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Greenwash, Inc.

Roman

(3)
Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt.
Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft – und totale Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle glauben wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flender erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte eines steilen Aufstiegs – und eines rasanten charakterlichen Zerfalls. Ein erbarmungsloses Debüt: hochintelligent, schamlos und zynisch.
Rezension
Ein sehr guter, aber sehr böser Roman. (...) Es ist erstaunlich, dass die Popliteratur, gerade als man schon dachte, es gebe sie nicht mehr oder sie sei überholt, mit diesem Werk plötzlich zurückkommt und eine neue Stufe der kritischen Relevanz erreicht."
Jan Wiele, FAZ

„Ein furioser, böser Roman über die Welt des Öko-Marketing . ‚Greenwash Inc.‘ ist eine glänzend geschriebene Satire in der Tradition von Bret Easton Ellis' ‚American Psycho‘ - nur ohne Gewalt!“
Joachim Scholl, DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

„Exzellent recherchiert und gut zu lesen.“
Julia Encke, FAS

„’Greenwash, Inc.’ läuft auf Hochtouren, nicht im Schonwaschgang.“
Jobst-Ulrich Brand, FOCUS

„Eine intelligente, freche Satire über die Kunst, professionell zu lügen.“
Günter Keil, PLAYBOY

"Mit seiner Schilderung der Werbe-Branche trifft Autor Karl Wolfgang Flender ins Tiefschwarze. Sein Roman ‚Greenwash, Inc.‘ gerät süffig und bleibt doch im Halse stecken."
Pascal Fischer, NDR Kultur

„In ‚Greenwash Inc.‘ rechnet Flender nicht nur mit fragwürdigen Methoden der PR-Branche ab, sondern kommentiert gleichzeitig neue Medienrealitäten. (...) Das Buch ist (...) eine große Freude.“
Barbara Köppel, fm4

„Böse, sehr, sehr böse. Dieser Eindruck drängt sich bereits nach wenigen Seiten unwiderstehlich auf. Aber auch, dass hier jemand zielgerichtet den Finger in eine schwärende Wunde legt und erbarmungslos darin herumbohrt (…) Lustvoll destruktiv nimmt Flender eine ganze Branche aufs Korn. Eine Demontage. Ein ungewöhnliches Debüt.“
Emmanuel von Stein, KÖLNER STADTANZEIGER

„Die Tradition eines gesellschafts-satirischen Erzählens lag viele Jahre brach. Schön, dass ihre Wiederentdeckung begonnen hat."
Christian Hippe, SR 2 KulturRadio

"Erschreckend realistisch (...) Eine nagelscherenscharfe Satire auf die Kreise der Reinwascher und Schönschreiber"
Cornelia Geissler, BERLINER ZEITUNG

„American Psycho trifft Bioladen Ihres Vertrauens. (...) Ein Buch, das einen sehr zum Denken anregt. (...) Eine wirklich lohnende Lektüre, auch wenn es weh tut.“
Anna Jeller, radio superfly Wien

„Karl Wolfgang Flender zerlegt akribisch das gute Gewissen. (...) ‚Greenwash Inc.‘ (...) erinnert an die Lobbysatire ‚Thank You for Smoking‘, ist aber kaltherziger, präziser. Gegen jede Moral.“
Erik Heier, tip Berlin

"Was wie eine zynische Satire beginnt, spitzt sich zu einem existentiellen Thriller zu (…) Ein extrem gut lesbarer, erschreckend realer und spannender Roman."
RADIO FRITZ

"Das Buch ist nicht nur literarisch verpackte Aufklärung, es ist einfach auch ein ziemlich spannender Roman."
EGO FM

"Ein bösartig-gutes Buch, das hinter die Kulissen gucken lässt."
SCHROT & KORN

"Ein erstaunliches Romandebüt, weil es bereits jetzt über eine hohe stilistische Reife verfügt und sich außerdem traut, einen skrupellosen Unsympathen als Helden zu etablieren."
BIELEFELDER

