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Himbeeren mit Sahne im Ritz

Erzählungen. Nachwort v. Felicitas von Lovenberg

(2)
Ein Sensationsfund nun in deutscher Erstübersetzung
Kaum jemand verkörpert den Zeitgeist der Roaring Twenties so wie Zelda Fitzgerald. Sie war der Prototyp des «Flappers»: frech, abenteuerlustig, extravagant. Das Lebensgefühl dieser Ära hat sie in bezaubernden Erzählungen eingefangen, die nun erstmals auf Deutsch zu entdecken sind.
Im Mittelpunkt stehen bei Zelda Fitzgerald stets Frauen: eigensinnige und eigenständige Heldinnen, sich auf einem Ozeandampfer ebenso zu Hause fühlen wie im Ritz oder auf den Champs-Élysées. Die nach der Theaterprobe lieber noch um die Häuser ziehen, als zu Mann und Kind zu eilen. Die es nach Hollywood schaffen und ihre Filmkarriere für die Liebe ihres Lebens wieder aufgeben. Oder die in einem Provinznest in den Südstaaten von der weiten Welt und ihrem großen Auftritt träumen.
Zelda Fitzgerald wirft uns mitten hinein in das glamouröse, schillernde, unstete Bühnenuniversum der Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Sängerinnen. Die Lichter des Broadway, Schrankkoffer voller Tüllkleider, Orchideen in onduliertem Haar: In opulenten Details erweckt sie das Jazz Age zum Leben. Ihre hinreißend sinnlichen, atmosphärisch dichten Erzählungen handeln von der hohen Kunst, sich selbst zu inszenieren – und von dem Preis, den man dafür zahlt.
Rezension
"Man ist erstaunt über ein ganz eigenes grosses Talent dieser Autorin. ... Dank den besonderen Qualitäten ihrer Texte sollte sie wenigstens postum endlich Fuss fassen dürfen." Neue Zürcher Zeitung, Renate Wiggershaus
Portrait
Zelda Sayre Fitzgerald (1900–1948) wurde in Montgomery, Alabama geboren und heiratete mit 19 Jahren F. Scott Fitzgerald. Ab 1922 veröffentlichte sie zahlreiche Zeitschriftenartikel, Erzählungen (meist unter Scotts Namen) und einen Roman, «Save Me the Waltz». Vor allem aber war sie eine Stilikone der 1920er-Jahre. Sie starb bei einem Brand in einer Nervenklinik.

Felicitas von Lovenberg, 1974 in Münster/Westfalen geboren, studierte Neuere Geschichte in Bristol und am St. Antony´s College in Oxford und ist seit 1998 Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2003 wurde sie mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet. 2005 erschien ihr Buch „Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie?“ Im SWR-Fernsehen moderiert sie regelmäßig die Sendung „Literatur im Foyer“

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7175-2400-7
Verlag Manesse Verlag
Maße (L/B/H) 207/134/25 mm
Gewicht 345
Verkaufsrang 34.258
Buch (gebundene Ausgabe)
24,95
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Ein Genuss!
von einer Kundin/einem Kunden aus Donauwörth am 16.01.2017

Man soll ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen, in diesem Fall will ich trotzdem damit beginnen: Die Bildauswahl, Farbgebung und Schriftgestaltung von Cornelia Niere verdienen sicher noch einen Zusatzstern, denn sie passen perfekt zu den Texten von Zelda Fitzgerald, die in diesem schmalen, mit Lesebändchen ausgestatteten Band gesammelt... Man soll ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen, in diesem Fall will ich trotzdem damit beginnen: Die Bildauswahl, Farbgebung und Schriftgestaltung von Cornelia Niere verdienen sicher noch einen Zusatzstern, denn sie passen perfekt zu den Texten von Zelda Fitzgerald, die in diesem schmalen, mit Lesebändchen ausgestatteten Band gesammelt sind. Die Geschichten entführen uns in die Zeit der „Roaring Twenties“ und stellen uns elf Frauen vor, die nach dem Glück streben, dabei aber größtenteils auf der Strecke bleiben. Obwohl im wörtlichen und übertragenen Sinn von der großen weiten Welt geträumt wird und uns die Handlungen von Amerika nach Paris führen, nach New York oder in die Provinz, sind es doch allesamt kleine, fein gezeichnete Kabinettstücke mit Kammerspiel-Charme, die bestens unterhalten. Ambitionierte Hoffnung und Wehmut, Champagnerprickeln und heimlich vergossene Tränen halten sich die Waage, und die mal quirlige, mal träge Stimmungslage der Protagonistinnen springt regelrecht von den Seiten. Angesichts einiger meiner Meinung nach nah am Kitsch vorbeischrammender Stimmungsbilder wie dem Einstieg in „Mädchen mit Talent“ und „Das Mädchen und der Millionär“ hätte man der Autorin damals einen mutigen Lektor gewünscht, der eventuell auch die ein oder andere zu krasse Kehrtwende in der Charakterisierung einer Figur poliert hätte – aber sicher macht auch das den ganz eigenen Charme von Fitzgeralds Prosa aus. Obwohl es schwierig ist, die Leistung eines Übersetzers zu würdigen, wenn man nicht den direkten Vergleich zum Original hat, muss erwähnt werden, dass Eva Bonnés Übersetzung einen glänzenden Eindruck macht; ich finde es außerdem angenehm, dass sie dem Werk einige Anmerkungen hintenangestellt hat, um Dinge zu erklären, die beim ersten Erscheinen der Texte sicher allgemeint bekannt waren, es heute aber nur noch bedingt sind. Was mich nahtlos zum Nachwort von Felicitas von Lovenberg führt, das ich mir durchaus ausführlicher gewünscht hätte, weil es ein Vergnügen ist, ihren Ausführungen zu folgen. Daher: Ein schönes Lesererlebnis für alle, die sich auch für die Werke von – ich schlage einen weiteren Bogen – Salinger und Capote begeistern.

