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Die Königin der Orchard Street

Roman

(27)
New York, 1913. Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen im Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten hier sind arm, haben zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, leben von der Hand in den Mund. Doch listig und raffiniert, wie sie ist, lernt Malka schnell, sich im Viertel durchzuschlagen. Und genau da, mitten im abenteuerlichen Gemenge, wo die jiddischen und italienischen Rufe der fahrenden Händler durch die Straßen schallen, wendet sich Malkas Schicksal. Denn dort trifft sie Papa Dinello, der sie in das köstlichste Geheimnis der Welt einweiht: das Wunder der Eiscreme, die Verführung der süßen Magie. Für Malka beginnt eine wahre Tour de Force durch das Leben – und aus dem pfiffigen und erfinderischen Mädchen wird die Grand Dame Lillian Dunkle, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium …
Dieser Roman fegt wie ein Wirbelwind durch das 20. Jahrhundert und erzählt die außergewöhnliche Geschichte einer ungezähmten Heldin, eines turbulenten Lebens und der Entdeckung der süßen Magie.
Rezension
"Eine köstliche Sommerverführung."
USA Today
Portrait
Eike Schönfeld, geboren 1949, übersetzt seit über 25 Jahren aus dem Englischen, u.a. Vladimir Nabokov, J. D. Salinger, Jeffrey Eugenides, Joseph Conrad, Katherine Mansfield, Martin Amis, Richard Yates, Sherwood Anderson und Charles Darwin. Für diese Übersetzungen wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. 2004 mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis, 2009 mit dem Übersetzerpreis der Leipziger Buchmesse und zuletzt mit dem Christoph Martin-Wieland Preis 2013.
Susan Jane Gilman stammt aus New York und hat an der Universität von Michigan studiert. Bislang veröffentlichte sie sehr erfolgreich drei Sachbücher, zudem schreibt sie u. a. für The New York Times, The Los Angeles Times und das Ms. Magazine. Die Königin der Orchard Street ist ihr erster Roman. Susan Jane Gilman lebt derzeit in Genf in der Schweiz und in New York.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 600
Erscheinungsdatum 07.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17625-1
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 215/140/36 mm
Gewicht 596
Originaltitel The Ice Cream Queen of Orchard Street
Auflage 1
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
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Ein gelungener Debütroman
von zauberblume am 01.01.2016

"Die Königin der Orchard Street" ist ein herausragender Debütroman der Autorin Susan Jane Gilman. Wir machen eine aufregende Reise nach New York und dürfen die kleine Malka, eine Einwanderin aus Russland, fast ihr ganzes Leben lang begleiten. Der Klappentext: New York, 1913. Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der... "Die Königin der Orchard Street" ist ein herausragender Debütroman der Autorin Susan Jane Gilman. Wir machen eine aufregende Reise nach New York und dürfen die kleine Malka, eine Einwanderin aus Russland, fast ihr ganzes Leben lang begleiten. Der Klappentext: New York, 1913. Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen im Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten hier sind arm, haben zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, leben von der Hand in den Mund. Doch listig und raffiniert, wie sie ist, lernt Malka schnell, sich im Viertel durchzuschlagen. Und genau da, mitten im abenteuerlichen Gemenge, wo die jiddischen und italienischen Rufe der fahrenden Händler durch die Straßen schallen, wendet sich Malkas Schicksal. Denn dort trifft sie Papa Dinello, der sie in das köstlichste Geheimnis der Welt einweiht: das Wunder der Eiscreme, die Verführung der süßen Magie. Für Malka beginnt eine wahre Tour de Force durch das Leben – und aus dem pfiffigen und erfinderischen Mädchen wird die Grand Dame Lillian Dunkle, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium … Für mich ist diese Autorin ein aufstrebender Stern am Autorenhimmel. Sie hat einen tollen Schreibstil. Die Geschichte hat mich von der erste Seite an gefesselt. Ich habe Malka auf ihrem Weg begleitet. In Armut aufgewachsen wollten sie in einem neuen Land ein neues Leben beginnen. Und dann landet die Familie in New York in der Orchard Street. Malka erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Wenn ich die Augen schließe, befinde ich mich 1913 in Amerika. Ich sehe die überfüllten Straßen, die hungernden Menschen, jeder versucht sich irgendwie durchzuschlagen. Auch kann ich Malkas Leben bei den Dinollos beobachten. Und dann die Eiscreme, für den Menschen etwas ganz besonderes. Wir dürfen Malka durch ihr außergewöhnliches und turbulenten Lebens begleiten. Ich sehe und rieche das leckere Eis, das wie süße Magie ist. Dank ihrer Raffinesse und ihres guten Gespührs und ihren tollen Erfindungen (viele leckere Geschmacksrichtungen) hat sie es ganz nach oben geschafft und wurde zur "Eiskönigin Amerikas"! Eine Wahnsinnsgeschichte, wirklich ein literarisches Festmahl, das einen von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ich bin eingetaucht in Malkas Welt und habe sie auf ihrem Lebensweg, der wahrlich nicht immer leicht war, begleitet. Ein unterhaltsamer Roman, der auch zum Nachdenken anregt. Selbstverständlich vergebe ich 5 Sterne und freue mich, wenn es wieder Neuigkeiten von der Autorin gibt. Das Cover ist ein absoluter Volltreffer. Passt wunderbar zur Geschichte. Genauso habe ich mir New York zu damaligen Zeit vorgestellt.

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Eiskalter Lebenstraum
von einer Kundin/einem Kunden am 04.12.2015

Das Buch handelt vom Leben der Malka Treynovsky,es wird in der Ichform erzählt. Malka kommt als fünfjähriges Mädchen mit ihren Eltern nach Amerika.die Familie musste 1913 aus Rußland fliehen und wollte eigentlich zu Verwandten nach Afrika.im Auffanglager hörte der Vater soviel Geschichten vom goldenen Amerika , dass er kurzerhand... Das Buch handelt vom Leben der Malka Treynovsky,es wird in der Ichform erzählt. Malka kommt als fünfjähriges Mädchen mit ihren Eltern nach Amerika.die Familie musste 1913 aus Rußland fliehen und wollte eigentlich zu Verwandten nach Afrika.im Auffanglager hörte der Vater soviel Geschichten vom goldenen Amerika , dass er kurzerhand die Tickets ,sehr zum Missfallen seiner Frau , tauschte. Nach der Ankunft wurde die Familie unmittelbar mit der Wirklichkeit konfrontiert. Sie lebten in sehr ärmlichen Verhältnissen von der Hand in den Mund, Malka und ihre Geschwister mussten auch zum Lebensunterhalt beitragen.Die Mutter gab die Parole aus "wer essen will muss arbeiten". Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, wurde es noch härter. Als Malka eines Tages vom Eiswagen des Mr.Dinello angefahren wird ,ändert sich ihr Leben komplett.Ihre Mutter läßt Malka,die durch den Unfall eine lebenslange Behinderung behält,im Stich. Fortan lebt sie bei der Familie Dinello. Dort lernt sie alles , was man über die Eisherstellung wissen muss.Eines Tages lernt sie Robert Dunkle ,die Liebe ihres Lebens,kennen.Nach der Hochzeit bauen die Beiden ein großes Eisimperium auf.Malka ,die sich später Lilian nennt ,ist eine Kämpfernatur und kommt trotz vieler Widrigkeiten immer wieder auf die Beine.in ihrer Geschätspolitik bedient sie sich dabei auch einiger illegaler Mittel. Die Autorin erzählt Malkas Geschichte über einen Zeitraum von über siebzig Jahren.Ihr Erzählstil ist sehr schön, man fühlt sich immer mitten im Geschehen.Nebenbei wird auch viel Wissen über Amerika im 20. Jahrhundert vermittelt. Ich gebe eine Leseempfehlung für das Buch ab. Buchtitel: Die Königin der Orchard Street

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Die Wahrheit über den amerikanischen Traum
von einer Kundin/einem Kunden aus Langenselbold am 11.10.2015

