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Gebete für die Vermissten

(1)
Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, von Freundschaft, Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt … Gebete für die Vermissten beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin. »Man liest dieses Buch nicht, man verschlingt es.« DBC Pierre
Rezension
»Jennifer Clements Roman scheint selbst ein Akt des Widerstands zu sein, in einem Land, in dem sich weder Justiz noch Polizei noch Politik um das Problem der entführten Frauen kümmern.«
Jutta Schwengsbier, WDR 5 16.09.2014
Portrait
Jennifer Clement, 1960 in Connecticut geboren, wuchs in Mexiko-Stadt auf, studierte in New York und Paris Literaturwissenschaft und hat Lyrik und zwei Romane veröffentlicht. Für Gebete für die Vermissten recherchierte sie über zehn Jahre lang in der mexikanischen Provinz und führte Hunderte Interviews mit vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 200, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 15.09.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783518739068
Verlag Suhrkamp
Originaltitel Prayers for the Stolen
eBook (ePUB)
8,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Schauplatz Mexiko, Bundesstaat Guerrero, wo Drogen, Angst und Gewalt die Welt regieren…“

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Hier spielt der authentische, sehr ergreifend erzähle Roman von Jennifer Clement, der auf einer mehrjährigen, intensiven Recherchearbeit vor Ort basiert. Eine Geschichte, die Gänsehaut hinterlässt…

Hier spielt der authentische, sehr ergreifend erzähle Roman von Jennifer Clement, der auf einer mehrjährigen, intensiven Recherchearbeit vor Ort basiert. Eine Geschichte, die Gänsehaut hinterlässt…

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Kundenbewertungen


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Entührte Töchter und verschwundene Männer
von einer Kundin/einem Kunden am 22.10.2015

Ladydi Gonzales wächst in den mexikanischen Bergen auf, dort wo fast nur noch Frauen in einer matriarchalischen Gesellschaft zusammenleben. Die Männer sind entweder nach Amerika ausgewandert, wo sie ihre Familien nach und nach vergessen haben, oder sind irgendwo in einem brutalten Drogenbandenkrieg ums Leben gekommen. Ladydis Vater ist nach... Ladydi Gonzales wächst in den mexikanischen Bergen auf, dort wo fast nur noch Frauen in einer matriarchalischen Gesellschaft zusammenleben. Die Männer sind entweder nach Amerika ausgewandert, wo sie ihre Familien nach und nach vergessen haben, oder sind irgendwo in einem brutalten Drogenbandenkrieg ums Leben gekommen. Ladydis Vater ist nach Amerika gegangen und hat dort anscheinend eine neue Familie gegründet. Ihre Mutter hat mit der eigentümlichen Namensgebung ihres Kindes, keineswegs ihre eigene Sehnsucht nach einem vermeidlichen prinzessinenhaften Leben kundgetan, sondern wollte damit ein Statement für all die von Männern verlassenen Frauen setzen. Zur deren eigenen Sicherheit wachsen die Mädchen allerdings als Jungen auf. Das Geschlecht wird so lange wie möglich verborgen gehalten, damit wenn die großen, schwarzen Autos der Drogenbarone kommen, die Mädchen nicht als solches erkannt werden. Clement hat für ihren deutschen Debütroman „Gebete für die Vermissten“ 10 Jahre lang in Mexico recherchiert und hat Hunderte von Interviews mit Mädchen und Frauen geführt. Dieses immense Hintergrundwissen, dass sie dabei angehäuft haben muss, rückt allerdings nicht in den Vordergrund. Die grandiose Schriftstellerin schafft es, jenes einfach ganz beiläufig im Hintergrund zu halten und was dem geneigten Leser nun vielleicht ein wenig verwundert ist, dass sie es vollbringt die Bestürzung und die Fassungslosigkeit darüber nur ansatzweise durchscheinen zu lassen und dadurch Ladydi einen realitätsnahen Touch verleiht, aus deren Perspektive diese Geschichte nunmal erzählt ist. Die Fabulierkunst ist ihr wohl in die Wiege gelegt worden. Denn diese poetische Sprachintensität, mit der Clement die Erzählung aufgreift und auch dadurch die brutale, mexikanische Gesellschaft porträtiert, fesselt beim Lesen, sodass man gar nicht mehr aufhören möchte. „Gebete für die Vermissten“ ist aber mehr als nur ein rotziger Pubertätsroman, so wie eine deutsche Tageszeitung schmählich behauptet hat. Es ist ein beeindruckendes Buch, hinter dem eine gehörige Portion Realität steckt, und bei dessen Lektüre einem der Schrecken in die Glieder fährt. Die Schriftstellerin Jennifer Clement, die laut Verlagsseite in New York und in Paris Literaturwissenschaft studierte, hat auf alle Fälle mein Interesse geweckt. Ich bin schon sehr gespannt was sie noch in petto hat.

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Gebete für die Vermissten
von Tamaru am 16.08.2015
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Erzählt wird die Geschichte von Ladydi, einem jungen Mädchen, das in einem kleinen Dorf in den Bergen Mexikos aufwächst. Einem Leben, das geprägt ist von Armut, der Abwesenheit der Männer, und der Angst vor den Drogendealern in den schwarzen Geländewagen, die kommen und die schönsten Mädchen entführen, um sie... Erzählt wird die Geschichte von Ladydi, einem jungen Mädchen, das in einem kleinen Dorf in den Bergen Mexikos aufwächst. Einem Leben, das geprägt ist von Armut, der Abwesenheit der Männer, und der Angst vor den Drogendealern in den schwarzen Geländewagen, die kommen und die schönsten Mädchen entführen, um sie zu verkaufen. Deshalb lernen die Mädchen schön früh, sich die Zähne zu schwärzen, die Haare abzuschneiden und zu verstecken. Aber Ladydi träumt von einem anderen Leben. Einem Leben in der Stadt wo sie Frau sein darf, lieben darf und arbeiten kann um ein besseres Leben zu haben. Als ihr ein Freund eine Stelle in Acapulco als Kindermädchen besorgt zögert sie deshalb keine Minute. Sie machen sich gemeinsam auf den Weg, doch unterwegs verwickelt er sie in ein schreckliches Verbrechen. Aber da sie mittlerweile weiß, wer Mike wirklich ist schweigt sie, nimmt es hin und gehorcht, wie sie es gelernt hat. Sie zieht in das Haus ihrer Arbeitgeber und verliebt sich noch am ersten Tag in einen jungen Gärtner,das Leben scheint es endlich gut mit ihr zu meinen. Doch dann holt das Geschehene sie ein und sie muss um ihr Leben kämpfen. Und hoffen, dass jemand für sie betet, so wie sie und ihre Freundinnen um die vermissten Mädchen gebetet haben. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, der Schreibstil ist flüssig und sehr mitreißend. Dazu so bildhaft geschrieben, dass man sich die Landschaft und ihre Bewohner sehr gut vorstellen und von der ersten Seite an in das Leben von Ladydi und ihren Freunden eintauchen kann. Besonders Maria war mir von Anfang an sehr sympathisch. Was mir sehr gut gefällt, der Roman ist sehr realistisch geschrieben, die Situationen wirken nicht übertrieben oder ausgedacht. Da die Autorin sehr lange für diesen Roman recherchiert hat wird wohl mehr als nur ein Körnchen Wahrheit darin stecken. Klare Leseempfehlung für alle, die gerne in Geschichten von anderen Ländern eintauchen.

