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Goethe schtirbt

Erzählungen

(1)

Der ganze Bernhard-Kosmos in vier Erzählungen.
Zu Lebzeiten von Thomas Bernhard kam die Buchpublikation dieser Erzählungen nicht mehr zustande: zu sehr war er mit dem Romanopus "Auslöschung" und mit dem Theaterstück "Heldenplatz" sowie dem dadurch entfachten Skandal befaßt. In "Goethe schtirbt" werden die vier Erzählungen zum ersten Mal, dem Wunsch ihres Verfassers entsprechend, in einem Band zusammengefügt: Sie zeigen den abgeklärten Meister der tragischen Momente und komischen Situationen, der auf der Höhe seiner Kunst Motive und Strukturen seines Gesamtwerks entfaltet und übertreibend ironisiert.

Portrait

1931
geboren am 9. Februar in Heerlen (Niederlande) als unehelicher Sohn von Herta Bernhard, der Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler; den Vater Alois Zuckerstätter lernt Bernhard nie kennen
1931-35
zusammen mit der Mutter und deren Eltern in Wien; schwierige ökonomische Situation; enge Beziehung zum Großvater mütterlicherseits
1935
Übersiedlung mit Mutter und Großeltern nach Seekirchen am Wallersee (Land Salzburg)
1938
Übersiedlung nach Traunstein (Bayern); Bernhards Mutter hat mit ihrem Ehemann Emil Fabjan zwei weitere Kinder; Peter (geb. 1938), Susanne (geb. 1940)
1943
ab Herbst im NS-Schülerheim in Salzburg; Gymnasium; in den folgenden Jahren u.a. Geigen- und Gesangsunterricht
1945
katholisches Schülerheim Johanneum
1946
Übersiedlung der gesamten Familie nach Salzburg (Radetzkystraße )
1947
Abbruch des Gymnasiums; Kaufmannslehre (Scherzhauserfeldsiedlung)
1949-51
in der Folge Lungentuberkulose; Aufenthalte im Krankenhaus, in Sanatorien und Heilstätten (u.a. in der Lungenheilstätte Grafenhof bei St. Veit im Pongau, Land Salzburg)
1949
Tod des Großvaters
1956
lernt Hedwig Stavianicek - seinen ›Lebensmenschen‹ - kennen; Tod der Mutter
1952-55
freie Mitarbeit beim Salzburger ›Demokratischen Volksblatt‹; Gerichtssaalberichte, Buch-, Theater- und Filmkritiken; erste literarische Veröffentlichungen: Gedichte, Erzählungen 1955 erste von zahlreichen Jugoslawienreisen mit Hedwig Stavianicek
1955-57
Hochschule für Musik und darstellende Kunst ›Mozarteum‹ in Salzburg: Musikunterricht, Regie- und Schauspielstudium
1956
erste Venedigreise mit Hedwig Stavianicek
1957-60
Freundschaft mit dem Komponisten Gerhard Lampersberg; längere Aufenthalte auf dessen Tonhof (Maria Saal, Kärnten)
1957
erster Gedichtband: Auf der Erde und in der Hölle
1958
In hora mortis; Unter dem Eisen des Mondes (Gedichtbände)
1959
die rosen der einöde. fünf sätze für ballett, stimmen und orchester
1960
Aufführung der Kurzoper Köpfe und einiger Kurzschauspiele im Theater am Tonhof; erste große Italienreise mit Hedwig Stavianicek (u.a. Sizilien), Reise nach England (kurzer Aufenthalt in London)
1963
literarischer Durchbruch mit dem Roman Frost; erste Polenreise
1964
Amras; Julius Campe-Preis
1965
Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen; Kauf eines Vierkanthofs in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich; vermittelt durch den Immobilienmakler Karl Ignaz Hennetmair), jahrelange Restaurierung des Gebäudes; später Kauf zweier weiterer Häuser bei Reindlmühl und Ottnang; daneben immer wieder Aufenthalte in Wien (Wohnung Hedwig Stavianiceks in der Döblinger Obkirchergasse) und Reisen vor allem in den mediterranen Süden (Jugoslawien etc.), wo auch einige Werke entstehen
1967
Verstörung; Prosa; Operation im Pulmologischen Krankenhaus der Stadt Wien auf der Baumgartner Höhe
1968
Ungenach; Kleiner Österreichischer Staatspreis 1967; Anton Wildgans-Preis
1969
Watten; Ereignisse (entstanden 1957); An der Baumgrenze
1970
Das Kalkwerk; Ein Fest für Boris (uraufgeführt in Hamburg unter der Regie von Claus Peymann, der auch einen Großteil der weiteren Stücke erstinszeniert), Fernsehfilm Drei Tage (Regie: Ferry Radax); Vortragsreise durch Jugoslawien und Italien
1971
Gehen; Midland in Stilfs; Der Italiener (verfilmt von Ferry Radax)
1972
Der Ignorant und der Wahnsinnige (Uraufführung bei den Salzburger Festspielen); Franz Theodor Csokor-Preis, Adolf Grimme-Preis, Grillparzer-Preis
1974
Die Jagdgesellschaft (Uraufführung am Wiener Burgtheater); Die Macht der Gewohnheit; Der Kulterer (verfilmt von Vojtech Jasny); erste Portugalreise
1975
Die Ursache (erster Band der autobiographischen Pentalogie; wie die übrigen Bände erschienen im von Wolfgang Schaftier geleiteten Salzburger Residenz-Verlag; Ehrenbeleidigungsklage des Salzburger Stadtpfarrers Franz Wesenauer); Korrektur; Der Präsident

