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Die Frau, die allen davonrannte

Roman

(52)
Eine Farm am Ende der Welt wird zum Mittelpunkteines ganzen Lebens.
Dass Aganetha Smart einst eine kühne Pionierin war, ist in dem Altenheim, in dem sie sitzt, niemandem bewusst. Als zwei junge Leute auftauchen, um sie zu interviewen, sagt sie bereitwillig zu. Trotz ihrer Gebrechlichkeit sehnt sie sich nach Abenteuer. Und auch wenn ihre Erfolge weitestgehend in Vergessenheit gerieten, erinnert sie selbst sich noch sehr genau daran. Als junge Läuferin gewann sie eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Es war ein revolutionärer Sieg, Frauen durften in dieser Kategorie zum ersten Mal teilnehmen. Doch so sehr Aganetha sich bemühte, vor ihrer Vergangenheit konnte sie nicht davonlaufen – ebenso wenig wie vor den Konventionen ihrer Zeit.
Rezension
"Ein sagenhaft schön geschriebens Debüt mit einer unvergesslichen Heldin!" Grazia
Portrait
Carrie Snyder ist Mutter von vier Kindern, Autorin, Organisationstalent, Träumerin, Läuferin, Lehrerin, Fotografin und jemand, der sich die Zeit nimmt, um sich mit einer Tasse Kaffee vor den Computer zu setzen und sich mit dem eigenen Blog zu beschäftigen oder ein Buch zu schreiben. Auch wenn ihre Tage mehr als ausgefüllt sind, fragt sie sich immer wieder, was sie noch tun kann, um sie etwas schöner und wertvoller zu machen. Sie veröffentlichte zwei Bücher mit Kurzgeschichten, die mehrfach ausgezeichnet wurden. Ihr erster Roman »Die Frau, die allen davon rannte« stand bereits wenige Wochen nach Erscheinen auf der Shortlist des Rogers Writers’ Trust Fiction Preises und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Carrie Snyder lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und zwei Hunden in Waterloo, Ontario.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 13.06.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-75464-9
Verlag btb
Maße (L/B/H) 221/139/38 mm
Gewicht 575
Originaltitel Girl Runner
Verkaufsrang 53.225
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Großartig !“

Christina Dumke, Thalia-Buchhandlung Brühl

Aganetha Smarts Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Eine tolle sehr gut entwickelte Figur mit unglaublicher Sogwirkung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 104 ist Aggie als sie aus dem Altenheim entführt wird. Warum es zu dieser Entführung kommt und was man mit 104 alles erlebt hat sollten Sie selber lesen. Ein Roman Aganetha Smarts Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Eine tolle sehr gut entwickelte Figur mit unglaublicher Sogwirkung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 104 ist Aggie als sie aus dem Altenheim entführt wird. Warum es zu dieser Entführung kommt und was man mit 104 alles erlebt hat sollten Sie selber lesen. Ein Roman den man in einem Rutsch durchliest ! Mehr davon !

Kundenbewertungen


Durchschnitt
52 Bewertungen
Übersicht
21
24
7
0
0

Eine wundervolle Facettenreiche und Intensive Geschichte über eine ungewöhnliche Frau
von einer Kundin/einem Kunden am 06.07.2016

„ Eine Farm am Ende der Welt wird zum Mittelpunkt eines ganzen Lebens „ ( so steht es auf der Rückseite des Buchcovers ), dem konnte ich beim Lesen nur zustimmen, schöner kann man es nicht Ausdrücken. Meine Zusammenfassung zum Inhalt: Ich finde es ist eine unglaubliche und berührende Geschichte über Aganetha... „ Eine Farm am Ende der Welt wird zum Mittelpunkt eines ganzen Lebens „ ( so steht es auf der Rückseite des Buchcovers ), dem konnte ich beim Lesen nur zustimmen, schöner kann man es nicht Ausdrücken. Meine Zusammenfassung zum Inhalt: Ich finde es ist eine unglaubliche und berührende Geschichte über Aganetha Smart, Aggie wie sie von ihrer Familie und Freunden gerufen wird. Die einst zur Pionierin als Läuferin wurde. Eine unglaubliche junge und dynamische Frau, die allem trotze um ihren Traum zu verwirklichen. Schon als Kind war sie sehr speziell und hatte ihren eigenen Kopf. Aggie, war die erste junge Läuferin und gewann 1928 bei den Olympischen Spielen in Kanada, im 800 m Lauf, sie ebnete vielen Frauen den Weg, Ihr Weg war oft nicht leicht, er verlangte viel von ihr ab. In vielen Rückblicken erfahren wir mehr über die 104 Jährige Aggie, die in einem Altersheim lebt, und dort von einem jungen Geschwisterpaar besucht wird. Sie möchten sie über ihr Leben als Läuferin interviewen und einen Film über sie drehen. Irgendwie sind die beiden sehr Komisch , man hat das Gefühl das etwas nicht mit rechten Dingen abläuft. In den Gesprächen tauchen wir ab in ihre Kindheit auf einer sehr abgelegen Farm, schon von klein an war sie bessen vom Laufen, sie rannte allen davon, auch ihren eigenen Gefühlen und Problemen. Es war kein leichtes Leben damals, ob auf der Farm oder ihren Sportlichen Karriere , sie musste auf vieles Verzichten. Sie wuchs in einer sehr großen Familie auf, alle mussten mit anpacken. Das Leben dort war nicht einfach und oft entbehrungsreich. All dies ist so intensiv und sensibel herüber gebracht, als wir Aggie von Kindesbeinen bis ins hohe Alter begleiten. Wir bekommen sehr tiefe Einblicke in das Leben, der Familie Smart, die oft vom Schicksal gebeutelt wird. Ich muss sagen das Leben als Frau, war damals nicht einfach, das alles bekommt man zu spüren und erlebt es mit.Eine Geschichte voller spannender und überraschender Wendungen. Zur Autorin: Carrie Snyder , „ Die Frau die allen davon rannte „, ist ihr erster Roman, und er ist ihr mehr als Großartig gelungen. Eine Geschichte die einem in den Bann zieht und berührt. Sie erzählt sehr Facettenreich und lebendig, das Leben der Aganetha Smart und ihrer Familie. Eine wirklich sehr schöne Hommage an all uns Frauen auf dieser Welt. Ihr Erzählstil ist sehr tiefsinnig und sensibel, ebenso das Rollenbild der Frau zur damaligen Zeit, ,mit all seinen Klischees. Das Leben der Familie Smart, die vom Schicksal gebeutelt ist, das alles kommt sehr real herüber. Die Protagonisten und ihre Gefühle sind Glaubhaft, real und sind zum greifen nah, man hat stellenweise das Gefühl, teil des ganzen zu sein. Der Schreibstil ist sehr Bildhaft, flüssig und fesselnd. Man spürt auch das sie intensive Recherche über die damalige Olympiade betrieben hat, auch wenn die Personen Fiktiv sind, waren sie doch der Grundstein zu dieser wundervollen Geschichte. "Eine wundervolle Facettenreiche und Intensive Geschichte über eine ungewöhnliche Frau "

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Rückblick aufs Leben
von einer Kundin/einem Kunden aus Hirschberg am 19.10.2016

In diesem Buch wird über das bewegte Leben einer nun schon 104 Jahre alten Frau, die im Altersheim lebt, berichtet. Es klingt alles etwas melancholisch, vielleicht so zynisch, da das Alter Spuren an der Hauptperson hinterlassen hat, die vielleicht nicht... In diesem Buch wird über das bewegte Leben einer nun schon 104 Jahre alten Frau, die im Altersheim lebt, berichtet. Es klingt alles etwas melancholisch, vielleicht so zynisch, da das Alter Spuren an der Hauptperson hinterlassen hat, die vielleicht nicht immer schön waren. Außerdem sind meiner Meinung nach einige Metaphern und Lebensweisheiten im Buch versteckt, die einen vielleicht selbst zum Nachdenken anregen könnten. Es gibt einige Rückblicke in die Vergangenheit, bei denen man über bestimmte prägende Ereignisse der Hauptfigur erfährt. Ihr Leben im Altersheim ist nicht mehr sehr erfüllend und so kann sie sich noch an schöne oder interessante Erinnerungen klammern oder aufheitern. Ich denke, dass dieses Buch sehr interessant für jedermann sein kann!

