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Hellwach

Roman

(2)
Der Roman von Hilary T. Smith ist wie ein guter Song:
LAUT, PROVOKATIV und BERÜHREND.
Fühlst du manchmal diese Lust, Sterne umarmen zu wollen?
Das Leben meiner Eltern ist so strahlend, als wäre es gar nicht echt. Es hat eine klinisch saubere Frische wie Schnittblumen, eingeschweißt in Zellophan. Mir wird schwindelig davon. Seit dem Tod meiner Schwester weiß ich, Leben ist Chaos. Es fühlt sich an, als würde mein Leben gerade in mehrere völlig verschiedene Realitäten aufsplittern, die eigentlich gar nicht nebeneinander bestehen können. Es gibt die eine Version, wo der Klavierwettbewerb das Wichtigste auf der ganzen Welt ist und ich ehrlich und gehorsam bin. Und dann gibt's die Version, in der die Erwartungen meiner Familie irgendwie völlig bizarr und unwichtig sind. Ich schlinge die Arme um die Knie, weine und lache und suche nach meinem iPod, damit ich die passende Musik dabeihabe. Ich bin hellwach, von innen beleuchtet, und begreife, dass das Universum mir heute Nacht einen Einblick schenken will - einen Einblick in etwas Großes. Und ich habe Angst, dass sich diese Tür zu etwas Wunderschönem vielleicht schließt und nie wieder öffnet, wenn ich die Chance jetzt nicht nutze.
Ich könnte in einer Schokoladenfabrik in den Rocky Mountains sein und kandierte Äpfel mit Mashmallows und Erdnussbutter essen. Oder in einem Sushirestaurant mit ein paar alten Männern Guitar Hero spielen. Vielleicht am Hafen ein paar Infos zu Schiffsreisen zu den Fiji-Inseln einholen. Oder einfach am Strand sitzen und mit einer Meeresschildkröte angeln. Aber ich bin hier. Jetzt. Und dies ist mein Leben. Und ich habe mich verliebt. Nur nicht in den Jungen, in den ich mich eigentlich verlieben wollte. Dieses aufgedrehte Gefühl ist zu einem summenden, knisternden elektrischen Feld geworden. Ich will die Straße hinuntertanzen.
Rezension
Grandios geschrieben! Tines Bücherregal youtube 20150720
Portrait
Hilary T. Smith ist genauso wild, leidenschaftlich und nachdenklich wie ihre Romane, in denen viel gelacht, geliebt und manchmal auch geweint wird. Ihr Debüt ›Hellwach‹ erhielt in den USA zahlreiche Preise und wurde in Deutschland vom Feuilleton gefeiert. Die Autorin reist viel und gern und hat schon an den unterschiedlichsten Orten auf der Welt gewohnt. Das Wichtigste, das sie dabei gelernt hat, ist, sich immer selbst treu zu bleiben. "Ich möchte nicht, dass Fremde etwas aus mir machen, was ich nicht bin." Derzeit lebt Hilary in Portland, Oregon.
Zitat
»Grandios geschrieben!«
Tines Bücherregal, youtube, 20.7.2015
»›Hellwach‹ hat mir sehr wache Lesestunden beschert, und ich erwachte am Ende aus einer Art Leserausch.«
Damaris liest, 26.6.2015
»›Hellwach‹ ist ein beeindruckender Roman mit einer sehr sympathischen Ich-Erzählerin, deren Schicksal dem Leser nahe geht.«
Ruth van Nahl, Alliteratus, 30.5.2015
»Ein ungewöhnliches und total schräges Jugendbuch, das sicher nicht jedem gefallen wird. Ich jedoch wurde köstlich unterhalten und war von der ersten bis zur letzten Seite HELLWACH.«
Mimo, Influenza-booksa, 6.5.2015
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 368
Altersempfehlung ab 14
Erscheinungsdatum 23.04.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8414-2157-9
Verlag Fischer Fjb
Maße (L/B/H) 205/123/30 mm
Gewicht 395
Originaltitel Wild Awake
Auflage 1
Buch (Paperback)
14,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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ein sehr gutes Jugendbuchdebüt, das jedoch auch provoziert
von Manja Teichner am 29.06.2015

Kurzbeschreibung Fühlst du manchmal diese Lust, Sterne umarmen zu wollen? Das Leben meiner Eltern ist so strahlend, als wäre es gar nicht echt. Es hat eine klinisch saubere Frische wie Schnittblumen, eingeschweißt in Zellophan. Mir wird schwindelig davon. Seit dem Tod meiner Schwester weiß ich, Leben ist Chaos. Es fühlt sich... Kurzbeschreibung Fühlst du manchmal diese Lust, Sterne umarmen zu wollen? Das Leben meiner Eltern ist so strahlend, als wäre es gar nicht echt. Es hat eine klinisch saubere Frische wie Schnittblumen, eingeschweißt in Zellophan. Mir wird schwindelig davon. Seit dem Tod meiner Schwester weiß ich, Leben ist Chaos. Es fühlt sich an, als würde mein Leben gerade in mehrere völlig verschiedene Realitäten aufsplittern, die eigentlich gar