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Gegen den Strich

Roman. Mit einem Nachwort von Ulla Momm

(1)
Huysmans' Bibel der Dekadenz mit ihren Endzeit-Visionen von unerreichter Dichte und Farbkraft in der brillanten Übersetzung von Brigitta Restorff.
Dieses Buch ist einmalig in seiner Exzentrik: Joris-Karl Huysmans schrieb es 1884 als spektakuläres Gegengift zum allzu dominanten Naturalismus Zolas und auch gegen die eigene naturalistische Vergangenheit; es wurde sogleich zur "Bibel des Fin-de-siècle" ausgerufen, sein Held zum dekadentesten Dandy des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Floressas Des Esseintes flieht vor der Grobheit und Banalität der Zeitgenossen ins Exil seines Landhauses, wo das Schlafzimmer als Mönchszelle gestaltet, seine Dienerin als Nonne verkleidet ist. Alles Natürliche, der Außenwelt Zugehörige wird konsequent ferngehalten, aus Kunst und Künstlichem schafft er sich sein eigenes Paradies.
Die Tage verrinnen in ausschweifenden Phantasien über symbolistische Gemälde und Literatur, Schwelgereien in Farben und Düften, Träumen, die ihm die Wirklichkeit ersetzen; nach immer morbideren Sinnesreizen verlangt es Des Esseintes. Da wird die Kunstwelt brüchig: Alpträume und Halluzinationen über vergangene Exzesse drängen sich ins Dasein des Ästheten, treiben seine Neurose ins Extrem, so daß schließlich nur eine Rückkehr in die "Normalität" sein Leben retten kann.
Portrait

Joris-Karl Huysmans wurde am 5. Februar 1848 in Paris geboren und starb dort am 12. Mai 1907. Er war mittlerer Ministerial-Angestellter und französischer Schriftsteller.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 01.07.2003
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-13098-1
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 193/120/22 mm
Gewicht 226
Originaltitel A rebours
Verkaufsrang 21.481
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Des Esseintes und die Vermessung der Sinne
von Zitronenblau am 18.01.2010

Huysmans Roman "Gegen den Strich" richtete sich gegen einen naturalistischen Zola und machte den Protagonisten, den Helden (?) wieder zum differenten Herrn über sich selbst. So verabscheut und ekelt sich Des Esseintes vor der Gesellschaft und ihrer vulgären, langweiligen Dummheit, und zieht, da vermögend (immer eine Voraussetzung!) in sein... Huysmans Roman "Gegen den Strich" richtete sich gegen einen naturalistischen Zola und machte den Protagonisten, den Helden (?) wieder zum differenten Herrn über sich selbst. So verabscheut und ekelt sich Des Esseintes vor der Gesellschaft und ihrer vulgären, langweiligen Dummheit, und zieht, da vermögend (immer eine Voraussetzung!) in sein Haus und sich damit zurück von den Menschen. Nun sucht er mit einem übersteigerten Ästhetizismus und auch Intellektualismus die Grenzen seiner Sinne zu erreichen und darüber hinaus zu gehen. Dabei werden alle Sinne "abgearbeitet" - ob Nase, Auge oder Ohr - bis der Geist selbst immer schnellere Gedankenkarussells entwickelt. Somit quellt vom schrulligen Spleen ein exzentrischer Wahn, ein evoziertes Perpetuum Mobile der Sinnlichkeit, dass sich in hedonistische Exzesse verirrt, bis sich dergestalt die neurotische Pathologie herauskristallisiert, die sämtliche Bestrebungen in eine selbstzerstörerische Dekadenz mündet. Letztlich bleibt Des Esseintes nur wieder das erschöpfte Zurück in die Gesellschaft, die Zerstreuung durch die Zerstreuungen der anderen, ja, der chistliche Glaube: "Herr, hab Mitleid mit dem Sträfling des Lebens, der sich nachts aufmacht, allein unter dem Firmament, das nicht mehr erleuchtet wird von den Trostfackeln der alten Hoffnung!" Huysmans Roman hat weltliterarischen Rang und die Besonderheiten sind ganz klar die Sinnesorgien und Rauschbilder, die der Autor zeichnet. Dabei werden mitunter synästhetische Experimente, tiefe geistige Diskurse und erstaunlich wenig frivole Elemente eingespielt (ein Sade wird nur nebenbei bemerkt), die Promiskuität richtet hier mehr auf die Möglichkeiten der Apperzeption. Manchmal wirken die Verknüpfungen und Aufzählungen (repetitio, Kumulation) etwas billig und zu sachlich; insgesamt wirkt der Verlauf zu kompakt, wodurch die protagonistische Entwicklung und die Bedingungen der Identifizierung erschwert werden, zumal mitunter ein Defizit an inneren Monologen hierzu förderlich ist. Stilistisch gesehen kommen noch weitere Faux-pas hinzu, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte. Das Buch ist unbedingt lebenswert, wenn auch nicht vollkommen wie ein Proust, denn es ist ein Signal vom Überdruss und der Bedrohung bei Isolation und Eskapismus!

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