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Ein Leben mehr

Roman

(14)

Dies ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die nordkanadischen Wälder zurückgezogen haben. Von drei Männern, die die Freiheit lieben. Eines Tages aber ist es mit ihrer Einsiedelei vorbei. Zuerst stößt eine Fotografin zu ihnen, sie sucht nach einem der letzten Überlebenden der Großen Brände, einem gewissen Boychuck. Kurze Zeit später taucht Marie-Desneiges auf, eine eigensinnige, zierliche Dame von achtzig Jahren. Die Frauen bleiben. Und während sie dem Rätsel um Boychucks Überleben nachgehen, entsteht etwas unter diesen Menschen, das niemand für möglich gehalten hätte.
Ein Leben mehr ist ein wundersam beseelter und berührender Roman, eine leidenschaftliche Hommage an die Liebe, die Freiheit und die Natur. Ein Roman wie das Leben selbst: traurig und schön.

Rezension
"Jocelyne Saucier zeigt, dass Liebe, Hoffnung und Freiheitsdrang kein Alter kennen."
ELLE 28.05.2015
Portrait

Jocelyne Saucier, geboren 1948 in der Provinz New Brunswick, lebt heute in einem Zehn-Seelen-Ort im Wald, im nördlichen Québec. Sie arbeitete lang als Journalistin, bevor sie mit dem literarischen Schreiben begann. Ein Leben mehr ist ihr vierter Roman, der erste in deutscher Sprache.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 08.08.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17652-7
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 206/131/24 mm
Gewicht 306
Originaltitel Il pleuvait des oiseaux (OT)
Auflage 5
Verkaufsrang 53.292
Buch (gebundene Ausgabe)
19,95
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„archaisch und poetisch zugleich - schön“

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Dieses Buch der Franko-Kanadierin Jocelyne Saucier ist so etwas wie ein utopisch-poetisches Märchen: man braucht nicht viel Zeit, es zu lesen, aber es setzt Assoziationen frei und schwingt anschließend noch eine Weile im Leser nach...
Jocelyne Saucier ist laut Verlag selber in einem Wald Nord-Kanadas zu Hause und kennt das karge Leben
Dieses Buch der Franko-Kanadierin Jocelyne Saucier ist so etwas wie ein utopisch-poetisches Märchen: man braucht nicht viel Zeit, es zu lesen, aber es setzt Assoziationen frei und schwingt anschließend noch eine Weile im Leser nach...
Jocelyne Saucier ist laut Verlag selber in einem Wald Nord-Kanadas zu Hause und kennt das karge Leben ihrer Protagonisten also wohl aus eigener Anschauung.Eigentlich sind DREI alte Männer ihre Hauptfiguren, aber da der Älteste von ihnen,Ted, zu Beginn der Geschichte kurz vorher friedlich verstorben ist, müssen wir erst mal mit Charlie und Tom vorlieb nehmen.Die beiden "Käuze" sind zusammen fast 200 Jahre alt und brauchen die Einsamkeit der kanadischen Wälder, in die sie sich zurückgezogen haben, weil sie selbstbestimmt leben und sterben wollen.
Bis auf einmal zwei Frauen auftauchen und alles anders wird.
Da ist einmal die Fotografin,die die Überlebenden der großen Waldbrände von 1916 sucht und porträtiert und schon lange hinter dem berühmten Ted Boychuck her ist,eine legendäre Figur für alle damaligen Zeugen und nun wohl gerade seit wenigen Tagen tot.Und kurz darauf sucht einer ihrer wenigen Freunde die alten Männer auf, der bei ihnen seine zarte,über 80jährige Tante vor der Welt verstecken will, weil sie seit ihrem 16.Lebensjahr in psychiatrischen Anstalten weggesperrt war und nie wieder dorthin zurück will.…
Dank der beiden Ladies wird nicht nur Ted Boychucks Geheimnis aufgedeckt ,sondern auch die Liebe hält noch einmal Einzug in die Wildnis.
Ruhig und doch intensiv läuft der Inhalt des schmalen Romans wie ein Film vor unseren Augen ab : wir erleben Historie,Liebe, Tod und Freiheit und die wilde Natur der kanadischen Wälder gibt die Melodie dazu.
Eine lohnenswerte Lektüre ! (Und ein gelungenes Cover ! )

„Ein Leben mehr“

Anke Hackler, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Diese Buch ist ein kleines Juwel.