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Bewegendes und packendes Buch, dessen Thema häufiger in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte!
von einer Kundin/einem Kunden aus Essen am 23.01.2015
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Ladydi lebt in einem mexikanischen Bergdorf, in dem Mädchen immer wieder in Erdlöchern verschwinden müssen und es, wie sich Ladydis Mutter ausdrückt, das Beste ist, wenn man ein hässliches Mädchen ist. Ein Ort, an dem man seine Töchter als Jungen verkleidet. Denn schöne Mädchen werden zu erst geholt. Von... Ladydi lebt in einem mexikanischen Bergdorf, in dem Mädchen immer wieder in Erdlöchern verschwinden müssen und es, wie sich Ladydis Mutter ausdrückt, das Beste ist, wenn man ein hässliches Mädchen ist. Ein Ort, an dem man seine Töchter als Jungen verkleidet. Denn schöne Mädchen werden zu erst geholt. Von den Männern in den schwarzen Geländewagen. Von Drogen- und Menschenhändlern. Ladydi malt sich ihre Zähne schwarz an, hat immer kurz geschnittene Haare, sieht kein bisschen weiblich aus und darf niemals einfach vor die Tür gehen, um zum Beispiel zu spielen. Das wäre nämlich viel zu gefährlich, denn jederzeit könnten die Männer auftauchen und sie holen. Dort zählt das Leben einer Frau oder eines Mädchens kaum etwas. In dem Dorf gibt es keine Männer mehr. Sie sind ausgewandert, auf der Suche nach Arbeit und schließlich ganz weggeblieben- oder sie sind einfach tot. Doch träumt Ladydi von einer besseren Zukunft: Sie möchte nicht ewig bei ihrer alkoholabhängigen Mutter bleiben, möchte sich nicht verstecken müssen, sondern Liebe, Freundschaft, Freiheit und Wohlstand kennen lernen. Und dann bietet sich ihr eine einmalige Chance, die ihr ganzes Leben verändern soll: Sie darf in Acapulco als Hausmädchen bei einer sehr reichen Familie arbeiten. Doch Mike, der auch aus ihrem Dorf stammt, verwickelt sie in einen Drogendeal. Ohne dass Ladydi etwas davon geahnt hätte. Doch kann sie sich nicht wehren, sie nimmt das Päckchen Heroin an sich. Und schon bald wird Ladydi noch größere Probleme bekommen und um ihre Freiheit und ihr Überleben kämpfen müssen. Die Autorin des Buches, Jennifer Clement, wuchs in Mexiko-Stadt auf. Für das Buch recherchierte sie über zehn Jahre lang und führte hunderte Interviews mit vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen vor Ort. Dem Buch lag auch noch ein Heft bei, in dem wichtige und vor allem schockierende und alarmierende Fakten und Schicksale errläutert und beschrieben werden. So erfährt man beim Lesen des Heftes zum Beispiel, dass laut Regierungsstatistiken die Zahl der Entführungen in Mexiko im letzten Jahr um 31% stieg. Diese Erhebungen erfassen aber lediglich die Fälle von Entführungen mit anschließender Lösegelderpressung. Ausschnitte aus Interviews verdeutlichen eindrucksvoll, dass dort eine Frau zu keinem Mann "Nein" sagen darf. Und der Polizei traue man nicht, da diese vielfach in die lokalen Mafiastrukturen verstrickt sei. Die Fälle von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Sexhandel nähmen im alarmierendem Maße zu. Außerdem habe der Kampf gegen die Drogenkartelle in den letzten sechs Jahren an die 70.000 Menschen das Leben gekostet. Darüber hinaus schätzen Regierungsorganisationen die Zahl der Entführungen im Jahr 2012 auf 105.682, es gäbe eine Dunkelziffer von 99%. Nur 1.446 Entführungen wurden im Jahre 2013 zur Anzeige gebracht. Beim Lesen des Buches merkt man, wie intensiv sich die Autorin mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Man erhält sehr tiefe Einblicke in das Leben der Frauen Mexikos und liest über mehrere Schicksale. Das Buch ist sehr packend geschrieben, ich hatte es nach wenigen Stunden durchgelesen. Während des Lesens ist man immer erleichterter darüber, dass man an einem sicheren Ort lebt, sich nicht verstecken muss und seinen eigenen Willen haben darf, und vor allem, dass man als Mensch angesehen wird und nicht als ein Gegenstand, wie etwas dass man sich einfach nehmen darf, behandelt wird. Die verschiedenen Schicksale der Personen, auf die Ladydi trifft, und auch ihr eigenes, sind sehr berührend und fein ausgearbeitet, sodass die Charaktere sehr real wirken und man sie sich sehr gut vorstellen kann. Auch die Thematik des Buches finde ich ausgesprochen wichtig und meiner Meinung nach sollte sie viel häufiger in der Öffentlichkeit behandelt werden. Ich kann dieses Buch jedem weiter empfehlen, da es zum einen sehr gut geschrieben ist, den Leser also keineswegs mit Trockenheit langweilt, und zum anderen wegen des wichtigen Themas über das man sich informiert haben sollte.

