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Die Pendragon-Legende

Roman. Nachw. v. György Poszler

(3)

Antal Szerbs bekannter Debütroman
»Ein Buch, das einen so in seinen Bann zieht und in eine andere Welt versetzt, dass der Leser nur noch lesen möchte, bis er das Buch erschöpft beiseite legen kann.« NDREin ungarischer Büchernarr gerät auf einem walisischen Schloss unversehens in ein gespenstisches Verwirrspiel.»Im Grunde fangen alle Geschichten damit an, dass ich in Budapest geboren bin« - so beginnt János Bátky, Doktor der Philosophie mit besonderem Interesse für die englischen Mystiker des 17. Jahrhunderts und überhaupt sehr in alles Englische verliebt, seine außerordentlich »gespensterhafte Geschichte voller unerklärlicher Abenteuer«. Die wiederum beginnt mit einer Abendgesellschaft in London, auf der ihm Owen Pendragon, der derzeitige Earl of Gwynned, vorgestellt wird, über den man sich allerlei Wundersames erzählt - so unter anderem, dass er auf seinem walisischen Schloss in einem geheimen Labor Versuche mit merkwürdigen Tieren betreibe, um, getreu dem Pendragonschen Familienmotto »Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches«, dem ewigen Leben auf die Spur zu kommen. Aufgrund beidseitiger Sympathie lädt der Earl den jungen Ungarn für ein paar Wochen auf sein Schloss und zum Studium in die berühmte Bibliothek der Pendragons ein. János Bátky kann sein Glück kaum fassen - ahnt er doch noch nicht, dass seine Reise ihn in ein mysteriöses Verwirrspiel um eine höchst strittige Erbschaft verwickeln wird, in dem unter anderem die folgenden Figuren wahrhaft literarische Rollen spielen: zwei schöne Damen, lebende und tote englische Gentlemen, ein schalkhaftes walisisches Gespenst und vor allem der seit 120 Jahren in der Familiengruft der Pendragons auf seine fleischliche Auferstehung wartende Ahnherr Asaph Pendragon, Begründer des alchimistischen Rosenkreuzer-Ordens und vielleicht letzte Mensch auf Erden, der noch wusste, wie man Gold herstellt.

Rezension
"Ein spannendes Verwirrspiel zwischen Krimi und Gespenstergeschichte bietet der bereits 1934 erschienen Roman 'Die Pendragon-Legende' des ungarischen Schriftstellers Antal Szerb."
Hildegard Janssen-Müller, Die Rheinpfalz 25.07.2015
Portrait