Es ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die Wälder Nordkanadas zurückgezogen haben, um selbstbestimmt zu leben und zu sterben.

Voll Weisheit und Poesie wird diese Geschichte erzählt....uneingeschränkte Leseempfehlung!


Diese Buch ist ein kleines Juwel.

Es ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die Wälder Nordkanadas zurückgezogen haben, um selbstbestimmt zu leben und zu sterben.

Voll Weisheit und Poesie wird diese Geschichte erzählt....uneingeschränkte Leseempfehlung!


„Geheimtipp!“

Sabrina Küpper, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Eine wunderschöne Erzählung über Freiheit, den Tod und die große Liebe, toll verpackt eine fast poetische Sprache.
Lassen Sie sich in die Wildnis Kanadas entführen, es lohnt sich!
Eine wunderschöne Erzählung über Freiheit, den Tod und die große Liebe, toll verpackt eine fast poetische Sprache.
Lassen Sie sich in die Wildnis Kanadas entführen, es lohnt sich!

„Großartig erzählt!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Eine wundervolle zarte und schöne Geschichte über drei alte Menschen in den Wäldern Kanadas. Ein Buch über das Leben und das Sterben. Großartig! Eine wundervolle zarte und schöne Geschichte über drei alte Menschen in den Wäldern Kanadas. Ein Buch über das Leben und das Sterben. Großartig!

„Drei Hütten im Wald....“

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Drei Männer, drei Hütten, rundherum die kanadische Wildnis und alle sind zufrieden. Doch plötzlich steht da eine Fotografin und stört die Abgeschiedenheit mit Fragen zu ihrem Projekt. Es kommt Bewegung in die Gruppe. Erst recht als dringend ein Platz für eine weitere Frau nötig wird. Klingt merkwürdig? Nein, es ist eine absolut lesenswerte Drei Männer, drei Hütten, rundherum die kanadische Wildnis und alle sind zufrieden. Doch plötzlich steht da eine Fotografin und stört die Abgeschiedenheit mit Fragen zu ihrem Projekt. Es kommt Bewegung in die Gruppe. Erst recht als dringend ein Platz für eine weitere Frau nötig wird. Klingt merkwürdig? Nein, es ist eine absolut lesenswerte Geschichte über Alter und Freiheit, Liebe und Freundschaft.

„Tief, tief im Wald“

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Eigentlich ein Buch für schon fast 5 Sterne! Ganz entscheiden konnte ich mich dazu nicht, denn ich finde es ein wenig schade, dass das kleine Buch schon so schnell am Ende ist. Vielleicht wäre für die eine oder andere Figur doch noch eine Facette oder Geschichte mehr drin gewesen.
Also ein wunderbares Buch über drei alte Männer, die
Eigentlich ein Buch für schon fast 5 Sterne! Ganz entscheiden konnte ich mich dazu nicht, denn ich finde es ein wenig schade, dass das kleine Buch schon so schnell am Ende ist. Vielleicht wäre für die eine oder andere Figur doch noch eine Facette oder Geschichte mehr drin gewesen.
Also ein wunderbares Buch über drei alte Männer, die sich ein neues Leben tief im Wald geschaffen haben. Die auch schon entschieden haben, wie es irgendwann einmal zu Ende gehen soll. Doch wie das Leben so spielt - den Einen trifft der Tod auf eine unerwartete Art und Weise, der Andere trifft noch eine große Liebe und nur Einer beschließt sein Leben so, wie geplant. Ins Rollen gebracht wird das durch eine Fotografin und eine schon betagte Dauerpatientin einer Psychatrie. Einfach genießen! Zum Entschleunigen geeignet.