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Beeindruckendes Frauenleben
von Sylvia Mangl aus Wien am 16.08.2016

Aganetha Smart wächst in einer großen Familie auf einer Farm in Kanada auf. Ihr Vater ist bereits zum zweiten Mal verheiratet und sie hat jede Menge Geschwister. Ihre Mutter ist Hebamme und hilft auch schon dem einen oder anderen Mädchen, wenn es in „Schwierigkeiten“ ist. Schon als kleines Kind... Aganetha Smart wächst in einer großen Familie auf einer Farm in Kanada auf. Ihr Vater ist bereits zum zweiten Mal verheiratet und sie hat jede Menge Geschwister. Ihre Mutter ist Hebamme und hilft auch schon dem einen oder anderen Mädchen, wenn es in „Schwierigkeiten“ ist. Schon als kleines Kind hat Aggie den unbändigen Drang zu laufen – und sie läuft schneller als alle anderen. Das beschert ihr mit 16 eine Arbeitsstelle bei einem Pralinenhersteller in Toronto, der die weibliche Laufmannschaft finanziert und so qualifiziert sie sich für die Olympischen Spiele 1928 – und gewinnt. Für eine Weile ist Aganetha der absolute Superstar und scheint sogar die Liebe zu finden, doch der Rausch währt nur kurz - Ruhm und Liebe sind bald Geschichte. Die Liebe zum Laufen und die Liebe zu ihrer Familie bleibt ein ganzes langes Leben. Aganethas Geschichte beginnt am Ende ihres Lebens 104-jährig in einem Altersheim, wo sie einsam vor sich hindämmert, bis ein unbekanntes junges Pärchen sie besucht und um ein Interview bittet. Sie stimmt zu, weil es ihren eintönigen Alltag unterbricht und so wird in Rückblenden stückchenweise die Erinnerung an ein langes Leben aufgerollt und schlußendlich die Offenbarung ihres lebenslang gehüteten Geheminsses. Ein sehr berührender Roman über eine starke Frau und gleichzeitig eine Familienchronik, die ein ganzes Jahrhundert abdeckt. Es hat Freude gemacht, dieses Buch zu lesen.

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Lebenslauf
von D. Brown aus München am 08.08.2016

„Man tut, was man tut, bis man das Seine getan hat. Man ist, wer man ist, bis man nicht mehr ist. Ich heiße Aganetha Smart und bin hundertvier. Glaubt nur nicht, dass das ein Privileg wäre. Ich habe alle überlebt, die ich je geliebt habe und die mich je... „Man tut, was man tut, bis man das Seine getan hat. Man ist, wer man ist, bis man nicht mehr ist. Ich heiße Aganetha Smart und bin hundertvier. Glaubt nur nicht, dass das ein Privileg wäre. Ich habe alle überlebt, die ich je geliebt habe und die mich je geliebt haben. Und ich habe mich auch nicht besonders gut gehalten.“ Das glaubt sie, bis sie eines Tages Besuch von zwei jungen Leuten bekommt, die sie interviewen möchten. Sie die kanadische Olympiasiegerin von 1928. Aggie begibt sich mit ihnen auf eine äußerlich kleine Reise zurück zu ihren Wurzeln, es wird ein Besuch auf der Farm ihrer Familie. Dies wird auch eine längere Reise in die Jahre vor und während der großen Weltwirtschaftskrise die schließlich im zweiten Weltkrieg enden wird. Aggie und ihre Schwestern Cora, Fannie und Edith verleben eine unbeschwerte Kindheit, wenn auch das Leben auf einer Farm mit vielen arbeitsamen Pflichten, auch für Kinder verbunden ist. Schon früh verspürt Aggie das Bedürfnis zu laufen was sie so gut tut, das es schließlich dazu führt, dass sie als junge Frau in den Kader der olympischen Mannschaft für Kanada aufgenommen wird. Nach ihrem Sieg in Amsterdam verdient Aggie ihren Lebensunterhalt als Fotomodell für Werbekampagnen, muss dann diese Arbeit aufgeben, und wird Dank ihrer Gönnerin Miss Alexandrine Gibb Reporterin bei einer Zeitung. Diesen Job wird sie bis zu ihrer Pensionierung ausüben, und auch in ihrer Freizeit immer weiter laufen. Schließlich zieht sie wieder auf die Farm ihrer Familie wo ihre ältere Schwester Cora noch immer lebt, und aller gemeinsamer Vater versorgt. Bis auf Edith blieben alle Schwestern unverheiratet. Fannie weil sie schon sehr jung an einer Krankheit stirbt, Cora ihr Leben lieber als Krankenschwester verbringt und schließlich Aggie, die keinen passenden Mann findet und daher lieber unabhängig bleibt. In Rückblenden erzählt die Autorin das Leben, nicht nur der Aganetha Smith, sondern das Leben der Frauen dieser Zeit, das eingeengt von Konventionen und Regeln, nur sehr langsam freier wird, weil es auch Frauen gibt, die sich über eben diese Regeln hinweg setzen und somit stetig die Gesellschaft verändern helfen. So z. B. Alexandrine Gibb, einst selbst Athletin, und nach ihrer aktiven Zeit, treibende Kraft im kanadischen Frauensport, und schließlich Team-Managerin der Frauenmannschaft bei den Olympischen Spielen in Amsterdam 1928. Diese Frau gab es wirklich und die Autorin hat sie in die fiktive Geschichte der Aganetha Smith als eine der wichtigen Protagonistinnen mit hinein geschrieben. Das, wohl verborgene jedoch sehr wichtige, Lebensgeheimnis von Aganetha wird erst am Ende des Buches gelüftet werden, welches jedoch als große Sehnsucht immer ihr Begleiter war und dem sie trotz ihres lebenslangen Laufens nie entrinnen konnte. Als sehr alte Frau wird sie schließlich endlich ihren Frieden finden, weil sie die Gelegenheit bekommt eben jener jungen Frau die sie zu Anfang des Romans besucht, ein großes Geschenk zu machen. So schließt der sehr schöne sehr gut von Cornelia Hohlfelder- von der Tann übersetzte Roman. Mein Fazit: Lesenswert!

