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Die Liebhaberinnen

Roman

(6)
Auch in diesem Roman der österreichischen Autorin fasziniert das buchstäblich unheimliche Talent, Alltagsgeschichten auf den Grund zu gehen. Welche Entfaltungsmöglichkeiten hat eine Arbeiterin? Sie kann einen Mann heiraten, der ihr den gesellschaftlichen Aufstieg garantiert. Doch wie andere Möglichkeiten, so sind auch sozial attraktive Männer rar, und die attraktivsten sind schon vergeben. So setzt zwischen zwei «Liebhaberinnen» ein Konkurrenzkampf auf Leben und Besserleben ein, der mit Wucht ausgetragen wird.
«Beide ‹Liebhaberinnen› sind die Betrogenen. ‹wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein mann. wenn einer ein schicksal bekommt, dann ist es eine frau.› ... Bestechend an dieser Schriftstellerin ist die Genauigkeit und Schärfe, mit der sie in eine Welt falscher Glücksvorstellungen eindringt.» (Frankfurter Rundschau)
Rezension
Beide "Liebhaberinnen" sind die Betrogenen. "Wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein mann. Wenn einer ein Schicksal bekommt, dann ist es eine frau." ... Bestechend an dieser Schriftstellerin ist die Genauigkeit und Schärfe, mit der sie in eine Welt falscher Glücksvorstellungen eindringt. Frankfurter Rundschau
Portrait
Elfriede Jelinek, geboren 1946 in Mürzzuschlag/Steiermark, wuchs in Wien auf; mit vier Jahren Ballett- und Französischunterricht, in der Folgezeit umfassende musikalische Ausbildung; 1960 Klavier- und Kompositions-Studium am Wiener Konservatorium; 1964 Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Wien; 1967 Abbruch des Studiums, beginnt zu schreiben; Lyrik und Prosatexte erscheinen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Elfriede Jelinek erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter den Georg-Büchner-Preis (1998). 2004 wurde ihr der Literatur-Nobelpreis verliehen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 205
Erscheinungsdatum 02.03.1989
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-12467-9
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 190/105/17 mm
Gewicht 173
Auflage 36. Neuausg.
Buch (Taschenbuch)
8,99
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Kundenbewertungen


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Frauen im Systemzwang - glänzend charakterisiert!
von einer Kundin/einem Kunden am 31.12.2005

„Wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein Mann. Wenn einer ein Schicksal bekommt, dann ist es eine Frau“, dieser Satz umreisst treffend, worum es in diesem Buch geht: Es sind die veralteten, aus Tradition und Vorurteil gewachsenen Genderrollen, in die uns die Gesellschaft hineinzwängt, es ist jener... „Wenn einer ein Schicksal hat, dann ist es ein Mann. Wenn einer ein Schicksal bekommt, dann ist es eine Frau“, dieser Satz umreisst treffend, worum es in diesem Buch geht: Es sind die veralteten, aus Tradition und Vorurteil gewachsenen Genderrollen, in die uns die Gesellschaft hineinzwängt, es ist jener Raster, der über jeden und alle richtet, und der keinen Verstoss gegen seine rigiden Regeln duldet. Es ist die Strukturgewalt, die all jene zermalmt, die sich ihr in den Weg stellen. Erschreckend finde ich die Aktualität der Grundproblematik: 30 Jahre nach Erscheinen dieses Buches sehen sich die Töchter der beschriebenen Mütter-Generation denselben Problemen gegenüber: Gewalt und Unterdrückung ist geblieben, nur die Form hat sich verändert. Elfriede Jelinek, neben Thomas Bernhard die heftigste Kritikerin Österreichs, immer wieder als Nestbeschmutzerin beschimpft, legt in diesem frühen Roman den Grundtenor ihres Schaffens offen. Mit dem Roman „Die Klavierspielerin“ zu Weltruhm gelangt, erhielt sie 2004 den Nobelpreis.

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Eine Offenbarung!
von raubkatzal aus Wien am 02.03.2007