Julia Retzlaff, Thalia-Buchhandlung Göttingen

Ein wunderbares Buch über Freiheit, Freundschaft und Unabhängigkeit.
Doch was passiert, wenn plötzlich jemand in dieses Leben eindringt?
Ein wunderbares Buch über Freiheit, Freundschaft und Unabhängigkeit.
Doch was passiert, wenn plötzlich jemand in dieses Leben eindringt?

Thomas Neumann, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Ein wunderschöner Roman über das Leben, die Liebe, Freundschaft und das Älterwerden. Ein wunderschöner Roman über das Leben, die Liebe, Freundschaft und das Älterwerden.

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Für Liebe und ein selbstbestimmtes Leben ist man nie zu alt. Ein ganz großer Roman! Für Liebe und ein selbstbestimmtes Leben ist man nie zu alt. Ein ganz großer Roman!

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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"Ein Leben mehr" - Ganz große Erzählkunst voller Weisheit und Poesie.
von Liane Marth / LimaKatze am 06.09.2015

ZUM INHALT: Drei alte Männer lebten bisher völlig zurückgezogen, und jeder für sich allein, in den nordkanadischen Wäldern. Gemeinsam sind sie fast dreihundert Jahre alt. Jeder von ihnen hat seine eigenen Beweggründe, warum er sich einst von der Außenwelt abkapselte und die Einsamkeit suchte. Doch in erster Linie geht... ZUM INHALT: Drei alte Männer lebten bisher völlig zurückgezogen, und jeder für sich allein, in den nordkanadischen Wäldern. Gemeinsam sind sie fast dreihundert Jahre alt. Jeder von ihnen hat seine eigenen Beweggründe, warum er sich einst von der Außenwelt abkapselte und die Einsamkeit suchte. Doch in erster Linie geht es den Männern um die ganz große Freiheit, um ein selbstbestimmtes Leben bis hin zum Tod. Denn auch über ihren Tod wollen sie im Ernstfall frei entscheiden können. Sie sind bestens vorbereitet. Zwei Frauen sind es, die große Veränderungen in die Einsiedelei bringen. Als erstes taucht eine Fotografin bei den betagten Außenseitern auf. Sie ist aufgrund ihrer Nachforschungen zu den „Großen Bränden“ auf der Suche nach einem gewissen Boychuck. Wenig später stößt Marie-Desneige dazu, eine zweiundachtzigjährige alte Dame mit einer sehr schmerzvollen Vergangenheit. Auch sie will, so wie die Männer, auf keinen Fall in ihr bisheriges Leben zurück. Von nun an soll für die Einsiedler aus dem Wald nichts mehr so sein wie es vorher war, und das Leben wird ihnen noch so manche Überraschung präsentieren. Sogar die Liebe wird ganz leise und vorsichtig an ihre Tür klopfen. Doch das wissen die Männer anfangs noch nicht. Und auch wenn seine Zeit noch nicht gekommen ist, ihr alter Freund, der Tod, schaut immer wieder mal vorbei. Ab einem gewissen Alter ist das eben so. „Das hohe Alter schien ihr ein Hort der Freiheit zu sein, wo man sich keinen Zwängen mehr unterwirft und seinen Geist auf Wanderschaft schicken kann.“ (Seite 85/86). *** MEIN FAZIT: Dieser Roman ist ein wunderbares Buch über die Liebe, die Freiheit, und deren verschiedene Gesichter. Starke Charaktere, bewegende Szenerien und bildhafte Naturbeschreibungen entwickeln in dieser Geschichte einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Die einfühlsame und mitreißende Erzählform der Autorin kommt leise und dennoch sehr intensiv daher, und sorgt für eine unglaublich dichte Atmosphäre. Die Stimmung im Buch hielt mich von der ersten Seite an derart gefangen, dass ich in den Lesepausen stets einen kleinen Moment brauchte, um wieder in die Realität zurückzukehren. All das bringt einem die Geschehnisse im Buch sehr nah und lässt den Leser teilhaben am Schicksal seiner beeindruckenden Protagonisten. Freundschaft, Würde und Stolz sind neben dem Freiheitsdrang das Band, welches die Menschen in diesem Roman miteinander verknüpft. Gleichzeitig wird sehr schön vor Augen geführt, dass auch im fortgeschrittenen Alter nicht zwangsläufig alles vorbei sein muss und das Leben noch immer Abenteuer bereithalten kann, sogar ein Neubeginn nicht unmöglich ist. Das Recht auf Selbstbestimmung, sowie die Sehnsucht nach Liebe und Freiheit, ist in jeder Lebensphase gegeben und nicht nur den jüngeren Generationen vorbehalten. Und nicht selten steckt in einem alten Körper ein noch frischer, offener und kämpferischer Geist. Diese und viele andere Botschaften finden sich in diesem Buch. Worte, die viel Stoff zum Nachdenken anbieten, auch in Bezug auf das eigene Älterwerden. Ein großartiger Roman voller Weisheit und Poesie, der noch lange in mir nachklingen wird. Es gibt Geschichten, die erreichen nicht nur das Herz, sondern berühren sogar die Seele. Dieses Buchjuwel gehört unbedingt dazu. Sehr gerne vergebe ich hier fünf Sterne, mit einem ganz persönlichen dankbaren Zusatzsternchen! „Er liebte sie, wie man einen Vogel liebt, einen seltenen Vogel, der dir von weit her zugeflogen ist und der sich in deiner Hand ein Nest gebaut hat.“ (Seite 174)

