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Die schwedischen Gummistiefel

(gekürzte Lesung)

(1)
Henning Mankells letzter Roman: Zeit des Abschieds
In jener Herbstnacht wecken Fredrik Welin lodernde Flammen. Nichts von seinem alten, abgelegenen Haus auf der Schäreninsel, nichts von seinem bisherigen Leben ist zu retten. Die Polizei mutmaßt Brandstiftung. Und plötzlich sieht sich Welin nicht nur mit dem Verdacht des Versicherungsbetrugs konfrontiert, er muss sich auch der Frage stellen, ob es mit beinahe siebzig Jahren überhaupt noch möglich ist, neu anzufangen. Oder ist bereits die Zeit des Abschieds angebrochen?
Meisterhaft interpretiert von "Tatort"-Kommissar Axel Milberg, der deutschen Stimme von Henning Mankell.
(Laufzeit: 10h 31)
Portrait
Henning Mankell, der Schöpfer der Wallander – Thriller und einer der bedeutendsten Krimiautoren in Skandinavien, wuchs allein mit seiner Schwester bei seinem Vater in Nordschweden auf. Seine Mutter verließ den am 3.Februar 1948 geborenen Henning Mankell schon früh. 1965 wurde er Regieassistent, nach einem Schauspielstudium, am Riks Theater in Stockholm und als Henning Mankell 20 Jahre alt war begann er als Regisseur und Autor zu arbeiten. Seinen Kindheitstraum von einer Reise nach Afrika erfüllte er sich 1972. Henning Mankell war so sehr beeindruckt von dem Kontinent und fühlte sich schon sehr schnell wie zu Hause. Fortan blieb der Krimiautor zunächst noch als Schriftsteller, Regisseur, Autor und Intendant in seiner Heimat Schweden. Als er jedoch 1985 die Chance erhielt in Maputo, Mosambik, am Aufbau einer professionellen Theatergruppe mitzuwirken, zögerte Henning Mankell nicht lange und schon im Folgejahr leitete er eine 70köpfige Gruppe des Teatro Avenida. Seitdem bezeichnet er Afrika als seine Zweitheimat und pendelt im Jahr immer zwischen Sand und Schnee, wie Henning Mankell selbst sagt.
Neben seiner Kriminalromanreihe um Kurt Wallander, die alle in den 90er Jahren entstanden, beschäftigt er sich in seinen weiteren Romanen vor allem viel mit Problematiken des afrikanischen Kontinents, aber auch Kinder- und Jugendbücher zählen zu seinem Genre. Junge schwedische und afrikanische Autoren finden bei dem von Henning Mankell gegründeten Verlag "Leopard förlag" ein Forum und Unterstützung in ihrer Arbeit. Henning Mankell gründete dies im Frühjahr 2001. Neben seinem Schreiben oder der Arbeit an Theater oder Fernsehen engagiert sich Henning Mankell darüber hinaus für das Land Afrika und erhielt aus diesem Grund 2009 den Erich-Maria-Remarque Friedenspreis.
Für seine Romane erhielt Henning Mankell im Laufe der Jahre viele Ehrungen und Auszeichnungen, wie mehrmals den Schwedischen Krimipreis für seine Wallander Bücher, den Deutschen Jugendliteraturpreis, Corine-Preis wie auch den Astrid Lindgren Preis und die Goldene Feder. Nicht zuletzt zeigt der Erfolg auch die Adaption der Wallander Bücher und weiteren Romanen. Die Motivation, die Henning Mankell in seinen Büchern zum Ausdruck bringen möchte, sind oft politische und gesellschaftliche Themen. Seine Erfahrungen schöpft er teils auch aus eigenen aktiven Engagements gegen Krieg, Apartheid und für Kultur. Henning Mankell beschreibt detailgenau, authentisch, offen, interessant und mit einer Art Spannung die Gier auslöst. Nicht nur Wallander Anhänger sind davon überzeugt.
Henning Mankell lebt inzwischen mit seiner dritten Ehefrau Eva Bergmann, Tochter von Ingmar Bergmann, glücklich abwechselnd in Schweden oder Afrika.

