschaffen. Danke, Ellen Marie Wiseman!

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Wirklich kein Licht am Himmel
von einer Kundin/einem Kunden aus Ansbach am 09.11.2015

>>Die dunklen Mauern von Willard State<< von Ellen Marie Wiseman Dieser Roman hat mich wirklich begeistert und ein wirklich einzigartiges Verständnis der menschlichen Psyche machen dieses Buch wirklich zu einem packenden Lesegenuss, da muss ich NY Journal of Books recht geben, denn das Buch hat mich trotz kleiner schwächen wirklich... >>Die dunklen Mauern von Willard State>Runa<< von Vera Buck gelesen. Das Buch hat mir auch wirklich gut gefallen, aber ich hätte gerne mehr von den Patienten gelesen. Genau das habe ich jetzt in diesem tollen Roman bekommen, auch wenn die Geschichte wirklich sehr traurig ist. Von mir bekommt das Buch 5 Sternchen, weil es mich wirklich absolut begeistern und fesseln konnte.

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Beklemmend und ängstigend
von Claudia Schütz am 24.12.2016

Dies ist ein Roman der mich beim Lesen die ganze Gefühlspalette hat hoch- und runtergejagt, von Freude, über Angst zur Unfassbarkeit und Sinnlosigkeit, über Wut zur Trauer, aber auch zu kleinen Hoffnungsschimmern und wie stark die Liebe sein kann. Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt, die sich zum... Dies ist ein Roman der mich beim Lesen die ganze Gefühlspalette hat hoch- und runtergejagt, von Freude, über Angst zur Unfassbarkeit und Sinnlosigkeit, über Wut zur Trauer, aber auch zu kleinen Hoffnungsschimmern und wie stark die Liebe sein kann. Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt, die sich zum Ende hin wunderbar verbinden, das ist der Autorin sehr gut geglückt.Die Geschichte im "Damals" mit Clara hat mich sofort gepackt und in die damalige Zeit mitgenommen. Doch was dann geschieht, ist beim Lesen manchmal kaum auszuhalten. Mehr als einmal traten mir die Tränen in die Augen, als ich dachte, also schlimmer kann es doch nicht mehr werden, doch, wurde es. Ellen Marie Wiseman hat die Gabe Gefühle, Situationen, Begegnungen und die Zeit damals in einer Psychiatrie so lebhaft zu erzählen, das man sich selber irgendwann darin "gefangen" fühlt. Vor allem wenn man die Beschreibungen der verlassenen Anstalt im heute liest, sehr detailliert und anschaulich, so das ich dachte, oha, da möchte ich jetzt nicht sein. Verlassene Betten, als hätte gerade noch jemand darin gelegen, ein Speisesaal, so als hätten dort gerade noch Menschen gesessen und gegessen, ein Lost Place sozusagen. Einziger Kritikpunkt ist, das mich Izzy und die Teenie-Geschichte nicht so interessiert hat und ich diese manchmal als störend empfunden habe, als es bei der Clara-Geschichte gerade sehr spannend und emotional wurde. Klar, hat der Izzy-Erzählstrang eine gewisse Wichtigkeit für die Story an sich und deren Ende, aber das jugendliche Gehabe war mir etwas zu klischeehaft und übertrieben. Sehr interessant sind am Ende des Buches die Fragen und Antworten der Autorin zum Inhalt der Geschichte und das es die Psychiatrische Anstalt Willard State wirklich gab und wie sie recherchiert hat was dort alles vor sich ging. Wie schnell und vor allem wegen welchen Kleinigkeiten damals die Menschen (zum größten Teil Frauen) dort ohne triftigen Grund und vollkommen gesund untergebracht wurden und die meisten sind niemals wieder raus gekommen und in der Anstalt verstorben. Beängstigend, erschreckend und beklemmend einfach nur, wie damals mit den Menschen umgegangen wurde, heute, zum Glück, nicht mehr denkbar.

