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Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie

Komödie in fünf Akten

(3)

Max Frisch im Nachwort: »Don Juan ist ein Intellektueller wenn auch von gutem Wuchs und ohne alles Brillenhafte. Was ihn unwiderstehlich macht für die Damen von Sevilla ist durchaus seine Geistigkeit, sein Anspruch auf eine männliche Geistigkeit, die ein Affront ist, indem sie ganz andere Ziele kennt als die Frau und die Frau von vornherein al Episode einsetzt - mit dem bekannten Ergebnis freilich, daß die Episode schließlich sein ganzes Leben verschlingt.«

Portrait
Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.
Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.
Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb am 4. April 1991 an den Folgen eines Krebsleidens in seiner Wohnung in Zürich. 1930 begann er sein Germanistik-Studium an der Universität Zürich, das er jedoch 1933 nach dem Tod seines Vaters (1932) aus finanziellen Gründen abbrechen musste. Er arbeitete als Korrespondent für die Neue Zürcher Zeitung.
Seine erste Buchveröffentlichung Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt erschien 1934 in der Deutschen Verlags-Anstalt Stuttgart. 1950 erscheint Das Tagebuch 1946-1949 als erstes Werk Frischs im neugegründeten Suhrkamp Verlag. Zahlreiche weitere Publikationen folgten.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 112
Erscheinungsdatum 07.05.1963
Serie edition suhrkamp
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-10004-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 179/113/9 mm
Gewicht 90
Auflage 32. Auflage
Verkaufsrang 96.979
Buch (Taschenbuch)
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Ein super Theaterstück
von Thorsten am 25.06.2005

Ich habe bei einer Aufführung den Pater Diego gespielt und muss sagen, dass das Stück von Frisch ein kleines Meisterwerk ist. Don Juan wird dabei zwar leicht veräppelt, aber was solls. Das Stück ist erfrischend und lustig!!! Wie meine Vorrednerin habe auch ich mich verleiten lassen weitere Dinge von Max... Ich habe bei einer Aufführung den Pater Diego gespielt und muss sagen, dass das Stück von Frisch ein kleines Meisterwerk ist. Don Juan wird dabei zwar leicht veräppelt, aber was solls. Das Stück ist erfrischend und lustig!!! Wie meine Vorrednerin habe auch ich mich verleiten lassen weitere Dinge von Max Frisch zu lesen...

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Erfrischend witzig...
von Kaffee am 08.07.2008

Normalerweise lese ich nicht gerne Theaterstücke - dieses jedoch hat mich in den Bann gezogen. Witzig und erfrischend geschrieben lässt es einem keine Zeit für Langeweile - und wenn ich die Möglichkeit bekomme, will ich es mir gerne als Theateraufführung ansehen!

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Don Juan oder sein ihn verschlingender Mythos
von Zitronenblau am 21.12.2012

Anfangs war ich etwas skeptisch gegenüber dem Text. Der Stil wirkte profan und etwas holprig. Aber zum Ende hin kam die große Auflösung: Frisch schrieb hier eine donjuanistische Vorgeschichte – ein geniales Werk, das den Mythos um eine der größten Figuren der Literaturgeschichte als bewusste Inszenierung evoziert. Vorab muss ich... Anfangs war ich etwas skeptisch gegenüber dem Text. Der Stil wirkte profan und etwas holprig. Aber zum Ende hin kam die große Auflösung: Frisch schrieb hier eine donjuanistische Vorgeschichte – ein geniales Werk, das den Mythos um eine der größten Figuren der Literaturgeschichte als bewusste Inszenierung evoziert. Vorab muss ich zweierlei anführen: diesen Don Juan sollte lesen, wer sich mit dem Stoff bereits auseinandergesetzt hat. Dies dürfte freilich nicht schwer fallen, da von Molina über Molière bis Menasse jahrhundertelang stoffliche Adaption und Produktion stattfand. Don Juan ist zum Mythos geworden. Zugleich aber sollte an dieser Stelle nicht weitergelesen werden, sofern Frischs Fassung noch nicht bekannt ist, da diese keine bloße Adaption ist - so handelt es sich hier nicht etwa um einen in das 20. Jahrhundert übertragenen Juan -; Frisch versucht sich hier in dramatischer Weise (eben nicht in romanischer) an Juans vormythischer Geschichte. Im Kern bleibt Don Juan, gestattet sei mir die Reduktion, der Frauenheld und Weiberlüstling. Frisch tituliert seine Komödie zugleich aber mit dem Oder: „Die Liebe zur Geometrie“. Daran also deutlich, dass Juan als Intellektueller herausgearbeitet wird, der dennoch nicht ablassen kann vom weiblichen Geschlecht. Im Grunde wird ihm ein Reflexionsvermögen zugeteilt, das es ihm ermöglicht, nicht einer determinierenden, geistlosen Promiskuität anheim zu fallen, sondern echte schmerzliche Urteile darob zu fällen, gewahr zu werden, dass jene Liebeleien episodenhaft sind und offenbar Glück (bzw. wahre Liebe) nur im asketischen Sinne verschafft werden kann – in der Zuwendung zur Geometrie, der reinen, lustlosen Anschauung. Aus diesem Grunde deutet er im 3. Akt bereits seine spektakuläre Höllenfahrt an: „Ich habe ausgeliebt“. Denn nun will er durch seine selbstinszenierte Höllenfahrt seinen eigenen Mythos schaffen: der steinerne Gast (die Statue des toten Komturs) ist nur eine Farce und nicht mehr die echte überirdische Erscheinung, um vor den Beteiligten ehemaliger Lieb- und (eher zufällig und ungewollt auch) Feindschaften den fulminanten Abgang zu organisieren. Im Folgenden wird er klösterlich sich zurückziehen und mit Ronda ein Kind haben, während parallel Molina seinen Don Juan im Theater aufführen lässt. Jetzt hat der Mythos begonnen. Warum versucht sich Frisch an dieser figürlichen Rehabilitierung? Ist es bloße, idiosynkratrische Stoffbearbeitung? Wenn es das nicht wäre, hätte Frisch im Grunde auch den Weg gehen können, Juan wieder einmal nur hypokritische Täuschung, also dessen Charakteristik einmal mehr zu betonen, proben zu lassen, um in ein anderes Land mit anderen Frauen zu ziehen, sich zu verlängern. Die Erschaffung des Mythos wäre dann eine narzisstisch gekrönte Glorie. Aber der Leser bliebe mit dem Gefühl der Redundanz zurück. Frisch ging es wirklich um eine Neuerschaffung des Juan. Den Intellektuellen, aber ohne alles Brillenhafte. Doch was sich hier andeutet, ist eine echte Bedrohung: er zerstört zugleich den Mythos um Don Juan, der seinen eigenen Mythos erst schaffen muss. Er ist nicht mehr das lasterhafte Extrem, das kontrapunktisch zu seiner Normenwelt liebt, frevelt und tötet: er ist plötzlich das Gegenteil: er avanciert zum intelligenten Steuermann durch die beherrschte See gesellschaftlicher Strukturen, zum bewussten Gestalter seines Schicksals, zum Anti-Juan, der vom eigenen Mythos verschlungen wird.

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