Dies ist die Geschichte von der Eiskönigin von Amerika. Und die Königin persönlich berichtet wie aus Malka, dem kleinen Immigrantenmädchen, Lilian die Eiskönigin wird. Welche Höhen und Tiefen es gibt, denn der American Dream, ist in Wahrheit ein Alptraum gewesen.Schicksalsschlag über Schicksalsschlag überkommt Lilian, doch sie ist wie ein... Dies ist die Geschichte von der Eiskönigin von Amerika. Und die Königin persönlich berichtet wie aus Malka, dem kleinen Immigrantenmädchen, Lilian die Eiskönigin wird. Welche Höhen und Tiefen es gibt, denn der American Dream, ist in Wahrheit ein Alptraum gewesen.Schicksalsschlag über Schicksalsschlag überkommt Lilian, doch sie ist wie ein Stehauf- Männchen. Meinung: Das Buch hat eine tolle Thematik, ich liebe historische Bücher, die sich um starke Frauen drehen. Und genau so ein Buch ist "Die Königin der Orchard Street". Der Stil ist ausgesprochen lebendig, dadurch, dass die Protagonistin höchstselbst von ihrer Geschichte erzählt. Dabei spricht sie den Leser direkt an mit "meine Schätzchen" "Verklagt mich doch" etc. Dabei ist die Erzählerin so brühwarm und ehrlich, dass man sie direkt ins Herz schließt, auch wenn einige Dinge nicht richtig sind, so sind sie doch menschlich und schaffen eine enorme Authentizität. Da der Sprachstil so offen ist, wirkt er beinahe frech und amüsant, dadurch gelingt an den ernsteren Passagen, dass man regelrecht mitfühlt, auch wenn diese nicht bis ins kleinste Detail geschildert sind, es teilweise etwas ruppig herüber kommt und nur angedeutet werden, den Rest macht der Leser selbst. Das Buch ist somit interaktiv mit dem Leser. Der Lebenslauf von Lilian ist sehr bewegend und trampelt die Aspekte des American Dreams anhand ihrer Einschätzungen nieder.Die Grundlage der Emotionen und Lebensumstände werden so gut geschildert, dass ich eine direkte Verbundenheit gespürt habe. Diese sehr bewegende, ja sogar magische Zeit, in der Wunder noch wahr werden können, werden schmutzig und realistisch geschildert, was dem Buch eine gewisse Andersartigkeit verleiht. Wir stehen hier nicht vor einer amerikanischen Heiligen, sondern vor einer klugen Frau, die hart für ihren Weg kämpfen musste. Die Rache und Wut verspürt hat, und manches mal auch nicht ganz fair gespielt hat. Lilian und ihr Ehemann Bert als Pärchen sind inmitten dieser skrupellosen Welt auch wie ein Märchen, ein Traumpaar sozusagen, das gegensätzlicher nicht sein kann. Die Fürsorglichkeit füreinander hat das Buch in jeder dunklen Stunde erhellt. Insgesamt ein spannender, authentischer Roman, der einem sowohl Hoffnung gibt, aber auch einen auf den Boden wieder zurück holen kann. Die größte Stärke dieses Buches liegt eindeutig auf der Charaktererschaffung der Protagonistin. Ich gebe daher die volle Punktzahl für das Buch !

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Beeindruckender Roman!
von einer Kundin/einem Kunden aus Essen am 30.04.2015

Die junge Malka flieht im Jahre 1913 mit ihrer Familie aus Russland über Hamburg nach New York. Diese Entscheidung ist der Beginn für eine Reihe von Problemen, aber auch Chancen. So sind Malka und ihr Vater ganz angetan von der Idee, in Amerika das neue Glück zu suchen, reich... Die junge Malka flieht im Jahre 1913 mit ihrer Familie aus Russland über Hamburg nach New York. Diese Entscheidung ist der Beginn für eine Reihe von Problemen, aber auch Chancen. So sind Malka und ihr Vater ganz angetan von der Idee, in Amerika das neue Glück zu suchen, reich zu werden, die Kultur zu genießen und ein besseres Leben führen zu können. Malkas Mutter und Schwestern jedoch glauben nicht an die Träumerein der beiden, denn schon bald erkennt die Mutter die schlechten Wohnverhältnisse und auch der furchtbare Gestank in den überfüllten Straßen New Yorks trägt nicht zum Bessern ihrer Stimmung bei. Das Leben im Land der tausend Möglichkeiten stellt sich als hart heraus: Malka und ihre Geschwister Bella, Rose und Flora müssen arbeiten gehen, da der Familie das Geld fehlt und sie es sich nicht leisten können, dass einer nicht für Geld sorgt. Aber die beiden jüngsten Kinder, Malka und Flora finden keine feste Anstellung und so beginnt Malka zu lernen, wie sie sich in ihrem Viertel durchschlagen kann. Doch dann sorgt ein schrecklicher Unfall dafür, dass sich für Malka erneut alles ändert. Sie kann kaum noch laufen, wird deswegen, schließlich ist sie nun arbeitsunfähig, von ihrer Mutter verstoßen, und wird dann von Papa Dinello aufgenommen. Der Italiener weiht die kleine Malka in das süße Geheimnis der Eiscreme ein. Nun beginnt Malkas beschwerlicher und harter Weg, von dem armen jüdischen Mädchen, hin zur berühmten und wohlhabenden Lillian Dunkle- der Eiscremekönigin von Amerika, Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium. Die erzählte Geschichte erstreckt sich auf 550 Seiten über ganze 70 Jahre. Dabei erfährt man einiges über die Geschichte Amerikas, die zum teil sehr stark mit Malkas Leben verknüpft ist, ihre Entscheidungen und Pflichten bestimmt und immer wieder alles umwirft. Hierbei merkt man, dass sich die Autorin Susan Jane Gilman sehr mit der amerikanischen Geschichte auseinandergesetzt hat. Zum Beispiel, dass das amerikanische Militär zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs der größte Eiscremeproduzent war, oder wie es dazu kam, dass Eiscreme die Schuld an Polio zugeschrieben wurde, wird hier genau und nachvollziehbar erklärt. Sehr spannend ist es auch, sich mit Malka als der perfekten Antiheldin auseinanderzusetzen. Da das Buch abwechselnd aus ihrer Sicht als Malka Treynovsky zu Kinderzeiten und als Lillian Dunkle als mittlerweile in die Jahre gekommene Dame geschrieben ist, merkt man sehr schnell die unterschiedlichen Charaktereigenschaften dieser einen Person. So mag Lillian zum Beginn des Buches noch sehr unsympathisch wirken: Herzlos, mit unangenehmen Lieblingsflosken, die schließlich beginnen zu nerven. Doch je mehr man von ihrer Geschichte erfährt, desto mehr kann man ihr Verhalten und auch ihr Denken nachvollziehen. Sie hatte es definitiv nicht leicht und musste Entscheidungen fällen, die ich nicht hätte treffen müssen wollen. Und man merkt, dass sie in Wirklichkeit verletzlicher ist, als man zu Beginn dachte.. Ich mag es sehr, wenn ich beim Lesen eines Buches Veränderungen im Charakter der Personen erkennen kann und diese gab es hier wirklich in einer Vielzahl. Nicht nur Malkas, bzw. Lillians, Charakter hat sich stetig entwickelt, auch meine Sicht auf diesen wurde eine andere. Das konnte mich wirklich sehr beeindrucken! Auch der Schreibstil ist sehr besonders: Ausgesprochen farbenfroh, detailverliebt, manchmal träumerisch wird alles so beschrieben, dass ich mich beim Lesen in das Buch gezogen fühlte. Ich konnte mir die Gerüche und die Geschmäcke vorstellen und hatte ein klares Bild von den Orten an denen sich Malka (oder später Lillian) aufhielt, im Kopf. Es war wirklich faszinierend, wie nah man beim Lesen am Geschehen war! Und nicht nur Malkas Charakter ist genau gezeichnet, auch die anderen Personen werden genau beschrieben, sodass man sie sich sehr gut vorstellen kann. Außerdem erscheinen sie sehr realistisch. Darüber hinaus finde ich die Idee des Buches sehr gelungen, eine Antiheldin in den Fokus zu stellen, über die man erst mehr erfahren muss, um sich ein Bild zu ihr machen zu können. Jemanden seine Geschichte erzählen zu lassen: Ohne etwas weg zu lassen, ohne etwas zu verschönern, aber doch sprachlich in einer sehr anmutigen Art. Jemanden, der eigentlich keine Kinder mag, mit diesen arbeiten zu lassen. Zu zeigen, wie jemand mit Enttäuschung, Frustration und Wut umgeht und welche großen Dinge daraus enstehen können, aber auch welche Schattenseiten dies birgt. Man erfährt in diesem Buch so unglaublich viel, schließlich wird hier beinahe das ganze Leben eines Menschen und eine Erzählung, die der amerikanischen Geschichtliche folgt, erzählt. Für dieses Buch sollte man sich wirklich Zeit lassen! Ich denke, man hätte die Geschichte auch etwas kürzer fassen können, aber dennoch wirkt sie so rund und in sich schlüssig, dass mir die vielen Seiten kaum etwas ausgemacht haben. Ich habe mich gefreut, in diese andere Zeit eintauchen und sie so lebendig "erleben" zu können. Ich kann jedem, der sich von einem Buch mit vielen Seiten nicht abschrecken lässt, empfehlen, dieses Buch zu lesen, da es spannend, informativ und wunderbar geschrieben ist und darüber hinaus zeigt, wie sich Menschen verändern und was gewisse Ereignisse in ihnen auslösen können. Es ist auch ein Buch über die Erreichung großer Ziele, über Macht und Misserfolge, über Zorn und Rache, über Schuldgefühle und Ängste und über Liebe und Hass. Ein überwältigender Debütroman!