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Hinter dunklen Mauern
von NiWa aus Euratsfeld am 17.06.2016

Vor 10 Jahren erschoss Izzys Mutter ihren Ehemann und seither hat das Mädchen einige Pflegefamilien hinter sich. Mittlerweile erneut bei Pflegeeltern angekommen, hilft sie persönliche Gegenstände von Patienten einer längst geschlossenen Psychiatrie zu katalogisieren und stößt dabei auf das Tagebuch von Clara Cartwright, das ihr einfach keine Ruhe lässt. Die... Vor 10 Jahren erschoss Izzys Mutter ihren Ehemann und seither hat das Mädchen einige Pflegefamilien hinter sich. Mittlerweile erneut bei Pflegeeltern angekommen, hilft sie persönliche Gegenstände von Patienten einer längst geschlossenen Psychiatrie zu katalogisieren und stößt dabei auf das Tagebuch von Clara Cartwright, das ihr einfach keine Ruhe lässt. Die Handlung erstreckt sich über zwei Zeitebenen. In den 90er-Jahren hilft Protagonistin Izzy ihrer Pflegemutter dabei, Koffer der ehemaligen Patienten der seit langem geschlossenen Nervenheilanstalt Willard State Asylum zu sichten und zu katalogisieren. Hierbei handelt es sich um Relikte, die bis zum Anfang des Jahrhunderts reichen. So stößt Izzy auf Claras Tagebuch aus den 1920er-Jahren und damit die Tür zur Vergangenheit auf. Im Vergangenheitsstrang kommt Clara selbst zu Wort. Sie erzählt, warum sie in die Klinik eingeliefert wurde, schildert die grauenhaften Bedingungen sowie die unwürdige Behandlung und ihren Kampf um Würde, Selbstbestimmtheit und Gerechtigkeit. In diesem Roman ist die verbrecherische, zutiefst unwürdige Behandlung von Menschen in Psychiatrien zentral. Die Autorin bettet gut recherchierte Fakten in eine aufreibende Geschichte ein und stellt zudem einen allgegenwärtigen Mutter-Tochter-Konflikt in den Vordergrund. Ich denke, dass die Autorin am Beispiel von Clara den Insassen des Willard States Aslyums eine Stimme gibt, um sie stellvertretend für alle Patienten dieser Zeit vor dem Vergessen zu bewahren. Inhaltlich ist der Roman meiner Ansicht nach sehr gut aufgebaut. Die Autorin stützt sich auf die vergessenen Koffer der damaligen Patienten, die tatsächlich existieren, und hat auf dieser Grundlage eine ansprechende Gegenwartshandlung geschaffen. Der Vergangenheitsstrang hat mich besonders aufgewühlt. Gemeinsam mit Clara wird man in die psychiatrische Hölle geschickt aus der es kein Entrinnen gibt. Allein bei der Lektüre musste ich aufgrund der unhygienischen, unmenschlichen und eindeutig verbrecherischen Zustände würgen und mir gleichzeitig vor Augen führen, dass dies jahrzehntelang Realität gewesen ist. Der Gegenwartsstrang der 90er war zwar ebenso ansprechend zu lesen, allerdings hatte ich hier manchmal das Gefühl, die Autorin hätte es ein bisschen übertrieben. Protagonistin Izzy ist bereits der niederschmetternden familiären Situation ausgesetzt. Immerhin ist ihre Mutter eine Mörderin, hat mit sich selbst und der Eingewöhnung in immer neuen Pflegefamilien zutun, beschäftigt sich ihrer Pflegemutter zuliebe mit der Katalogisierung der Koffer, knüpft eine erste zarte Liebe und wird in einer Nebenhandlung auch noch mit einer richtig fiesen Mitschülerin konfrontiert. Diese Auseinandersetzung drängt sich längere Zeit in den Vordergrund, bis sie in einem unfassbaren Höhepunkt ausartet und daraufhin in der weiteren Handlung verpufft als ob nichts gewesen wäre. Hier wurden meinem Gefühl nach einfach zu viele Themen angeschnitten, die nicht ganz zielgerichtet aufgelöst werden konnten und zumindest bei mir einen etwas schalen Beigeschmack hinterlassen haben. Berührungspunkt beider Erzählstränge ist neben den Mauern von Willard State ein deutlich spürbarer Mutter-Tochter-Konflikt, der sich weit über die Protagonistinnen hinaus auch auf Nebenfiguren erstreckt. Diese Unstimmigkeiten werden aus verschiedensten Perspektiven aufgearbeitet und nehmen daher einen weiteren Fokus der Geschichte ein, den es meiner Meinung nach zwar nicht bedurft hätte, sich jedoch trotzdem gut in die Gesamthandlung eingliedert. Ellen Marie Wiseman hat aus stilistischen Gründen einige historische Fakten ihrer Erzählung zeitlich angepasst, um auf sie aufmerksam zu machen. Daher werden manche Geräte länger als tatsächlich genutzt und einige Behandlungsmethoden einige Jahrzehnte vorgezogen, was sie im Nachwort ausführlich dargestellt und begründet hat. Alles in allem handelt es sich hierbei um einen aufwühlenden historischen Roman, der dem Leser die Missstände in Nervenheilanstalten der 20er-Jahre ins Bewusstsein ruft, auf die Selbstbestimmtheit des Menschen pocht und durch seine ergreifende Dramatik - trotz des überladenen Gegenwartsstrang - an die Seiten fesselt, von denen man sich kaum lösen mag. Meiner Meinung nach spricht diese Geschichte Leser an, die sich allgemein für psychiatrische Anstalten interessieren, deren abstoßende Aura ertragen und sich gleichzeitig für Familiengeschichten erwärmen können.