nicht nebeneinander bestehen können. Es gibt die eine Version, wo der Klavierwettbewerb das Wichtigste auf der ganzen Welt ist und ich ehrlich und gehorsam bin. Und dann gibt’s die Version, in der die Erwartungen meiner Familie irgendwie völlig bizarr und unwichtig sind. Ich schlinge die Arme um die Knie, weine und lache und suche nach meinem iPod, damit ich die passende Musik dabeihabe. Ich bin hellwach, von innen beleuchtet, und begreife, dass das Universum mir heute Nacht einen Einblick schenken will – einen Einblick in etwas Großes. Und ich habe Angst, dass sich diese Tür zu etwas Wunderschönem vielleicht schließt und nie wieder öffnet, wenn ich die Chance jetzt nicht nutze. Ich könnte in einer Schokoladenfabrik in den Rocky Mountains sein und kandierte Äpfel mit Mashmallows und Erdnussbutter essen. Oder in einem Sushirestaurant mit ein paar alten Männern Guitar Hero spielen. Vielleicht am Hafen ein paar Infos zu Schiffsreisen zu den Fiji-Inseln einholen. Oder einfach am Strand sitzen und mit einer Meeresschildkröte angeln. Aber ich bin hier. Jetzt. Und dies ist mein Leben. Und ich habe mich verliebt. Nur nicht in den Jungen, in den ich mich eigentlich verlieben wollte. Dieses aufgedrehte Gefühl ist zu einem summenden, knisternden elektrischen Feld geworden. Ich will die Straße hinuntertanzen. (Quelle: FISCHER FJB) Meine Meinung Kiki ist allein zu Hause. Ihre Eltern sind auf Kreuzfahrt, ihr Bruder macht bereits seit Wochen ein Praktikum. Die Ruhe nutzt Kiki um sich ausgiebig auf den Musikwettbewerb vorzubereiten, sie übt Klavier ohne Ende. Eines Tages klingelt plötzlich das Telefon und am anderen Ende ist ein Mann, der behauptet Sukey, Kikis Schwester, die vor 5 Jahren gestorben ist, gekannt zu haben. Er behauptet auch er habe nich Dinge von ihr verwahrt. Kiki ist vollkommen aus der Bahn geworfen und beginnt schließlich die Hintergründe von Sukeys Tod aufzuklären … Der Jugendroman „Hellwach“ stammt von der Autorin Hilary T. Smith. Es ist das Debüt der Autorin, von dem ich bereits durch das Cover und den interessant klingenden Klappentext sehr angesprochen wurde. Kiki ist ein Charakter, der zu Beginn wirklich richtig toll ist. Sie ist 17 Jahre alt und sehr ehrgeizig. Kiki liebt die Musik, ihr Klavier ist ihr ein und alles. Vor 5 Jahren hat sie ihre Schwester Sukey verloren, ihr Tod wird in ihrer Familie jedoch totgeschwiegen. Wirklich darüber hinweg ist Kiki noch lange nicht. Kiki ist zudem sehr verliebt in Lukas und hofft er könnte das Gleiche für sie empfinden. Im Verlauf der Handlung allerdings verändert sich Kiki, nicht unbedingt zur positiven Seite. Ich habe mehr und mehr den Zugang zu ihr verloren, sie wurde mir richtig gehend fremd. Die weiteren Charaktere, wie Kikis Eltern oder auch der Fremde am Telefon, oder Kikis Bandkollegen, sind der Autorin soweit gut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und das Buch lässt sich flüssig lesen. Sie schreibt zum Teil auch sehr eindringlich und hat mich gefangen genommen. Die Handlung selbst ist anders als ich es erwartet hatte. Ich war zum einen sehr berührt von Kikis Geschichte aber auf der anderen Seite auch richtig gehend schockiert. Es beginnt alles sehr ruhig, dann aber nimmt die Handlung Fahrt auf, besonders auch als Kiki beginnt sich zu verändern. Hilary T. Smith weiß zu provozieren. Sie bringt Themen wie Psychosen und vo allem den Drogenkonsum ins Geschehen ein, zeigt vor allen auch ihre Wirkung. Der Titel „Hellwach“ macht besonders in Hinsicht auf die Drogen viel Sinn. Es ist jedoch nicht immer leicht zu lesen, die Autorin zeigt Grenzen auf. Im Hinblick auf die Altersfreigabe des Verlags muss ich sagen, dass ich sie doch zu niedrig finde. Ich hätte sie höher angesetzt, etwa bei 16 Jahren. Das Ende fand ich etwas schwierig. Es ist alles sehr offen gehalten, der Leser wird quasi schon auch alleine gelassen. Man denkt automatisch darüber nach und so schnell lässt einen dieses Jugendbuch nicht los. Fazit Letztlich gesagt ist „Hellwach“ von Hilary T. Smith ein sehr gutes Jugendbuchdebüt, das jedoch auch provoziert. Eine Protagonistin, die zunächst sympathisch ist, sich dann aber zum Gegenteil wandelt, ein flüssig lesbarer bildhafter Stil und eine Handlung, die schwierige Themen beinhaltet, haben mich letztlich, von kleineren Schwächen abgesehen, berührt und zum Nachdenken angeregt. Durchaus lesenswert!

