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Enthüllung der Fereshta Ludin

Die mit dem Kopftuch. Autobiografie

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Nach dem Kopftuch-Urteil vom März 2015 brandaktuell: Gefährlich ist der Islam?“, „Die dunkle Seite des Islam“, „Allahs rechtlose Töchter“: wenn es um den Islam geht, spielen Medien in Deutschland oft mit der Angst und Unwissenheit ihrer Leser. Vorurteile werden so zementiert: Der Islam sei eine rückständige und gewalttätige Religion, die nicht nur Frauen und Andersgläubige unterdrücke, sondern auch auf eine stille Eroberung des Westens abziele.
Wie weit diese Vorstellung von der Wirklichkeit entfernt ist, führt die Biografie der deutsch-afghanischen Lehrerin Fereshta Ludin vor Augen. Als junge Referendarin kämpft sie um ihr Recht auf Selbstbestimmung. In ihrem Fall selbstbestimmt als Lehrerin ein Kopftuch tragen zu dürfen. Eine unterdrückte Frau? „Ich habe mir Männer ausgesucht, die das nicht getan haben.“

Fereshta Ludins Autobiografie „Die Enthüllung“ steht exemplarisch für den Lebensweg emanzipierter deutscher Muslima. Sie gibt einen seltenen Einblick in für Nichtmuslime oft unbekannte Lebenswelten – und regt an, das Bild des Islams und das muslimischer Frauen in Deutschland kritischer zu hinterfragen. Das Buch macht Mut, einen zweiten Blick zu wagen, und festzustellen, dass es die spannende Geschichte einer Frau zu entdecken gilt, die sagt: "Deutschland ist meine Heimat."
Portrait

FERESHTA LUDIN, geboren 1972, kam als Tochter eines afghanischen Diplomaten erstmals im Alter von fünf Jahren nach Deutschland. Danach lebte die Familie in Saudi-Arabien, kehrte aber 1986 in die Bundesrepublik zurück. Ludin studierte in Baden-Württemberg auf Lehramt für Grund- und Hauptschulen, erhielt nach dem Referendariat aber keine Einstellung an staatlichen Schulen, weil sie ein Kopftuch trägt. Sie klagte bis zum Bundesverfassungsgericht, das ihr 2003 im sogenannten Kopftuchurteil Recht gab. Daraufhin erließ Baden-Württemberg ein neues Schulgesetz. Seit 1999 arbeitet Ludin in Berlin an einer staatlich anerkannten, islamischen Privatschule. Sie erhielt 2012 für ein interreligiöses Schulprojekt den Drei-Königs-Preis gestiftet vom Diözesanrat der Katholiken in Berlin.
SANDRA ABED, 1976 in Berlin geboren, ist Autorin für Sach- und Jugendbücher. Sie studierte Publizistik, Arabistik und Anglistik. Während ihrer Aufenthalte in Oxford, London und Dubai arbeitete Abed als Dozentin und Journalistin. 2011 absolvierte sie an der University of Cambridge zusätzlich eine Ausbildung zum Life Coach und unterstützt Menschen dabei, ihre Potenziale zu entfalten.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 376
Erscheinungsdatum 02.04.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-943737-21-9
Verlag Deutscher Levante Verlag
Maße (L/B/H) 213/139/32 mm
Gewicht 468
Abbildungen Schwarzweiß- Fotos von Frau Ludin und Ihrer Familie.
Auflage 1. Auflage
Buch (Taschenbuch)
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Der Kampf um ein Stück Stoff - und um mehr Toleranz
von Goldtime aus München am 15.04.2015