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Spannender und beklemmender Blick in die Vergangenheit
von einer Kundin/einem Kunden am 13.01.2016

In diesem Buch geht es in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen um zwei junge Frauen. In der Gegenwart begegnen wir Izzy, deren Mutter vor vielen Jahren ihren Vater erschoss. Seit dem lebte Izzy in verschiedenen Pflegefamilien, ohne zu wissen, was damals geschah. Als Izzy mit ihrer Pflegemutter in einer stillgelegten psychiatrischen Einrichtung... In diesem Buch geht es in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen um zwei junge Frauen. In der Gegenwart begegnen wir Izzy, deren Mutter vor vielen Jahren ihren Vater erschoss. Seit dem lebte Izzy in verschiedenen Pflegefamilien, ohne zu wissen, was damals geschah. Als Izzy mit ihrer Pflegemutter in einer stillgelegten psychiatrischen Einrichtung nach interessanten Dingen für ein Museum sucht, stößt sie auf das Tagebuch von Clara, einer Insassin von Willard State. Neugierig geworden beschließt Izzy Claras Geschichte in Erfahrung zu bringen. Was wir über Clara erfahren ist erschrecken und beklemmend. Sie wächst in der Zeit um 1930 als Tochter einer reichen Familie auf. Sie genießt ihr Leben und erschleicht sich die ein oder andere Freiheit. Doch als sie gegen ihre Eltern aufbegehrt und einen armen Mann heiraten will, lassen diese sie kurzerhand in die Psychiatrie einweisen. Claras Kampf und Leidensweg beginnt und ich war entsetzt und habe mit ihr gelitten und auch mit den anderen Schicksalsgenossinnen, die Clara in Willard State begegnen. Es ist erstaunlich wie einfach es damals war einen Menschen für immer wegsperren zu lassen. Auch Izzys Leben ist nicht immer einfach. Sie kommt auf eine neue Schule und wird hier vom ersten Tag an gemobbt. Halt gibt ihr ihre neue Pflegefamilie. Doch die Angst diese zu enttäuschen sorgt dafür, dass Izzy ihre Ängste und Sorgen für sich behält und versucht alles alleine durchzustehen. Zudem glaubt Izzy dass ihre Mutter geisteskrank ist und hat Angst, dass das auch in ihr steckt. Das macht für sie die Besuche in der alten Psychiatrie nicht gerade einfach. Während Izzy mit ihrer Angst kämpft, dass auch sie psychisch krank ist, erlebt Clara die Schrecken einer Einweisung am eigenen Leib, obwohl sie gesund ist. Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und liest sich flott. Allerdings fand ich vor allem Claras Teil manchmal so beklemmend, dass mir das Weiterlesen nicht immer leicht gefallen ist. Zum Glück hat die Autorin die Schrecken nicht bis ins letzte Detail geschildert und manches nur vage angedeutet. Auch bei Izzy gab es einen Moment, bei dem mir der Atem gestockt hat und ich musste unbedingt weiterlesen. Ich hätte das Buch nicht weglegen können ohne zu wissen, wie sich diese Situation auflöst. Das Ende ließ mich zur Ruhe kommen und auch wenn es sehr harmonisch war, ist das Buch kein Wohlfühlroman, sondern die spannende Geschichte zweier junger Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten mit ihren Problemen kämpfen und sich nicht unterkriegen lassen. Im Anhang gibt es Anmerkungen der Autorin zu den historischen Gegebenheiten und den Büchern auf die sie sich stützt. Außerdem beantwortet sie auf einigen Seiten Fragen zum Buch und ihrer Inspiration dazu. Fazit: Die spannende und teilweise beklemmende Geschichte zweier junger Frauen, die mit Willard State in Berührung kommen.