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Drei alte Männer in der Wildnis
von NiWa aus Euratsfeld am 21.06.2016

Es ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die Wildnis der kanadischen Wälder zurückgezogen haben. Hier führen sie ein Leben als Einsiedler. Sie plaudern, jagen, halten ihre Hütten in Stand, bis sie eine Fotografin in ihrer Ruhe stört und eine alte Dame von 82 Jahren Schwung... Es ist die Geschichte von drei alten Männern, die sich in die Wildnis der kanadischen Wälder zurückgezogen haben. Hier führen sie ein Leben als Einsiedler. Sie plaudern, jagen, halten ihre Hütten in Stand, bis sie eine Fotografin in ihrer Ruhe stört und eine alte Dame von 82 Jahren Schwung und weitere Gesellschaft bringt. Aber es geht auch um einen großen Brand in Kanada in den 20er-Jahren, der wie ein Fegefeuer durch das Land gezogen ist, Orte und Wälder vernichtet, dabei Menschen um ihr Leben und ihre Gesundheit gebracht hat. Die Fotografin hat es sich zum Ziel gesetzt, die letzten Überlebenden dieser Zeit in ihren Bildern einzufangen und der Legende von Ted Boychuck auf den Grund zu gehen, der einer dieser alten Männer im Wald ist. Die Protagonisten sind allesamt alt, richtig alt. Die drei Männer sind bereits um die 90, die Dame hat die 80 überschritten und als Jungspund darf sich die Fotografin fühlen, die ich auf Mitte Vierzig schätze. Der Handlungsrahmen besteht aus der Geschichte des großen Brandes und dem Fotoprojekt, stellt aber die Würde und die Schönheit des Alters sowie die Selbstbestimmung des Menschen in den Vordergrund. Die Geschichte selbst muss man fast als seltsam bezeichnen, weil es eben um diese drei alten Männer im Wald und ihren Tagesablauf geht. Es ist eine Geschichte, die am Rande des Todes steht, dabei trotzdem vor Lebenskraft strotzt. Die Autorin legt so viel Tiefe, Feingefühl und Energie in die Protagonisten und die Handlung, dass ich mich diesem lebensbejahenden Sog nicht entziehen konnte. Sie schenkt dem Alter Würde und gibt den Blick auf seine Schönheit und Unwiderstehlichkeit frei: ?Ich liebe Geschichten, ich liebe es, wenn man mir ein Leben von Anfang an erzählt, mit allen Umwegen und Schicksalsschlägen, die dazu geführt haben, dass ein Mensch sechzig oder achtzig Jahre später vor mir steht, mit einem ganz bestimmten Blick, ganz bestimmten Händen und einer ganz bestimmten Art zu sagen, dass das Leben gut oder schlecht gewesen ist.? (S. 19 - 20) Objektiv betrachtet wird die Geschichte etwas wirr geschildert, was dem Erzählten allerdings weitere Dynamik und den Protagonisten noch mehr Vitalität verleiht. Die Autorin bedient sich jeder möglichen Perspektive, werden manche Passagen von der Fotografin selbst oder anderen Figuren in der Ich-Perspektive erzählt, greift vor jedem Kapitel ein auktorialer Erzähler ein, der rückblickend auf die Brände und gegenwärtig auf die Männer schaut oder einen Vorgeschmack auf die Zukunft gibt. Über die Figuren erfährt man eigentlich nichts und gleichzeitig alles. Sie geben kaum Informationen über ihren Hintergrund, doch umso mehr liefern sie einen Einblick in ihr Bedürfnis nach Selbstbestimmung und menschlicher Würde, das man nicht einfach ab einem bestimmten hohen Lebensalter beim nächsten Sozialamt oder der Rezeption einen Altersheims abzugeben gedenkt. Insgesamt hat Jocelyne Saucier einen starken Roman geschaffen, eine literarische Perle, die durch ihre Schönheit besticht. Mit jeder Seite fühlt man die Kraft, die im Alter liegt, spürt man die kanadische Wildnis und die Lebensfreude, die wie wilde Blumen in den Wäldern sprießt. Mich hat diese Geschichte nachhaltig beeindruckt und tief berührt. Sie hat mir die Anmut alter Menschen vor Augen geführt, die Erhabenheit der Natur gezeigt, und die Herrlichkeit des Lebens offen zum Ausdruck gebracht. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich von der Würde, der Schönheit und der Lebensenergie des Alters beeindrucken lassen möchte, der sich auf literarische Erkundung in die kanadische Wälder begeben, sich von längst vergangenen Bränden erzählen lassen und drei alten Männern in der Wildnis Gesellschaft leisten will.

