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Die Geschichte des Rassismus in Europa

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Der weltbekannte amerikanische Historiker George L. Mosse weist in diesem Buch - einem Standardwerk, das seit 1978 immer wieder aufgelegt wird - nach, dass der Rassismus keinen Seitenerscheinung, sondern ein grundlegendes Element der europäischen Kulturentwicklung gewesen ist: Der moderne Rassismus entspringt denselben Quellen, die auch die Grundströmungen moderner europäischer Kultur gespeist haben: Aufklärung und Pietismus, Rationalismus und Romantik.
Mosse stellt die Geschichte des Rassismus in den Zusammenhang mit der europäischen Geschichte. Indem er die einzelnen Entwicklungsphasen beschreibt, kann er zeigen, wie und warum rassistisches Denken in alle gesellschaftlichen Bereiche, v. a. in die Wissenschaften, eindringen konnte.
Der Autor untersucht außerdem die wechselseitigen Beziehungen zwischen Rationalsimus und Christentum sowie den Verfall der humanistischen Tradition in Europa.
Schließlich setzt er sich mit der Herausbildung von Stereotypen wie der "überlegenen" und "minderwertigen" Rasse auseinander, die am Ende zur "Endlösung der Judenfrage" durch die Nationalsozialisten geführt hat.

Rezension
"Mosse hat eine kurze, allgemein verständliche Geschichte des Rassismus vorgelegt, eine Geschichte der ideologischen Wurzeln, der konkurrierenden und verwandten Bewegubngen und Ideen." (American Historical Review)

Portrait

George L. Mosse (1918-2002), Enkel des Pressezaren Rudolf Mosse, wurde in Berlin geboren, musste mit der elterlichen Familie 1933 vor den Nationalsozialisten fliehen. In Cambridge/GB studierte er Geschichte und Politik. Kurz vor dem II. Weltkrieg emigrierte er in die USA und vollendete an der Harvard Universität seine Studien. Jahrzehntelang wirkte er als Professor für Europäische Geschichte in Madison/Wisconsin und lehrte außerdem deutsche Geschichte in Jerusalem. Mosse war einer der unkonventionellsten und produktivsten Historiker des 20. Jahrhunderts.
Veröffentlichungen u.a.: "Der nationalsozialistische Alltag" (1978), Ein Volk - ein Reich - ein Führer. Die völkischen Ursprünge des Nationalsozialismus" (1979), Nationalsimus und Sexualität. Bürgerliche Moral und sexuelle Normen" (1985), "Jüdische Intellektuelle in Deutschland" (1992), "Die Nationalisierung der Massen" (1993), "Das Bild des Mannes" (1997), "Aus großem Hause. Erinnerungen eines deutsch-jüdischen Historikers" (2003).

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 01.02.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-16770-8
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 190/126/15 mm
Gewicht 216
Originaltitel Towards the Final Solution. A History of European Racism
Abbildungen mit 13 Abbildungen auf Taf. 19 cm
Auflage 1
Buch (Taschenbuch)
12,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Eine Geschichte mit offenem Ende
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 07.07.2008

George L. Mosses "Die Geschichte des Rassismus in Europa" ist vielfach neu aufgelegt ein Standardwerk zur Entstehung und Entwicklung jenes modernen Rassismus, dessen Höhepunkt in der Endlösung der Judenfrage gipfelte In Rohformen, war Rassismus schon lange vor der Entstehung der Rassentheorien im 18. Jahrhundert vorhanden, der Autor ortet seine... George L. Mosses "Die Geschichte des Rassismus in Europa" ist vielfach neu aufgelegt ein Standardwerk zur Entstehung und Entwicklung jenes modernen Rassismus, dessen Höhepunkt in der Endlösung der Judenfrage gipfelte In Rohformen, war Rassismus schon lange vor der Entstehung der Rassentheorien im 18. Jahrhundert vorhanden, der Autor ortet seine Entstehung allerdings mit der Aufklärung verbunden, wurde ihm im Zuge dieser doch durch Wissenschaften, welche die Herkunft des Menschen klären sollten, seine spätere Prägung verliehen. Wesentlicher Bestandteil des europäischen Rassismus, der auch erfolgreich exportiert wurde, ist der rassische Antisemitismus, welcher durch die Klassifizierung eines eigenen jüdischen Volkes entstand. Die Suche nach dem Ursprung des Menschen, führte dazu dass Anthropologen auch versuchten, die menschlichen Rassen zu katalogisieren und zu erforschen. Doch wie Mosse beschreibt führte diese philosophisch anmutende Suche bald dazu, dass sich auch zahlreiche Laien mit den Wurzeln der Menschheit und Rassentheorien beschäftigten, die sich nicht scheuten der Ästhetik einen fixen Platz in diesem Zusammenhang einzuräumen. Literaten, Musiker, Maler und Philosophen definierten ihr Schönheitsbild anhand griechischer Statuen und errechneten sich den ästhetischen Wert einer Rasse anhand der Abweichungen zu diesen Idealen. Der Rasse kann man nicht entkommen, die bleibt auf ewig Teil eines jeden Menschen, hieß es und somit blieb ein Jude auch auf ewig ein Jude, egal ob assimiliert oder nicht, jene Auswege die ein klerikaler Antisemitismus offen ließ, wurden nun mit pseudowissenschaftlicher Argumentation geschlossen. Juden und Neger sollten die Reinheit der Rasse gefährden, "weiße" Jungfrauen vergewaltigen und sogar Huren halten. So unreal, das klingen mag, aber Rassismus schafft eine eigene Realität, in der genau das eine fundamentale Bedrohung der Rasse ist. Als politisches System ist der Rassismus geschlagen, doch längst noch nicht tot und dient auch heute weiter als politische Waffe zur Wahrung der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und medialen Interessen einer selbsternannten Herrenrasse der Alteingesessenen und "Inländer". George L. Mosse konzentriert sich genau auf diese Verquickung von Sexualität und Rassismus und vermittelt ein eindrucksvolles Bild der Vergangenheit, wobei sich diese immer wieder auch als Spiegel der Gegenwart entpuppt. So wie einst die Protokolle der Weisen von Zion als "stichhaltige und unanfechtbare" Beweise für eine Weltverschwörung der Juden und damit als Legitimation des Antisemitismus herhalten mussten, werden auch heute unterschiedliche Statistiken und Analysen publiziert, die Rassismus im 21. Jahrhundert neu definieren sollen. George L. Mosse selbst ist 1999 verstorben und hat den Anbruch des neuen Jahrtausends nicht erlebt, aber sein hervorragend recherchiertes Werk ist nach wie vor eine interessante Lektüre. Im Grunde ist der englische Titel "Towards the Final Solution. A History of European Racism" ehrlich zum Leser, verrät er doch, dass sich der Autor hauptsächlich wirklich auf den Antisemitismus in seiner tödlichsten Variante konzentriert hat. Nichtsdestotrotz gelingt es dem Buch seinem Anspruch auf eine geschichtliche Darstellung des Rassismus in Europa gerecht zu werden, denn man erfährt weit mehr über die theoretische Entwicklung von Rassismus. Fazit: Hervorragend recherchiert und eine lesenswerte Darstellung der historischen Entwicklung des modernen Rassismus in Europa.

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