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Beeindruckender Roman!
von warmerSommerregen aus Essen am 30.04.2015

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Das Leben im Land der tausend Möglichkeiten stellt sich als hart heraus: Malka und ihre Geschwister Bella, Rose und Flora müssen arbeiten gehen, da der Familie das Geld fehlt und sie es sich nicht leisten können, dass einer nicht für Geld sorgt. Aber die beiden jüngsten Kinder, Malka und Flora finden keine feste Anstellung und so beginnt Malka zu lernen, wie sie sich in ihrem Viertel durchschlagen kann. Doch dann sorgt ein schrecklicher Unfall dafür, dass sich für Malka erneut alles ändert. Sie kann kaum noch laufen, wird deswegen, schließlich ist sie nun arbeitsunfähig, von ihrer Mutter verstoßen, und wird dann von Papa Dinello aufgenommen. Der Italiener weiht die kleine Malka in das süße Geheimnis der Eiscreme ein. Nun beginnt Malkas beschwerlicher und harter Weg, von dem armen jüdischen Mädchen, hin zur berühmten und wohlhabenden Lillian Dunkle- der Eiscremekönigin von Amerika, Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium. Die erzählte Geschichte erstreckt sich auf 550 Seiten über ganze 70 Jahre. Dabei erfährt man einiges über die Geschichte Amerikas, die zum teil sehr stark mit Malkas Leben verknüpft ist, ihre Entscheidungen und Pflichten bestimmt und immer wieder alles umwirft. Hierbei merkt man, dass sich die Autorin Susan Jane Gilman sehr mit der amerikanischen Geschichte auseinandergesetzt hat. Zum Beispiel, dass das amerikanische Militär zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs der größte Eiscremeproduzent war, oder wie es dazu kam, dass Eiscreme die Schuld an Polio zugeschrieben wurde, wird hier genau und nachvollziehbar erklärt. Sehr spannend ist es auch, sich mit Malka als der perfekten Antiheldin auseinanderzusetzen. Da das Buch abwechselnd aus ihrer Sicht als Malka Treynovsky zu Kinderzeiten und als Lillian Dunkle als mittlerweile in die Jahre gekommene Dame geschrieben ist, merkt man sehr schnell die unterschiedlichen Charaktereigenschaften dieser einen Person. 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Ich konnte mir die Gerüche und die Geschmäcke vorstellen und hatte ein klares Bild von den Orten an denen sich Malka (oder später Lillian) aufhielt, im Kopf. Es war wirklich faszinierend, wie nah man beim Lesen am Geschehen war! Und nicht nur Malkas Charakter ist genau gezeichnet, auch die anderen Personen werden genau beschrieben, sodass man sie sich sehr gut vorstellen kann. Außerdem erscheinen sie sehr realistisch. Darüber hinaus finde ich die Idee des Buches sehr gelungen, eine Antiheldin in den Fokus zu stellen, über die man erst mehr erfahren muss, um sich ein Bild zu ihr machen zu können. Jemanden seine Geschichte erzählen zu lassen: Ohne etwas weg zu lassen, ohne etwas zu verschönern, aber doch sprachlich in einer sehr anmutigen Art. Jemanden, der eigentlich keine Kinder mag, mit diesen arbeiten zu lassen. Zu zeigen, wie jemand mit Enttäuschung, Frustration und Wut umgeht und welche großen Dinge daraus enstehen können, aber auch welche Schattenseiten dies birgt. 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Die Eiskönigin
von einer Kundin/einem Kunden aus Altrip am 21.04.2015

New York 1913: Die sechsjährige Malka kommt zusammen mit ihrer Familie in New York an, obwohl ihre Eltern eigentlich nach Afrika zu Malka's Onkel auswandern wollten. Doch Malka's Vater zog es in die Neue Welt und hat ohne das Wissen von Malka's Mutter die Fahrkarten eingetauscht. Und hier in... New York 1913: Die sechsjährige Malka kommt zusammen mit ihrer Familie in New York an, obwohl ihre Eltern eigentlich nach Afrika zu Malka's Onkel auswandern wollten. Doch Malka's Vater zog es in die Neue Welt und hat ohne das Wissen von Malka's Mutter die Fahrkarten eingetauscht. Und hier in New York erwartet sie nicht das reiche und sorgenfreie Leben, das sich Malka's Vater vorstellte, sondern ihr Leben in der Orchard Street ist geprägt von Hunger und Armut und zum Schluss verlässt der Vater sogar die Familie. Zu allem Pech wird Malka durch einen Zusammenstoß mit Mister Dinello's Eiswagen so schwer am Bein verletzt, dass sie einen steifen Fuß zurückbehält und die Mutter sich nicht mehr um Malka kümmert, sondern sie ihrem Schicksal überlässt. Ihr Schicksal heißt Familie Dinello, die sich des Mädchens annehmen und ihr ein Heim bieten. Doch von Anfang an muss Malka schon mitarbeiten und bekommt viel Einblick und Wissen in das Geheimnis der Eiszubereitung. Aus Malka mit dem unaussprechlichen, osteuropäisch-jüdischen Nachnamen wird nun Lillian Dinello, die sich als junge Frau in den schüchternen und überaus gut aussehenden Robert Dunkle, einen Österreicher mit jüdischer Abstammung, verliebt und ihn heiratet. Verraten und enttäuscht von ihren Brüdern Dinello stellen Lillian und Robert, genannt Bert, ihre eigenen, verwegenen Eiskreationen her und werden sehr erfolgreich und berühmt, so dass Lillian nur noch die Eiskönigin von Amerika genannt wird. Eine äußerst spannende und wunderbar unterhaltsame Familiengeschichte Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts in Amerika.

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Die Königin der Orchard Street
von dorli am 19.04.2015

New York 1913. Malka kommt als kleines Mädchen mit ihren Eltern und Geschwistern nach New York. Die Familie ist arm, das Leben in der Lower East Side ist hart. Doch Malka ist pfiffig, sie lernt schnell, wie sie andere umgarnen muss, um ihr Ziel zu erreichen. Ein schwerer Unfall,... New York 1913. Malka kommt als kleines Mädchen mit ihren Eltern und Geschwistern nach New York. Die Familie ist arm, das Leben in der Lower East Side ist hart. Doch Malka ist pfiffig, sie lernt schnell, wie sie andere umgarnen muss, um ihr Ziel zu erreichen. Ein schwerer Unfall, von der Mutter alleingelassen – selbst diese und weitere Schicksalsschläge werfen das 6-jährige Mädchen nicht aus der Bahn, sie beißt sich durch und kämpft sich beharrlich bis an die Spitze eines Eiscreme-Imperiums… Susan Jane Gilman hat mich mit „Die Königin der Orchard Street“ von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Die dicht gedrängten Straßen der Lower East Side, die Armut, der Hunger, jeder Tag ein Überlebenskampf und mittendrin ein kleines Mädchen, das sich nicht unterkriegen lässt – es ist einfach klasse, wie die Autorin Zeit und Ort lebendig werden lässt. Auch die jeweilige Atmosphäre der weiteren Ereignisse vermittelt die Autorin in einer ganz wunderbaren Art und Weise - mit ihren ausführlichen Beschreibungen und detailreichen Schilderungen hat die Autorin ein wunderbares Bild des zwanzigsten Jahrhunderts gezeichnet. Man merkt dieser Geschichte eine sehr intensive Recherche an, der gesamte Verlauf der Handlung ist hervorragend in die historischen Ereignisse eingebettet. Außerdem erhält man interessante Einblicke in die Welt der Eiscreme. Mit Malka/Lillian hat Susan Jane Gilman eine wahnsinnig interessante Figur geschaffen. Ideenreich, voller Energie - eine ehrgeizige, schonungslos ehrliche Frau, die durch die besonderen Umstände geprägt wurde. Sie ist anderen gegenüber nicht zimperlich und immer auf der Hut, weil sie von niemandem hinters Licht geführt werden will. Mir hat dieser Debütroman von Susan Jane Gilman sehr gut gefallen. Alles wirkt sehr echt, man kann sich durchweg ein sehr gutes Bild von den Ereignissen machen und die Höhen und Tiefen im Leben der Grand Dame Lillian Dunkle bestens miterleben.