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Ein sehr schönes Werk!
von warmerSommerregen aus Essen am 14.01.2016

Einsiedlerisch leben drei alte Männer in den nordkanadischen Wäldern. Morgens essen sie Bratkartoffeln mit Speck, sie reden über den Tod, um ihn fern zu halten und leben ihre Freiheit. Sie möchten über ihr Leben – und über dessen Ende – selber bestimmen können. Versorgt werden sie von Bruno und... Einsiedlerisch leben drei alte Männer in den nordkanadischen Wäldern. Morgens essen sie Bratkartoffeln mit Speck, sie reden über den Tod, um ihn fern zu halten und leben ihre Freiheit. Sie möchten über ihr Leben – und über dessen Ende – selber bestimmen können. Versorgt werden sie von Bruno und Steve, die beide die Freiheit und das Verbotene lieben. Sie bringen den Alten regelmäßig Dinge, die sie brauchen, das Geld dafür nehmen sie aus dubiosen Geschäften. Tom, der jüngste der drei, hat struppiges Haar und einen massigen Körper und einen Blick, der sagt, dass er die Welt kennt und mehr als genug von ihr gesehen hat. Ihm wurde, genauso wie Charlie, ein zweites Leben geschenkt, als sie in die Wälder kamen. Am meisten zu erzählen gehabt, als eine neugierige Fotografin nördlich des 41. Breitengrades auftaucht und Fragen stellt, hätte Ted. Ted, damals unter dem Namen Boychuck bekannt, floh vor seinen Dämonen in den Wald, so heißt es. Er war einer der letzten Überlebenden des Großen Brandes von Matheson 1916. Die große und kräftige Fotografin interessiert sich für die Großen Brände und egal wen sie deswegen trifft, jeder erwähnt Boychuck. Doch, so erfährt die junge Fotografin, ist Ted kürzlich verstorben. Aber auch eine zweite Person stößt zu der kleinen Gemeinschaft am See: Eine 82jährige geheimnisvolle Dame namens Marie-Desneige. Während die Fotografin immer mehr Informationen rund um die Großen Brände sammelt und die alte Dame in der Gesellschaft der Einsiedler aufblüht und das erste Mal zu leben beginnt, verändern sich auch Charlie und Tom. Ihre einst so lockere und selbstbestimmte Art mit dem Tod umzugehen wird anders, und nach langer Zeit weichen die langen kalten Wintertage im Norden dem Erblühen von Liebe und Freiheit. Mir hat “Ein Leben mehr” sehr gefallen. Zum Einen sind die Charaktere äußerst interessant und derart realistisch gezeichnet, dass man sich die kleine Gemeinschaft irgendwo tief in den kanadischen Wäldern sehr gut vorzustellen vermag. Da wären zum Beispiel die alten Einsiedler, jeder auf seine Weise vor irgendetwas geflohen – die einen vor dem Tod, die anderen vor den Dämonen der Vergangenheit – leben sie