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Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman

Roman

(3)

»Ein wahres Juwel und wohl das Beste, was Genazino je geschrieben hat...« Uwe Wittstock in der >Welt<
Ein Mensch von siebzehn Jahren fliegt vom Gymnasium, das kommt vor. Für Weigand selbst ist das nicht weiter tragisch, denkt er doch sowieso immer nur ans Lesen und Schreiben. Und daran, endlich erwachsen zu werden und die drei Dinge zu haben, die es dazu braucht: eine Frau, eine Wohnung und einen eigenen, selbst geschriebenen Roman. Genau in dieser Reihenfolge. Mit Gudrun ist er so gut wie verlobt. Die beiden besitzen schon ein gemeinsames Sparkonto, ansonsten haben sie aber beschlossen, keusch ihrer wahren Vereinigung entgegenzusehen. Die Mutter sieht die Zukunft ihres Sohnes allerdings praktischer und sucht mit ihm nach einer Lehrstelle. Er mag sich dabei so ungeschickt anstellen, wie er will, zuletzt findet sich doch eine Firma, die ihn ausbilden will. Gleichzeitig druckt das Lokalblatt zum ersten Mal einen seiner Texte. Ein Doppelleben beginnt: Tagsüber ist er Lehrling in einer Spedition, abends lotet er als Reporter das kleinbürgerliche Leben in der Provinz aus, schreibt über die Autogrammstunden deutscher Schlagersänger oder italienische Wochen im Kaufhaus mit Caterina-Valente-Musik und kommt sich sehr wichtig vor. Doch dieses Gefühl hält nicht lange an. Er, der sich der Literatur verschrieben hat, ist bereits ein zu genauer Beobachter. Unversehens geht ein Riß durch seine Existenz.

Portrait

Wilhelm Genazino wurde 1943 in Mannheim geboren, arbeitete zunächst als Journalist, später als Redakteur und Hörspielautor. Als Romanautor wurde er 1977 mit seiner ›Abschaffel‹-Trilogie bekannt und gehört seither zu den wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren.

Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem erhielt er 1998 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 2004 den Georg-Büchner-Preis. 2007 wurde er mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, 2010 mit dem Rinke-Sprachpreis. 2011 wurde Genazino in die Akademie der Künste gewählt. 2013 erhielt er den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2014 den Samuel-Bogumil-Linde-Preis für sein literarisches Werk. Wilhelm Genazino lebt in Frankfurt am Main.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.04.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-13311-1
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 188/119/15 mm
Gewicht 182
Verkaufsrang 72.574
Buch (Taschenbuch)
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„ein kleines Glanzstück“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Wie schön es doch ist, wenn man noch nicht so genau weiß, was man will...zumindest, wenn man gerade 17 Jahre alt ist. Eigentlich ist nur klar und selbstverständlich , daß ein Leben als Künstler wahr und wahrhaftig ist...die Eltern, eher gesagt, die Mutter sieht es anders und so wird ein Doppelleben daraus...der junge Mann macht eine Wie schön es doch ist, wenn man noch nicht so genau weiß, was man will...zumindest, wenn man gerade 17 Jahre alt ist. Eigentlich ist nur klar und selbstverständlich , daß ein Leben als Künstler wahr und wahrhaftig ist...die Eltern, eher gesagt, die Mutter sieht es anders und so wird ein Doppelleben daraus...der junge Mann macht eine kaufmännische Lehre und ist in der Freizeit als Reporter unterwegs...nur mit der richtigen Frau ist das noch so eine Sache...alles ähnlich wie bei Kafka ! herrlich ironisch geschrieben und leider viel zu kurz....

