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Fundland

Fünfter Band: Vom Reiz des Endlichen

Robert Sperling, der Ich-Erzähler des monumentalen Entwicklungsromans, ist kein Held. Doch er versteht sich darauf, noch den misslichsten Lebenslagen etwas Gutes abzugewinnen. Auch in diesem letzten Band. Wider Erwarten begegnet Sperling im fortgeschrittenen Alter nun doch noch in Jana, einer vierzehn Jahre jüngeren, außergewöhnlich attraktiven Journalistin, die erhoffte große Liebe. Acht Jahre seines Lebens setzt er an diese Leidenschaft – ein kräftezehrendes Auf und Ab ungewöhnlicher Glücksmomente und demütigender Erniedrigungen – eine faszinierende Liebesgeschichte, in der Janas pubertierender Sohn eine wichtige Rolle spielt. Amour fou oder Schlüssel zur Erhellung des lebenslangen Unfalltraumas? Leidenschaftlich verteidigt Sperling die inspirierende Kraft kreativer Sinnlichkeit und erotischer Faszination gegen engstirniges Vernunftgehabe und moralisierende Voreingenommenheit. Es kommt zu entwürdigenden Szenen, die Sperlings vermeintlich große Liebe zur Farce verkommen lassen. So wird ihm das banale Ende zum Anlass, die noch verbleibende Zeit zu nutzen, um gegen die Nichtigkeit des Lebens anzuschreiben. Ein letzter großer Dialog hinterfragt die Absurdität der menschlichen Existenz. - Die fünf Bände umfassen die Zeit von 1940 bis 2007. Sie sind chronologisch aufgebaut, leben jedoch von der Verschränkung unterschiedlicher Ebenen der Zeit. Im Horizont der Erzählzeit reflektiert das schreibende Ich selbstkritisch das eigene Wort-&-Satz-Unternehmen, wodurch der Leser Zeuge eines aufschlussreichen Schreibprozesses wird. Dieser verdichtet sich zu einem breiten Strom der Erinnerung und des aktuellen Geschehens. Zwei zusätzliche Techniken strukturieren den Erzählfluss, das Individuelle zur Totalität der Welt erweiternd: Zum einen wird der Blick des Lesers auf das Zeitgeschehen gelenkt sowie auf historische Ereignisse oder auf neueste kosmische Sensationen. Zum anderen dienen die Karl-Gespräche der kritischen Auslotung unterschiedlicher Erfahrungsräume – flapsig ausgreifende Dialoge über Gott und die Welt, die den Leser unvermeidlich in eine Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen der menschlichen Existenz und des eigenen Lebens führen. Im Horizont der Erzählzeit betrachten diese Diskurse die erzählte Zeit im Spiegel eines abgeklärten Ich. Sie verkörpern in Karl das Alter Ego des Protagonisten, der Gefahr läuft, seinen Gefühlen und einem feinsinnigen Ästhetizismus zu erliegen. Karl als Repräsentant der Moral, kritischer Rationalität und eines geordneten Lebens. So wird von der ersten Seite an das biografisch-faktische Leseinteresse nach und nach ausgeweitet zu einem vielschichtigen Kosmos des Verstehens und Erlebens. Das Motiv der Selbstbehauptung gegen alle Widrigkeiten des Lebens durchzieht das ganze Werk, sodass Sperling für Leser jeglichen Alters zu einer tauglichen Identifikationsfigur wird. Der Ich-Erzähler schreibt aus der Sicht eines staunenden Betrachters des kuriosen Welttheaters, ebenso distanziert wie fasziniert, nicht selten auch respektlos-scharfzüngig, doch stets mit Humor und ohne tragisches Pathos. Insofern ist Sperlings groß angelegte Geschichte ein Zeugnis skeptischer Lebensbejahung und gelebter Toleranz. Sie endet folgerichtig nach einem letzten großen Dialog über die Absurdität des menschlichen Daseins ohne Groll und Bitterkeit in unaufgeregter Gelassenheit und nachsichtiger Melancholie, spannend bis zur letzten Seite. Zweifellos ein großartiges Werk der deutschen Gegenwartsliteratur.
Portrait
Alexander Smola ist 1940 in Augsburg geboren, hat Germanistik, Geschichte und Geografie studiert, nach dem Staatsexamen verschiedene wissenschaftliche Nebentätigkeiten ausgeübt und promoviert. Er war in mehreren Berufen erfolgreich tätig, zuletzt als analytischer Tiefenpsychologe in eigener Praxis und an einer Psychologischen Beratungsstelle. Das monumentale Werk verdichtet die vielfältigen Lebenserfahrungen des Autors zu einer kunstvollen Textur unterschiedlicher Welten und Erzählperspektiven.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz i
Seitenzahl 602, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 19.04.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783738067187
Verlag Neobooks
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