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Himbeeren mit Sahne im Ritz
von miss.mesmerized am 06.10.2016

Die Roaring Twenties in den USA gleichermaßen wie in Frankreich. Zelda Fitzgerald hat das bewegende und bewegte Jahrzehnt in ihren Kurzgeschichten festgehalten. Jedoch gibt es eine Besonderheit: die Autorin schreibt über Frauen. Junge Frauen, denen die Männer nichts zutrauen und die sich über sie erheben, Frauen, die ihren Weg... Die Roaring Twenties in den USA gleichermaßen wie in Frankreich. Zelda Fitzgerald hat das bewegende und bewegte Jahrzehnt in ihren Kurzgeschichten festgehalten. Jedoch gibt es eine Besonderheit: die Autorin schreibt über Frauen. Junge Frauen, denen die Männer nichts zutrauen und die sich über sie erheben, Frauen, die ihren Weg gehen und ihrem eigenen Kopf folgen, statt die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen. Sie gehen tanzen, schauspielern, verwirklichen sich beruflich, träumen von Männern und geben alles für sie auf. Auf den großen Bühnen der Welt ebenso zu Hause wie in der amerikanischen Provinz. Frauen, die bereit sind, alles zu geben, für ein Leben nach ihrem Maß. Elf Mal legen sie Zeugnis ab, was Frauen schon vor 100 Jahren für ein selbstbestimmtes Dasein gewagt haben. Zelda Fitzgerald – oft nur als Frau des bekannten F. Scott Fitzgerald wahrgenommen – zeigt, dass das Autorenpaar auf Augenhöhe die Kunst des Schreibens beherrschte. So komplex F. Scott seine Charaktere wie den unvergessenen Great Gatsby zeichnete, so vielfältig und unterschiedlich gelingt es auch Zelda in den Kurzgeschichten das Spektrum an selbstbewussten Frauen darzubieten. Sie sind mutig, anpackend, selbstbewusst, unbeirrbar, zielstrebig und zugleich begehrenswert, attraktiv, talentiert und werden bewundert. Flapper Girls, die sich auch in Paris finden ließen, die den Männern in nichts nachstanden und das Leben in vollen Zügen zu genießen wussten. Die Geschichten sind allesamt ein Spiegelbild der 20er Jahre und lassen den Weg verfolgen, den auch Zelda und ihr Ehemann gingen. Die Handlungsorte sind im Wesentlichen in den USA und Frankreich zu finden, wo das Paar zu Hause war. Vieles, was wir über die Frauen in den Geschichten lesen, stammt wohl auch aus Zeldas unmittelbarem Umfeld bzw. direkt aus ihrem eigenen Leben. So hat sie, ebenso wie ihr Gatte, ihre eigenen Erfahrungen als Vorlage für das literarische Werk genutzt und kann als Dokument der 1920er Jahre gelesen werden. Sprachlich bisweilen raffiniert formuliert, mal starke Gegensätze aufbietend, mal verdächtiges Understatement, das durch die Handlung mehr als widerlegt wird. Es macht nicht nur Spaß, den Frauen zuzusehen, sondern auch zu lesen, wie Zelda Fitzgerald sie verbal in Szene setzt. Unbedingt erwähnt werden muss das wunderschöne Cover des Buches. Im Allgemeinen für mich eine unbedeutende Nebensache, hat Manesse es hier aber geschafft, ein hochattraktives Titelbild zu schaffen, das unheimlich gut die Zeit einfängt und Freude beim Betrachten macht. Das Nachwort von Felicitas von Lovenberg sollte ebenfalls nicht vergessen werden, bringt sie die Geschichten nochmals auf einen Nenner und ordnet sie prägnant und informativ in ihren Kontext ein.

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