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Fidelio (GA)

Rezension
Diese Opernaufzeichnung von den Salzburger Festspielen 2015 belegt einen weiteren Höhepunkt in der Karriere des Münchner Tenors Jonas Kaufmann. Mit dem "Fidelio" erscheint bereits der dritte Opern-Livemitschnitt mit ihm in diesem Jahr - nach "La Forza del Destino" von Giuseppe Verdi aus der Münchner Staatsoper (2013) sowie "Cavalleria Rusticana" von Pietro Mascagni von den Salzburger Osterfestspielen 2015. Zwar war diese "Fidelio"-Aufführung nach der Premiere heftig umstritten - zu statisch wirkte die Regiearbeit von Claus Guth. Doch der Bildtonträger relativiert diesen Kritikpunkt mit vielen Nahaufnahmen, die sowohl die Sänger als auch die ausgefeilte Lichttechnik voll zur Geltung bringen. Sie wirkt besonders gut im Kontrast zum spartanischen Bühnenbild, das aus weißen Kassettenwänden über Eck sowie einem schwarzen Quader besteht, der als Symbol für die Gefängniszelle immer wieder unheilvoll herunter schwebt. Regisseur Claus Guth verzichtet komplett auf die gesprochenen Dialoge, dafür baut er teils verstörende Hintergrundgeräusche ein. Auch die Optik wirkt düster in schwarz-weiß-grauem Design. Die Reduktion der Farben betont den Schattenwurf an den Wänden. Mit dieser Technik lässt Guth eine tiefenpsychologische Parallelwelt entstehen: Gleich Geistern wechseln die Schatten je nach Stimmung ihre Kontur und changieren zwischen verschwommenen, verzerrten und gestochen klaren Umrissen. Einig waren sich Kritiker und Publikum bei der überragenden Leistung von Jonas Kaufmann. Mit seiner strahlend hellen Tenorstimme sorgt er für Gänsehautmomente, die auch in der Aufnahme wirken: Schon sein erster Auftritt im zweiten Satz ist großartig, wenn er den Ausruf "Gott! welch' Dunkel hier!" aus dem Off erst anschwellen und dann wieder ersterben lässt, bevor er auf der Bühne erscheint. Dass Kaufmann das Zeug zum strahlenden Helden hat, bewies er bereits viele Male. Doch sein Fidelio ist ein düsterer Antiheld, dem gebrochen und traumatisiert sogar das Happy End verwehrt bleibt. Dies mag ebenfalls ein Grund für die zunächst kontroversen Reaktionen auf diese Inszenierung gewesen sein. Doch gerade wegen der trostlosen Gesamtstimmung und Jonas Kaufmanns irritierender Darstellung des Florestan hat diese Aufnahme das Zeug zum Klassiker. Dass mit den Wiener Philharmonikern unter der fachkundigen Leitung von Franz Welser-Most ein hochkarätiges Spitzenensemble für das musikalische Tableau sorgt, ist schließlich das Tüpfelchen auf dem i. Birgit Schlinger (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium DVD
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 08.07.2016
EAN 0888751935198
Genre Oper
Hersteller Sony Music Entertainment
Komponist Ludwig van Beethoven
Dirigent Franz Welser-Möst
Musik (DVD)
22,89
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