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Es war eine Berg und Talfahrt der Gefühle
von MacLean am 01.05.2015

Dieses Buch hat mich beschäftigt. Und ich habe einiges, was ich bemängel, aber auch viel positives. Erst einmal zum Buch selbst: Auch wenn es komisch erscheint: Cover & co. sind mir egal. Für mich zählt der Inhalt. Ein englisches Sprichwort sagt: ?Don't judge a book by its cover? oder auf deutsch... Dieses Buch hat mich beschäftigt. Und ich habe einiges, was ich bemängel, aber auch viel positives. Erst einmal zum Buch selbst: Auch wenn es komisch erscheint: Cover & co. sind mir egal. Für mich zählt der Inhalt. Ein englisches Sprichwort sagt: ?Don't judge a book by its cover? oder auf deutsch ?Man soll ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen.? Trotzdem ein Wort zur Aufmachung. Da ich schnell lese, merke ich oft nicht, welches Kapitel ich erreicht habe und plötzlich ist das Buch zu Ende. Hier ist es anders. Jeder Kapitelanfang ist genau wie das Cover verziert. Ich persönlich fand das sehr irritierend. Dann das Material an sich. Lieber Fischer Verlag! Bitte achtet darauf, dass die Blätter vernünftig in das Cover geklebt werden. Manche Seiten haben so wenig Kleber abbekommen, dass sie sich wahrscheinlich beim zweiten, spätestens beim dritten Mal lesen aus dem Buchrücken lösen werden! Nun zur Geschichte: Ich bin jemand, der nicht viel auf Leseproben gibt und diese, wenn überhaupt, erst am Ende liest. Der Klappentext ist da schon was anderes. Ich hatte ihn mir durchgelesen. Und mir etwas ganz anderes vorgestellt. Eher etwas, das mehr in Richtung ernsthafte Jugend-Komödie geht. Und kein Roman, der sich hinterher als Psycho-Drama entpuppt. POSITIV: Hilary T. Smith hat ein wundervolles Buch geschrieben. Die Geschichte an sich ist flüssig geschrieben. Man findet schnell hinein und kann auch sehr gut mitfühlen. Die einzelnen Protagonisten sind auch mit wenigen Worten hervorragend beschrieben und man hat das Gefühl, mitten drin zu stehen, was einfach nur wunderbar ist. Auch der ICH-Schreibstil war so klasse, dass man sich sofort in Kiri herein versetzten konnte. Auch als Erwachsener. Das ist eine Eigenschaft, die manche Autoren vermissen lassen. Zum Beispiel der beste Kumpel Lukas. Der leicht naive Sohn der Sozialarbeiterin, der auch mit 17 noch denkt, die ganze Welt sei sein Freund, aber bald lernen muss, das man mit betteln nicht alles erreichen kann, was man will. Oder Kiris Eltern, die ihre Kinder anlügen und nicht auf die Wahrheit eingehen. Sondern diese ignorieren. Ganz getreu dem Motto: ?Was ich nicht sehe, passiert nicht.? Oder die Klavierlehrerin mit Doktortitel, die ihren Spitzenklassen-Zöglingen beibringt, dass in der Musik Gefühl und Tiefgang nichts zu suchen haben, wenn man Perfektionist werden und in der gesamten Welt anerkannt werden will. Und ihren Schützling eiskalt fallen lässt, wenn er nicht in ihr Schema passt. Auch gab es Kapitel, bei denen ich innerlich (und wahrscheinlich auch äußerlich) den Kopf geschüttelt habe und dachte: Das Kind braucht dringend einen Urlaub in der Geschlossenen. Das Thema Drogen und Alkohol zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Stimmungsschwankungen und verrückte Aktionen ebenfalls. Zum Beispiel: Nach dem Bandwettbewerb ist Kiri total aufgedreht und mixt sich erst einmal einen Drink. Einen fast tödlichen Mix aus O-Saft, Brandy, Wodka