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Berührende Familiengeschichte, nicht vordergründig Sportroman
von anushka am 08.08.2016

Aganetha "Aggie" Smart wird 1908 als eines von vielen Kindern der Familie Smart auf einer Farm in Kanada geboren. Inzwischen ist sie 104 Jahre alt und lebt in einem Altenheim und nichts erinnert daran, dass sie einst eine Pionierin des Frauensports war. Nun tauchen zwei junge Leute auf und... Aganetha "Aggie" Smart wird 1908 als eines von vielen Kindern der Familie Smart auf einer Farm in Kanada geboren. Inzwischen ist sie 104 Jahre alt und lebt in einem Altenheim und nichts erinnert daran, dass sie einst eine Pionierin des Frauensports war. Nun tauchen zwei junge Leute auf und wollen sie für einen Film interviewen. Dazu bringen sie sie an den Ort ihrer Kindheit zurück und hier entfaltet sich das ganze Leben der Aganetha Smart zwischen historischen Sportereignissen und den Konventionen einer vergangenen Zeit. Aggie wächst sehr ländlich auf und in einer eher ungewöhnlichen Familienkonstellation. Ihre Mutter ist die zweite Frau des Vaters. Bereits mit der ersten hatte er Kinder, sodass Aggie sehr viele Geschwister hat. Bereits früh entdeckt sie ihren Drang zu laufen. Mit 16 entflieht sie endlich der entlegenen Farm, mit der sie schöne, aber auch schmerzhafte Erinnerungen verbindet, und landet bei einer ihrer Schwestern in Toronto. Dort wird sie schließlich ins Trainingsteam eines Pralinenherstellers aufgenommen, mit dem sie schließlich die Olympischen Spiele 1928 erreicht und als eine der ersten Frauen die 800-Meter-Strecke läuft. Doch sie ist weiterhin von den Konventionen dazu eingeschränkt, was eine (alleinstehende) Frau darf und was nicht. Diese werden ihr ganzes Leben bestimmen. "Die Frau, die allen davon lief" ist vor allem eine berührende Familiengeschichte, in der es um Aggie und ihre Geschwister geht. Den meisten von ihnen ist leider kein langes Leben beschieden, sodass Aggie viele Verluste verkraften muss. Zu Beginn ist der Erzählstil verwirrend. Die 104-jährige Aggie erzählt ihr Leben in Rückblenden, die leider gerade am Anfang nicht chronologisch aufeinander aufbauen, sondern sehr sprunghaft sind, sodass es auf den ersten 100 Seiten schwer fällt, die Bezüge zueinander herzustellen. Einzelne Episoden aus Aggies Kindheit sind schwer verständlich, vor allem, wenn es um das Laufen geht und wo das auf einmal herkommt. Insgesamt steht der Sport eigentlich nicht so im Fokus, wie ich es erwartet hätte. Aggie scheint zwar ein natürliches Laufbedürfnis, dafür aber wenig Ehrgeiz zu besitzen. Ihre Erfolge sind eher zufällig und für die Geschichte ist wichtiger, wie sich diese Erfolge auf ihre Freundschaften und Familienbeziehungen auswirken. Die Sportkarriere an sich ist eher eine kurze Episode in ihrem Leben. Zugegeben, die Autorin kann anhand dieser Karriere und ihren Bedingungen sehr gut darstellen wie stark benachteiligt und eingeschränkt Frauen auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch waren, doch die Dramatik und Tragik der Geschichte liegen eher in den persönlichen Entscheidungen Aggies. Wenn man sich von den Erwartungen eines Sportromans löst, erlebt man mit diesem Roman eine emotionale Geschichte einer Frau über ein Jahrhundert hinweg, die sich auch entgegen der Konventionen ihren Weg sucht und doch immer wieder an Grenzen stoßen muss. Die Rückblenden fügen sich mit fortlaufender Seitenzahl auch immer besser zusammen und am Ende entsteht noch einmal ein Überraschungsmoment. Trotz kleiner Längen zwischendurch hat mich das Buch sehr berührt und mir gleichzeitig, wenn auch am Rande, noch etwas über den Frauensport beigebracht.

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Was am Ende bleibt
von einer Kundin/einem Kunden aus Hart bei Graz am 04.08.2016

Bis ins hohe Alter hinein war Laufen Aganetha Smarts Lebensinhalt. Wie dem Titel zu entnehmen ist, war es vor allem ein Davonlaufen. Jetzt - mit 104 Jahren - lebt Aganetha im Altersheim. Sie wird kaum noch als Mensch wahrgenommen und lässt alles über sich ergehen. Eines Tages bekommt sie... Bis ins hohe Alter hinein war Laufen Aganetha Smarts Lebensinhalt. Wie dem Titel zu entnehmen ist, war es vor allem ein Davonlaufen. Jetzt - mit 104 Jahren - lebt Aganetha im Altersheim. Sie wird kaum noch als Mensch wahrgenommen und lässt alles über sich ergehen. Eines Tages bekommt sie Besuch von einer angeblich Verwandten in Begleitung eines jungen Mannes. Sie fragt sich, wer die junge Dame sein könnte, ihre Angehörigen sind alle längst tot. Immer wieder schweift sie in Gedanken ab und lässt den Leser teilhaben an einem aufregenden aber nicht gerade leichten Leben. Obwohl sie nicht weiß, was die Fremden mit ihr vor haben, freut sie sich, als sie zu einem Ausflug mit dem Rollstuhl hinausgeschoben wird. Auf diesem Ausflug kehrt Aganetha an einen Ort zurück, an dem sie sich in ihren Erinnerungen häufig wiederfindet. Sie erfährt, wer die beiden Menschen sind und wie ihr Schicksal sie miteinander verbindet. Der Leser wird immer wieder mit in die Vergangenheit genommen und erfährt eine interessante und spannende Lebensgeschichte. Die Geschichte einer Frau, die sich nicht wie die meisten ihrer ehemaligen Kolleginnen über den Ehemann definiert, sondern selbst ihren Weg geht. Ein sehr steiniger Weg, auf dem sie sich jedoch selbst treu zu bleiben versucht. Zu kämpfen hat Aganetha vor allem gegen die vielen Vorurteile. Frauen sollten sich zu dieser Zeit sportlich nicht verausgaben. Ihre Aufgabe war es, fruchtbar zu sein und es wurde befürchtet, dass schnelles Laufen der Gebärmutter schaden könnte. Die vielen Rückblenden machen die Geschichte lebendig. Sehr hilfreich ist der Familienstammbaum zu Beginn des Buches. Die Kapitel sind nicht zu lang und der Erzählstil ist flüssig und nie langweilig. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und viele Fakten in den Roman eingewoben. Auch wenn Anganetha Smart eine fiktive Person ist, hat man als Leser das Gefühl, es gibt sie wirklich und diese Lebensgeschichte kann nicht erfunden sein.

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Berührend und unvergesslich
von Frieda-Anna am 27.07.2016

Aggie muss laufen, laufen laufen. Das war schon immer so und hat sich auch nie geändert, bis sie, mittlerweile 104 Jahre alt, in einem Altenheim ihr Dasein fristet. Aganetha Smart, so ihr richtiger Name, ist eine nun vergessene Pionierin. Sie gewann 1928 olympisches Gold für Kanada im Langstreckenlauf. Damals... Aggie muss laufen, laufen laufen. Das war schon immer so und hat sich auch nie geändert, bis sie, mittlerweile 104 Jahre alt, in einem Altenheim ihr Dasein fristet. Aganetha Smart, so ihr richtiger Name, ist eine nun vergessene Pionierin. Sie gewann 1928 olympisches Gold für Kanada im Langstreckenlauf. Damals durften Frauen erstmals über eine solche Distanz teilnehmen. Aggie ist so alt, dass es keine Freunde, Bekannte oder Verwandte mehr gibt. Alle sind verstorben. Doch eines Tages taucht ein junges Pärchen auf, das brennendes Interesse an Aggies Person zeigt. Trotz körperlicher Unzulänglichkeiten bemerkt Aggie, dass etwas nicht stimmt… Die Autorin hat in den Vordergrund gestellt, wie schnell Ruhm und Erfolg verblassen können und wie anstrengend und zermürbend es sein kann, einen hohen Leistungsstandard zu halten. Trotzdem die fiktive Hauptperson eine begnadete Läuferin war, ist ihr Glück im wahrsten Sinne auf der Strecke geblieben. Sie musste mit vielen harten Schicksalschlägen, Verlust, Tod und Trauer umgehen. Besonders imposant ist es der Autorin, selbst leidenschaftliche Läuferin, gelungen, die Verbindung zwischen Aggie in alt und Aggie in jung zu schaffen und handeln zu lassen. Sehr beeindruckend. Und trotz der vielen Zeitsprünge ist man als konzentrierter Leser, nicht zuletzt dank des vorausgeschickten Stammbaums, immer mitten im Geschehen. Die Geschichte um Aggies Person wird mir als leidenschaftlicher Fan von Familiengeschichten, bei der auch hier das große Geheimnis nicht fehlt, in Erinnerung bleiben. Ein tragischer Einblick in ein ganzes langes Leben einer beeindruckend geschaffenen Persönlichkeit mit Überlegungen, ob ein solch langes Leben erstrebenswert sein könnte. Eine empfehlenswerte spektakuläre Fahrt auf der Gefühlsachterbahn und ein unvergessliches Leseerlebnis.