Es ist die Geschichte von zwei Mädchen aus einem Milieu, in dem der Entscheidungsfreiheit dauernd unsichtbare Grenzen gesetzt sind. Die Autorin ist, um ihren Stoff zu finden, wie neuerdings so viele aus der Stadt hinaus aufs Land gegangen. Doch im Gegensatz zu anderen Schriftstellern hat sie nicht den archaischen... Es ist die Geschichte von zwei Mädchen aus einem Milieu, in dem der Entscheidungsfreiheit dauernd unsichtbare Grenzen gesetzt sind. Die Autorin ist, um ihren Stoff zu finden, wie neuerdings so viele aus der Stadt hinaus aufs Land gegangen. Doch im Gegensatz zu anderen Schriftstellern hat sie nicht den archaischen Einklang der Menschen mit der Natur entdeckt, auch nicht das harte, einfache Leben der Mägde und Knechte. n einem besonders idyllischen Tal der Steiermark steht eine Fabrik, in der Miederwaren hergestellt werden. Es ist symbolisch, daß in diesem Unfrieden einer entlegenen Region die Produktion eines Zivilisationsguts vonstatten geht, das auf die äußere weibliche Natur im Interesse der Mode Zwang ausübt. Die Fabrik floriert, weil sie die Löhne besonders niedrig halten kann. Welche Entfaltungsmöglichkeiten hat eine Arbeiterin, die Büstenhalter im Akkord näht? Sie kann einen Mann heiraten, der ihr den gesellschaftlichen Aufstieg garantiert. Elfriede Jelinek hat all diese Themen in ein packendes Buch gesteckt, eine feine Struktur geschaffen, die alles miteinander verbindet. Illusionen werden zerstört, die Sprache ist brutal und offen, sie zeigt ganz deutlich, das wir alle eigentlich nur das sehen sehen, was wir sehen wollen.

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dieses Buch vergisst man nicht
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 07.04.2006

Ein sehr realistische Beschreibung einer beängstigenden und bedrückenden Realität. Die Sprache von Elfriede Jelinek ist jedoch so drastisch und gleichzeitig so distanziert, dass man am Ende aufatmet, weil man noch davongekommen ist. Gehört zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe.

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regt zum Nachdenken an.
von Lesemaus aus Mistelbach am 13.07.2008

Muss sagen, dass ich mich zuerst an den Stil gewöhnen musste. Die Lebensgeschichten zweier bzw. dreier Frauen, wird sehr roh und unverblümt dargestellt. Es schließt sich der Kreis und man denkt sich - so war es bzw. ist es manchmal immer noch. War mein erstes Buch von Elfriede Jelinek... Muss sagen, dass ich mich zuerst an den Stil gewöhnen musste. Die Lebensgeschichten zweier bzw. dreier Frauen, wird sehr roh und unverblümt dargestellt. Es schließt sich der Kreis und man denkt sich - so war es bzw. ist es manchmal immer noch. War mein erstes Buch von Elfriede Jelinek und muss sagen, es hat mich überredet. Wie gesagt ungewöhnlicher Stiel und alle Wörter klein geschrieben - warum eigentlich?

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Naja
von L.M. aus Zuhause am 31.01.2012

"Die Liebhaberinnen" ist, denke ich, Geschmackssache. Meiner Meinung nach versinkt der Roman in Klischees und Stereotypen, wie vor allem an Erich und Heinz, den unverbesserlichen Machos, deutlich wird. Vor allem die sprachliche Gestaltung macht den Roman recht ungenießbar, es liest sich, als wolle die Autorin sich ihren Frust von... "Die Liebhaberinnen" ist, denke ich, Geschmackssache. Meiner Meinung nach versinkt der Roman in Klischees und Stereotypen, wie vor allem an Erich und Heinz, den unverbesserlichen Machos, deutlich wird. Vor allem die sprachliche Gestaltung macht den Roman recht ungenießbar, es liest sich, als wolle die Autorin sich ihren Frust von der Seele schreiben, sich richtig auskotzen, wobei man sich beim lesen allerdings leicht angekotzt fühlt.

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Gewöhnungsbedürftig gut!
von Leselady aus Wien am 02.08.2011

Musste diese Lektüre im Rahmen meiner Matura lesen und war sehr gespannt darauf, weil ich sehr feministische Bücher mag. Anfangs ist es schwer sich an die durchgehende Kleinschreibung zu gewöhnen, allerdings gewöhnt man sich im Laufe des Lesens daran. Richtig interessant und toll fand ich den ständigen Perspektivenwechsel zwischen... Musste diese Lektüre im Rahmen meiner Matura lesen und war sehr gespannt darauf, weil ich sehr feministische Bücher mag. Anfangs ist es schwer sich an die durchgehende Kleinschreibung zu gewöhnen, allerdings gewöhnt man sich im Laufe des Lesens daran. Richtig interessant und toll fand ich den ständigen Perspektivenwechsel zwischen den beiden Damen! Das Buch gibt Einblick in eine frühere Zeit und in die Unterdrückung der Frau.

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Die Hasserinnen
von Susanne Haenlein aus Wien am 14.06.2015
Bewertetes Format: eBook (ePUB)

Einblicke in alltägliche weibliche Welten auf nicht alltägliche Weise. Die offenbarten Gefühlswelten der Protagonistinnen verwandeln die vor der Lektüre allenfalls vorhandenen vagen Vermutungen über eine mögliche Interpretation des weiblichen Lebenszwecks in Erkenntnisse. Das Nicht-Verständnis zwischen Licht-Liebe und Schatten-Hass wird nachvollziehbar und differenziert gesellschaftliche Unter-Ebenen weiter aus.

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