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Hirten & Wölfe

Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen

(2)

Das Interesse an den Reichen und Mächtigen dieser Welt wächst, je mehr Globalisierung und Privatisierung Hand in Hand gehen. Dennoch sind die Oberschichten - längst die wichtigsten Geldgeber und 'Kunden' - von den Sozialwissenschaften immer noch weitgehend unerforscht. Andererseits gibt es in den USA seit dem 19. Jahrhundert eine Tradition der kritischen Beobachtung der Machenschaften 'derer da oben'. Im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Bush-Administration und den Diskussionen um ein amerikanisches Imperium nimmt diese Form der Herrschaftsstrukturforschung einen neuen Aufschwung und regt WissenschaftlerInnen und JournalistInnen in vielen Ländern zu eigenen Recherchen an. Fast schon ist es eine intellektuelle Graswurzelbewegung. Das Buch breitet Ergebnisse dieser Forschungen des Power Structure Research aus. Es ist zugleich Werkstattbericht, Ressource und Aufforderung, sich selbst an dieser Bewegung zu beteiligen.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 313
Erscheinungsdatum April 2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-89691-602-0
Verlag Westfaelisches Dampfboot
Maße (L/B/H) 211/149/25 mm
Gewicht 431
Abbildungen mit Abbildungen
Auflage 7. Nachdruck der stark erweiterten 4. Auflage.
Verkaufsrang 72.175
Buch (Taschenbuch)
29,90
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Gut - aber man muss aufpassen, dass man sich nicht zu fest auf einzelne Menschen konzentriert. Es sind und bleiben Systemfehler!
von einer Kundin/einem Kunden am 20.01.2016