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Berührend und unvergesslich
von Frieda-Anna aus Eppendorf am 27.07.2016

Aggie muss laufen, laufen laufen. Das war schon immer so und hat sich auch nie geändert, bis sie, mittlerweile 104 Jahre alt, in einem Altenheim ihr Dasein fristet. Aganetha Smart, so ihr richtiger Name, ist eine nun vergessene Pionierin. Sie gewann 1928 olympisches Gold für Kanada im Langstreckenlauf. Damals... Aggie muss laufen, laufen laufen. Das war schon immer so und hat sich auch nie geändert, bis sie, mittlerweile 104 Jahre alt, in einem Altenheim ihr Dasein fristet. Aganetha Smart, so ihr richtiger Name, ist eine nun vergessene Pionierin. Sie gewann 1928 olympisches Gold für Kanada im Langstreckenlauf. Damals durften Frauen erstmals über eine solche Distanz teilnehmen. Aggie ist so alt, dass es keine Freunde, Bekannte oder Verwandte mehr gibt. Alle sind verstorben. Doch eines Tages taucht ein junges Pärchen auf, das brennendes Interesse an Aggies Person zeigt. Trotz körperlicher Unzulänglichkeiten bemerkt Aggie, dass etwas nicht stimmt… Die Autorin hat in den Vordergrund gestellt, wie schnell Ruhm und Erfolg verblassen können und wie anstrengend und zermürbend es sein kann, einen hohen Leistungsstandard zu halten. Trotzdem die fiktive Hauptperson eine begnadete Läuferin war, ist ihr Glück im wahrsten Sinne auf der Strecke geblieben. Sie musste mit vielen harten Schicksalschlägen, Verlust, Tod und Trauer umgehen. Besonders imposant ist es der Autorin, selbst leidenschaftliche Läuferin, gelungen, die Verbindung zwischen Aggie in alt und Aggie in jung zu schaffen und handeln zu lassen. Sehr beeindruckend. Und trotz der vielen Zeitsprünge ist man als konzentrierter Leser, nicht zuletzt dank des vorausgeschickten Stammbaums, immer mitten im Geschehen. Die Geschichte um Aggies Person wird mir als leidenschaftlicher Fan von Familiengeschichten, bei der auch hier das große Geheimnis nicht fehlt, in Erinnerung bleiben. Ein tragischer Einblick in ein ganzes langes Leben einer beeindruckend geschaffenen Persönlichkeit mit Überlegungen, ob ein solch langes Leben erstrebenswert sein könnte. Eine empfehlenswerte spektakuläre Fahrt auf der Gefühlsachterbahn und ein unvergessliches Leseerlebnis.

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Laufen, bis die große Stille beginnt
von einer Kundin/einem Kunden aus Witten am 23.07.2016

Im Mittelpunkt von Carrie Snyders Debütroman “Die Frau, die allen davonrannte“ (Originaltitel: “Runner Girl“) steht Aganetha Smart. Sie ist 104 Jahre alt und lebt in völliger Anonymität in einem Altersheim. Aganetha genannt Aggie hält es nicht für ein Privileg, so alt zu werden, denn alle die... Im Mittelpunkt von Carrie Snyders Debütroman “Die Frau, die allen davonrannte“ (Originaltitel: “Runner Girl“) steht Aganetha Smart. Sie ist 104 Jahre alt und lebt in völliger Anonymität in einem Altersheim. Aganetha genannt Aggie hält es nicht für ein Privileg, so alt zu werden, denn alle die sie geliebt hat und die sie geliebt haben, sind tot. Das Leben im Heim ist völlig ereignislos. Die einzig mögliche Veränderung ist der Standort ihres Rollstuhls. Deshalb freut sie sich, als Max und Kaley, ein ihr unbekanntes Geschwisterpaar, sie eines Tages spazieren fahren wollen. Sie ahnt sofort, dass es nicht wirklich um eine Spazierfahrt geht. Sie fahren mit ihr zu der Farm in Ontario, auf der sie aufgewachsen ist und wollen sie interviewen und filmen. In zahlreichen langen Rückblenden aus Aganethas Perspektive erfährt der Leser die Geschichte ihres Lebens. Gern erinnert sie sich an ihre Kindheit und Jugend auf der Farm mit ihren Geschwistern und Halbgeschwistern. Besonders nah stand sie der 13 Jahre älteren Halbschwester Fanny aus der ersten Ehe ihres Vaters. Die innere Verbindung zu ihr ist bis ins hohe Alter nicht abgerissen. Schon in ihrer Kindheit ist Aganetha fasziniert vom Laufen. Sie läuft täglich, obwohl dies für Mädchen als unschicklich galt. Als 16jährige folgt sie einer Einladung ihres Halbbruders George nach Toronto und lebt dort mit ihrer Schwester Olive in einer Pension. Beide arbeiten in einer Fabrik. Dann wird sie in das Leichtathletikteam des Besitzers der Pralinenfabrik Rosebud aufgenommen und arbeitet fortan für ihn. Sie lernt ihre Mannschaftskameradin Glad kennen, mit der sie eine tiefe Freundschaft verbindet. Doch sie muss erkennen, dass sie nicht nur im Sport Rivalinnen sind, und ihre Wege trennen sich. 1928 nimmt Aganetha an den Olympischen Spielen in Amsterdam teil und gewinnt die Goldmedaille über 800m, eine Disziplin, die sofort danach für Frauen untersagt und erst 1960 wieder zugelassen wird. Von ihrem Ruhm profitiert sie nur kurzzeitig, denn der Börsenkrach von 1929 und die nachfolgende Weltwirtschaftskrise stürzt viele Menschen in den Ruin. Das Team der Läuferinnen gibt es nicht mehr. Auch wenn ihre Karriere damit beendet ist, verliert Aganetha nicht ihre Begeisterung für das Laufen. Sie läuft bis ins hohe Alter, zuletzt nur noch in ihrem Kopf. Mit Aganetha Smart hat Snyder ein eindrucksvolles Frauenporträt geschaffen. Ihre Geschichte berührt, auch wenn die Figur der Läuferin fiktiv ist. Die Schwierigkeiten, die eine Sportlerin zu der damaligen Zeit zu überwinden hatte und generell die gesellschaftlichen Einschränkungen für Frauen sind jedenfalls gut recherchiert und wirken authentisch. Besonders gelungen erscheint mir die Darstellung der komplizierten Familienverhältnisse. Die Begegnung mit den jungen Leuten konfrontiert Aganetha mit verdrängten Erinnerungen und einem Geheimnis, das sie mit in den Tod nehmen wird. Mit dem Ende ihrer Geschichte scheint sie auch am Ende ihres Lebens angekommen zu sein. Mir hat Snyders Roman sehr gut gefallen, vor allem das einfühlsame Porträt einer starken Frau, die ihren kurzen Ruhm und ihre Fähigkeit zu laufen überlebt hat. Gut gelungen ist auch die Verbindung von Fiktion und zeitgenössischem Hintergrund. Ein sehr empfehlenswertes Buch.