zusammen und doch jeder für sich. Sie leben in und mit der Natur, fernab der Zivilisation. Oder Marie-Desneige die, trotz ihrer 82 Jahre, zuvor noch nie gelebt hat und nun wie ein zerbrechlicher kleiner Vogel langsam das Fliegen wagt. Natürlich darf man auch die Fotografin nicht außer Acht lassen, von der jeder gedacht hätte, sie würde nicht wieder in den Wald zurückkehren, da Boychuck verstorben ist und alle eines besseren belehrt. Aber auch Steve und Bruno, die die Alten unterstützen und das Verbotene lieben, sind, obgleich man nicht so viel über sie erfährt, sehr faszinierende Personen. Zum Anderen ist es die Sprache die einen tiefen Eindruck hinterlässt. Mit großer Leichtigkeit erzählt die Autorin von der frischen Liebe, die in späten Jahren erblüht und mit ruhigem Ton beschreibt sie die Vergangenheit der Alten, lässt den Leser in die Ruhe des Waldes eintauchen, während ihre Sprache bei den Passagen zu den Großen Bränden, wie das Feuer selbst, zu lodern scheint. Man fühlt sich immer in das Geschehen gezogen, auch wenn man dennoch eine Gewisse Distanz verspürt. Die Perspektive des Buches wechselt von Kapitel zu Kapitel, sodass der Erzähler immer ein anderer ist und auch die Zeit wechselt. Eigentlich mag ich solche Sprünge überhaupt nicht, doch lockern sie hier die Geschichte auf, geben Antworten auf aufkommende Fragen oder führen den Leser kurz in eine falsche Richtung. Außerdem macht es das Buch noch spannender. Des weiteren ist die Thematik der Großen Brände zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr schön angesprochen. Das Ganze wird dem Leser informativ wie auch emotional nahegebracht. Ein ganz besonderes Buch, welches nahegeht und mit seiner bezaubernden Sprache eine stimmungsvolle Atmosphäre schafft. Auf 192 Seiten kommt man den Charakteren und ihrer Art frei zu sein und mit dem Tod umzugehen sehr nah. Eine klare Leseempfehlung von mir! “Die Flucht in eine andere Welt rettete uns das Leben.” (S.114, Z.1,f.)

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Sehr schön
von einer Kundin/einem Kunden am 25.11.2015

Eine Gruppe alter Menschen verbringt den Lebensabend in der kanadischen Wildnis - ein sehr schönes, humorvolles Stück Literatur über Freiheit und Liebe, das Sterben und - vor allem - das Leben

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Wunderbar - Leseempfehlung!!!
von einer Kundin/einem Kunden am 10.08.2015

Diese Geschichte ist wunderbar, schön, bewegend und auch etwas traurig. Ein Roman über das Leben, die Freiheit und die Liebe. Das Leben bietet so vieles! Aus meiner Sicht wunderschön erzählt.