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Eine starke Frau erkämpft sich ihren amerikanischen Traum
von geheimerEichkater aus Essen am 16.04.2015

Malka flüchtet 1913 mit ihrer Familie aus Rußland, über Hamburg, nach New York. Die Familie träumt vom Land, in dem der Reichtum für alle möglich sein soll. Doch Armut, Not und auch verschiedene Weltsicht sorgt dafür, dass die Familie auseinanderbricht. Jedes Familienmitglied lebt sein Leben... Maika, nicht unbedingt hübsch und... Malka flüchtet 1913 mit ihrer Familie aus Rußland, über Hamburg, nach New York. Die Familie träumt vom Land, in dem der Reichtum für alle möglich sein soll. Doch Armut, Not und auch verschiedene Weltsicht sorgt dafür, dass die Familie auseinanderbricht. Jedes Familienmitglied lebt sein Leben... Maika, nicht unbedingt hübsch und nach einem Unfall als Kind gehbehindert, die später Lilian heißt, kämpft ihr Leben lang, oft mit harten Bandagen. Nie wieder will sie arm sein und Hunger haben und ihr Weg kann nur der nach oben sein. Manchmal wären ihre Mittel nicht unbedingt meine erste Wahl , aber verstehen kann ich sie schon. Wäre es ein Mann, würden die meisten es wahrscheinlich anders bewerten, aber bei einer Frau werden schon strengere Massstäbe angesetzt, leider. Und wenn man ihre Kindheit, ihre Entbehrungen und Kämpfe von Kindesbeinen an mit einbezieht, finde ich ihr ganzes Vorgehen schon sehr schlüssig, der Zeit angepaßt oder, eigentlich war sie ihrer Zeit weit voraus. Dass Lilian ständig Selbstzweifel, Schuldgefühle und Sehnsucht nach der Liebe ihres Vaters einholen zeigen mir, dass sie eigentlich eine ganz verletzliche Person ist, die es ihren nahestehenden Personen Recht machen möchte. Wenn sie schon nicht für ihr Aussehen geliebt wird, vielleicht für ihre aussergewöhnlichen Leistungen? Besonders bei ihrem Vater scheint mir diese emotionale Abhängigkeit " des kleinen Mädchens" ein sehr wichtiger Aspekt ihres Lebens zu sein ... Lange Zeit hält sie sich zusammen mit ihrem Mann Bert ganz oben, baut mit ihm zusammen ein Imperium auf; sie ist die „Eiskönigin Amerikas“, bis sie zu selbstgefällig wird und über eigene Fehler stolpert... Im Buch geht es nicht nur um Lilians Lebensgeschichte, sondern man erfährt auch vieles über die jüngere Geschichte der USA und über Marketing. Fazit: Insgesamt ein sehr spannendes und interessantes Buch, vielschichtig erzählt, mit Liebe zum Detail.

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Spannend umgesetzte Geschichtslehre mit Suchtfaktor
von einer Kundin/einem Kunden am 12.03.2015

Susan Jane Gilman zeigt mit ihrem Buch hervorragend auf, dass in jedem Menschen Gutes und Böses vereint sind und der Leser aber selbst die "bösen" Seiten verstehen und anerkennen kann. Der Spannungsbogen wird von Beginn bis Ende hervorragend auf Höhe gehalten und lässt ins Geschehen eintauchen. Das Leben der... Susan Jane Gilman zeigt mit ihrem Buch hervorragend auf, dass in jedem Menschen Gutes und Böses vereint sind und der Leser aber selbst die "bösen" Seiten verstehen und anerkennen kann. Der Spannungsbogen wird von Beginn bis Ende hervorragend auf Höhe gehalten und lässt ins Geschehen eintauchen. Das Leben der Protagonistin bleibt von Anfang bis Ende des Buches unvorhersehbar und äusserst spannend. Der Handlungsfaden wird im steten Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart abgespult und gibt der Geschichte dadurch zusätzliche Energie. Das Buch umfasst eine Zeitspanne von rund 70 Jahren und beginnt im Jahr 1913. Dies ist das Jahr, in dem das jüdische Mädchen Malka im Alter von etwa 6 Jahren mit ihrer Familie aus Russland nach Amerika auswandert. Da die damaligen schweren Zeiten alles von den Menschen forderten, musste auch Malka schon als Kind Härte, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Gerissenheit und Kreativität an den Tag legen. Hier zeigt sich aber auch, dass trotz oder vielleicht gerade wegen oben genannter Stärken oder Schwächen eine innere Leere, Gleichmut und auch Rache zutage treten können. Alle genannten Charaktereigenschaften werden Malka das ganze Leben begleiten. Sehr eindrucksvoll wird der Werdegang vom armen Mädchen hin zur reichen Geschäftsfrau eines Imperiums aufgezeigt. Durch immer wieder neue Schicksalsschläge und die damit verbundenen Änderungen ihres Lebens wird sie von mal zu mal stärker aber eben auch härter und rücksichtsloser. Obwohl in der Zeitspanne des Buches die beiden Weltkriege stattfanden, ist es dennoch kein "Kriegsbuch". Gekonnt werden die damaligen Ereignisse ins Geschehen eingeflochten, jedoch wird sich darin nicht "verloren". Mein Fazit: Spannend umgesetzte Geschichtslehre mit Suchtfaktor

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Ein gelebter amerikanische Traum
von Ostsee_71 am 23.02.2016

Inhalt: New York, 1913: Malka kommt mit ihrer Familie als Einwandererin nach New York. Die Familie schlägt sich in ärmlichen Verhältnissen durch das tägliche Leben. In dieser Situation wird Malka hat Malka einen schweren Unfall, sie wird von einem Eiswagen angefahren und schwer am Beim verletzt. Nachdem deutlich wird,... Inhalt: New York, 1913: Malka kommt mit ihrer Familie als Einwandererin nach New York. Die Familie schlägt sich in ärmlichen Verhältnissen durch das tägliche Leben. In dieser Situation wird Malka hat Malka einen schweren Unfall, sie wird von einem Eiswagen angefahren und schwer am Beim verletzt. Nachdem deutlich wird, dass Malka aufgrund des Unfalls eine Behinderung zurückbehalten wird, wird sie von ihrer Mutter verlassen, der Vater ist schon vorher aus dem Leben der Familie verschwunden. In dieser verzweifelten nimm die Fahrer des Unfallfahrzeugs, Mr. Dinello, Malkas an und sie wächst in der Familie des Eisfabrikanten auf und lernt die Herstellung von Speiseeis kennen. In diesem Buch werden wir Zeuge von Malkas Weg zur Eiskönigin Amerikas. Meine Meinung: Die Geschichte ist eigentlich sehr spannend geschrieben. Der Aufstieg einer Frau aus einfachsten Verhältnissen, die für sich den amerikanischen Traum verwirklicht. Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in das Elend der Einwanderer, die, frisch angekommen in Amerika, versuchen ihr Leben zu organisieren. Malka ist eine Kämpferin, von ihren Zieheltern betrogen fängt sie am absoluten Nullpunkt an und wird zu einer reichen Geschäftsfrau. Sie erzählt ihr Leben ihren Kindern als Rückblick im hohen Alter. Die Sprünge in der Zeitachse waren nicht immer leicht nachvollziehbar, so daß ich beim Lesen gelegentlich innehalten mußte, um die Zeitachsen zu sortieren. Die Charaktere werden sehr gut beschrieben, ich konnte mir die Personen sehr gut vorstellen und sie haben der Geschichte das Leben eingehaucht. Leider hatte das Buch an einigen Stellen gewisse Längen, die jedoch immer von spannenderen Abschnitten abgelöst wurden, so dass ein Weiterlesen immer belohnt wurde. Erst zu Ende hin wurden die ganzen Zusammenhänge der Rahmenhandlung klar, die mich im ersten Teil des Buches etwas verwirrt haben. Insgesamt ein lesenswertes Buch über eine Frau, der der soziale Aufstieg in Amerika gelungen ist und die sich in die Amerikanische Gesellschaft integriert hat.