"Ein bitterböses Erstlingswerk."
Burkhart Hoeltzenbein, WESTFALENBLATT

"Ein Roman über die Schattenseiten der PR-Welt."
ENORM

"Packend und fesselnd." GLÜCKREVUE

„Sprachlich beißend, öffnet die Story den Blick in die Techniken der Manipulation gutmeinender Konsumenten.“
WASSER UND ABFALL

„Grundsolide und vor allem höchst unterhaltsam geschrieben. Und schon deshalb lesenswert, weil er viele aktuelle Fragen stellt. Etwa die nach dem erst jüngst in einer Studie als großer Ablasshandel entlarvten Zertifikatehandel. Die nach dem immer heikleren Verhältnis des „lecken Schiffs Qualitätsjournalismus“ zur PR. Und nicht zuletzt die nach der alltäglichen Schizophrenie unseres Konsumentendaseins.“
Oliver Pfohlmann, DER TAGESSPIEGEL

"Bissige, sauber recherchierte und stellenweise auch schwarzhumorige Analyse."
Markus Mertens, BADISCHE NEUSTE NACHRICHTEN

"Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit viel Humor, kreiert Flender aus der betrügerischen Praktik des Greenwashing einen unterhaltsamen Roman. Es geht um Lügen, die jeder von uns nur zu gern glaubt, die bösesten Seiten des Öko-Marketing, die Demontage einer Branche, die nur den Profit sieht. Außerordentlich lesenswert."
Ralf Gotthardt, STADBLATT OSNABRÜCK
Portrait
Karl Wolfgang Flender, 1986 in Bielefeld geboren, studierte Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste sowie Mitglied der Künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2014. Er arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der UdK Berlin und promoviert dort in Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 18.09.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9764-3
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 213/136/38 mm
Gewicht 564
Auflage 2. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein bitterböser, furios geschriebener Roman für alle die glauben mit Öko die Welt retten zu können. Ein Buch wie es nur in unserer heutigen Zeit entstanden sein kann. Ein bitterböser, furios geschriebener Roman für alle die glauben mit Öko die Welt retten zu können. Ein Buch wie es nur in unserer heutigen Zeit entstanden sein kann.

Pascal Endres, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Ein zynische Geschichte die sich aber wahrscheinlich in dieser Form täglich abspielt. Ein zynische Geschichte die sich aber wahrscheinlich in dieser Form täglich abspielt.

Anka Ziegler, Thalia-Buchhandlung Chemnitz-Center

Ein Haifischbecken ist gar nichts dagegen! Sehr böse, sehr zynisch. Danach werden Sie Werbung mit ganz anderen Augen sehen! Ein Haifischbecken ist gar nichts dagegen! Sehr böse, sehr zynisch. Danach werden Sie Werbung mit ganz anderen Augen sehen!

Dr. Andreas Schmidt, Thalia-Buchhandlung Gießen

Roman um eine Agentur, die Firmen ein falsches Öko-Image verschafft, mit skrupellosen Managern, die über Leichen gehen. Roman um eine Agentur, die Firmen ein falsches Öko-Image verschafft, mit skrupellosen Managern, die über Leichen gehen.

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Kundenbewertungen


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Übersicht
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Intelligent und zynisch
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 01.02.2016

