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Gott und der Staat

(1)

Michail Bakunin: Gott und der Staat
Dieu et l'Etat. Genève: Imprimerie Jurassienne, 1882. Hier in der deutschen Übersetzung von Max Nettlau, Leipzig: C. L. Hirschfeld, 1919.
Vollständige Neuausgabe.
Herausgegeben von Karl-Maria Guth.
Berlin 2015.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage.
Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 64
Erscheinungsdatum 04.03.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8430-3542-2
Verlag Hofenberg
Maße (L/B/H) 218/156/7 mm
Gewicht 113
Verkaufsrang 49.139
Buch (Taschenbuch)
6,80
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Klassiker der anarchistischen Theorie - unbedingt lesen!
von einer Kundin/einem Kunden am 04.02.2016

»Wer hat recht, die Idealisten oder die Materialisten? Wenn die Frage einmal so gestellt wird, wird ein Zaudern unmöglich. Ohne jeden Zweifel haben die Idealisten unrecht und nur die Materialisten haben recht.« (S. 3) So beginnt Michail Bakunin’s berühmte Schrift aus dem Jahre 1882. Und in vielen Dingen ist... »Wer hat recht, die Idealisten oder die Materialisten? Wenn die Frage einmal so gestellt wird, wird ein Zaudern unmöglich. Ohne jeden Zweifel haben die Idealisten unrecht und nur die Materialisten haben recht.« (S. 3) So beginnt Michail Bakunin’s berühmte Schrift aus dem Jahre 1882. Und in vielen Dingen ist sie so aktuell wie eh und je. Weiter heisst es am Anfang: »Jawohl, die Tatsachen gehen den Ideen voran, jawohl, das Ideal ist, wie Proudhon sagte, nur eine Blume, deren Wurzel die materiellen Existenzbedingungen bilden. Jawohl, die ganze geistige und moralische, politische und soziale Geschichte der Menschheit ist ein Reflex ihrer wirtschaftlichen Geschichte.« (S. 3) Ganz so einfach ist es aus meiner Sicht nicht. Denn dies vereinfacht ›die Geschichte‹ in ähnlicher weise wie Karl Marx und Friedrich Engels: »Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.« (1. Abschnitt ›Bourgeois und Proletarier‹, ›Manifest der Kommunistischen Partei‹, S.42, Ausgabe: Nikol Verlag) Zwar stimme ich überein mit der Analyse, dass äussere Umstände unser Handeln und Fühlen lenken, doch sehe ich es eher wie Camus, der in dieser Geschichtsinterpretation die Gefahr erkannte, dass mit diesem Grundsatz jeglicher (Staats-)Terror (auf Marx bezogen) gerechtfertigt werden kann, um die bestehenden Verhältnisse umzustossen. Geschichte hat für mich ebenso wie die Evolution keinen ›Sinn‹ als solchen, kein ›Ziel‹, kein einzelner Faktor, auf den man ›Geschichte‹ reduzieren könnte. Bakunin geht im Folgenden auf den Zusammenhang der ›Bewusstlosigkeit der Massen‹ mit der Religion ein. »Solange wir uns nicht erklären können, wie die Idee einer übernatürlichen oder göttlichen Welt in der geschichtlichen Entwicklung des menschlichen Bewusstseins entstand und notwendigerweise entstehen musste, so lange mögen wir wohl wissenschaftlich von der Sinnlosigkeit dieser Idee überzeugt sein, wir werden sie aber in der Meinung der Mehrheit nie zerstören können.« (S. 14) Wir wären, so Bakunin, nie imstande, sie in denselben Tiefen des menschlichen Wesens zu zerstören, in denen sie entstanden seien, und, zu einem unfruchtbaren, aussiehst- und endlosen Kampf verurteilt, müssten wir uns immer begnügen, sie nur an der Oberfläche zu bekämpfen, in ihren zahllosen Äusserungen, deren kaum vom gesunden Menschenverstand erkannte Sinnlosigkeit sofort in neuer und nicht weniger sinnloser Form wieder entstehen würde. »Solange die Wurzel aller die Welt marternden Sinnlosigkeiten, der Glaube an Gott, unberührt bleibt, wird sie stets neue Früchte zeitigen. So beginnt in unseren Tagen, in gewissen Kreisen der höchsten Gesellschaft, der Spiritismus sich auf den Ruinen des Christentums festzusetzen.