Karl Marx hatte im Grunde genommen nichts gegen Kapitalisten, da sie, seiner Meinung, nur den Gesetzen des Kapitalismus folgend ausbeuterisch und skrupellos werden - sie waren, wie alle anderen ›Klassen‹ auch, ihrer Sozialisierung und anderen äusseren Einflüssen unterworfen, deshalb müsse man gegen Kapitalismus sein, nicht gegen die Kapitalisten. Wenn... Karl Marx hatte im Grunde genommen nichts gegen Kapitalisten, da sie, seiner Meinung, nur den Gesetzen des Kapitalismus folgend ausbeuterisch und skrupellos werden - sie waren, wie alle anderen ›Klassen‹ auch, ihrer Sozialisierung und anderen äusseren Einflüssen unterworfen, deshalb müsse man gegen Kapitalismus sein, nicht gegen die Kapitalisten. Wenn man den Kapitalismus überwinde, überwinde man auch die Kapitalisten. In einem Brief an seinen Freund Kugelmann schrieb Marx, »dass der einzelne Fabrikant (…) nicht viel in der Sache tun kann, (…) (denn) im grossen und ganzen hängt dies (…) nicht vom guten oder bösen Willen des einzelnen Kapitalisten ab.« Marx Kritik richtet sich nur gegen die Kapitalisten, wenn sie ihre ökonomische Macht dahingehend missbrauchen, um politische Macht zu gewinnen, und diese wiederum dazu benutzen, den sozialen Status quo aufrechtzuerhalten. Dann richtete sich seine Kritik einzig und alleine auf »die Herren von Grund und Boden und die Herren von Kapital, (die) ihre politischen Privilegien stets gebrauchen (werden) zur Verteidigung und zur Verewigung ihrer ökonomischen Monopole.« (›Marx-Engels Ausgewählte Werke‹, 3, S.15) Genau darum soll es in dieser Rezension gehen. Mit diesem Buch will Krysmanski die in den USA eher bekannten Forschungsergebnisse der soziologischen Unterkategorie ›Power Structure Research‹ (Herrschaftsstrukturforschung) aufzeigen - die, seiner Meinung nach, nach den Bush-Aktivitäten und den Diskussionen um ein ›amerikanisches Imperium‹ und den Privatisierungen in Folge der Globalisierung, unter Wissenschaftler_innen und Jorunalist_innen neuen Aufschwung erhält. Krysmanski meint dazu: ›Fast schon ist es eine intellektuelle Graswurzelbewegung.‹ »Globalisierung und Privatisierung hängen zusammen. Alles, was uns lieb und teuer ist, was uns vielleicht noch gemeinsam gehört, was öffentliches Gut ist wie das Bildungssystem, soll privatisiert werden. Je mehr privatisiert wird, desto weniger Privatleute aber, das heisst, Leute, die über sich selbst verfügen, wird es geben. Die wenigen Privatleute aber, die übrig bleiben, die werden immer privater und sie werden immer reicher. Es sieht so aus, als würde ihnen bald die Welt gehören. Die Herrschaft der Reichen nennt man Plutokratie. Plutokratie ist die ›Privatisierung der Politik‹, ist ›Politik als Privatangelegenheit‹ einer kleinen Gruppe von Superreichen und ihrer Netzwerke. Auch Politikwissenschaftler aus unserer Mitte sprechen inzwischen vom ›verblassenden Mythos der Meritokratie‹ - also der Leistungsgesellschaft - und vom ›Superreichtum als Gefahr für die Demokratie‹. (S. 10) Er redet über den militärisch-industriellen Komplex, genauso wie über den Einflussbereich von Milliardären auf die öffentliche Meinung, schreibt über berühmte (und weniger berühmte) Kapitalisten-Dynastien wie auch über ihre (ehrlichen) altruistischen Einflüsse auf die Gesellschaft, aber auch über das geheuchelten altruistischen Gehabe einiger Milliardäre sowie ihre Einflussnahme über Stiftungen auf politscher, medialer und gesellschaftlicher Ebene. Auch soll dieses Werk eine Art ›Werkstattbericht‹ sein - er will Journalisten und Wissenschaftler dazu anregen, eigene Forschungen zu diversen Themen zu vertiefen und veröffentlichen. Manchmal nehmen diese ›zu erforschenden Themen‹ beinahe verschwörungstheoretische Tendenzen an. Dies will der Soziologe aber nicht gelten lassen, da er sich auf breite, in den USA, Untersuchungen von Soziologen stützt und klar sagt: »Verschwörungstheorien sind ein umstrittenes Thema, und in Amerika gibt es sie im Überfluss. Wer über Machteliten berichtet, muss sich dem Thema stellen. Dem ›allgemeinen Verschwörungsverdacht‹ - und auch dem „allgemeinen Terrorismusverdacht“ - kann man nur entgegentreten, wenn man sich ein Gespür für die Komplexität des politischen Lebens, für die geheimen Aspekte staatlicher Macht, für schwer zugängliche Informationen erhält.« Auf die Familiendynastien in den USA geht er speziell ein. Und kommt immer wieder auf sie zurück. Manche Familien-Biographie liest sich wie ein Thriller: »Die Du Ponts erwarben ihren Reichtum schon im 18. und 19. Jahrhundert. Sie waren immer dem Bundesstaat Delaware verbunden, der ersten früheren Kolonie, welche die amerikanische Verfassung (eine Verfassung der Geschäftsleute) ratifizierte. Es gehört zur amerikanischen Folklore, dass das reiche Delaware praktisch Privateigentum der Familie Du Pont ist. In den Zwanzigern schon hatte die Familie 25 Prozent der Aktien von General Motors in ihren Besitz gebracht. In den Dreissigern investierten die Du Ponts extensiv in Nazi-Deutschland allein der von dieser Familie kontrollierte GM-Konzern war mit 30 Millionen Dollar an IG Farben beteiligt. Und es war allgemein bekannt, dass IG Farben einer der Finanziers der NSDAP war. Auch pro-Hitler Gruppen in den USA wurden von der Du Pont Familie unterstützt. Nach dem Krieg profitierte die Familie von der durch GM betriebenen Verhinderung öffentlicher städtischer Massentransportsysteme. Und schliesslich war es ein Du Pont, der während der Eisenhower-Präsidentschaft dem Bau des National System of Interstate and Defense Highways vorstand, zusammen mit Eisenhowers Verteidigungsminister (und früheren GM-Präsidenten) Charles Wilson. Damals und hier also begann jene Abhängigkeit des American Way of Life von Erdöl, die heute das geopolitische Zentralproblem geworden ist.« (S. 68 & 69) Auch die Rockefellers gehörten, so Krysmanski, zum Felsenbett des American Way of Life. Beinahe in jedem Kapitel des Buches geht er auf diese Dynastie und ihren Einfluss auf den Kapitalismus ein: »Der Gründer der Dynastie war in seinen Tagen der Inbegriff des Robber Baron, der für seine Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit gehasst wurde wie kein anderer. Immerhin wure das von ihm angehäufte Vermögen zur Grundlage einer der wichtigsten Geldaristokratien des Jahrhunderts. Senator Robert Taft aus Ohio, selbst ein Vertreter des grossen Kapitals aus dem Mittleren Westen, war nach seiner Niederlage auf der Wahl-Konvention der Republikaner 1952 so verärgert, dass er ausrief: ›Jeder republikanische Präsidentschaftskandidat seit 1936 wurde von der Rockefeller Chase Bank nominiert.‹ Vor allem aber übte die Rockefeller-Familie ihren Einfluss aus über die Exekutiv-Ebene der von ihr finanzierten Institutionen, etwa die Rockefeller Foundation. So wichtige ›Technokraten der Politik‹ wie Walt Rostow, aussenpolitischer Berater von Johnson, Henry Kissinger, Nixons und Fords Aussenminister, und Zbigniew Brzezinski, der aussenpolitische Berater von Carter, waren Produkte von Rockefeller Instituten und Denkfabriken. Mittels solcher Personen, aber auch durch direkte Einflussnahme, waren die Rockefellers an den meisten epochalen Entscheidungen der amerikanischen Politik beteiligt. (S. 70) Ein sehr spannendes und erschreckendes Buch. Sicherlich sollte dieses Buch aber auch mit der gebührenden Skepsis gelesen werden, da auch hier teilweise eine sehr einseitige Sicht der Dinge gezeigt wird. Als Einstieg in die Thematik aber ist das Buch durchaus erhellend - und es ermutigt auch sich mehr mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

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