Mars & Jung ist ein kreatives Unternehmen, welches sich auf ganz besondere Imagekampagnen spezialisiert hat. Firmen, die eigentlich ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit haben, weil sie zum Beispiel ihre Arbeiter ausbeuten oder die Umwelt verschmutzen, werden mit Hilfe von Thomas Hessel und seinen Kollegen zu astreinen Fair-Trade-Gesellschaften, die... Mars & Jung ist ein kreatives Unternehmen, welches sich auf ganz besondere Imagekampagnen spezialisiert hat. Firmen, die eigentlich ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit haben, weil sie zum Beispiel ihre Arbeiter ausbeuten oder die Umwelt verschmutzen, werden mit Hilfe von Thomas Hessel und seinen Kollegen zu astreinen Fair-Trade-Gesellschaften, die nur noch Bioprodukte produzieren. Das ist natürlich harte Arbeit, die Opfer hinterlässt und eine außerordentliche Skrupellosigkeit erfordert. Doch Hessel ist überzeugt von seiner Arbeit und hat gelernt, dass man für das Image einer Firma auch über Leichen gehen muss. Und schließlich zählt nur die Erfüllung des Auftrages. Doch was passiert, wenn man plötzlich nicht mehr zu den ganz großen Köpfen in der Firma gehört und gleichzeitig noch das Privatleben den Bach runtergeht? Kann das auch eine Imagekampagne ausbügeln? Nach der Lektüre des Klappentextes dachte ich mir zuerst, dass ich zwar schon an Wirtschaft interessiert bin, aber eine PR-Agentur vielleicht doch nicht in mein Interessengebiet fällt. Das Zitat von Jan Brandt Greenwash Inc. ist der Roman für alle, die glauben, mit Slowfood und Biokonsum die Welt verbessern zu können. weckte dann aber doch wieder meine Neugier. Und schon die erste Seite wirkte wie ein Anklage des Buches, warum ich nicht schon vorher mit dem Lesen begonnen hatte. Karl Wolfgang Flender erzählt mit einer Leichtigkeit aus dem Leben des PR-Managers Hessel, dass das Lesen eine wahre Freude ist. Dabei ist er detailliert, aber nicht langweilig. Er erzählt selbst die simpelsten Begebenheiten spannend und gleichzeitig verständlich. Dabei ist jeder Abschnitt gespickt mit einem Zynismus, den man lieben muss. Das führt zu einem Leserausch, der mich zu einem Lesetag veranlasste, der nur durch eine gelegentliche Nahrungsaufnahme und den notwendigen Toilettengang unterbrochen wurde. Ansonsten gehörte meine Zeit komplett den Hope Stories der Agentur Mars & Jung sowie den Problemen des Herrn Hessel. Dabei war ich immer wieder bestürzt von der Vorgehensweise und den Ideen der PR-Manager, fand aber alle Erklärungen immer so plausibel, dass ich ins Grübeln kam. Letztendlich waren die zunächst sehr obskuren Ideen gar nicht mehr so abwegig, sondern einfach nur durchdacht und zielführend. Und dann diese Wendungen! Da möchte man einfach nur ein lautes Bravo in Richtung des Autors rufen. Und ich würde dann natürlich auch wie ein Duracell-Häschen vor ihm stehen und immer wieder fragen, ob er schon an einem neuen Buch schreibt. Damit grenze ich mich übrigens stark von vielen Kritikern der großen Zeitungen ab, die wohl mehr erwartet haben und leider nicht so ein Genusserlebnis hatten wie ich. Für mich muss ein Roman eine runde Geschichte sein, die mich packt und auch ein bisschen zum Nachdenken anregt. Will man sich weiter mit einem Thema beschäftigen, muss man zu einem Sachbuch greifen oder sich vor Ort informieren. Das ist zumindest meine Meinung. Daher habe ich auch nicht erwartet, dass ich das Buch schließe und plötzlich jede Minuten an meine Rolle als Konsument denke. Das würde dann auch den Genuss etwas dämmen. Nein, Flender hat mir eine unterhaltsame Geschichte erzählt, die mich darüber grübeln lässt, wo Fiktion aufhört und Realität anfängt. Und natürlich muss ich dann auch darüber nachdenken, ob ich in dem ganzen Wirrwarr nicht auch eine Position einnehme. Fazit: Ein Leseerlebnis, dass sich in meinem Gedächtnis verankert hat. Daher kann ich das Buch nur empfehlen und hoffe, dass es unabhängig von den großen Kritiken noch viele Leser finden wird.