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Bewegendes und packendes Buch, dessen Thema häufiger in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte!
von warmerSommerregen aus Essen am 03.01.2015
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Ladydi lebt in einem mexikanischen Bergdorf, in dem Mädchen immer wieder in Erdlöchern verschwinden müssen und es, wie sich Ladydis Mutter ausdrückt, das Beste ist, wenn man ein hässliches Mädchen ist. Ein Ort, an dem man seine Töchter als Jungen verkleidet. Denn schöne Mädchen werden zu erst geholt. Von... Ladydi lebt in einem mexikanischen Bergdorf, in dem Mädchen immer wieder in Erdlöchern verschwinden müssen und es, wie sich Ladydis Mutter ausdrückt, das Beste ist, wenn man ein hässliches Mädchen ist. Ein Ort, an dem man seine Töchter als Jungen verkleidet. Denn schöne Mädchen werden zu erst geholt. Von den Männern in den schwarzen Geländewagen. Von Drogen- und Menschenhändlern. Ladydi malt sich ihre Zähne schwarz an, hat immer kurz geschnittene Haare, sieht kein bisschen weiblich aus und darf niemals einfach vor die Tür gehen, um zum Beispiel zu spielen. Das wäre nämlich viel zu gefährlich, denn jederzeit könnten die Männer auftauchen und sie holen. Dort zählt das Leben einer Frau oder eines Mädchens kaum etwas. In dem Dorf gibt es keine Männer mehr. Sie sind ausgewandert, auf der Suche nach Arbeit und schließlich ganz weggeblieben- oder sie sind einfach tot. Doch träumt Ladydi von einer besseren Zukunft: Sie möchte nicht ewig bei ihrer alkoholabhängigen Mutter bleiben, möchte sich nicht verstecken müssen, sondern Liebe, Freundschaft, Freiheit und Wohlstand kennen lernen. Und dann bietet sich ihr eine einmalige Chance, die ihr ganzes Leben verändern soll: Sie darf in Acapulco als Hausmädchen bei einer sehr reichen Familie arbeiten. Doch Mike, der auch aus ihrem Dorf stammt, verwickelt sie in einen Drogendeal. Ohne dass Ladydi etwas davon geahnt hätte. Doch kann sie sich nicht wehren, sie nimmt das Päckchen Heroin an sich. Und schon bald wird Ladydi noch größere Probleme bekommen und um ihre Freiheit und ihr Überleben kämpfen müssen. Die Autorin des Buches, Jennifer Clement, wuchs in Mexiko-Stadt auf. Für das Buch recherchierte sie über zehn Jahre lang und führte hunderte Interviews mit vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen vor Ort. Dem Buch lag auch noch ein Heft bei, in dem wichtige und vor allem schockierende und alarmierende Fakten und Schicksale errläutert und beschrieben werden. So erfährt man beim Lesen des Heftes zum Beispiel, dass laut Regierungsstatistiken die Zahl der Entführungen in Mexiko im letzten Jahr um 31% stieg. Diese Erhebungen erfassen aber lediglich die Fälle von Entführungen mit anschließender Lösegelderpressung. Ausschnitte aus Interviews verdeutlichen eindrucksvoll, dass dort eine Frau zu keinem Mann "Nein" sagen darf. Und der Polizei traue man nicht, da diese vielfach in die lokalen Mafiastrukturen verstrickt sei. Die Fälle von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Sexhandel nähmen im alarmierendem Maße zu. Außerdem habe der Kampf gegen die Drogenkartelle in den letzten sechs Jahren an die 70.000 Menschen das Leben gekostet. Darüber hinaus schätzen Regierungsorganisationen die Zahl der Entführungen im Jahr 2012 auf 105.682, es gäbe eine Dunkelziffer von 99%. Nur 1.446 Entführungen wurden im Jahre 2013 zur Anzeige gebracht. Beim Lesen des Buches merkt man, wie intensiv sich die Autorin mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Man erhält sehr tiefe Einblicke in das Leben der Frauen Mexikos und liest über mehrere Schicksale. Das Buch ist sehr packend geschrieben, ich hatte es nach wenigen Stunden durchgelesen. Während des Lesens ist man immer erleichterter darüber, dass man an einem sicheren Ort lebt, sich nicht verstecken muss und seinen eigenen Willen haben darf, und vor allem, dass man als Mensch angesehen wird und nicht als ein Gegenstand, wie etwas dass man sich einfach nehmen darf, behandelt wird. Die verschiedenen Schicksale der Personen, auf die Ladydi trifft, und auch ihr eigenes, sind sehr berührend und fein ausgearbeitet, sodass die Charaktere sehr real wirken und man sie sich sehr gut vorstellen kann. Auch die Thematik des Buches finde ich ausgesprochen wichtig und meiner Meinung nach sollte sie viel häufiger in der Öffentlichkeit behandelt werden. Ich kann dieses Buch jedem weiter empfehlen, da es zum einen sehr gut geschrieben ist, den Leser also keineswegs mit Trockenheit langweilt, und zum anderen wegen des wichtigen Themas über das man sich informiert haben sollte.

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sehr bitter, sehr hart
von einer Kundin/einem Kunden am 02.10.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

"Jetzt machen wir dich hässlich, sagte meine Mutter. Sie pfiff durch die Zähne. Ihr Mund war so nah, dass ich die Spucke im Nacken spürte. Sie roch nach Bier. Im Spiegel sah ich, wie sie mir mit dem Stück Kohle übers Gesicht fuhr. Das Leben ist böse, flüsterte sie.... "Jetzt machen wir dich hässlich, sagte meine Mutter. Sie pfiff durch die Zähne. Ihr Mund war so nah, dass ich die Spucke im Nacken spürte. Sie roch nach Bier. Im Spiegel sah ich, wie sie mir mit dem Stück Kohle übers Gesicht fuhr. Das Leben ist böse, flüsterte sie. Meine erste Erinnerung ist, wie meine Mutter mir einen alten gesprungenen Spiegel vors Gesicht hielt. Da muss ich ungefähr fünf gewesen sein. Weil er gesprungen war, sah mein Gesicht so aus, als wäre es in der Mitte durchgebrochen. In Mexiko ist es das Beste, ein hässliches Mädchen zu sein. ....Wäre ich ein Mädchen, würde man mich stehlen. Die Drogendealer mussten nur hören, dass irgendwo ein hübsches Mädchen rumlief, schon kamen sie in ihren schwarzen Escalades angerauscht und nahmen es mit." Ladydi wächst bei ihrer alleinerziehenden Mutter in einem kleinen mexikanischen Bergdorf auf. Ein Dorf in dem nur mehr Frauen mit ihren Kindern leben. Die Männer sind auf der Suche nach Arbeit in die Stadt oder ins Ausland geflüchtet. Einige Männer schicken am Anfang noch Geld. Umgeben von Mais- und Mohnfeldern, nur auf sich gestellt, versuchen die Frauen mit ihren Kindern zu überleben. Drogenbarone kontrollieren und beherrschen das Land. Das Leben der Frauen und Mädchen zählt genau gar nichts. Es ist ein hartes, bitteres, karges Leben. Die ständige Gefahr durch die Drogen und Mädchenhändler zermürbt viele Frauen. Der Alkohol verspricht erst Trost, dann Vergessen. Ladydis Mutter ist längst daran zerbrochen. Als Ladydis Freundin Paula verschleppt wird, wird einmal mehr offensichtich, wiesehr diese verzweifelten Mädchen und Frauen in der Falle sitzen. Ausgeliefert- männlicher Willkür und Machtdemonstrationen. "Gebete für die Vermissten" von Jennifer Clement ist Leselektüre die unter die Haut geht. Hart und bitter. Macht wütend

