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Herr Müller, die verrückte Katze und Gott

Roman

(2)
Eine göttliche Komödie.
Die schillernd-bunte Einladung von Erfolgsautor Ewald Arenz zum literarischen Himmel-und-Hölle-Spiel voller Irrwitz: Jehudi, Erzengel mit einer Vorliebe für Gin Tonic und verantwortlich für die Verwaltung der Seelen im Vorhimmel, stellt bei seinem Kontrollgang im unsichtbaren vierzehnten Stockwerk des Spiegel-Hochhauses bestürzt fest, dass eine fehlt. Kurt Müllers Seele ist bei seinem ebenso plötzlichen wie tödlichen Fenstersturz in Nürnberg verloren gegangen, und ihr spurloses Verschwinden droht vor der Zeit den Beginn der Apokalypse auszulösen. In der Not bittet Jehudi seinen Bruder Abaddon um Hilfe – einen gefallenen Engel und Dämonenfürsten, der gerade sein Katapult für flugwillige Pinguine testet. Kurt Müller aber hat sich derweil in Frankreich als Katze reinkarniert und keine Ahnung davon, dass nicht nur die Himmelsmächte nach ihm suchen, sondern zudem
die Unterwelt den Höllenhund auf ihn angesetzt hat, um seine Seele und damit die Schöpfung für immer zu zerstören. Wird es Kurts Tochter Helena gelingen, zusammen mit Jehudi und Abaddon die Seele ihres Vaters zu finden und den Jüngsten Tag
abzuwenden? Doch da ist auch noch Erzengel Uriel mit ganz anderen Rettungsplänen für das Universum. Und wo ist überhaupt Gott?
Eine erfrischend humorvolle, bisweilen heiter-sarkastische
Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn des Lebens, Religion, Glauben und Fanatismus, mit der Idee von Reinkarnation, Engeln und Gottesbildern.
Portrait
Ewald Arenz, geboren 1965 in Nürnberg, wurde für sein literarisches Werk unter anderem mit dem Bayerischen
Staatsförderpreis ausgezeichnet. Im ars vivendi verlag erschienen bisher seine erfolgreichen Romane Der Teezauberer
(2002), Die Erfindung des Gustav Lichtenberg (2004), Der Duft von Schokolade (2007), Ehrlich & Söhne (2009), der historische
Kriminalroman Das Diamantenmädchen (2011), Don Fernando erbt Amerika (Neuausgabe 2012), Ein Lied über der Stadt (2013) sowie mehrere Bände mit humorvollen Kurzgeschichten.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 319
Erscheinungsdatum 02.06.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86913-621-9
Verlag Ars vivendi
Maße (L/B/H) 218/146/34 mm
Gewicht 549
Verkaufsrang 37.816
Buch (gebundene Ausgabe)
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Die Fantasy-Krimi-Roman-Komödie mit der Katze
von Sandra aus Bergisch Gladbach am 23.07.2016