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Ein gelungenes Debüt - unterhaltsam und mit viel Stoff zum Nachdenken.
von Silke Schröder aus Hannover am 11.08.2015

Wie weit treibt einen der Zynismus, wenn das, was man eigentlich will, einfach nicht erreichbar ist? In seinem Debüt-Roman “Greenwash, Inc.” erzählt Karl Wolfgang Flenders die Geschichte des ambitionierten jungen Journalisten Thomas, den die Krise der Print-Medien voll erwischt: Die Werbeetats schrumpfen, kein Blatt gibt noch Geld für langwierigen,... Wie weit treibt einen der Zynismus, wenn das, was man eigentlich will, einfach nicht erreichbar ist? In seinem Debüt-Roman “Greenwash, Inc.” erzählt Karl Wolfgang Flenders die Geschichte des ambitionierten jungen Journalisten Thomas, den die Krise der Print-Medien voll erwischt: Die Werbeetats schrumpfen, kein Blatt gibt noch Geld für langwierigen, investigativen Journalismus aus, kein kritischer Artikel erscheint ohne Abstimmung mit den mächtigen Anzeigenkunden. Und die mögen es gar nicht, wenn am einträglichen Öko-Image gekratzt wird. Was also tun, wenn man doch selbst am besten weiß, wie Wahrheiten produziert werden? Flenders Held Thomas hat seine Konsequenzen gezogen und die Seiten gewechselt. Dem Autor gelingt mit “Green Wash inc.” ein bitterböses satirisches Bild über eine untergehende Medienbranche, die ihren Einfluss scheinbar völlig in den Dienst der Ökonomie gestellt hat. Und er zeigt auch, wie skrupellos mit eigentlich hehren Zielen wie Gesundheit, Umweltverträglichkeit und Fairness gegenüber den Produzenten in großen Teilen der Industrie noch immer umgegangen wird. Da bleibt so manches Ideal auf der Strecke. Ein gelungenes Debüt - unterhaltsam und mit viel Stoff zum Nachdenken.

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3,5 Sterne - Sehr aktuell, aber etwas anstrengend umgesetzt
von Vanessas Bücherecke am 09.10.2015