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Wahnsinnig berührend!
von Lines Bücherwelt aus Nentershausen am 20.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Klappentext: Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte... Klappentext: Ladydi wächst in den mexikanischen Bergen auf, inmitten von Mais- und Mohnfeldern, in einem Dorf ohne Männer, denn die sind auf der Suche nach Arbeit über die Grenze oder längst tot. Es ist eine karge und harte Welt, in der ein Mädchenleben wenig zählt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder sie in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die schwarzen Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft, sie träumt von Freundschaft und Liebe und Wohlstand. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal. Und plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen, und ein gnadenloser Überlebenskampf beginnt. »Gebete für die Vermissten« beschwört die unverbrüchliche Kraft der Hoffnung in einer schrecklichen Welt. In mutigen, schockierenden und bewegenden Bildern erzählt Jennifer Clement das Leben einer außergewöhnlichen jungen Heldin. Der erste Satz: Jetzt machen wir dich hässlich, sagte meine Mutter. Meine Meinung: Ladydi wächst in einem mexikanischen Bergdorf auf und das völlig ohne Männer. Die sind auf der Suche nach arbeit weiter gezogen, doch sie kehren nie mehr zurück. Es ist ein hartes Leben, in der ein Mädchenleben nichts zählt. Eine grausame Welt in der verzweifelte Mütter versuchen ihre Töchter als Jungen zu verkleiden oder aber sie verstecken sie sofort in Erdlöchern sobald sie den Geländewagen der Drogendealern sehen. Doch Ladydi hat einen Traum, sie träumt von einem Leben mit einer richtigen Zukunft, in der sie arbeitet, sie träumt von Freundschaft und Liebe. Doch dann kommt alles völlig anders, plötzlich hält sie ein Paket Heroin in den Händen und ein brutaler Kampf ums Überleben beginnt für sie. Ich war wirklich sehr gespant auf dieses Buch und hatte auch sehr hohe Erwartungen! Man beginnt mit dem lesen und ist sofort in der Geschichte. Der Schreibstil der Autorin sorgt dafür das man nur so durch die Seiten fliegt. Spannend und fesselnd nimmt sie den Leser mit auf die atemberaubende reise nach Mexiko. Dieses Buch zeigt die entsetzliche Wahrheit in Mexiko. Der Autorin ist es gelungen ein eindrucksvolles und gleichzeitig sehr bedrückendes Buch zu schreiben. Gerade weil diese Geschichte eine entsetzliche Wahrheit zeigt sollte man meinen man könnte dieses Buch nicht Lesen, doch genau das gegenteil ist der Fall. Man kann sich der Sog Wirkung einfach nicht entziehen. Dennoch ist es erschreckend zu lesen in welchen miserablen Zuständen die Menschen leben müssen. Gerade wenn man weiß wie lange die Autorin für ihr Buch recherchierte. Über 10 Jahre lang reiste sie durch Mexiko sprach mit den Frauen und Mädchen. Das ist etwas besonderes an diesem Buch man spürt förmlich wie die Autorin ihr ganzes Herzblut hineingeschrieben hat. Kurz gesagt ist der Autorin ein erschreckendes und berührendes Buch gelungen welches auch nach dem auslesen noch lange im Kopf bleibt. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei dem Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars bedanken! Das Cover: Das Cover sieht einfach wunderschön aus, die Blumen sorgen dafür das man nicht vermutet welche Geschichte sich dahinter verbirgt! Zitat: Eine vermisste Frau ist nur ein Blatt, das der Regen in die Gosse treibt, sagte sie. Niemanden kümmert es, was mit Ruth ist, fügte meine Mutter hinzu. Fazit: Mit "Gebete für die Vermissten" ist der Autorin ein Buch gelungen welches seinen Leser packt und nicht mehr los lässt. Eindrucksvoll und gefühlvoll zeigt sie uns die Misstände in Mexiko. Ein Buch welches auch lange nach dem auslesen noch im Kopf bleibt, da man diese Geschichte einfach nicht vergessen kann. Dieses Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen!

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Verstörend, großartig!
von Monika Schulte aus Hagen am 17.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Verstörend, großartig! Ladydi wächst in einem verlassenen Bergdorf in Mexiko auf, einem Dorf ohne Männer. Die Männer suchen Arbeit in den Staaten. Die meisten kehren nicht zurück. Entweder wurden sie erschossen oder sie haben eine neue Familie gegründet. Zurück bleiben die Frauen und Kinder. Sie leben in bitterer Armut, träumen... Verstörend, großartig! Ladydi wächst in einem verlassenen Bergdorf in Mexiko auf, einem Dorf ohne Männer. Die Männer suchen Arbeit in den Staaten. Die meisten kehren nicht zurück. Entweder wurden sie erschossen oder sie haben eine neue Familie gegründet. Zurück bleiben die Frauen und Kinder. Sie leben in bitterer Armut, träumen von einem besseren Leben. Die Frauen beten zu Gott, dass sie nur Jungs auf die Welt bringen und sollte es doch ein Mädchen werden, so wünschen sie sich, dass es hässlich ist. Hässliche Mädchen werden in Ruhe gelassen. Die anderen holen die Menschenhändler, die Drogendealer. Frauen und Mädchen, sie sind nichts wert in dieser brutalen Männergesellschaft. Ob Mensch oder Tier, wer im Weg ist, wird erschossen. Pestizide, die dafür gedacht sind, sie über die Mohnfelder zwecks Vernichtung zu sprühen, werden über die arme Bevölkerung abgelassen. Zu groß ist die Angst der Piloten, selbst abgeschossen zu werden. Die Frauen heben Erdlöcher aus. Hier müssen die Mädchen sich verstecken, wenn die brutalen Männer kommen, um sie zu entführen. Ladydi bekommt die Chance, als Kindermädchen in Acapulco zu arbeiten, doch die Familie ist gar nicht da, als sie ankommt. Nur der Gärtner und ein altes Hausmädchen sind vor Ort. Und dann wird Ladydi verhaftet. Mike, der ihr die Stelle vermittelt hat, hat sie in einen Drogendeal verwickelt. Anstatt Liebe und ein bisschen Wohlstand zu genießen, findet sich das junge Mädchen plötzlich im Gefängnis wieder - zusammen mit unendlich vielen Frauen, deren Schicksal zu Tränen rührt. "Gebete für die Vermissten" - ein faszinierender Roman, ein Roman, der zutiefst berührend ist. Frauen und Mäddchen in einem ständigen Überlebenskampf verwickelt. Frauen und Mädchen, die in ihren kargen Hütten in den Bergen mehr hausen als leben, die kämpfen, die füreinander da sind. Die Autorin hat über 10 Jahre vor Ort recherchiert, hat Hunderte Interviews mit Mädchen und Frauen geführt. Auf diese Weise hat sie eine mitreißende, sehr authentische Geschichte geschrieben. "Gebete für die Vermissten" - es ist ein sehr verstörendes, ein großartiges Buch! Es ist eines der stärksten Bücher, die ich jemals gelesen habe, ein Buch, das ich niemals vergessen werde.

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schockierend
von Sarah B am 17.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Ladydi Garcia Martinez lebt in Guerrero. Die Männer des Dorfes versuchen oftmals, in den USA das große Glück und Geld zu finden, doch nur die wenigsten kehren zurück. So kämpfen die Frauen ums überleben und versuchen ihre Töchter vor all dem bösen zu beschützen. Sie sorgen dafür, dass ihre... Ladydi Garcia Martinez lebt in Guerrero. Die Männer des Dorfes versuchen oftmals, in den USA das große Glück und Geld zu finden, doch nur die wenigsten kehren zurück. So kämpfen die Frauen ums überleben und versuchen ihre Töchter vor all dem bösen zu beschützen. Sie sorgen dafür, dass ihre Töchter so hässlich wie irgendwie möglich wirken, so dass keiner auf die idee kommt, sie zu entführen. Denn entführt wird dort jedes Mädchen, das hübsch ist.. und wer entführt schon ein hässliches Mädchen? Die ganze Story wirkt oftmals so skurril, dass man an der Glaubhaftigkeit zweifeln könnte. Doch ich kann mir widerum gut vorstellen, dass es in Mexiko heiß hergeht und so manch Armut herrscht. Laut Internet wird jede fünfte Entführung in Mexiko begangen, was wohl dafür spricht, dass solche Zustände dort, in solch abgelegenen Orten, wirklich herrschen können. Diese Zweifel plagten mich die ganze Zeit, denn auf der einen Seite kann man sich kaum vorstellen, dass so etwas in Wirklichkeit passiert und auf der anderen Seite denke ich mir, dass überall auf der Welt schlimmes passiert und es immer besonders schlimme Gegenden gibt. Beschrieben wird z.B, dass die Mütter für ihre Töchter Löcher buddeln, damit diese sich verstecken können, sobald die schwarzen SUVs auftauchen um nach hübschen Mädchen Ausschau zu halten. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Mich hat es wirklich schockiert. Wir wachsen hier in Deutschland ja wirklich sehr behütet auf bzw. hier passiert einfach nicht so enorm viel. Alles ist aus Ladydis Sicht geschrieben, sie springt viel hin und her, je nachdem wie es ihr sozusagen einfällt, so dass ich mich oftmals ins kalte Wasser geschubst fühlte. Dennoch war der Schreibstil so mitreißend und packend, dass ich fast nicht mehr aufhören konnte zu lesen, trotz des unglaublich unangenehmen Themas. Ich finde, dass Jennifer Clement genau die richtige Mischung aus Dramatik und Gleichgültigkeit geschaffen hat, so dass man sich vorstellen kann, wie normal dass alles für Ladydi sein muss, obwohl man selbst ja total geschockt ist. Es kommt zum Beispiel öfters vor, dass Flugzeuge eine Chemikalie über das Dorf werfen, welche eigentlich für Drogenplantagen gedacht sind. Doch weil die Piloten einfach zu viel Angst vor der Mafia haben, und dennoch ihren Auftrag befolgen müssen, schütten sie das ganze Zeug einfach über das recht nahe gelegene Guerrero, weshalb viele Einwohner Probleme haben. Das Zeug ist einfach hochgiftig. Normalerweise verstecken sich dann alle schnell in ihren Häusern, doch eine Freundin von Ladydi hat es nicht rechtzeitig geschafft und hat das ganze Zeug abbekommen. Der Schreibstil vermittelt die ganze Sache so trocken und gleichzeitig mitreißen, dass mir beinahe die Worte zum beschrieben fehlen. Die Story berührt einen sehr und auf eine ganz eigene Weise, man verspürt Scham, wenn man mal wieder über irgendwelche dritte Welt Probleme jammert und fühlt sich hilflos, da man alleine nicht viel ändern kann. Gleichzeitig hinterlässt einen das Buch sprachlos, man weiß nicht, was Fiktion und was Realität ist. Klar, die Story selbst ist nicht echt, aber wie oft passiert genau das wirklich? Die Homepage des Verlages ist im Übrigen unbedingt einen Blick wert, dort gibt es noch einige Hintergrundinformationen. Ein schockierendes Buch, welches einen mal wieder so richtig wachrüttelt. Von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung!