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Die dunklen Mauern von Willard State
von Sabine aus Aachen am 11.01.2016

Ich war neugierig auf dieses Buch, da mich das Thema schon lange interessiert. Die vielen positiven Stimmen zum Buch haben meine Erwartungen natürlich steigen lassen - die wurden zwar nicht alle erfüllt, trotzdem habe ich die Geschichte gerne gelesen. Es gibt zwei Erzählstränge, die sich immer abwechseln, der eine spielt... Ich war neugierig auf dieses Buch, da mich das Thema schon lange interessiert. Die vielen positiven Stimmen zum Buch haben meine Erwartungen natürlich steigen lassen - die wurden zwar nicht alle erfüllt, trotzdem habe ich die Geschichte gerne gelesen. Es gibt zwei Erzählstränge, die sich immer abwechseln, der eine spielt in der Gegenwart im Jahr 1995, der andere in der Vergangenheit, in den Jahren 1929 bis 1946. In der Gegenwart ist es die 17-jährige Izzy, die im Mittelpunkt steht, die in ihrem jungen Leben schon einiges mitmachen musste. Ihr Vater ist verstorben, ihre Mutter sitzt im Gefängnis, so dass sie bei verschiedenen Pflegefamilien aufwächst. Als sie ihrer Pflegemutter im Museum aushilft, fällt ihr ein altes Tagebuch in die Hände, das einer Clara Cartwright gehört hat – und die war jahrelang in der berüchtigten psychiatrischen Klinik Willard State untergebracht. Clara ist dann die Protagonistin des Handlungsstranges der Vergangenheit – man erfährt, wie sie in die Psychiatrie eingeliefert wurde und von den vielen Jahren, die sie dort verlebt hat. Claras Geschichte hat mich sehr getroffen. Ich wusste zwar um die schrecklichen und menschenunwürdigen Bedingungen in psychiatrischen Kliniken zu dieser Zeit, auch, dass die Behandlungsmethoden aus heutiger Sicht sehr fragwürdig sind, trotzdem ist es dann nochmal anders, über ein Einzelschicksal zu lesen – mich zumindest hat die Geschichte Claras sehr berührt. Es ist vor allem die Willkür, die mich so wütend gemacht hat, denn es brauchte seinerzeit nicht viel, in eine Psychiatrie eingeliefert zu werden – wieder rauszukommen, war hingegen fast unmöglich. Auch bei Clara war es nicht anders – sie wollte den Mann heiraten, den sie liebt, doch ihre Eltern hatten andere Pläne – verrückt war sie auf jeden Fall nicht, nur wollte ihr das keiner glauben. Die Autorin hat es geschafft, die Zustände in der Klinik sehr plastisch darzustellen, so bildreich, dass ich alles stets vor Augen hatte und wirklich mit Clara gelitten habe. Alles wirkte sehr glaubhaft und authentisch, und man merkt, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat. Auch die 17-jährige Izzy in der Gegenwart hat es nicht leicht, nicht nur weil sie von einer Pflegefamilie zur nächsten geschickt wird, sondern weil sie sich