und Dom Perrier, den sie sich gleich 2x auf EX hinter die Binde kippt und dann euphorisch auf der Suche nach ihrem Rad durch in die dunkle Garage tapst, um in High Heels und Kleidchen Nachts mit dem Rad durch die Stadt zu fahren und Bäume und Straßenschilder zu grüßen, weil sie das Gefühl hat, das Universum will ihr etwas größeres zeigen. NEGATIV: Nach dem ich Kapitel 35 beendet hatte, kamen mir Bedenken, diesen Roman als Jugendroman, geschweige denn als "Feel-Good-Roman" zu bezeichnen. Zum einen, weil die gravierenden psychischen Probleme der Protagonisten Kiri und Skunk gelinde gesagt, extrem sind und ich frage mich ernsthaft, ob sich Jugendliche, die ja die eigentliche Zielgruppe dieses Buches sein sollen, mit dem doch sehr heiklen Thema manische Depression überhaupt auseinander setzten KÖNNEN. So mancher Erwachsener hat ja schon Probleme damit, sich überhaupt etwas unter dieser Erkrankung vorzustellen. Zum anderen, weil mit dem Thema Drogen und Alkohol sehr lasch umgegangen wird. Ich als Mutter hätte mir ein paar persönliche Worte der Autorin gleich zu Anfang des Buches zum Thema Drogen und Alkohol gewünscht. Gerade im Bereich Jugendbuch haben Autoren meiner Meinung nach auch eine gewisse Verpflichtung und Verantwortung. Schließlich ist die Zielgruppe in einem Alter, das noch leicht zu beeindrucken und beeinflussen ist. Auf alles haben wir Warnungen, sei es auf Zigarettenpackungen, Alkoholflaschen, DVD's, Games, was auch immer. Selbst in manchen Büchern stehen Sätze wie: ?In diesem Buch sind explizite Sex-Szenen dargestellt und somit nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet.? Oder ?Gehen Sie Verantwortungsbewusst mit Sex um und sorgen Sie für Schutz!? Da wären ein paar einfühlsame Worte der Autorin zum Thema Drogen und Alkohol nicht schlecht gewesen. Mein Fazit: Es war eine Berg und Talfahrt der Gefühle. Auf dem Cover steht: Ein Roman wie ein guter Song: Laut, provokativ und berührend. Wenn das so sein sollte, ist es nicht meine Musik. Laut? Nein! Ich fand diesen Roman nicht laut, sondern teilweise schwer verdaulich und hat mich nachdenklich gestimmt. Provokativ? Ja und Nein. Ja, weil er sich mit mehreren Themen befasst, die meist aus Scham unter den Tisch fallen: Verdrängung, Psychosen, Fehlentscheidungen zum Schutz eines Kindes, Gefühlskälte, Desinteresse, Überforderung. Nein, weil es Themen sind, die leider immer wieder vorkommen und nur auffallen, wenn mal wirklich darüber gesprochen wird. Berührend? Definitiv! Alles in allem ist es ein berührendes, berauschendes und explodierendes Sinneswerk, das wirklich lesenswert ist. Als Eltern sollte man sich aber durchaus bewusst sein, dass mein Kind vielleicht nicht alles versteht, auch wenn es schon 16 oder 17 Jahre alt ist und Fragen hat. Macht nicht den Fehler wie Kiris Eltern und kehrt alles unter den Teppich. Wenn eure Kinder mit euch sprechen wollen, tut es! Und seid auch bereit, Aufklärung zu leisten! Und Jugendlichen kann ich an dieser Stelle nur mit auf den Weg geben: Man kann Drogen und Alkohol nicht verbieten. Von irgendwo bekommt man das Zeug weg, wenn man will. ABER: Überlegt euch gut und zwei- bis dreitausend mal vorher, ob überhaupt und was ihr schluckt und raucht. Und vor allem wie viel und mit wem. Man hat immer die Möglichkeit NEIN zu sagen, man muss nur den Mut dazu haben.

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