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In Mexiko ist es das Beste, wenn man ein hässliches Mädchen ist...
von Xirxe aus Hannover am 14.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

...oder ein Junge. Dass Frauen in vielen Gegenden dieser Welt unterdrückt, misshandelt und vergewaltigt werden, ist nichts Neues. Liest man jedoch diesen Roman, erhalten solche Fakten eine völlig andere Brisanz. Die junge Ladydi erzählt uns von ihrem Leben im mexikanischen Guerrero, tief in den Bergen im Süden des Landes, wo Drogen-... ...oder ein Junge. Dass Frauen in vielen Gegenden dieser Welt unterdrückt, misshandelt und vergewaltigt werden, ist nichts Neues. Liest man jedoch diesen Roman, erhalten solche Fakten eine völlig andere Brisanz. Die junge Ladydi erzählt uns von ihrem Leben im mexikanischen Guerrero, tief in den Bergen im Süden des Landes, wo Drogen- und Menschenhändler die Macht besitzen. Hier werden kleine Mädchen von ihren Müttern als Jungen verkleidet und als Teenager auf hässlich getrimmt: die Haare kurz geschnitten, die Zähne mit Filzer schwarz bemalt, alte Männerklamotten als Kleidung. Tauchen am Horizont SUVs auf, verstecken sich die Töchter in Erdlöchern. Dennoch werden immer wieder Mädchen entführt und verkauft, so auch eine der besten Freundinnen von Ladydi. Der Berg, auf dem sie mit ihrer Mutter wohnt, ist wie die übrige Gegend eine männerfreie Zone. Entweder sind die Brüder und Väter auf die Dealerseite gewechselt oder sie sind in die USA geflohen, wo sie ein neues Leben begonnen haben. Als Ladydi nach Acapulco geht um dort als Kindermädchen zu arbeiten, hofft sie die Schrecken ihrer Jugend hinter sich zu lassen. Doch nach kurzer Zeit findet sie sich in einem Alptraum wieder: sie wird des Doppelmordes an einem Drogendealer und seiner Tochter beschuldigt. Jennifer Clement hat eine unglaublich bildhafte und direkte Sprache für ihre junge Protagonistin gefunden. Man sieht und fühlt die Szenarien unmittelbar vor sich und kann angesichts des alltäglichen Grauens und Elends, das die Frauen dort durchleben, nur ungläubig den Kopf schütteln. Es ist ein rauhes, heisses Land (über 40 Grad), das keinerlei Aussichten auf die geringste Chance einer Verbesserung verspricht. Die Drogenmafia regiert diese Gegend und man ist deren Wilkür vollkommen ausgeliefert. Mir ist dieses Buch sehr nahe gegangen und ich kann nicht ausdrücken, wie dankbar ich dafür bin, in einem anderen Teil der Welt geboren worden zu sein. Ansonsten bleibt nur, den letzten Satz von Ladydis Mutter zu wiederholen: Bete bloß, dass es ein Junge wird.

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ein gut überlegtes Buch
von Andrea Karminrot aus Berlin am 14.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

In Mexiko verschwinden Jahr für Jahr, viele tausend Mädchen. Sie werden zur Prostitution gezwungen oder als Drogenkuriere missbraucht. Sie leben auf der Straße, oder in ärmlichen Verhältnissen, rundum Acapulco und Mexiko-Stadt. Kleine Mädchen müssen sich verstecken, schmutzig machen, verkleiden um nicht entführt zu werden. Seit vielen Jahren kämpft die... In Mexiko verschwinden Jahr für Jahr, viele tausend Mädchen. Sie werden zur Prostitution gezwungen oder als Drogenkuriere missbraucht. Sie leben auf der Straße, oder in ärmlichen Verhältnissen, rundum Acapulco und Mexiko-Stadt. Kleine Mädchen müssen sich verstecken, schmutzig machen, verkleiden um nicht entführt zu werden. Seit vielen Jahren kämpft die Polizei gegen Korruption und Drogen. Irgendwie scheint jeder, in diesem Sumpf verstrickt. Dieses Buch handelt von einem Mädchen, Ladydi, die mit ihrer alkoholkranken Mutter, Vaterlos, in der Nähe von Acapulco auf einem Berg, zwischen Skorpionen, Schlangen und Mohnfeldern, aufwächst. Wenn gegenüber, auf den anderen Hügeln, schwarze SUV's, mit getönten Scheiben auftauchen, verstecken sich die Mädchen in Erdlöchern. Im Hochsommer sitzen sie vor den Kühlschränken, wie vor einer Klimaanlage. Den Strom aus den Straßenlaternen gestohlen. Und manchmal verschwindet ein Kind. Da redet dann keiner darüber, das ist eben so. Oder eine Leiche wird im Dschungel gefunden, die keiner vermisst, die dann einfach verscharrt wird, damit nicht die Geier kreisen. Ladydi, erzählt ihre Kindheit. Sie springt in ihren Erzählungen ständig hin und her. Sie erzählt, wie ihr die Gedanken im Kopf schwirren. Eben spricht sie von ihrer Schule, dann über ihre Mutter, um direkt über ihre Freundinnen zu reden. Sie berichtet über Kinder, die nur operiert werden, wenn die fliegenden Ärzte, durch Soldaten bewacht, in die Dörfer kommen. Lehrer (mal mehr mal weniger motiviert), die für ein Jahr, Unterricht an zusammengewürfelten Schulen machen. Wie ich dieses Buch empfunden habe: Es ist schnell. Und etwas wirr. Die Gedanken und Erzählungen von Ladydi sind oft so durcheinander als hätte sie keine Zeit gehabt alles aufzuschreiben. Nach einigen Seiten habe ich mich allerdings daran gewöhnt und kann mit den Gedankensprüngen besser umgehen. Es ist spannend! Es fließt Blut und ist manchmal "unappetitlich". Aber es ist kein Thriller, es ist das echte Leben.