Antal Szerb (1901-1945), Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, ist in seinem Heimatland Ungarn einer der meistgelesenen ungarischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein kurzes Leben war geprägt von der Liebe zur europäischen Kultur und Literatur. Antal Szerb wird am 1. Mai 1901 in Budapest als Sohn eines assimilierten jüdischen Kaufmanns geboren und katholisch getauft. Nach dem Abitur 1919 besucht er zunächst Vorlesungen der klassischen, später der modernen Philologie in Graz. 1920 kehrt er nach Budapest zurück und immatrikuliert sich in den Fächern Hungarologie und Germanistik, später auch Anglistik. Bereits vier Jahre später promoviert er mit einer Dissertation über den Dichter der ungarischen Nationalhymne, Ferenc Kölcsey. Um Geld zu verdienen, arbeitet er zunächst als Lehrer für Ungarisch und Englisch an einer Vorstadtschule, ab 1928 an einer höheren Lehranstalt für kaufmännische Berufe. Seit Mitte der zwanziger Jahre führt Antal Szerb das Leben eines Schriftstellers. Es erscheinen Rezensionen, Essays und Erzählungen in den führenden literarischen Zeitschriften des Landes. Studienreisen und Stipendien führen ihn in den Zwanzigern nach Italien, Paris und England – Eindrücke, die in seinen beiden ersten Romanen ›A Pendragon-legenda‹ (1934; u.d.T. ›Die Pendragon-Legende‹ 2004 bei dtv) und ›Utas és holdvilág‹ (1937; u.d.T. ›Reise im Mondlicht‹ 2003 bei dtv) ihren Niederschlag finden. Zweimal wird er in dieser Lebensphase mit dem renommierten Baumgarten-Preis ausgezeichnet: 1935 und 1937. Der Literatur bleibt Szerb zeit seines Lebens nicht nur als Autor, sondern auch als Wissenschaftler verbunden. So erhält er 1932 bei einem Wettbewerb den Zuschlag eine ungarische Literaturgeschichte zu verfassen. Das Werk erscheint 1934. Szerb ist da bereits seit einem Jahr Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Ungarns (und bleibt es bis 1936). Das Werk wird unter dem Titel ›A magyar irodalomtörténet‹ bis 1943 in einer Auflage von 23.000 Exemplaren gedruckt und 1944 verboten. 1941 folgt eine Geschichte der Weltliteratur (›A világirodalom története‹), in der er literatursoziologische und kulturphilosophische Ansätze verbindet und sein Thema leicht lesbar aufbereitet. Diese Literaturgeschichte gilt als sein wissenschaftliches Hauptwerk. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft bleibt ihm die Universitätslaufbahn verschlossen, wenngleich er sich noch 1937 mit Hilfe einflussreicher Gönner an der Universität Szeged habilitieren kann und bis 1943 dort lehren darf. 1943 veröffentlicht Szerb noch zwei Romane: Zum einen unter dem Pseudonym A.H. Redcliff das Buch ›VII. Olivér‹, das als sein »leichtestes« Werk gilt, zum zweiten ›A királyné nayklánca‹ (u.d.T. ›Das Halsband der Königin‹ 2005 bei dtv), das die Halsband-Affäre um den italienischen Abenteurer Cagliostro im Vorfeld der Französischen Revolution zum Stoff hat. 1943/44 entsteht zudem der zweisprachige Band ›Száz vers‹ (›Einhundert Gedichte‹) mit Gedichten, die Antal Szerb besonders wichtig waren. Im März 1944 wird Ungarn von deutschen Truppen besetzt, die rechtsgerichteten Hórthy-Regierung gestürzt und eine faschistische unter Führung der »Pfeilkreuzler« eingesetzt. Antal Szerb wird im Sommer 1944 zum Arbeitsdienst eingezogen und in das westungarische Lager Balf bei Ödenburg verlegt, wo er am 27. Januar 1945 ermordet wird. Er wird in einem Massengrab beerdigt. (Nach Informationen von Gábor Durós, Ferenc Szász und der Hungarian Book Foundation/Budapest.)

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 01.11.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-13712-6
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 193/121/19 mm
Gewicht 270
Originaltitel A Pendragon Legenda
Buch (Taschenbuch)
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Eine Legende
von Patrick Nagl aus Wien am 16.07.2010

Die Pendragon Legende ist wohl einer der wenigen Romane die den Brückenschlag zwischen phantastischer Literatur und echten Klassikern schaffen. Auf jeden Fall ist der Roman gelungen und bietet dem Leser schauriges, spannendes und zugleich Literatur auf höchstem Niveau. Szerb, längst Autorenlegende in Ungarn, wurde bei uns leider erst... Die Pendragon Legende ist wohl einer der wenigen Romane die den Brückenschlag zwischen phantastischer Literatur und echten Klassikern schaffen. Auf jeden Fall ist der Roman gelungen und bietet dem Leser schauriges, spannendes und zugleich Literatur auf höchstem Niveau. Szerb, längst Autorenlegende in Ungarn, wurde bei uns leider erst recht spät entdeckt und ins Deutsche übersetzt. Der Autor wurde zum Opfer des Nationalsozialismus.

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Humoriger Schauer-Krimi-Mischling mit viel Esprit
von Stefan Heidsiek aus Darmstadt am 02.05.2012