Kundenbewertungen


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In der Reihenfolge bitte
von Polar aus Aachen am 14.08.2007

Bei manchem mag die Reihenfolge anders lauten als bei Genazino und zuerst kommt die Wohnung, dann erst die Frau und vielleicht sogar ein Kind, wiederum andere fühlen sich zum Künstler berufen, und pflegen einen Roman in der Schublade, bevor sie die Frau an sich treffen, mit der sie ihr... Bei manchem mag die Reihenfolge anders lauten als bei Genazino und zuerst kommt die Wohnung, dann erst die Frau und vielleicht sogar ein Kind, wiederum andere fühlen sich zum Künstler berufen, und pflegen einen Roman in der Schublade, bevor sie die Frau an sich treffen, mit der sie ihr Leben teilen wollen. Wilhelm Genazinos Held, mit Büchern großgeworden, entscheidet sich als erstes für eine Frau und teilt das Schicksal der meisten Männer, er muß plötzlich feststellen, daß man als Paar womöglich doch nicht so gut zurechtkommt, zumal wenn man der Mutter zuliebe einer Tätigkeit nachgeht, die einem aufgezwungen wurde, man heimlich ein Doppelleben als Reporter führt und einem als einzige Entscheidung noch bleibt, neben welcher Frau man aufwachen möchte. Da kann man schon kritisch abwägen, unsicher werden, vielleicht noch einer Nebenbuhlerin eine Chance einräumen. Wie alles ineinander hängt, das eine nicht ohne das andere will, die vorgestellte Freiheit nie den Status der Rebellion erreicht, wird von Genazino mit soviel Humor ausgeschmückt, daß man sich als Leser einmal mehr bei diesem Autor nur über eines ärgert: Zu kurz geraten, Herr Genazino. Sie lassen es zu, daß uns ihre Helden ans Herz wachsen und dann ist der Roman schon aus. Gut, daß kurz darauf ein neues Kabinettstück erscheint.

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1 0
Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman
von P. Ritter aus Aschaffenburg am 03.11.2010

Wilhelm Genazinos Romane strotzen vor ironisch-dramatischer Schönheit. So auch Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman. Der Autor zeichnet ein liebevoll, detailliertes Bild der 60er Jahre. Nur der junge Weigand will nicht so recht in diese „heile“ Welt passen. Er fliegt mit 17 vom Gymnasium, findet einfach keine Lehrstelle, obwohl... Wilhelm Genazinos Romane strotzen vor ironisch-dramatischer Schönheit. So auch Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman. Der Autor zeichnet ein liebevoll, detailliertes Bild der 60er Jahre. Nur der junge Weigand will nicht so recht in diese „heile“ Welt passen. Er fliegt mit 17 vom Gymnasium, findet einfach keine Lehrstelle, obwohl ihn seine Mutter unterstützt, wo sie nur kann. Getrieben von ihr stellt er sich in jedem möglichen Unternehmen vor, doch jedes Mal scheitert er an kleinen Hürden und sei es nur an der beschlagenen Kakaoflasche eines Vorgesetzten. Das stört den jungen Mann aber in keinster Weise, denn ihm ist klar das er Romancier werden möchte. Letztendlich findet seine Mutter aber doch eine Stelle für ihn und so schlittert Herr Weigand in ein Doppelleben ab, denn kurz, nachdem er die Stelle in der Spedition angetreten hat, ergattert er einen Posten beim örtlichen Anzeigeblatt. Tagsüber erledigt er von nun an allerhand Handlangertätigkeiten in der Spedition, am Abend besucht er Veranstaltungen für die Zeitung und nachts schreibt er seine Artikel. So begleitet ihn der Leser vom ersten Arbeitstag, über den ersten Kontakt zu „richtigen“ Schriftstellern, hin zum ersten Haschischrausch, bis zum tot seiner unerfüllten Liebe und dem Einzug in die eigene Wohnung. Das schöne an diesem Buch ist, das es so wahr ist. Auch wenn ich die 60er Jahre nicht miterlebt habe, hat mich Genazino auf keiner Seite zweifeln lassen, dass diese Geschichte nicht irgendwann, irgendwo passiert sein könnte. Wenn man Genazino ließt, gleitet man ab, in eine Welt, in der jedes kleine Detail wichtig erscheint und jedes Ereignis eine eigentümliche Schönheit birgt. Man identifiziert sich mit den Charakteren, möchte weinen, wenn sie weinen, schreien wenn ihnen zum Schreien zumute ist und letztendlich, wenn man die letzte Seite gelesen hat, bleibt ein Lächeln übrig.

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