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Aganethas Leben
von Herbert Mangl aus Wien am 20.07.2016

Aganetha Smart blickt auf ein langes bewegtes Leben zurück. Mittlerweile ist sie 104 Jahre alt und lebt in einem Altersheim – die letzte, die von ihrer großen Familie noch übrig ist, so denkt sie. Eines Tages bekommt sie Besuch von einem jungen Paar, das sie zu einem Ausflug mitnimmt.... Aganetha Smart blickt auf ein langes bewegtes Leben zurück. Mittlerweile ist sie 104 Jahre alt und lebt in einem Altersheim – die letzte, die von ihrer großen Familie noch übrig ist, so denkt sie. Eines Tages bekommt sie Besuch von einem jungen Paar, das sie zu einem Ausflug mitnimmt. Der Ausflug führt zu ihrem Elternhaus, das längst verlassen und halb verfallen ist. Aganetha erinnert sich wieder an ihre Kindheit und Jugend und an ihre glanzvolle Zeit, als sie eine der besten Läuferinnen ihres Landes war und dabei war und sogar gewonnen hat, als Frauen zum ersten Mal an der Olympiade teilnehmen durften. In einer sehr geschickten Mischung sind Gegenwart und Vergangenheit verwoben, oft in einer einzigen Szene, in einem Satz. Stück für Stück wird nicht nur die Geschichte von Aggie und ihrer gesamten Familie erzählt, am Ende wird auch ihr großes Geheimnis offenbart, dass nur ein ganz kleiner Kreis bewahrt hat – und das die Geschichte rund macht. Es ist eine beeindruckende, aber leise Geschichte, ohne große Höhepunkte oder Spannungsbögen, trotzdem sehr eindringlich und eindrucksvoll. Die Sprache ist klar und einnehmend und man wird ganz locker in die Zeit von vor hundert Jahren zurückversetzt – in ein ganz anderes Leben. Es ist keine Sportlerbiographie, weil damals der Sport nicht das Leben bestimmt hat – wie er das heute oft tut, er war ein Teil davon, mehr nicht.

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Man kann der Vergangenheit nicht davonlaufen
von einer Kundin/einem Kunden aus Steyerberg am 09.07.2016

Die wunderbare Geschichte wird aus der Sicht der 104 (!)-jährigen Aggie erzählt. Sie lebt in einem Pflegeheim und jeder Tag gleicht dem anderen. Sie hat kein Gefühl dafür, welche Jahreszeit gerade ist. Besuch bekommt sie keinen. Bis zu dem Tag, als Kaley und Max sie zu einem Spaziergang mitnehmen.... Die wunderbare Geschichte wird aus der Sicht der 104 (!)-jährigen Aggie erzählt. Sie lebt in einem Pflegeheim und jeder Tag gleicht dem anderen. Sie hat kein Gefühl dafür, welche Jahreszeit gerade ist. Besuch bekommt sie keinen. Bis zu dem Tag, als Kaley und Max sie zu einem Spaziergang mitnehmen. Wobei dieser Spaziergang schon fast eine Ähnlichkeit mit einer Entführung hat. Aggie überlegt, ob sie die beiden kennen könnte, aber das scheint ihr unmöglich. Alle bekannten Freunde und Familienmitglieder sind inzwischen verstorben. Schon sehr früh in ihrer Kindheit merkt Aggie, dass sie anders ist als ihre Geschwister. Sie kennt keine Angst und lohtet gerne ihre Grenzen aus. Laufen ist ihr Leben. Mit 16 Jahren verlässt sie ihre Familie um sich ganz dem Laufen zu widmen. Ihr gelingt es, bei den ersten Olympischen Spielen, an denen Frauen beim 800 m-Lauf teilnehmen dürfen, die Gold-Medallie zu gewinnen. Doch dieser Gewinn der Gold-Medallie sowie weitere Dinge machen das Leben für Aggie nicht einfach. Der Leser erfährt in mehreren Erzählsträngen, das bewegende Leben von Aggie sowie das Geheimnis, das Aggie sehr viele Jahre in ihrem Leben begleitet. Der Schreibstil ist etwas anders als erwartet, aber er gefällt. Sehr hilfreich ist der Stammbaum der am Anfang der Buches abgebildet ist.

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Ein interessantes Leben
von zauberblume am 08.07.2016

"Die Frau, die allen davon rannte" ist ein äußerst gelungener Debütroman con Carrie Snyder. Mit diesem Roman hat die Autorin die Herzen der Leser im Sturm erobert. Wir tauchen ein in eine sehr interessante und spannende Geschichte über das Leben von Aganetha Smart. Der Inhalt: Dass Aganetha Smart einst eine... "Die Frau, die allen davon rannte" ist ein äußerst gelungener Debütroman con Carrie Snyder. Mit diesem Roman hat die Autorin die Herzen der Leser im Sturm erobert. Wir tauchen ein in eine sehr interessante und spannende Geschichte über das Leben von Aganetha Smart. Der Inhalt: Dass Aganetha Smart einst eine kühne Pionierin war, ist in dem Altenheim, in dem sie sitzt, niemandem bewusst. Als zwei junge Leute auftauchen, um sie zu interviewen, sagt sie bereitwillig zu. Trotz ihrer Gebrechlichkeit sehnt sie sich nach Abenteuer. Und auch wenn ihre Erfolge weitestgehend in Vergessenheit gerieten, erinnert sie selbst sich noch sehr genau daran. Als junge Läuferin gewann sie eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Es war ein revolutionärer Sieg, Frauen durften in dieser Kategorie zum ersten Mal teilnehmen. Doch so sehr Aganetha sich bemühte, vor ihrer Vergangenheit konnte sie nicht davonlaufen – ebenso wenig wie vor den Konventionen ihrer Zeit. Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort angesprochen und erst die Geschichte. Einfach traumhaft. Wir lernen eine betagte Protagonistin , Aganetha Smart kennen und erfahren viel über ihr ganzes Leben. Sie wuchs auf einer Farm auf und hat sich trotzdem, allen zum Trotz, ihren Lebenstraum erfüllt. Sie wurde eine erfolgreiche Läuferin und gewann 1928 für Kanada sogar die Goldmedaille. Für die zwei jungen Reporter beginnt mir ihrem Interview eine bewegende Zeitreise. Aganetha wollte sich über Vergangenheit hinwegsetzen und vieles vergessen, doch das ist ihr nie ganz gelungen. Ich war ein stiller Zuhörer und bewundere Aganetha. Sie ist und bleibt eine Pionierin. Ich bin völlig eingetaucht in ihre Welt. Ein ansprechendes Buch, das auch zum Nachdenken anregt und das ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Das ansprechende Cover gefällt mir sehr gut. Auch finde ich den Satz auf der Buchrückseite äußerst passend: Eine Farm am Ende der Welt wird zum Mittelpunkt eines ganzen Lebens. Also ist es doch völlig egal, wo man aufwächst und lebt, man muss nur an sich glauben und an seinem Ziel festhalten. Selbstverständlich vergebe ich für dieses wunderbare Erstlingswerk 5 Sterne und freue mich schon auf den nächsten Roman der Autorin.