auch mit ganz „normalen“ Teenager-Problemen rumschlagen muss. Ich muss gestehen, dass mir dieser Erzähstrang leider gar nicht gefallen hat, da einfach zu viele andere Probleme angerissen werden, die die Geschichte aus meiner Sicht nicht gebraucht hätte und die dann leider auch nicht mal alle aufgelöst wurden. Dieser Erzählstrang erinnert doch sehr an Bücher aus dem Gerne New/Young adult, in dem es um Themen wie Mobbing an Schulen, Macht und Eifersucht bis hin zu Kindesmissbrauch und Selbstverletzung geht. Viele Themen werden angerissen, die Charaktere sind sehr klischeehaft und damit leider nicht glaubhaft – lediglich Izzy und ihre Pflegeeltern haben mir in diesem Abschnitt gefallen. Letztlich war ich immer froh, wenn der Erzählstrang wieder wechselte und ich bei Clara weiterlesen konnte. Das Buch fesselt von Anfang an, allein schon wegen der wechselnden Handlungsstränge, die oft mit einem kleinen Cliffhanger endeten. Und die Spannung wird auch hoch gehalten, bis zum Schluss, in dem zwar einiges geklärt und auch gut gelöst wird, viele Fragen aber auch offen bleiben. Das letzte Drittel hat dann für mich doch einige Schwächen gehabt: es gibt große Zeitsprünge, die nicht weiter mit Geschehen gefüllt sind, in denen aber doch einiges passiert sein muss. Und das Ende scheint sehr abrupt, Probleme werden innerhalb weniger Seiten gelöst oder aber gar nicht, so dass viele Fragen für mich offen geblieben sind. Ich hätte es toll gefunden, wenn sich die Autorin auch mit dem Ende mehr Zeit gelassen hätte und vor allem die Zeitsprünge mit Leben gefüllt gewesen wären – dafür hätte ich gut und gerne 100 Seiten mehr gelesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich leicht lesen, anfangs fand ich ihn etwas sperrig und auch schwülstig, das hat sich aber nach den ersten Kapiteln rasch verloren. Im Nachwort geht die Autorin nochmal auf ein paar historische Fakten ein – diese waren mir zwar nicht neu, interessant war es aber dennoch, und es hilft, die Geschichte besser einordnen zu können – zumal es Willard State ja tatsächlich gegeben hat. Mein Fazit Auch wenn meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, hat mich das Buch gut unterhalten. Das lag vor allem aber an Claras Geschichte, die mich sehr berührt hat – den Handlungsstrang der Gegenwart dagegen mochte ich leider gar nicht. Zu viele Themen wurden hier aufgegriffen, die die Geschichte gar nicht gebraucht hätte und zu sehr hat mich dieser Teil an einen Young/New-Adult-Roman erinnert. Das hat für mich einfach nicht gepasst. Da mich aber Claras Geschichte sehr beeindruckt hat und ich wieder einiges über die Zustände in Psychiatrien Anfang des 20. Jahrhunderts erfahren habe, gebe ich dem Buch insgesamt knappe 4 Sterne.