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New York 1913
von vöglein aus B.-W. am 16.01.2016

Im NY des Jahres 1913 gelingt es einem kleinen Einwandererkind, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Durch einen Unfall gelangt die kleine Malka in eine italienische Eismacher- Familie und von dort aus macht sie ihren Weg, über viele, viele Umwege und Stolpersteine, an die Spitze der USA. Sie hat... Im NY des Jahres 1913 gelingt es einem kleinen Einwandererkind, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Durch einen Unfall gelangt die kleine Malka in eine italienische Eismacher- Familie und von dort aus macht sie ihren Weg, über viele, viele Umwege und Stolpersteine, an die Spitze der USA. Sie hat immer wieder mit größeren und kleineren Problemen zu kämpfen, verliert aber nie ihr Ziel aus den Augen. Nicht umsonst wird sie dann auch die "Eiskönigin". Wer die Bücher Frank McCourt´s mag, dem wird auch diese Buch gefallen. Es spiegelt eben die typischen Einwandererprobleme der damaligen Zeit, ohne etwas zu beschönigen. Schön beschrieben und gut lesbar, kann man sich schnell in die damalige Zeit reinversetzen und hat schon bald den Geschmack der Eiscreme im Mund :-) Ein Buch das ich gerne weiterempfehle, auch wenn der Schluss sich gefühlt endlos in die Länge gezogen hat.....hier wäre etwas weniger evtl. mehr gewesen.

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Ein ungewöhnlich guter, lesenswerter Roman
von Wedma am 13.12.2015

Malka Treynovsky ist 6 als sie und ihre jüdische Familie bestehend Vater, Mutter und zwei ihrer älteren Schwestern aus Russland 1913 fliehen. Die Reise soll nach Südafrika gehen, wo der Bruder der Mutter lebt und sie dort erwartet. Aber in Hamburg entscheiden Malka und ihr Vater unter Ausschluss der... Malka Treynovsky ist 6 als sie und ihre jüdische Familie bestehend Vater, Mutter und zwei ihrer älteren Schwestern aus Russland 1913 fliehen. Die Reise soll nach Südafrika gehen, wo der Bruder der Mutter lebt und sie dort erwartet. Aber in Hamburg entscheiden Malka und ihr Vater unter Ausschluss der restlichen Familie anders: Sie tauschen die Tickets und die Familie nimmt das Schiff nach Amerika. Sie landen in einem Armenviertel auf der Lower East Side. Sie sind bettelarm. Die Mutter jagt Malka und ihre ältere Schwester hinaus auf die Straße, damit sie Geld verdienen: wer nicht arbeitet, isst nicht, lautet die Devise. Die beiden kleinen Mädchen erledigen Hausarbeiten: schrubben Böden, schleppen Einkäufe oder klingeln bei den Nachbaren und bieten schlichte Unterhaltung an: Malka singt die selbst komponierten Lieder, da sie ein großes Mundwerk hat, wie ihre Mutter es ihr mehrmals vorgeworfen hat, und ihre Schwester tanzt dazu. Dabei gibt es einen Penny, wenn Malka singt und noch einen, damit sie aufhört. Eines Tages gerät Malka unter das Pferd des Eisverkäufers Dinello und ist schwer am Bein verletzt. So nimmt ihr Schicksal seinen Lauf. Von der Mutter verstoßen, landet sie in der Familie des italienischen Eismachers, lernt die Kunst der Eiszubereitung und steigt später zur „Eiskönigin von Amerika“ mit eigener TV-Sendung, etlichen Konzessionsnehmern, einem Reichtum, von dem sie als ein armes Auswandererkind hätte nie träumen können. Es ist eine Ich-Erzählung. Lilian Dinkle, wie die Grand Dame des Eis-Imperiums den größten Teil ihres Lebens heißt, erzählt den Lesern ihr bewegtes wie arbeitsreiches Leben. Sie hält es nicht für nötig, etwas daran oder an ihren Beweggründen zu beschönigen. Ihr schlichter Wunsch zu überleben, das Leben ihrer Lieben abzusichern und ihr stark ausgeprägter Pragmatismus ließen sie in entscheidenden Momenten zu weniger konventionellen Mitteln greifen. Gepaart mit eiserner Disziplin, sicherten sie nicht nur das Überleben, auch ihr Geschäft florierte mit der Zeit. Und oft dann, wenn die Situation geradezu ausweglos schien, bekam Lilian Dunkle eine zündende Idee und machte eine Herausforderung zum Erfolg. Die Geschichte erstreckt sich über ca. 68 Jahre und liefert u.a. einen ungewöhnlichen Blick auf die amerikanische Geschichte des 20-ten Jahrhunderts: der Erste Weltkrieg mit seinen in die Höhe schießenden Preisen, die Prohibition, der Zweite Weltkrieg und die Deportation der Italiener, die 60-ger und 80-ger, all das aus der Sicht einer Eismacherin, die im Zweiten Weltkrieg so richtig dick ins Geschäft kam und die Herstellung ohne ihren Mann sichern musste. Etwas vom stellenweise derben Humor, auch mehrere von treffend bissigen Formulierungen, findet man in dem Roman auch. Kleine Kostproben: „Eines haben die Nazis richtig gemacht, dachte ich, als ich eines Sonntags in meinem Büro nach Funhouse einen Bourbon trank. Wenn man schon in der Hölle ist, bietet Arbeit die einzige Aussicht auf Erleichterung. S. 464. „Die Ehefrauen in unserem Geschäft, die haben mich noch nie im Geringsten interessiert. Es waren entweder dekorative Hohlköpfe oder öde Matronen. Was konnte ich denn mit denen reden? Und jetzt? Witwen wurden jedenfalls zu nichts eingeladen – nicht mal Promiwitwen wie ich. Außer natürlich, man wollte Geld.“ S. 465. Oder: „Ein Visionär sein heißt, darauf zu warten, dass die übrige Welt nachzieht.“ S. 484 Dieses Werk stellt eine beachtliche Leistung dar. Aus so einer Perspektive hat noch keiner mir bekannter Autor einen kritischen Blick auf die amerikanische Gesellschaft in der Spanne von 1913 bis in die achtziger Jahre geworfen. Was meine Begeisterung in Grenzen hielt, war der Schreibstil: so kräuselig, eher umständlich und voller Details. Er forderte volle Aufmerksamkeit und es brauchte einige Seiten, um nach einer Pause sich in die Geschichte wieder einfinden zu können. Danach ging es eine Weile. Die Protagonistin und ihre Geschichten machen dies schon fast wett, und letztendlich passt diese Erzählweise zu Lilian. Sie ist strak, eigenwillig, durchsetzungsstark, aber auch chaotisch, von Emotionen geleitet, besonders in den jungen Jahren. Sie ist so anders als die meisten Romanheldinnen: kein süßes Liebchen. Zu allen Seiten moralisch wie politisch korrekt ist sie bestimmt nicht. Und gerade das hebt sie aus der übrigen Masse hervor. Es ist zwar nicht so, dass ich den Roman verschlungen habe, aber es wäre ausgesprochen schade, Lilian und ihre Geschichte nicht kennengelernt zu haben. Fazit: ein ungewöhnlich guter, lesenswerter Roman mit einer starken wie moralisch inkorrekten Protagonistin. Geschichte des 20 Jh. aus der Perspektive der „Eiskönigin von Amerika“.