„Es war überall gut, doch am Besten war es in der Bibliothek. Vielleicht weil ich meistens nicht zum Arbeiten oder Studieren hinging, sondern um Urlaub zu machen ..." O-Ton Antal Szerb. Es bedarf nur weniger gelesener Seiten, bis man begreift, dass es sich beim Hauptprotagonisten von "Die Pendragon-Legende", dem... „Es war überall gut, doch am Besten war es in der Bibliothek. Vielleicht weil ich meistens nicht zum Arbeiten oder Studieren hinging, sondern um Urlaub zu machen ..." O-Ton Antal Szerb. Es bedarf nur weniger gelesener Seiten, bis man begreift, dass es sich beim Hauptprotagonisten von "Die Pendragon-Legende", dem eigenwilligen Büchernarr János Bátky, wohl um des Autors Alter ego handelt. Und auch sonst findet sich viel vom Künstler im Künstlichen wieder: Szerb, bis zu seiner Ermordung im Jahre 1945 einer der angesehensten Literaturwissenschaftler Ungarns, nutzt sein gesamtes Repertoire, um auf höchst intellektuellem Niveau zu unterhalten und mit erfrischender Leichtfüßigkeit über die Genre-Grenzen zu springen. Mit einer für das Jahr seiner Entstehung (1934) unerwarteten Lockerheit, mixt der Autor in "Die Pendragon-Legende" Elemente von klassischem Kriminal- und Gruselroman, wobei sowohl Spannung als auch Schauder stets vom spritzig-witzigen Grundton unterwandert werden. Die Geschichte um düstere Rituale und Verschwörungen in einem von Wales' ältesten Schlössern besticht durch Ironie und schwarzen Sarkasmus, baut Grusel und Horror auf, nur um den Leser im nächsten Moment in Heiterkeit ausbrechen zu lassen. Und obwohl sich alles selbst nicht so ernst nimmt, unterstreicht doch jeder Satz Szerbs Ernsthaftigkeit und dessen wohlpointierte Stilsicherheit. Jedes Rädchen greift hier nahtlos ins andere über. Langatmige Passagen oder unnötige Pausen sucht man vergebens. So rast man, auch aufgrund der vielen Schauplatzwechsel, förmlich durch das Buch. Durchquert dunkle Wälder, nachtschwarze Katakomben und steinige Gebirgsketten, begegnet Geisterreitern, verrückten Propheten und gnomähnlichen Kreaturen, während Phantasie und Wirklichkeit verschwimmen, Szerbs launigen Wundern untergeordnet, mit der er der alles ordnenden "Zivilisation" ein Schnippchen schlagen wollte. Ganz in der Tradition der Schwarzen Romantik, dem klassischen "Gothic"-Novel, rückt er die Selbsterfahrung, das Erlebnis in den Vordergrund. Und besonders Letzteres ist dieses Buch dann auch wirklich. Eine schaurig-schöne, rasante und (auch dank der gelungenen Übersetzung) extrem wortwitzige Mischung aus Edmund Crispin und Umberto Eco, der leider auf den letzten Seiten ein klein wenig die Puste ausgeht.

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kafkaesk
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 19.11.2009

Intelligent, humorvoll und spannend. Alles, was ein gutes Buch auszeichnet. Potpourri aus Krimi, historischem Roman, phantastischer Literatur und Liebesgeschichte. Stellenweise extrem surreal und abgründig, mit (schwarz) magischen Elementen und walisischem Volksglauben durchsetzt.

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spannend
von Blacky am 15.06.2012
Bewertetes Format: Hörbuch (CD)

Inhalt: London, Anfang der 1930er Jahre: Der junge ungarische Wissenschaftler János Bátky lernt auf einer Soiree den britischen Earl of Gwynedd, Owen Pendragon kennen. Weil sich der etwas wunderliche Earl sehr für Bátkys Forschungen über die Mystiker des 17. Jahrhunderts interessiert, lädt er ihn auf sein Schloß in Wales ein.... Inhalt: London, Anfang der 1930er Jahre: Der junge ungarische Wissenschaftler János Bátky lernt auf einer Soiree den britischen Earl of Gwynedd, Owen Pendragon kennen. Weil sich der etwas wunderliche Earl sehr für Bátkys Forschungen über die Mystiker des 17. Jahrhunderts interessiert, lädt er ihn auf sein Schloß in Wales ein. Bátky folgt der Einladung freudig und begleitet den Earl - doch schon in der ersten Nacht entpuppt sich der Landsitz des Earls als ein wahrer Brennpunkt schauriger Vorkommnisse. Bátky begegnet mitternächtlichen Reitern, riesenhaften Gestalten und schließlich einem Mörder, der den Earl umbringen will. Zu allem Überfluß bewahrheiten sich bald auch die Gerüchte über den Earl und sein Labor, in dem er Versuche mit merkwürdigen Tieren durchführt. Eine sehr spannende Geschichte, die zwar Elemente aus dem Reich der Phantasie enthält, aber nicht alles, was danach aussieht ist auch so. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und kann diese Story durchaus weiter empfehlen.

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