Meinung der Redaktion
Mankell liest man nicht, man trinkt ihn - in einem einzigen gierigen Schluck, ohne abzusetzen, in blinder, weltvergessener Gier.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium MP3-Hörbuch-Download
Anzahl Dateien 173
Erscheinungsdatum 22.08.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783844524208
Verlag Der Hörverlag
Spieldauer 630 Minuten
Format & Qualität MP3, 192 kbit/s, 630 Minuten, 454.81 MB
Verkaufsrang 1.953
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„Eine melancholische Geschichte über das letzte Lebensdrittel“

Elena Cousino, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Welin, ehemals Arzt, musste aufgrund eines Kunstfehlers seine Arbeit aufgeben. Allein lebt er auf seiner Schäre. Als sein Haus abbrennt, wird er verdächtigt. Von seiner Tochter erhofft er sich Unterstützung, merkt aber, wie schwierig die Beziehungsgestaltung ist. Melancholisch, dicht und wunderschön geschrieben. Welin, ehemals Arzt, musste aufgrund eines Kunstfehlers seine Arbeit aufgeben. Allein lebt er auf seiner Schäre. Als sein Haus abbrennt, wird er verdächtigt. Von seiner Tochter erhofft er sich Unterstützung, merkt aber, wie schwierig die Beziehungsgestaltung ist. Melancholisch, dicht und wunderschön geschrieben.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Jeder Satz ein Ereignis, die Geschichte total klar erzählt. Bitte ganz langsam lesen, dieses letzte Buch von Henning Mankell. Ein dramatisches Wiedersehen mit Fredrik Welin. Jeder Satz ein Ereignis, die Geschichte total klar erzählt. Bitte ganz langsam lesen, dieses letzte Buch von Henning Mankell. Ein dramatisches Wiedersehen mit Fredrik Welin.

„Der alte Mann und das Meer“

Dirk Bluhm, Thalia-Buchhandlung Lünen

Mankell erzählt uns in seinem letzten Roman von den existentiellen Werten im Leben: Verlust, Trauer, der Suche nach Liebe und dem allgegenwärtigen Tod. Hört sich düster an, ist aber unterhaltsam und zum Ende hin sogar spannend. Der Ort, eine Insel im Schärengarten, trägt dazu bei, dass Buch noch lange nachwirkt. Lesen! Mankell erzählt uns in seinem letzten Roman von den existentiellen Werten im Leben: Verlust, Trauer, der Suche nach Liebe und dem allgegenwärtigen Tod. Hört sich düster an, ist aber unterhaltsam und zum Ende hin sogar spannend. Der Ort, eine Insel im Schärengarten, trägt dazu bei, dass Buch noch lange nachwirkt. Lesen!

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim

Auch wenn man "Die italienischen Schuhe" gelesen hat, lohnt sich die Lektüre: So klug schildert Mankell das Nachdenken über Freundschaft, Älterwerden und Tod! Auch wenn man "Die italienischen Schuhe" gelesen hat, lohnt sich die Lektüre: So klug schildert Mankell das Nachdenken über Freundschaft, Älterwerden und Tod!

„Eine Schäreninsel im Herbst...“

Angela Biermann, Thalia-Buchhandlung Münster

Frederik, alternder Eigenbrötler, lebenslang bindungsunfähig, lebenslang auf der Suche nach Nähe, verliert durch einen verheerenden Brand sein Haus, seinen gesamten Besitz. Nochmal neu beginnen? Wie?
Seine Tochter taucht auf, zieht ihn hinein in ihr Leben, stößt ihn von sich, ähnlich ambivalent entwickelt sich der Kontakt zu einer
Frederik, alternder Eigenbrötler, lebenslang bindungsunfähig, lebenslang auf der Suche nach Nähe, verliert durch einen verheerenden Brand sein Haus, seinen gesamten Besitz. Nochmal neu beginnen? Wie?
Seine Tochter taucht auf, zieht ihn hinein in ihr Leben, stößt ihn von sich, ähnlich ambivalent entwickelt sich der Kontakt zu einer jungen Lokalreporterin. Und wer war der Brandstifter?
Fredrik, keine bequeme Identifikationsfigur, kein sympathischer Held und doch fasziniert diese Geschichte.