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Die Königin der Orchard Street
von hessen am 26.08.2015

Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Im ersten Teil erleben wir die kleine Malka wie sie mit ihrer Familie vor den Kosaken flieht und nach Afrika zu einem Onkel auswandern möchten. Zunächst landen sie in einem Auffanglager in Hamburg und dort schwärmen alle von Amerika, wo Milch und... Das Buch ist in drei Teile untergliedert. Im ersten Teil erleben wir die kleine Malka wie sie mit ihrer Familie vor den Kosaken flieht und nach Afrika zu einem Onkel auswandern möchten. Zunächst landen sie in einem Auffanglager in Hamburg und dort schwärmen alle von Amerika, wo Milch und Honig fließen sollen. Melkas Vater tauscht heimlich die Schiffspassagen für Afrika in Karten für Amerika um und freut sich auf den Reichtum der die Familie dort erwartet. Dieser Wunsch erfüllt sich natürlich nicht und sie leben in bitterer Armut, sogar die kleine Milka, noch nicht mal fünf Jahre alt, muss selbst für ihren Unterhalt sorgen. Eines Tages verschwindet der Vater spurlos und die kleine Melka wird von einem Pferdewagen angefahren und schwer verletzt. Der Kutscher, Mr. Dinello bringt sie in eine Klinik und nimmt sie später in seiner Familie auf, da mittlerweile auch die Mutter verschwunden ist. Die Dinellos produzieren und verkaufen Eis und die kleine Melka muss schwer mitarbeiten, findet aber Gefallen daran. Im zweiten Teil verlässt Malka mit ihrem Mann die Dinellos und baut sich selbst ein Eisimperium auf. Im dritten Teil stirbt ihr Mann und sie zieht sich immer weiter aus dem Geschäft zurück, das nun ihr Sohn führt. Besonders der erste Teil hat mir sehr gut gefallen und er hat mich berührt. Man konnte sich das Leben in Armut richtig vorstellen und hat mit den Kindern mitgelitten die im frühsten Kindesalter schon schwer arbeiten mussten. Die anderen Teile fand ich interessant, man hat erfahren auf welche Weise früher Eis hergestellt wurde und musste immer wieder staunen wie gerissen Melka war um an ihr Ziel zu kommen. Es gibt immer kurze Abschnitte in der Gegenwart und wenn Melka beginnt aus ihrer Vergangenheit zu erzählen, spricht sie den Leser direkt mit "meine Schätzchen" an. Etwas gestört haben mich die vielen Begriffe auf Jiddisch, die besonders im ersten Teil vorgekommen sind und die leider nicht übersetzt oder erklärt wurden., sie haben aber das Verständnis der Geschichte nicht gestört. Alles in allem ein sehr interessantes Buch dass das alte Amerika wieder hat aufleben lassen.

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Bitte, verklagt mich doch...
von eskimo81 am 18.05.2015

Malka und ihre Familie flieht im Jahre 1913 nach Amerika. In der Annahme, Gold, Geld und Lebensfreude zu finden, landen sie in einer übervölkerten Mietskaserne im Einwanderviertel. Ohne Geld, ohne Nahrung... Nur wenn alle mithelfen, können sie alle was essen. Listig und raffiniert wie Malka ist, findet sie immer eine... Malka und ihre Familie flieht im Jahre 1913 nach Amerika. In der Annahme, Gold, Geld und Lebensfreude zu finden, landen sie in einer übervölkerten Mietskaserne im Einwanderviertel. Ohne Geld, ohne Nahrung... Nur wenn alle mithelfen, können sie alle was essen. Listig und raffiniert wie Malka ist, findet sie immer eine Möglichkeit, wenigstens ein bisschen Geld aufzutreiben. Bis zu dem schicksalhaften Tag. Ein Unglück - Malka wird im Stich gelassen und landet bei der Familie Dinello. Dort lernt sie das Wunder der Eiscreme kennen und lieben... Das Lesezeichen mit Vokabular ist eine geniale Idee. Leider sind nicht alle Wörter darauf zu finden, was ich dann doch sehr schade fand. Die Seiten sind relativ dünn, die Kapitel-Überschriften recht klein Es fiel mir sehr schwer, in den sehr speziellen Schreibstil dreinzufinden. Wechsel zwischen jetzt und früher ohne bewusste Unterteilung. "meine Schätzchen" nervt auf die Dauer. Die Geschichte ist absolut fantastisch! Vom Tellerwäscher zum reichen Geschäftsmann. Ein Traum, der viele Träumen, für Malka aber zur Wirklichkeit wird. Die Geschichte zeigt alles auf, die Geschehnisse um den Weltkrieg, die Zeit, wie es war, das Leben zu einer Zeit, wo Krieg herrschte, was das für eine Firma / Unternehmung bedeuten konnte. Man merkt, dass die Autorin sich sehr mit allem auseinander gesetzt hat. Man merkt, dass sehr viel geschichtliches gespiegelt wird, wie es wirklich war. Wenn man einmal den Schreibstil verstanden hat, sich darin wohlfühlen konnte, Platz nahm, wurde man durch das Buch geführt, man sah Orte, man fühlte das Eis, man fühlte Verzweiflung, Wut, einfach all die Geschichten und Handlungen. Sie spielen sich vor einem ab, als ob man in einem Theater sitzt und die Schauspieler das Buch vortragen. Ein Buch, dass besser als jeder Geschichtsunterricht ist! Man lernt so vieles, man sieht das ganze aus einer anderen Sicht, einer Sicht, die meiner Meinung nach nicht so weit verbreitet ist, man aber darüber sprechen sollte bzw. müsste. Als ich mich endlich mit der Art der Erzählung arrangieren konnte, flog ich nur so durch die Seiten. Eine Art Biographie der ganz anderen Art. Einfach ein wundervolles, warmes und herzliches Buch. Fazit: Ein wundervolles Buch, leider mit ein paar kleineren Störfaktoren - aber trotz allem ein Buch mit dem Gefühl, des nachhause Kommens.

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Auf eine interessante Art fesselnd geschrieben
von spkara08 aus Berlin am 09.04.2015

Das Buch ist kein historischer Roman, wie man vielleicht bei einem ersten Blick auf den Handlungszeitraum denken könnte. Es ist vielmehr die Lebensgeschichte von Malka Bialystoker alias Lillian Dunkle – ein russisches Einwanderermädchen in New York, das nach einem schweren Start in Amerika sich aufrafft und sich zur Eiskönigin... Das Buch ist kein historischer Roman, wie man vielleicht bei einem ersten Blick auf den Handlungszeitraum denken könnte. Es ist vielmehr die Lebensgeschichte von Malka Bialystoker alias Lillian Dunkle – ein russisches Einwanderermädchen in New York, das nach einem schweren Start in Amerika sich aufrafft und sich zur Eiskönigin von Amerika hocharbeitet. Die Geschichte wird in drei Zeitperspektiven aufgegriffen und in der Ich-Perspektive parallel erzählt, beginnend mit Malkas Kindheit und Reise nach Amerika, das plötzliche Verlassen ihrer Familie durch den prägenden Unfall und ihre Anfänge in der Eisindustrie. Neben einem Handlungsstrang in der frühen Vergangenheit wird ihre Sicht als alte Frau ebenfalls dargestellt. Somit erhält man als Leser einen umfassenden Einblick in Malkas Werdegang, die Schwierigkeiten, die sie auf ihren langen Karriereweg gehen musste sowie ihre Sicht und die Rückblicke in der Gegenwart. Im Verlauf des Buches werden alle Handlungsstränge miteinander verknüpft, sodass die Geschichte am Ende abgeschlossen ist. Malka ist eine sehr resolute und intelligente Frau, die durch ihre Entscheidungen ihre Mitmenschen auch verprellen kann. Aber genau das macht den Reiz ihres Charakters aus, weil die Protagonistin mal nicht die nette kleine süße Lady von nebenan ist, sondern sich im Leben behaupten muss und das auch durchsetzen kann. Das Buch ist auf seine Art und Weise sehr fesselnd geschrieben, da es die Autorin durch das Springen zwischen den einzelnen Zeitebenen gelungen ist, neben der gerade stattfindenden Handlung immer noch einen Ausblick einbaut, durch den man wieder neue Aspekte von Malkas/Lillians Leben kennen lernt und wissen möchte, wie es weiter geht. Ich kann das Buch nur empfehlen. Und für alle, die das Buch schon gelesen haben: „verklagt mich doch, ihr Schätzchen“ – mir hat das Buch gefallen! :)

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Amerikas Eiskönigin
von einer Kundin/einem Kunden aus Stuttgart am 30.03.2015

