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Doktor Wassers Rezept

Roman

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Dieser Mann ist ein Gewinner. Deshalb vertreibt er sich, gerade achtzig geworden, die Zeit mit Preisausschreiben. Vor allem aber lebt er in seinen Erinnerungen. Schon in der Schule war seine Liebe zu den Frauen größer als die zur Mathematik. Er arbeitete in einer Reifenwerkstatt und als Fensterputzer, bis er eines Morgens die Papiere eines tödlich verunglückten Motorradfahrers fand. Da verwandelte sich der junge Kent Andersson aus Schweden in Dr. Kurth Wasser, den DDR-Flüchtling und approbierten Arzt. Der ist als Schlafforscher ebenso begabt wie als Womanizer. Irgendwo zwischen Hochstapler und Glückspilz erfindet er sich immer wieder neu – und steht uns dabei vielleicht näher als wir denken.
Portrait
Lars Gustafsson, 1936 geboren, ist einer der bedeutendsten Autoren Schwedens. Der Romancier, Lyriker und Philosoph lebte und lehrte lange Zeit im Ausland, u.a. an der University of Texas in Austin. Hinzu kamen mehrere Forschungsaufenthalte in Berlin, Bielefeld und Tübingen. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, 2009 erhielt er die Goethe-Medaille, 2015 wird ihm der Thomas-Mann-Preis verliehen. Bei Hanser erschienen zuletzt Der Dekan (Roman, 2004), Risse in der Mauer (Fünf Romane, 2006), Die Sonntage des amerikanischen Mädchens (Eine Verserzählung, 2008), Frau Sorgedahls schöne weiße Arme (Roman, 2009), Alles, was man braucht. Ein Handbuch für das Leben (mit Agneta Blomqvist, 2010), Das Lächeln der Mittsommernacht. Bilder aus Schweden (mit Agneta Blomqvist, 2013), Der Mann auf dem blauen Fahrrad (Roman, 2013), der Gedichtband Das Feuer und die Töchter (2014) und Doktor Wassers Rezept (Roman, 2016).
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Erscheinungsdatum 22.02.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783446251984
Verlag Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
eBook
13,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Doktor Wassers Rezept“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Lars Gustafsson erzählt von Dr. Wasser, einem achtzig-jährigen Mann, der in seinen Erinnerungen lebt. Aber eigentlich ist er gar nicht Dr. Wasser. Das gewöhnliche Leben des jungen Kent Andersson nimmt eine abrupte Wendung, als er eines Morgens einen tödlich verunglückten Motorradfahrer findet. Der Tote ist Dr. Kurth Wasser, ein DDR-Flüchtling Lars Gustafsson erzählt von Dr. Wasser, einem achtzig-jährigen Mann, der in seinen Erinnerungen lebt. Aber eigentlich ist er gar nicht Dr. Wasser. Das gewöhnliche Leben des jungen Kent Andersson nimmt eine abrupte Wendung, als er eines Morgens einen tödlich verunglückten Motorradfahrer findet. Der Tote ist Dr. Kurth Wasser, ein DDR-Flüchtling und approbierter Arzt. Entschlossen nimmt Kent Andersson die Papiere des Toten an sich und nimmt dessen Identität an. Um eine gefahrlose Ärztelaufbahn zu starten entschließt er sich in der Schlafforschung tätig zu werden. Mit Schlaflosigkeit kennt er sich gut aus. Gustafsson bewegt sich einmal in die Vergangenheit und dann wieder in die Lügen der Gegenwart. So wirft sich die Frage auf: Wer ist er eigentlich?

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Stiller Zeichner menschlicher Existenz
von einer Kundin/einem Kunden am 26.02.2016

Ich muss zugeben, es ist schon etliche Jahre her, dass ich das letzte Mal ein Buch von Lars Gustafsson zur Hand nahm. Es war 1978 der Roman „Der Tod des Bienenzüchters“. So ist die Lektüre seines neuen Romans „Doktor Wassers Rezept“ für mich eine kleine Erinnerungsfahrt, mit all den Geschichtsklitterungen,... Ich muss zugeben, es ist schon etliche Jahre her, dass ich das letzte Mal ein Buch von Lars Gustafsson zur Hand nahm. Es war 1978 der Roman „Der Tod des Bienenzüchters“. So ist die Lektüre seines neuen Romans „Doktor Wassers Rezept“ für mich eine kleine Erinnerungsfahrt, mit all den Geschichtsklitterungen, die absichtlich oder unabsichtlich vorgenommen werden, wenn man sich oder anderen sein Leben erzählt. Im neuen Roman „Doktor Wassers Rezept“ wird auch ein Leben erzählt. Ein Leben mit vielen Sprüngen, Lügen, Übertreibungen und Hochstapeleien. Die Geschichte eines Lebens, das nie so passiert ist, wie es gelebt wurde. Ein Leben als Fälschung, das uns Doktor Wasser als erfolgreiches Lebensrezept verkauft. Es ließe sich sagen, es ist das Leben eines Hochstaplers, der aufgrund eines Zufalls die Identität eines Unfalltoten annahm. Jedoch will uns Lars Gustafsson keine Felix Krull-Geschichte erzählen, die von sozialen Ungerrechtigkeiten und sozialem Aufstieg handelt. Kent Andersson, der die Identität des Doktor Wassers übernahm, ergriff die Gelegenheit, um seinem Leben zu entfliehen: „Nein, einen Sinn hat das Leben nicht. Aber man kann ihm einen Sinn geben. Vielleicht was es das, was ich tat.“ Fälschungen, Lügen, Hochstapeleien und Übertreibungen sollen dem Leben dienen. Das Leben ist nichts anderes wie ein falsches Leben. Eine Fälschung, ein Imitat. Als Doktor Wasser entlarvte Kent Andersson einen anderen Hochstapler, der nach seiner Enttarnung sich das Leben nahm. So gesehen ist das Leben auch riskant und bedarf einer gewissen Geschicklichkeit. Mit dieser – gewiss banalen – Geschicklichkeit endet das Leben des faschen Doktor Wassers, der am Ende seines Lebens Preisausschreiben in Reklamebroschüren ausfüllt. Mit diesem kleinen Roman erweist sich Lars Gustafsson einmal mehr als stiller Zeichner menschlicher Existenz.

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