1976
Der Keller; Die Berühmten
1977
Minetti; größere Reisen nach Italien (u.a. Rom, Sizilien), in den Iran, nach Ägypten und Israel
1978
Der Atem; Ja; Der Stimmenimitator; Immanuel Kant; erste Reise nach Mallorca
1979
Der Weltverbesserer, Vor dem Ruhestand; Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Reise in die USA (New York)
1980
Die Billigesser
1981
Die Kälte; Ober allen Gipfeln ist Ruh; Am Ziel; Ave Vergil Ende der fünfziger Jahre entstandenen Gedichten); Reise in die Türkei
1982
Ein Kind; Beton; Wittgensteins Neffe; Premio Prato
1983
Der Untergeher; Der Schein trügt; Premio Mondello; erste Reise nach Spanien
1984
Tod Hedwig Stavianiceks
Holzfällen (vorübergehende Beschlagnahmung des Romans auf Antrag Gerhard Lampersbergs); Der Theatermacher; Ritter, Dene, Voss
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Alte Meister
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Auslöschung; Einfach kompliziert
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Elisabeth II
1988
Heldenplatz (große öffentliche Auseinandersetzung um Bernhards am Wiener Burgtheater uraufgeführtes Theaterstück zum ›Bedenkjahr‹ 50 Jahre Anschluß Osterreichs an NS-Deutschland); Prix Medicis; letzte Reise nach Spanien (Torremolinos)
1989
gestorben nach jahrelanger schwerer Krankheit am 12. Februar in Gmunden (Oberösterreich); beigesetzt im Grab Hedwig Stavianiceks auf dem Grinzinger Friedhof in Wien

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 97
Erscheinungsdatum 19.09.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46278-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 175/105/20 mm
Gewicht 96
Auflage 3. Auflage
Buch (Taschenbuch)
8,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen


Durchschnitt
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Übersicht
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Naturgemäß unterhaltsam
von Patrick Nagl aus Wien am 15.10.2013

Wie so oft zeigt sich der Meister der Erzählkunst Thomas Bernhard von der ironisch humorvollen Seite in diesen vier Kurzgeschichten, und bietet dem Leser unterhaltsame österreichische Literatur, naturgemäß nur auf höchstem Niveu.

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Bernhard in eleganter Vollendung
von einer Kundin/einem Kunden am 13.02.2011
Bewertetes Format: Buch (gebundene Ausgabe)

Diese vier Erzählungen wurden zu Lebzeiten Bernhards nicht mehr in Buchform gefasst. Nur die in Zeitungen abgedruckten Texte waren für die Leser/innen zugänglich. Bernhard war es aber ein Anliegen, diese Texte in Buchform erscheinen zu sehen, auch dem Verlag. Doch der Autor war zu dieser Zeit mit dem Roman "Die Auslöschung"... Diese vier Erzählungen wurden zu Lebzeiten Bernhards nicht mehr in Buchform gefasst. Nur die in Zeitungen abgedruckten Texte waren für die Leser/innen zugänglich. Bernhard war es aber ein Anliegen, diese Texte in Buchform erscheinen zu sehen, auch dem Verlag. Doch der Autor war zu dieser Zeit mit dem Roman "Die Auslöschung" und dem Theaterstück "Heldenplatz" und die damit verbundenen Skandale so sehr beschäftigt und eingenommen, dass sich die Texte von dem jetzt erschienenen Buch "Goethe schtirbt" nicht noch auch realisieren lassen haben. Diese vier kurzen Erzählungen sind ganz typische Texte Bernhards der späteren Zeit und weisen naturgemäss alle seine prägnanten Merkmale auf.

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