Malka Treynovsky wandert mit ihrer Familie nach Amerika aus. Doch statt Milch und Honig erwartet sie ein mühsames Leben. Malka muss bereits mit fünf Jahren zum Lebensunterhalt mitverdienen. Der Vater kehrt eines Tages nicht mehr zurück. Dann gerät Malka unter das Pferd des Eisverkäufers und kommt mit mehrfachen Knochenbrüchen... Malka Treynovsky wandert mit ihrer Familie nach Amerika aus. Doch statt Milch und Honig erwartet sie ein mühsames Leben. Malka muss bereits mit fünf Jahren zum Lebensunterhalt mitverdienen. Der Vater kehrt eines Tages nicht mehr zurück. Dann gerät Malka unter das Pferd des Eisverkäufers und kommt mit mehrfachen Knochenbrüchen ins Krankenhaus. Ihre Mutter wendet sich von ihr ab, die Familie des Eisverkäufers nimmt sie auf – und aus der russischen Jüdin wird eine Italienierin, sie ändert ihren Namen in Lilian und wird trotz ihrer Behinderung (ein lahmes Bein) zusammen mit ihrem Mann ein Eisimperium ohnegleichen aufbauen. Malkas bzw. Lilians Geschichte ist eine Variante des amerikanischen Traums, vom russisch-jüdischen Niemand zur Eiskönigin Amerikas. Malka ist klug, sie ist die treibende Kraft hinter allem und kann aus der größten Krise noch einen Vorteil herausziehen. Trotz aller Erschwernisse, die sie bestehen muss, und das sind nicht wenige, und trotz all der Ungerechtigkeiten in ihrem Leben – ich habe mich lange sehr schwer getan, sie als sympathisch zu empfinden. Zu oft kommt mir der hingerotzte Satz in die Quere: „Verklagt mich doch!“ Erst nach ca. 100 Seiten fiel mir dieser Satz weniger auf, ich konnte mit ihr mitfühlen. Abgesehen davon jedoch verbirgt sich hinter dem Buch mit dem interessant gestalteten Cover eine spannende Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen, die einen interessanten Einblick in die Gesellschaft Amerikas gestattet. Etwas schwer getan habe ich mich mit den einzelnen jiddischen Wörtern, die immer wieder in den Text eingestreut wurden, manche wurden erklärt, andere erklärten sich von selbst, wieder andere blieben rätselhaft. Doch sie störten mich immer wieder im Lesefluss, als würden sie nicht richtig in den Text gehören. Dennoch ist der Schreibstil der Autorin sehr flüssig und gut zu lesen. Die Figur der „Eiskönigin“ entwirft sie bewusst als Antiheldin. Trotz einiger Kritikpunkte hat mich die Geschichte von Amerikas Eiskönigin schnell in ihren Bann gezogen.

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Die Eiskönigin
von Tamaru am 18.03.2015

Das Cover mit dem kleinen Mädchen darauf lädt direkt zum Lesen ein, man hat gleich ein Gesicht vor Augen wenn man mit der Geschichte der kleinen Malka beginnt. Malka, die Tochter jüdischer Eltern, wandert mit ihrer Familie von Russland nach Amerika aus. Sie landen in der Orchard Street und eine... Das Cover mit dem kleinen Mädchen darauf lädt direkt zum Lesen ein, man hat gleich ein Gesicht vor Augen wenn man mit der Geschichte der kleinen Malka beginnt. Malka, die Tochter jüdischer Eltern, wandert mit ihrer Familie von Russland nach Amerika aus. Sie landen in der Orchard Street und eine Zeit der bitteren Armut beginnt. Die Familie lebt von der Hand in den Mund und die Mutter schickt alle Kinder zum Arbeiten, wer nichts nach Hause bringt bekommt nichts zu essen. Als auch noch der Vater die Familie verläßt wird ihre Mutter immer verbitterter und für die Kinder hat sie weder Zuneigung noch Liebe übrig. Als Malka dann von einem Pferdefuhrwerk angefahren und verkrüppelt wird ist das Ihr größtes Unglück und doch auch ihr größtes Glück. Denn als ihre Mutter sie verstößt nehmen die Dinellos sie auf. Zwar erfährt sie auch dort keine Liebe und ein glückliches Familienleben, doch sie lernt bei der Familie Dinello alles übers Eismachen, auch eine Schulbildung wird ihr ermöglicht. Und das ist der Grundstein zu ihrer Karriere als Eiskönigin von Amerika, doch das ist ein langer Weg der auch immer wieder Rückschläge für Sie bereit hält. Aber sie hat von frühester Jugend an gelernt zu kämpfen und das hilft ihr auf Ihrem weiteren Lebensweg, wenn die Lage mal wieder aussichtslos scheint. Das Buch hat mit gut gefallen, der Schreibstil ist flüssig, und viele der jüdischen Ausdrücke werden auf dem beiliegenden Lesezeichen übersetzt, so dass man der Geschichte gut folgen kann. Es gibt zwar einige Stellen, die leicht in die Länge gezogen sind, aber der größte Teil des Romans ist doch interessant. Die Figur der Malka als kleines Mädchen hat mir am besten gefallen. Ich hatte Mitleid mit diesem armen Kind, das nicht geliebt sondern nur geduldet wurde. Ich hab sie bewundert für ihren starken Willen und ihre Kämpfernatur und mich gefreut als sie einen Mann gefunden hat, der sie wirklich liebt und fest an ihrer Seite steht. Aber als sie dann älter ist und ihr Imperium aufbaut, erkennt man die eiskalte Frau die sie geworden ist. Zu Ihrem Sohn, den sie nur ihrem Mann zuliebe bekommen hat, kann sie keine liebevolle Beziehung aufbauen, ihre Angestellten haben es auch nicht leicht bei ihr. Die Liebe, die sie als Kind nicht erfahren hat, macht sie zu einer verbitterten Frau, die dem Alkohol mehr Zuneigung entgegen bringt als ihren Mitmenschen. Das macht sie mir unsympathisch und ich hab mehr Mitleid mit ihrem Mann und ihrem Kind, denn die leiden unter ihr. Zwar hat sie auch positive Ideen verfolgt, wie den Kampf gegen Polio, aber letztendlich nur, um ihr Geschäft vor dem Untergang zu bewahren und nicht aus reiner Nächstenliebe. Zurück bleibt bei mir das Bild einer arroganten, überheblichen Geschäftsfrau, zerfressen von Rachegedanken. Sehr gut gefallen hat mir ihr Mann Bert, ein sympathischer, liebevoller Ehemann, der immer hinter ihr stand und an das Gute in ihr geglaubt hat. Leider ist es ihm nicht gelungen den Eispanzer seiner Frau zu zerbrechen, seiner letzten Stunde musste er diese bittere Erfahrung machen.

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Das eindringliche Psychogramm einer russisch-jüdischen Einwanderin
von einer Kundin/einem Kunden aus Greven am 13.03.2015

„Die Königin von der Orchard Street“ ist weniger ein historischer Roman. Mehr noch ist es die Geschichte einer verkorksten Kindheit in den verarmten Einwanderervierteln New Yorks und einer beispiellosen Karriere im aufstrebenden Amerika. „Ach, ich hab so viel gewollt – und auch bekommen! Und dennoch. Wie wenig ich doch... „Die Königin von der Orchard Street“ ist weniger ein historischer Roman. Mehr noch ist es die Geschichte einer verkorksten Kindheit in den verarmten Einwanderervierteln New Yorks und einer beispiellosen Karriere im aufstrebenden Amerika. „Ach, ich hab so viel gewollt – und auch bekommen! Und dennoch. Wie wenig ich doch auf die Myriaden Arten, in denen das Leben einen deformiert, vorbereitet war, darauf, wie Trauer, Wut, Verbitterung und ein gebrochenes Herz einem ständig in den Magen traten, dass man sich am Boden krümmte“ Am Ende des Buches sind dies die Worte von Lilian Dunkle, die am Beginn des 20. Jhdt. als Malka Treynovski, Tochter jüdischer Eltern, in Russland das Licht der Welt erblickt. Susan Jane Gilman erzählt uns die Geschichte von Malka in drei Teilen – am Beginn und im ersten Teil, der auch der beste in diesem Buch ist, wird uns die Kindheit Malkas vor Augen geführt. Die herzzerreißende Armut der Einwanderfamilie in den Armenvierteln New Yorks um 1913 und die dadurch zerbrechende Familie haben mich bestürzt zurückgelassen. Die Geschichte wimmelt in diesem Teil von Menschen, die durch die pure Not nicht ganz gerade Wege können, unmoralische und doch zumindest fragwürdige Entscheidungen treffen, an deren Ende ein Kinderschicksal nur am Rande wichtig ist. Einsamkeit und Selbstzweifel, das Gefühl, der Elternliebe, der Liebe überhaupt, nicht wert zu sein, prägen Malkas Kindheit. Dieses Kapitel ist der Motor des Buches, er ist der Antrieb, die Geschicke Malkas auch weiter folgen zu wollen. In den folgenden beiden Teilen begleiten wir diese kantige, schwierige und nicht immer sympathische Malka, die jetzt Lilian heißt, durch ihre besten Jahre bis ins hohe Alter, durch Armut und bis hin zu großem Reichtum. Ein großartiger, nicht immer ganz leicht zu lesender Roman, der hin und wieder Durchhaltevermögen fordert. Die alte Lilian kommt im Laufe der Geschichte immer wieder zu Wort, sie erzählt ihr Leben im Rückblick. Die alte Lilian ist sarkastisch, verbittert und undankbar – sie hat mich immer wieder genervt. Trotzdem hätte sie nicht anders sein dürfen, eine glatte und liebe alte Frau wäre nach dieser Lebensgeschichte nicht realistisch gewesen. Ich habe mit dieser Antiheldin mitgelitten und mitgeklagt, mich von ihr abgestoßen gefühlt und ihre Handlungen missbilligt, und sie immer wieder verstanden. Wer dieses Buch lesen möchte – und dazu sei unbedingt geraten – muss sich auf diese unbequeme Person einlassen und ein Stück Weges mit ihr gehen wollen.