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Das Leben, das Altern und der Tod
von Janine2610 am 21.12.2015

Jocelyne Saucier erzählt hier von ganz eigenen/alten Menschen, die sich in den Wald zurückgezogen/versteckt haben, um dort, abseits der Zivilisation, ihren Lebensabend zu verbringen. Die Rede ist von Charlie, Tom und es gab auch noch einen dritten Alten, Boychuck, aber der ist vor kurzem gestorben ... Wer sich nun fragt,... Jocelyne Saucier erzählt hier von ganz eigenen/alten Menschen, die sich in den Wald zurückgezogen/versteckt haben, um dort, abseits der Zivilisation, ihren Lebensabend zu verbringen. Die Rede ist von Charlie, Tom und es gab auch noch einen dritten Alten, Boychuck, aber der ist vor kurzem gestorben ... Wer sich nun fragt, wie man als über 90-Jähriger in einer Waldhütte auf Dauer überleben kann: es ist nämlich so, dass die Männer von jüngeren Freunden, die dubiose Geschäfte führen, Hilfe in Form von allem möglichen materiellen Zeug erhalten. ~ "Man ist frei, wenn man sich aussuchen kann, wie man lebt." ~ (S. 7) Aber wer glaubt, dass das wohl nur eine ziemlich langweilige Geschichte über alte Männer, die im Wald auf ihr Ableben warten, ist, der irrt. Einer der Freunde bringt nämlich schon bald seine Tante, die alte Dame, oder Marie-Desneige, wie sie schon bald genannt wird, mit in den Wald. Die alte Dame hat eine ein wenig traurige Lebensgeschichte hinter sich und je mehr man von ihr erfährt und man mitbekommt, wie sie im Wald und allen voran bei Charlie, aufblüht, desto mehr wünscht man sich, man hätte sie schon eher aus der Zivilisation in die wilde Natur, zu den Alten gebracht. Und dann gibt es da noch die Fotografin, eine plötzlich auftauchende, jüngere Besucherin, die sich erstens für alte Menschen, von denen sie Fotos schießen kann und zweitens für den toten Boychuck, der der letzte Überlebende vom großen Brand in Matheson gewesen sein soll, interessiert. ~ Die beiden Einsiedler waren ganz besondere Exemplare in ihrer Sammlung alter Leute. ~ (S. 86) Aber dass die Fotografin gar nicht mehr gehen will bzw. immer wieder kommt, damit hat niemand gerechnet. Ich auch nicht. Aber nicht, weil ich die Idee, in einer Hütte im Wald zu leben, schrecklich finde, sondern eher, weil diese alten Menschen in den Wald gegangen sind um dort ihr restliches Leben bis zu ihrem Tod zu genießen und die Fotografin da eben irgendwie ... nicht reinpasst. Marie-Desneige ist ein ganz besonderer Charakter. Als zartes, zerbrechliches Vögelchen wird sie von der Autorin dargestellt und es war sehr schön, zu lesen, dass für sie nun, bei Charlie im Wald, ihr Leben erst richtig beginnt ... ~ Keiner von uns will sterben, fügte Charlie hastig hinzu, aber es hat auch niemand Lust auf ein Leben, das einem nicht mehr gehört. ~ (S. 106) Auch die Liebe bekommt in diesem Buch noch ihren Platz, sie muss erst vielleicht noch ein bisschen warten, aber dann, dann kommt sie, zeigt den Charakteren, wie es mit ihr sein kann und lässt ein Gefühl zurück, das sich anfühlt, als hätte man ein Leben mehr ...

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Das Alter ist keine Ausrede, um mit dem Leben aufzuhören
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 01.10.2015

Ein wunderbares Buch über die Erfahrung, dass auch im hohen Alter noch gravierende Änderungen, wie Glück, Liebe und Freundschaft das Leben verändern können, wie 2 Frauen das selbstgewählte freie Leben von 3 Männern in der Einsamkeit der kanadischen Wildnis verändern, ist eine großartige Geschichte.

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Zu Kurz!!!!
von Bani am 23.01.2016

Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Mein Fehler war das ich sooo viel erwartet habe das am Ende leider nur eine kurze nette Geschichte fand und nicht das Kracher. Kann schlecht beschreiben was mir da gefehlt hat.

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