„Die schwedischen Gummistiefel“

Anke Hackler, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Dieser letzte Roman von Henning Mankell ist das Gegenstück, beziehungsweise die Fortsetzung zu seinem Roman " die italienischen Schuhe".
Der zweite Teil des Romans, der zirka fünf Jahre später spielt, lässt nichts an Dramatik zu wünschen übrig. Gleich anfangs brennt das Haus, das Fredrik Welin auf einem felsigen Eiland bewohnt, bis
Dieser letzte Roman von Henning Mankell ist das Gegenstück, beziehungsweise die Fortsetzung zu seinem Roman " die italienischen Schuhe".
Der zweite Teil des Romans, der zirka fünf Jahre später spielt, lässt nichts an Dramatik zu wünschen übrig. Gleich anfangs brennt das Haus, das Fredrik Welin auf einem felsigen Eiland bewohnt, bis auf die Grundmauern nieder. Im letzten Moment rettet sich der 70-jährige mitten in der Nacht aus dem in Flammen stehenden Gebäude, das seine Großeltern einst errichteten. Rasch kommt ans Licht, dass es sich um Brandstiftung handelt.

Spannend wie seine Krimis - bitte lesen!

„Unbedingt lesen“

Sina Hufnagel, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Mankell´s letztes Buch ist ein stilles, ein ruhiges Buch, allerdings in keinster Weise uninteressant. Fredrik ist 70 Jahre alt und lebt allein auf einer Schäreninsel in Schweden. Eines Nachts brennt sein Haus bis auf die Grundmauern ab. Er verliert alles was er je besitzt hat, ausser das was er trägt, darunter seine Gummistiefel. Dazu Mankell´s letztes Buch ist ein stilles, ein ruhiges Buch, allerdings in keinster Weise uninteressant. Fredrik ist 70 Jahre alt und lebt allein auf einer Schäreninsel in Schweden. Eines Nachts brennt sein Haus bis auf die Grundmauern ab. Er verliert alles was er je besitzt hat, ausser das was er trägt, darunter seine Gummistiefel. Dazu wird er auch verdächtigt, den Brand selbst gelegt zu haben. Als eines Tages die Journalistin Lisa Modin auf seiner Insel erscheint, verliebt er sich in sie. Dann steht auch noch seine Tochter Louise da. Ein sehr schwieriges Vater/Tochter Verhältnis offenbahrt sich. Dieses Buch handelt von später Liebe, Gefühle und das Älterwerden. Die Einsamkeit und die menschliche Nähe. Kann man mit 70 nochmal von vorne anfangen? Was weiß ich über die Menschen, die mir nahestehen? Und wer bin überhaupt ich?
Dieser Roman ist ein großartiges Porträt eines älteren Mannes, der mit seinem Leben ringt.

Kundenbewertungen


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Ein Genuss für ruhige Stunden
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 17.09.2016

Ehrlich und überzeugend erzählt, auch wenn es einige Längen hat. Wunderbar geschrieben einfach lesenswert, genau so auch sein letztes Buch "Treibsand"

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
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Eine bewegende und melancholische Geschichte übers Altwerden, über das Vergängliche und über den Tod
von janaka aus Rendsburg am 21.10.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

*Inhalt* Mitten in der Nacht fängt das Haus vom 70jährigen Fredrik Welin an zu brennen, er kann sich gerade noch vor den Flammen retten. Nun steht er vor seinem abgebrannten Haus, mit zwei linke Gummistiefel und den Klamotten, die er am Leib trägt. Sonst ist alles verbrannt, Kleidung, Papiere, Erinnerungsstücke... *Inhalt* Mitten in der Nacht fängt das Haus vom 70jährigen Fredrik Welin an zu brennen, er kann sich gerade noch vor den Flammen retten. Nun steht er vor seinem abgebrannten Haus, mit zwei linke Gummistiefel und den Klamotten, die er am Leib trägt. Sonst ist alles verbrannt, Kleidung, Papiere, Erinnerungsstücke usw. Zum Glück kann er in dem Wohnwagen seiner Tochter erstmal unterkommen und macht sich Gedanken, ob sich ein Neuanfang in seinem Alter noch lohnt. *Meine Meinung* "Die schwedischen Gummistiefel" ist das letzte Buch von Henning Mankell. Als mich am 05.Oktober 2015 die Nachricht seines Todes erreichte, war ich unendlich traurig, einer der besten Autoren der Gegenwart und einer meiner Lieblingsschriftsteller hat uns verlassen. Umso mehr freue ich mich, sein letztes Buch lesen zu dürfen. Dieser Roman baut sich auf "Die italienischen Schuhe" aus dem Jahr 2006 auf. Und es ist genau wie der Vorgängerband kein Buch zum Schnelldurchlesen, ich habe die einzelnen Worte, die atmosphärischen Beschreibungen der Schären, der Einsamkeit und der Lebensweise von Welin genossen. Zitat S. 74 "Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam." Ich finde dieses Zitat einfach wunderbar, es drückt meine Gefühle über das Gelesene richtig gut aus. Das Buch ist sehr melancholisch, es dreht sich um das Altwerden, um die Einsamkeit und um den Tod aber auch um einen Neuanfang, der sich immer lohnt, egal, wie alt man ist. Der Titel "Die schwedischen Gummistiefel" hat einen direkten Bezug zur Geschichte, nach dem Feuer bleiben Fredrik nur noch zwei linke Gummistiefel und die Bestellung nach neuen "Made in Sweden" ist die ganze Zeit präsent. Mit Welin hat der Autor einen Charakter erschaffen, der nicht nur sympathisch ist. Auf der einen Seite kann man mit ihm mitfühlen und kann sein Verhalten nachvollziehen. Aber dann ist da immer noch die andere Seite, er ist seinen Mitmenschen gegenüber absolut nicht empathisch, in manchen Fällen bewegt er sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Sogar seiner Tochter gegenüber benimmt er sich nicht, wie ein liebender Vater. Im Laufe des Buches nähern die beiden sich langsam an und man hofft, dass sich das Verhältnis der beiden stabilisiert. Und zum Abschluss des Buches noch einmal wunderbare Worte des Autors, die zum Nachdenken anregen: Seite 475 Mittlerweile war es spät im August. Bald würde der Herbst kommen. Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr. *Fazit* Ein wunderbares Buch mit Tiefgang, wer den Schreibstil des Autors mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen. In meinem Herzen und in seinen Büchern wird Henning Mankell weiterleben.