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Mexiko, weine um deine Töchter
von sommerlese am 25.05.2016
Bewertetes Format: Einband: gebundene Ausgabe

Ladydi ist Teil der indigenen Bevölkerung und lebt allein mit ihrer Mutter in dieser trostlosen Gegend auf dem Berg. Ihre Mutter versucht sie vor Entführung durch Drogendealer zu schützen und kleidet sie in Jungensachen macht sie absichtlich hässlich. Außerdem gibt es ein selbstgegrabenes Erdloch, in dem sich Ladydi bei... Ladydi ist Teil der indigenen Bevölkerung und lebt allein mit ihrer Mutter in dieser trostlosen Gegend auf dem Berg. Ihre Mutter versucht sie vor Entführung durch Drogendealer zu schützen und kleidet sie in Jungensachen macht sie absichtlich hässlich. Außerdem gibt es ein selbstgegrabenes Erdloch, in dem sich Ladydi bei Gefahr verstecken muss. Von den bisher verschleppten Mädchen fehlt jede Spur, nur eine kam mit Misshandlungen zurück. Die Autorin lässt Ladydi ihre Lebensgeschichte erzählen und dabei auch die alltägliche Situation der weiblichen Bevölkerung, die Männer sind allesamt schon in die USA geflohen oder arbeiten in Acapulco. Diejenigen, die noch dort leben gehören der Drogenmafia an und machen sich mit Missbrauch und Gewalt zu schaffen. Hier werden Probleme deutlich, die man sich kaum vorstellen kann. Neben tiefer Religiosität haben die Einheimischen kaum Hoffnung auf ein normales Leben. Prostitution ist an der Tagesordnung. Hier setzen die Drogenhändler mit Gewalt ihre Interessen durch, das Gesundheitssystem krankt und die Schulausbildung ist eine reine Farce. So greifen auch die Mütter zu unkonventionellen Methoden, um sich und ihre Töchter vor Übergriffen zu schützen. Gewalt bringt neue Gewalt hervor. Wer im Gefängnis landet, hat sich meistens nur gegen einen brutalen Übergriff gewehrt oder dem vorgebeugt. Hier herrschen auch in den Gefängnissen Korruption und Willkür. Wenn man diesen Roman liest, ist man tief betroffen von diesen menschenverachtenden Zuständen. Dabei lässt sich zwischen den Zeilen unter den Frauen eine herzliche und hilfsbereite Art erkennen, die Hoffnung macht. Doch solange die Drogen für Einnahmen sorgen, wird die Kriminalität auch weiterhin das Leben diktieren. Da bleiben den Leidtragenden nur noch die Gebete. Ein aufrüttelnder Roman, der tief betroffen macht und nur noch beten lässt! Dieses Thema ist schwer zu verdauen und vielleicht nicht für jeden die passende Lektüre!

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Jennifer Clement - Gebete für die Vermissten
von Hotel aus Ostfriesland am 13.10.2015
Bewertetes Format: Buch (gebundene Ausgabe)

Clement schafft es in diesem Buch die Strukturen und Geschäfte der mexikanischen Drogenkartelle detailliert zu schildern, sowie welche tragödienhaften Folgen durch diese Revolution und den damit einhergehenden Bürgerkrieg auf die Bevölkerung Mexikos zukamen und ertragen werden mussten. Dabei ist das Buch durchgehend spannend und fesselnd geschrieben. Da Mexiko schon lange... Clement schafft es in diesem Buch die Strukturen und Geschäfte der mexikanischen Drogenkartelle detailliert zu schildern, sowie welche tragödienhaften Folgen durch diese Revolution und den damit einhergehenden Bürgerkrieg auf die Bevölkerung Mexikos zukamen und ertragen werden mussten. Dabei ist das Buch durchgehend spannend und fesselnd geschrieben. Da Mexiko schon lange eine riesiger Umschlagplatz für Drogen auf dem Weg nach Europa und USA ist. Ein sehr lesenswertes Buch aus einem Land, das so nah und doch so weit weg ist. Am Ende fragt man sich, warum Amerika wegschaut, wenn direkt vor der eigenen Haustür solch ein brutaler und alles lähmender Krieg herrscht. Ich fand das Buch insgesamt nicht schlecht. Ich mag es, wenn Bücher aus der Masse hervorstechen und einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und das ist diesem Buch definitiv gelungen. Ich sehe das Buch vielmehr als Milieustudie, die den Leser mitnimmt in eine Welt, die so unvorstellbar grausam ist, dass es für den mitteleuropäischen Durchschnittsleser auf seiner Couch schon beim Lesen ziemlich ungemütlich wird. Die Protagonistin erlebt Dinge, die für ein ganzes Leben reichen, Dinge, die kein junger Mensch erleben sollte. Vielleicht ist gerade dies ein Grund, das Buch mal der europäischen Jugendlichen zu geben, damit sie wissen, wie gut es ihnen geht, was Armut bedeutet, was Kinder andernorts erleiden müssen, was Hunger bedeutet und wie wenig Geld ein Menschenleben letztendlich wert ist. Doch es zeigt auch, dass man niemals die Hoffnung aufgeben darf! Dieses Buch geht unter die Haut, wirkt lange nach, die Geschichte von Ladydi berührt und bewegt, man fühlt mit ihr mit und wünscht ihr nur das Beste für ihr weiteres Leben. Keine leichte Kost, lesenswert aber auf jeden Fall! Denn Drogenhandel ist immer noch ein Thema, überall! Die Autorin verknüpft realistische Hintergründe und fiktive Inhalte gekonnt. Die Wortwahl ist stimmig, der Erzählstil flüssig, die Protagonisten gut beschrieben. Sehr gut zu lesen, mit sehr anschaulich geschriebenen Einblicken.

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Toll
von einer Kundin/einem Kunden aus Heidenheim am 27.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Die Autorin Jennifer Clement beschreibt in "Gebete für die Vermissten", ein Schicksal mit dem wir uns alle beschäftigen sollten und das deutlich lauter in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte. Für mich eine gesellschaftlich wichtige Botschaft, ein Buch, welches harten Stoff verarbeitet und eine Autorin die dafür hart und genau recherchiert... Die Autorin Jennifer Clement beschreibt in "Gebete für die Vermissten", ein Schicksal mit dem wir uns alle beschäftigen sollten und das deutlich lauter in der Öffentlichkeit besprochen werden sollte. Für mich eine gesellschaftlich wichtige Botschaft, ein Buch, welches harten Stoff verarbeitet und eine Autorin die dafür hart und genau recherchiert hat. Eine Reportage in Buchform, welche vielleicht nicht immer rundum fertig erscheint und trotzdem gerade wegen der wahren Begebenheiten berührt und den Leser noch lange nicht loslassen wird!

