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Die Familie Hardelot

Roman

(1)
Der große Familienroman aus der französischen Provinz


Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewissheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt. Irène Némirovskys Roman, der unmittelbar vor »Suite française« entstand, ist illusionsloser Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt.



Portrait
Irène Némirovsky, geb. 1903 als Tochter eines reichen russischen Bankiers in Kiew geboren, kam während der Oktoberrevolution nach Paris. Dort studierte sie französische Literatur an der Sorbonne. Irène heiratete den weißrussischen Bankier Michel Epstein, bekam zwei Töchter und veröffentlichte ihren Roman 'David Golder', der sie schlagartig berühmt und zum Star der Pariser Literaturszene machte. Viele weitere Veröffentlichungen folgten. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Deutschen auf Paris zu marschierten, floh sie mit ihrem Mann und den Töchtern in die Provinz. Während der deutschen Besetzung erhielt sie als Jüdin Veröffentlichungsverbot. In dieser Zeit arbeitete sie an einem großen Roman über die Okkupation. Am 13.7.1942 wurde Irène Némirovsky verhaftet und starb wenige Wochen später in Auschwitz. 2005 entzifferte Némirovskys Tochter Denise Epstein das Manuskript, das als Suite française veröffentlicht und zur literarischen Sensation wurde.
Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt/Main geboren, ist seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte u.a. Claude Simon, Jorge Semprun, Agota Kristof, Jean Paul Sartre und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 1982 mit dem "Helmut-M.-Braem-Preis" und 1991 mit dem "Celan-Preis". 2005 wurde sie für ihre Neu-Übersetzung von Claude Simons "Das Gras" für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert. 2012 wurde Eva Moldenhauer mit dem "Prix de l'Académie de Berlin".ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 10.12.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74495-4
Verlag btb
Maße (L/B/H) 187/118/22 mm
Gewicht 239
Originaltitel Le biens de ce monde
Buch (Taschenbuch)
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Wunderschönes Leseerlebnis
von Fenna Wächter am 24.09.2013

Némirovsky beherrscht die Kunst, elegante Wendungen in die Geschichte einzubauen, die zu überraschenden Ergebnissen führen. Langweilig wird das Buch nie. Auf den ca. 250 Seiten passiert mehr als auf 500 Seiten in manch anderem Buch. Die Autorin prangert die Feigheit und Weltferne des französischen Bürgertums an, das seinen Kopf... Némirovsky beherrscht die Kunst, elegante Wendungen in die Geschichte einzubauen, die zu überraschenden Ergebnissen führen. Langweilig wird das Buch nie. Auf den ca. 250 Seiten passiert mehr als auf 500 Seiten in manch anderem Buch. Die Autorin prangert die Feigheit und Weltferne des französischen Bürgertums an, das seinen Kopf wieder und wieder in den Sand steckt. Gleichzeitig gesteht sie der Familie Hardelot in all ihrer Verbohrtheit doch eine wunderschöne Sache zu ? Liebe. Und das macht dieses Buch, das zwei Weltkriege umspannt, zu einem wunderschönen und kurzweiligen Leseerlebnis.

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Iréne Nemirovskys Romane sind beispielhafte Inszenierungen einer Welt, die sich einerseits berauschend und kultiviert, andererseits zutiefst ernüchternd präsentiert - insbesondere bedingt durch die Weltkriegsthematik. So auch "Die Familie Hardelot", womit Nemirovsky ein feinsinniges Sittengemälde des zerfallenden französischen Bürgertumes gelang. Betrachtet wird das ebenso unerbittliche wie aussichtslose Ringen einer gut... Iréne Nemirovskys Romane sind beispielhafte Inszenierungen einer Welt, die sich einerseits berauschend und kultiviert, andererseits zutiefst ernüchternd präsentiert - insbesondere bedingt durch die Weltkriegsthematik. So auch "Die Familie Hardelot", womit Nemirovsky ein feinsinniges Sittengemälde des zerfallenden französischen Bürgertumes gelang. Betrachtet wird das ebenso unerbittliche wie aussichtslose Ringen einer gut situierten Familie um ihre gesellschaftliche Identität - motiviert durch Angst vor der eigenen Ohnmacht. Obgleich zwei Kriege sie mit existenzialistischer Härte überwältigen, scheinen sie unfähig, diesen nachhaltig eine Lehre abzugewinnen. Alles, was sie einst ihr Leben nannten, entgleitet ihnen wie trockener Sand durch gepreizte Finger. Ein sinnreicher Roman mit nostalgischem Charme - eine Hommage an die sensible Beobachtungsgabe Nemirovskys.

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Eine Familie während zweier Kriege, unsentimental und trotzdem zart
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Schicksale wiederholen sich? Immer? Hier werden wir Ohrenzeuge der Familiengeschichte der Hardelots; Iris Berben entführt uns auf passende Weise. Die Geschichte unterhält ohne jemals platt zu erscheinen und steigert sogar die Spannung, indem wir immer wieder mithoffen, das Schicksal möge "diesen" Sohn im Krieg bevorzugen und lebendig nach Hause... Schicksale wiederholen sich? Immer? Hier werden wir Ohrenzeuge der Familiengeschichte der Hardelots; Iris Berben entführt uns auf passende Weise. Die Geschichte unterhält ohne jemals platt zu erscheinen und steigert sogar die Spannung, indem wir immer wieder mithoffen, das Schicksal möge "diesen" Sohn im Krieg bevorzugen und lebendig nach Hause zurückkehren lassen. Großartig!

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Ich bin begeistert von diesem posthum erschienenen Werk. Präzise, einfühlsam und spannend erzählt Irene Nemirovsky von einer typischen Bürgerfamilie, die blind für die Katastrophen und gesellschaftlichen Veränderungen um sich herum an ihren Traditionen und Standesdünkeln festhält. Dabei gibt es auch in dieser Familie Ausreißer, die der Familienräson zum Trotz... Ich bin begeistert von diesem posthum erschienenen Werk. Präzise, einfühlsam und spannend erzählt Irene Nemirovsky von einer typischen Bürgerfamilie, die blind für die Katastrophen und gesellschaftlichen Veränderungen um sich herum an ihren Traditionen und Standesdünkeln festhält. Dabei gibt es auch in dieser Familie Ausreißer, die der Familienräson zum Trotz ihren Gefühlen nachgehen. Durch die Jahrzehnte und die Wirrnisse zweier Kriege begleitet den Leser eine wunderbare Liebesgeschichte, die mit großer Zartheit erzählt ist. Unbedingt hören: Iris Berbens Stimme passt wunderbar zum Inhalt.

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