Herr Müller - Vater, Ehemann und nicht sehr erfolgreicher Schauspieler - stirbt, indem er aus Versehen aus dem Fenster seines Nürnberger Hochhauses stürzt. Normalerweise werden im Himmel, in der nicht sichtbaren 14. Etage des SPIEGEL Hochhauses in Hamburg (Hier "Hamburg hoch 1" genannt), alle gestorbenen und (wieder-)geborenen Seelen, in einem... Herr Müller - Vater, Ehemann und nicht sehr erfolgreicher Schauspieler - stirbt, indem er aus Versehen aus dem Fenster seines Nürnberger Hochhauses stürzt. Normalerweise werden im Himmel, in der nicht sichtbaren 14. Etage des SPIEGEL Hochhauses in Hamburg (Hier "Hamburg hoch 1" genannt), alle gestorbenen und (wieder-)geborenen Seelen, in einem Computer von Engel John verwaltet. Nicht jedoch Kurt Müllers Seele. Kurt Müllers Seele reinkarniert, ohne, dass es jemand registriert. Sie fehlt im System und scheint verloren. Eine verlorene Seele bedeutet, dass sowohl Himmel, als auch Hölle nach ihr suchen werden, und die Apokalypse, der jüngste Tag, tritt ein. Und genau dieser Ablauf wird in dem Buch beschrieben. Zu Beginn dreht sich alles um das Problem. Kurt Müller ist gestorben, seine Seele ist weg, was nun? Diese Frage steht im Vordergrund. Alles wird genau erklärt und es wird lange nach einer Lösung für das Problem und einer Antwort auf die Frage "Wo ist Kurt Müller?" gesucht. Danach geht es ins Eingemachte: Die Suche findet statt; auch von der höllischen Seite aus. Kurt Müller reinkarniert und sein neues Leben als Katze wird dargestellt. Neue Personen kommen ins Spiel und die Suche wird immer verzwickter, je länger sie wird. Die Parteien geraten aneinander, weil sie beide Kurt Müllers Seele wollen und brauchen. Bis es letztendlich zu der Apokalypse kommt, dem jüngsten Tag, in dem Himmel und Hölle sich bekriegen, bis einer gewinnt und Kurt Müllers Seele in Sicherheit ist. Das Buch ist in 7 Leseabschnitte unterteilt, die die oben genannten lateinischen Namen tragen. Jeder Leseabschnitt behandelt ein Überthema; in Leseabschnitt "Liber scriptus proferetur" geht es um den Anfang des Schlammassels, in Leseabschnitt "Mihi quoque spem dedisti" um die endgültige Lösung des Schlammassels, die Leseabschnitte dazwischen behandeln die Überthemen, wie die Suche, den Anfang der Apokalypse, und so weiter. Kapitel gibt es in dem Sinne keine. Die Kapitel sind, wie ich euch bereits in der Zwischenauswertung berichtet habe, in Orte und dementsprechende Szenen unterteilt. So liest man gerade das, was in Nürnberg passiert und im nächsten Kapitel "Hamburg" liest man das, was in Hamburg passiert. Es findet also ein ständiger, aber übersichtlicher und logischer Szenenwechsel statt. In den jeweiligen Orten spielen bestimmte Personen die Hauptrolle; zum Beispiel Uriel in Hamburg hoch 1 und Helena in Nürnberg. Alles ist in der Vergangenheit geschrieben, aus der Erzähler-Perspektive. Die Geschichte in Orte zu unterteilen ist eine interessante und abwechslungsreiche Weise zu lesen. Jedes Kapitel bedeutet etwas neues und es ist selten vorhersehrbar, was wo passiert. Der Inhalt ist abgehoben, aber nicht vollkommen unrealistisch. Es gibt einige Parallelen zum Hier und Jetzt, zu aktuellen Themen (z.B. Krieg in Afghanistan), die mit dem überirdischen (Himmel, Hölle, Engel, ...) verbunden werden. Eins geht in das andere über und so entsteht der Eindruck, dass es mit viel Fantasie vielleicht wirklich so sein könnte. Ein anderes Bild wird von Himmel und Hölle vermittelt. Es wird nicht als das ewige Paradies angepriesen, sondern eher als ein großes Büro, in dem die Verstorbenen arbeiten, leben und gehen (reinkarnieren), wenn sie nicht dort sein wollen. Alles ist sehr neutral gehalten und gibt viel Raum zum interpretieren, zum Beispiel wenn Gott erscheint und jeder Anwesende ihn anders wahrnimmt (als Frau, als Mann mit Bart, als Baby, ...). Wer Lust auf eine abwechslungsreiche, irgendwie absurde, aber gleichzeitig nicht abwegige, witzige Geschichte, mit Satire und ein paar ernsthaften und lehrreichen Stellen hat, für den ist das Buch genau das Richtige. Der Spannungsbogen steigt, wenn er steigen soll - nicht zu früh, nicht zu spät - und hält sich aufrecht, bis zum Schluss. Ein paar Zeilen muss man doppelt lesen, um sie zu verstehen, und allgemein muss man sich für das Buch etwas konzentrieren, um alles nachzuvollziehen. An die Schreibweise und die ungewohnten Szenenwechsel gewöhnt man sich schnell. Fantasie ist hier das A und O. Die Personen sind alle sehr individuell, unterschiedlich und bieten nur teilweise Identifikationsmöglichkeit. Da sie aus der Erzähler-Perspektive beschrieben werden und es hauptsächlich um das Geschehen geht, statt um die Charaktere, kann man sich in einzelnen Szenen wiederfinden (weil man zum Beispiel genauso gehandelt hätte), in den Personen im Ganzen allerdings weniger. Dennoch entwickelt man zu den Individuen eine Bindung und eine Beziehung; man bekommt Lieblingscharaktere und Charaktere, die man am liebsten durch das Buch treten würde. Das Ende ist ein befriedigender, runder Abschluss. Ich war nicht traurig, als es vorbei war, habe mir das Ende aber auch nicht herbeigesehnt. Ich habe mir oft vorgestellt, wie das Buch als Film aussehen würde, bin allerdings noch zu keinem Ergebnis gekommen. Wer eine gute Idee hat: Eine Verfilmung würde sich sicher lohnen. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und musste noch oft daran denken. Meine Einstellung und Gedanken zu Himmel, Hölle und Reinkarnation habe ich überdacht. Außerdem habe ich einiges dazugelernt, unter anderem Wissenswertes über Katzen und ich musste religiöses Wissen nachschlagen. Definitiv eine Kaufempfehlung, sowohl für Jugendliche, als auch für Erwachsene "bis 99", die Fantasie haben und sich auf Satire einlassen können.