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Skorpione
von POR am 26.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Mexiko – Hitze, Armut und Drogen. Auf diesen Nenner kann man die Geschichte in kurzen Worten zusammenfassen. Mädchen erhalten keine Schulausbildung, da sie ansonsten sofort entführt werden, daher müssen sie ihr Leben verkleidet als Jungen beginnen. Informationen erhalten die Bewohner des Dorfes über Satellitenfernsehen und sporadisch durch Lehrbeauftragte in... Mexiko – Hitze, Armut und Drogen. Auf diesen Nenner kann man die Geschichte in kurzen Worten zusammenfassen. Mädchen erhalten keine Schulausbildung, da sie ansonsten sofort entführt werden, daher müssen sie ihr Leben verkleidet als Jungen beginnen. Informationen erhalten die Bewohner des Dorfes über Satellitenfernsehen und sporadisch durch Lehrbeauftragte in der kleinen Schule. Die Männer haben den Ort schon lange verlassen. Manche schicken noch Jahre lang Geld zum Unterhalt der Kinder, andere finden eine neue Familie in Amerika oder Acapulco. Schon der Name der Hauptperson zeigt, dass die Mütter Hoffnung haben ihre Kinder könnten dem Elend entfliehen. Ladydi ein königlicher Name der das Mädchen aus der Armut in die Arme des Prinzen überführen soll. Tatsächlich führt sie ihr Schicksal ins Gefängnis. Bei Antritt ihres Babysitterjobs wird sie unbewusst Zeugin eines Drogenmordes und als Mittäterin inhaftiert. Im Gefängnis entsteht eine gewisse Vertrautheit mit ihren Mitgefangenen, aber letztlich bleibt sie auch hier allein. Eine trostlose Geschichte, die Jennifer Clement hier niedergeschrieben hat. Die Lebensplanung der Jugendlichen beschränkt sich auf Drogendeals oder Prostitution für Drogendealer. Kaum jemand hat eine Möglichkeit dem Milieu zu entkommen. Die Grenzen sind durch die Geburt festgelegt – nur wer es wagt über die (Landes)Grenzen zu fliehen kann entkommen.

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Macht nachdenklich!
von Isarflimmern am 16.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

In einem kleinen Bergdorf im Süden Mexikos leben fast ausschließlich Frauen und Mädchen in ärmlichsten Verhältnissen. Die Männer wanderten einer nach dem anderen in die USA aus, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Doch keiner kommt auf Dauer zurück. Auch die Geldsendungen bleiben mit der Zeit aus. Dafür kommen Drogendealer... In einem kleinen Bergdorf im Süden Mexikos leben fast ausschließlich Frauen und Mädchen in ärmlichsten Verhältnissen. Die Männer wanderten einer nach dem anderen in die USA aus, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Doch keiner kommt auf Dauer zurück. Auch die Geldsendungen bleiben mit der Zeit aus. Dafür kommen Drogendealer und Menschenhändler, die die hübschen Mädchen mitnehmen. Sie verschwinden auf nimmer Wiedersehen. Deshalb verkleiden die Mütter ihre Töchter als Jungen, schminken sie hässlich, schwärzen ihnen die Zähne und verstecken sie in selbstgegrabenen Erdlöchern, sobald die schwarzen Wagen der Drogendealer am Horizont auszumachen sind. So wächst Ladydi Garcia Martinez – aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird – auf. Mit einer Mutter, die immer mehr dem Alkohol verfällt und ihrem Ehemann tödliche Rache geschworen hat, sobald der zurückkommt. Ladydi möchte aus diesem Leben aus Elend, Leid und Angst ausbrechen und zieht nach ihrem Schulabschluss nach Acapulco. Ein Freund vermittelt ihr dort eine Stelle in einem Herrenhaus und sie verliebt sich in einen jungen Gärtner. Sie glaubt, ihr Traum sei wahr geworden, der Traum, in dem sie Frau sein, lieben, sorglos leben darf. Doch die Realität holt sie schnell ein und Ladydis persönlicher Albtraum beginnt, denn der Feund hat sie auf der Fahrt nach Acapulco unschuldig in ein Verbrechen verwickelt. Und jetzt soll sie dafür büßen. Ladydi muss um ihr Leben kämpfen – wieder einmal. Ein düsterer Roman, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Umso mehr, da die Autorin mehrere Jahre dafür recherchierte, viele Interviews mit den Frauen und Mädchen in Guerrero führte und einen Roman aus einer wahren Geschichte wob. Durchaus lesenswert, vielleicht auch für unsere jungen Menschen. Bedenkt man, dass es tatsächlich Menschen gibt, die in solch unwürdigen und menschenverachtenden Umständen leben müssen, jammern wir doch auf sehr hohem Niveau.

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unvorstellbare Realität – keine leichte Kost
von einer Kundin/einem Kunden aus Dresden am 15.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Es ist nahezu schockierend, was uns die heranwachsende Ladydi vom bitteren Alltag in ihrem kleinen mexikanischen Heimatdorf erzählt. Es sind extreme Fakten, eine beklemmende Realität, die einem schier den Atem raubt. Doch sie selbst bewertet nicht, fragt nicht nach dem Sinn, denn darauf gäbe es sowieso keine vernünftige Antwort.... Es ist nahezu schockierend, was uns die heranwachsende Ladydi vom bitteren Alltag in ihrem kleinen mexikanischen Heimatdorf erzählt. Es sind extreme Fakten, eine beklemmende Realität, die einem schier den Atem raubt. Doch sie selbst bewertet nicht, fragt nicht nach dem Sinn, denn darauf gäbe es sowieso keine vernünftige Antwort. Um sie herum regieren Gewalt, Korruption und Unmenschlichkeit. Angst ist an der Tagesordnung. Die Männer verlassen ihre Familien, um in den USA ihr Geld zu machen. Die Frauen bleiben allein zurück, machtlos, ihre Kinder vor den Drogendealern zu schützen, die ganze Landstriche permanent terrorisieren. Es herrschen schlimme Zustände, die für unsere Verhältnisse sehr befremdlich, weil unvorstellbar, sind. Die Menschen sind abgestumpft, hoffnungslos und mitleidlos gegenüber sich selbst und anderen. Sie schweigen, erdulden. Niemand hilft ihnen. Es sind Vergessene, die Tagein, Tagaus drohender Willkür ausgeliefert sind. Unfassbar. Sie nehmen all dies in ihren Alltag auf, weil ihnen auch gar nichts anderes übrig bleibt. Kaum jemand kann diesem Teufelskreis entfliehen. Ladydi hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Sie möchte ein anderes Leben. Aber wem kann sie wirklich trauen, welchen Versprechungen glauben schenken? Zu viele sind schon in diesem alles umgebenden Strudel der Gewalt zermalmt worden.

