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Ein halber Held

Mein Vater und das Vergessen

(1)
Dies ist die Geschichte eines Lebens, das durch die Demenz aus der Spur geraten ist.
„Entschuldige mich bitte für meine Inhaltslosigkeit, aber ich bin nur noch ein halber Held.“ So beschreibt Horst Wenderoth seine Gedanken- und Gefühlswelt, die von einer Diagnose auf den Kopf gestellt wurde: vaskuläre Demenz. Es ist ein Satz, der den Sohn Andreas „in seiner klarsichtigen Poesie erschüttert“. Sein Leben lang war Horst Wenderoth ein Mann des Wortes. Seit drei Jahren aber wenden sich die Wörter von ihm ab und gegen ihn, sagen nicht mehr, was er denkt.
Ein halber Held ist die berührende, zuweilen aber auch absurd komische Liebeserklärung eines Sohnes an seinen Vater, der sich stets über den Geist definierte, und liefert einen einzigartigen Einblick in das Erleben eines Demenzkranken. Auf einfühlsame Weise werden dabei auch die kreativen Seiten der Krankheit geschildert, die sich von der herkömmlichen, rein pathologischen Wahrnehmung deutlich abheben.
Eine Vater-Sohn-Geschichte, die zeigt, dass nach der Diagnose Demenz das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist und bei allem Abschiedsschmerz auch Trost bleibt.
Rezension
"Ein wirklich tief bewegender Einblick in das Land des Vergessens." Andrea Ballschuh, ZDF, "Sonntags"
Portrait
Andreas Wenderoth, 1965 in Berlin geboren, studierte an der FU Berlin Politologie. Volontariat bei der "Berliner Zeitung", Redakteur beim "Berliner Kurier". Seit 1995 freier Autor, u. a. für "Geo", "Playboy", "Brigitte", "SZ-Magazin", "Merian", "Die Woche" und die "Berliner Zeitung". 1996 ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 18.04.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89667-558-3
Verlag Karl Blessing Verlag
Maße (L/B/H) 206/134/32 mm
Gewicht 430
Buch (gebundene Ausgabe)
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Sehr persönlicher Bericht
von Michael Lehmann-Pape am 27.05.2016

In Form eines journalistischen Berichtes, im Ton weitgehend sachlich, beobachtend, an manchen Stellen allerdings auch deutlich emotional (da, wo die Distanz des Journalisten der persönlichen Betroffenheit des Sohnes weicht), so gibt Andreas Wenderoth Einblick in die Demenz-Erkrankung seines Vaters. Und gibt damit ebenso Einblick in das Vater-Sohn Verhältnis, über... In Form eines journalistischen Berichtes, im Ton weitgehend sachlich, beobachtend, an manchen Stellen allerdings auch deutlich emotional (da, wo die Distanz des Journalisten der persönlichen Betroffenheit des Sohnes weicht), so gibt Andreas Wenderoth Einblick in die Demenz-Erkrankung seines Vaters. Und gibt damit ebenso Einblick in das Vater-Sohn Verhältnis, über das, was es bedeutet, wenn die Lebensverhältnisse sich umkehren, aus Eltern Kinder werden und Söhnen plötzliche auch eine Verantwortung zufällt eben für jenes betroffene Elternteil, die auch erst einmal angenommen, geschultert und verarbeitet werden muss. „Entschuldige mich bitte für meine Inhaltlosigkeit, aber ich bin nur noch ein halber Held“. Einer, dessen Beruf es war, geistig rege und sprachlich gewandt zu arbeiten. Einer, der nun immer mehr vergisst, Ängste erlebt, die Ehefrau als Feindin, die ihm ans Leder will, zu manchen Zeiten betrachtet (und behandelt). Und doch einer, der mit dem Rest einer inneren Ahnung und Haltung noch versucht, der „alten Rolle“ gerecht zu werden. Ganz besonders schön formulieren, sprachliche Volten mit einbauen, ohne zu merken, wie inhaltsleer, floskelhaft all das wird. Vorgänge, Situationen, kleine Gesprächsausschnitte mit dem 87jährigen Vater immer wieder mit eingestreut, ebenso, wie nüchtern und sachlich die Krankheit und die jeweiligen Diagnosen der Ärzte mit beschreibend, die den Leser von Beginn an mit in diesen „langen Abschied“ einbeziehen. Den Abschied vom Vater, vor allem aber den „Abschied von sich selbst“, dieses auch quälende Wissen und Erleben, dass man sich selbst fremd wird, seinen Platz, seinen „Wert“ in den eigenen Augen in dieser Welt dahingleiten sieht. „bin ein bisschen wirrwarig….dann muss ich was warmes essen oder irgendwas, Ich weiß zum Beispiel heute nicht, wie ich zum Arzt gekommen bin, das Auto steht doch dort unten“ (der Arzt war ins Haus gekommen). Vom Versorgen mit Insulin bis zur (fast unmöglichen) Pflege der Fingernägel, von Verzweiflung und aggressiven Episoden, von einer überforderten Ehefrau (und Mutter) hin zu dem ein oder anderen sehr klaren Moment, der unmittelbar berührt, „Wir freuen uns über dieses Zwischenhoch“. Aber es wird selten, sehr selten. Ungeschminkt, klar, berührend, aber über weite Strecken auch mit einer guten, beobachtenden Distanz bietet dieser Lebensbericht einen tiefen Einblick in das, was Demenz für alle Beteiligten vor allem praktisch bedeutet und ist somit eine interessante Lektüre für jeden, der alternden Eltern erlebt oder erleben wird.

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