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Ein toller Roman zur Apokalypse der Gegenwart.
von Wedma am 30.06.2016

Klappentext: „Eine göttliche Komödie Die schillernd-bunte Einladung von Erfolgsautor Ewald Arenz zum literarischen Himmel-und-Hölle-Spiel voller Irrwitz: Jehudi, Erzengel mit einer Vorliebe für Gin Tonic und verantwortlich für die Verwaltung der Seelen im Vorhimmel, stellt bei seinem Kontrollgang im unsichtbaren vierzehnten Stockwerk des Spiegel-Hochhauses bestürzt fest, dass eine fehlt. Kurt Müllers... Klappentext: „Eine göttliche Komödie Die schillernd-bunte Einladung von Erfolgsautor Ewald Arenz zum literarischen Himmel-und-Hölle-Spiel voller Irrwitz: Jehudi, Erzengel mit einer Vorliebe für Gin Tonic und verantwortlich für die Verwaltung der Seelen im Vorhimmel, stellt bei seinem Kontrollgang im unsichtbaren vierzehnten Stockwerk des Spiegel-Hochhauses bestürzt fest, dass eine fehlt. Kurt Müllers Seele ist bei seinem ebenso plötzlichen wie tödlichen Fenstersturz in Nürnberg verloren gegangen, und ihr spurloses Verschwinden droht vor der Zeit den Beginn der Apokalypse auszulösen. In der Not bittet Jehudi seinen Bruder Abaddon um Hilfe - einen gefallenen Engel und Dämonenfürsten, der gerade sein Katapult für flugwillige Pinguine testet. Kurt Müller aber hat sich derweil in Frankreich als Katze reinkarniert und keine Ahnung davon, dass nicht nur die Himmelsmächte nach ihm suchen, sondern zudem die Unterwelt den Höllenhund auf ihn angesetzt hat, um seine Seele und damit die Schöpfung für immer zu zerstören. Wird es Kurts Tochter Helena gelingen, zusammen mit Jehudi und Abaddon die Seele ihres Vaters zu finden und den Jüngsten Tag abzuwenden? Doch da ist auch noch Erzengel Uriel mit ganz anderen Rettungsplänen für das Universum. Und wo ist überhaupt Gott? Eine erfrischend humorvolle, bisweilen heiter-sarkastische Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn des Lebens, Religion, Glauben und Fanatismus, mit der Idee von Reinkarnation, Engeln und Gottesbildern.“ Meine Meinung: Der Klappentext spiegelt die Ausganssituation sehr treffend. Besonders den letzten Satz kann ich ohne wenn und aber unterschreiben. Wenn Erzengel als ein cooler Typ mit Gin Tonic in der Hand dasteht und über die Lösung der Situation mit der verlorenen Seele philosophiert, sein Bruder, der dunkle Dämonenfürst, nicht weniger cool seinen Espresso in einer Bar sich schmecken lässt, nachdem er mit dem Katapult für Pinguine fertig ist, und schaut, wie er sonst an die arme Seele rankommen kann, leuchtet es ein, dass es keine gewöhnliche Geschichte ist. Spätestens als die Anzeichen des Weltuntergans geschildert werden, ist klar: Hier wird die Apokalypse neu erzählt, an die heutige Welt mit ihren Realien angepasst. Besonders interessant sind dabei die Besetzung und die Einflusszone der apokalyptischen Reiter im letzten Drittel des Romans. Skurrile Figuren tun zuweilen auch skurrile Dinge, was nicht nur streckenweise für Erheiterung beim Lesen sorgt und immer weiter lesen lässt, sondern auch der modernen Gesellschaft mit ihren akuten Problemen ein Spiegel vors Gesicht hält. Das Ganze humorvoll bis sarkastisch dargeboten, so leichtfüßig und locker, dass es keine Zweifel gibt: Wir haben mit einem Werk der Meisterklasse zu tun. Das Spannende ist, man kann gar nicht erraten, was als nächstes kommt, da man sich in einer phantastischen Realität befindet, das Verhalten vieler Akteure ein völliger Rätsel ist und ob das mir der Seele noch klappt und der Weltuntergang doch noch ausbleibt, ist bis zum Schluss ungewiss. Man hat keine andere Wahl, man muss einfach weiterlesen. Ich muss auch anmerken, dass es mir irgendwo im letzen Viertel schlicht zu viel an Klamauk, sakrastischer Gesellschaftskritik, etc. wurde. Aber bis dahin las es sich wunderbar, das Buch wollte einfach nicht aus der Hand gelegt werden. Mag sein, dass man, um in den vollen Genuss der Geschichte zu kommen, ein Quäntchen an Offenheit und Aufgeschlossenheit, z.B. gegenüber den mutigen Interpretationen der Bibel und Glaubensfragen, mitbringen sollte. Mag sein, dass der Roman für jemanden mit einem festen, naturwissenschaftlich geprägten Weltbild, das strickt auf Ursache-Wirkung basiert, einfach zu viel an Einfallsreichtum und Gedanken-/Interpretationsfreiheit ist. Ich fand es aber herrlich, (endlich) eine Geschichte zu lesen, die durch ihre humorvolle, eigenartige Interpretation und leichtfüßig meisterhafte Präsentation deutlich aus der Reihe tanzt. Sie unterhält nicht nur, sie zeigt auf eine zugängliche Art, wohin man schauen und worüber man nachdenken sollte. Fazit: Ein toller Roman zur Apokalypse der Gegenwart. Prima Idee, großartige Umsetzung. Absolut lesenswert. Fünf von fünf möglichen Sternen.

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