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Gebete für die Vermissten
von Biest am 14.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

„In Mexiko ist es das Beste, wenn man ein hässliches Mädchen ist, sagt meine Mutter“ Zum Inhalt: Die kleine Ladydi lebt mit ihrer Mutter in Mexiko. In dem kleinen Bergdorf leben nur Frauen. Die meisten Familien werden von den Männern verlassen, sie gehen in die USA um dort Geld zu verdienen.... „In Mexiko ist es das Beste, wenn man ein hässliches Mädchen ist, sagt meine Mutter“ Zum Inhalt: Die kleine Ladydi lebt mit ihrer Mutter in Mexiko. In dem kleinen Bergdorf leben nur Frauen. Die meisten Familien werden von den Männern verlassen, sie gehen in die USA um dort Geld zu verdienen. Am Anfang kehren sie noch nach Hause zurück oder schicken Geld, aber auch das bleibt irgendwann aus und niemand hört mehr etwas von ihnen. Bei jeder Geburt erzählen die Frauen, dass sie einen Jungen geboren haben, weil die Angst zu groß ist das die Mädchen verschleppt werden. Hübsche Mädchen werden hässlich gemacht, man schneidet ihnen die Haare ab und zieht sie an wie einen Jungen. Sie haben sich Erdlöcher gegraben, wo sie sich verstecken wenn die SUV´s der Drogen- und Menschenhändler wieder ins Dorf kommen. Alle paar Jahre kommt auch ein Ärzteteam, um Kinder zu operieren die entstellt sind. Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft und will die mexikanischen Berge verlassen. Als sie dann selbst noch in ein übles Verbrechen verstrickt wird, beginnt für sie ein harter Kampf ums Überleben. Meine Meinung: Man kann sich kaum vorstellen was die kleine Ladydi in ihrem kurzen Leben schon alles durchmachen musste. Ihre Mutter kämpft mit ihren eigenen Problemen, und kann sich deshalb auch nicht wirklich um ihre Tochter kümmern. Die Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Ladydi erzählt, wodurch man alles mit ihr zusammen erlebt, mit ihr leidet, ihre Ängste hautnah empfindet, und die Einsamkeit richtig spürt. Aber auch in das Leben der Mutter bekommt man tiefe Einblicke. Ihr Wissen eignet sie sich nur aus dem Fernseher an, sie nennt es „Fernsehwissen“, sie ist sehr abergläubisch und religiös. Das versucht sie auch ihrer Tochter zu vermitteln, diese hält jedoch nicht viel davon. Auch dass ihre Mutter andere Leute bestiehlt findet sie sehr peinlich. Somit entwickelt sie einen zunehmenden Hass auf ihre Mutter. Die anderen Charaktere sind auch sehr schön beschrieben, vor allem die Freundinnen, mit denen Ladydi im Bergdorf lebt und mit denen sie die meiste Zeit verbringt. Das Bergdorf, in dem sie leben und auch die Umgebung sind sehr bildlich dargestellt. Man kann sich sehr gut vorstellen wie gefährlich und einsam das Leben dort sein muss. Teilweise fand ich die Geschichte auch etwas verwirrend. Zwischenzeitlich wird aus der Vergangenheit berichtet, aber das lässt sich nicht sofort erkennen. Auch wiederholt sich die Mutter sehr oft, sagt alles drei viermal. Klar lässt das auf den Geisteszustand der Mutter schließen, aber irgendwann nervt es auch ein bisschen. Das Cover ist wirklich schön, durch die Farben strahlt es Wärme aus, was aber wie ich finde im krassen Gegensatz zur Geschichte steht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich super lesen. Finde es gut, dass solch ein Thema in einem Buch verarbeitet wird, denn bei sowas sollte niemand wegschauen und man sollte versuchen die ganze Welt über solche Probleme bzw. Zustände zu informieren. Fazit: Ein durchaus lesenswertes Buch, welches einem die Probleme in Mexiko deutlich vor Augen führt.

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Gebete für die Vermissten
von einer Kundin/einem Kunden aus Amberg am 12.10.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Jennifer Clement hat über 10 Jahre vor Ort die Missstände und den Drogenhandel in Mexico recherchiert um dieses Buch zu schreiben. Ich hoffe sehr, daß dieses Buch aufwecken und an den Lebensumständen etwas ändern kann. Leider ist es nicht mein Buch und auf Seite 100 habe ich aufgegeben. Ladydi Garcia... Jennifer Clement hat über 10 Jahre vor Ort die Missstände und den Drogenhandel in Mexico recherchiert um dieses Buch zu schreiben. Ich hoffe sehr, daß dieses Buch aufwecken und an den Lebensumständen etwas ändern kann. Leider ist es nicht mein Buch und auf Seite 100 habe ich aufgegeben. Ladydi Garcia Martinez schreibt in der Ich-Form über ihr Leben. Sie lebt in einem Bergdorf irgendwo in Mexico. Dort leben nur noch Frauen. Die Männer sind über den großen Fluß nach Amerika gegangen um dort Geld für die Familien daheim zu verdienen. Am Anfang kommen die Männer noch heim und bringen Geld und Aids mit, dann kommt nur noch Geld und dann gar nichts mehr. Die Mädchen werden solange es geht als Jungen ausgegeben bzw. danach so häßlich gemacht (nicht gewaschen, Zähne schwärzen bis ausschlagen, Gesicht mit Kohle einreiben), daß die Drogendealer kein Interesse an ihnen haben. Die Mädchen werden teilweise sogar in Erdlöchern versteckt. Paula ist die Einzige, die von den Dealern entführt wurde und zurückkam. Niemand kann sagen, was wirklich mit ihr passierte. Paula spricht nicht mehr und verhält sich wie ein Baby. Leichen tauchen auf und werden einfach vergraben. Leute verschwinden. Ladydi erzählt ihr Leben wirr und durcheinander. Die Mutter hart und herzlos. Alle arm, können sich aber Fernseher leisten und Oprah / History-Channel ansehen. Bier und Tequilla gehen nicht aus, die Mädchen bekommen alle am selben Tag ihre erste Periode. Auf der einen Seite heißt es "der erste Tag ohne Paula" - auf der nächsten Seite, "niemand fragte, was Paula wollte, zumal sie wie ein Baby lebte". Wichtiges Thema - vielleicht falsch verarbeitet.

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Gebete für die Vermißten
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 19.09.2014
Bewertetes Format: Buch (gebunden)

Der Titel und die Leseprobe haben mich veranlaßt, dieses Buch zu lesen. Ich hatte mir eine kraftvolle und emotionsgeladene Geschichte versprochen. Leider wurden meine Erwartungen total enttäuscht. Weder ist das Buch sprachgewaltig, was dem Thema entsprochen hätte, und der Sprachstil läßt Langeweile aufkommen. Schade, daß dieses Buch total am... Der Titel und die Leseprobe haben mich veranlaßt, dieses Buch zu lesen. Ich hatte mir eine kraftvolle und emotionsgeladene Geschichte versprochen. Leider wurden meine Erwartungen total enttäuscht. Weder ist das Buch sprachgewaltig, was dem Thema entsprochen hätte, und der Sprachstil läßt Langeweile aufkommen. Schade, daß dieses Buch total am Thema vorbeigeht. Es rüttelt nicht auf und setzt auch keine Emotionen frei. Die Geschichte, aus der Sicht der Protagonistin erzählt, ist langatmig, und ich habe mich schwer getan, dieses Buch zu Ende zu lesen. Es ist eine endlose Erzählung ohne die wörtliche Rede zu kennzeichnen, wodurch das Lesen noch schwerer fällt. Daß die Frauen in den armen Regionen Mexikos keine Rechte haben, ist hinlänglich bekannt und oft schon schonungslos und an die Grenzen des Begreifbaren beschrieben worden. Dieses Buches hätte es nicht bedurft. Es ist viel zu sehr auf nur eine Person und ihre unsägliche Mutter, die stiehlt und säuft und schießt, wie es ihr gerade paßt, beschränkt. Dieses Buch hat mir nicht gefallen, und ich werde es auch nicht weiterempfehlen. Hier wurde ein wichtiges soziales Thema unserer Zeit verfehlt.

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