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Die schwedischen Gummistiefel
von einer Kundin/einem Kunden aus Magdeburg am 11.10.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Das Cover zeigt einen Mann, die in der Dämmerung in einem Boot sitzt. Der Sonnenuntergang färbt Himmel und Meer orangefarben und blau, so dass nur die Konturen des Mannes, des Bootes und des Anlegers sichtbar sind. Ein sehr gelungenes Bild für das Buch. Henning Mankell lässt Fredrik Welin seine Geschichte... Das Cover zeigt einen Mann, die in der Dämmerung in einem Boot sitzt. Der Sonnenuntergang färbt Himmel und Meer orangefarben und blau, so dass nur die Konturen des Mannes, des Bootes und des Anlegers sichtbar sind. Ein sehr gelungenes Bild für das Buch. Henning Mankell lässt Fredrik Welin seine Geschichte selbst erzählen. Fredrik ist fast 70 Jahre alt und wohnt auf einer Schäreninsel. So wird diese Geschichte langsam und bedächtig erzählt, mit vielen Alltagsbeschreibungen. Mit dem Verlust seines Hauses und seiner Habseligkeiten erinnert sich Fredrik an sein Leben und an das, was wichtig ist. Viele Fragen werden aufgeworfen und bleiben unbeantwortet, ein Kunstgriff des großen Autors, denn so kann jeder Leser, jede Leserin selbst nach eigenen Antworten suchen. Alter, Einsamkeit, Tod und der Umgang damit sind die Themen des Romans, den ich, so wie es im Klappentext zu lesen ist, als sehr persönlich empfinde. Es ist ein melancholisches und tieftrauriges Buch, das jedoch am Ende ein wenig Hoffnung gibt, denn ein neues Haus ist gebaut, Fredrik hat eine Freundin (keine Geliebte) gefunden und sein Verhältnis zu seiner Tochter ist ein deutlich besseres. Hoffnung gibt auch der letzte Satz "Aber die Dunkelheit schreckte mich nicht mehr." Ich wünsche sehr, dass Henning Mankell diesen Satz sagen konnte. Der letzte Roman von Henning Mankell - eine berührende und exzellent geschriebene Geschichte, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. Danke Henning Mankell!

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Wenn das Leben zu Ende geht
von einer Kundin/einem Kunden am 21.09.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

„Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam.“ (Seite 74) In seinem letzten Buch behandelt der vor einem Jahr an Krebs gestorbene Bestseller-Autor Gedanken über das Ende des Lebens, die er seinem Protagonisten Frederik Welin in den Kopf legt. Der ehemalige Arzt hat seinen Beruf an den... „Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam.“ (Seite 74) In seinem letzten Buch behandelt der vor einem Jahr an Krebs gestorbene Bestseller-Autor Gedanken über das Ende des Lebens, die er seinem Protagonisten Frederik Welin in den Kopf legt. Der ehemalige Arzt hat seinen Beruf an den Nagel gehängt und sich auf eine schwedische Schäreninsel zurückgezogen. Dort bewohnt er das Haus seiner Großeltern. Zu Beginn des Buches erwacht er im brennenden Haus und kann gerade noch sein fast nacktes Leben aus den Flammen retten. Alle seine Besitztümer sind dahin – bis auf einen alten Bootsschuppen und einen Wohnwagen, der einst seiner Tochter gehörte. Die wohnt jetzt in Paris, also weit weg; kommt aber, um ihm in seinem Elend beizustehen. Wir Leser erfahren von einer schwierigen Beziehung zwischen Vater und Tochter und erleben hautnah die Einsamkeit der Schärenbewohner mit. Gut nachvollziehbar beschreibt Mankell wie es ist, alles verloren zu haben und den Neuanfang bedroht zu sehen, weil der Hausbesitzer für einen Brandstifter gehalten wird. Welin lebt in seinen Erinnerungen, vor Ort geschieht nicht viel. Doch gerade dieses Nachdenken übers Leben hat mich in diesem ruhigen Buch sehr angesprochen. Welin beschreibt sich schonungslos ehrlich mit all seinen Ecken und Kanten, die er sich im Laufe seines Leben zugelegt hat. Und immer wieder spielt das Alter eine Rolle. „Plötzlich fiel mir auf, dass alle Menschen, die mir begegneten, bis auf wenige Ausnahmen jünger waren als ich.“(Seite 253). Trotz der Abschiedsthematik kommen weder die Hoffnung auf Freundschaft und Liebe, noch die Zukunftsaussichten zu kurz. Gerne bin ich der Erzählung des Autors gefolgt, die letztendlich noch einige aufgeworfene Fragen offen lässt. Doch gibt es überhaupt ein Leben, in dem alle Fragen beantwortet werden? Henning Mankells letzter Roman war zwar mein erster, den ich von diesem Autor las – aber sicher nicht der letzte!

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Tiefgehende Geschichte eines Mannes, der lernt, das Alter anzunehmen
von einer Kundin/einem Kunden aus Blumberg am 12.09.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Inhalt: Fredrik Welin, ehemaliger Arzt im Ruhestand und beinahe siebzig Jahre alt, verliert sein von den Großeltern geerbtes Haus durch einen Brand. Es handelt sich um Brandstiftung und es bleibt nicht nur bei diesem einen Haus. Während Fredrik versucht, mit der Situation fertig zu werden, muss er sich mit seinem... Inhalt: Fredrik Welin, ehemaliger Arzt im Ruhestand und beinahe siebzig Jahre alt, verliert sein von den Großeltern geerbtes Haus durch einen Brand. Es handelt sich um Brandstiftung und es bleibt nicht nur bei diesem einen Haus. Während Fredrik versucht, mit der Situation fertig zu werden, muss er sich mit seinem Leben im allgemeinen auseinandersetzen. Er hat gewisse Schwierigkeiten damit, sein Alter zu akzeptieren. Doch indem er sich mit seiner Vergangenheit und somit seinem ganzen bisherigen Leben auseinandersetzt und auch darüber nachdenkt, was wohl die Zukunft bringen wird, entwickelt er sich für so manchen Menschen aus seinem Umfeld vom Außenseiter zu einem Freund. Und so entdeckt er Eigenschaften an Menschen in seiner näheren und weiteren Umgebung, die er vorher nicht gesehen hat. Cover: Ein einsamer Mann sitzt in der Dämmerung in seinem Boot. Der farbenfrohe Kontrast des dunklen Bootes mit dem orangefarbenen Sonnenuntergang und dem wolkenlosen, reinen blauen Himmel im Hintergrund machen auf sich aufmerksam und spiegeln auch den Inhalt des Buches wieder. Meinung: Henning Mankell hat mit „Die schwedischen Gummistiefel“ (die immer wieder im Laufe des Buches auftauchen) einen Roman der ruhigen Art geschaffen. Zwar gibt es gewisse Spannunsspitzen im Ablauf der Handlung, doch die sind eher dazu da, Hochs und Tiefs eines Menschenlebens darzustellen. Vielmehr setzt sich der Autor mit Ängsten auseinander, die jeden einmal befallen. Dazu gehört auch das Älterwerden und das Nachdenken über die Zukunft und den Tod sowie der Umgang mit der Einsamkeit. Wie oft macht man sich das Leben durch falsche Meinungen und Einstellungen selbst schwer. Mankell ist es gelungen, auf eine äußerst eindrucksvolle Weise die tiefen Gefühle und Ängste eines Menschen mit Worten absolut glaubwürdig darzustellen. Gleichzeitig zeigt er Lösungsvorschläge auf, wie man damit umgehen könnte. Die eigentliche Geschichte steckt zwischen den Zeilen und wartet darauf, in ein paar ruhigen Stunden vom Leser entdeckt zu werden. Fazit: Eine exzellent geschriebene Geschichte über die Ängste der Menschen mit starkem Tiefgang. Absolut empfehlenswert.