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Seifenoper hinter Psychiatriemauern
von einer Kundin/einem Kunden aus Herbstein am 15.11.2015

1995 wurden in der ehemaligen psychiatrischen Anstalt Willard State 400 Koffer ehemaliger Insassen gefunden, die völlig unberührt schienen, seit ihre Besitzer - teilweise in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts - nach Willard State kamen. Oft erscheinen die damaligen Gründe, warum diese Menschen nach Willard geschickt wurden, aus heutiger Sicht zweifelhaft.... 1995 wurden in der ehemaligen psychiatrischen Anstalt Willard State 400 Koffer ehemaliger Insassen gefunden, die völlig unberührt schienen, seit ihre Besitzer - teilweise in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts - nach Willard State kamen. Oft erscheinen die damaligen Gründe, warum diese Menschen nach Willard geschickt wurden, aus heutiger Sicht zweifelhaft. Es genügte ein ärztliches Gutachten und Menschen konnten auch gegen ihren Willen eingewiesen werden; viele blieben über Jahrzehnte dort oder sollten Willard State nie wieder verlassen. Gerade bei Frauen genügte von der Norm abweichendes Verhalten, um die Kriterien zur Zwangseinweisung zu erfüllen: Promiskuität, Trauer nach dem Verlust von Kindern, Homosexualität...Es kann einem eiskalt über den Rücken laufen beim Gedanken an die Menschen, die unschuldig in die Mühlen dieser Institutionen geraten sind und keine Möglichkeit hatten, sie aus eigener Kraft wieder zu verlassen. Leider gelingt es Ellen Marie Wiseman nicht, dieses Grauen in ihrem Buch "Die dunklen Mauern von Willard State" erlebbar zu machen. Gute Ansätze wie zwei unterschiedliche Zeitebenen sind vorhanden, doch reiht die Autorin in beiden Handlungssträngen lediglich ein abgegriffenes Klischee an das nächste. Die Hintergründe vom Mord an Izzys Vater werden nebenbei auch noch gelüftet, aber wie alle anderen Entwicklungen in "Die dunklen Mauern von Willard State" ist das Ergebnis absolut vorhersehbar und nicht im geringsten überraschend. Mir kommt es vor, als hätte die Autorin für ihr Buch einfach gängige Klischees und Versatzstücke anderer erfolgreicher Romane zusammengeworfen - voilá , fertig. Das, was dabei herauskommt, fühlt sich so konstruiert und unecht an, dass es mich nicht berühren konnte. Izzys Schicksal blieb mir genauso gleichgültig wie der überdramatische Leidensweg Claras. Auch das Ende war einfach zu viel des Guten. Alle Geheimnisse werden aufgeklärt (zumindest die, die der Leser nicht schon 200 Seiten vorher erraten hat), alles wird gut und es darf gekuschelt werden. So viel Harmonie tut schon körperlich weh. Zu pathetisch waren mir auch Sprache und Stil des Buches. Als Beispiel die Gedanken Izzys beim ersten Anblick von Willard State: "Izzy fragte sich, welche Gräuel das wuchtige Gebäude wohl erlebt hatte. Welche schrecklichen Erinnerungen hatten sich an die Backsteine, den Mörtel und die blinden Scheiben geheftet und gehörten nun für alle Zeiten zum Bauwerk, eingefressen und darin verschlossen mit Blut und Tränen? So wie Schmerz und Leid immer ein Teil von ihr sein würden, würden die Erinnerungen von Tausenden von gequälten Seelen in der Chapin Hall und den umliegenden Gebäuden des Willard State Asylums weiterleben. (S. 8) In diesem Stil schwadroniert die Autorin weiter und sorgt damit lediglich dafür, dass sich das von ihr beschriebene Entsetzen definitiv nicht einstellen kann. Außer vielleicht über den Stil des Buches... Die leisen Töne fehlen in "Die dunklen Mauern von Willard State" völlig; es wirkt auf mich wie eine Daily Soap, die in der Psychiatrie spielt. Mir tut es wirklich Leid um die ehemaligen Insassen von Willard State. Nach allem, was sie durchmachen mussten, werden ihre Schicksale in einem solch seichten Buch verbraten. Das haben sie wirklich nicht verdient. Ich werde zum Vergleich noch den Roman "Runa" von Vera Buck lesen, der sich mit einem ähnlichen Thema beschäftigt, aber hoffentlich auf anspruchsvollere und sensiblere Art und Weise.

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