Inhalt aus dem Klappentext: Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer... Inhalt aus dem Klappentext: Sie haben ein Unternehmen mit problematischem Portfolio? Genmais? Produktion in asiatischen Sweatshops? Kein Problem: Mars & Jung kümmert sich darum. Die Agentur bietet eine ganzheitliche Betreuung, von viralen Imagekampagnen über die Beschaffung von Fairtrade-Zertifikaten bis zum Krisenmanagement vor Ort. Falls es irgendwo mal brennt. In einer Textilfabrik zum Beispiel. In der es keine Fluchtwege gibt. Thomas Hessel ist in dieser Greenwash-Welt zu Hause. Und er verfügt über die perfekten Eigenschaften, um hier Karriere zu machen: Kreativität, Empathie, Aufopferungsbereitschaft – und totale Skrupellosigkeit. Für PR-Storys reist er nach Brasilien, Indien oder Ghana und geht für den Erfolg seiner Projekte über Leichen. Er liefert dabei, was von ihm verlangt wird: die Lügen, die wir alle glauben wollen. Bis er selbst zum Opfer der eigenen Ambitionen wird. Karl Wolfgang Flender erzählt mit schmerzhafter Präzision die Geschichte eines steilen Aufstiegs – und eines rasanten charakterlichen Zerfalls. Ein erbarmungsloses Debüt: hochintelligent, schamlos und zynisch. Meinung: Bio, Fairtrade, Regional –Für den Konsumenten ist heutzutage ein grünes Gewissen wichtig, denn man möchte als Verbraucher ja auch was für die Umwelt tun. Geht mit so, geht auch anderen so. Wie raffiniert die Marktingbranche mit diesem grünen Gewissen umgeht, zeigt uns Karl Wolfgang Flender mit diesem Roman. Die Beruhigung des Verbrauchers für ein grünes und ökologisches Gewissen macht sich in „Greenwash Inc.“ die Firma Mars & Jung zu Nutze, bei der auch unsere Hauptfigur Thomas arbeitet. Thomas erstellt für die Firma Imagekampagnen, damit ihre Auftraggeber mit bestem Gewissen werben können, z. B. getreu dem Motto: Stoppt die Waldbrandrodung im Regenwald, nutzt lieber unseren Genmais, der auch auf ausgelaugten Böden reiche Erträge produziert. Ohne Medien und Journalisten kommt man aber nicht so ganz aus und das Risiko, dass die Kampagnen schief gehen, besteht auch immer. Thomas steht enorm unter Druck, der Konkurrenzkampf in seiner Firma ist immens und auch sein eigenes Gewissen lässt sich nicht gänzlich abschalten. Tablettensucht und Drogenkonsum sollen ihm dabei helfen, die Karriereleiter rauf zu steigen. Doch wie weit kann Thomas gehen, und wie weit gehen seine Kollegen? Das Buch hat mich von der Thematik direkt angesprochen. Hochaktuell und mit einem brisanten Thema zeigt es auf, wie Konzerne ihre Praktiken schön reden und ihre Argumente „untermauern“, so dass man als unbedarfter Konsument nicht mehr hinterfragt. Die Figur des Thomas Hessel ist dabei auf der einen Seite eine Figur, die man für seine Vorgehensweise uns Skrupellosigkeit hasst, man aber auch bemitleidet, wenn sich sein Gewissen meldet. Thomas polarisiert und genau das ist vom Autor so beabsichtigt. Ich selber mochte Thomas über viele Strecken des Buches nicht. Er ist schon sehr arrogant und anstrengend, trotzdem haben mich sein Verhalten und auch sein Leidensweg nicht gänzlich kalt gelassen. Oft musste ich über ihn den Kopf schütteln, denn manchmal wirkt er erschreckend naiv angesichts seiner sonstigen Abgebrühtheit. Was vom Ansatz her anspricht und gefällt, hapert stellenweise in der Umsetzung. Thomas Verhalten war mir manchmal zu kontrovers. Er ist unberechenbar und man weiß als Leser nicht, wie man diese Figur einzuschätzen hat und auf welcher Seite er steht. Auch sein Chef Jens Mars blieb mir bis zum Ende der Geschichte hin ein Buch mit sieben Siegeln. Die aufgezeigten Szenarien haben mich oft schockiert, besonders betroffen gemacht hat mich aber eher noch der hohe Tabletten- und Drogenkonsum der Agenturmitglieder. Ich kann nur hoffen, dass dies nicht gang und gebe ist in der Branche o.O Flenders Schreibstil ist grundsätzlich pointiert, manchmal war er mir aber etwas zu sprunghaft. In jedem neuen Kapitel habe ich immer etwas gebraucht, um mich in der Szene zurechtzufinden. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive und Thomas lässt uns teilhaben an seinen Gedanken und Empfindungen. Fazit: Dieser Roman hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken angeregt und die Thematik ist zu jeder Zeit aktuell. Leider ist die Umsetzung nicht immer ganz flüssig und war an vereinzelten Stellen etwas anstrengend. Trotzdem sollte man das Buch und den Autor im Auge behalten. Von mir gibt es 3,5 von 5 Punkten.

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Alles Lügen, oder grün!
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Dieses Debüt hat mich begeistert. Der Autor hat eine tolle coole Schreibweise und damit einen bitterbösen und zynischen Roman über unsere ach so freundliche, umweltbewusste Gesellschaft geschaffen. Der fiese Hauptprotagonist arbeitet für eine PR Firma , die auf Nachhaltigkeit für ihre Kunden spezialisiert ist, aber es ist alles... Dieses Debüt hat mich begeistert. Der Autor hat eine tolle coole Schreibweise und damit einen bitterbösen und zynischen Roman über unsere ach so freundliche, umweltbewusste Gesellschaft geschaffen. Der fiese Hauptprotagonist arbeitet für eine PR Firma , die auf Nachhaltigkeit für ihre Kunden spezialisiert ist, aber es ist alles nur eine große Lügenblase. Sehr komisch, sehr genau beobachtet. Der Antiheld fällt in die Grube, die er anderen gegraben hat, auch wenn seine Blase zerplatzt, andere Blasen steigen wieder auf.

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