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Die schwedischen Gummistiefel
von miss.mesmerized am 16.09.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Fredrik Welin lebt alleine auf einer kleinen Schäreninsel. Der 70-Jährige hat nur wenig Kontakt, der Postbote kommt regelmäßig vorbei, an Land tätigt er seine Besorgungen und untersucht gelegentlich die Nachbarn. Als sein Haus nachts niederbrennt, verliert er alles, nichts bleibt ihm mehr, nicht einmal ein paar Gummistiefel. Nachdem die... Fredrik Welin lebt alleine auf einer kleinen Schäreninsel. Der 70-Jährige hat nur wenig Kontakt, der Postbote kommt regelmäßig vorbei, an Land tätigt er seine Besorgungen und untersucht gelegentlich die Nachbarn. Als sein Haus nachts niederbrennt, verliert er alles, nichts bleibt ihm mehr, nicht einmal ein paar Gummistiefel. Nachdem die Spurensuche vergeblich verläuft, verdächtigt ihn sogar die Polizei, da kommt es ihm gerade recht, dass seine Tochter im fernen Paris seine Hilfe braucht. Henning Mankells letzter Roman ist kein Krimi, wofür er in Deutschland so bekannt ist. Es ist ein Abschied, Abschied vom Schreiben, Abschied vom Leben. Aus jeder Zeile spricht das nahende Ende – nicht nur, weil der erzählende Protagonist selbst schon im vorgerückten Alter ist und der Tatsache ins Auge sehen muss, dass sein Dasein sich langsam dem Ende zuneigt. Auch die alten Bekannten des Erzählers werden nach und nach weniger, ein schwacher Trost ist es ihm, dass junge nachrücken, seine Tochter Mutter wird. Das Leben wird auch in den letzten Jahren nicht einfacher, Beziehungen bleiben so kompliziert, wie sie es immer waren, aber die Erinnerungen sind mehr und ebenso das Gefühl von Verlust, vieles ist bereits vergangen und kommt nicht mehr. Aber man kann vergeben und nicht mehr alles in menschliche Hände legen, worüber zu urteilen ist. Ein melancholisches, tieftrauriges Buch. In gemäßigtem Ton nimmt es dem Leser die Hektik des Alltags, es verweigert sich der modernen Schnelllebigkeit und entschleunigt. Passender können Schreibstil und Inhalt kaum zueinander passen. Vermutlich kann dieser Text auch nur entstehen, wenn der Schriftsteller sich in einer bestimmten Fassung und Gefühlslage befindet. Für mich ein Abschiedsbrief eines geschätzten Autors.

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Hat mein Herz nicht berührt
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 02.10.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Mankells letzter Roman konnte leider keinerlei Lesefreude in mir wecken. Vor allem der Hauptprotagonist, ein alter Mann mit für mein Verständnis soziopathischen Zügen, war mir stark unsympathisch in Denken und Handeln, weitere Figuren agierten unrealistisch oder wurden einfach im Raum gelassen, ohne weiter erläutert zu werden. Auch wenn Mankell... Mankells letzter Roman konnte leider keinerlei Lesefreude in mir wecken. Vor allem der Hauptprotagonist, ein alter Mann mit für mein Verständnis soziopathischen Zügen, war mir stark unsympathisch in Denken und Handeln, weitere Figuren agierten unrealistisch oder wurden einfach im Raum gelassen, ohne weiter erläutert zu werden. Auch wenn Mankell eine wunderschöne Art hat, Landschaft und Atmosphäre zu beschreiben, konnte ich mit den Personen des Romans nicht warm werden, wirkte deren Verhalten teils absurd auf mich. Zudem hat mir eine gewisse Spannung gefehlt, die Handlung zog sich teils ziemlich dahin, unterbrochen von Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen Fredrik Welins, von denen manche kaum Bezug zur Handlung hatten.

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