Fereshta Ludin, geb. 1972 in Afghanistan, ist derzeit die bekannsteste Muslima Deutschlands. Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts wurde ihr zugestanden, ihren Hijab, das "Kopftuch", auch in ihrem Beruf als Lehrerin tragen zu dürfen. Das bis dato geltende generelle "Kopftuchverbot" wurde abgeschafft - die Pressestimmen und die Bevölkerung sind seitdem... Fereshta Ludin, geb. 1972 in Afghanistan, ist derzeit die bekannsteste Muslima Deutschlands. Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts wurde ihr zugestanden, ihren Hijab, das "Kopftuch", auch in ihrem Beruf als Lehrerin tragen zu dürfen. Das bis dato geltende generelle "Kopftuchverbot" wurde abgeschafft - die Pressestimmen und die Bevölkerung sind seitdem darüber geteilter Meinung. Mich hat dieses Urteil sehr bewegt, da ich z.B. auch durch iranische und afghanische Bücher das Kopftuchtragen bzw. die Vollverschleierung von Frauen ziemlich rätselhaft fand - welche Gründe und welches Selbstbild stecken dahinter? Es erschien mir altmodisch und diskriminierend. Durch die Lektüre dieser ausführlichen, dennoch kurzweiligen Biographie der Fereshta Ludin wurde mein Bild von modernen muslimischen Frauen erweitert: wir lernen in diesem Buch eine differenzierte, intelligente und gefestigte Persönlichkeit kennen. Schon in ihrer Kindheit erlebte Fereshta viele Höhen und Tiefen. Geboren als Tochter eines afghanischen Ministers, der sein Amt verlor und emigrierte, später als hochangesehener Botschafter in Deutschland lebte, dann wieder alles verlor und früh verstarb - die gesamte Familie war Spielball der unruhigen politischen Lage in ihrem Heimatland. Sie lernte viele verschiedene Kulturen und Ansichten kennen, besuchte gute Schulen und setzte sich mit vielen aktuellen Themen auseinander. Die junge Fereshta entschied sich dafür, sich zu verschleiern, als Zeichen ihrer Gläubigkeit - ohne sich dadurch als Frau einem Männerregime zu unterwerfen. Ihrer Überzeugung nach ist die Verschleierung kein Zeichen der Unterwürfigkeit ist: wenn es dies wäre, so wäre sie "die erste, die das Kopftuch auszieht"! Sie betrachtet sich als "Weltbürgerin", die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung respektiert werden möchte - ohne zu provozieren oder zu missionieren. Sie tritt ein für "Wahre Emanzipation und Menschlichkeit" - das Kopftuch gibt ihr "Frieden und Geborgenheit". Die schöne Ausgabe des Deutschen Levante- Verlags mit einem farbenfrohen Cover und einigen privaten Familienfotos der Autorin trägt wesentlich zum Lesevergnügen bei. Mich hat dieses Buch nachdenklich gemacht - eine sehr empfehlenswerte Lektüre!

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Das Porträt einer mutigen, modernen Frau
von Jennifer aus Stadtroda am 14.04.2015