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Alle Kommenden. Alle Gehenden ...
von einer Kundin/einem Kunden aus Brachbach am 04.07.2016

… soll er sicher nach Hause lotsen, der Leuchtturm, den Robert Smart im Garten seines Hauses errichtet hat. In „Die Frau, die allen davonrannte“ kommen und gehen die Romanfiguren, sie bleiben, gehen wieder, kehren zurück, gehen für immer. ... … soll er sicher nach Hause lotsen, der Leuchtturm, den Robert Smart im Garten seines Hauses errichtet hat. In „Die Frau, die allen davonrannte“ kommen und gehen die Romanfiguren, sie bleiben, gehen wieder, kehren zurück, gehen für immer. Carrie Snyder wählt einen äußerst gelungenen Einstieg, um den Leser mit der Familienbiografie der Smarts vertraut werden zu lassen. Roberts Tochter, die kleine Aganetha, geht wie so oft mit ihrer zehn Jahre älteren Halbschwester Fannie auf den Friedhof. Auf diesem „Friedhof der toten Kinder“ liegen Fannies Mutter und vier ihrer viel zu jung verstorbenen Brüder, die sie immer liebevoll mit „Hallo, Mutter! Hallo, Jungs!“ begrüßt. Der Stammbaum am Beginn des Romans erleichtert dem Leser zudem das Verständnis der verwandtschaftlichen Beziehungen. Heute ist Aganetha Smart 104 Jahre alt und lebt in einem Altenheim, von Fremden umgeben, im Rollstuhl sitzend in einem Zimmer, das nach „Hühnerfett und Windeln riecht“. Sie war einmal berühmt. Als junge Läuferin gewann sie für Kanada bei den Olympischen Spielen in Amsterdam 1928 eine Goldmedaille, nachdem erstmals Frauen in dieser Kategorie antreten durften. Auf 340 Seiten entfaltet die Autorin ein breit gefächertes Spektrum von Aganethas Leben, und die sollte der Leser aufmerksam lesen. Unvermittelt, von einem Satz zum anderen, ausgelöst durch Gesten, Worte und Bilder, wechseln die unterschiedlichen Zeitebenen der weiß Gott nicht immer einfachen und behüteten Kindheit mit dem Erfolg ihrer Jugend und ihres heutigen Abenteuers. Im Altenheim sind nämlich zwei junge Geschwister aufgetaucht, die die alte Dame angeblich kennen und sie „entführen“, um einen Film über sie zu drehen. Was sich hinter den beiden Personen und ihrer Mutter verbirgt, sei hier nicht verraten und wird erst am Ende des Buches aufgelöst. Aganetha Smart ist eine fiktive Romanfigur, die zwar auf den historischen Tatsachen der Olympischen Spiele von 1928 basiert, aber hier stellvertretend die Pionierin verkörpert. Aber es geht um weitaus mehr als um Emanzipation. Ihr Leben ist angefüllt mit Momenten voller Wehmut, Enttäuschungen, Selbstzweifeln, Schicksalsschlägen, ein wenig Glück und sehr persönlichem Leid. Das hört sich zunächst wie triefender Schmerz an, ist es aber nicht. Carrie Snyder lässt den Leser intensiv und sprachlich gekonnt teilhaben an den Höhen und Tiefen von Aganethas Biografie. Keine Allerweltsliteratur, keine leicht zu genießende Kost, aber gerade deshalb lesenswert!

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Der Rausch der Geschwindigkeit
von Klara am 28.06.2016

In Carrie Snyders Romandebüt “Die Frau, die allen davon rannte“ geht es um Aganetha Smart, die 1928 als 20jährige in Amsterdam die Goldmedaille über 800m gewann. Der Medaillengewinn und der damit verbundene Ruhm war der Höhepunkt eines langen Lebens, denn Aganetha ist inzwischen 104 Jahre... In Carrie Snyders Romandebüt “Die Frau, die allen davon rannte“ geht es um Aganetha Smart, die 1928 als 20jährige in Amsterdam die Goldmedaille über 800m gewann. Der Medaillengewinn und der damit verbundene Ruhm war der Höhepunkt eines langen Lebens, denn Aganetha ist inzwischen 104 Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim. Sie hat ihren großen Augenblick um mehr als 80 Jahre überlebt. Niemand erinnert sich mehr daran, wer sie einmal war – bis auf Max und Keyla, die sie eines Tages besuchen, um angeblich eine Spazierfahrt mit ihr zu machen. Aganetha kennt sie nicht, ist aber dankbar für die Abwechslung in ihrem eintönigen Alltag. Die jungen Leute haben sie ganz bewusst aufgespürt, um sie zu befragen und einen Film zu drehen. Wie sich gegen Ende des Romans zeigt, verfolgen sie dabei ihre eigenen Ziele. Aus Aganethas Sicht erzählt der Roman auf zwei Zeitebenen die Geschichte ihres Lebens, von ihrer Kindheit und Jugend auf der Farm, dem Leben in der Großfamilie mit den Kindern aus der ersten und zweiten Ehe des Vaters bis zum Endpunkt der Entwicklung, der Rückkehr der alten Dame auf die Farm ihrer Familie. Aganetha wird dadurch mit Geschehnissen in der Vergangenheit konfrontiert, die sie ein Leben lang verdrängt hat. Ihr Geheimnis erfährt am Ende nur der Leser. Der Roman behandelt eine Vielzahl von Themen, vor allem natürlich die Besessenheit der Protagonistin vom Laufen. Sie kann nie damit aufhören. Ihr Denken kreist auch im hohen Alter noch immer ständig darum, obwohl es physisch nicht mehr möglich ist. Daneben spielen Themen wie Freundschaft und Liebe, die damalige Schwierigkeit für Frauen, sich als Sportlerin zu behaupten und generell die weitgehende Unmöglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen eine Rolle, aber auch die Folgen der Weltwirtschaftskrise und der 1. Weltkrieg. Die Autorin hat gründlich recherchiert und vermittelt vor allem die sportliche Seite – sie ist selbst Läuferin – sehr authentisch. Mich hat das in den historischen Kontext eingebettete Porträt einer außergewöhnlichen Frau beeindruckt und berührt. Ich empfehle den Roman ohne Einschränkung.

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Die Frau, die allen davonrannte
von einer Kundin/einem Kunden aus Mönchengladbach am 28.06.2016

Der Roman beginnt mit der Schilderung, wie die einhundrrtvierjährige Aganetha Smart in ihrem Rollstuhl im Altenheim sitzt und über den Verfall ihres Körpers sinniert. Schnell ist klar, das sich in dem hinfälligen Körper ein wacher Geist bewegt. Die Monotopie wird durchbro-chen, als Aganetha von zwei jungen Leuten aus dem... Der Roman beginnt mit der Schilderung, wie die einhundrrtvierjährige Aganetha Smart in ihrem Rollstuhl im Altenheim sitzt und über den Verfall ihres Körpers sinniert. Schnell ist klar, das sich in dem hinfälligen Körper ein wacher Geist bewegt. Die Monotopie wird durchbro-chen, als Aganetha von zwei jungen Leuten aus dem Altenheim geholt wird, vorgeblich um einen Film mit ihr zu drehen. In Rückblicken wird nun das bewegte Leben von Aggie geschil-dert, welche olympisches Gold mit der kanadischen Mannschaft als Läuferin gewonnen hat, im weiteren Leben jedoch einige Hürden zu überwinden hat. Der Roman endet mit einer für den Leser überraschenden Offenbarung, welche jedoch logisch für das ganze Leben von Aggie ist. Die Autorin hat mit Aggie und deren Familiengeschichte einen tollen Roman geschrieben, welcher durch die genauen Kennnisse der Autorin zu den Zulassungen von Frauen in der damaligen Zeit bei Leichtathletikwettbewerben und den Trainingsbedingungen rundum stim-mig ist. Auch die Beschreibung der Arbeitsbedingungen und der Wohnsituation ist authentisch und sorgt zusammen mit dem Schreibstil für ein gelungenes Lesevergnügen. Der Stammbaum zu Beginn des Buches ist hilfreich, und das Cover schafft es, die junge Ag-gie und die alte Farm gelungen zu verbinden und gleichzeitig noch das Rennen Aggies dar-zustellen. Ein Roman, welcher nicht nur Sportlerinnen anspricht.

