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Fräulein Else

Novelle

(2)
Arthur Schnitzlers wohl berühmteste Schilderung eines Frauenschicksals: Die neunzehnjährige Else soll ihren Vater vor dem drohenden Bankrott retten und zerbricht an den Forderungen des Geldgebers. Zeitgenossen des Autors rühmten die präzise Charakterdarstellung, die Erkenntnisse aus der Psychoanalyse verarbeitet.
Rezension
Den österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzler (1862 bis 1931) habe ich früh als Dramatiker schätzen gelernt. Seine Stücke "Liebelei" und "Reigen", die einst Skandal machten, tauchen noch heute immer wieder auf den Spielplänen auf. Aber auch als Erzähler sind Schnitzler Meisterstücke von erstaunlicher Modernität gelungen, darunter zwei Novellen, die durch den so genannten inneren Monolog den klassischen Erzähler zum Verschwinden bringen: Die Ich-Figuren "Lieutenant Gustl" und "Fräulein Else" teilen gleichsam ihr unmittelbares gegenwärtiges Erleben mit und bringen Inhalte zur Sprache, die dem Bereich des Unbewussten oder Vorbewussten angehören. (...) Beide Novellen - ästhetisch, psychologisch und sozialgeschichtlich gleichermaßen gewichtig - sind jetzt in Reclams Universalbibliothek neu erschienen, mit ausführlichen Nachworten; zu "Fräulein Else" liegt außerdem ein Band mit "Erläuterungen und Dokumenten" vor. Dies ermöglicht eine intensive Lektüre der Texte, weist auf Feinheiten hin und gibt Antworten auf Fragen, die uns (geben wir′s nur zu) beim "normalem" Lesen gar nicht einfallen würden. Frankenpost
Portrait
Arthur Schnitzler (15. 5. 1862 Wien – 21. 10. 1931 ebd.) studierte ab 1879 Medizin in Wien mit anschließender Promotion und arbeitete als Arzt und Assistent seines Vaters; nach dem Tod des Vaters hatte er eine eigene Praxis. Daneben betrieb er mehr und mehr seine schriftstellerische Tätigkeit. Schnitzler ist einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne um 1900. Das Unbewusste und Motive des Fin-de-Siècle-Lebensgefühls bestimmen seine psychologische Darstellungskunst.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Johannes Pankau
Seitenzahl 108
Erscheinungsdatum 01.01.2001
Serie Reclam Universal-Bibliothek
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-018155-3
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 147/95/10 mm
Gewicht 63
Verkaufsrang 70.174
Buch (Taschenbuch)
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Wie durch fremde Augen
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 07.11.2005

Fräulein Else ist nach Lieutenant Gustl Arthur Schnitzlers zweiter innerer Monolog. Doch Schnitzler beschränkt sich dabei aber nicht auf bloße Gedanken und eine Schilderung aus der Sicht seiner Protagonistin, sondern er gewährt dem Leser weit tiefere Einblicke in die Psyche seiner tragischen Heldin. Im Gegensatz zu Lieutenant Gustl ist... Fräulein Else ist nach Lieutenant Gustl Arthur Schnitzlers zweiter innerer Monolog. Doch Schnitzler beschränkt sich dabei aber nicht auf bloße Gedanken und eine Schilderung aus der Sicht seiner Protagonistin, sondern er gewährt dem Leser weit tiefere Einblicke in die Psyche seiner tragischen Heldin. Im Gegensatz zu Lieutenant Gustl ist Fräulein Else jedoch einige Jahre später entstanden und besticht dabei durch einen noch feineren Stil. Was diesen Monolog jedoch so einzigartig macht ist die Wirkung die er entfaltet, nämlich dass der Titel Programm ist, man liest nicht bloß von der Protagonistin, man liest durch sie. Es ist als wäre man vollkommen in die Protagonistin hineinversetzt. Die Handlung beginnt beim Fräulein Else, einem ungefähr 19jährigen Mädchen aus gutem Hause, dem es zunächst an nichts fehlt. Der zunächst sorgenlose Urlaub wird gestört als Else ein Telegramm aus Wien erhält, in welchem ihre Mutter sie bittet, einen alten Freund der Familie um finanziellen Beistand zu bitten. Elses Vater, ein brillanter Rechtsanwalt, hat sich wieder einmal an der Börse verspekuliert, doch diesmal nicht mit eigenem Geld, sondern mit Mündelgeldern. Um das sorgenlose Leben der Familie um einige weitere Monate zu verlängern, bis der Herr Vater sich wieder eine solche Eskapade leistet, muss Else nun den befreundeten Herrn von Dorsday um Geld anbetteln. Verweigert ihr Dorsday diese Geldaushilfe, so droht dem Vater ein längerer Aufenthalt im Gefängnis. Aus Angst die Familie könnte daran zerbrechen gibt Else dem Wunsch der Mutter nach und versucht Herrn von Dorsday zu bezirzen, doch obwohl dieser sich einverstanden erklärt der Familie das Geld zu leihen, so knüpft diesen Wunsch doch an eine Bedingung und diese gleicht für Else einem unmoralischen Angebot. Entgegen aller Zweifel und Skrupel nimmt sie dieses Angebot dennoch an. Kurz darauf erfährt sie aber aus einem weiteren Telegramm dass sich die Summe erhöht hat. Nun nagt nicht bloß die Gewissheit sich verkaufen zu müssen an ihr, sondern auch Verzweiflung und Bedauern bezüglich ihrer ungewissen Zukunft… Anstatt das dramatische Ende von Fräulein Else zu verraten rate ich hier jedem das Buch doch selbst zu lesen und in die faszinierende Welt des Fräulein Else einzutauchen. Fazit: Ein faszinierendes Buch, das sich als Inbegriff des inneren Monologs präsentiert.

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mitreißender Monolog
von LongGoneBy aus Wien am 09.01.2008

"Fräulein Else" ist durchweg im inneren Monolog verfasst, der Leser bekommt das Geschehen durch ihre Gedanken und Gefühle vermittelt. So wird der innere Konflikt Elses besonders deutlich, sie steht zwischen den Bankrott ihres Vaters und dem "Verkauf" des eigenen Körpers an den reichen Herrn von Dorsday. In all ihren... "Fräulein Else" ist durchweg im inneren Monolog verfasst, der Leser bekommt das Geschehen durch ihre Gedanken und Gefühle vermittelt. So wird der innere Konflikt Elses besonders deutlich, sie steht zwischen den Bankrott ihres Vaters und dem "Verkauf" des eigenen Körpers an den reichen Herrn von Dorsday. In all ihren Gedanken ist Else vollkommen sympathisch dargestellt und der Leser kann sich sehr gut in ihre Person hinein versetzten. Offen bleibt das Ende, aber aus einigen Andeutungen wird erkennbar, dass Else wohl nicht sterben wird sondern als eine neue, rebellischere Person wieder aufwachen wird.

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Klassiker - klassisch gut!
von Leselady aus Wien am 02.08.2011
Bewertetes Format: Format: eBook (ePUB)

Durch dieses Buch quälen sich viele Gymnasiasten - zu recht! Die Sicht des inneren Monologs vermittelt ein komplett neues Lebensgefühl und die Handlung schildert das Leben einer Frau im Zwiespalt zwischen Prostitution und Emanzipation - großartig und schnell zu lesen.

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