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Die Königin der Orchard Street
von raschke64 aus Dresden am 10.03.2015

Mit ihrer russisch-jüdischen Familie wandert Malka nach Amerika aus. Eigentlich sollte es nach Südafrika gehen, doch der Vater tauscht die Schiffskarten ein und so landet die Familie in New York, sehr zum Ärger und Entsetzen der Mutter. Sie kommen in einer typischen Einwanderermietskaserne unter und die die Eltern suchen... Mit ihrer russisch-jüdischen Familie wandert Malka nach Amerika aus. Eigentlich sollte es nach Südafrika gehen, doch der Vater tauscht die Schiffskarten ein und so landet die Familie in New York, sehr zum Ärger und Entsetzen der Mutter. Sie kommen in einer typischen Einwanderermietskaserne unter und die die Eltern suchen sich Arbeit. Auch die Kinder sollen Geld verdienen. So beginnt Malka zusammen mit ihrer Schwester zu singen und kleine Arbeiten auf der Straße zu übernehmen. Auf der Straße hat Malka einen Unfall, sie wird von einem Pferdewagen überfahren. Der Fahrer ist Mr. Dinello – ein Eishersteller und –verkäufer. Der kümmert sich um Malka, die zuerst im Krankenhaus landet. Ihre Familie kümmert sich nicht um sie, denn Malkas Bein wird nie wieder in Ordnung kommen und Malka kann kein Geld verdienen. Inzwischen hat der Vater die Familie auch verlassen. So wächst Malka – die sich später katholisch taufen lässt und den Namen in Lillian ändert – bei der italienischen Familie Dinello auf und lernt das Eis machen von der Pieke auf. Doch trotz allem wird Lillian nie ein vollwertiges Familienmitglied bei den Dinellos und bleibt auf ihre Art immer eine Außenseiterin … Das Buch hat mir richtig gut gefallen. Malka/Lillian erzählt in der Ich-Form über ihr Leben. Immer im Wechsel von ihrem „hohen“ Alter aus in Rückblenden von ihrer Kindheit, Jugend, später ihrer Heirat und dem Leben mit ihrem geliebten Mann Bert und natürlich vom Aufbau ihres Eis-Imperiums, mit dem sie zu Amerikas „Eis-Königin“ wird. Sie erzählt ehrlich über ihre Freuden, ihre Vorstellungen und ihre Kämpfe um Anerkennung, die sie als nicht hübsche und behinderte Frau hat, deren Arbeit lange nicht anerkannt wird und die es schwer hat, sich mit ihren guten Ideen durchzusetzen. Sie wird oft von den Geschäftsmännern nicht für voll genommen und muss einige Tricks einsetzen. Auch im privaten Leben ist sie nicht immer ganz ehrlich und macht einige mehr als nicht legale Sachen. Dabei hat sie einen herrlichen Humor und viel (Selbst)Ironie, so dass das Lesen zu einem richtigen Vergnügen wurde. Nebenbei erfährt man viel vom Leben in Amerika von der Einwanderung zum Anfang des 20. Jahrhunderts über den 1. und 2. Weltkrieg und vom Aufbau einer Firma, aber auch von dem möglichen schnellen Niedergang bei Fehlern. Malka ist eine starke Frau, die vor allem an Ende zu ihren Fehlern steht und die Konsequenzen zieht. Das ganze Buch durchzieht ein „Aroma“, man meint förmlich, das Eis zu riechen und zu schmecken – dabei ist es aber auch unheimlich warmherzig und witzig.

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Die Eiscremekönigin von Amerika
von Andrea Karminrot aus Berlin am 10.03.2015

Träumt nicht fast jedes Kind von einem Leben in einer Eisfabrik? Schwärmt nicht jedes kleine Schleckermaul von besonderen Eissorten? Wie muss es denn dann wohl sein, eine berühmte Eisproduzentin zu sein? Sie stammt aus Russland, kam 1913 mit ihrer Familie nach Amerika. Ihre Eltern sind, wie viele Einwanderer, völlig... Träumt nicht fast jedes Kind von einem Leben in einer Eisfabrik? Schwärmt nicht jedes kleine Schleckermaul von besonderen Eissorten? Wie muss es denn dann wohl sein, eine berühmte Eisproduzentin zu sein? Sie stammt aus Russland, kam 1913 mit ihrer Familie nach Amerika. Ihre Eltern sind, wie viele Einwanderer, völlig mittellos und hoffen auf das große Glück. Malka ist 6 oder 7 Jahre alt, hat eine ziemlich große Klappe und lässt sich nicht so leicht beeindrucken, sie ist erfindungsreich und sehr fantasievoll. Und das bis ins hohe Alter. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte in manchmal schnoddriger Art. Vorlaut und neunmalklug,das sagt sie auch immer wieder selber von sich selbst, »verklagt mich doch! « » hat man erstmal ein gewisses Alter erreicht, oh, da hält einen alle Welt für dumm, taub und unwichtig. Andere Frauen meines Alters, das sage ich euch, meine Schätzchen, die gäben hervorragender Spioninnen ab. Die könnten in der Sowjetunion ein und aus gehen, ohne dass einer genauer hinsieht. Aber ich nicht. Dafür sorge ich.« Malka kommt sozusagen unter die Räder, sie läuft in einen Pferdekarren. Das Pferd bricht ihr das Bein ,das Becken und ein paar Rippen. Und das gleich mehrfach. Sie wird immer behindert bleiben. Aber Malka hat Glück und wird von dem italienischen Eisverkäufer, der sie angefahren hat, aufgenommen. Sie wächst bei den Italienern auf, bekommt eine Ausbildung und verliert ihre eigene Familie. So schildert sie ihr Leben, als würde man mit ihr und einer Tasse Tee, in ihrer riesigen Villa sitzen. Sie springt immer wieder in die Gegenwart, verliert aber nicht den Faden und erzählt chronologisch ein arbeitsreiches Älterwerden. Anfangs dachte ich mir noch, was ist das wohl für eine nervende Person, der ich jetzt meine Zeit opfere, doch mit jeder Seite zog sie mich weiter in ihren Bann. Die alte Dame kommt mir sehr freudlos, berechnend und böse vor. Sie hat stets den Überblick. Hat immer ein Quäntchen Glück. Aus vermeintlich negativen Situationen entwickeln sich lukrative Geschäfte. Als Frau in dieser Zeit, hatte man wenig zu sagen, als Krüppel (wie sie sich selbst bezeichnet), noch viel weniger. Man wurde einfach übersehen. Trotzdem wurde sie die größte Eisproduzentin Amerikas! » Auf den Straßen von Lower Manhattan erhielt ich meine erste große Marketing-Ausbildung: sei schamlos. Sei anders. Und appelliere an die Gefühle - nie an den Kopf.« Es ist eine unterhaltsame Geschichte, die sich schnell liest. Unterteilt in 3 große Kapitel durchleben wir mit der toughen alten Dame knapp 90 Jahre. Ein stetes Auf und Ab macht das Buch spannend. Mit den richtigen Schauspielern... ,ein Kassenschlager. Die verschiedenen eisigen Geschmacksrichtungen, die sie in ihrem Buch erwähnt, lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Nur gut, das mein Lieblingseisladen, ein paar Straßen weiter ist.

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