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Aggies langes Leben
von einer Kundin/einem Kunden aus Lemwerder am 27.06.2016

Die Frau, die allen davonrannte von Carrie Snyder wurde übersetzt von Cornelia Holfelder-von der Tann. Besonders gut ist der Stammbaum vorne im Buch. Gerade bei diesem Roman eine Hilfe. Der Roman wird in der Ich-Perspektive von der 104jährigen Protagonistin Aggie Smart erzählt. Sie hatte 1928 bei der Olympiade eine Goldmedaille mit... Die Frau, die allen davonrannte von Carrie Snyder wurde übersetzt von Cornelia Holfelder-von der Tann. Besonders gut ist der Stammbaum vorne im Buch. Gerade bei diesem Roman eine Hilfe. Der Roman wird in der Ich-Perspektive von der 104jährigen Protagonistin Aggie Smart erzählt. Sie hatte 1928 bei der Olympiade eine Goldmedaille mit dem 800 Meterlauf der kanadischen Frauen bekommen. Man erfährt von den Kämpfen der Frauen. Länger wie 800 Meter durften sie damals nicht laufen. Jetzt lebt sie in einem Pflegeheim. Aggie kommt autentisch rüber, so wie sie erzählt, immer hin und her, wie ihr gerade die Gedanken kommen. So kenne ich das, von älteren Personen. Sie besteht eigentlich auf Miss Smart, aber die Pflegerinnen verstehen sie nicht richtig, so muss sie sie immer wieder darauf hinweisen. Der Roman ist von der Autorin richtig gut gemacht worden. Man kann sich so gut in die Gefühle von Aggie einlesen. Die Sprache ist dadurch etwas anders, aber passend. Jetzt läuft sie nur noch in Gedanken. Sie wird von der jungen Kaley, die Aggie immer wieder mit ihrer Schwester Fannie verwechselt und deren Bruder Max, zu einem Spaziergang abgeholt. Die fahren dann mit ihr zu der Farm und der Gegend um Aggies Familie. So laufen ihre Erinnerungen kunterbunt durcheinander. Manches hatte sie anders in Erinnerung. Schon als Kind ist sie immer viel gelaufen. Sie hatte viele Geschwister, die in ihren Gedanken dimmer wiederr zu Wort kommen. Aggie wardie Jüngste, sie hatte von allen Geschwistern andere Erinnerungen. Mit einigen war sie mehr verbunden, viele sind früh gestorben. Kayla läuft auch und redet immer von Kosten, das versteht Aggie dann nicht so richtig. Die Geschichte entwickelt sich gut. Aggies Leben verlief nicht immer gut, ihre Entscheidungen waren wohl nicht immer richtig, aber das geht eben jedem so. Für mich war dieser Roman ein schönes Leseerlebnis und kann ihn weiter empfehlen..

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Der Lebenslauf einer dem Laufen verschriebenen Sportlerin
von einer Kundin/einem Kunden aus syke am 19.06.2016

Kanada 1908: Aganetha Smart wird als jüngstes Kind einer langen Geschwisterreihe auf einer Farm geboren. Der Laufsport wird früh ihr Ein und Alles. Mit 18 nimmt sie eine Fabrikarbeit in Toronto auf und findet in dem Besitzer einen sportlichen Förderer. Zwei Jahre später gewinnt Aganetha bei den Olympischen Spielen... Kanada 1908: Aganetha Smart wird als jüngstes Kind einer langen Geschwisterreihe auf einer Farm geboren. Der Laufsport wird früh ihr Ein und Alles. Mit 18 nimmt sie eine Fabrikarbeit in Toronto auf und findet in dem Besitzer einen sportlichen Förderer. Zwei Jahre später gewinnt Aganetha bei den Olympischen Spielen in Amsterdam in dem erstmals für Frauen zugelassenen 800-Meter-Lauf die Goldmedaille und wird zum bekannten Werbestar. Private Probleme lassen sie bald ihre Läuferinnenkarriere aufgeben. Im hohen Alter von 104 Jahren lebt sie, gebrechlich, in einem Altersheim in ihrer Heimat. Dort geben zwei junge Leute vor, Filmaufnahmen und ein Interview mit ihr machen zu wollen. Es stellt sich heraus, dass es zwischen Aganetha und ihnen eine in der Vergangenheit liegende Verbindung gibt, die Aganetha mit einer nie offenbarten Lüge konfrontiert … Nicht nur Laufbegeisterte werden bei dem Buch voll auf ihre Kosten kommen. Am Beispiel der fiktiven Olympiateilnehmerin Aganetha ist so viel zu erfahren über die Trainings- und Wettkampfbedingungen speziell weiblicher Athleten in den 20er Jahren. Von der Warte der Emanzipation und Frauendiskriminierung aus betrachtet, ist es interessant zu lesen, dass schon bald nach den Olympischen Spielen von 1928, in denen erstmals Frauenwettkämpfe in ausgewählten Leichtathletikdisziplinen stattfanden, der 800-Meter-Lauf für Frauen bis zu den 60er Jahren verboten wurde. Es berührt sehr zu hören, welche schwierige Phase Aganetha während ihrer aktiven Zeit als Sportlerin durchmacht. Als Mädchen vom Land erwartet sie in der Stadt manche Lehre, insbesondere in Sachen Freundschaft, Liebe und sportlicher Kollegialität. Schnell muss sie erwachsen werden. Eine Goldmedaille im Sport gewinnt sie zwar. Aber im wirklichen Leben steht sie nicht auf der Siegerseite. Der Sport macht allerdings nur den einen Teil der Geschichte aus. Der andere Aspekt ist die gelungene Darstellung der komplexen Familiengeschichte von Aganetha, die sie während der wenigen Stunden mit den vermeintlich fremden jungen Leuten resümiert. Ein dem Vorwort vorangestellte Familienstammbaum hilft, sich in der verzweigten Familie Smart zurechtzufinden, von der jedes Mitglied ein spezielles eigenes Schicksal hat. Ein beeindruckender Debütroman, den zu lesen ich nur empfehlen kann.

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Zu Herzen gehende Lebensgeschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Schenefeld am 17.06.2016