Den Buchtitel "Die Enthüllung der Fereshta Ludin" kann man ruhig wörtlich verstehen, denn in diesem Buch lüftet die aus Afghanistan stammende Autorin sprichwörtlich ihren Schleier - vielmehr ihr Kopftuch - für den Leser, damit dieser einen unmittelbaren Blick auf ihre Person/ihr Leben erhält. Die heute 43-jährige Fereshta Ludin wurde... Den Buchtitel "Die Enthüllung der Fereshta Ludin" kann man ruhig wörtlich verstehen, denn in diesem Buch lüftet die aus Afghanistan stammende Autorin sprichwörtlich ihren Schleier - vielmehr ihr Kopftuch - für den Leser, damit dieser einen unmittelbaren Blick auf ihre Person/ihr Leben erhält. Die heute 43-jährige Fereshta Ludin wurde 2003 durch das sog. "Kopftuch-Urteil" schlagartig in Deutschland berühmt. Damals kämpfte die überzeugte Muslima für ihr Recht, als Lehrerin im Staatsdienst ein Kopftuch zu tragen. Danach verbaten die meisten Bundesländer das Tragen des Kopftuchs als unmittelbares Signum des Islams im Klassenzimmer, obschon Freshta Ludin vor dem Bundesverfassungsgericht Recht bekommen hatte. Erst in diesem Jahr, 2015, wurde das pauschale Kopftuchverbot in den Ländern wieder aufgehoben. In ihrer Autobiografie zeichnet die mutige Frau ein beängstigendes Bild dieser Zeit, in der sie von der Presse als fanatische "Kopftuchlehrerin" abstempelt wurde. Infolge hatte Fereshta Ludin mit vielen Vorurteilen und heftigen Anfeindungen zu kämpfen. Man wollte ihr das Referendariat und damit die Chancen auf den beruflichen Aufstieg nehmen – doch sie gab nicht auf. Während andere muslimische Lehrerinnen ihr Kopftuch abnahmen, um in ihren Beruf arbeiten zu können, behielt Fereshta Ludin ihre eiserne Haltung bei. Sie tat und tut es aus Überzeugung. Für sie ist das Kopftuch kein Mittel zur religiösen Bekehrung oder Unterjochung der Frau, sondern Ausdruck ihrer individuellen Freiheit – die laut Grundgesetz für jeden deutschen Staatsbürger unantastbar ist. Abgesehen von diesen schwierigen Jahren der öffentlichen Gängelung, deren schmerzliche Folgen Burnout und Scheidung waren, wird der persönliche Werdegang der Autorin in den Blick genommen. Sie wächst mit 4 Geschwistern in Afghanistan auf. Ihr Vater ist ein angesehener Diplomat und ihre Mutter Lehrerin. Die Eltern bevorzugen trotz ihrer Religiosität eine fortschrittlich-westliche Erziehung, bei der alle Kinder gleichberechtigt aufwachsen und ihre eigene Meinung haben dürfen. Ausgelöst durch den politischen Putsch Anfang der 70er-Jahre zieht die Familie nach Bonn. Hier ist der Vater afghanischer Botschafter. In Deutschland lernen die Kinder eine ganz andere Welt kennen und schätzen, auch wenn das Heimweh groß ist. 1978 machen sie gemeinsam eine Pilgerfahrt nach Mekka, die alle finanziellen Reserven aufbraucht. Infolge bleibt die Familie erst einmal in Saudi-Arabien. Als dann überraschenderweise Fereshtas Vater stirbt, kommt es bald darauf wieder zu einem Umzug. Gerade als sich Fereshta eingelebt und die arabische Sprache gelernt hat, geht es zurück nach Deutschland. In Deutschland muss sich die noch junge Fereshta wieder umstellen. Als Asylsuchende lebt sie mit ihrer Mutter in einem Asylheim in Frankfurt, während die älteren Geschwister studieren oder in einem anderen Land leben. Fereshta wird als Ausländerin wahrgenommen, ihre vormals sehr guten schulischen Leistungen kommen nicht zum Tragen, weil sie nicht die deutsche Sprache spricht. Zudem wird sie wegen ihres Kopftuchs gemobbt. Erst als sich engagierte Lehrer ihrer annehmen und mit ihr Deutsch üben, kann sie von der Hauptschule auf die Realschule wechseln. Bald darauf schafft sie es sogar, das Gymnasium in Darmstadt zu besuchen und Abitur zu machen. Durch die vielen Wohnortswechsel beherrscht sie mehrere Sprachen, so z.B. Dari, Arabisch, Englisch und Deutsch. Weitere positive Entwicklungen stellen sich ein. Sie beginnt ein Lehramtsstudium (Englisch, Deutsch und Gemeinschaftskunde) und heiratet den zum Islam konvertierten Khaled. Auch wenn sie sich mehr und mehr ehrenamtlich für ein besseres Verständnis des Islams einsetzt, die Vorbehalte bleiben. Das bekommt sie an der Universität und vor allem in ihrer Zeit als Referendarin zu spüren. Hier sind es Professorinnen und Mentorinnen, die sie aufgrund ihres Glaubens schlechter bewerten und ihre Leistung dabei vernachlässigen. Trotz allem versteht sich Fereshta Ludin als Deutsche. Sie liebt dieses Land, in dem sie als Multilkultifrau angesehen werden könnte, denn sie sagt über sich selbst: „Mit Deutschland verbinde ich immer den Geschmack von Apfeleis. Ich bete morgens auf Arabisch, dann frühstücke ich mit meinem Mann auf Deutsch. Bei meiner Mutter schalte ich auf Persisch um. Und das Leben draußen spielt sich auf Schwäbisch ab.“ Sie ist eine selbstbewusste, gebildete, starke Frau, die für ihre Rechte kämpft und sich nach Anerkennung sehnt. Sie ist ein Paradebeispiel für Integration in Deutschland, wenn es nicht so viele Bedenkenträger und Ahnungslose in diesem Land gebe. Dieses Buch sollten besonders jene lesen, die vor Pauschalurteilen und rassistischen Diskriminierungen nicht zurückschrecken. Mir hat besonders der ehrliche Tonfall dieses beeindruckenden Buches gefallen. Zudem bewundere ich Fereshta Ludins selbstkritischen Umgang mit ihrem Glauben. Sie hinterfragt und prangert an. Das machen nicht viele. Fazit Eine beeindruckende Biografie, die in den Köpfen vieler Deutscher hoffentlich zum Umdenken führen wird.

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