« (S.14) Bakunin war der Meinung, dass der Hauptgrund, wieso die Masse sich auf einen religiösen Glauben stützen müsste, nicht die Verirrung des Geistes sei, sondern »tiefe Unzufriedenheit«. (S. 15) Diese mystischen Neigungen seien der instinktive und leidenschaftliche Aufschrei des menschlichen Wesens gegen die Enge, die Flachheit, die Schmerzen und die Schande eines erbärmlichen Lebens. »Gegen diese Krankheit, sagte ich, gibt es nur ein einziges Mittel: die soziale Revolution.« (S. 15) Weiter geht Bakunin auf die Unmündigkeit ein und was der Staat seiner Meinung nach damit zu tun hat. Er meint, dass wir natürlich als einzelne Menschen nicht alles wissen könnten, und wenn er krank sei, würde er einen Arzt um Hilfe bitten, da dieser ein grösseres Wissen über den menschlichen Körper besitze als er, wenn er ein Haus bauen wolle, würde er verschiedene Handwerker fragen, wie das zu machen sei. So sieht Bakunin die einzige Lösung der Probleme der Menschheit, auf den Staat zu verzichten, denn »eine wissenschaftliche Körperschaft, welcher die Regierung der Gesellschaft anvertraut wäre, würde sich bald gar nicht mehr mit der Wissenschaft, sondern mit ganz anderen Dingen beschäftigen; sie würde, wie alle bestehenden Mächte, sich damit befassen, sich ewige Dauer zu verschaffen, indem sie die ihr anvertraute Gesellschaft immer dümmer und folglich ihrer Regierung und Leitung immer bedürftiger machen würde.« (S. 22) Dies würde keinesfalls nur für die wissenschaftliche Kaste gelten, für Bakunin gelte dies für alle konstituierenden und gesetzgebenden Versammlungen, selbst den aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgegangenen. »Letzteres mag zwar ihre Zusammensetzung erneuern, was aber nicht hindert, dass sich in wenigen Jahren eine Körperschaft von Politikern bildet, die tatsächlich, nicht rechtlich bevorrechtet sind und durch ihre ausschliessliche Beschäftigung mit den öffentlichen Angelegenheiten eines Landes eine Art politischer Aristokratie oder Oligarchie bilden.« (S 22) Ein Beispiel dafür seien, so Bakunin, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Schweiz. Das wahre Ärgernis sei der Sieg der gläubigen Dummheit über den Geist, für die Massen und für einige wenige der triumphierende Spott eines ermüdeten, verdorbenen, enttäuschten Geistes, den das ehrliche und ernste Suchen der Wahrheit anekelte, das Bedürfnis, sich zu betäuben und zu verdummen, wie es sich oft bei abgestumpften Geistern findet, meint Bakunin. Und »so glauben viele ausgezeichnete und aufgeklärte Geister in unseren Tagen an den tierischen Magnetismus, den Spiritismus, das Tischerücken, - aber warum so weit gehen? - sie glauben noch an das Christentum, an den Idealismus, an Gott.« (S. 57) Für Bakunin gab es nur zwei Mittel, aus dem menschgemachten Dilemma zu entkommen: »Das erste, das einzige wirkliche, aber auch das schwerste, weil es die Abschaffung des Staates mit sich bringt - das heisst die Abschaffung der politisch organisierten Ausbeutung der Mehrheit durch irgendeine Minderheit -, dieses Mittel wäre die direkte und vollständige Befriedigung aller Bedürfnisse, aller menschlichen Strebungen der Massen; dies käme der vollständigen Auflösung der politischen und wirtschaftlichen Existenzen der Bourgeois-Klasse gleich und wie ich soeben sagte, aus der Abschaffung des Staates.« (S. 63) Es könne, so Bakunin, keinen Staat ohne Religion geben. »Man nehme die freiesten Staaten der Erde, die Vereinigten Staaten von Amerika oder die Schweiz, und sehe, welch wichtige Rolle die göttliche Vorsehung, diese oberste Weihe aller Staaten, in allen offiziellen Reden spielt. Jedesmal aber, wenn ein Staatsoberhaupt von Gott spricht, (…) kann man sicher sein, dass er sich vorbereitet, seine Volksherde von neuem zu scheren.« (S. 64) Viele Dinge die Bakunin in diesem Essay behandelt sehe ich gleich oder ähnlich. Intellektuell ist es ein purer Genuss, dies zu lesen. Auch wenn es mich melancholisch stimmt, da ich auch fast 140 Jahre nach dieser Schrift keinerlei Anzeichen erkennen kann, dass wir so eine Gesellschaftsform erringen könnten.

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