Aganetha Smart ist hundertvier und lebt in einem Altenheim. Sie war einst eine große Läuferin, die 1928 bei der Olympiade im 800-Meter-Lauf die Goldmedaille für Kanada gewann. Nun kann sie nur noch im Kopf laufen und fristet ansonsten ein ereignisloses Dasein. Das ändert sich, als sie unerwartet Besuch von... Aganetha Smart ist hundertvier und lebt in einem Altenheim. Sie war einst eine große Läuferin, die 1928 bei der Olympiade im 800-Meter-Lauf die Goldmedaille für Kanada gewann. Nun kann sie nur noch im Kopf laufen und fristet ansonsten ein ereignisloses Dasein. Das ändert sich, als sie unerwartet Besuch von zwei jungen Menschen, Kaley und Max, erhält, die einen Dokumentarfilm über sie drehen wollen und sie an den Ort ihrer Kindheit, eine Farm im kanadischen New Arran, zurückbringen. Aganetha wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, sie erinnert sich an lang Verstorbene, an ihre große Zeit als bekannte Sportlerin, aber auch an ein lang gehütetes Geheimnis. Nach und nach dämmert ihr, dass die beiden jungen Leute ihr nicht die ganze Wahrheit über ihre Absichten verraten haben… Ein wundervoller, poetischer Roman über eine starke Frau, die eine Pionierin war, sich aber über die Konventionen in der Männerwelt letztendlich nicht hinwegsetzen konnte. Aganetha Smart ist ungewöhnlich, eigenwillig, intelligent, ruhelos, besessen vom Laufen, eine die aus der Enge der Farm und dem vorgezeichneten Leben ausbricht und ihren eigenen Weg gehen will, aber auch ein Familienmensch, loyal und treu. Die Auf und Abs ihres Lebens meistert sie grandios, ohne viel Worte zu machen, nach Schicksalsschlägen rappelt sie sich wieder auf, Verluste ihrer Lieben setzen ihr zwar zu, tiefe Gefühle verschließt sie jedoch tief in ihrem Innern. Geheimnisse, die der anderen und ihre eigenen, hütet sie bis zum Tod. Sie ist ein starker Charakter, der alle anderen überstrahlt, nicht nur ist sie physisch größer als die meisten Frauen (und Männer) ihrer Zeit, durch ihr sportliches Talent und ihren Erfolg ragt sie ebenfalls heraus. Mehr jedoch beweist sie Größe in den kleinen Dingen, wie sie nach der Weltwirtschaftskrise wieder Fuß fasst, sich für keine Arbeit zu schade ist, wie sie für sich und andere kämpft und wie sie versucht ihrem Bruder George und seiner Familie zu helfen, von deren Existenz außer ihr keiner weiß, und ihre letzte großherzige Tat am Ende der Geschichte. Durch den ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin hat der Leser das Gefühl, wirklich im Kopf von Aganetha an ihren Erinnerungen teilzuhaben, diese mit zu erleben. Aganethas wacher Geist steht im krassen Gegensatz zu ihrem gebrechlichen Körper, der sie im Stich gelassen hat, doch in Gedanken durchlebt sie die Vergangenheit erneut und mit ihr der Leser. Geradezu atemlos verfolgt man das Geschehen, das nicht von großer Action oder nur von großen Ereignissen wie die Zeit des Olympiasieges und die darauf folgende Glanzzeit, sondern noch mehr von den alltäglichen Kümmernissen, den tiefen Gefühlen und Enttäuschungen, der Trauer um verstorbene geliebte Menschen, den Kampf um Job und Wohnung und das tägliche Brot geprägt ist. Die jungen Leute, die Aganetha fast schon entführen, lösen etwas in ihr aus, und in dem Maße, wie der Film und der Besuch der Kindheitsorte voranschreitet, so erinnert sich auch Aganetha an immer mehr Details. Dies geschieht nicht chronologisch, sondern durchaus unorthodox, mit Einschüben wie Zeitungsberichten oder Nachrufen und Sprüngen in der Zeit mitten im Kapitel, so wie ihr Hirn von einem zum anderen springt. So wird aus diesen paar Stunden eine Reise in die Vergangenheit, die sich über ein ganzes Leben erstreckt, bis zu dessen unvermeidlichen Ende, das aber friedlich und erfüllt geschieht. Durch die poetische Sprache und die liebevollen Beschreibungen kommen dem Leser die Menschen wirklich nahe, man wird durch Aganetha Teil der Familie und lebt mit allem mit. Neben ihr bleiben jedoch viele Figuren recht blass, viele sind nur eine Zeit lang Wegbegleiter, andere wie ihre Schwester ein Leben lang. Ein für mich interessanter Charakter, der an Stärke und Empathie Aganetha gleichkommt, ist ihre Mutter Jessica, die zweite Frau ihres Vaters. Die späte Heirat mit dem verschlossenen Farmer beschert ihr eine Reihe von Stiefkindern sowie ein paar eigene. Neben der Arbeit auf der Farm und im Haushalt betätigt sie sich als Hebamme und Heilkundlerin, ihre andere, im stillen Kämmerlein ausgeübte Tätigkeit bleibt lange verborgen, bis Aganetha selbst ihr Geheimnis lüftet. Es zeigt aber, wie sich Jessica ebenfalls über Konventionen hinwegsetzt und ohne Vorurteile hilft. Das Buch selbst kommt sehr edel gebunden daher mit hübschem Einband, das Cover ist eher modern. Hilfreich ist ein Stammbaum der Familie Smart am Anfang und ein Nachwort der Autorin am Ende des Buches, in dem sie die Hintergründe der Geschichte kurz erläutert. Die einzelnen Kapitel sind mit treffenden Überschriften versehen, die Geschichte wird jedoch nicht chronologisch erzählt, ohne großen Absatz springen Aganethas Gedanken in der Zeit hin und her, was mitunter ein kurzes Innehalten und Überlegen des Lesers nötig macht. Nichtsdestotrotz liest sich der Text flüssig, der Stil ist sehr einprägsam und persönlich und man baut ein geradezu intimes Verhältnis zu Aganetha auf. Fazit: Ein großartiger Roman über eine starke Frau, die fiktiv ist und für alle Frauen steht, die sich etwas trauen und für ihren Traum kämpfen und die dabei so real ist, dass man glaubt sie tatsächlich zu kennen. Aganethas Präsenz im Buch ist eher körperlich, für uns Leser ist sie aber mehr geistig, ihre Gedanken laufen und toben herum und lassen uns mitspielen. Ihrem Charme kann man sich nicht entziehen, und so ist dieses Buch ein richtig toller Schmöker, der nachhallt, nachdenklich macht und im Gedächtnis bleibt wie ein alter lieber Freund.

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Harter Tobak, der zu Herzen geht
von einer Kundin/einem Kunden am 17.06.2016

Autorin beschwört mit ihrem Schreibstil gekonnt die Stimmungen der Protagonistin herauf. Der Leser kann so die Geschehnisse mitempfinden und -erleben. Die Protagonistin Aganetha Smart erzählt ihr hartes Leben und das ihrer Familie aus den unterschiedlichsten Facetten. Die Gegenwart als 104jährige leitet immer wieder auf die verschiedenen Frequenzen aus ihrer Vergangenheit... Autorin beschwört mit ihrem Schreibstil gekonnt die Stimmungen der Protagonistin herauf. Der Leser kann so die Geschehnisse mitempfinden und -erleben. Die Protagonistin Aganetha Smart erzählt ihr hartes Leben und das ihrer Familie aus den unterschiedlichsten Facetten. Die Gegenwart als 104jährige leitet immer wieder auf die verschiedenen Frequenzen aus ihrer Vergangenheit ein. So lernt der Leser sie und ihre Familie kennen und verstehen. So kann der Leser die Geschichte, die Anfang des 20 Jahrhunderts beginnt und bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts reicht gut nachvollziehen und "verfolgen". Aganethas "Ausweg", das Laufen, begleitet sie einen Großteil ihres Lebens. Mein Fazit: Harter Tobak, der zu Herzen geht

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Tolle Geschichte, auch für Unsportliche.
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 13.06.2016

Zu allererst möchte ich mich bei dem btb Verlag für das Rezensionsexemplar des Buches "Die Frau, die allen davonrannte" herzlich bedanken. Ich habe schon lange kein derart verwobenes Buch mehr gelesen, in dem die Übergänge so flüssig waren und man als Leser überhaupt nicht merkt, wann man wieder in eine... Zu allererst möchte ich mich bei dem btb Verlag für das Rezensionsexemplar des Buches "Die Frau, die allen davonrannte" herzlich bedanken. Ich habe schon lange kein derart verwobenes Buch mehr gelesen, in dem die Übergänge so flüssig waren und man als Leser überhaupt nicht merkt, wann man wieder in eine andere Zeit/Szene hinein gleitet. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und vermag es, dass das Geschriebene einfach so dahingleitet. Mir ist es während des Lesens dieses Buches mehrmals passiert, dass ich die Zeit vollkommen aus den Augen verlor und das Werk einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Verlauf der Geschichte ist wie oben bereits beschrieben sehr verwoben, doch man verliebt an keiner Stelle den Faden, sodass man dieses Buch lesen kann ohne nochmals zurückblättern zu müssen. Über die Handlung möchte ich nichts verraten an dieser Stelle, denn ich denke, dass man dieses Buch gelesen haben muss und sich selbst von seiner Geschichte mitreißen lassen muss, um zu verstehen, wie rührend die Lebensgeschichte der Aganetha Smart wirklich ist. Vor allem das Ende wirft ein vollkommen anderes Licht auf die erzählte Geschichte der Frau die allen davonrannte.

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